Tageswanderung in den Grand Canyon

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*Utah

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Tageswanderung in den Grand Canyon
« am: 08.10.2005, 08:49 Uhr »
Hallo!

Einige aus dem Forum sind ja schon einmal an einem Tag vom South Rim des Grand Canyons zum Colorado River abgestiegen und am selben Tag wieder zurück.
Die unterschiedlichsten Erfahrungen wurden dabei gesammelt.

Was meint ihr zu diesem Thema ?
Ist es ratsam diese Tour zu empfehlen oder sollte man es besser lassen ?

Vielen Dank an dieser Stelle an Matze für den neuen P&C Vorschlag.
Viele Grüße
Utah



Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.

*cleetz

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #1 am: 08.10.2005, 09:32 Uhr »
Ich hab das zwar noch nicht gemacht - aber es wird dringend! davon abgeraten. Auch einige Reiseberichte zu dem Thema kommen zum gleichen Ergebnis - es sind ja auch schon einige Leute dabei drauf gegangen, auch durchtrainierte Personen die sich überschätzt haben...

Ich? Niemals!
Gruß
Carsten

*mario123

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #2 am: 08.10.2005, 12:29 Uhr »
Ich habe diese Tour am 25. Mai 2005 unternommen.

Start um ca. 8 Uhr am South Kaibab Trail. Ankunft Bright Anglel Trail 19:15 Uhr.

Habe mir für den Abstieg ca. 4 Stunden Zeit genommen. Dann 1 Stunde an der Phantom Ranch verbracht und anschliessend aufgestiegen.

Kann es nur empfehlen, wenn man sich gut auf die Tour vorbereitet. Habe im Vorwege 30km-Touren unternommen (keine Bergtouren), um zu sehen ob ich die Entfernung überhaupt schaffe.

Man sollte dabei beachten, dass es nicht nur der Höhenunterschied ist, auch die Temperaturen spielen eine große Rolle. So waren es bei meiner Tour im Tal über 40 Grad Celsius.

Der Aufstieg war schon wirklich sehr anstrengend und zog sich dann auch in die Länge. Habe unterwegs auch einige Leute gesehen, die wirkliche Probleme hatten.

Was würde ich anders machen?

Auf jeden Fall würde ich früher starten. 8 Uhr war schon recht spät.

Wenn möglich würde ich die Tour nicht erst Ende Mai unternehmen. Auf keinen Fall im Juli/August

*alljogi

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #3 am: 08.10.2005, 13:33 Uhr »
Ich denke jeder muß für sich folgende Dinge beachten:

1) Wie fit bin ich, wie ist mein Leistungsstand? Wer normalerweise mit dem Auto zur Toilette fährt, sollte vielleicht besser die Finger davon lassen.
2) Zu welcher Jahreszeit will ich die Wanderung machen? Wie bereits erwähnt, wären der Juli / August nicht besonders geeignet. Ich selber bin Ende März in den Canyon gestiegen und die Temperaturen waren logischerweise recht angenehm

Als Alternative zum South Kaibab Trail und rauf wieder über den Bright Angel Trail würde sich aus meiner Sicht auch die Wanderung zum Plateau Point über den Bright Angel Trail anbieten. Entfernung ca. 20 km hin und zurück bei einem Höhenunterschied von ca. 1000 m. Der Eindruck vom Canyon ist auch hier grandios und diese Wanderung ist bei Beachtung der beiden oberen Punkte durchaus an einem Tage zu machen. Wir brauchten 3 h runter und 2,45 h rauf. Obwohl trainiert waren wir trotzdem am Ende unserer Kräfte und das Ende März.

Aus meiner Sicht muß man auch im Urlaub nichts übertreiben, deswegen werde ich diese Wanderung South Kaibab, Bright Angel nicht an einem Tage machen.

