Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen

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*monana88

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Tag 6 –Vancouver North bis Pemberton-Mt. Curie am 02.09.2017
« Antwort #15 am: 18.01.2018, 16:33 Uhr »
So, die Woche war viel los... Deswegen geht es erst heute weiter miiiiiiiiiiiiit:


Tag 6 –Vancouver North bis Pemberton-Mt. Curie am 02.09.2017

Heute sind wir, wie eigentlich jeden Tag, ganz früh aufgestanden, da wir eine Reise mit viiielen Stops vor uns hatten. Ab dem heuten Motel haben wir für sicherlich 7 Tage erstmal kein Frühstück dabei, weswegen wir uns nun selbst versorgen müssen. Da in Kanada alles total teuer ist, wir dann auch noch im Tegut Kanadas einkaufen gingen, wo alles Bio ist (irgendwie war in der Nähe sonst nix) und wir recht viel einkaufen mussten, erklärt das, warum die Kosten beim Lebensmitteleinkauf heute so hoch waren. Aber es ist schon interessant. Die Kassierer sind soo langsam. Allerdings kauft man wohl auch einfach nicht so viel, aufgrund der hohen Preise. Oder wie, oder was? Wenn beim Lidl oder Aldi, bei den Mengen, die dort am Tag über die Kasse gehen, so langsam gearbeitet würde, müsste dieser 24 h offen haben, wie in den USA/Kanada. 😀

Aber trotzdem, wir hatten einen ganz kleinen Wagen voll und 83 € ausgegeben. Mann, Mann. Das treibt einem echt die Tränen in die Augen…

Da wir weder außerhalb frühstückten, noch im Hotel, ging das Frühstück schnell über die Bühne. Dementsprechend früh konnten wir auch aufbrechen. Wunderbar! So bitte jeden Tag!!

Der erste Stopp war im Lynn Canyon Provincial Parc. Dort wollten wir uns die Suspension Bridge anschauen, also eine Fußgängerbrücke, die über einen Fluss geht. Als wir dort ankamen, sahen wir aber, dass man auch einen kurzen Trail bis zu den Twin Falls laufen kann. Also liefen wir dort entlang. Wir hatten ja noch sehr früh, im Wald war es noch recht kalt, wir trafen auf kaum eine Menschenseele. Schön war das! Bei den Twin Falls entdeckten wir dann einen Rucksack, Schuhe, Socken und ein T-Shirt von einer Person, die jedoch nirgends in der Nähe war. Hm, komisch. Wenn man dann noch im Hinterkopf die Aussagen der Schilder von kurz zuvor hat, nämlich, wie viele Leute sich einen „Spaß“ erlaubt haben und die Fälle runtergesprungen und dabei gestorben sind… Könnte man meinen, dass auch dieser vielleicht eine Mutprobe machen wollte…





Wir haben versucht ein paar schöne Fotos von den Falls zu machen, sind etwas rumgekraxelt (ein Baum hatte unendlich viele Wurzeln an dem Hang. An denen konnte man toll entlanglaufen. Von unten sahen sie schon fast etwas unheimlich aus).

















Dann liefen wir den Trail weiter, bis zur Suspension Bridge. Langsam kamen uns auch immer mehr Leute entgegen, sodass wir froh waren, dass wir den Park zu unserem ersten Stopp gemacht haben.

Anschließend fuhren wir weiter zum Cypress Provincial Parc. Von dort aus sind wir ein paar Aussichtspunkte angefahren, von wo aus man einen tollen Blick auf Vancouver hat. Es geht also schon ein ganzes, arges Stück bergauf. Und wir überholten auf unserem Weg nach oben ständig Fahrradfahrer. Es waren an diesem Tag sooo viele unterwegs. Der Wahnsinn. Und vor allem der Wahnsinn, bei fast 30 Grad so einen krassen Berg zu befahren. Hiiilfeee!!!!

Danach wollten wir zu einem Leuchtturm fahren. Der Weg dorthin war schon recht anstrengend. Ständig Kurven. Ständig enge Gassen. Ständig Stop-Schilder. Dort angekommen wurden wir vom Ranger darauf aufmerksam gemacht, dass wir kein Feuer machen dürfen. Auch nicht rauchen etc., da die Feuergefahr extrem hoch ist. Wir merkten dann aber recht schnell, dass der Trail bis zum Leuchtturm recht weit ist, weswegen wir direkt wieder umkehrten. Den Leuchtturm hatten wir ja schon am Tag zuvor vom Wasserflugzeug aus gesehen…

Von dort auch gesehen haben wir Horseshoe Bend. Ein Ort, an dem viele Fähren abfahren, um zu den Inselchen oder Vancouver Island zu kommen. Ich wollte von dieser Bucht ein schönes Foto machen, allerdings waren super viele Leute dort unterwegs, die alle auf die Fährt wollten… Wir bekamen nicht mal einen Parkplatz… Also fuhren wir weiter. An der wunderschönen Sunshine-Coast vorbei. Wir hätten gerne immer mal wieder angehalten und Fotos gemacht, aber die Parkbuchten für die Lookouts waren alle auf der anderen Fahrbahn und in der Mitte waren zwei Striche, heißt, rüberfahren ist nicht erlaubt. Es war auch recht viel los auf den Straßen, weswegen wir uns mit einem kurzen Blick begnügen mussten. 2 Mal standen wir auch im Stau. Wir dachten jedes Mal, oh, wei, was wird da denn los sein? Schließlich, ihr müsst einfach mal auf der Landkarte gucken, ist das die einzige Straße Richtung Cache Creek. Wäre ein Unfall oder so passiert und die Straße gesperrt, gibt es einfach keine Umleitung. Man müsste mehrere 100 km zurück fahren. Das ist schon echt der Wahnsinn! Aber, es war jedes Mal nur eine Verengung von 2 auf 1 Spur. Und einmal war dahinter noch eine Ortschaft, wo auf der Hauptstraße ne Ampel war. Oh, Mann…

Wir hielten unter anderem noch am Porteau Cove Provincial Parc (PP). Da ging ein Steg ab, den man entlanglaufen konnte. Von dort hatte man einen ganz schönen Blick auf den Steinstrand und die Berge und Inseln um einen herum. Schön!!!







