"Plane voraus, aber bleibe flexibel" - zwei Südwest-Rookies auf Tour

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*Coach

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Wir schreiben Samstag, den 04. März 2017. Am morgigen Sonntag soll es endlich wieder los gehen - nach fast zwei Jahren USA-Entzug und fast einjähriger Planung nebst Vorfreude soll uns um 10:00 Uhr Flug LH 438 von Frankfurt nach Dallas/Fort Worth bringen.
Den anstrengenden Teil, die Fahrt von Berlin zu Katjas Eltern, haben wir bereits gestern hinter uns gebracht und wir können uns jetzt auf die nächsten Dinge vorbereiten. Die Reiseroute steht, die Koffer sind (x-Mal um-)gepackt, wir sind eingecheckt und haben schöne Sitzplätze im A340-300 am Fenster und am Gang, ESTA liegt ausgedruckt im Fahrtenbuch, was soll da noch schiefgehen?
Also abgesehen davon, dass der Highway 1 auf über 50km gesperrt ist, der Artist’s Drive im Death Valley bis zwei Tage nach geplanter Durchfahrt dicht ist und die Titus Canyon Road aktuell noch auf Grund von schlechtem Wetter unbefahrbar ist…
„Plane voraus, aber bleibe flexibel“ - unter diesem Motto wird unser (erster) klassischer Südwest-Trip stattfinden. Vermiesen lassen werden wir uns davon nichts, gibt es doch nur noch mehr Gründe, wann anders mal wieder über den großen Teich zu fliegen.

Live wird mein Bericht vermutlich nicht werden, dafür ist mir der Aufwand abends noch Fotos zu sichten und hochzuladen deutlich zu groß. Meinen größten Respekt an alle, die sich dazu noch aufraffen können. Ich werde vermutlich abends / morgens die Erlebnisse aufschreiben, möchte dann aber nicht nur den nackten Text hier veröffentlichen, da die Berichte meiner Meinung nach auch durch die Bilder zum Leben erweckt werden.
Schon jetzt wollen wir beides uns ganz herzlich bei euch für alle geduldig beantwortete Fragen, Tipps, Hinweise und anregende Reiseberichte danken. Schon unseren New York-Urlaub haben wir dank euch toll gestalten können, jetzt wird der Südwesten erkundet. Bis bald und seit herzlich Willkommen an Bord!
Der eigentlich Bericht wird dann wohl nach der Rückkehr ab dem 26. März Etappenweise hier auftauchen.

Beste Grüße, Sven

*gecko1a

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Ich wünsche Euch einen schönen Urlaub und viel Spaß

Gruß Frank

*U2LS

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Hallo Sven,

passt nur auf, dass wir uns nicht über den Weg laufen, unser LH Flug 454 geht um 10:35 Uhr.

Euch einen guten Flug und eine wundervolle Reise!
Gruß
Lothar

I work bloody hard at work so that I can get home early

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*Coach

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Hallo Lothar,

na mal sehen, ob wir uns sehen :)
Auch dir einen guten Flug!

*Yaphi

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Auch hier einen guten Flug und ich bin gespannt auf die Erlebnisse :)

*NähkreisSteffi

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Ich wünsche euch einen wunderbaren Urlaub und freue mich auf euren Reisebericht.

Bis bald, viele Grüße

Steffi

*Coach

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Servus,

wir sind am Samstag wieder gut in Frankfurt gelandet, seit gestern zurück in Berlin und seit heute wieder am Geld verdienen für den nächsten Trip. Der Reisebericht steht in Stichworten, muss aber noch formuliert werden. Außerdem würde ich dieses Mal gern die Bilder in der Gallerie hochladen, muss dafür aber noch herausfinden wie das funktioniert...  :oops:

Bis hoffentlich bald :)

*Coach

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Na solche Leute mag ich ja. Kündigen groß einen Reisebericht an und lassen es dann noch vor dem Start wieder einschlafen.

Liebe Forumianerinnen und Forumianer,

hiermit bitte ich höflichst um Entschuldigung für die lange Abwesenheit. Nach der Rückkehr ging es erst ans Geld verdienen und an die Wohnungssuche, dann kamen Renovierungen in der neuen Wohnung, der Umzug, ein Wasserschaden in der alten Wohnung, zwei Hexenschüsse und noch eine Woche Erholung ohne Internet. Jetzt geht es aber zumindest in der Erinnerung noch einmal zurück auf unsere große Tour!