Gruß alljogi
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*chapter2

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #4 am: 08.10.2005, 13:51 Uhr »
Ich habe die Tour auch gemacht mit drei Leuten im September zusammen, fand es nicht so schlimm wenn man genug zu trinken bei hat.

paar Fotos

http://web41.mis04.de/projekt/photo/usa/

*BettinaW

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #5 am: 08.10.2005, 21:16 Uhr »
Hallo Utah,

die Tour habe ich auch schon gemacht. Es war im September von einigen Jahren.
Wir sind den Bright Angle Trail runter und wieder hoch.
Es ist machbar aber ich würde es nicht mehr machen. Die Wanderung am Rim entlang ist viel schöner.
Wir haben uns den Sonnenaufgang am Rim angeschaut und sind dann gleich gestartet. Ich glaube wir haben 3 Stunden nach untern gebraucht, haben dann dort eine kurze Rast gemacht und sind ca. 5-6 Stunden wieder aufgestiegen. Für den Aufstieg haben wir uns sehr viel Zeit genommen, die ich aber auch gebraucht haben.
Wir hatten pro Person 2 Liter Wasser dabei und haben diese an jeder Wasserstelle (ich glaube es sind 2 auf dem Weg) wieder komplett aufgefüllt.
Je weiter nach oben man kommt, umso mehr Leute kommen einen mit einem freundlichen Hallo entgegen. Zum Schluß hatte ich nur noch ein kleines Lächeln überig....sagen konnte ich erst nachdem ich wieder oben stand etwas.
Ganz ohne Kondition und Wandererfahrung würde ich diese Tour nicht machen. Das schlimme daran sind die Temperaturen und das man den lockeren Abstieg zuerst hat.

Schöne Grüße
Bettina

*OWL

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #6 am: 09.10.2005, 10:51 Uhr »
Für mich persönlich kommt eine Tagestour nicht in Frage. Mein Höhenmeter-Tagesrekord liegt bei 1000 m, und den muß ich nicht in der  Wüste brechen. Eher könnte ich mir vorstellen, in vier Tagen von Rim zu Rim zu wandern.

Quid licet Iovi, non licet bovi

*chapter2

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #7 am: 09.10.2005, 11:25 Uhr »
Wir sind am Yaki Point runter dann zur Phantom Ranch und Indian Garden. Dann sind wir wieder rauf am Bright Angel Trailhead.

*emvau

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #8 am: 09.10.2005, 13:57 Uhr »
Hallo,

Nicht jeder: Menschen, die z.B. in den Alpen derart große Höhenunterschiede (+- 1500hm) gehen, können das auf jeden Fall bewältigen! Ich empfand es auch recht angenehm zuerst runterzuwandern. Mir kam das irgendwie gelenkschonender vor. Dass man das als Nicht-Sportler aus dem Stand nicht angehen sollte, ist klar. Wir haben jede Menge Menschen getroffen, die falsch ausgerüstet (viel zu wenig Wasser o-ä.) waren oder einfach offensichtlich eher bewegungsarm leben. Das sind dann auch die Menschen, die logischerweise kollabieren.
Der amerikanische I-Did-It-Hype um diese gewöhliche Tageswanderung sorgt für noch mehr Leutchen, die das besser lassen sollten.

Die Ranger:  ...geben pauschale Auskünfte für all die Massentouristen (ob Bergsportler oder nicht) und richten sich nicht nach "Leistungsklassen". Die Ranger-Aussagen sind deshalb nicht besonders hilfreich. Es sind tendentiöse und pauschalisierende Verhinderer-Ansagen!

Die Hitze: Wir sind noch bei Dunkelheit (der erste Bergsteiger-Shuttle!) den South Kaibab (der Weg ist gut, keinesfalls technisch schwierig) runter. Beat The Heat ist DER Schluessel. Wir haben außerdem regelmäßig gegessen und pausiert. Ich habe meinen 3 Liter Camel-Back drei Mal befüllt.

Die Verpflegung: Generell sollte man mindesten zwei Brotzeiten dabei haben, außerdem jede Menge (über den gschätzten Bedarf hinaus! Riegel (Powerbar o.ö.). Desweiteren habe ich für den Notfall IMMMER Power-Gel dabei. Es gibt auch eine Art "isotonische Flüssigkeit", die sehr gut hilft (genauso wie übrigens das power-gel), wenn der Wanderer zu wenig getrunken hat. Generell ist es falsch zu warten bis man Durst/Hunger hat. Regelmäßig Trinken/Essen!  
Dennoch: Die Canyon-Wanderung ist keineswegs eine Expedition! Es ist eine ganz normal anstrengende Tageswanderung. Vorbereitung ist dennoch wichtig.

