Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im NP

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*tyrion

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Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im NP
« am: 05.01.2005, 10:59 Uhr »
Hallo zusammen,

vielleicht kann mir einer der erfahrenen USA-Reisenden helfen. Ich lese immer wieder von tollen Wanderungen, z.B. Angels Landing (Zion) oder The Wave und viele andere. Wie gefährlich ist das denn in Bezug auf vierbeinige Mitwanderer (Bären, Wölfe, Pumas etc.) oder Schlangen. Habe leider keine Ahnung und wäre für Ratschläge sehr dankbar.

LG aus Bayern
tyrion

*Scooby Doo

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #1 am: 05.01.2005, 11:32 Uhr »
Ich war letztes Jahr in Kanada in den Parks alleine unterwegs. Ehrlich gesagt: Ich bin froh, dass mir auf manch abgelegenen Weg kein Bär entgegengekommen ist.

Auf den beliebtesten Wegen ist dagegen immer eine Menge Wanderer unterwegs, so dass man hier eigentlich auch ganz gut alleine zwischen den anderen unterwegs sein kann.
Zumindest können die dann Hilfe holen, wenn etwas passiert.

*frank_gayer

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #2 am: 05.01.2005, 12:02 Uhr »
Hallo,

also Zion und Wave hatte ich keine Bedenken. Wenn es aber an entlegenere Orte geht oder in einem Wald, da hätte ich schon Bedenken. Wobei es für jeden Park einen Flyer gibt, der auf die bestehenden Gefahren hinweist und freundlicher Ranger Dir auch weiterhelfen. Solltest Du in ein Gebiet kommen, was nicht durch NPS überwacht wird, ist das eher ein Problem.

*Stephan

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #3 am: 05.01.2005, 13:11 Uhr »
Zitat
Wie gefährlich ist das denn in Bezug auf vierbeinige Mitwanderer (Bären, Wölfe, Pumas etc.) oder Schlangen. Habe leider keine Ahnung und wäre für Ratschläge sehr dankbar.


Mit den Vierbeinern passiert extrem wenig. Es gibt in den USA mehr
Tote durch Bienenstiche als durch alle genannten Vierbeiner zusammen.

Trotzdem habe ich, wenn wir in einsamen Gegenden unterwegs bin, schon
manchmal ein mulmiges Gefühl. Bisher bin ich einmal zu Fuss einem Bär
begegnet. Ich habe ihn bemerkt bevor er mich gesehen hatte, und so
war ein Rückzug gut möglich. Die gefährlichste Wildtierbegegnung
hatte ich bisher mit einem Wildschwein. Es war ein Muttertier mit
Jungen und sehr aufgebracht über die Begegnung. Wir sind dann weggerannt.

Giftschlangen habe ich im Spdwesten noch keine gesehen. Vor vier
Jahren habe ich mal einen Skorpion gefunden und letztes Jahr
sind wir vier Vogelspinnen (ungiftig) begegnet.

Wölfe gibts nur noch an fünf Stellen in den USA, davon nur eine
im Südwesten. Die sind sehr scheu, ähnlich wie Pumas.
Grüsse aus Bonn
Stephan

*Klaudia

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #4 am: 05.01.2005, 13:28 Uhr »
Hallo,
im Zion zum Angels Landing brauchst Du überhaupt keine Bedenken zu haben. Dort sind ab 7.00 Uhr morgens schon soviele Wanderer unterwegs, das alle Tiere schnellstens das Weite suchen werden. Bis auf Erdhörnchen, auf die Du auf halbem Wege treffen wirst. Diese sind zwar ungefährlich aber total frech. Wenn Du nicht aufpaßt, klauen sie Dir alles eßbare sogar aus dem Rucksack. Sie sind so von den Touris angefüttert, das sie keinerlei Ängste mehr haben und total frech sind.