Eigentlich wollten wir dann den Watts Point anfahren, aber irgendwie sind wir total daran vorbeigerauscht. Aufgefallen ist uns das auch erst, als die Abfahrt für die Shannon Falls kam. Hmm. Naja. Dann eben schon die tollen Wasserfälle! Hier führte eine kurze Wanderung zu den Fällen. Man konnte sie einmal von unten und ab einem anderen Aussichtspunkt von der Seite betrachten. Bei dem zweiten Punkt waren dann schon deutlich weniger Leute da. Faulis!







Achja, an diesem Stopp merkten wir das erste Mal, dass es ganz schöne viele Leute gibt, die gerade Kanada Urlaub machen und dieselbe Route fahren wie wir. Es war ziemlich viel los. Der Parkplatz war total überfüllt, sodass wir auf der anderen Seite des Highways parken mussten. Dort gab es zum Glück einen Ausweichparkplatz.

Ein paar Aussichtspunkte konnten auf dem Weg angefahren werden:







Eine kurze Roadside-Attracion: Der Logger! Ein Holzfäller. Dort hielten wir aber nur an der gegenüberliegenden Tankstelle, um ein Foto zu schießen. Dann kamen wir kaum mehr von der Tankstelle runter, weil plötzlich super viele Leute drauf fuhren und uns keiner runterlassen  wollte. Boah, ey!



Am West Coast Railway Heritage Park in Squamish wollten wir uns alte Loks von der ersten Eisenbahngesellschaft anschauen. Doch wir haben im Reiseführer gelesen, dass der Eintritt ziemlich hoch sein soll. So war es dann auch. Naja, dachten wir uns, dann kann man ja gucken, ob man draußen auch was anschauen darf. Irgendwie ging es dann in eine Lok rein, durch die man durchlaufen konnte. Erst vorne in Lokführerwaggon, dann ging es zum Maschinenraum, wo alles total eng war (am Ende des Maschinenraums war mitten im Raum eine Toilette! Toller Ort fürs „stille Örtchen“. Wenn die Maschinen an sind, fliegen einem bestimmt die Ohren weg). Dann ging es weiter durch verschiedene Abteile, 1. Klasse, 2. Klasse, Esswaggon und so weiter. Mit der alten Ausstattung noch. War ziemlich interessant. Als wir am anderen Ende des Zugs rauskamen, waren wir irgendwie mitten in der Ausstellung drin. Hmm, na, wenn wir schon mal hier sind, gehen wir auch mal in den Postwagen. Total interessant! Man hat sehen können, wie die Leute damals die Briefe sortiert haben, während der Fahrt. Hab nur leider keine Fotos gemacht. Hmmm… Man hatte einen Tisch und konnte von aus die Briefe in verschiedene Säcke und Kästchen reinwerfen, um den richtigen Ort auszuwählen. Wahnsinn!  Gehört viel Konzentration und Balance zu.



Dann kauften wir, wie oben schon beschrieben, in dem Tegut Kanadas ein und fuhren weiter zu den Brandywine Falls. Auch hier gab es wieder einen kurzen Wanderweg hin und auch diese Wasserfälle waren ganz nett anzusehen.









Interessant war der Pick-Up, der auf den Bahnschinen fuhr:



Zum Abschluss, wie hatten schon knapp 18 Uhr, wollten wir uns noch die Neirn falls anschauen. Da musste man über einen 1,5 km langen Weg hinlaufen, die ganze Zeit am Fluss entlang. Der Weg war auch total schön. Und die Wasserfälle am Ende. Boah! Die haben sich durch den Felsen gefressen, legen eine tolle Kurve zurück, fließen wieder etwas gerade aus und brausen dann in die Tiefe. Und das mit einer Lautstärke… Geil! Das war wirklich sehenswert.



Wir machten natürlich unendlich viele Fotos und blieben noch etwas dort stehen, um das Gesehene zu genießen. Da merkten wir, dass es schon leicht schummrig wurde und der Sonnenuntergang nahte. Ohoh! Wir waren auch fast alleine dort. Hinter uns war nur noch eine Familie gewesen und der Park macht auch zu einer bestimmten Uhrzeit zu. Nur, zu welcher? Ohoh!

Wir marschierten also zurück, entdeckten aber auf dem Rückweg noch eine tolle Stelle, wo man zum hübschen, türkisen Fluss gehen konnte. Und natürlich kletterten wir auch da noch schnell runter. Die Familie, die hinter uns lief, kam natürlich auch dazu. Eine wirklich tolle Stelle!







Und ohoh, es wurde immer dunkler. Also rissen wir uns von dem schönen Anblick los und liefen zum Parkplatz zurück, der mittlerweile auch fast leer war.

Bevor wir das Motel erreichten, guckten wir uns noch den Mc Donalds in Pemberton an, der im Westernstyle gebaut war und tankten vor Ort.

Das Benzin wurde bisher im Laufe der Reise übrigens immer günstiger. Am Anfang bezahlten wir noch 1,40 Dollar für den Liter, mittlerweile sind wir bei 1,08 Dollar angelangt. Woher das kommt? Der teure Preis war in Vancouver, der günstige mitten im Nirgendwo bei Hinton heute. Komisch!

Das Motel machte von außen richtig was her. Doch von innen.. Naja, alles eng, ne kleine Küche dabei, eher trostlos alles. Gerade im Vergleich zu den Übernachtungen zuvor… Enttäuschend!

