"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017

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*lonewolf81

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"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« am: 25.06.2017, 21:08 Uhr »
Die Elternzeit ausnutzend waren wir im Mai für vier Wochen mit unserem kleinen Sohn auf Island unterwegs. Jemand Lust auf einen Reisebericht über die Insel aus Feuer auf Eis mit den Augen eines Kindes?

Dann rein in den Flieger, wir haben noch Platz und das Boarding beginnt in Kürze.

*Anti

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #1 am: 25.06.2017, 21:13 Uhr »
Da bin ich gerne dabei. Und: Glückwunsch zum Nachwuchs!

*lonewolf81

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #2 am: 27.06.2017, 20:57 Uhr »
Danke.

Na fangen wir mal an, vielleicht steigt noch jemand zu.

Einleitung

Die grobe Route führt gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel.

Wer wir sind

Wir drei sind Barbara und Matthias, 31 und 36 Jahre alt und reiserfahren und zum ersten Mal unser kleiner Sohn Simon (8 Monate). Island ist für uns alle Neuland.

Vorbereitung

Im Vorfeld haben wir neben viel Recherche im Internet zwei Reiseführer für die Grob- und Feinplanung benutzt.

DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Island
Island: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps

Wir hatten alle Unterkünfte bereits vorgebucht. Aufgrund unserer sehr guten Erfahrungen haben wir wo möglich wieder über airBnB gebucht, einem Webdienst zur Privatzimmervermittlung.

Zu den Fotos

Wir betreiben Fotografie als Hobby, aber nicht als Passion und wollen die Bilder in erster Linie für uns haben um unseren Urlaub zu dokumentieren. Unser Interesse liegt nicht in perfekten Bildern in Wettbewerbsqualität, wir haben weder die Zeit noch die Lust jedes Bild zu bearbeiten. Deshalb kommen die Bilder so hier rein, wie sie aus der Kamera kommen, auch wenn wir bei unserem Fotomaterial durchaus Wert auf Qualität legen. Wir verwenden für unsere Bilder eine Nikon D5100 mit 10:20, 16:85 und 70:300 Objektiv.

*lonewolf81

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #3 am: 27.06.2017, 21:12 Uhr »
Tag 1 - Dienstag 02.05. – Düsseldorf - Keflavik

Und es geht wieder los auf große Tour, doch dieses Mal unter ganz anderen Vorzeichen. Denn seit September 2016 gehört doch der kleine Simon zu unserer Familie und so wird diese Reise nach Island unsere erste Rundtour mit Baby. Wir haben uns vorgenommen zu entschleunigen, die Etappen und Aktivitäten kürzer und kindgerechter zu halten, nicht jeden Tag das Quartier zu wechseln und ansonsten an unserem Reisestil festzuhalten.

Der Hinflug geht diesmal ab Düsseldorf, abends um halb 10. So hat man den Tag über viel Zeit mehrfach zu überlegen, ob man auch nichts vergessen hat. Am Flughafen eine kleine Aufregung, weil der Sprengstofftest beim Kinderwagen positiv ist, aber auch das kriegen wir geregelt. Da hatte die Vorbesitzerin wohl einen scharfen chemischen Reiniger verwendet. Bei AirBerlin haben wir das Glück zu zwei in einer Dreierreihe sitzen zu können, so haben wir doch etwas Platz für das Kind. Simon ist neugierig, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit aber auch sehr müde und mit einigem Aufwand kriegen wir ihn zweimal zum Einschlafen.

In Keflavik – dort befindet sich der internationale Flughafen von Rejykjavik – müssen wir dann noch ein paar Minuten auf unsere Shuttlebus zur Autovermietung fahren, erhalten dann aber problemlos von ProCar einen fast brandneuen Hyundai i30 mit gerademal 6.000 Kilometer auf der Uhr. Bis zu ersten Unterkunft sind es zum Glück nur wenige Minuten, im Home Guesthouse in Keflavik verbringen wir die ersten zwei Nächte. Es geht  dann nur noch ins Bett. Keine Fotos.


*Anti

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #4 am: 27.06.2017, 21:53 Uhr »
Island steht bei uns auch auf dem Schirm. Wir können nicht jedes Jahr verreisen und für nächstes Jahr sind bereits die Cottages in Schottland gebucht. Auch wir wollen einen entschleunigten Urlaub und deswegen ist es für mich umso interessanter, wie ihr Island als Ersttäter entschleunigt erlebt.

Und mit Fotos directly out of camera habe ich auch kein Problem. Machen wir auch so.

Wenn ihr erst so spät abgeflogen seid, dann seid ihr ja auch sehr spät auf Island angekommen. War das kein Problem mit der Unterkunft? Oder war diese dann nicht über airbnb?

*lonewolf81

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #5 am: 27.06.2017, 22:05 Uhr »
Wenn ihr erst so spät abgeflogen seid, dann seid ihr ja auch sehr spät auf Island angekommen. War das kein Problem mit der Unterkunft? Oder war diese dann nicht über airbnb?

