Tief im Süden - Countrymusic und Plantagenromantik

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*ireula

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Antw:Tief im Süden - Countrymusic und Plantagenromantik
« Antwort #30 am: 30.09.2017, 13:11 Uhr »
Memorial day

Montag, 29. Mai

Um halb acht verlassen wir den Campground - ohne Frühstück, denn diese Cabin bietet ja dafür keinerlei Equipment. Wir halten deshalb beim "biscuit house" und stärken uns mit pancakes, Rührei und Schinken. Der Kaffee ist gut, die Pancakes handgemacht und ausgestochen.

Rund 4 Stunden Fahrt bis Gatlinburg liegen vor uns. Heute ist Memorial Day, und Irene möchte zu gern eine Parade sehen. Auf dem Weg liegen allerhand Städte, und wir versuchen unser Glück zuerst in Morganton. Dort soll es eine Ceremony geben. Allerdings sind keine klaren Anfangszeiten zu ermitteln, und es scheint auf verschiedenen Friedhöfen etwas stattzufinden. Wir begnügen uns deshalb damit, einen der Friedhöfe zu besichtigen. Aus dem ausgedehnten Wiesengelände ragen Tausende von knallbunten künstlichen Blumensträußen heraus.





Wir fahren weiter. Obwohl wir ein bisschen zu früh dran sind, entscheiden für uns für die Memorial day-Feier in Asheville. Eine sehr hübsche Stadt ist das mit einem richtigen Zentrum und der Shopping-Meile auf der Main Street. Leider hat das Thomas Wolfe-Museum heute zu, so muss sich Irene mit einem Blick auf die alten Ausgaben von "Look homeward angle" begnügen. Das Buch in der deutschen Version ist ihre abendliche Lektüre. Wolfe hat in Asheville seine Kindheit verbracht, und Irene rätselt, ob sein Alter ego in "Schau heimwärts, Engel" der verträumte Eugene oder der empfindsame Ben ist.
Zum Lunch kehren wir in die Old Pack Tavern direkt am Pack Square Park ein, und Dieter bestellt mutig "grits" mit Shrimps. Nach dem ersten Bissen tauschen wir aber die Teller. Irene schmeckt der Brei aus Maisgrütze, ein typisches Südstaatengericht, recht gut.





Eine gute Stunde dauert die Gedenkfeier, und einige 100 Leute haben sich im Park eingefunden. Vorne sind Stuhlreihen für Veteranen und andere special guests reserviert. Das normale Volk, also auch wir, verteilt sich auf dem Rasen und den Steinstufen. Die Stadtprominenz ist da, eine Militärblaskapelle und ein dünnstimmiger Chor, der sich redlich müht. Boyscouts verteilen US-Fähnchen - wir nehmen natürlich auch welche - und das Programm. Das Ganze ist würdig und feierlich, auch pathetisch. Die Hymne wird gesungen, aber auch "God bless America". Es gibt eine Kranzniederlegung, einen Fahnenappell und Salutschüsse. Der Keynote speaker, ein Offizier a. D., hält eine bewegende Ansprache. Direkt vor uns haben die Boyscouts zwei hochbetagte Männer in ihren Rollstühlen platziert. Als der Master of ceremony das Publikum bittet, für die Hymne aufzustehen, kommt Bewegung in diese beiden Veteranen. Sie können sich kaum rühren, aber mit Hilfe dreier Damen schaffen sie es tatsächlich in die Senkrechte und erweisen zitternd, gehalten nicht von ihren Beinen, sondern von den kräftigen Frauen, ihrem Land die Ehre. Das wiederholt sich noch einmal, als die Angehörigen der verschiedenen Waffengattungen aufgefordert werden aufzustehen, während die Band das entsprechende Lied spielt.









Wir sind tief beeindruckt von der Feier. Zu Hause haben wir schon viele solcher Gedenkstunden erlebt. Der elementare Unterschied liegt natürlich in der Tatsache, dass die US-Amerikaner ein ungebrochenes Verhältnis zu ihrer Geschichte und zu ihrem Militär haben. Sie können ihre gefallenen Soldaten als Helden ehren, die sich für die gute Sache und ihr großartiges Land geopfert haben. Wie sagte der Redner: Es mögen nicht alle Strategien richtig und auch nicht alle Kriege gerecht gewesen und ohne Fehleinschätzungen geführt worden sein, aber am Ende sei es doch auch in Vietnam, in Korea, in Afghanistan und im Irak um Freiheit und Demokratie gegangen.

Eine Stunde Fahrt trennt uns noch vom smoky bear campground, wo wir für die kommenden drei Nächte die Mama Bear Cabin gemietet haben. Schon von der Autobahn aus macht der Nationalpark seinem Namen Ehre: Wolkenschleier hängen zwischen den grünen Bergen, es sieht aus, als ob Rauchfahnen aus dem Wald aufsteigen. Aber dann klart es doch auf.