Gefahrene Kilometer: 213

Kosten: 97 € Motel, 31 € Essen, 52 € Tanken, 83 € Lebensmittel

*monana88

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #16 am: 19.01.2018, 06:44 Uhr »
Deinen Test kenne ich ....

Wir sind auch mit denen geflogen! Aber leider hatten wir nicht so ein wetterglück.

EINE RADTOUR durch den stanly stand bei uns ebenfalls auf dem Programm.

Wann genau ward ihr denn dort? Hast du auch einen Reisebericht geschrieben?
Mit dem Wetter hatten wir echt Glück. Wir dachten, dass es gerade in den Rocky Mountains eher kalt werden würde, und haben deswegen fast nur Winterkleidung mitgenommen. Haben wir aber nur einmal wirklich gebraucht...

Wir waren  vom 11.- 26.07.17 auf der Strecke.

Unser Reisebericht http://www.stenders-reisen.de/Kanada%202017/Kanada_2017.html

Vielleicht schaust Du ja mal rein.

Bin mit Euch jetzt schon bis Valemout gefahren. Wirklich klasse. Wir haben zum größten Teil dieselben Sachen gesehen, waren in denselben Restaurants Essen (z.B. Cariboo Grill in Valemout) und hatten mit denselben Problemen zu kämpfen (Feuer, auch, wenn es bei uns erst später betreffen sollte). ;-)

*kuschelwuschel

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #17 am: 19.01.2018, 08:28 Uhr »
"Naja, vorher holten Papa und ich uns noch einen Kaffee bei Tim Horton. Dieser schmeckte jedoch echt richtig schlecht. Ich wollte einen Kaffee Latte haben. Das verstand er irgendwie nicht, weswegen ich einen Kaffee mit Milch bestellte."


Wirklich witzig: Wir waren ja auch im Sommer 2017 in der Gegend. Irgendwo in Kanada sagte ich dann auch laß uns mal zu Tim Hortons (und nicht immer nur Starbucks) gehen, und uns passierte genau das gleiche wie von Dir beschrieben. Wir bekamen erst einen "falschen" Kaffee zubereitet. Nach der Reklamation und nach dem einer der Angestellten dem anderen erklärt was wir wollten (und ja wir haben englisch mit ihm gesprochen) bekamen wir einen Latte Macchiatto, beide Kaffeevarianten waren schlecht und auch nicht so viel günstiger als Starbucks. Fazit: wir waren in keinem anderen Hortons mehr. Freunde hatten uns im Nachhinein auch von so Erlebnisse berichtet.

Entweder wearen wir alle im gleiche Hortons oder diese haben sich generell so zum Schlechten hin entwickelt!

*monana88

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #18 am: 19.01.2018, 14:52 Uhr »
"Naja, vorher holten Papa und ich uns noch einen Kaffee bei Tim Horton. Dieser schmeckte jedoch echt richtig schlecht. Ich wollte einen Kaffee Latte haben. Das verstand er irgendwie nicht, weswegen ich einen Kaffee mit Milch bestellte."


Wirklich witzig: Wir waren ja auch im Sommer 2017 in der Gegend. Irgendwo in Kanada sagte ich dann auch laß uns mal zu Tim Hortons (und nicht immer nur Starbucks) gehen, und uns passierte genau das gleiche wie von Dir beschrieben. Wir bekamen erst einen "falschen" Kaffee zubereitet. Nach der Reklamation und nach dem einer der Angestellten dem anderen erklärt was wir wollten (und ja wir haben englisch mit ihm gesprochen) bekamen wir einen Latte Macchiatto, beide Kaffeevarianten waren schlecht und auch nicht so viel günstiger als Starbucks. Fazit: wir waren in keinem anderen Hortons mehr. Freunde hatten uns im Nachhinein auch von so Erlebnisse berichtet.

Entweder wearen wir alle im gleiche Hortons oder diese haben sich generell so zum Schlechten hin entwickelt!

Ja, wirklich komisch. Dabei soll es doch die nationale, berühmte Kaffeekette sein... Wir waren vor ein paar Jahren schon mal im Tim Hortons an den Niagarafällen, allerdings gabs da nur Donuts für uns. Die waren in Ordnung.  :lol: Vom Kaffee waren wir wirklich abgeschreckt. Vielleicht, wenn ich iiiirgendwann noch mal hinkomme, dann gebe ich ihm noch mal eine Chance.  :D

*monana88

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Tag 7 – Pemberton-Mt. Curie bis Barriére am 03.09.2017
« Antwort #19 am: 19.01.2018, 15:02 Uhr »
Und schon geht es zu einer Strecke, die für uns einer der Highlights war:

Tag 7 – Pemberton-Mt. Curie bis Barriére am 03.09.2017

Für diesen Tag hatten wir mal wieder einiges geplant. Also ging es recht früh los. Außerdem war da Motel ja auch nicht wirklich so toll, als das man hätte länger als nötig bleiben wollen. Dafür hatten wir eine Küche dabei, die wir an diesem Morgen auch nutzten. Es gab getoastete Bagel und ein wenig Müsli mit Obst. Dazu Milch und O-Saft. So kann man den Tag auch starten. 🙂

Schon um 8 Uhr waren wir am Joffre Lake. Also wirklich ein Geheimtipp! Naja, so geheim wird er nicht mehr sein. Als wir am Parkplatz ankamen, war es mal wieder komplett voll. Und das um diese Uhrzeit schon!!! Wir parkten mal wieder auf dem Ausweichparkplatz, der noch recht leer war. Am Parkplatz war mal wieder ein Klohäuschen. Die gibt es hier wirklich an jedem Aussichtspunkt. Perfekt für mich! Das war das erste Mal, dass vor dem Klohäuschen eine mega Schlange war. Ich musste sicherlich 15 Minuten warten, bis ich dran kam. Uff!