Auf dem Weg zur Wave, der schon sehr einsam ist, bei nur 20 Leuten pro Tag, kannst du Dir das ja denken, ist uns kein einziges Tier begegnet, oder besser, wir haben keins gesehen. Ängstlich waren wir aber auch auf diesem Wege überhaupt nicht.

Ich denke, die von Dir angesprochen Genossen werden eher die Flucht ergreifen als irgendwie gefährlich sein, wenn Du auf sie triffst. Sollte mal eine Schlange Deinen Weg kreuzen, so solltest Du aus sicherer Entfernung feste auf den Boden treten. Die Erschütterungen vertreiben sie schnell.
Gruß Klaudia

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*Juergen

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #5 am: 05.01.2005, 14:16 Uhr »
Hallo,

wenn überhaupt stellen Bären eine - gegenüber den Gefahren der Anreise selbst, sonstiger banaler Risiken aber sehr kleine - Gefahr dar, die von der Anzahl der Wanderer abhängt.

Je weniger Wanderer desto schwerer ist es für den Bären, Dich / Euch vorher zu bemerken (mehr Leute reden mehr und lauter usw.) und damit steigt die Gefahr einer nahen Konfrontation. Abhilfe schaffen hier ein wenig Glöckchen etc. an Deinem Rucksack (die aber Dir auf die Nerven gehen können). Ansonsten sollte man - alleine oder zu zweit - entsprechende Areale (nach Auskunft der Ranger - @ Frank Gayer: Auch außerhalb der Nat. Parks gibt es durch die Mitarbeiter bspw. des Nat. Forest sehr gute Infos und Gefahrenhinweise) meiden und die üblichen Vorsichtsmaßnahmen (darüber gibt es x Bücher, meist unter "Backcountry hiking im XY Nat. Park", allgemein bspw. http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/155821349X/qid=1104930838/sr=1-10/ref=sr_1_10_10/028-2861845-9833305) ergreifen  

Theoretisch gilt dies auch für Wölfe und Großkatzen (Mountain Lions etc.), aber diese zu treffen und dann noch attackiert zu werden ist eine wirklich theoretische Überlegung. Eher bricht der Fels unter Deinem Fuß zusammen und du verhungerst erbärmlich in dem Erdloch, dass Dich verschlungen hat  :wink:

Für andere Tiere ist es schnurzpiepegal, ob Du alleine bist - Schlangen und Skorpione werden das wohl möglich gar nicht wahr nehmen.

Übrigens Erdloch ... dieses Thema trifft die Gefahren des Alleinwanderns viel eher. Das Risiko durch einen dummen kleinen Unfall gehunfähig zu werden und "nicht mehr weg zu kommen" ist bei weitem das größte Problem wenn Du alleine unterwegs bist. Aus diesem Grunde wenigstens die Route und Start- und geplanzte Zielzeit vorher mit einer Vertrauensperson oder den Rangern kommunizieren und einen Hinweis im Auto am Trailhead lassen.

Alway happy trails

Jürgen
Nur wo man zu Fuß war, war man wirklich ... [/color] [/b]

*DocHoliday

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #6 am: 05.01.2005, 16:42 Uhr »
Halte die Gefahren durch Tiere auch eher für gering. Meine "gefährlichste" Begegnung mit einem größeren Tier war im Yellowstone, wo hinter einer Wegbiegung plötzlich 2 Büffel wenige Meter vor mir stande. Die haben sich aber nicht weiter für mich interessiert (allerdings auch den Weg nicht freigemacht, haben gewartet bis ich mich durch's Unterholz geschlagen hatte). Ist wohl auch eher typisch. Die meisten Unfälle mit Personenschäden werden nicht durch Bären verursacht sondern durch Büffel.

