Tageswanderung in den Grand Canyon

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*emvau

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #30 am: 11.10.2005, 12:37 Uhr »
Zitat von: OWL
Sind zwei Tage wirklich sinnvoll? Dann hat man das schwere Übernachtungsgepäck und muß trotzdem am 2. Tag die 1500 m hoch. Es sei denn, man geht am ersten Tag runter und gleich wieder bis Indian Gardens hoch.


diese variante finde ich sehr überlegenswert, denn damit entschärft man das schwierige, nämlich den aufstieg!
außerdem: unten ist es imho nichts besonderes. die weite und dimension des GC sieht man eine etage höher viel deutlicher!  desweiteren übernachten in den indian gardens wesentlich weniger leute, was der atmosphäre sicherlich gut.
eventuell könnte man auch den bright angel runter bis indian gardens, zelt aufbauen und dann ohne extra-gepäck rüber zum kaibab, runter zum river und über den bright wieder zurück zu indian gardens. eine variante, die mir gefällt. nachteil: der (entgangene) kaibab ist auch oben schöner als der bright angel. aber dafür muss man das extra-gepäck und proviant nicht ganz so tief runtertragen.

was die wenig begangene route "kaibab-bright angel-link" eine etage höher anbelangt, so finde ich, ist das eine ausgezeichnete tagestour, vom kaibab-trailhead aus beginnend freilich. sind dann so 1000hm! man sollte allerdings vom ich-muss-unbedingt-ganz-runter-drang befreit sein... ;)

Gruß
gruß

 

Gruß

*OWL

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #31 am: 11.10.2005, 13:47 Uhr »
Wie schwierig ist denn eigentlich die Verbindung zwischen Bright Angel Trail und South Kaibab Trail (ist übrigens ein Teil des Tonto Trail)? In den Publikationen des NP wird dringend davor gewarnt, bei der ersten Wanderung unterhalb des Rims andere Trails als Kaibab und Bright Angel zu gehen, auch der Tonto Trail soll teilweise ganz schön heftig sein. Oder ist die BAT-SKT-Verbindung besser ausgebaut als andere Abschnitte?

Quid licet Iovi, non licet bovi

*GreyWolf

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #32 am: 11.10.2005, 15:26 Uhr »
Also, ich finde es unten schon sehr interessant, wenn man endlich an dem Fluss ist, der das alles geschaffen hat und der da so behäbig langfließt.

Ich könnte mir eine 2-Tages-Tour so vorstellen, dass man in aller Gemütsruhe den South Kaibab mit dem Gepäck runter bis zum Fluss geht, dort den restlichen Tag verbringt und dann am Spätnachmittag wieder bis Indian Gardens aufsteigt. Damit hat man schon mal einen Teil des Aufstiegs hinter sich - wichtig für den zweiten Tag. Übernachtung dann bei Indian Gardens.
Am nächsten Tag könnte man ggf. noch mal bis zu diesem Plateaupunkt bei Indian Gardens machen und dann wieder ganz aufsteigen.

Gepäckmäßig würde ich mich absolut aufs Minimum beschränken. Schlafsack, kaum Wechselwäsche, möglichst kalorienreiche, aber leichte Kost. Ein möglichst leichtes Zelt, das muss reichen.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie man früher gereist ist: Alte Reiseberichte

*OWL

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #33 am: 11.10.2005, 16:10 Uhr »
Ich finde emvaus Varianten auch sehr überlegenswert, immer unter der Voraussetzung, daß die Querverbindung über den Tonto nicht zu schwierig ist.

Was unter dieser Voraussetzung noch als Dreitagesvariante möglich wäre:

1. Kaibab bis zum Tonto, dann auf diesem zum Indian Garden

2. Mit leichtem Gepäck auf dem Tonto zurück, dann über Kaibab runter und auf Bright Angel wieder zurück zum Indian GArden

3. Auf Bright Angel raus

Dann wäre auch der Abstieg auf dem oberen Kaibab im Programm. Statt 2 mal obererer Bright Angel hätte man Tonto doppelt.

Quid licet Iovi, non licet bovi

*emvau

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #34 am: 11.10.2005, 16:49 Uhr »
diese  OWL-variante wäre dann wirklich eine sehr entspannte!

bezüglich des tonto hab ich mal gegoogelt. da ist auch der abschnitt, den wir hier brauchen, ausführlich beschrieben:
http://www.kaibab.org/gc/bc/gc_tr_tt.htm#t3

gruß

*OWL

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #35 am: 11.10.2005, 19:43 Uhr »
Meine letzte Variante wäre sicher sehr entspannt, aber schließlich ist man ja im Urlaub!