Dann liefen wir zu den Joffre Lake. Aber nur dem unteren. Und der war sooo schön! Türkises Wasser. Im Hintergrund Berge und Wälder. Der Wahnsinn! Genau wegen solcher Ausblicke wollte ich hier herkommen. Zu den Upper Joffre Lakes liefen wir nicht, da der Trail recht lang war. Als wir zum Ausweichparkplatz zurückkamen, war dieser wirklich proppenvoll! Wir konnten uns gerade noch so aus dem Chaos herausschlängeln und schon kämpften 3 Autos um unseren Parkplatz. Boah, schnell weg hier!!!









Anschießend kamen wir am Duffey Lake vorbei. Der war auch sooo schööön. Wir hielten an mehreren Aussichtspunkten an und genossen die Aussicht. Wirklich toll. Von Bergen umgeben, klares Wasser. Die Bäume, die sich auf dem Wasser spiegelten. Wahnsinnig schön.







Wir fuhren weiter, die Landschaft änderte sich rapide. Anfangs waren Wälder um uns herum,



dann kamen die Berge. Die wurden immer höher, oben wuchs nicht mal mehr was. Dann waren es nur noch nackte Felsen.



Unten schlängelte sich der Fluss entlang. Dann wurde es plötzlich wüstig. Kurz vor Lilloet waren tolle Aussichtspunkte. Man konnte immer wieder anhalten, Fotos machen. Die Landschaft bestaunen.









Lilloet, endlich mal wieder ein Ort! War jedoch recht klein. Highlight war Mile 0 von der Cariboo Route, eine wichtige Handelsstraße, die um 1900 dort entlangging. Außerdem eine Holzbrücke, die Anfang 1900 gebaut wurde, um die Handkurbelfähre zu ersetzen, mit der man damals über den Fluss kam. Die Holzbrücke kann jedoch schon länger nicht mehr von Fahrzeugen befahren werden und ist nur noch für Fußgänger geöffnet.



Da es immer heißer wurde, wir hatten 11:15 Uhr und schon knapp 30 Grad, hielten wir uns nicht so lange dort auf. Wir fuhren im Ort noch an einem Haus vorbei, das von dem ersten Siedler damals gebaut wurde und schauten uns die geschlossene German Bakery an, wo immer noch die alten Möbel, Auslagen, Brotkörbe etc. drin lagen.

Die Landschaft wurde bei der Weiterfahrt noch karger. Es erinnerte alles wieder eher an den Westen der USA. Es fehlen eigentlich nur noch die bunten Farben der Felsen. Interessant wurde es, weil einzelne Flächen mit Wasser besprenkelt wurden, sodass alles grün war, inmitten der Wüste. Das sah man dann bis Kamloops immer öfter.



Kurz vorher aßen wir noch im Dairy Queen zu Mittag, mit einem kleinen Eischen zum Nachtisch. Lecker, lecker… gesalzenes Karamelleis… Das Mittagessen war das erste Mal preislich vertretbar! Gerne öfter! 😀

In Kamloops, der größten Stadt in der Gegend machten wir keinen Halt. Wir fuhren direkt weiter nach Barriére, wo wir in einem Motel eincheckten, das zwei Brüdern gehört, die mit meiner Tante zur Schule gegangen und vor 30 Jahren ausgewandert sind. Mit deren Schwester haben meine Tante, meine Cousine und ich damals Bauchtanz gemacht. Zufälligerweise ist sie auch momentan in Kanada, sodass wir uns dort getroffen haben. Ich habe sie zwar schon seit mehreren Jahren nicht gesehen, aber dann trifft man sich eben in Kanada. Wir Globetrotter. 😀

Wir checkten bei Pit, dem einen der beiden Brüder ein und bekamen eine nette Begrüßung. Gesehen hatten wir uns ja alle noch nicht.

Kurz vor Barriere haben wir gesehen, dass die Bäume an der Seite wohl auch mal einem Waldbrand zum Opfer gefallen sind. Alles verkohlt und ab und an schaut mal ein neues Bäumchen hervor. Von Pit erfuhren wir, dass der Brand schon über 10 Jahre her ist. Uff! Sieht aus, als wäre das letztes Jahr gewesen…



Dann machten wir uns auf zum Rodeo. Dort sollte H., die, mit der ich Bauchtanz gemacht habe, mit ihrem Mann sein. Außerdem wollten wir uns das Rodeo, das Highlight des Jahres in dem kleinen Örtchen mal anschauen. Wir waren so spät dort, dass wir keinen Eintritt zahlen mussten.  Supi! Bis wir uns zurecht gefunden und die Tribüne gefunden hatten, waren nur noch 2 Bullenreitenauftritte und schon wars schon vorbei. Das ging so schnell, dass wir es kaum mitbekommen hatten. Im Anschluss gab es ein Chuckwaggon- Rennen. Also ein Pferderennen, wo hinten Planwagen dran war. Das hat schon Laune gemacht. Alle feuerten die Reiter an, riefen und sprangen auf. Cool!







Als das vorbei war, liefen wir noch eine Weile über den Platz, wo es einige Essstände gab, und Hallen, wo Tiere gehalten werden. So auch Kaltblüter, Ziegen, Schafe, Schweine, Kühle und so weiter. Bis wir durch waren, fing das Horse-Pull an. Zwei Pferde, Kaltblüter, also die dicken Brummer, mussten einen „Schlitten“ mit Gewichten, wo immer mehr dazu kamen, ziehen. Dies ging dann über viiiiiiele Runden. Insgesamt waren es 8 Teams und die Gewichte wurden nur gaaaaaaaaanz langsam erhöht, sodass wir nach ner halben Stunde keine Lust mehr hatten und uns noch einen Eistee holten, bevor wir wieder zum Motel zurückfuhren. H. hatten wir übrigens nicht gesehen, obwohl ich Ausschau gehalten hatte. Im Motel lief sie aber gerade über den Hof. Wir begrüßten uns, sie stellte uns ihren Mann vor, wir tranken das 1. Bier… Und wurden zum BBQ eingeladen. Dort war dann die ganze Familie. Die zwei Brüder, die Frau von dem einen (kommt auch aus Deutschland. Hat mit meiner Mama als Kind gespielt). Die Kinder von denen, wo die eine auch schon 2 Kinder hat. Das eine Baby war erst 4 Wochen alt… Und die Cousinen der Geschwister, die noch in Deutschland leben und auch das erste Mal in Kanada sind. War eine lustige Truppe. Irgendwann war auch dieser Abend zu Ende und wir fiele in tiefen Schlaf…. *schnarch*