Auf dem Campground weist uns Klaire ein und empfiehlt den Supermarkt "food city" für den Abendeinkauf, 11 Meilen entfernt. Günstig: Der Laden ist 24 Stunden geöffnet. Unsere Cabin ist mit zwei Räumen und Bad relativ klein, aber gemütlich und mit allem ausgestattet, was wir brauchen. Wir verspeisen zum Abendessen Lachsspieße, die Peas vom Farmers Market, Coleslaw und frische Tomaten.

*ireula

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« Antwort #31 am: 30.09.2017, 14:01 Uhr »
Nachtrag: Unterkunft im Great Smoky Mountain National Park

Smoky Bear Campground

Lage: 10 Meilen von Gatlinburg entfernt, am Nationalpark

Beschreibung: Schön gelegener Platz für Wohnmobile und Zelte, einige Cabins. Pool, Laundry, kleiner Store, Host Klaire ist sehr freundlich. Top: das sechsseitige Handout mit Tipps für Hikes und scenic drives, sehr gut zu gebrauchen.

Cabin: Die Mama Bear Cabin ist für zwei, mit Doppelbett (Decke und Kissen vorhanden, aber keine Bettwäsche). Bad mit Dusche, Wohnraum und Küche integriert, Herd, Mikrowelle, Geschirr, Besteck, Kochgeschirr.






*ireula

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« Antwort #32 am: 30.09.2017, 15:35 Uhr »
Hallo liebe Amerika-Freunde,

nicht nur die USA haben schöne Ecken, auch Deutschland und Europa. Deshalb melden wir uns auch für die nächsten zwei Wochen in die Provence ab, wir wollen den Mont Ventoux per Rad erkunden (natürlich per E-Bike, wie es sich für Trend-Follower wie uns gehört).

:urlaub: :urlaub:
Eine gute Zeit wünschen Irene  und Dieter  8) 8)

*dschlei

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Antw:Tief im Süden - Countrymusic und Plantagenromantik
« Antwort #33 am: 30.09.2017, 15:46 Uhr »
Das  als Zweites gezeigte Cabin (KOA) entspricht der Cabin-Art, die ich hauptsaechlich kenne.
Das erste Cabin sah wie ein single wide Mobilhome aus, und ist eher nicht so ueblich wie das Zweite.
With kind regards from the south bank of the Caloosahatchee River

*ireula

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« Antwort #34 am: 30.09.2017, 17:44 Uhr »
Das  als Zweites gezeigte Cabin (KOA) entspricht der Cabin-Art, die ich hauptsaechlich kenne.
Das erste Cabin sah wie ein single wide Mobilhome aus, und ist eher nicht so ueblich wie das Zweite.

Wie Du schreibst, waren unsere Cabins auf den KOAs im Schnittrecht einfach. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, nur könnte man eine Cabin bei 70 oder 80 Dollar pro Nacht alle 15 Jahre einmal streichen. In Greensboro schien der Stuff zwar an einer guten Bewertung interessiert, war ansonsten aber nicht sonderlich organisiert und engagiert.

*ireula

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« Antwort #35 am: 15.10.2017, 18:55 Uhr »
Schuhe bärensicher begraben

Dienstag, 30. Mai

Von den Wanderempfehlungen, die Klaire uns überreicht hat, suchen wir den "hen wallow trail" aus, der zu einem 95 Fuß hohen Wasserfall führt. Der Trail ist 4,6 Meilen lang, wir brauchen zweidreiviertel Stunden bei gemächlichem Tempo. Ein herrlicher Weg durch dichten Laubwald und wilden Rhododendron, der immer Bäche kreuzt. Anfangs ist es bewölkt, es wird aber zunehmend sonnig. Die Luftfeuchtigkeit ist nach wie vor hoch. Wir treffen einige Wanderer unterwegs, und mehrere berichten von einem kleinen  Schwarzbären, den sie soeben gesehen haben. Wir schöpfen Hoffnung auf eine Bärensichtung, aber leider hat sich der schmale Bär schon dünne gemacht.







Am Wasserfall macht Irenes rechter Wanderschuh schlapp. Die Sohle hat sich gelöst. Viele Jahre waren die Schuhe treue Wandergefährten. Jetzt schaffen sie es gerade noch zum Parkplatz zurück, dann werden sie feierlich in der bärensicheren Abfallbox versenkt. Morgen wird es einen Schuheinkauf geben müssen.




Es sind nur Schuhe, aber ein trauriger Moment ist der Abschied dennoch.

