Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017

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*pierremw

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #60 am: 19.06.2017, 08:13 Uhr »
Hi Claus,

Zitat von: MacClaus
Kulinarische Highlights gibt es in Ayerbe nicht, außer 3 Tage Hausmannskost.

Wobei die 'sardinas' (oder sind es 'boquerones'...?) auch sehr gut aussehen...

Kompliment zu den tollen Fotos. Bei den Pintxos etc. läuft einem das Wasser im Mund zusammen... :wink:

Ich freue mich schon wieder auf Pintxos, Tapas und Raciones in Andalusien im September.
Go Sharks!


*MacClaus

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #61 am: 19.06.2017, 08:52 Uhr »
Andalusien ist sehr schön, aber selbst im Sep noch zu warm. Da ich längere Zeit nicht mehr in Spanien gewesen bin, war ich überrascht wie gut die Küche ist. Nicht alles trifft meinen Geschmack, z.B. Kokotxas. Eine Delikatesse, aber.....

Ein kulinarisches Fazit kann ich jetzt schon ziehen. Mir schmeckt's in Spanien viel besser als in USA, die Gourmet-Hochburgen Chicago und San Francisco mal ausgenommen. Bekömmlicher und gesünder.  IMO

Nun ja, im Oktober geht's wieder nach Spanien und ebenso 2018.

*BigDADDY

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #62 am: 19.06.2017, 11:26 Uhr »
Nun ja, im Oktober geht's wieder nach Spanien und ebenso 2018.

Mh,

als Gourmet wäre doch auch mal Großbritannien dran oder?
Reducing Truck Traffic since 2007!

*MacClaus

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #63 am: 19.06.2017, 11:50 Uhr »

als Gourmet wäre doch auch mal Großbritannien dran oder?


Eine kulinarische Wüste, abgesehen von einer Handvoll trendiger Restaurants! Übrigens gibt es in London ein tolles Sushi-Restaurants! The Arika, wahrscheinlich der beste Sushi-Schuppen außerhalb von Tokio u. LA. 

In Europa beschränke ich mich auf Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien u. Spanien. Das reicht für zwei Leben!

*MacClaus

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Murillo


Rafting
Murillo ist Startpunkt von Kajak- und Rafting-Touren auf dem Río Gállego. Beim Anbieter Alcore buche ich eine Rafting-Tour. Der 8 km lange Trip wartet mit Stromschnellen bis Klasse 4 auf. Die Klassifizierung geht von Klasse 1 (leicht) bis Klasse 6 (extrem). Kommerzielles Rafting wird auf dem Rio Gállego bis Klasse 4 angeboten, auf dem Río Ara sogar bis Klasse 5. Der Regen in den vergangenen Tage hat den Fluss anschwellen lassen. Das wird bestimmt lustig! Auf meine Frage, ob es Zwischenfälle gegeben hat, beruhigt uns der Instruktor. Nur drei Todesfälle und ein paar Dutzend Verletzte in den letzten 25 Jahren. Wir sind 23 Personen, verteilt auf drei Schlauchboote und fünf Kajaks. Anscheinend habe ich dem Instruktor nicht genau zugehört! Beim ersten Kommando sich im Boot „kleinzumachen”, verliere ich das Gleichgewicht und falle ins Wasser. Mit Schwimmweste ist es mit eigener Kraft gar nicht so einfach wieder ins Boot zu kommen, aber der Instruktor weiß wo man anpacken muss. Die knifflige Passage durch Felsen hindurch passieren wir problemlos.

Vorne macht's mehr Spaß








An einer eher leichten Stelle kentert das Boot. Keine Panik, wir treiben wie angewiesen in Rückenlage. Gefährlich sind nur die Felsen über und unter Wasser, an denen man sich stoßen könnte oder das man zu schnell abgetrieben wird. Mittlerweile hat unser Instruktor das Boot wieder aufgerichtet und wir ziehen uns gegenseitig wieder ins Boot. Wir sind nicht die einzigen die Bekanntschaft mit dem Wasser machen. Das zweite Boot und zwei Kajaks kentern ebenfalls. Die starke Strömung ist auch tückisch. Ein Teilnehmer treibt im Fluss ab. Gott sei Dank kann ein Instruktor rechtzeitig das Rettungsseil zuwerfen und ihn wieder ans Ufer ziehen. Wir erreichen das Ziel ohne Blessuren. Zum Schluss gibt es noch ein Wheelie. Nahezu senkrecht steht das Boot im Fluss, ohne das einer von uns herausfällt. Am Ende sind wir alle happy, und hat einen Riesenspaß gemacht.

