Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09

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*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #30 am: 24.10.2009, 09:40 Uhr »
 :kuss:

Danke für das Lob, ich selbst bin mit unseren Ergebnissen nicht so ganz glücklich, aber wir sind ja nun keine Fotoexperten.

lg gudrun

*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #31 am: 26.10.2009, 05:55 Uhr »


Samstag 19.09.2009 Santa Fe – Cuba (via Kashe Katuwe Tent Rocks Nat. Monument)

Aufstehen um 07:00 Uhr nachdem die Klimaanlage zu klopfen anfängt. Ich hole uns einen dünnen Kaffee vom Motel 6 Office, es ist ziemlich frisch draußen. Santa Fe liegt ja schließlich 2000 Meter hoch.Der Himmel ist im Osten zumindest wolkenlos. Wir machen uns fertig und starten nach Down Town Santa Fe. Immer die Cerillos Road entlang kommt man genau in´s Zentrum. Es ist noch recht ruhig an diesem Samstagmorgen. Wir parken unseren Jhonny in einem Parkhaus in der San Franzisco Rd. Und suchen die Plaza.


Das wohl noch recht neue Museum of fine indian arts


ein ungefährlicher Berglöwe

Auf dem Weg dorthin kommen wir schon an etlichen Galerien und am Georgia O´Keef e Museum vorbei. An der Plaza bereiten die Indianer gerade ihre Schmuckauslage vor und einige wenige Touristen bummeln schon entlang. Wir unterhalten uns gerade mit einem Indian Seller, welcher uns das übliche „where are you guys from?“ fragt und wir das übliche „from Germany, „ antworten, als eine Frau neben uns auf Englisch sagt: „oh we are also from bavaria „. Dem Indianer fiel bei Germany sofort das Oktoberfest ein und deshalb hatten wir gesagt wir kommen aus bavaria. Nun stellte sich auch noch heraus das es sich bei der Dame und ihrem Mann um Franken handelte. Die Welt ist ja so klein.

Nach kurzem Plausch ging es weiter und wir frühstückten im Burrito Co. Herbert ein Brkfst Specl. Bestehend aus Blue Corn Pancakes mit scrambled eggs und bacon, ich short pancakes mit Sirup. Dazu 2 Becher large Coffee. Das Ganze für 18,05 Dollar. Das Zeug stopfte unheimlich und lag mir auch verdammt lang im Bauch, also ich brauche das fürs erste nicht mehr.

Danach bummelten wir noch etwas um die Plaza herum zogen kurz ein paar Infos am Visitor Center der First Nat. Bank ein. Dann besuchten wir die Kathedrale des heiligen Franziskus und machten uns auf den Weg zum Farmersmarket at the Railyard. Dort war ganz schön was los.


Railyard ist am Bahnhof von Santa Fe, man kann von dort wohl Ausflugsfahrten mit dem Zug machen. Der Markt war wie gesagt gut besucht und es gab vor allen Dingen Obst und Gemüse, Kase, Eier, Milch, Brot, ect. eben alles was ein Bauernmarkt so haben sollte. Besonders schön anzusehen waren die Zöpfe und Kränze aus roten und orangen  Jalapenos/Pepperonis. Herbert kaufte sich einen neuen Vorrat an Äpfeln und ich probierte gegrillte Pepperoni. Mittlerweile war es ziemlich warm geworden. Langsam aber sicher hatten wir genug gesehen und nach Museum stand uns eh nicht der Sinn, wir sind ja eher Kulturmuffel.

Also arbeiteten wir uns zu Johnny zurück und verließen die Stadt auf der Cerillos Road Richtung Süden. Dann fand ich auch endlich den Ort Cochiti Pueblo um Navi damit zu füttern und an der Interstate Abfahrt standen dann auch schon Hinweisschilder für das Kashe Katuwe National Monument. In Cochiti besichtigten wir noch kurz einen riesigen Damm, hinter welchem sich ein riesiger Stausee vermuten ließ. Dem war aber nicht so, der See dahinter war eher enttäuschend klein. Also weiter zum Kasha Katuwe.

Wir waren schon die ganze Zeit einer bedrohlichen Gewitterfront entgegen gefahren, sie schien sich genau über unserem Ziel zu befinden. Vom Damm aus hatte Herbert schon versucht mal einen Blitz zu fotografieren, aber es blitzte halt immer zum falschen Moment.
An der Feestation fragte Herbert dann nach dem Wetter und der junge Indianer dort klang ganz begeistert  davon. Ich verstand soviel wie das das Gewitter sich genau hierher bewegt und das es besonders toll sei bei Gewitter im Park zu sein. Na Klasse, genau das Richtige für mich. Ich bin ein Oberangsthase bei Gewitter im Freien.

Wir mussten noch etwa 2-3 Meilen auf einer Schotterpiste bis zum Trailhead fahren und parkten dann dort. Dort gab es die üblichen Grillplätze, alle überdacht. Es waren auch etliche Autos vorhanden. Bei der Anfahrt hatte ich nämlich das Gefühl wir wären die einzigen die sich bei dem Wetter dorthin bewegen. Aber nein, die meisten waren überhaupt nicht beeindruckt von Gewitterwolken und Blitzen. Sie schulderten ihre Rucksäcke oder auch nicht und marschierten los.
 