Nach dem Lunch im Applehouse und dem Spontankauf einer ganzen Gallone naturtrüben Apfelsafts frisch vom Hof fahren wir eine gute Stunde zum Clingman's Dome, mit 6600 Fuß der höchste Aussichtspunkt im Nationalpark. Auf dem Weg durchqueren wir Gatlinburg - unglaublich, welch ein Rummelplatz sich hier am Rande der Wildnis entwickelt hat. Himmel und Menschen, Geschäft an Geschäft. Nichts für uns. Aber noch kennen wir das benachbarte Pidgeon Forge nicht, es soll noch schlimmer sein.



Der Trubel in Gatlinburg ist nichts für uns.



Den Clingman's dome "ziert" eine Aussichtplattform, die einen weiten Blick über die Wälder eröffnet.

Den Clingman's dome haben wir auch nicht für uns allein, darauf deuten die vielen Autos hin, die mit uns die kurvige Straße hinauffahren. Der große Parkplatz oben ist voll, wie muss das erst am Wochenende aussehen? Eine steile halbe Meile asphaltierter Fußweg liegt vor den Besuchern, dann erreicht man den Betonturm, von dem aus sich ein weiter Ausblick in alle Richtungen bietet. Unmittelbar am Clingman's dome führt übrigens wieder der appalachian trail entlang, und zwei verwegene, hagere thruhiker eilen vorbei. Welch ein Kontrast zu den vielen Schwergewichten, die ihre McDonalds-Zentner nur mühsam und unter Ausnutzung sämtlicher Sitzgelegenheiten mit hochrotem Kopf keuchend den Berg hochwuchten.







Abends grillen wir vor unserer Cabin, und Dieters Gitarrenmusik – Mondschein-Variationen in Moll –  begleiten uns (und die wenigen Campingnachbarn) in die Nacht.

*ireula

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« Antwort #36 am: 16.10.2017, 20:30 Uhr »
Spielspaß – nicht für alle

Mittwoch, 31. Mai

Mit Hilfe der für einen Dollar im Clingman's Dome Visitor Center erstandenen Wanderkarte baldowern wir den heutigen Hike aus. Es soll von Elkmont aus auf einen Rundweg gehen: jake's trail, little river trail, cucumber trail. Insgesamt etwa 6 Meilen. Auf der Hinfahrt versuchen wir in Gatlinburg bei foot gear Wanderschuhe zu kaufen. Nachdem schon das Parken in diesem Zirkusnest schwierig ist, erleben wir beim Shop eine Enttäuschung: Er öffnet erst um 2 pm. Macht nichts, Irene probiert es mit den Treckingsandalen.


Mit Gatlinburg werden wir auch beim zweiten Anlauf nicht warm.

Am Elkmont Parking finden wir zwar den Einstieg in den little river trail, aber auch ein Schild, das mitteilt: This trail is closed because of bear activities. Da kann man nichts machen, immerhin haben die Bären Ende Mai Junge, und dann ist mit den Müttern nicht zu spaßen.

Also suchen wir einen anderen Einstieg und folgen dem Jake's trail. Er führt an Häuserruinen vorbei, eine ganze verfallende Siedlung steht hier. Eine Infotafel erklärt, dass es sich um Reste der Elkmont community handelt, einer Gruppe von Aussteigern und Naturfreunden, die hier lebte. Die Nationalparkverwaltung hat die Menschen gegen Entschädigung enteignet. Die letzten beiden Häuser wurden erst 2001 aufgegeben.


Nicht römisch oder griechisch, aber auch "ruinös": Elkmont.





Der Weg führt stetig bergan am Fluss entlang. Nach einer knappen Meile Schotterstraße verkündet ein Wegweiser, dass "Jake's gap" in 2,9 Meilen Entfernung liegt. Wir treffen auf dem Pfad durch dichten Laubwald keine Menschenseele. Immer wieder müssen wir über umgestürzte Bäume klettern, die auf dem Weg liegen. Eine gewisse Spannung liegt in der Luft: Werden wir einen Bären zu Gesicht bekommen? Und wenn ja, ist er uns friedlich gesonnen? Aber leider - es bleibt bei Sichtungen von Deers, Squirrels, Schmetterlingen und einer Art von Tausendfüßlern. Vermutlich hochgiftig, etwa so wie ein Skorpion, wie wir kurze Zeit später per WhatsApp von einem befreundeten Biologen erfahren, an den unsere pfiffigen Kinder ein Bild weitergeleitet hatten. Gut, dass wir sie nicht angefasst haben. Das Wetter ist herrlich, sonnig und warm. Insgesamt sind wir vier genussreiche Stunden unterwegs.


Diese "Tausendfüßler" sind ganz nett anzuschauen, aber: besser nicht anfassen!




Dieter ist besorgt: Hoffentlich passiert der Kamera nichts.