Clip vom Río Gállego: https://www.youtube.com/watch?v=u4K9q4iQfMY


To be continued...

*MacClaus

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #65 am: 19.06.2017, 20:06 Uhr »
Von den Pyrenäen zur Biskaya
Um 5.00 Uhr mache ich mich auf dem Weg nach Pamplona. Es ist mit 170 km die längste Fahrtstrecke. Der erste Stop ist die Burg von Javier. Sehenswert, wenn auch nur eine Miniaturausgabe im Vergleich zu Castillo de Loarre. Neun Kilometer nördlich von Castillo de Javier liegt auf einer Anhöhe das Kloster San Salvador de Leyre. Es ist die älteste Klosteranlage in Navarra. Die ersten drei Könige von Pamplona sind hier bestattet. Wunderschön ist die reich verzierte Porta Speciosa, das Westportal der Kirche. In Sangüesa mache ich Kaffeepause. Sehr sehenswert ist der Innenraum der Iglesia de Santiago. Der letzte Stop ist das Museo Oteiza in Alzuza. Das Museum ist dem baskischen Bildhauer Jorge Oteiza gewidmet. Tolle Architektur und Aussicht. Eine Gewitterfront zieht über Pamplona hinweg. Ein Temperatursturz auf 15 Grad, gegenüber 33 Grad in Murillo tags zuvor.






Am Spätnachmittag komme ich in Pamplona an. Die Hauptstadt von Navarra ist bekannt für seinen Stierlauf, aber auch für feine Bars und Restaurants. Ich schaue ins Café Iruña hinein, wo einst Ernest Hemingway zu Gast war. Zum gucken okay, Kaffee trinke ich lieber woanders. Am Abend gehe ich in das Restaurant Europa, eines von zwei Sterne-Restaurants in Pamplona. Pilar Idoate und Arkaitz Muguruza sind für ihre kreative Spanische Küche bekannt. Ich bestelle das 10-gängige Menü. Da ich nicht mehr fahren muss, gibt es auch Weinbegleitung zu jedem Gang. Alle Gänge sind mit Liebe angerichtet, aber gerade die Hauptgänge Fisch und Fleisch fallen doch ein wenig ab.





Low temperature Iberian terrine, spicy vinaigrette and rustic mustard mayonnaise  6/10

Crunchy prawns, mascarpone mayonnaise with citrus fruit and winter cream  6,5/10

Stuffed Galician razor clams with crunchy garlic bread  6/10

Organic egg in cereal and venere black rice on blue paramentier potatoes and truffles  7/10

Spinach ravioli, roasted scallop, mushroom air  7,5/10

Filleted sole, crab and teja de coral (sea food crunch)  6/10

Grilled Baztán beef sirloin, mini aubergine with vegetable sanfaina, foie and grape sauce  6/10

Mojito (Bacardi gelée, mint ice cream and lemon foam  8/10

Coffee cake with hazelnut praline, milk froth, cocao nibs and coffee ice cream  6,5/10

Petit fours  5,5/10


To be continued...

*BigDADDY

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #66 am: 20.06.2017, 09:40 Uhr »
Ich bestelle das 10-gängige Menü.

Mh,

das finde ich bescheiden. - Wie sind denn so die Preise?
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*MacClaus

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Antw:Pintxos und Sterne – Spanien Mai/Juni 2017
« Antwort #67 am: 20.06.2017, 10:26 Uhr »
das finde ich bescheiden. - Wie sind denn so die Preise?


Geschenkt für ein 1-Sterne-Restaurant !!!

http://www.hreuropa.com/carta-y-menus/menu-degustacion/

Für den Preis bekam ich im letzten 1-Sterne-Restaurant nicht mal nen platten Fisch  ...Story folgt.
Ist aber regional unterschiedlich... Pamplona ist halt Pampa. In Bilbao oder San Sebastián ist es schon teurer.

