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1.6. Harar

Und los geht es. Muller hat mir ein Auto angeboten, aber das will und brauche ich nicht. Die Wege sind kurz, und so habe ich mir gewünscht mit dem Tuk Tuk unterwegs zu sein, das habe ich seit Indien nicht mehr gemacht.

Und so steigen Biniyam und ich in das bereitstehende Tuk Tuk und fahren eine kurze Strecke auf einen Hügel außerhalb der Stadt, von dem aus man die Altstadt Harars bewundern kann. Diese ist geschütztes Unesco Weltkulturerbe und umrahmt die gesamte Altstadt (Jugol). Und daher ist auch die Altstadt optisch so scharf vom grünen Umland abgegrenzt. Harar gehört zu den heiligen Städten des Islam nach Mekka, Medina und Jerusalem.

Es geht weiter auf den bunten Markt. Es macht Spaß mit Biniyam hier entlangzulaufen. Und wieder ist es völlig stressfrei, weil jede Unsicherheit, ob Fotos OK sind oder nicht, von vornherein nicht existiert: Bist du so nah an jemandem dran, dass du ihn anfassen kannst, musst du fragen. Ansonsten kannst du fotografieren. Die Leute mögen Kontakt, insofern ist es immer gut vor einem Foto ein paar Worte zu wechseln.









Die Zahl 5 ist im Islam bedeutsam. Die Stadttore sind symbolisch angeordnet, es gibt daher 5 Tore, die früher nachts verschlossen waren.

Wir streifen kreuz und quer durch die Gassen. Und während ich gestern noch dachte, dass ich unbedingt allein hier durchgehen möchte, freue ich mich über meine lustige und durch und durch sympathische und angenehme Begleitung mit Ortskenntnis, die mich auch davor schützt, immer wieder andere Menschen abschütteln zu müssen. Biniyam kennt jeden und jeder kennt ihn. Da man mich mit ihm hier den ganzen Vormittag gesehen hat, werde ich auch nachmittags allein sicher sein keine lästigen falschen Guides abschütteln zu müssen.











Wir gehen in ein traditionelles Hararihaus, und auf den ersten Blick denke ich, ich muss in einem Museum sein. Aber nein, hier lebt eine Familie. Biniyam und ich sitzen auf einer der 5 Ebenen, die in jedem Harari-Haus eine Rolle spielen, also wieder die Zahl 5! Er erklärt mir viel über das Familienleben, Heiratsrituale und auch beispielsweise, dass die beiden aufgerollten Teppiche über der Tür bedeuten, dass zwei heiratsfähige Mädchen im Haus sind.

In einer Ecke steht ein großes Ehebett, und nachdem ich weiß, wie viele Menschen hier wohnen und schlafen, wundere ich mich doch, wie hier für Nachwuchs gesorgt wird. Auf meine vorsichtige Rückfrage hinsichtlich der Frage nach Privatsphäre grinst Biniyam: “We are in Africa. In Africa, there is no privacy, but for jiggy jiggy of course they are alone.” Nun gut, unter “Jiggy Jiggy” kann ich mir glatt etwas vorstellen. Ich bin beruhigt und beschließe, das Wort “Jiggy Jiggy” in meinen aktiven Wortschatz aufzunehmen.







Wir gehen weiter, schauen hier in einen Shop, dort macht er mich auf eine der fast 100 kleinen Moscheen der Altstadt aufmerksam. An vielen Stellen sind kleinere Märkte aufgebaut. Die Frauen, die hier sitzen um 3 Bund Möhren und 20 Zwiebeln zu verkaufen, sind hiermit teilweise 30 Kilometer zu Fuß in die Stadt gelaufen.















Es gibt hoch herrschaftliche Häuser, fast schon Paläste, unter anderem das Elternhaus von Haile Selassie, die heute zu Museen umgestaltet sind. Eins ist geöffnet und ein privates Museum wird vielleicht heute noch geöffnet, vielleicht!. Wann ist ungewiss, aber vielleicht um 14.30 Uhr. Das offizielle Museum sehe ich mir an.













Es gibt eine Mühle und Metzgereien, eine Straße voll mit Nähern und Nähmaschinen.







Wir gehen kreuz und quer durch die Stadt und ich bewundere die bunten Häuser, die bunten Gestalten, die schmalen Gassen, in denen man teilweise echt miteinander reden muss, wer zuerst gehen darf, wenn Gegenverkehr kommt.