Leider nur ein Handy-Foto.





Statt uns in Gatlinburg in einen überteuerten Fastfood-Schuppen zu begeben, decken wir uns im Supermarkt mit Sushi und Algensalat ein und dinieren vor unserer Cabin. Ein paar Runden im Pool bei knapp 30 Grad tun gut. Es folgen Haushaltspflichten, denn eine Ladung Wäsche wartet auf Säuberung. So harmonisch dieser Tag auch verlaufen ist - in der Dämmerung kommt es fast noch zu einer Missstimmung. Nachdem Irene beim Bauernskat - wieso kann sie sich die Regeln auch nie merken? - erwartungsgemäß untergeht, sind auch die nachfolgenden Partien Mau-Mau nicht dazu angetan, ihre Laune zu heben. Die Tatsache, dass sich die Spieler nach einer Stunde nicht einigen konnten, ob es 2 zu 12 oder 3 zu 27 steht, beschreibt die Lage wohl hinreichend.

Dieter meint:
Von Missstimmung konnte keine Rede sein, jedenfalls nicht bei mir.
Der kurze Spieleabend endete übrigens 1 zu 27. Aber das ist völlig
nebensächlich, weil es beim Spiel doch einzig und allein um den Spaß geht.
Der allerdings war aus Irenes Antlitz mit fortschreitendem Kräftemessen
zunehmend entschwunden. Was auch daran lag, dass sich ihr Haupt
mehr und mehr senkte und zum Schluss mit der Tischplatte zu einem
amorphen Häufchen aus Frust und Elend verschmolz. Dieses zu Tränen
rührende Gebilde aus organischer Flora und Fauna vermochte nicht
einmal mein aufmunternder Hinweis zu durchdringen, dass es beim Mau-Mau
und beim Bauernskat nicht dem Können, sondern einzig dem Zufall im
Randbereich des statistisch gerade noch Möglichen zuzuschreiben ist,
wenn dieser unberechenbare Geselle einem der beiden Spieler 26 Mal
hintereinander das deutlich bessere Blatt in die Hände spielt. Was an
jenem denkwürdigen Abend in den Smokeys offenkundig bei mir bei
mir der Fall gewesen zu sein schien. Was sich aber irgendwann in fünf
oder zehn Jahren vielleicht auch einmal umkehren und Irene den Sieg
bescheren könnte.
Vorausgesetzt, dass sie nicht die falschen Schlüsse zieht und dem
Kartenspiel entsagt. Was ich - in völliger Übereinstimmung mit dem Zufall -
bedauern würde.

*gecko1a

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« Antwort #37 am: 16.10.2017, 21:25 Uhr »
Es geht weiter :-)

Ich hoffe, ihr hatten einen schönen Urlaub

*ireula

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« Antwort #38 am: 16.10.2017, 21:54 Uhr »
Es geht weiter :-)

Ich hoffe, ihr hatten einen schönen Urlaub

Er war super - nur Karten wollte Irene leider nicht spielen...  :nono: :nono:
Gruß Dieter

*ireula

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« Antwort #39 am: 17.10.2017, 19:31 Uhr »
Bären in Sicht

Donnerstag, 1. Juni

Bevor wir den Smokys ade sagen, gönnen wir uns noch einen kleinen hike zu den laurel falls, nur 2,5 Meilen lang und ziemlich beliebt. Die Autos stehen schon morgens dicht an dicht. Der Pfad ist komplett asphaltiert - na ja. Nach einer halben Meile, die wir zusammen mit vielen anderen Touristen marschiert sind, gibt es einen Stau. Die Leute schauen hinunter in den Wald, und da sind sie, unsere ersten Bären! Eine Mutter mit zwei noch ganz kleinen Jungen. Sie stromern durchs Unterholz, fressen wohl, tauchen auf und verschwinden wieder. Man glaubt es nicht, aber auf dem Weg, der so frequentiert ist wie der Drachenfels, ein paar 100 Meter von einer Haupterschließungsstraße entfernt, sehen wir Bären, die sich bei unseren einsamen Touren nicht blicken ließen.


Zugegeben: Es erfordert ein bisschen guten Willen, aber
bei genauem Hinsehen müssten die kleinen schwarzen
Öhrchen zu erkennen sein. Leider nur ein Handy-Foto.


Zehn Minuten später die nächste Tiersichtung: eine ziemlich große black snake, die sich um einen Busch schlängelt. Auch hier danke an die Mitwanderer, ohne die wir achtlos an der Schlange vorbeigegangen wären. Die laurel falls selbst sind ganz hübsch, aber nach der bärigen Begegnung nur noch Beiwerk.


Ungiftig: eine black snake am Wegesrand.