Die ersten schönen Tentrocks waren schon vom Parkplatz aus ganz gut zu sehen und ich marschierte mit Herbert ein kurzes Stück den Trail entlang, bevor ich mich entschied beim Auto zu bleiben, denn bei Gewitter draußen das bringt mir nichts. Da können mich die ganzen schönen Tentrocks nicht für die Angst entschädigen die ich auszuhalten habe. Also überlasse ich die Canon auch noch Herbert und bleibe zurück. Der Trail ist ja nicht so lang, er wird schon nicht zu lange brauchen.
Denkste Puppe, bei Herbert gibt es keinerlei Zeitgefühl wenn er unterwegs ist. Ich glaube er ließ mich mindestens 2 bis 2,5 Stunden warten.

















Schade das ich so ein Angsthase bin, das Gewitter ist nämlich woanders hin gezogen und ich muss mich mit den Bildern begnügen. Aber ich kann da nicht aus meiner Haut.
 
Als er endlich zurück war, war ich ziemlich sauer und die Stimmung ziemlich im Nirwana. Ich hatte Navi mit Cuba gefüttert, denn mir war klar Farmington war für heute nicht mehr drin, es war ja mittlerweile später Nachmittag geworden. Es ging wieder auf die I 25 south und dann auf den Hwy 550 north. Der erste Abschnitt auf der 550 north ist besonders schön und abwechslungsreich. Doch vor lauter Säuerlichkeit machte ich leider keine Fotos.

In Cuba holten wir uns dann unser erstes Subway Menu „Italien Spicy“ und checkten um 18:15 Uhr  im letzten freien Zimmer im Frontier Motel ein. Dort musste ich zu allem Überfluss dann auch noch feststellen das wir wohl unseren Adapter im Motel 6 in Santa Fe gelassen hatten. Ist wohl beim Abziehen in der Steckdose geblieben. Shit happens. Das trug nicht zur Aufhellung meiner Stimmung bei. Ich hatte Gott sei dank das gesamte Adaptersortiment dabei und wir fanden einen, den wir entsprechen hinbiegen konnten. Nach dem üblichen Einzugsprogramm checkte ich die Mails und der Tag war gelaufen, denn in Cuba ist die Katze gebleut. (wie wir Franken sagen)


Gefahrene Meilen:  147


sorry für die weiße Ecke links unten, ich hab mal wieder versucht meinen Namen da rein zu bekommen und jetzt keine Lust mehr wieder von vorne anzufangen, verspreche Besserung. Außerdem kommt Ah shi sle pah erst am 20.09.09, also als nächstes

*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #32 am: 26.10.2009, 10:50 Uhr »

Sonntag 20.09.09 Sonntag Cuba – Farmington via Ah Shi Sle Pah

Um 05:00 Uhr aufgewacht, ich bewege mich langsam auf die Normalität zu. Bericht geschrieben und Internet gecheckt.  Draußen machen sich die ersten auf den Weg, es spricht sich spanisch. Die Rezeption des Frontier Inn ist noch geschlossen um 07:00 Uhr, also hole ich uns in der Tanke nebenan einen Kaffee und für mich eine Chicita Banane. Herbert ist auch schon fast wach, der kann ja ratzen ohne Ende und  Jetlag scheint ein absolutes Fremdwort für ihn zu sein.
Wir verstauen unser Gepäck im Auto, später wird sich herausstellen, dass wir wieder unser Bier im Kühlschrank vergessen haben. Da ich bei einer  Nacht nie was in Schränken verstaue, denke ich natürlich auch nicht dran im Kühlschrank nach zu sehen. Nach dem Tanken frühstücken wir in einem Laden neben dem Frontier Inn, wir sind die einzigen Gäste. Herbert wählt Huevas Racheros, Eier nach Rancherart und ich nehme Oatmeal. Es gibt eine Musicbos und ich muss das mal testen, also für 50 Cent gibt es 3 Lieder. Ich wähle „What a wonderfull world“, „White flag“ von Dido und „Blue berry hill“. Das Frühstück kostet 18,00 Dollar und ist lecker, Herbert schafft seine Portion kaum.

Abfahrt letztendlich um  9:00 Uhr. Ziel ist fürs erste Ah shi sle pah, damit kann Navi natürlich gar nix anfangen und Blanco Trading Post kennt es auch nicht. Also füttere ich es erst mal mit Farmington, damit die Richtung stimmt. Das würde ich aber ohne Navi auch noch schaffen. Die Fahrt zieht sich, jedesmal mache ich mir Gedanken ob wir die Abzweigung schon verpasst haben. Ich habe mir die Anfahrtsbeschreibung von Synatschke ausgedruckt.
Endlich kommt die Abfahrt zum Chaco Canyon und ich weiß jetzt heißt es aufpassen, denn nun müssen wir auch bald die 550 north verlassen. Und so ist es auch, wir sehen das Schild „ keine Zufahrt zum Chaco Canyon“ und damit weiß ich dass wir richtig sind. Ab jetzt die Meilen ablesen, 18 sollen es sein auf der CR 7800. Die Straße ist noch ein Stück geteert und auch die Schotterpiste ist in sehr gutem Zustand und trocken. Als wir die 18 Meilen hinter uns haben sind wir bereits an der CR 7870, also eindeutig zu weit. Der Plan von Synatschke enthält Koordinaten, also geht’s zurück und wir achten auf dieselben. So finden wir dann auch die unscheinbare Einfahrt.