*MacClaus

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Pamplona
In den frühen Morgenstunden spaziere ich durch die menschenleere Altstadt. Entlang der Pilgerroute Calle Mayor und der Stierlaufstrecke Calle Santo Domingo und Estafeta. Ich laufe zur Zitadelle, eine Festungsanlage in Form eines Pentagon. Die riesigen Dimensionen der Zitadelle kann man besser einschätzen, wenn man sich ein Luftbild ansieht. Die gotische Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona ist ein Juwel, wenn auch ein paar Nummern kleiner als die Kathedrale in Burgos oder Tudela.










*MacClaus

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Am Nachmittag gehe ich in das 1-Sterne-Restaurant Rodero. Das Restaurant gibt es seit 1975 und wird von Küchenchef Koldo Rodero und seinen beiden Schwestern geführt. Ich bestelle das 10-gängige Menü. Aus dem Menü ragen heraus: Tortilla, gefüllt mit flüssigem Eigelb, Forellen-Carpaccio und Zitronen-Mojito. Zum Espresso gibt es noch Petit fours. Das Rodero verdient eigentlich fast schon 2 Sterne. Das erste 1-Sterne-Restaurant auf dieser Reise, dass meine Erwartungen übertrifft. Wer Pamplona besucht, der Restaurant-Tipp!





Celery and lime granita, cheese pancake  8,5/10

Sea urchin and foie cocktail  7,5/10

Marinated trout, ham emulsion and crispy fish skin  8/10

Beet and apple soup with smoked eel and dairy meringues  7,5/10

Asparagus stew with cookies and basil pil pil  6,5/10

Potato tortilla with truffle and onion cream  9/10

Grilled melgrim with mushrooms, capers and citrics  8/10

Cow steak with smoked foie cream and horseradish  7,5/10

Lemon Mojito  9/10

Strawberry and red berries, toasted white chocolate and basil  8,5/10

*MacClaus

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Schräg gegenüber dem Restaurant Rodero befindet sich Plaza de Toros, die Stierkampfarena von Pamplona. Ein Kurzfilm unterlegt mit martialischer Musik wird auf das Eingangstor projiziert. Ganz nett.

Am Abend suche ich zuerst die Bar Gaucho auf. Es gibt fünf Tapas und Wein, anschließend noch Thunfisch und Tiramisu in der La Cocina de Alex Mugica. Die beiden Tapas-Bars sind gut, zu einem der vorderen Plätze in meinem Ranking wird es aber dennoch nicht reichen.










To be continued... mit der letzten Woche im Baskenland.

*BigDADDY

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Lemon Mojito

Mh,

sieht ganz gut aus! Da die Spanier es ja nicht so mit dem Bier haben...
Der Rest ist mir zu minimalistisch, wann kommt denn einer von diesen Stieren an den Spiess?
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*MacClaus

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wann kommt denn einer von diesen Stieren an den Spiess?


Am Spieß? Habe ich keinen!  ;)


Wobei... was die Fleischqualität betrifft.... ein Steak aus deutschen Landen meilenweit hinter einem spanischen Steak liegt. So gutes Fleisch (wenn man an den richtigen Metzger kommt) gibt's sonst nur in Japan o. USA.

*BigDADDY

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ein Steak aus deutschen Landen meilenweit hinter einem spanischen Steak liegt.

Mh,

bin ja kein Gourmet, aber das glaube ich Dir ungesehen, wobei ich billiges Fleisch gar als (eine) Hauptursache für gesundheitliche Probleme halte.
Andererseits kann der Berliner nicht ohne Bouletten oder Currywurst mit Schrippe...
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*MacClaus

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bin ja kein Gourmet, aber das glaube ich Dir ungesehen, wobei ich billiges Fleisch gar als (eine) Hauptursache für gesundheitliche Probleme halte.


Das hat nichts mit teuer o. billig in Deutschland zu tun. Selbst bestes deutsches Fleisch vom Bio-Bauern (oder auch aus Irland o. Frankreich) hat nicht diese Qualität, die man in Spanien bekommt. Es schmeckt schon gut, aber es gibt Es liegt an erster Linie an der Rasse, Aufzucht und Klima. Alleine der Iberico Schinken (wenn man den richtigen gefunden hat) hat eine Qualität, die seinesgleichen sucht. Wenn ich an das deutsche "Zuchtschwein" denke, wird's mir echt übel. Ein Grund, warum man hier weniger Fleisch essen sollte...  ;)