Doch, war auch über AirBnB. Diese kleinen Schlüsseltresore mit Zahlencode sind in Island sehr verbreitet, durch die sehr, sehr langen Tage mit beinahe 24 Stunden Helligkeit ist es durchaus üblich, dass man erst sehr spät in der Unterkunft ankommt.

*Anti

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*BigDADDY

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #7 am: 28.06.2017, 09:37 Uhr »
Mh,

damit der Wolf nicht so allein heult: soeben zugestiegen :popcorn:
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*U2LS

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #8 am: 28.06.2017, 14:07 Uhr »
Dann bin ich eben der, der mit dem Wolf tanzt  :wink:
Gruß
Lothar

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*BigDADDY

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« Antwort #9 am: 28.06.2017, 14:55 Uhr »
Mh,

ich sehe im Übrigen die flamingofarbene WOWair manchmal über meine kleine Scheune fliegen.
Hattet Ihr die auch auf dem Zettel oder habt Ihr Euch bewußt für AirBerlin entschieden?
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*lonewolf81

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« Antwort #10 am: 28.06.2017, 22:52 Uhr »
Mh,

ich sehe im Übrigen die flamingofarbene WOWair manchmal über meine kleine Scheune fliegen.
Hattet Ihr die auch auf dem Zettel oder habt Ihr Euch bewußt für AirBerlin entschieden?

Ja, wir hatten auch WOWair und Icelandair angeschaut, aber uns war ein Abflug aus NRW wichtig, damit meine Eltern uns und den Kleinen zum Flughafen bringen konnten und wenn man alle Gepäckkosten etc. mitgerechnet hat, dann war WOWair nicht mehr billiger als unsere jetzige Lösung mit Hinflug AirBerlin und Rückflug Eurowings. Die hat für uns unter Berücksichtung aller Punkte am besten gepasst, keine "Glaubensfrage".

*lonewolf81

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« Antwort #11 am: 29.06.2017, 13:06 Uhr »
Tag 2 - Mittwoch 03.05. – Keflavik (Halbinsel Reykjanes)

Dank zwei Stunden Zeitverschiebung und Simon sind wir früh wach. Nach dem Aufstehen machen wir uns mit dem Kinderwagen auf in Richtung Keflavik um den Ort zu erkunden und ein paar Sachen einzukaufen. Leider bläst den ganzen Tag ein heftiger Wind – auch wenn es trocken ist – und das macht keinem von uns wirklich Freude. Die Stadt selber gibt auch nicht viel her, außer dass sie nett am Meer gelegen ist. Also nur kurz in einen Supermarkt rein, dann zuhause frühstücken, ausführlich mit dem Kind spielen, damit der Kleine auch müde wird.


Keflavik am Hafen


Keflavik am Meer


Keflavik Ort - altes Haus


Gegen Mittag machen wir uns dann auf den Weg um den westlichsten Teil der Reykjanes Halbinsel zu erkunden. In Garður gibt es eine nette Holzkirche – die aber wie alle weiteren Kirchen des Tages leider verschlossen sind. Also nur ein fotogener Blick von außen. Ein Stück weiter nördlich stehen in Garðskagi zwei Leuchttürme, sehenswert aber da an exponierter Stelle ziemlich windumtost. Eine längere Küstenwanderung mit Kind scheidet heute aus.


Holzkirche von Garður


Holzkirche und Pfarrhaus


Leuchtturm von Garðskagi


Leuchtturm von Garðskagi


Trockengelegte Schiffe findet man überall, oft darf man hochklettern


Trockengelegte Schiffe findet man überall, oft darf man hochklettern


Vogelwelt am Leuchtturm


Die Hvalsneskirkja ragt auf einem grünen Hügel inmitten einer immer unwirtlicher werdenden Lavalandschaft pittoresk empor – leider nur von außen zu besichtigen. Die hübsche Holzkirche ist das einzige was Hafnir zu bieten hat, danach geht es durch endlose Lavalandschaften südwärts bis zum Parkplatz an der „Bridge between continents“. Die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte driften hier um 2cm pro Jahr auseinander, über den sichtbaren Canyon hat man eine Brücke gebaut und mit ein paar Schautafeln versehen, die einen das Gefühl geben mit wenigen Schritten von Europa nach Amerika und zurück laufen zu können.


Hvalsneskirkja


Hvalsneskirkja


Blick zum Meer


Durch die Lavalandschaft


Bridge between continents


Bridge between continents


Bridge between continents


An der Südspitze in Reykjanesviti gibt es einen weiteren Leuchtturm und einige Steilklippen an denen Basstölpel hausen. Nebenan liegt Gunnahver, ein Geothermalgebiet, bei dem es an einigen Stellen ordentlich aus der Erde dampft und entsprechend schwefelig riecht. Danach wird Simon merklich unruhiger und wir machen uns auf den Heimweg. Grindavík lassen wir rechts liegen, die gehypte „Blaue Lagune“ stand sowieso nicht auf unserem Plan. Letzter Stopp des Tages in Njarðvík – dort gibt es einige alte Fischerhäuser zu bestaunen. In der Hauptsaison  man merkt an den Öffnungszeiten dass wir noch nicht in dieser sind – kann man sie auch von innen besichtigen.