05.03.2017

Der Tag des Abflugs ist gekommen - endlich. Nach langem warten, planen, umplanen, Forenrecherche und Co ist es heute endlich so weit. Katjas Vater fährt uns in aller Herrgottsfrühe zum Flughafen in Frankfurt und nach einigem hin und her zwischen Check-in und Sicherheitskontrolle sitzen wir im Wartebereich vor unserem Gate. 15 Minuten vor geplantem Boarding werden die ersten Passagiere wieder nervös und bilden ein wildes Knäul um auch ja mitgenommen zu werden. So ganz können wir das nicht nachvollziehen und steigen mal wieder als vorletztes in den A340-300 der Lufthansa.


Unser Flieger von FRA nach DFW

Auf den Plätzen 38A und 38C in der Zweierreihe sitzen wir recht bequem, zumindest bis die beiden Polen vor uns nach zwei Stunden Flug die Funktion der Rückenlehnenverstellung entdecken. Die restlichen 8 Stunden haben wir dann deutlich weniger Platz, pünktlich zum zweiten warmen Essen bitte ich sie dann aber doch mal die Lehnen gerade zu stellen. Ein Essen wäre mir ansonsten nämlich nicht möglich gewesen.

Die Immigration in Dallas geht erfreulich fix, wir dürfen alles selbst am Automaten machen und müssen danach nur noch durch den Zoll. Hier geht es ähnlich schnell, allerdings kamen wohl kurz nach uns noch zwei weitere Maschinen aus Mexiko und Asien, wodurch die Schlange nach uns immer länger wird.

Im Rentalcarcenter schnappen wir uns nach kurzem Plausch mit dem Angestellten einen Buick Verano (350km) aus der Choiceline. Ziemlich unübersichtlich für ein Standard Car, der Motor schien auch eher überfordert, trotzdem ein schönes Auto mit Sirius und allem notwendigem Komfort.
Vom Flughafen aus ging es für uns dann direkt in Richtung American Airlines Center, wo die Mavericks um 19:30 Uhr die Oklahoma City Thunder empfangen sollen. Nach einigem Gekurve rund um die Arena haben wir dann das Parksystem verstanden und für $10 einen Parkplatz bis Spielende ergattert. Da es ziemlich stark regnete haben wir uns lieber direkt in die Schlange zum Eingang unter dem Dach eingereiht.


Links der Autor, rechts die beste Reisebegleiterin der Welt

Das Spiel war für uns eine sehr spannende Angelegenheit. Ursprünglich hatte ich kalkuliert, dass Dirk Nowitzki in diesem Spiel seinen 30.000. Punkt erzielen könnte, leider fehlen ihm aber doch noch weitere 20, weil er in den Spielen vorher ein paar schlechtere Outings hatte.



Noch 20 für Dirk und Game over für uns...

Aber egal, das Spiel an sich war unterhaltsam, Nowitzki hat ein sehr solides Double-Double aufgelegt, Russel Westbrook war schlecht drauf und trotzdem standen am Ende fast 30 Punkte auf seinem Konto und der 104:89 Sieg der Maus entschädigte etwas für die ziemlich schlechte Stimmung in der Arena. Zwischenzeitlich war immer mal wieder etwas los, aber der Public Announcer hatte alle Hände voll zu tun um die Masse zum jubeln oder anfeuern zu animieren.
Im Anschluss ging es dann noch eine gute Stunde westlich nach Azle, wo wir nach 25 Stunden Wachsein endlich bei meinem Cousin eintrafen. Nach kurzem Begrüßen und Zimmezeigen sind wir dann recht flott ins Bett gefallen…

*Coach

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Und gleich der zweite Tag hinterher...