Ich mache unzählige Fotos und auch eins von mir muss gemacht werden: “Come on, just one photo, chiger yellem, no problem!”



Wir kommen an einem traditionellen Hararihaus vorbei, in dem unzählige Frauen damit befasst sind eine Art Brot oder Pfannkuchen zu backen. Es sieht aus wie auf einem mittelalterlichen Gemälde. Ob man das mal ansehen darf? “We will try. We have to make contact, then maybe they allow to take photos.”

Wir gehen hinein, Biniyam redet mit den Frauen. Sie erklären, dass sie dieses Gebäck als Spende für einen Schrein herstellen. “If you have 50 birr, you can give it to them and they will bless you.” Na klar, kein Problem. Der Schein wird zur ältesten, offenbar fast schon blinden Frau ganz hinten durchgereicht. Ich werde hingelotst und die Frauen beginnen “amen, amen” zu rufen mit geöffneten Händen. Und ich soll auch die Arme angewinkelt mit nach oben geöffneten und ausgestreckten Händen nach vorne halten und “amen” sagen.

Zum Dank geben sie uns so ein ganzes Brot mit. “We eat a small piece to show respect and give the rest to a beggar.” Und genau so geschieht es.







Biniyam und ich gehen noch gemeinsam zum Mittagessen und verabreden uns für abends zur Fütterung der Hyänen. Ich setze meinen Spaziergang durch die Stadt fort. Und am Nachmittag habe ich keine Lust mehr, gehe ins Hotel und ruhe mich aus.









Biniyam und das Tuk Tuk sind pünktlich. Es geht zu einem Platz außerhalb der Stadt, an dem schon seit Jahrhunderten die Hyänen gefüttert werden. Die Hyänen entern nachts die Stadt und fressen alles, was das Leben am Tag ihnen so übrig ließ: Reste aus Schlachtereien, tote Tiere, Ratten… Hier holen sie sich ihren Appetizer.

Der Hyänenmann, mittlerweile schon der der nächsten Generation, lockt die Tiere durch Pfeifen herbei. Hyänen leben im Matriarchat, und so muss der Hyänenmann zunächst das weibliche Leittier rufen und ihm zu fressen geben. Erst dann sind die anderen dran. Das Licht von drei Tuk Tuks leuchtet die Szenerie aus, als der Hyänenmann den Tieren Knochen hinwirft und dann beginnt, mittlerweile von mindestens 10 Tieren umrahmt, kleine Fleischstückchen auf ein Stöckchen zu legen, dieses in den Mund zu nehmen und den knuddeligen Tierchen anzubieten.







Und nun bin ich dran, oh ha! Ich darf auf dem anderen Stein neben dem Hyänenmann Platz nehmen, bekomme das Stöckchen in die Hand, darf es der Hyäne anbieten. Dann heißt es “grip it with your teeth!” Oh weia, eine Hyäne könnte mir mit Leichtigkeit mein zartes Beinchen abbeißen, wenn sie wollte. Und irgendwie denke ich an den Film “die Götter müssen verrückt sein”, in dem dem kleinen Buschmannjungen gesagt wird, er müsse größer sein als die Hyäne um vor ihr sicher zu sein, sodass er ein großes Stück Rinde über seinen Kopf hält, was ihn 30 cm größer macht, das dann aber abbricht, sodass er Fersengeld geben muss um vor dem Tier zu flüchten.

Aber irgendwie scheinen die Teddys mit den runden Ohren vor mir dennoch Respekt zu haben. Und auch, als mir eine auf den Rücken steigt um das über meinen Kopf gehaltene Leckerli entgegenzunehmen, bin ich ganz ruhig.



https://youtu.be/tpGSEC2ooH0

Das Spektakel ist schnell beendet. Ich fahre zum Hotel zurück und Biniyam will morgen um 5 Uhr, wenn ich zum Flughafen muss, da sein. Er hat mir Khat mitgebracht, sehr gutes Khat, wie er beteuert, nebst der Instruktion mir eine Seite zum Kauen auszusuchen, so viel wie möglich in eine Backe zu stopfen, es ganz auszukauen um den Wirkstoff herauszulösen und nach frühestens 15 Minuten die Blätter auszuspucken. Und somit kenne ich das restliche Abendprogramm.