Das Profil: Ich habe ja schon geschrieben, dass ich es angenehm empfinde zuerst hinunterzugehen. Ich habe allerdings auch die relative Sicherheit, dass 1500 hm für mich zu bewältigen sind. Wir sind von unten den Bright Angel Trail raufgegangen und ab Indian Gardens wird es "mental" schwierig.  Die "Wand" sieht nach 400 hm aus es sind aber noch 900hm! Hier darf man sich auf keinen Fall dazu hinreisen lassen zu schnell zu gehen (Wir haben einen solchen Wanderer mit unseren Riegeln wieder aufgepäppelt!). Leichter wird es dadurch, dass es immer frequentierter wird und es auch einige schattenspendende Raststellen gibt (eine sogar mit Wasser!)

Warum nicht übernachten?: ganz unten ist es zwar ganz nett, aber auch nicht mehr. Mir persönlich widerstreben auch die Muli-Touristen im Phantom-Ranch-T-Shirt.  Im Zweifelsfall würde ich auf jeden Fall zelten, um diesen Gesichtern aus dem Weg zu gehen. Gegen das sicherlich sehr schöne Zelten spricht, das zusätzliche Gewicht. Ich schätze es verglichen mit dem 1-Tagestrip wesentlich schwerer ein, diese zusätzlichen Kilos (Verpflegung, Zelt Schlafsack, IsoMatter, Gaskocher, Geschirr) zu  schleppen. Eine Alternative wäre es eventuell bei den Indian Gardens zu zelten. ich finde es dort wesentlich schöner und man kann noch einen netten Abendspaziergang an die letzte Abbruchkante machen. Optimal ist für mich allerdings der 1-Tagestrip

Die Gehzeiten: South Kaibab runter ca 2.5 Stunden/ Bright  Angel hoch ca 5h. Das sind entspannte netto-Gehzeiten. Dazu kommen freilich die Pausen!

Die Alternative: Als generelle Alternative möchte ich  (die hier schon erwähnte?) Verbindung zwischen South-Kaibab (runter) und Bright Angel (rauf) empfehlen; man spart sich dabei 500hm. Das schaut sehr schön her und ganz unten ist es imho nicht besonders sensationell. Wir haben außerdem Engländer getroffen, die genau auf diesem Verbindungsstück kreisende Geier gesehen haben. Ich würde mit meiner Kenntnis heute auf jeden Fall diese Tour gehen. Wahrscheinlich werden das jetzt wenige beherzigen, weil die meisten wohl runter wollen, aber für mich ist diese Wanderung erst mal die schönere Tour (wenngleich ich sie noch nicht gemacht habe!)

Fazit: Wir (w&m) sind Genuß-Bergsteiger und Mountainbiker und Anfang dreißig. wir haben diese Tour Anfang Septemer an einem normal heißen Tag gemacht (Es gibt wohl noch spezielle heißere Tage). Unter dem Strich war es eine Anstrengung, aber keineswegs besonders herausfordernd oder gar grenzwertig. Die bedauerlich recht hohe Todesfallrate kommt wohl allein durch Menschen zustande, die das nach meinem Absatz eins hier, besser nicht gemacht hätten. Davon hatte es auch an unserem Tag einige.
Alle ausdauersportlich einigermaßen geübten können diese 1-Tages-Tour auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Vorbereitet sein sollte man allerdings schon! Die Ranger-Angaben waren bei uns eindeutig dramatisierend! (Das habe ich dem Ranger auch so nach unserer Wanderung mitgeteilt)



Gruß

*Antje

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #9 am: 09.10.2005, 16:49 Uhr »
Hallo,

für mich persönlich würde ich die Frage gar nicht stellen - ich denke nicht, daß ich die Tour machen kann und machen würde.

Wir haben nicht mal drüber nachgedacht, als wir am GC waren.

Ich halte auch die Ranger-Angaben nicht für dramatisierend, sondern eher auf den Zustand des amerikanischen Durchschnittsbürger abgestimmt und ich denke, selbst jemand, der womöglich täglich ne halbe Stunde joggt und relativ fit ist, ist nicht unbedingt geeignet für die Tour.

Ein geübter Bergwanderer kann die vermutlich mit entsprechender Wasser- und Nahrungsausstattung schon machen. (machen ja genug).

Aber ich denke, die Tour wird von vielen unterschätzt, vor allem eben die Tatsache, daß es nach unten ja deutlich wärmer wird (und wenns oben schon 30° hat...) und ne Menge Leute sind das Trinken eben nicht gewohnt. Und die Ranger dürfen dann dehydrierte Möchtegerns von den Wegen pflücken...