06.03.2017

Unser erster voller Tag in Texas - welch ein großartiges Gefühl, endlich wieder amerikanischen Boden unter den Füßen zu haben. Alles ist so viel größer und weitläufiger, so viel entspannter als in Deutschland…
Ich bin jedes Mal aufs Neue geflashed davon, wie offen und freundlich die meißten Amis sind. Es gibt immer mal wieder mürrische Gestalten, aber der durchschnittliche Texaner taut spätestens nach einem herzlichen "Howdy" auf, erzählt Geschichten, gibt Tips und Empfehlungen ab - einfach ein schönes Gefühl dort so willkommen zu sein.


Von hier ging es los, im Bild noch der Truck meiner Schwägerin

Nach dem Frühstück hat uns mein Cousin - der sich bei dem wenigen Jahresurlaub extra einen freien Tag genommen hat - erst einmal quer durch die Nachbarorte gefahren, damit wir einen Eindruck von der Gegend bekommen können. Es war genau so, wie man es sich vorstellt.


Flower Bed


Irgendwo in Azle, TX


TX, Unendliche Weiten

Ewige Weiten, Felder, Trailerparks und alles, was man irgendwie mit Benzin betreiben kann.
Nach dem Tanken bei Buck’ees und einem Besuch in einem größeren Geschäft für Jagd- und Angelzubehör inklusive riesiger Waffenabteilung ging es zum Mittagessen zu Angelo’s, einem der angeblich besten BBQ-Restaurants in Fort Worth. Ob es tatsächlich zu den besten gehört können wir nicht beurteilen, aber die Portion war riesig, superlecker und extra für uns zusammengestellt, damit wir Brisket, Pulled Pork und Ribs essen konnten.


Der Smoker für den Garten ist bereits bestellt. Bald mache ich das selbst nach  8)

Die Waffennarrerei hier in Texas ist schon wahnsinnig. Ich frage mich immer wieder, warum jeder hier mindestens gefühlte fünf Waffen dabei hat, die Antwort darauf gab mir mein Cousin promt. „It’s not why, it’s why not!“ Sein Kumpel JJ, den wir noch besuchten, sprach davon, dass er eine Pumpgun habe um zu jagen oder Einbrecher zu verjagen, das sei sicherer als die Polizei zu rufen. Die brauche immer so lange. Und die AK47 hat er eben zum Spaß. Einfach so…

Sehr viel mehr ist heute auch schon nicht mehr passiert. Mein Cousin hat uns noch ein paar Ecken von Fort Worth gezeigt, abends gab es homemade Fried chicken und nach langer Quatscherei hat uns der Jetlag gegen 10 Uhr ins Bett geschickt.

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07.03.2017

Am Dienstag musste mein Cousin leider wieder arbeiten und somit hatten wir einen kompletten Tag in Azle und Umgebung nur für uns.
Als leidenschaftliche Geocacher hatten wir uns über die offizielle App bereits hunderte Caches aufs Handy geladen und fingen den Tag so aktiv an. Leider konnte der erste Cache auch nach 4km zu Fuß durch Azle nicht gehoben werden, dafür kamen wir unter anderem an dieser Garage vorbei:


Ob er mir eins der beiden Ponies abgeben mag?


Unser Weggefährte in Texas

Da unser Erfolg beim Geocachen eher weniger groß war beschlossen wir lieber nach Grand Prairie zu den Premium Outlets zu fahren. Ich konnte mich noch gut an die örtlichen Gegebenheiten erinnern (mein letzter Besuch ist ca. 3,5 Jahre her) und so tingelten wir durch die schönen Shops auf der Suche nach Jeans, Polos oder ähnlichem und wurden tatsächlich fündig. Alles hätte ich bekommen können, Anzüge, Gürtel, Schuhe, nur die erhofften Jeans waren hier nicht zu bekommen. Katja war etwas erfolgreicher...
Bestimmt drei Stunden haben wir hier verbracht, nur unterbrochen von einem total leckeren Keks - Texas size, natürlich.