Dieses letzte Stück erfordert auf jeden Fall High Clearence, in einer Senke ist es noch ziemlich feucht und Johnny streift etwas über den Boden. Ich filme natürlich gerade beim fahren und als das Loch kommt: „mein Aufschrei – und alles schön auf dem Filmchen – echt lustig“. Ein etwas wild zerpflügtes  Stück Weg lässt sich auf der Weide holperig umfahren. Die Strecke ist vielleicht einen halben Kilometer, man könnte sie notfalls auch laufen. Es muss kürzlich geregnet haben, denn am Parkplatz ist ein großer Teil noch nicht ganz trocken.

Wir rüsten uns für die Wanderung mit den rechten Schuhen aus und schultern den Rucksack. Schnell ist man dort wo die ersten typischenn Ah shi sle pah Gebilde zu erkennen sind und die runden , ockerfarbigen Kuppen. Wir orientieren uns an Synatschkes Beschreibung und wenden uns nach Westen. Wir suchen uns einen Abstieg in den Creek und sind fortan ziemlich mit knipsen beschäftigt.



Die Gebilde sind so filigran und wirken sehr zerbrechlich. Unter den Steinkappen sieht die Erde sehr bröselig aus und ist es wohl teilweise auch, also bitte nicht anlehnen.














[size=12t]Wir marschieren durch den Creek bis wir zu einer weiten Ebene kommen, wo in der Ferne noch ein einzelnes Gebilde winkt, welches Herbert natürlich magisch anzieht und mich natürlich gar nicht. Dafür liegt es einfach zu weit weg und erscheint mir nicht interessant genug. Aber ich kenn ja meinen Süßen, genau da muss er hin und mir bleibt nichts anderes übrig als hinterher zu tappeln. Es lässt sich allerdings gut laufen, wie schon die Westernlady berichtet hat. Es gibt immer wieder mal noch nasse, in der Sonne glänzende und fotogene Stellen. [/size]








Herbert ist dermaßen getarnt gekleidet, das er fast völlig mit der Umgebung verschmilzt und ich zu tun habe ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin in meinem markanten Orange da ein viel besseres Ziel. Als er sein Objekt der Begierde ausgiebig fotografiert und begutachtet hat, machen wir uns auf den Rückweg. Es finden sich etliche versteinerte Baumstämme und noch viele, viele Fotomotive. Es ist auch nicht so heiß, dass es sehr anstrengend wäre.











Um 10:30 Uhr hatten wir die Wanderung begonnen und um 12:30 Uhr waren wir wieder am Auto. Für die Weiterfahrt wählten wir den Weg über die CR 7870 bis wir an eine Kreuzung kamen die uns rechts wieder auf den sogenannten Hwy 57 und links auf die 371 weiterleitete. Wir wählten die 371 und machten von dort noch einen kurzen Abstecher zum Trailhead der Bisti Wildernes. Aber für heute war keine Wanderlust mehr vorhanden und der erste Abschnitt der Bisti ist nun wirklich nicht verlockend, vor allem nachdem man in Ah shi sle pah war. Hier am Bisti Trailhead begegneten uns auch einige Autos, während wir in Ah shi sle pah völlig alleine waren.


Wir fuhren also zügig weiter nach Farmington. Auf dem Weg dorthin konnte Herbert noch ein paar Bildern von Farmarbeit machen, da wurden Ballen gepresst und die Bewässerung interessierte ihn auch. In Farmington stoppten wir bei Dennys und stellten unsere Mägen zufrieden. Ich mit Spicy Nachos und Herbert diesmal mit Oatmeal, er hatte Verdauungsprobleme mit den Huevos Rancheros.

Wir überlegten wie es weitergehen sollte und beschlossen die Weiterfahrt bis Durango. Nachdem ich blödsinniger Weise Navi mit schöner Strecke gefüttert hatte, führte es unseren Johnny natürlich auch schön außen herum dorthin. So schön war diese Strecke nun auch wieder nicht. Gut die Landschaft veränderte sich schon zusehends, je näher wir uns auf Durango zubewegten. Die Straße wurde nach dem Übertritt ins colorful Colorada auch wesentlich besser. Wir haben uns wohl westlich der direkten Verbindung 550 hochgearbeitet. Da ich leider keine genaue Karte von Colorado oder New Mexico hatte, konnte ich die Strecke nicht ganz nachvollziehen.



In Durango checkten wir im Adobe Inn ein weil wir einfach müde waren und schnell irgendwo unterkommen wollten. Das Adobe Inn hatte nur noch Raucher frei, war uns aber auch schon wurscht. Zimmerpreis inkl. Tax so 76,- Dollar, ein Queensizebed. Es fing auch gerade noch an zu regnen. Also schnell Gepäck ausladen und ein Bierchen zur Entspannung und dann ins www um die Weiterfahrt zu planen.

Die Nacht war für mich ziemlich unruhig, denn das Zimmer war total überheizt und das ließ sich auch nicht abstellen.
So mal sehen was uns der nächste Tag so bringt und mal sehen ob wir es mal schaffen Abends noch was zu unternehmen oder ob wir weiterhin geplättet um spätestens 09:00 Uhr pm im Bett liegen.



Meilen: 220
Ausblick: Silverton - Ouray

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #33 am: 26.10.2009, 15:29 Uhr »
Nehmt Ihr auch noch Anhalter mit?  :lol:
Hab´Eure Route erst etwas spät gesehen. Mein Gott, was kann man sich da drüben noch alles ansehen. Das reicht locker für ein weiteres Leben.