Gefahrene Kilometer: 340

Kosten: 87 € Motel, 29 € Essen, 26 € Tanken

*Schneewie

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #20 am: 19.01.2018, 15:36 Uhr »
Deinen Test kenne ich ....

Wir sind auch mit denen geflogen! Aber leider hatten wir nicht so ein wetterglück.

EINE RADTOUR durch den stanly stand bei uns ebenfalls auf dem Programm.

Wann genau ward ihr denn dort? Hast du auch einen Reisebericht geschrieben?
Mit dem Wetter hatten wir echt Glück. Wir dachten, dass es gerade in den Rocky Mountains eher kalt werden würde, und haben deswegen fast nur Winterkleidung mitgenommen. Haben wir aber nur einmal wirklich gebraucht...

Wir waren  vom 11.- 26.07.17 auf der Strecke.

Unser Reisebericht http://www.stenders-reisen.de/Kanada%202017/Kanada_2017.html

Vielleicht schaust Du ja mal rein.

Bin mit Euch jetzt schon bis Valemout gefahren. Wirklich klasse. Wir haben zum größten Teil dieselben Sachen gesehen, waren in denselben Restaurants Essen (z.B. Cariboo Grill in Valemout) und hatten mit denselben Problemen zu kämpfen (Feuer, auch, wenn es bei uns erst später betreffen sollte). ;-)

Da bin ich mal gespannt, was bei Euch noch kommt.
Gruß Gabriele

*kuschelwuschel

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #21 am: 22.01.2018, 08:35 Uhr »
"Lilloet, endlich mal wieder ein Ort! War jedoch recht klein. Highlight war Mile 0 von der Cariboo Route, eine wichtige Handelsstraße, die um 1900 dort entlangging. Außerdem eine Holzbrücke, die Anfang 1900 gebaut wurde, um die Handkurbelfähre zu ersetzen, mit der man damals über den Fluss kam. Die Holzbrücke kann jedoch schon länger nicht mehr von Fahrzeugen befahren werden und ist nur noch für Fußgänger geöffnet."


Habt ihr denn auch die Fischadler im Nest gesehen/beobachtet? Das Nest sieht man ja auf Deinem Foto. Wir hatten etwas gewartet und die 2 Jungen gesehen, auch als die Mutter (?) mit Fressen zurück ins Nest kam.



*monana88

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #22 am: 23.01.2018, 18:35 Uhr »
"Lilloet, endlich mal wieder ein Ort! War jedoch recht klein. Highlight war Mile 0 von der Cariboo Route, eine wichtige Handelsstraße, die um 1900 dort entlangging. Außerdem eine Holzbrücke, die Anfang 1900 gebaut wurde, um die Handkurbelfähre zu ersetzen, mit der man damals über den Fluss kam. Die Holzbrücke kann jedoch schon länger nicht mehr von Fahrzeugen befahren werden und ist nur noch für Fußgänger geöffnet."


Habt ihr denn auch die Fischadler im Nest gesehen/beobachtet? Das Nest sieht man ja auf Deinem Foto. Wir hatten etwas gewartet und die 2 Jungen gesehen, auch als die Mutter (?) mit Fressen zurück ins Nest kam.

Nein, leider nicht. Wir sind auch eine Weile über die Brücke geschlendert, haben den Fluss beobachtet, aber dann wurde es einfach so heiß, dass wir weiterfahren mussten.
Schön, dass ihr sie sehen konntet.  :wink:

*monana88

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Tag 8 – Barriére bis Valemout am 04.09.2017
« Antwort #23 am: 23.01.2018, 18:41 Uhr »
Tag 8 – Barriére bis Valemout am 04.09.2017

Beim Auschecken trafen wir wieder auf Pit und H. Wir bedankten uns noch mal eifrig für die Gastfreundschaft und das tolle Essen am Abend zuvor und fuhren dann auch schon wieder weiter. Erster und letzter Stopp für diesen Tag: Der Wells Grey PP. Hier wollten wir einige Trails laufen und Wasserfälle anschauen. Doch schon beim ersten Wasserfall, an dem ein Trail starten sollte, merkten wir, dass wir an diesem Tag wohl Probleme bekommen könnten. Wegen der extremen Brandgefahr sind alle Trails des Parks gesperrt. Schade! Wir fuhren also die einzelnen Aussichtspunkte ab, mehrere Wasserfälle und ein Aussichtspunkt auf einem Berg, auf dem noch ein Turm gebaut war (dort fuhr nur eine Gravel Road hin, also eine geschotterte Straße. Ich bekomme da ja immer Angst, da man eigentlich mit dem Mietwagen nicht auf so einer Straße fahren darf und ich Angst hab, dass etwas passiert. Was auch immer da groß passieren kann. Schließlich haben wir einen Allrad-Geländewagen) und fuhren auch schon wieder aus dem Park raus.















Wir kauften in Clearwater noch etwas ein, Papa besorgte Aspirin für einen Kollegen und weiter gings.