Und mit jedem Keks gibt es zwei Pfund Hüftgold gratis  :oops:

Den Nachmittag haben wir dann mit Schlendern durch Fort Worth verbracht um uns den Appetit für abends ordentlich anzuregen. Glücklicherweise hatten wir damit Erfolg, denn wir wurden zu „Rafains“ - einem brasilianischen Steakhouse - eingeladen. Eine klasse Einrichtung, denn es gab die besten Fleischsorten frisch gegrillt in kleinen Häppchen an den Tisch gebracht. Mit Hilfe einer kleinen Karte die auf rot oder grün gedreht werden konnte signalisierten wir den Gauchos, ob gerade Nachschub gewünscht ist oder nicht - sehr praktisch. Und lecker. Als Nachtisch standen dann noch Minikäsekuchen, Flan und ein paar andere Dinge zur Verfügung, abgerundet wurde das Ganze von gegrillter Ananas die mit Zimt gewürzt war und Espresso. Lecker. Absolut lecker.
Und für alle, die das jetzt noch nicht mitbekommen haben: Geht! Dort! Hin! Zumindest, wenn ihr auf viel und lecker Fleisch steht, Vegetarier fühlen sich bitte nicht auf den Schlips getreten.

Komplett satt (=überfressen) sind wir dann wieder schnell gegen 22 Uhr ins Bett gefallen.

*gecko1a

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Es geht los.
Ich bin dabei.

Viele Grüße

Frank

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Willkommen an Bord, Frank!

08.03.2017

Der Tag des Abschieds ist gekommen, leider. Glücklicherweise ist das noch nicht das Ende des Urlaubs, sondern eher der Beginn davon, aber der Abschied von meinem Cousin und seiner Familie.
Weil unser Flug aber erst abends geht, hatten wir noch ausreichend Zeit um uns frühmorgens um 9 Uhr die leeren historic Stockyards zu spazieren. Eine tolle Erfahrung, kannte ich diesen Ort doch bislang nur als absolut überfüllten Touristenmagneten.


Stockyards in leer

Dadurch, dass wir so viel Ruhe hatten, haben wir uns diesmal ganz besonders gründlich umgesehen. Auch das kleine Museum vor Ort, welches einen Einblick in die historische Bedeutung des Tierumschlagplatzes gibt, hat uns sehr beeindruckt. Hier wurden wir auch mal wieder Zeuge der Kontaktfreudigkeit der Texaner. Ein älterer Herr, der wohl freiwillig hier mitarbeitet, erklärte uns ganz genau was, wann wo passierte, welche Entwicklung die Stockyards über die Seiten hin nahmen und warum sie so bedeutsam für die Region waren.
Auch über die Glühbirne, die wohl am zweitlängsten ununterbrochen brennt und die hier ausgestellt (hm, in dem Kontext ein schlechtes Wort…) wird konnte er schön referieren. Nur von dem Kleid sollten wir möglichst Abstand halten - es bringe Unglück. Lasst es euch gern einmal erzählen oder lest es im Bild, wenn ihr nicht abergläubisch seid.


besagtes Kleid


Looooonghorn

Im Anschluss an das Museum wollten wir uns noch ein wenig bewegen und so nutzten wir die Gelegenheit uns die alten Stallungen von oben anzusehen und danach das komplette Gelände einmal zu umrunden. Natürlich gerieten wir dabei mitten in einen Schulausflug und durften dann den Erklärungen der Lehrer lauschen. Die waren vermutlich froh, dass überhaupt jemand zuhört, ihre Schüler waren nämlich durchgehend am kichern, Snapchatten oder anderweitig mit sich selbst beschäftigt…
Eine Zeitlang liefen wir entlang eines kleinen Bachlaufs und mich traf fast der Schlag! In diesem kleinen Gewässer, mitten in Texas, fand ich Schildkröten. Sofort mussten Fotos für meine Mutter daheim gemacht werden, schließlich liebt sie diese kleinen Tierchen über alles.


Zwei der Kröten

Durch den Spaziergang ganz hungrig geworden mussten wir uns dann auch langsam um etwas Essbares kümmern, da kam der kleine Burgerladen zu Beginn des Bahnhofes genau recht. Endlich vernünftiges, amerikanisches Essen.


Unser Travel-Sloth auf Reisen. Ob es wohl mal dem Travel-Donkey begegnet...?

So Gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Azle, nutzten aber verschiedene Wegverlängerungen rechts und links des Highways um zumindest etwas die Statistik beim Gecoachten aufzubessern. Diesmal auch recht erfolgreich.
Generell kann ich Geocachen nur empfehlen, man kommt an Orte, die man ansonsten vermutlich nie gesehen hätte und bezahlt nicht mal zwangsläufig dafür. Die Daten kann man entweder online abrufen oder sich offline aufs Smartphone speichern und die Mitgliedschaft ist grundsätzlich kostenfrei.