Ansonsten halte ich auch insbesondere außerhalb der NPs bei Wanderungen in einsamen Gegenden das Risiko durch ganz banale Verletzungen (umgeknickter Fuß o.ä.) für größer. Man sollte zusätzlich zum Eintrag im Trailregister (falls vorhanden) und Zettel hinter der Windschutzscheiben mit Uhrzeit und geplanter Route immer jemanden über die geplante Route informieren. Ich habe meist im Hotel gebeten, wenn ich nicht bis 23:00 wieder zurückgekommen wäre, die Rangers oder den Sheriff zu informieren.
Gruß
Dirk

*EasyAmerica

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #7 am: 07.01.2005, 00:50 Uhr »
Gefahren durch Schlangen bestehen in zwei Fällen:
1. Wenn man sich zur Rast z. B. auf einen Felsen oder Baumstamm setzt und dadurch eine Schlange erschrickt. Man sollte daher, bevor man Platz nimmt, mit den Füssen scharren oder gegen den Sitzplatz treten und dann etwas warten bevor man sich setzt. Dann weiß das Tierchen Bescheid, kann sich verziehen und greift dich nicht in Panik an.
2. In Ruinen sollte man, bevor man einen Raum betritt, Geräusche verursachen und einer eventuellen Schlange etwas Zeit geben, sich zu verziehen. Auf keinen Fall leise in den Gebäuden rumschleichen.
Viele Grüße
Heinz

*Redondo

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #8 am: 07.01.2005, 08:50 Uhr »
Eine ernsthafte Konfrontation mit einem Bären ist wohl recht unwahrscheinlich. Das falscheste was man in Gegenwart eines Bären machen kann, ist allerdings weglaufen. Das weckt den Jagdtrieb des Tieres und er wird einem höchstwahrscheinlich hinterherlaufen. Das Tier ist dem Menschen zu Land, zu Wasser und auf dem Baum haushoch überlegen. Man sollte lieber langsam den Rückzug antreten. Empfohlen wird auch, Krach zu machen, sich laut zu unterhalten etc. Am besten ist es wenn der Bär einen schon frühzeitig hört und sich nicht überrascht fühlt. Auch wenn ein Bär auf einen zugerannt kommt soll man still stehen bleiben, weil Angriffe oft nur vorgetäuscht werden. Allerdings braucht man dafür gute Nerven.

Als Tipp vieleicht: Wer sich damit sicherer fühlt, kann sich bevor er in Gegenden mit Bären wandert ein Pfefferspray besorgen. So hat man im Fall der Fälle eine Waffe parat.

Am wichtigsten ist es keine Angst zu haben, aber Respekt ist angebracht. Wichtig ist auch zu wissen, dass es in den letzten Jahrzehnten nur sehr wenige Unfälle mit Bären gab, die statistische Gefahr ist also sehr sehr gering. Es ist Wahrscheinlicher durch einen Unfall mit dem PKW innerhalb eines Nationalparks ums Leben zu kommen als durch einen Bären.

Gruß...
Redondo

*GreyWolf

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #9 am: 08.01.2005, 16:56 Uhr »
Zitat von: Juergen

Theoretisch gilt dies auch für Wölfe und Großkatzen (Mountain Lions etc.), aber diese zu treffen und dann noch attackiert zu werden ist eine wirklich theoretische Überlegung. Eher bricht der Fels unter Deinem Fuß zusammen und du verhungerst erbärmlich in dem Erdloch, dass Dich verschlungen hat  :wink:


Genau so ist es. Absolut unnötige Gedanken. Es gibt seit der Eroberung der USA keinen einzigen glaubhaft dokumentierten Vorfall, wonach Wölfe von sich aus einen Menschen angegriffen hätten. Keinen einzigen. Im Übrigen gibt es kaum noch Wölfe in den USA.

Pumas können hingegen schon mal angreifen, wenn sie besonders hungrig sind, die suchen sich aber in aller Regel kleine Opfer - also Kinder. Ist aber auch extremst selten. Da gibt es nur alle paar Jahre einen Vorfall.

Ansonsten kann ich mich allen anderen nur anschließen: Die einzige wirkliche Gefahr ist, das Du Dir den Fuß verstauchst oder ähnliches. Tiere sind in aller Regel keine Gefahr, solange man nicht gerade auf die Idee kommt, sie anfassen zu müssen.