An den laurel falls herrscht ziemlicher Trubel, den das Foto allerdings ausblendet.

Wir haben 250 Meilen bis Nashville vor uns. Peu à peu wird es wärmer, die Temperatur klettert auf 87 bis 89 Grad. Wir beziehen unser Zimmer im Capitol Hotel, nachdem wir das Auto zum Valet Parking abgegeben haben. Organisatorisch sind wir darauf gar nicht vorbereitet und müssen uns noch zweimal vom Valet Boy das Auto öffnen lassen, weil wir Gepäck vergessen haben.
Gegen 6 stürzen wir ins in abendliche Nashville. Auf dem Broadway steppt schon der Bär. Aus jeder Kneipe schallt laute Musik, die boardwalks füllen sich zusehends. Wir kehren für ein erstes Bier ins Honkey tonk ein, ziemlich laut und ziemlich voll. So aufgebrezelt wie hier haben wir die Amerikanerinnen noch nie gesehen. Wir bummeln weiter und besuchen noch zwei andere Lokale. Alle haben Livemusik, die Musiker wechseln meist alle zwei Stunden.







Zwischendurch beobachten wir, wie ein Truck zentimetergenau quer auf den Broadway manövriert wird. Eine Riesenaktion, hier wird eine gewaltige Bühne aufgebaut. Das hängt offenbar mit dem Eishockeyspiel der heimischen Predators am Samstag zusammen, ein Livekonzert ist unmittelbar vor der Arena geplant.
Gegen halb elf haben wir genug Nachtleben inhaliert - es war nett, aber auch anstrengend.






Fast geschafft. Tags darauf entwickelt sich der Truck zu einer Super-Bühne. Die komplette Innenstadt ist für den Verkehr gesperrt. Musik hat eben Vorrang in Nashville.

*ireula

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« Antwort #40 am: 18.10.2017, 19:39 Uhr »
„Country Capital of the world“

Freitag, 2. Juni

Country music satt steht heute auf dem Programm. Erst die country music hall of fame, das riesige Museum. Eine Mischung aus Informationen und Starkult, garniert mit viel Musik. Im shop erstehen wir ein paar Kleinigkeiten und bummeln dann durch die heiße Stadt. Der Riverfront park, unser eigentliches Ziel, besteht nur aus ein paar Wegen und Rasenflächen. Was auf unserem Stadtplan als Park ausgewiesen ist, wird inzwischen offenkundig flächendeckend privatisiert und bebaut. Wir versuchen unser Glück noch auf der anderen Seite des Cumberland River, aber auch hier Fehlanzeige. Auf dem Weg am Capitol vorbei zu unserem Hotel entdecken wir stattdessen eine schön angelegte Gedenkstätte für die Opfer der Vietnam- und des Koreakriegs.


In der country music hall of fame.














In der Stadt.








Nach einer Siesta im Hotel ist es Zeit für die Grand Ole Opry. Trotz Navi und (sparsamer) Ausschilderung haben wir gehörig Mühe, die Parkplätze zu finden. Immer wieder kurven wir herum, bis wir schließlich am Ziel sind. Gekauft hat Irene die Tickets (144 Dollar für beide) vor zwei Tagen via Smartphone. Der Barcode wird problemlos erkannt. Wir sitzen etwas seitlich der Bühne auf dem Balkon und haben von hier aus einen tollen Überblick über das 4400-Plätze-Haus, das heute Abend nicht ganz voll ist.

Um Punkt 7 leuchten die Schilder "on air" rot auf, die Grand Ole Opry geht auf Sendung. Die Show wird stets landesweit live im Radio übertragen. Sie ist aufgeteilt in vier Halbstundenabschnitte mit je drei Gruppen bzw. Künstlern. Da wir Countrymusic zwar mögen, aber keine eingefleischten Fans sind, kennen wir niemanden der Auftretenden. Zum Teil sind es Musiker, die schon viele Jahrzehnte auf der Bühne standen. Das Publikum feiert sie begeistert, und wir müssen sagen: Singen können sie alle, die Fingerfertigkeit an Gitarre, Banjo und fiddle ist beeindruckend. Witzig: Der Sprecher mit der sonoren Baritonstimme, der zwischendurch live unerschütterlich für Humana und die Boots von Barnes wirbt und die Grand Ole Opry Merchandizing-Artikel anpreist. Sozusagen Werbung unplugged.


Die Grand Ole Opry. In Nashville ein absolutes Muss.