Nach der Rückkehr nach Azle ging es dann auch wieder ans Koffer packen, denn nach dem Abendessen bei Gogo Gumbo (?) sollte es für uns direkt zum Flieger gehen.
Das Essen war ziemlich gut, typisches Cajunfood mit Alligator, Catfish und anderen Köstlichkeiten. Der Abschied fiel uns allen ziemlich schwer, aber nach mehreren Umarmungen und Versicherungen, dass wir uns bald mal wieder sehen, entweder in Texas oder in Berlin, machten wir uns dann doch wieder auf in Richtung DFW.

Die Rückgabe des Autos lief genau wie der Flug danach komplikationslos und so landeten wir spät nachts in PHX. Der Shuttlebus zum Rentalcarcenter lies auf sich warten und war dann so gerappelte voll, dass wir stehen mussten.
Bei Alamo angekommen kam die übliche Frage nach dem Upgrade (gebucht war die kleinste SUV-Klasse). Ich hatte damit gerechnet und nahm es gerne an, war dann aber unten in der Choiceline doch etwas sauer - standen in „meiner“ Reihe genau die Autos, die als Beispiele der ursprünglich gebuchten Kategorie genannt waren.
Ein netter Mitarbeiter nahm sich uns an und zeigte uns dann ein etwas größeres Auto, meinte aber, dass mir das mit meinen 2m Körperlänge doch bestimmt zu klein sei. Also auf zur nächsten Größe - sehr nett! Während der Suche erzählte er von seinen Cousins, die auch beide Basketball spielen und so groß wie ich wären. Also übergab er uns ein schönes Schiff und schickte uns doppelt upgegraded auf die Reise, nur um Sekunden später hinter uns herzurennen.
Sein Satz begann mit „I talked to my boss…“ und mir schwante böses. „… get out of the car and follow me!“. Tja, dann wohl doch kein Upgrade. Aber statt zu den kleinen Jeeps standen wir nach mehreren Ecken plötzlich vor einer Reihe Ford Expedition. „Wie gefallen euch die?“, strahlte er übers ganze Gesicht.

Und so kam es, dass wir um 1:30 Uhr morgens in einem riesigen SUV vor der Travelodge vorfuhren. Ein kleines, altes aber sauberes Motel in dem wir jederzeit wieder übernachten würden. Optisch kommt es wohl aus den 70ern, das interessiert uns aber nicht mehr wirklich.


Zimmer der Travelodge

*Coach

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Übernachtung vom 08. auf 09.03.: Travelodge Phoenix (https://www.wyndhamhotels.com/travelodge/phoenix-arizona/travelodge-phoenix/overview?CID=LC:TL:20160927:Rio:Local&iata=00065402); 72€ für eine Nacht inkl. Frühstück, wir würden hier wieder übernachten.

09.03.2017
Der heutige Tag startet mit Ausschlafen. Ganz wichtig, nach einer solch späten Ankunft am Ziel. Dank des Jetlegs bedeutet Ausschlafen aber auch, dass wir schon um 8 Uhr putzmunter sind. Naja, was soll’s. Ab zum Frühstück, welches im Preis mit inbegriffen war. Es handelte sich zwar um das typisch amerikanische Frühstück mit schlechtem Kaffee aus Styroporbechern, selbermach-Waffeln mit viel zu süßem Sirup, Cornflakes und Co, aber wenn wir ehrlich zu uns sind, wollen wir doch genau das in einem US-Roadtrip-Urlaub haben, nicht wahr?
So gestärkt gehen wir dann tatsächlich auf die Reise, die Koffer werden in dem riesigen Kofferraum (die dritte Sitzbank haben wir elegant elektrisch im Boden versenkt, warum sollten wir auch zu zweit 8 Sitzplätze zur Verfügung haben) versenkt und dann geht es auf in Richtung Target.


Der Expedtition für unsere Expedition...

In diesem tollen Supermarkt decken wir uns als erstes mit Wasser und Grundnahrungsmitteln wie Obst, Brötchen, Süßigkeiten und Snacks ein bevor wir uns via I17 gen Norden aus der Stadt verabschieden.