Danke für den Link; das klingt so, als ob die Route mit etwas Wandererfahrung zu begehen sein sollte.
[/quote]

Quid licet Iovi, non licet bovi

*Heike 268

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #36 am: 15.06.2006, 18:06 Uhr »
Hallo,
also wir sind dieses Jahr am Sonntag 23.04.2006 den Grand Canyon an einem Tag runter und rauf.
Sind morgens um 6.00Uhr am South Kaibab Trail runter, haben um 8.45Uhr (mit kurzen Trink-, Foto- und Filmpausen) die erste Brücke erreicht.
Je weiter man runter kommt umso schöner wird der Ausblick auf den Colorado. Wir hatten Glück, die Sonne schien und der Fluß war wirklich so grün wie man ihn von vielen Bildern kennt (Traumhaft).
Wir haben uns unten 1 Stunde aufgehalten (Frühstückspause).
Um 10 Uhr haben wir mit dem Aufstieg nach der 2 Brücke begonnen. Man geht etwa noch 2km am Colorado vorbei bevor es wieder ins Landesinnere geht.
Mit kurzen Pausen am Indian Garden, 3-Mile Resthouse und 1,5-Mile Resthouse haben wir nachmittags um 15.40Uhr wieder den South Rim erreicht.
Das Wetter war an diesem Tag auch sehr gut zum wandern, sonne (ca 20-22Crad) bis ca 14.30 Uhr, dann zogen Wolken auf, etwa 1 Meile bevor wir den South Rim erreichten kamen ein paar Regentropfen runter.
Wir sind beide keine Sportler oder Wanderer aber die Tour ist schon an einem Tag zu schaffen.
Ich selbst möchte nicht mit Zelt und Schlafsack bepackt den Berg wieder  rauf krabbeln.
Wichtig: gutes Schuhwerk, viel Flüssigkeit, Essen und vielleicht eine Portion Ehrgeiz ( ich will da unten auf der Brücke stehen).

Viele Grüße
Heike 268

*Matze

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #37 am: 15.06.2006, 21:58 Uhr »
Zitat von: Heike 268
Hallo,
also wir sind dieses Jahr am Sonntag 23.04.2006 den Grand Canyon an einem Tag runter und rauf.
Sind morgens um 6.00Uhr am South Kaibab Trail runter, haben um 8.45Uhr (mit kurzen Trink-, Foto- und Filmpausen) die erste Brücke erreicht.
Je weiter man runter kommt umso schöner wird der Ausblick auf den Colorado.


Genau deshalb bleibe ich ein Gegner der Tagestour:
Zitat
kurzen Trink-, Foto- und Filmpausen

Man nimmt sich zu wenig Zeit für die grandiose Landschaft!!

Zitat
Ausblick auf den Colorado.
Das ist doch nicht alles, was die Wanderung hinunter ausmacht!!!! Natürlich ist es faszinierend, den Fluß so zu sehen! Aber alles vorher, die geologischen Erdschichten - die Tiere unterwegs usw. usw.
Eine Tagestour wird der Einmaligkeit nicht gerecht!!!
Gruß Matze




San Francisco!!

*playmaker11

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #38 am: 16.06.2006, 07:04 Uhr »
Wir, d.h. 2 junge Männer (damals Mitte 20) sind bis zum Plateau Point abgestiegen und wieder hoch.

Morgens um 6 Uhr los und um 12:30 Uhr waren wir wieder oben. Da wir uns als Limit 17 Uhr gesetzt hatten (+ 2 Stunden möglich), hätten wir sicherlich auch den Rest noch geschafft.

ich muß aber sagen, die Warnungen kann ich verstehen und sie auch nur weiter geben. Ansonsten sind zu viele völlig untrainierte Leute unterwegs, die sich völlig überfordern und so die Unfälle verursachen.
Wir selbst sind körperlich fit, machen Ausdauer und Mannschaftssport regelmäßig, d.h. mehrfach die Woche (bis zu 5x) und fahren im Winter Ski, so daß wir auf die Höhenlage kannten udn wußten wie der Körper darauf reagiert. Für uns war es kein Problem.


Ich möchte aber nochmals ausdrücklich vor dem Nachmachen warnen
Die Tour ist nicht ohne und ich würde sie jedem so nicht anraten, der mal nicht eben 10 Km aus der "kalten Hose" laufen (joggen) kann.
No retreat, no surrender !