Leuchtturm Reykjanesviti


Steilklippen Reykjanesviti


Steilklippen Reykjanesviti


Geothermalgebiet Gunnahver


Geothermalgebiet Gunnahver


Geothermalgebiet Gunnahver


Fischerhütten Njarðvík


Fischerhütten Njarðvík



*BigDADDY

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #12 am: 29.06.2017, 20:07 Uhr »
Mh,

kein schlechter Eindruck, wenn man sich die Bilder so anschaut: aber doch recht einsam, gell?
Reducing Truck Traffic since 2007!

*lonewolf81

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« Antwort #13 am: 30.06.2017, 22:58 Uhr »
Ja, bei landesweit nur gut 3 Einwohnern pro km² und einer Konzentration von 60% der Bevölkerung in der Hauptstadtregion läuft man selten Gefahr sich in großen Menschenmassen zu verlieren.

*lonewolf81

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« Antwort #14 am: 01.07.2017, 11:32 Uhr »
Tag 3 - Donnerstag 04.05. – Keflavik – Reykjavik

Heute ist Matthias‘ Geburtstag, doch von Ausschlafen hält Simon nicht viel. Ab halb sieben beginnt das muntere Programm. Wir lassen uns Zeit, frühstücken dann gemütlich und nachdem der Kleine sich ausgetobt hat, fahren wir los. Er ist auch gleich eingeschlafen, verschläft unseren Stopp beim Supermarkt und an der alten Steinkirche in Njarðvík, die zwar sehr malerisch gelegen aber natürlich verschlossen ist. Das Wetter übrigens da noch deutlich besser. Danach geben wir Simon genug Zeit zum Schlafen und fahren quer über die Reykjanes Halbinsel an die südliche Küste und dann dort entlang durch die Lava bis zur Strandarkirkja – einer einsam am Meer gelegenen Fischerkirche – die, oh Wunder, sogar offen ist und von innen besichtigt werden kann. Im nahgelegenen Cafe gibt es Geburtstagskuchen und Simon darf spielen.


Küste im Sonnenschein bei Njarðvík


Steinkirche von Njarðvík


Strandarkirkja


Strandarkirkja


Strandarkirkja


Strandarkirkja


Elfenhäuser - findet man immer mal wieder am Wegesrand


Das durchfahrene Lavafeld? Nun ja, ziemlich schnell setzt ziemlich dichter Nebel ein und die Sichtweite beträgt oft kaum 100 Meter. Die schroffe Steinlandschaft ist interessant, die Weite der Lavamassen geht aber leider völlig verloren.

Auf dem Rückweg stoppen wir erst am Grænavatn, einem grünen Kratersee dessen Umrundung per pedes sich bei dem Wetter absolut nicht lohnt. Kurz danach befindet sich Krýsuvik ein durch einen kurzen Rundweg erschlossenes Thermalgebiet mit dampfenden Pools, Schlammlöchern und penetrantem Schwefelgeruch. Ein schöner Rundgang.


Kratersee Grænavatn


Thermalgebiet Krýsuvik


Thermalgebiet Krýsuvik


Thermalgebiet Krýsuvik


Thermalgebiet Krýsuvik


Thermalgebiet Krýsuvik


Am See Kleifarvatn entlang wird zuerst das Wetter besser und die Aussicht spektakulärer, spätestens als es den Berg herab nach Hafnarfjörður geht und sich Reyjkavik, die schneebedeckten Berge und das blau glitzernde Meer im Sonnenlicht ausbreiten, sind wir das erste Mal von Island richtig begeistert.


See Kleifarvatn


See Kleifarvatn


See Kleifarvatn


See Kleifarvatn - Das Wetter wird besser


Schotterpiste nach Hafnarfjörður


In Hafnarfjörður halten wir am kleinen Park Hellisgerði, der nett und verwunschen hergerichtet ist und von Elfen bewohnt werden soll. In der warmen Sonne sehen wir keine, lassen uns aber viel Zeit mit Simon der draußen spielen darf. Auf dem weiteren Weg nach Reykjavik machen wir noch einen Abstecher nach Bessastaðir, einem schön gelegenen Gehöft mit Kirche (geschlossen), das als Sitz des isländischen Staatspräsidenten dient.


Park Hellisgerði


Bessastaðir


Bessastaðir


Bessastaðir


Blick auf Reykjavik von Bessastaðir


Simon hat dann genug und wir fahren in den Reykjaviker Vorort Kópavogur wo wir die nächsten vier Nächte bei Hildur verbringen, wir haben uns über AirBnB bei ihr eingebucht und werden von der Familie samt kleinem Welpen gleich sehr freundlich begrüßt. Simon hat offensichtlich Spaß daran, einen feuchten Hundekuss ins Gesicht zu bekommen. Nach Auspacken und einiger Spielzeit setzen wir Simon dann nochmal in den Wagen und laufen zum nahe gelegenen Supermarkt. Dabei schläft er ein, wir kommen an einer netten Kirche (geschlossen) vorbei, kochen dann daheim für ihn (er mag es aber nicht) und uns und gehen relativ früh schlafen.


Lavafeld mit Blick auf Kopavagur


Kirche von Kopavagur