Kakteen

Unterwegs sind wir erstaunt über die hohen Kakteen, die hier wie Pilze aus dem Boden zu schießen scheinen. Rein optisch ist es aber genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Jederzeit könnte eines dieser Grasbüschel über die Straße wirbeln oder ein Cowboy mit gezogenem Colt hinter einem Kaktus hervorlugen. Nur der Verkehr passt nicht so ganz ins Bild des wilden Westens. Aber irgendwo muss man ja auch Abstriche von der Phantasie machen…

Irgendwann biegen wir in Richtung Prescott und Jerome ab, wo Sven gerne Mittagspause machen möchte. Leider ist der „Haunted Hamburger“ genau wie Jerome selbst so dermaßen von Touristen überlaufen, dass wir direkt weiterfahren und erst unterhalb des Ortes kurze Rast machen.


Rast nach Jerome in Begleitung eines wahren Schatzes


Schnell geht es dann weiter in Richtung Red Rock State Park, den wir zumindest im Vorbeifahren kurz mitnehmen wollen.
Die Red Rock Loop Road fährt sich sehr angenehm und wir machen ständig Stops, weil die Landschaft für uns sehr faszinierend ist. Bestimmt kann man hier auch etwas mehr Zeit als nur die zwei Stunden, die wir brauchen, verbringen. Auch wir können uns vorstellen, hier noch mal genauer hinzusehen und vielleicht auch die eine oder andere Wanderung zu unternehmen.


Wohnen im Red Rock State Park - Warum nicht?

Gegen 16 Uhr checken wir in der Sedona Village Lodge ein und machen uns danach sofort zu Fuß auf den Weg, um auch in Arizona den ersten Cache auf der Landkarte in ein Smiley verwandeln zu können. Im ersten Anlauf noch etwas holprig finden wir dann auf dem Slim Shady Trail ein kleines Döschen und können unsere Namen dort notieren. So ganz nebenbei genießen wir dabei den Sonnenuntergang und finden Fußspuren, die zu einer etwas größeren Katze gehören dürften. Glücklicherweise bekommen wir das Getier selbst aber nicht zu Gesicht und kommen mit den letzten Sonnenstrahlen wieder in der Lodge an. Auf diesem Weg fängt unsere Kamera das erste mal zu glühen an, so viele Bilder schießen wir von den toll beleuchteten roten Felsen rings um uns herum.



Tolle Landschaft!


Auf dem Rückweg

So langsam packt uns dann auch der Hunger und wir beschließen der Empfehlung der Rezeptionistin zu folgen. Ganz amerikanisch werden die knapp 2km natürlich mit dem Auto zurückgelegt. Nicht, dass das noch einrostet oder so.
Die Burger, Pommes und Lemonade schmecken sehr gut, in dem Laden selbst haben wir uns aber nicht so wohl gefühlt. Es war mehr Sportsbar als romantisches Dinner für zwei, preislich aber schon etwas gehobener.

Im Zimmer duschen wir beide noch kurz bevor Sven ein kleines Malheur mit der Toilette passiert. Wie heißt ein Pömpel doch gleich auf englisch…? Nach kurzer Verständigung mit der Rezeption kann ich das Problem direkt selbst beheben und hoffe, dass es das einzige Mal auf der Reise bleibt.

Übernachtung: Sedona Village Lodge, $84 für eine Nacht ohne Frühstück
Auch hier würden wir erneut übernachten.

Unsere Route heute:

*02171

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  • Registriert: 13.08.2009
    Ort: Irish Riviera
  • 314
... dass sich mal jemand nach GoGo Gumbo verirrt ... obgleich ich mich gerade erinnere etwas aehnliches vor ein paar Monaten ueber Azle gesagt zu haben ... :)

Zum Rafain brauchst du niemanden mehr schicken, die haben im gleichen Monat noch zu gemacht ... aber zum Glueck ist die Auswahl an brasilianischen Rodizios mittlerweile recht gross ...

*Wolfgang

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Hi,

zum Mitfahren ist in eurem großen SUV sicherlich noch Platz. Bin auf die weitere Reise gespannt.
Gruß

Wolfgang