*groovy

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #39 am: 16.06.2006, 08:46 Uhr »
Zitat von: Matze
Zitat von: Heike 268
Man nimmt sich zu wenig Zeit für die grandiose Landschaft!!

Eine Tagestour wird der Einmaligkeit nicht gerecht!!!


Da hast du sicherlich Recht, aber gerade für Anfänger besteht doch der ganze USA-Urlaub aus Kompromissen und kurzen Eindrücken.Sonst dürfte doch niemand eine Rundtour machen sondern könnte/müßte seine drei Wochen an ein bis zwei schönen Stellen verbringen.Würde ich auch lieber machen aber dafür ist mir der Urlaub zu teuer.

MfG  Volker

*kolumbus1492

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #40 am: 16.06.2006, 08:54 Uhr »
Also wir haben es auch noch vor, an einem Tag die Tour zu machen, allerdings nur im Mai oder Oktober. Wir sind schon zum Plateau-Point und wieder zurück (im Mai) und ich denke, da kann man schon besser abschätzen, ob man dann den Trip bis ganz runter(und wieder rauf) schafft.

Was wir noch für wichtig halten ist, ( und dies geht an Alle, die sich sowieso nicht davon abhalten lassen), diese Tour nicht innerhalb der ersten  Tage nach der Ankunft in den USA zu machen. Wir sind der Meinung, dass man sich hierfür schon an die 9 Stunden Zeitunterschied  gewöhnt haben sollte.

*EasyAmerica

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #41 am: 16.06.2006, 13:22 Uhr »
Zitat von: emvau
Vielleicht doch noch ein paar Hinweise:
- Man sollte schon wissen, wie sich 1500hm anfühlen. Unerfahrene gehen zu schnell und finden nicht den eigenen Rythmus

Genau das ist m.E. der wichtigste Punkt. "Je jünger, um so schneller laufen sie" und finden ihren Rhytmus nicht. Ein erfahrener Bergwanderer kann diese Tour ohne weiteres an einem Tag machen; natürlich nicht im Hochsommer. Dann ist es beim Anstieg zu heiß.

Die Probleme, die GreyWolf auf seiner Seite beschreibt, haben mit der Tatsche ob man einen oder zwei Tage benötigt aber auch rein gar nichts zu tun. Die Tortour hätte sich bei zwei Tagen nur verlängert aber nicht gebessert. GreyWolfs Schilderung zeigt aber, wie wichtig eine richtige Vorbereitung ist. Wer am Berg unerfahren ist, sollte sich vor der Tour möglichst von einem Erfahrenen beraten lassen.

Ich darf für mich in Anspruch nehmen, über genügend Bergerfahrung zu verfügen. Obwohl ich weder durchtrainiert noch jung bin noch gesund lebe, traue ich mir die Grand Canyon Tour auch heute noch ohne weiteres an einem Tag zu, weil ich meinen Körper am Berg kenne und in wenigen Minuten Herzschlag, Atmung und Schrittfrequenz in einen gleichmäßigen, übereinstimmenden Rhytmus bringen kann. Ich sage dazu: "Ich habe meinen Schritt auf unendlich gestellt."  :D

Den folgenden Spruch habe ich von einem Bergführer übernommen: "Große Schritte - Große Kraft, Kleine Schritte - Kleine Kraft!" Wer diesen Spruch beherzigt, schafft auch 1.500 Höhenmeter. Es ist dann nur eine Frage der Zeit und der Ausdauer. Über die Ausdauer entscheidet in erster Linie der Kopf und nicht der Körper. Wer ständig daran denkt, wann bin ich denn endlich da, geht daran kaputt.
Viele Grüße
Heinz

*Canyoncrawler

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #42 am: 16.06.2006, 13:44 Uhr »
Da kann ich mich HEINZ nur einschliessen.

Wir laufen auch immer unseren eigenen Rhythmus.
Dabei kommt es schon mal vor, dass uns jemand überholt, den wir dann später locker hinter uns lassen, da wir ein Tempo anschlagen, dass wir lange und gleichmässig durchhalten können.

Wenn jemand schnellen Schrittes den Berg (Canyon) hochrennt, muss er entweder gut trainiert sein oder wird unweigerlich langsamer.

Wir hatten im Juli 2000 auch vor, an einem Tag bis zum Colorado und zurück zu laufen.