Mein Fazit: Es geht sicher - Trainingszustand vorausgesetzt.

Es geht für mich sicher nicht....ich hab weder den Trainingszustand nch derzeit die Belastbarkeit meiner Knie (grummel... Flach gehen geht auch 20 km - jede Steigung oder unebenes Gelände ist ne Qual....)

Antje

*emvau

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #10 am: 09.10.2005, 18:12 Uhr »
Zitat von: Antje
... ich denke, selbst jemand, der womöglich täglich ne halbe Stunde joggt und relativ fit ist, ist nicht unbedingt geeignet für die Tour.

Das glaube ich aber schon! Leute, die das machen, sind topfit und bestimmt in einem besseren Zustand als wir!

Zitat von: Antje

Aber ich denke, die Tour wird von vielen unterschätzt, vor allem eben die Tatsache, daß es nach unten ja deutlich wärmer wird (und wenns oben schon 30° hat...) und ne Menge Leute sind das Trinken eben nicht gewohnt. Und die Ranger dürfen dann dehydrierte Möchtegerns von den Wegen pflücken...

Das ist der Punkt! Wenn man beispielsweise im September um 5:30 noch bei Dunkelheit losgeht, dann ist man wirklich allerspätestens um eins wieder bei den Indian Gardens im Schatten. Dort könnte man auch zwei-drei Stunden bei Wasser und Schatten pausieren und ein Mittags-Schläfchen machen.
Gute Ernährung und Trinken ist freilich noch vieeeel wichtiger als tausendprozentig top-fit zu sein. Aber deswegen schreiben wir das ja auch hier! ;)

Meine Hauptkritik bezüglich der Ranger ist, dass sie keine differenzierten Aussagen treffen. Derart pauschal sind sie einfach Nonsens! Man kann wirklich diese Tour ohne weiteres an einem Tag machen, wenn man etwas Bergerfahrung mitbringt UND entweder so wie so etwas trainiert ist oder sich entsprechende darauf vorbeitet. Eventuell eben vier Wochen vorher jeden Tag eine halbe Stunde Ausdauer-Sport. Beim Joggen vielleicht auch mal ne Steigung einbauen. Gesund sein sollte man freilich und was man auch noch erwähnen könnte: Vielleicht erst noch ein paar Tage akklimatisieren!

Diese Tour ist wirklich nicht extrem! Sie wird es eventuell, wenn man es falsch angeht. Das gfilt aber wahrlich für viele Unternehmungen. Ganz ungefährlich ist Bergsport (dazu zählt ich das jetzt einfach mal) nie!

Gruß

*Easy Going

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #11 am: 09.10.2005, 19:16 Uhr »
Der Unterschied von einer Wanderung beispielsweise in den Alpen und von Rand des Grand Canyons bis zum Canyongrund sind die klimatischen Bedingungen, die beim Grand Canyon einem Sprung vom Norden Kanadas nach Mexico entspricht.
Gerade Leute deren Kreislauf bei solchen Extremem anfällig ist, sollten sich eine Tour runter und rauf an einem Tag gerade im Sommer sehr gut überlegen, auch wenn sie körperlich "topfit" sind.
Gruß Easy


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*emvau

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #12 am: 09.10.2005, 19:36 Uhr »
Zitat von: Easy Going
Der Unterschied von einer Wanderung beispielsweise in den Alpen und von Rand des Grand Canyons bis zum Canyongrund sind die klimatischen Bedingungen, die beim Grand Canyon einem Sprung vom Norden Kanadas nach Mexico entspricht.

Stimmt natürlich prinzipiell. Es sind allerdings maximal 10 Grad nach Ranger. Wenn man, wie wir sehr früh aufbricht und dann auch entsprechend früh wieder von unten losgeht (bei uns war es glaub ich 9:30), dann spürt man die Temperaturunterschiede kaum. Aber man kann das nicht oft genug betonen, auch wenn der klimatische Vergleich von Easy Going doch recht plakativ und drastisch daherkommt

Zitat von: Easy Going

Gerade Leute deren Kreislauf bei solchen Extremem anfällig ist, sollten sich eine Tour runter und rauf an einem Tag gerade im Sommer sehr gut überlegen, auch wenn sie körperlich "topfit" sind.