Nach zweieinhalb kurzweiligen Stunden quälen wir uns durch das chaotische Highway-Gewimmel von Nashville zurück zum Hotel. Zum Abschluss wollen wir noch einmal Broadwayluft schnuppern. Hier ist inzwischen die Hölle los. Fast der komplette Lower Broadway ist gesperrt. Zum einen für die Predators Party, die morgen zum Spiel stattfinden wird, zum anderen aber auch schon für das CMA Festival der countrymusic, das kommende Woche beginnt und Nashville vermutlich endgültig in den Ausnahmezustand versetzen wird. Einen Vorgeschmack erleben wir heute Abend. Die Leute drängen sich auf den Bürgersteigen und in den Lokalen, bei vielen ist der Alkoholpegel schon über das verträgliche Maß hinaus gestiegen. Wir nehmen noch ein spätes Dinner im Brewery Restaurant.

*ireula

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« Antwort #41 am: 18.10.2017, 20:45 Uhr »
Nachtrag:

The Capitol Hotel Nashville

Lage: Innenstadt, nahe Capitol, drei Blocks vom Broadway entfernt

Beschreibung: angenehmes Hotel, etwas hellhörig, Frühstück inbegriffen, Frühstücksangebot recht gut, allerdings Pappteller und Plastikbesteck. Valet parking 18 Dollar

Zimmer: mittelgroß, Bad mit Wanne, Kaffeemaschine und Kühlschrank. Zimmer über eine Galerie erreichbar, Tagesgardinen schirmen die Sicht ins Zimmer nicht hinreichend ab.




*ireula

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« Antwort #42 am: 20.10.2017, 20:24 Uhr »
Prost im dry county

Samstag, 3. Juni

Auf dem Weg nach Chattanooga liegt Lynchburg, die Heimat des berühmten Jack Daniels Whiskey. Für die eineinhalbstündige "angels dust tour" muss man mindestens 21 sein. Obwohl die Brennerei in einem "dry county" liegt, bekommt man auf dieser Tour (22 Dollar) eine ordentliche Portion Whiskey zu kosten. Das Alter der Tourteilnehmer wird übrigens ausnahmslos per ID geprüft, da hilft der Augenschein auch dem 70-Jährigen nicht. Auch am Abend im Restaurant in Chattanooga muss der in Ehren ergraute Dieter für eine harmlose Bierbestellung seinen Ausweis zeigen.

Die Brennerei unweit des winzigen historic Centers von Lynchburg ist tatsächlich einen Besuch wert. Die informative Führung stellt sämtliche Produktionsschritte von den Rohstoffen (Gerste, Mais, Roggen und Quellwasser) über die Maische, die Gärung, die Destillation bis zur Fassherstellung und Abfüllung dar. Und wir erfahren das Geheimnis des besonderen Jack-Daniels-Geschmacks: Der Whiskey sickert tropfenweise durch eine 14 Fuß hohe Schicht aus kleinen Holzkohlestücken, die die Brennerei selbst aus Ahornholz herstellt. Die verbrauchte Holzkohle gilt als Geheimtipp unter Grillfreunden - Steak mit Whiskey-Aroma.

Auf den letzten Teil der Führung haben die meisten Teilnehmer sehnsüchtig gewartet. Die Hitze macht durstig, deswegen finden wir den Becher Eiswasser zunächst am begehrenswertesten. Aber vor uns stehen außerdem fünf kleine Whiskeyproben. Unsere Nachbarn in dem nachgebauten Fasslager trinken die Plastikbecher komplett leer, wir begnügen uns mit jeweils einem kleinen Schluck. Denn der Stoff ist hochprozentig, und wir haben gerade mal 2 Uhr. Die Sorte, die uns am besten geschmeckt hat (Select), erstehen wir im Store.


Schnap(s)schuss aus Lynchburg.


Weil Irene eine Kleinigkeit im Van vergessen hat und das Auto auf dem Parkplatz nicht wiederfindet, muss Dieter drei Shuttles zur Brennerei passieren lassen, was er gewohnt humorvoll erträgt.


Endlich bei Jack Daniels eingetroffen. Es kann losgehen.








Hier wird das Ahorn für das spezielle Aroma "geröstet".





Ohne Aufenthalt düsen wir nach Chattanooga. Dabei müssen wir die Uhren wieder zurückstellen, denn Chattanooga hat, wie der restliche Süden, eastern time (6 Stunden hinter Deutschland), während in Nashville central time (7 Stunden zurück) gilt.

Direkt vor dem Read House in Chattanooga gibt es an der Broad Street freie Parkplätze. Von den Parkuhren braucht man sich nicht beeindrucken zu lassen - das Parken ist free.