Ich esse zum Abendessen heute wieder mal Spaghetti und lege dann mit dem Khat los. Dieses soll stärker als Koffein wirken, ähnlich wie Amphetamin. Doch erstens schmeckt es eklig, zweitens habe ich Angst die Blätter zu verschlucken, sodass ich nach so einer kleinen Portion und nur 2 Minuten keinerlei Wirkung spüre. Aber nett, dass Biniyam mir das mitgebracht hat.
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Wieviel Zeit ist denn von Ankunft des Zuges bis zum Abflug?

Bei internationalen Flügen sind es i.d.R. so knapp 2 Stunden plus x.

Es werden aber auch schon mal Verbindungen angeboten bei denen zwischen Zugankunft und Abflug nur 1 3/4 Stunden liegen.

@TE
Wenn Dir die rechtliche Situation bewusst ist bleibt es im Ergebnis dabei, dass Du selbst entscheiden musst ob Du bereit bist das Risiko einzugehen.


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Wieviel Zeit ist denn von Ankunft des Zuges bis zum Abflug? Gepäck vor Zugankunft einchecken macht sich nicht so gut, Umstiegszeiten sind gelegentlich recht kurz und wenn der Zug Verspätung hat, wird man auf einen anderen Flug gebucht.

Die Airrail-Kunden werden offensichtlich alle in einen Waggon gebucht, so dass Kontrolle nicht so schwierig ist, wenn man denn will... Klar scheint es in 95% der Fälle zu klappen, wieviel Nervenkitzel man möchte ist halt individuell verschieden  :D.
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Die rechtliche Seite ist mir absolut klar, da es sich bei der Zugfahrt um das erste Flugsegment handelt. Ebenso das theoretisch damit verbundene Risiko.

Mir war nur nicht klar, ob man sich bei einem solchen Ticket womöglich an einem LH Schalter/Bahnschalter am Bahnhof melden muss. Wenn es nur ggf. vom Schaffner kontrolliert wird, ist ja die Wahrscheinlichkeit zwischen Stuttgart und Frankfurt nicht kontrolliert zu werden, gar nicht mal so klein.
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Chat, Grüße und Unterhaltung / Antw:Morgengruß
« Letzter Beitrag von nypete am Heute um 08:10 »
Guten Morgn,

es ist bewölkt bei 18°.

Schönen Sonntag.
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Chat, Grüße und Unterhaltung / Antw:Re: Morgengruß
« Letzter Beitrag von Heiner am Heute um 07:25 »
Moin!

Wir haben zur Zeit in Hamburg 21 Grad,
Nordwestwind 2 km/h, bei leichter Bewölkung.
Wünsche Euch einen schönen  Sonntag.

Gruß Heiner



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Nochmal:

Auch ein Airrail-Ticket wird vom Schaffner max. geknipst nicht elektronisch erfasst (kann er gar nicht).

Der einzige Nachweis den man also hat ist der Zangenabdruck. Und was wenn man nun gar nicht kontrolliert wird oder der Schaffner nicht stempelt?

Bleibt man dann am Flughafen stehen? Mit Sicherheit nicht. Probleme haben primär die Meilenjäger bei der nachträglichen Meilengutschrift wenn der Bahnstempel fehlt.

Natürlich muss man hier auch selbst etwas mitdenken. Sofern es wie in FRA einen extra Schalter für die Gepäckaufgabe für Airrail gibt sollte man sich nicht einfach dummdreist bei der normalen Gepäckabgabe anstellen.


Und wenn man gefragt wird ob man mit der Bahn gefahren ist auch in der Lage sein ohne rot zu werden zu „lügen“.

Wer das nicht kann oder will sollte in der Tat auf so ein Ticket verzichten und mehr bezahlen.
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Wenn es "Airrail" ist, ist das KEIN "Zug zum Flug". Das Segment muss angetreten werden.

Rechtlich ist damit diese Strecke wie ein Flugsegment zu behandeln.

Wenn dann LH die Weiterbeförderung verweigert, ist das rechtlich absolut sauber und man kann nichts machen.

Und wenn leia dann in Frankfurt steht und nicht mitfliegen darf, dann sagt sie einfach: "Aber detritus hat gesagt, dass..." und du denkst, dann läuft das?
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Du kannst m.E. aufs Ticket schreiben was Du willst - da Bahn und Airline keine Verbindung haben (und Bahn Tickets sehr oft nicht mal elektronisch erfasst sondern nur geknipst werden) spielt das keine Rolle.
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Es ist ein Unterschied zwischen "Rail and Fly" und einer Zugfahrt, die eine Flugnummer hat und im Ticket mit der konkreten Abfahrtzeit ausgewiesen ist.
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