Rolf
LG
Rolf


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*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #34 am: 26.10.2009, 18:40 Uhr »
 :welcome:

klar doch gerne, wir rutschen zusammen. Habe eh das Gefühl meinen Mitfahrern ist es zu langweilig und sie sind eingeschlafen.  :schlafen: :schlafend:

lg gudrun

*webcrawler

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #35 am: 27.10.2009, 07:51 Uhr »
Nehmt Ihr auch noch Anhalter mit?  :lol:
Hab´Eure Route erst etwas spät gesehen. Mein Gott, was kann man sich da drüben noch alles ansehen. Das reicht locker für ein weiteres Leben.

Rolf

eines.....mehrere.  :roll:

einfach immer wieder genial all die wunderschönen Reiseberichte zu lesen und mitzufahren.
Gruss

*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #36 am: 29.10.2009, 07:05 Uhr »

Montag 21.09.09 Durango – Ouray [/size]


09:00 Uhr Abfahrt Adobe Motel Durango Richtung Silverton auf der US 550. Herbert ist auf der Suche nach einer Breakfast Location, doch das gestaltet sich schwierig. Im Adobe Motel gab es den üblichen labbrigen Kaffee und süße Stückchen. Also steht uns der Sinn nach etwas vernünftigem. Wir unternehmen 2 Versuche und verlassen die Straße doch meist gibt es nur Kaffee und die übliche Fertigkost an Tanken und in Groceries. Also begnügt sich mein Süßer mit einem Sandwich und ich nasche ausnahmsweise mal einen herrlich pappig süßen Schokoriegel.


Die Landschaft begeistert Herbert und es wird ständig Fotogestoppt. Lausig kalt ist es und wir sind Klamottenmäßig noch gar nicht auf diesen Wechsel eingestellt. Wir stoppen an 2 Pässen, von wo es tolle Ausblicke gibt. Wir sind teilweise auf 3000 Meter Höhe. Die Bäume sind auch schon teilweise schön herbstlich  gefärbt. Zusammen mit den grau, braun und rot Tönen der San Juan Mountains ist das ein herrlicher Anblick. Hier kann man im Winter auch Skilaufen, wir sehen Skiresorts und Lifte.












Gegen 11:00 Uhr treffen wir in Silverton ein und machen erst mal einen Stop am Visitor Center und dann eine Rundfahrt, ist ja nicht so groß der Ort. Es gibt eine zentrale Straße und 2-3 Paralellstraßen. Nur die Mainstreet ist asphaltiert. Was wir nicht auf Anhieb finden ist der Bahnhof. Dann wird Johnny abgestellt und wir bummeln frierend die Mainstreet entlang. Es ist nicht viel los und in den Läden herrscht ebenfalls Vakuum. Ein Mann mit Namensschild Terry quatscht uns an, er erzählt er sei aus Belfast und will wissen wo wir herkommen. Nachdem wir uns als Deutsche geoutet haben, kramt er in seiner Tasche und holt ein Buch von Boris Becker hervor um uns zu sagen er sei ein Fan von ihm. Dann verabschiedet er sich, er ist mit dem Zug von Durango heraufgekommen und muss zu seiner Gruppe zurück. Ein niedlicher Sonderling.

Wir haben die tolle Zugfahrt leider nicht machen können, da hätte man/frau vorplanen müssen und wir sind ja sehr spontan unterwegs. Außerdem ist mein Mann kein Zugfreak, mir hätte es sicher gefallen.





Wir erblicken ein Cafe, dessen Aushängeschild ein rostiges altes Fahrrad ist und dort gibt es für Herbert das Oatmealbreakfast, welches er sich für heute zum Frühstück gewünscht hätte. Wir holen den Laptop und surfen ein wenig, denn es gibt Wire less hier. Anschließend testen wir noch die Silverton Brewerie, welche fast gleich nebenan ist. Doch das ist kein Hit. Dort ist ausnahmsweise ziemlich viel los und die einzige Bedienung ist hoffnungslos überfordert. Ich bin auch ziemlich mit frieren beschäftigt, so kann mich kein Bier reizen. Herbert trinkt eins, kommentiert es aber nicht.



uriges Snowmobil in Silverton



high tech womo in Silverton, mit dem Auto als Womoanhänger wäre ich auch gern unterweg
s

Dann verlassen wir Silverton gegen 13:00 Uhr wieder und fahren weiter nach Ouray. Jetzt wird die Strecke erst richtig interessant. Die Schlucht wird enger und die Kurven häufiger. Die Berge unseren Alpen immer ähnlicher. Ständig sind Fotostops notwendig, die aber auf Grund der Temperatur meist nur kurz ausfallen. Wird Zeit das ich unsere langen Hosen wieder rauskrame.  Die Fahrt dauert nicht sehr lang und gegen 14:00 Uhr erreichen wir Ouray. Der Ort ist noch niedlicher als Silverton, von der Größe her und auch von den alten im viktorianischen Baustil gestalteten Häusern. Wir drehen wieder die übliche Autorunde und dann machen wir uns auf Motelsuche, denn Herbert will hier bleiben.