Der Portier gibt den guten Tipp, mit dem free shuttle - der Kleinbus hält alle paar Minuten gleich gegenüber vom Hotel - bis zum Tennessee Aquarium zu fahren. Von dort lassen sich die Innenstadt und der angesagte Bluff District gut zu Fuß erkunden. Was Nashville abgeht, bietet Chattanooga in Perfektion: eine herrliche Riverfront am Tennessee River, eine ganz auf Fußgänger abgestimmte Innenstadt mit einer Fülle von Skulpturen und wunderschön angelegten Gartenanlagen. Rund um das Aquarium, das sehr lohnend sein soll, ist ein Spielparadies für Kinder entstanden, mit phantasievoll gestalteten Wasserläufen, in denen sich auch Erwachsene Abkühlung von der Hitze gönnen.

Auf einem Hügel direkt am Tennessee River ist das Hunter Museum (hochgelobt für seine Kunstsammlung) zu Hause. An diesem Abend bleibt die Terrasse mit dem spektakulären Blick für das Publikum geschlossen, denn hier findet eine schicke Hochzeit statt, wir sehen allein zwölf einheitlich gekleidete Brautjungfern.

Chattanooga macht uns Spaß, die Stadt hat die richtige Balance zwischen geplantem Design und Natürlichkeit. Vor wenigen Jahren noch galt sie als etwas heruntergekommen, inzwischen wurde sie zur fußgängerfreundlichsten Stadt der USA gewählt.

Wir essen heute Abend Tacos und schauen den Predators zu, die in Nashville wider Erwarten die Pinguine aus Pittsburg in der Endspiel-Serie um den Stanley-Cup mit 5 zu 1 auseinandernehmen (den Titel haben sich einige Tage später dann aber doch wieder die Pinguine gesichert).


Chattanooga hat uns in jeder Beziehung sehr gut gefallen. Hier sind offenkundig Stadtplaner(innen) am Werk, die man sich auch in vielen deutschen Städten wünschen würde.










Das Hunter Museum ist wegen einer schicken Hochzeit leider geschlossen.

*ireula

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« Antwort #43 am: 21.10.2017, 13:12 Uhr »
Nachtrag: Unterkunft in Chattanooga:

Read house inn & suites Chattanooga, Tennessee

Lage: zentral, direkt vor dem Hotel Haltestelle des free shuttle, der den bluff district und die riverfront in einem Loop abfährt. Parken direkt vor dem Hotel kostenlos an Parkuhren. Hotel ist in einem historischen Gebäude. Restaurant porter's steakhouse im Haus, roomservice. Porter's bietet Frühstück, lunch und dinner. Direkt nebenan starbucks.

Beschreibung: Großes Hotel, historisches Gebäude, ältestes Hotel in Chattanooga. Etwas abgewohnt, aber stilvoll.

Zimmer: geräumig, hellhörig.











*ireula

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« Antwort #44 am: 21.10.2017, 19:31 Uhr »
Scarlett und Rhett auf der Veranda

Sonntag, 4. Juni

In Chattanooga gäbe es eine Menge zu sehen, aber wir haben nur einen Tag Aufenthalt. Das bedeutet: Wir müssen uns entscheiden. Kunstmuseum, Aquarium, Ruby Falls, Lookout Mountain oder Incline Railway, die steilste Passagierbahn der Welt? Angesichts des Regens heute Morgen scheiden die Freiluftattraktionen aus, das Kunstmuseum öffnet erst um 12. Deshalb fällt die Wahl auf Ruby Falls. Auch ein Superlativ: der größte unterirdische Wasserfall der USA. Eineinhalb Stunden dauert die Tour durch die Höhle, die hübsche Kalksteinformationen aufweist. Allerdings: Im Vergleich zur Luray Cavern sind das doch nur Peanuts. Gewaltig dagegen der 145 feet hohe Wasserfall, der senkrecht auf den Höhlenboden stürzt. Er liegt 1100 Fuß unter der Erde - außergewöhnlich beeindruckend, zumal er nach dem vielen Regen der vergangenen Wochen richtig angeschwollen ist, berichtet der Guide. Woher sich das Wasser seinen Weg bahnt, weiß allerdings niemand. Alle Versuche, seinem Gang nachzuspüren, erwiesen sich bislang als Schlag ins Wasser.


Blick von den Ruby Falls auf den Tennessee River.


Die Höhle selbst ist nicht sonderlich spektakulär.




Aber je näher wir Ruby Falls kommen, desto mehr steigt die Spannung.


Wir werden nicht enttäuscht: Der unterirdische Wasserfall hat es in allen Farben in sich.



Durch anhaltenden Regen fahren wir rund 175 Meilen nach Südosten. Ziel ist Madison in Georgia. Hier beginnt der Antebellum Trail, auf dem die berühmte Südstaatenarchitektur zu bewundern ist.