Eigentlich wollten wir in Veola zu nem Café. Ich hatte gelesen, dass es dort eins gäbe, mit vielen Schrottautos im Garten, gefunden haben wir aber nix. Langsam bekamen wir Hunger und suchten nach einem Picknickplatz. Für Sandwichs hatten wir alles einkauft. Es dauerte dann noch mal fast eine Stunde, bis wir was Passendes gefunden hatten. Dort gab es nur eine Picknickbank im Schatten, die jedoch belegt war. Da es so aussah, als wären die bald fertig, machten wir extra langsam mit unseren Vorbereitungen, doch die wollten einfach nicht gehen. Also doch ein Sonnenplatz. Hmpf. Dann stand die Frau auf, und ging Richtung Washroom (Plumpsklo). Das bedeutet ja meist, dass es langsam weitergeht! Als sie wiederkam, setzte sie sich jedoch erst mal noch mal hin und besprach was mit ihrem Mann. Und dann, endlich! Fuhren sie. Wir unsere 7 Sachen gepackt und dort hingetragen. Yeah! Unser erstes Picknick. Dieses Mal wollen wir öfter picknicken, um Geld zu sparen und weil einfach keine Restaurants aufm Weg liegen. Wobei wir schon überlegt haben, ob man wirklich Geld spart. Günstig ist ein Supermarkteinkauf ja nicht wirklich…

Eigentlich wollten wir schon mal ein Stück weiter fahren, da wir früh dran waren, und eine Wanderung zum Kinney-Lake machen. Jedoch fanden wir total unterschiedliche Streckenangaben. Von 4,5 bis 8 km war alles dabei. Da wir nur noch 3 Stunden Tageslicht hatten und noch eine halbe Stunde hinfahren mussten, ließen wir es dann leider bleiben.

Also waren wir dann pünktlich zum Check-In um 16 Uhr in Valemount. Und realisierten, dass es garkein Motel war, das wir gebucht hatten, sondern ein Guesthouse. Als wir klingelten, war niemand da, der aufmachte. Also mussten wir den Vermieter anrufen. Mein Netz war mal wieder nicht auffindbar… Schon seltsam. Also hat B. angerufen. Der Vermieter war auch kurz später da und zeigte uns unsere Räumlichkeiten. Wir wohnten mit denen in einem Haus, waren aber separat untergebracht. Wir hatten ein Zimmer, wo Bett, Couch und Küche drin war, davor war ein Wohnzimmer und von dort konnte man zum Bad gelangen. Wir haben bis zum nächsten Morgen aber nicht verstanden, ob wir das Wohnzimmer und Bad nun alleine nutzen oder ob es noch andere Leute gibt. Auf dem Übersichtsplan konnte man nämlich sehen, dass es noch einen größeren Raum dort gab, der wohl auch bewohnt war. Hm. Also verhielten wir uns abends ganz leise, als wir die Bilder der letzten Tage anschauten. Immerhin schafften wir 2 Tage, also knapp 800 Fotos, dann wurden wir müde…

Aber bevor wir dazu kamen, fuhren wir noch mal in die Stadt. Wir wollten Lachse beobachten. Die laichen nämlich in der Gegend, am Ende vom Fraser River. Die kleinen Fischchen bleiben dann ein paar Monate dort und schwimmen den Fraser River bis nach Vancouver, um dann ins Meer zu schwimmen. Bis sie dort zu Salzwasserfische werden, verbleiben sie dort und dann geht es weiter bis nach Alaska. Kurz, bevor sie sterben, schwimmen sie dann den gaaaaanzen weiten Weg wieder zurück, sind immerhin 3 Monate unterwegs, fressen in der Zeit auch nichts. Ca. 15 % der Lachse kommen an ihrem Geburtsort an, um dann wieder zu laichen und dann zu sterben.

Wir sind leider ein wenig nach der Lachswanderungszeit. Da kann auch der ganze River voll von den Lachsen sein. Wir haben aber immerhin einen gesehen, der gemütlich stromaufwärts schwomm.



Anschließend liefen wir einen kurzen Trail zum Visitorcenter. Wunderschön. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt.





Dann wollten wir zu einem Lookout-Tower in einem Tierschutzgebiet. Von diesem sollte man eine tolle Übersicht auf das Gebiet haben und Tiere beobachten können. Leider war der Lookout mal wieder von Bäumen zugewachsen. Das haben wir schon oft erlebt. Es sind extra Lookouts, zum Beispiels am Straßenrand, ausgewiesen, doch kann man eigentlich nichts sehen, weil alles zugewachsen ist. Schade!

Gesehen haben wir immerhin 2 Enten, die nach etwas tauchten.



Nun sollte es zum Abend essen gehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Bahnschiene vorbei, wo die Schranken runtergingen, als wir dort ankamen. Dann kam der Zug. Und ein Waggon, und noch einer. Nach ein paar Minuten fing ich an zu zählen. Ich kam immerhin auf 54 Waggons. Am Anfang waren sicherlich noch mal 50. Naja, bei den weiten Strecken muss sich so eine Fahrt ja lohnen…



Dann ging es also zum Abend essen in den Caribou Grill. Sehr lecker. Mjam, mjam. Die Bedienung konnte deutsch, und hat als deutsche Scherze gemacht. Gegessen haben wir hier für 80 €. OH MEIN GOTT!!!!

Abends wollte ich dann noch etwas googeln, da das Internet aber echt mies war, wie fast immer, klappte das leider nicht. Also schliefen wir alle recht früh ein.

Gefahrene Kilometer: 368

Kosten: 94 € Motel, 80 € Essen, 19 € Lebensmittel

*Schneewie

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« Antwort #24 am: 23.01.2018, 20:19 Uhr »
Im caribou Grill waren wir auch, sehr lecker.
Gruß Gabriele

*monana88

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« Antwort #25 am: 24.01.2018, 16:03 Uhr »
Im caribou Grill waren wir auch, sehr lecker.