Im Übrigen sind die meisten Trails so gut begangen, dass Du da schon nicht umkommst - selbst wenn Du nicht mehr laufen kannst. An einem normalen Tag wird vermutlich fast jeder Trail mal begangen werden.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie man früher gereist ist: Alte Reiseberichte

*Juergen

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #10 am: 08.01.2005, 20:23 Uhr »
Hallo,

sorry - aber den Optimismus von Grey Wolf

Zitat
Im Übrigen sind die meisten Trails so gut begangen, dass Du da schon nicht umkommst - selbst wenn Du nicht mehr laufen kannst. An einem normalen Tag wird vermutlich fast jeder Trail mal begangen werden.


kann ich mich nur bedingt anschließen. Er gilt sicher für die handvoll "wichtigen" Wanderwege in einem Park, teils auch für ein Dutzend der Wege in der Hauptsaison und darüber hinaus, in m a n c h e n Parks auch tatsächlich für alle Wege.  Der Erstbesucher eines Parks wird also kaum in Verlegenheit kommen, einen Weg zu gehen, wo den Tag niemand mehr vorbeikommt, es sei denn in einer Zeit absolut außerhalb der Saison.

Doch wenn man ein zweites oder drittes Mal bspw. im Yellowstone NP (oder auch nur ein zweites Mal im Arches bspw. an den Klondike Bluffs) ist so wäre ich da gar nicht mehr so sicher. Dies gilt erst recht außerhalb der bekannten Parks, in einem Nat. Forest zum Beispiel. Sicher 20 % der von mir in der Highlightdatenbank eingestellten Wege sind solche, wo ich keinerlei Wette eingehen würde, dass den Tag außer mir noch jemand da war (äh, außer meiner lb. Frau natürlich  :wink: ). Tatsächlich getroffen habe ich auf meine Wegen - immer außerhalb der Hauptsaison - sicher in ein Drittel der Fälle niemanden.

Always happy trails

Jürgen
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*GreyWolf

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #11 am: 09.01.2005, 12:19 Uhr »
Ich gehe mal davon aus, dass tyrion als Newbie eben gerade die normalen Wege laufen wird.

Letztlich kann man das Risiko durch das bereits angesprochene Hinterlassen von Hinweisen im Auto sehr minimieren.

Und wenn man schon irgendwo umkommt: dann doch bitte in einem amerikanischen Canyon, oder?  :D
Wer schon immer mal wissen wollte, wie man früher gereist ist: Alte Reiseberichte

*Juergen

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #12 am: 09.01.2005, 18:04 Uhr »
Hallo Grey Wolf,

ja, ich denke tyrion wird wohl als "newbie" kaum in Gefahr kommen.

Was den Todesort anbelangt, so kann ich Dir - wenn es denn zu Ende gehen soll  :shock: - zustimmen, aber die Todesart  :(  ... da wäre mir ein Sturz in die Tiefe doch lieber als ein Verhungern im Erdloch  :wink:

Jürgen
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*Easy Going

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #13 am: 09.01.2005, 18:49 Uhr »
Na ihr habt ja wieder Themen ......


Da fällt mir der Wanderer im Süden Utahs ein, der nachdem er 5 Tage mit dem Arm zwischen Felsen eingeklemmt war seinen Arm abgeschnitten hat ..... und überlebte.
http://www.usatoday.com/news/nation/2003-05-08-ralston-press-conference_x.htm
Gruß Easy


You never gonna fly, if you're afraid to fall

*Anonymous

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Re: Wie gefährlich sind "einsame Wanderungen" im N
« Antwort #14 am: 11.01.2005, 13:37 Uhr »
Die grösste Gefahr mit einer giftigen Schlange in Konflikt zu geraten kennt hier offensichtlich keiner: das Herrumklettern auf felsigem Terrain in der Hitze des Tages - an eine nicht einsehbare Stelle greifen und dabei ungewollt den rattler streicheln.

 

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