Im ersten Motel, ich glaube es war ein Comfort Inn, haben wir gleich Pech, schon an der Tür steht  „sorry no vacancy“  nanu, so busy sieht es hier doch gar nicht aus. Wir also weiter zum  Best Western, welches wir schon erspäht hatten. Hier gäb es noch eine Condo, gleich ne ganze Wohnung mit 2 Bädern. Ist uns nun doch etwas zu groß und nach dem Preis fragen wir dann gleich gar nicht. Die nette Dame an der Rezeption schickt uns weiter zum benachbarten Viktorian Inn und dort sind wir erfolgreich. Es gibt noch Zimmer und wir bekommen ein Double Queensize für 88,-- Doller + Tax. Das Motel sieht sehr nett aus und hat ebenfalls 2 Außenwhirlpools mit Hot Springs Wasser. Doch da kriegt mich bei den Temperaturen keiner rein. Das Wasser ist zwar sau warm, aber die Außentemperaturen eben nicht und irgendwann müsste ich ja da wieder raus. Es gibt aber tatsächlich unerschrockene die da reingehen.

Wir lassen uns also erst mal im Zimmer nieder und relaxen etwas. Ich habe schon seit heute Morgen leichte Kopfschmerzen, welche sich nicht gebessert haben. Ich vermute mal es ist die ungewohnte Höhe in der wir uns aufhalten. Obschon wir ja fast die ganze Zeit schon über 2000 Meter hoch sind. Aber hier ist das Klima ganz anders.

Ich krame dann auch schön unsere langen Hosen und Jacken aus dem Koffer hervor, hätte mir kaum vorstellen können dass ich die noch mal brauche. Sogar mein Pullover + Jacke kommt zum Einsatz und als wir uns auf den Weg in den Ort machen habe ich das Gefühl ich könnte fast Handschuhe vertragen. Wir bummeln und Herbert fotografiert, Motive gibt es hier genug, es mutet wirklich sehr viktorianisch an, mit amerikanischem Lifestileverschnitt. Herbert entdeckt das Wiesbaden Motel und möchte am liebsten gleich dort einziehen oder zumindest morgen dort verlängern. Nachdem ich ihm aber die Preise nenne, distanziert er sich wieder davon. Also wenn ich mal 2 Nächte an einem Ort verbringen würde, dann bitte aber ohne Umzug.

Wir stranden dann in einem Irish Pub, heute ist wohl Irlandtag, wo wir uns dann ein frühes Abendessen gönnen. Wir wählen die Soup oft he Day, Herbert ein Sandwich und ich einen House Salad. Die Suppe schmeckt ganz gut ist aber nicht leicht zu identifizieren woraus sie besteht. Es ist eine Cremesuppe, Karotten und Sellerie würde ich tippen. Der Salat ist etwas Essigscharf aber ansonsten ganz gut und Herbert ist mit seinem Sandwich auch zufrieden. Mit Tip lassen wir 25,-- Dollar dort.

Wir suchen noch einen Outdoorladen und einen Liquershop auf und dann treibt uns die Kälte aber wieder in´s Motel zurück.

Meilen: 80


 :hilfe: :hilfe:
Vielleicht kann mir jemand mal einen Tip geben, ich bin nach dem verkleinern mit der Bildqualität meiner Bilder überhaupt nicht zufrieden. Ich sehe in den anderen Berichten Bilder mit weniger kb und wesentlich besserer Qualität. Ich benutze irfan view. was kann ich da verändern beim batch konvertieren?
Oder benutzen alle das Expertenprogramm Photoshop?

*Marterpfahl

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #37 am: 29.10.2009, 08:23 Uhr »
Hallo Ihr Beiden,
schon wieder eine Ecke, die ich gerne sehen würde. Warum kann man
in einer normalen Zeit nicht alles unter einen Hut bekommen.

Auch nach längerer Beobachtung:
Eure Fotos kommen bei mir aber in einer akzeptablen Qualität rüber.
Und schön sind sie sowieso.   :)

LG
Rolf
LG
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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #38 am: 29.10.2009, 09:08 Uhr »


Dienstag 22.09.09 Ouray – Moab


Gleiches Ritual wie fast immer. Ich wache inzwischen gegen 05:00 Uhr auf und schreibe an meinem Reisebericht. Dann lümmele ich noch etwas im Bett herum und um 08:00 Uhr gehen wir frühstücken im Sun Room. Es gibt den üblichen Labberkaffee (wenn er denn mal nachgefüllt wird, bekommt man auch noch eine 2. Tasse. Irgendwie scheint Kaffee hier kostbar zu sein) und man kann sich Bagel, Toast oder Waffeln toasten, Eier kochen und es gibt Cereals mit Milch ect.
Nach dem Frühstück fange ich an zu packen und Herbert legt sich in den Hot Springs Pool, was ich natürlich fotografieren muss. Mir ist die Außentemperatur viel zu kalt dafür auch wenn das Wasser hot springs ist.



mein langjährig ange(gr)trauter im Kochtopf


mal ein Blick in unser Zimmer im Viktorian Inn noch fast unverwüstet

Gegen 09:45 Uhr sind wir startklar. Wir fahren noch mal hoch zu den Box Canyon Falls um diese zu Besichtigen. Es ist nicht viel los um diese Zeit. Der Eintritt kostet 3,-- Bucks pro Person und es gibt ein kleines Visitor Center. Am Beginn der Trails ist eine Futterstelle für Vögel und Chipmunks. Da herrscht reges Leben und es ist possierlich zuzusehen wie die quirligen Tierchen dort frühstücken. Man kann sie in aller Seelenruhe fotografieren.