Oh, ja! War es!
Als wir da waren, hat dort eine Kellnerin gearbeitet, die sogar recht gut, jedoch mit starkem Akzent, Deutsch gesprochen hat.  :o

*Schneewie

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« Antwort #26 am: 24.01.2018, 18:18 Uhr »
Bei uns war eine deutsche da. Sie hat meist dann auch die deutschen Gäste, vor allem die die älter waren , bedient.
Da kam es schon mal zu Verständnis Problemen bei der Karte.

Wir waren gleich 2x dort, da es uns so gut geschmeckt hat.
Gruß Gabriele

*monana88

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Tag 9 – Valemount bis Hinton am 05.09.2017
« Antwort #27 am: 28.01.2018, 11:18 Uhr »

Tag 9 – Valemount bis Hinton am 05.09.2017


An diesem schönen Dienstag ging es mal wieder früh los. Wir machten uns fertig, aßen gemütlich in der hübschen Küche unseres Guesthouses und machten uns auf den Weg Richtung Jasper. Zunächst hielten wir am Moose Lake.



Dann am Mount Robson PP. Dieser Berg ist der Höchste der Rocky Mountains. Wir bestaunten ihn jedoch nur von unten. Hatten aber richtig Glück, da er meist in Nebel gehüllt ist und wir heute klare Sicht hatten. Am Eingang des Parks machten wir noch ein paar Fotos vor dem Eingangsschild. Wie in den USA sind auch hier viele Parks mit so einem tollen Schild gekennzeichnet. Darauf zu sehen meist irgendwas, was den Park ausmacht.





Anschließend ging es weiter auf dem Yellowhead-Highway. Einer wunderschönen Straße, die nach Jasper führt. Wir machten einen Fotostopp beim Moose Lake (toll zu fotografieren in der Morgensonne) und am Yellowhead-Lake (auch dieser spiegelt die Berglandschaft unheimlich toll auf seinem klaren Wasser).



Das Hauptziel sollte heute der Maligne und Medicine Lake sein, welche sich im Jasper National Park befinden. Wir fuhren also erst einmal dort hin, und wollten schauen, wie viel Zeit wir noch haben, um andere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Der Weg dorthin zog sich wie Kaugummi… Man darf nur 50 km/h fahren, manchmal auch 60. Es könnte nämlich jederzeit ein Elch oder Bär über die Straße laufen. Da man knapp 30 km zu fahren hat, ist man ziemlich lange unterwegs.

Kurze Pipi-Pause und entspannen:



Wir fuhren erstmal am Medicine Lake vorbei, der auf dem Weg liegt, weil wir so schnell wie möglich zum Maligne Lake fahren wollten. Wir hofften, noch einen normalen Parkplatz zu finden. Naja, falsch gehofft. Es war alles total überlaufen. Parken konnten wir nur noch an der Straßenseite. Als wir parkten waren noch einige Plätze hinter uns frei. Bis wir alles beisammen gesucht hatten, um bereit für die Wanderung zu sein, waren auch diese Plätze besetzt. Somit konnten die Nachfolgenden nur noch warten, bis ein anderer wegfährt. Oh, Mann. Wie soll es denn erst in der Hauptsaison sein? Wir haben schließlich Nachsaison…

Wir liefen erstmal zum Visitorcenter, einmal Pipi-machen, damit wir für den Trail, den wir gehen wollten, gewappnet sind.



Wir liefen den Mary-Schäffer-Loop. Immer am See entlang, perfekt für ein paar Foto-Stops.







Trotzdem war ich irgendwie etwas enttäuscht von dem See. Ich habe ihn mir spektakulärer vorgestellt. Etwas versöhnt haben wir uns erst, als wir an einen Aussichtspunkt angelangt sind, von wo aus man die türkise Farbe des Wassers besser erkennen konnte.



Im Anschluss wollten wir den Trail weiter entlang, doch irgendwie sah er seltsam aus. Außerdem war auch keine Menschenseele mehr hinter oder vor uns… Mhh… Papa meinte dann, dass er weiter vorne an dem Aussichtspunkt den richtigen Trail gesehen hätte. Also alles wieder zurück… Ja, aber dort war kein anderer Trail… Also waren wir wohl doch richtig gelaufen. Komisch, erst ist alles super ausgeschildert und dann nichts mehr. Naja, also liefen wir und liefen. In den Wald hinein.



Langsam wurden wir auch etwas ängstlich, da wir schließlich in einem Bärengebiet waren. Es soll helfen, sich laut zu unterhalten und Geräusche zu machen. Also versuchten wir diese Taktik. Irgendwann kamen wir dann tatsächlich an anderen Menschen vorbei!! Ein Glück! Wir waren also doch richtig und nicht alleine, verschollen mitten im Wald. Aber dieselben Gedanken würden wir später noch mal haben. Dazu aber an späterer Stelle mehr…

Dann kam auch endlich der Parkplatz in Sicht und das Visitor-Center, wo wir noch einen Magnet und eine Tasse für mich kauften.

Auf dem Weg zu unserem Parkplatz entdeckte ich dann doch noch ein schönes Fotomotiv:



Wir fuhren den ganzen Weg wieder zurück, hielten noch kurz am Medicine Lake, wo wir den besten Aussichtspunkt leider verpassten, jedoch keine Möglichkeit zum Wenden mehr entdeckten.







Auf dem Weg zum Parkausgang sahen wir dann tatsächlich einen Elch!!! Zwar nur ganz kurz, weil er verdeckt im Graben stand, wir zu schnell vorbeigefahren sind und wir eine längere Schlange Autos hinter uns hatten. Aber hey!!! Wir haben immerhin einen erspäht!!! Coool! Das erste größere Tier!!!

Wir machten am Maligne Canyon einen kurzen Halt. Jedoch war dieser von unserem Aussichtspunkt aus leider nicht so sehr spektakulär. Dafür muss man ihn wohl erwandern. Da wir noch ein paar andere Ziele an diesem Tag hatten, ließen wir das jedoch ausfallen.