Leider hat uns eine Erkältung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich wurde morgens wach und war wie gerädert. Wir sind dann trotzdem los und wollten so weit laufen wie möglich und dann umkehren.
Wir sind bis Indian Gardens gekommen und haben dort unseren Umkehrpunkt gesetzt, da der Aufstieg ja wesentlich länger dauert und um ein vielfaches mehr anstrengt als der Abstieg, für den man allenfalls gute Kniegelenke braucht.

Bis zum Plateau Point hätte ich an diesem Tag sicher nicht laufen können, bis zur Phantom Ranch schon gar nicht.

Ohne Erkältung hätten wir es aber selbst im Juli bis nach unten geschafft, man muss nur genug Wasser und Energiereiche Nahrung mitführen und unterwegs fleissig nachtanken.

Sollte ich nochmal an den Grand Canyon kommen, würde ich es auf alle Fälle wieder versuchen.
Wir gehören aber auch zur Wanderfraktion und laufen gerne und regelmässig.

Allen Gelegenheitswanderern und Couchpotatoes würde ich dringend davon abraten, im Hochsommer bis zum Colorado und zurück laufen zu wollen.
Der Kreislauf leidet enorm unter der Hitze und das Höhenprofl des Bright Angel Trails ist ziemlich knackig, da kommen auch erfahrene Bergwanderer ins schwitzen und schnaufen.

Es ist auch in den kühleren Monaten definitiv kein Spaziergang, man sollte immer daran denken, dass man für den Aufstieg ca. 2-3x so lange braucht, wie für den Abstieg und er ein vielfaches an Kraft kosten wird.

Das macht Canyontouren so gefährlich. Beim Bergwandern hat man die kraftraubenden Aufstiege am Anfang der Tour und kann dann zum Schluss sich gemütlich ins Tal rollen lassen.
Beim Canyonwandern ist das umgekehrt, man sollte sich also genügend "Körner" aufbewahren.

Gruss
Kate
Gruss Kate
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On Tour:
2000-09: 7xUSA West & Kanada
2000-13: D,F,I,GR,MC,E,AND,L,A,GB,MNR,BiH,HR
2018:  Wandern & Paddeln Schluchten-ABC: Ardeche, Baume, Chassezac sowie Cote Vermeille

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*EasyAmerica

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #43 am: 18.06.2006, 12:49 Uhr »
Zitat von: Canyoncrawler

Wir laufen auch immer unseren eigenen Rhythmus.
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Beim Bergwandern hat man die kraftraubenden Aufstiege am Anfang der Tour und kann dann zum Schluss sich gemütlich ins Tal rollen lassen.
Beim Canyonwandern ist das umgekehrt, man sollte sich also genügend "Körner" aufbewahren.

Hallo,
genau dies sind die entscheidenden Punkte. Wer seinen eigenen Rhytmus nie auf anspruchsvollen Bergtouren mit Höhenunterschieden von 1.000 Metern und mehr kennen gelernt hat, kann ihn im Grand Canyon auch nicht einhalten. Den Grand Canyon als Erstlingstour zu machen, davor würde ich immer abraten. Man muss sich seine Kräfte einteilen können, weil man die Tour nicht abbrechen kann. Man muss hoch. In den Bergen kann man jederzeit aufgeben; hier nicht.

Vielleicht helfen folgende Erläuterungen ein wenig. Für mich und jeden Bergwanderer sind sie selbstverständlich. Aber es scheint ja so zu sein, dass viele Bergunerfahrene den Grand Canyon angehen.

In den Bergen spielt die Entfernung für den Zeitbedarf praktisch keine Rolle. Entscheidend ist der Höhenunterschied. Bei geübten Bergwanderern mit normaler Kondition geht man von etwa 400 Höhenmetern in einer Stunde aus. Bei 1.350 Höhenmetern sind das am Bright Angel Trail also etwa 3 1/2 Stunden reine Gehzeit für Geübte, die Ihren Rhytmus kennen. Für die gut 2 km im Tal im unruhigen bergauf-bergab kommt mindestens noch eine gute halbe Stunde hinzu.

Mein ganz persönliches Tempo liegt bei etwas über 300 Höhenmetern/h. Ich brauche für den reinen Aufstieg also etwa 4 1/2 Stunden. Dabei gehe ich fast ohne Pause. Nur zum Essen und Fotografieren halte ich kurz an, setzte mich aber möglichst nicht. Das größte Hindernis waren daher für mich die Mulis, die mir dauernd im Weg standen, so dass ich meinen Rhytmus nicht einhalten konnte. Überholen darf man sie nicht, da sie scheuen könnten.