Menschen mit nicht kalkulierbaren Kreislauf sollten das gar nicht machen. Gesund und akklimatisiert sollte man sein!

Übrigens: Wenn man unten übernachtet muss man auch wieder rauf. Ich willsagen: Das Runtergehen beanspruchte uns eigentlich gar nicht! Es geht also quasi unten erst los, egal ob man unten geschlafen hat, oder nicht. Deshalb meine Empfehlung mit dem allerersten Licht am Kaibab-Tailhead loszugehen, dann hat man kaum Körner verbraten. Wenn man das und das Trinken/Essen beherzigt ist das keine Hexerei, sondern ganz normal anstrengend wie eine ausgewachsene Tagestour. Zum Vergleich: Ich fand den Slickrock-Bike-Trail in Moab deutlich anstrengender und auch den Joint-Trail im Needles District schwerer.

Der Grund warum ich da so PRO bin. Ich habe so einige Bekannte, die aufgrund der übertriebenen Ranger-Parolen diese Tour nicht unternommen haben. Und genau diese Bekannten sind zum Teil deutlich fitter als wir. Man muss zwar nicht unbedingt runter (es gibt im Westen spektakulärere Sachen), aber die Ansagen der Ranger müssen nun wirklich mal deutlich relativiert wertden und deshalb schreibe ich dazu so engagiert.

Entscheiden muß eh jeder für sich selbst. All diese Eindrücke sind subjektiv. Ich möchte nochmals meinen Alterntiv-Vorschlag weiter oben hervorheben. Diese Wanderung ist imho eher schöner und sollte nicht soooo heiß werden. Also wer sich nicht ganz zutraut runter zu gehen, könnte das in Erwägung ziehen.

Gruß und nix für ungut!
Gruß

*cleetz

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #13 am: 09.10.2005, 20:25 Uhr »
Zitat von: emvau
Menschen mit nicht kalkulierbaren Kreislauf sollten das gar nicht machen. Gesund und akklimatisiert sollte man sein!


Welcher Durchschitts-Touri kann das selber objektiv entscheiden? Denke mal keiner...

Zitat
Der Grund warum ich da so PRO bin. Ich habe so einige Bekannte, die aufgrund der übertriebenen Ranger-Parolen diese Tour nicht unternommen haben. Und genau diese Bekannten sind zum Teil deutlich fitter als wir.


Was die Ranger betrifft: Welche Leute versuchen denn da runter - und wieder raufzusteigen und fragen da den Ranger? Das ist doch der normale Durchschnitts-Touri (zu dem ich mich auch zähle) und wenn man dem dann sagt:
" Hey, kein Problem, nimm genug Wasser mit und geh früh los, dann geht das"
dann haben die warscheinlich noch mehr zu tun um die Leute da wieder rauszuholen.

OK, Du weißt das Du durchtrainiert bist, Kondition hast und Du kannst das Risiko auch besser abschätzen als Mr. Touri, der sich erst vor Ort entscheidet da runter zu laufen. Ich denke mal Ziel der Ranger ist es die spontanen, unvorbereiteten Wanderungen von Durchschnitts-Leuten zu verhindern, die dann sicher auch ein Problem bekommen würden.

Ich hab mal einen Bericht gelesen, wonach auch viele junge, durchtrainierte Leute es nicht mehr aus eigener Kraft nach oben geschafft haben. Das gibt doch IMHO schon zu denken...
Gruß
Carsten

*Easy Going

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #14 am: 09.10.2005, 20:31 Uhr »
Hallo emvau,
auf Empfehlungen von Rangern würde ich generell nicht allzu viel geben (das wäre fast ein eigenes Pro & Contra Thema :wink: ).

Ich kenne jedenfalls einige Leute die sich für relativ fit hielten und nach dieser Aktion mächtige Probleme hatten - kann man auch auf diversen HP's nachlesen.

Es gibt halt Leute die wissen gar nicht was die Aufregung soll und andere sind hinterher ein paar Tage krank.
Vernünftige Selbsteinschätzung sowie eine geeignete Tages und Jahreszeit (bezüglich den Temperaturen) sind wohl die wichtigsten Punkte die man berücksichtigen sollte - deshalb von mir kein eindeutiges pro oder contra.
Gruß Easy


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