Die Fälle selbst sind nicht uninteressant aber auch nicht sonderlich spektakulär. Wir gehen alles ab und sind in einer  Stunde durch. Gegen 11:oo Uhr verlassen wir dann Ouray, wo wir noch einen teuren Tankstop machen. Aber man weiß hier ja nie wie weit die nächste Tanke weg ist.

Der nächste Ort ist Ridgway und macht auch einen sehr ordentlichen Eindruck. Tanken wäre dort auf jeden Fall schon günstiger und Motels gibt es auch. Wir fahren weiter auf die 62 und kommen als nächstes durch Norwood was wiederum einen ganz netten Eindruck macht und auch hier gibt es ein Motel. Als nächstes geht es auf der 145 weiter und die Strecke ist sehr abwechslungsreich und schön. Wir machen immer mal wieder einen Fotostop.
Es zieht sich ganz schön bis wir endlich die Grenze nach Utah überfahren, obwohl die Gesamtstrecke bis Moab nur ca 160 Meilen sind. In Naturita machen wir einen Einkaufsstop um unsere Vorräte auf zu füllen. Kurz danach geht es auf der 90 weiter bis zur 191.  Aber die Strecke ist wirklich nicht langweilig.




In Moab checken wir gegen 15:00 Uhr im Sleep in ein, wo ich uns ein Zimmer für 2 Nächte vorreserviert habe, zum ersten mal auf dieser Tour. Moab kann im September, bezüglich Zimmer problematisch sein und ich habe mich bei Choicehotels angemeldet um vielleicht eine Freinacht zu ergattern.
Das Sleep Inn ist sehr schön und an der Rezeption ist man sehr freundlich. Wir haben ein Handicapt Zimmer, es ist groundfloor und sehr angenehm. Internet problemlos und schnell. 

Wir breiten uns aus und relaxen etwas um uns dann auf den Weg zum Arches Nationalpark zu machen. Schließlich waren wir schon 2 mal dort und haben es nie geschafft den Delicate Arch aus der Nähe zu sehen. Also steht heute der Sunset am Delicate Arch auf dem Programm. Wir bilden uns ein wir könnten vorher noch am Campground grillen aber die Uhr belehrt uns eines besseren. Also machen wir uns gleich auf den Weg zum Wolf Ranch Trailhead.



Dort gibt es schon keinen Parkplatz mehr und wir stellen uns so in den Einfahrtbereich das wir niemanden stören. Es sind ganz Heerscharen unterwegs, rauf wie runter. Wir gesellen uns dazu und machen uns auf den 2,4 Kilometer langen Hinweg.

Es läuft sich sehr gut, aber man kommt auch ganz gut ins Schwitzen. Oben haben sich schon sehr viele versammelt und ihre Stative aufgebaut. Wir gesellen uns dazu und beginnen die ersten Fotos zu schießen.



Pilgerscharen auf dem Weg zum Delicate Arche Sunset


fast oben/siehe den Weg rechts mittig läuft wer



mal die andere Seite von Delicate Arche Sunset

Irgendwann gehen die ersten vor zum Arch um darin fotografiert zu werden, das löst natürlich eine Kettenreaktion aus und jetzt wollen viele das auch haben. Es nervt ziemlich. Ich gebe mich doch tatsächlich einigen negativen Vorstellungen hin   :bang: :koch: :kloppen: :dagegen: . Was ist nur aus mir geworden.


die Sunsetpilgerschar


noch ist es recht hell


aber dann wird es klasse




Ich bevorzuge doch wirklich ruhigere Orte, doch der Arche ist nun mal eine der großen und gut zugänglichen Attraktionen. Wenn ich daran denke wie wir 1983 das erste mal hier waren, da kann ich mich an eine einzige Begegnung mit einer deutschstämmigen Amerikanerin erinnern und diese toll ausgebauten Parkareas gab es damals auch noch nicht. Doch der Sunset am Delicate Arch war trotzdem sehr, sehr schön. :groove:


auf dem Rückweg vom Sunset

Für morgen nehmen wir uns den Landscape Arch vor um ihn noch mal zu sehen bevor er vielleicht bald einstürzt.

Wir marschieren nun im Tross zurück, es verteilt sich trotzdem ganz gut. Der Rückweg macht Spaß in  der Dämmerung herrscht eine ganz besondere Stimmung. Lediglich 3 chinesische Chicks trüben den Genuss etwas mit ihrem Geplapper und Gekicher. Bis wir am Parkplatz sind ist es schon ziemlich dunkel. Also jetzt möchte ich da nicht mehr runter laufen müssen und uns sind noch ein paar verspätete Wanderer entgegengekommen, die müssen auf jeden Fall im Dunkeln da runter und das ist nicht ganz ungefährlich.

Wir beschließen zum Abendessen in die Moab Brewerie zu gehen, doch diese Idee haben nicht nur wir, da stehen schon etliche Schlange.  :prost: :essen: Also Planänderung und in die Pizza daneben. Dort bestellen wir uns eine Italien Style und stillen unseren Hunger. Dann geht es ins Motel und die Bilder werden runtergeladen. Herbert ist total unzufrieden, die Nikon stellt nicht richtig scharf. Ich bin mit meinen ganz zufrieden, habe es lediglich manchmal nicht ganz geschafft die Menschen aus den Bildern heraus zu halten. So nun noch ein Bierchen  :bier: :lesend: und etwas lesen und schon fallen mir die Augen zu.