Nach meinen Unterlagen habe ich für den Anstieg 5 Stunden ab Phantom Ranch benötigt. Das entspricht also ziemlich genau meinem ganz persönlichen Zeitbedarf.

Ähnlich genau kann ich den Abstieg errechnen. So langsam ich im Aufstieg bin, so schnell bin ich im Abstieg. Ich gehe 800 Höhenmeter/h. Normal sind 600 Höhenmeter/h. Vom Yaki Point bis zum Colorado sind es knapp 1.500 m. Bis zur Phantom Ranch habe ich 2 Stunden gebraucht. Damit entspricht das wiederum ziemlich genau meinem ganz persönlichen Zeitbedarf. Normal sind etwa 2 1/2 Stunden.

Wer in ähnlicher Weise für sich selbst den Zeitbedarf ausrechnen kann, weiß schon vorher, was auf ihn zukommt. Wer das nicht kann, sollte sich vorher in unseren schönen Alpen mal auf einer 1.500 m Tour üben. Es gibt genügend unschwierige Wandertouren auf guten Wegen und Steigen. Wer auf einer solchen Tour Schwierigkeiten hat und sie vielleicht sogar abbrechen muss, sollte unbedingt die Finger vom Grand Canyon lassen. Dort ist es wegen der Hitze schwieriger.

Dabei spielt es für mich überhaupt keine Rolle, ob man die Tour in ein oder zwei Tagen macht. Den Berg mal eben runterzuhüpfen ist für mich persönlich überhaupt kein Problem. Wer im Bergabgehen ungeübt ist und Kniebeschwerden bekommt, weil er nicht locker genug ist, sollte die Tour auf keinen Fall machen. Auch hier gilt der Grundsatz: Schmerzen werden beim Wandern nie besser, sie werden immer schlimmer!

So ist es z. B. wichtig, beim kleinsten Anzeichen einer Druckstelle im Schuh sofort etwas zu unternehmen. Es wird sonst garantiert schlimmer.

Noch ein ganz persönlicher Tip für ein Ersatzteil, dass ich immer in mehrfacher Ausfertigung dabei habe. Es hilft bei drückenden Wanderschuhen oder Schischuhen genauso, wie z.B. bei einem einschneidenden oder drückenden Rucksackteil: Die Slipeinlage ist immer dabei. Ich habe damit schon so manch einem aus der Patsche geholfen. Das Ding verrutscht nicht dank seiner Klebeseite und es kann nach Belieben zurecht geschnitten werden. Die ganz normale Stärke ist o.k. Nehmt nicht die Dicken oder die Dünnen. Wenn man dieses ideale "Universal-Werkzeug" erst einmal kennt, reicht für alle Anwendungsgebiete eure Fantasie. :)  :idea:
Viele Grüße
Heinz

*Canyoncrawler

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Re: Tageswanderung in den Grand Canyon
« Antwort #44 am: 19.06.2006, 19:28 Uhr »
Zitat von: Heinz


Noch ein ganz persönlicher Tip für ein Ersatzteil, dass ich immer in mehrfacher Ausfertigung dabei habe. Es hilft bei drückenden Wanderschuhen oder Schischuhen genauso, wie z.B. bei einem einschneidenden oder drückenden Rucksackteil: Die Slipeinlage ist immer dabei. Ich habe damit schon so manch einem aus der Patsche geholfen. Das Ding verrutscht nicht dank seiner Klebeseite und es kann nach Belieben zurecht geschnitten werden. Die ganz normale Stärke ist o.k. Nehmt nicht die Dicken oder die Dünnen. Wenn man dieses ideale "Universal-Werkzeug" erst einmal kennt, reicht für alle Anwendungsgebiete eure Fantasie. :)  :idea:


Hallo,

also ich bin bisher immer ohne Slipeinlage als Ersatzteil ausgekommen.

Wir haben als "Universalwaffe" einen Bogen Moosgummi (gibt es in jedem Bastelgeschäft) in unserem Reperaturset. Zur Befestigung für unterwegs haben wir immer eine Rolle Gewebeklebeband dabei.

Gegen Blasen habe ich diese gelartigen Blasenpflaster in meiner Rucksackapotheke (z.b. Compeed oder Hansaplast), sodass ich bei Bedarf eine Druckstelle/Ablederung mit einem Blasenpflaster abpolstern kann.
Selbst in gut eingelaufenen Schuhen können längere steile Aufstiege schon mal zu Reibung an der Ferse führen.

Gruss
Kate
Gruss Kate
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