Zunächst aber sind wir hellauf begeistert von unserer Unterkunft, dem Brady Inn. Selbst eine kleine Südstaaten-Villa, ist das Haus auch innen mit so viel Liebe zum Detail ausgestattet, dass wir uns gar nicht sattsehen können. Und wir sind allein im Haus, außer uns sind heute keine Gäste da. Die Gastgeber haben Schlüssel und Infos in einem Umschlag ("Dieter") im Postkasten hinterlegt. Neben unserer Suite liegt ein Wohnzimmer, das wir ebenso wie alle anderen Gemeinschaftsräume, Veranda und Garten nun also als unsere Privatresidenz betrachten können.


Das Brady Inn versetzt uns tatsächlich in die Vergangenheit, unglaublich.

Pünktlich zum Bummel durch Madison hört der warme Regen auf, und wir bestaunen die vornehmen Häuser, die dutzendweise die ruhigen Straßen von Madison säumen. Mehrstöckige Holzhäuser mit schaukelstuhlbestückten Veranden sind meist weiß, manchmal aber auch gelb gestrichen. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert. Manche der zu Geld gekommenen Plantagenbesitzer hatten ein Faible für das antike Griechenland und bauten deshalb kapitale (Holz-)Säulen unter die Vordächer ihrer Domizile.

Madison wirkt sehr gepflegt, aber an diesem Sonntag fast wie ausgestorben. So sind wir ganz froh, dass wir zum Abendessen im Amici's ein volles Lokal antreffen. Die "guten" Restaurants der Stadt haben sonntags ohnehin geschlossen. Am Brady Inn ist auch nach unserer Rückkehr vom Dinner kein weiterer Gast eingetroffen, obwohl noch ein weiterer Umschlag im Briefkasten wartet. Wir haben das Haus in dieser Nacht komplett für uns, sozusagen mit privatem Wohnzimmer. Am schönsten ist es aber auf der Veranda mit den herrlichen Holzschaukelstühlen. Irene schreibt Tagebuch, Dieter spielt Gitarre, und wir fühlen uns ein kleines bisschen wie Scarlett und Rhett.


Der Rundgang durch Madison ist ein paar Bilder mehr wert.




















Einschub:

Nach genau zwei Wochen ist es Zeit für ein Zwischenfazit, was
die Reiseorganisation betrifft. Wie befürchtet, ist die Gepäckorganisation lästig.
Da wir immer nur eine Reisetasche mit ins Hotel nehmen, bleibt ein Großteil der
Kleidung in den beiden Koffern im Auto. Saubere und schmutzige Wäsche muss
hin- und hergepackt werden. Besonders lästig beim Valet parking, wenn man
für jedes vergessene Teil den Boy bemühen muss.

Da wir uns teilweise auch in Cabins selbst verpflegen, müssen eingekaufte
Lebensmittel kühl gehalten werden. Wir betreiben zwar keine große
Vorratshaltung, aber der Orangensaft und die Butter mögen die Hitze
des Südens nicht so. Unsere Eisbeutel funktionieren, müssen aber
gemanagt werden.

Es wäre deutlich weniger kompliziert, wenn man sich - abseits vom Fahren
im Wohnmobil, was bei unserer Reiseroute angesichts des dichten Verkehrs
wohl nicht zu empfehlen ist - für eine der beiden Varianten entscheidet:
nur Hotelübernachtungen und Essen im Restaurant oder nur Cabins auf
Campgrounds und vorwiegend Selbstverpflegung. Bei mindestens drei
Cabin-Übernachtungen an einem Ort wäre das gewiss die entspannteste
Variante. Allerdings liegt der Reiseschwerpunkt dann eindeutig auf
Natur und Hiking, mit gelegentlichen Abstechern in die Stadt.

Wichtig: Campgrounds sehr sorgfältig aussuchen! Sie liegen im Osten
unfassbarerweise oft direkt neben der Autobahn, und eine Einraum-Cabin
ist auch nicht besonders gemütlich.


Nun Dieters Zwischenfazit:

Der Begriff „Zwischenfazit“ sagt mir wenig. Zu oft schon hat
Schalke zur Halbzeit vorne gelegen und am Ende doch noch verloren. Ich denke,
bevor ich hier Halbzeit-Spekulationen anstelle, warte ich lieber den Schlusspfiff ab.
Ich halte das für seriöser, schließlich stehen wir auch gegenüber den Leserinnen
und Lesern dieses Berichts in einer gewissen Verantwortung. Andererseits habe
ich natürlich vollstes Verständnis, wenn jemand glaubt, Dritten auch dann ihre
Meinung näherbringen zu müssen, wenn sie nicht weiß, was noch passiert.
Ebenso klar möchte ich betonen: Ich bin weit davon entfernt, derartige
Mitteilsamkeit als „typisch weiblich“ zu qualifizieren. Es gibt auch Männer,
die sich zu einem solchen Vorab-Resümee veranlasst sehen.
Siehe etwa: „www.https://zwischenfazit-von-männern.com“.