Meilen: 188


*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #39 am: 29.10.2009, 09:14 Uhr »
Hallo Ihr Beiden,
schon wieder eine Ecke, die ich gerne sehen würde. Warum kann man
in einer normalen Zeit nicht alles unter einen Hut bekommen.

Auch nach längerer Beobachtung:
Eure Fotos kommen bei mir aber in einer akzeptablen Qualität rüber.
Und schön sind sie sowieso.   :)

LG
Rolf

Danke Rolf,

ich gebe mich jetzt ja auch erst mal zufrieden, aber deine sind eifach besser. Liegt doch vielleicht am Foto. Ich fotographiere mit der Canon Ixus85IS und mein Mann mit der Nikon D40.

Ja die Zeit ist in Amerika ein echtes Problem. Ich würde ja gerne mal ein ganzes Jahr nur auf Reisen durch diesen Kontinent verbringen.  :rv: :gitarre:

Gudrun

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #40 am: 29.10.2009, 09:35 Uhr »
So ich steige auch noch zu, bei diesen tollen Bildern und dem Bericht kommen Erinnerungen hoch *schwelg*
2009: 3 Wochen klassischer Südwesten
2011/12: 3 Wochen Südwesten Valley of Fire, Death Valley, Joshua Tree, San Diego

*Saguaro

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #41 am: 29.10.2009, 17:02 Uhr »
Hallo Gudrun,

nun bin ich mal wieder hinterher gehechelt und glücklicherweise wieder auf dem Laufenden.

Ab White Sands habe ich jetzt aufgeholt. Als ich gelesen habe, dass dort ein Missile Test durchgeführt wurde, habe ich erst einmal Deine Fotos nach einem "Pilz" abgesucht  :grins: (es war keiner zu sehen).

Die Tents, die Badlands ... alles toll  :daumen:.

Und was die "kurzsichtigen" unter uns freut, die Schrift im RB ist zwischenzeitlich größer  :lachroll:. Du hattes Mitleid mit uns  :zwinker:.

LG,

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat." (Erich Kästner)


*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #42 am: 29.10.2009, 19:16 Uhr »
 :pfeifen: :fluester:Das mit der Schrift ist notwendig, weil es könnte ja sein ich will meinen RB mal selbst lesen.  :grins:

wie wär es mit einem Brillensmiley, habe ich gerade vergebens gesucht.

Danke für das Lob

Pilz gab es Gott sei dank nicht noch nicht mal einen Knall, obwohl uns ein Ranger sagte er habe den ersten gehört und warte jetzt noch auf den nächsten.

lg Gudrun

*zimmerfrau

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #43 am: 30.10.2009, 08:40 Uhr »


Mittwoch 23.09.09 Moab Arches National Park / Devils Garden Trail
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Pünktlich gegen 05:00 Uhr bin ich wieder wach und schreibe meinen Bericht, hoffentlich funktioniert das weiterhin so, denn sonst komme ich nicht so glatt durch damit. Dann klingelt Herberts Handywecker, natürlich stört das den sowieso nicht, er schläft :schlafend: seelenruhig weiter. Mal sehen ob mir auch noch etwas Schlaf vergönnt ist. Andererseits wäre so ein Sunrise :sun: im Arches ja auch nicht ohne. Aber das wäre das erste mal das wir das hinkriegen würden.

Haben wir auch nicht, denn Herbert musste die Badewannenarmatur etwas auseinanderlegen. Nachdem ich baden wollte und es nicht schaffte den Badewannenstöpsel dicht zu machen und dies meinem Angegrauten berichtete, wollte er sich als technischer Experte auf allen Gebieten, die Sache näher betrachten. Ich dachte schon, was soll das jetzt werden, er wird doch die Armatur nicht auseinander legen, ich hatte ja mittlerweilen geduscht.  :dusche:

Doch, genau das tat er. :zuberge: :platsch: Mit dem Ergebnis das ihm da ein Teil abrutschte, welches er jetzt nicht mehr zu fassen bekam und nun konnte er das Ganze nicht wieder zusammenschrauben. Zumindest nicht ohne, zur Zeit nicht vorhandene, Hilfsmittel. Ich dachte ich kriege die Krise. Nur weil der Stöpsel nicht dichtet, was er vielleicht gar nicht soll, legt der die Armatur auseinander. Ich sah schon Kosten für den Klempner auf uns zukommen, ganz zu schweigen davon, dass ich an diesem Tag wohl nicht mehr zum Landscape Arch kommen würde.

Es war eine absolut kritische Situation. Ich versuchte mich mental zu beruhigen, was mir ziemlich schwer fiel. „Wie kann mann die Badewannenarmatur eines Hotels auseinanderlegen, bloß weil der Stöpsel nicht dichtet?“  :bang:

Ich suchte sämtliches Werkzeug zusammen, welches ich eingepackt hatte und Herbert machte sich mit einem Multitool auf den Weg nach drausen um ein Stück Draht zu besorgen. Ich weiß nicht welchen Gartenzaun er wohl beschädigt hat, aber er kam mit Draht zurück. Mit Hilfe des Selben schaffte er dann Gott sei Dank die Reperatur. Zwar dichtete der Stöpsel noch immer nicht, aber alles funktionierte wieder wie es sollte. Die Stimmung war nun etwas angespannt.  :knurrig:

Beim Frühstück saßen wir dann noch mit einem sehr netten älteren Ehepaar (79/80) zusammen, die beide aus Tirol in Österreich stammten und schon seit 54 Jahren in den Staaten lebten, jetzt in der Nähe von Tucson.

Gegen 10:00 Uhr waren wir am Trailhead vom Devils Garden um den berühmten Landscape Arch mit eigenen Augen zu bestaunen.  Wir marschieren also los, es ist noch ziemlich kalt und es braucht Jacken und am liebsten auch lange Hose, aber die habe ich nun nicht dabei. Am Parkplatz gibt es noch gut Platz. Der Weg beginnt sehr angenehm und wir sind auch recht schnell am Landscape Arch.






dieser Weg hat Spaß gemacht


und herrliche Ausblicke beschert






der double O Arch


Blick durch den double O Arch

Ich habe mir eine Trailbeschreibung am Trailhead mitgenommen, gibt es dort für 50 Cent. Wir knipsen und bestaunen und dann geht es weiter zum Double O Arch, alles andere lassen wir links liegen. Bis zum Dark Angel haben wir keine Lust und machen uns über den Primitiv Trail auf den Rückweg. Dort gibt es noch einen sehr schönen Abstecher zum versteckten Private Arch mit tollem Ausblick. Der Arch selbst ist nich so spektakulär aber der Platz dort.






mein Klempnercowboy



Überhaupt ist die Wanderung grandios. Der Primitiv Trail hat seinen Namen nicht zu  unrecht, ist er am Anfang ab Double O Arch noch ganz unproblematisch, so wird es schon ab und zu immer schwieriger und es gibt echte Kletterstellen. Am schlimmsten ist es dann an einer Passage wo wir über einen steilen Slickrock oberhalb eines lehmigen Wasserpools queren müssen. Also das ist ganz und gar nicht ohne und ich frage mich wie die älteren Herren- und Damschaften, die wir auf dem Weg schon getroffen haben, das wohl schaffen. Ich komme ganz schön ins Schwitzen dabei und sehe mich schon in dem Lehmpool liegen. Aber wir schaffen es und ich frage mich was da wohl noch so auf uns zukommt. Gott sei Dank war das die schwierigste Passage. Ich habe meine Wanderstöcke dabei und oft ganz froh darum.


Der Weg zurück ist zwar sehr schön, zieht sich aber ganz gewaltig. Ich freue mich riesig als ich den Landscape Arch entdecke, bei welchen der Primitiv Trail wieder auf den normalen Trail trifft. Wir begegnen einer Frauentruppe die schon einen Teil ihrer Männer vermisst. Wir können leider nicht berichten sie gesehen zu haben. Herbert sagt aber seine schönen Satz, welchen ich übersetzen muss: „ was gut ist kommt wieder!“ Viel Gelächter daraufhin. Wir haben noch manche nette Begegnung auf dem Trail, ein Ehepaar aus Westfalen in New Hamshire, welche uns als Deutsche erkennen und ein Amerikaner, der noch ein paar Deutschkenntnisse aus seiner Schulzeit hat. Erstaunlich, denn er war nie in Deutschland gewesen.

Gegen 13:45 Uhr sind wir wieder am Parkplatz, welcher mittlerweile hoffnungslos überfüllt ist. Wir machen unseren Platz frei, vorher klären wir noch ein paar Amerikaner über ein deutsches Nummernschild auf. Steht doch da tatsächlich ein Gefährt mit deutschem Kennzeichen. Wie die wohl rübergeschippert sind?



ich glaube das war noch ein Fotostop an den Fiery Furnace

Wir fahren jetzt zum Picknickplatz in der Nähe des Campgrounds und schmeißen unsere Steaks auf den Grill. Der Platz liegt sehr schön im Schatten unter einem Baum und die Steaks schmecken toll. Wenn ich das daheim nur einmal so hinkriegen würde. Haben die Amis andere Rinder? Die obligatorische Dose Bohnen gibt es natürlich auch dazu und natürlich ein Bier, haben wir uns ja schließlich verdient. Das Armaturenstimmungstief von heute morgen hat sich im Devils Garden verflüchtigt.

In unserem Übermut überlegen wir glatt ob wir den Shafer Trail noch dranhängen. Doch Gott sei Dank überlegen wir uns das wieder anders und fahren nach Moab zurück. Dort gehen wir im City Market erst einkaufen und Tanken und dann gibt es in der Brewerie 2 Bierchen für Herbert und dann sind wir für diesen Tag geschafft genug um uns in unser Sleep Inn zurück zu ziehen.

Das Sleep Inn ist sehr schön, beim Frühstück geht es etwas beengt zu aber die Zimmer sind schön und alles ist pikobello sauber. Wir überlegen zu verlängern, doch
leider ist im Hotel ist keine Verlängerungsnacht mehr frei und so müssen wir morgen auschecken. Ich wäre gerne noch eine Nacht geblieben, denn der Canyonlands Nat. Park steht doch noch an. Also heißt es umplanen, wozu ich überhaupt keine Lust habe. Also erst mal in die Coje und sich regenerieren, dann weitersehen.

Meilen: 67


Ausblick: Canyonlands - Shafer Trail via Potash Road

*Fistball

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Re: Voll infiziert "Südwesten die Dritte" September 09
« Antwort #44 am: 30.10.2009, 08:50 Uhr »
Ich habe jetzt erst Deinen tollen Bericht nachgelesen und stelle fest, dass Ihr wenige Tag nach mir in der Ecke Durango - Moab wart.

Allerdings hattet Ihr tollen Sonnenschein, den ich nicht hatte.

Claus