Stattdessen fuhren wir weiter zum Pyramid Lake. Ach, der war mal wieder schön. Es gibt eine kleine Insel im Lake, der durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Dort kann man total entspannt entlanglaufen und vom Ende der Insel aus die Aussicht auf See und Berge genießen. Schön! Wir haben gelesen, dass man die Insel sogar mieten kann. Für Hochzeiten oder Geburtstage! Hat auch was! Nur doof für die Touristen, die diesen Tag als Besichtigungstag ausgewählt haben und danach keine Zeit mehr haben, um dort hinzukommen.



Hier das Eichhörnchen hat gemeckert, als wir in ihm vorbei sind. Also sowas hab ich bisher noch nicht erlebt!!!











Da wir mittlerweile schon 16 Uhr und arg Hunger hatten, wollten wir uns einen Picknick-Platz suchen. Doch irgendwie hatten wir mit der Suche nicht richtig Glück. Wir

fuhren den Patricia Lake an, dort gab es nix. Auf der Karte war aber einer angezeigt. Auch am Pyramid-Lake. Also fuhren wir auch dort noch mal in die Richtung. Auch da fanden wir nix. Also ging es wieder zurück Richtung Patricia Lake,



weil wir meinten, dass wir eine kleinere Einfahrt eventuell übersehen hatten. Und dann passierte es!

Vor uns bildete sich eine lange Schlange. Alle hielten plötzlich an und liefen am Straßenrand Richtung See entlang. Ich hatte schon davon gelesen, dass man meist einen Bär oder Elchen sieht, wenn so viele Autos am Rand anhalten. Wir also auch geschaut, Papa sprang aus dem Auto und sprintete in die Richtung des Objekts! Und tatsächlich! Ein Elch. War am Seewasser-süffeln! Er hat es auch geschafft ein paar Fotos zu machen. Dann dachten wir uns, hm, weiter in den See rein, wird der Elch bestimmt nicht gehen. Also bleibt nur der Weg den Hang hoch zur Straße, damit er dann in den Wald kommt. Heißt, er will sicherlich gleich an uns vorbei. Elch + Mietwagen? Mhhh… Wir fuhren dann also mal schöööön weiter. Beim vorbeifahren konnten auch B. und ich einen Blick auf ihn werfen. Ein riesen Teil!!! Echt cool!





Nach etwas Suchen fanden wir dann endlich den Picknick-Platz. Es war tatsächlich die eine Einfahrt, die wir verpasst hatten. Der Picknick-Platz war, wie sich herausstellte, kurz nach der Stelle, wo wir den Elch eine viertel Stunde vorher gesehen hatten. Und prompt, wir steigen aus, der Parkplatz liegt in einem Wäldchen, direkt hinter dem See, läuft der Elch gemütlich durch den Wald. WAAAAAHHH!!! Wir bauten dann trotzdem unser Essen auf… Uiui, hoffentlich kommt er nicht noch mal vorbei!

Als wir also endlich was im Magen hatten, fuhren wir nach Jasper-Town, ins Visitor-Center. Wir waren auf der Suche nach Postkarten, aber wirklich schöne gab es dort leider nicht.

Der nächste Stop war in der Bear´s Paw Bakery, wo es leckere Cinamon-Buns geben sollte. Also Zimtschnecken. Wir hatten Glück, eine war sogar noch da! Außerdem haben wir uns noch einen Himbeer-weiße Schokolade-Scone gegönnt. Zumindest schon mal gekauft, für später. Gegessen hatten wir ja gerade. 😉

Wir machten uns dann auf, um zu den Miette Hot Springs zu fahren.



Ein Becken, wo das heiße Wasser der Quelle eingelassen wird. Auf dem Weg dorthin gab es noch eine Historic Site, die wir anschauen wollten. Pocahtonas, eine verlassene Miene. Wir entschieden uns den etwas längeren Trail zu gehen, an dem es noch einen Aussichtspunkt auf das Tal geben sollte. Ich hatte mit den Trail-Plan vorher abfotografiert und wir kamen am Anfang gut zurecht.



Etwas überrascht waren wir, weil der Trail dann bestimmt 60° bergauf ging. Also schon echt extrem steil war.



Oben waren wir ganz schön aus der Puste. Aber der Aussichtspunkt hat uns dann entschädigt.



Der Trail war recht gut ersichtlich und ging weiter in einer großen Kurve auf einem Plateau.





Wir liefen ihn also weiter entlang, kamen dann in ein Wäldchen rein. Und irgendwie wurde der Trail immer enger. Teilweise lagen Bäume über dem Trail, wo man drüber klettern musste. An einer Stelle sogar 3 direkt hintereinander. Ich riss mir meine Hose hinten und vorne kaputt, B. blieb an einem Ast hängen und riss sich die Hose zwischen den Beinen auf. OH, GOTT! Wo waren wir denn bloß gelandet? Naja, immerhin waren wir nun unten. An nem Flüsschen. Ich sah sogar so etwas wie eine zerfallene Hütte. Denn auf dem Trail sollte es einige alte Gebäude von den Mienenleuten geben. Dann kämpften wir uns weiter durch den immer enger werdenden Weg… Bis es kein Vorrankommen mehr gab!! Da waren keine Spuren mehr da. Da wir langsam verzweifelten und einfach nur noch da raus wollten, wir waren auch schon viel länger unterwegs, als geplant, entschlossen wir, den kack Weg wieder zurückzugehen, bis dahin, wo wir wussten, dass er stimmen musste. Also wieder über die umgefallenen Bäume, über den Bach, berghoch. Die Laune sank immer mehr. Oben angekommen, sahen wir wieder einen Trail, wo wir dachten, joa, das könnte der richtige sein. Doch auch dieser war irgendwie nicht der richtige, total rutschig, einmal rutschte ich sogar aus, fiel hin und rutschte den Abhang etwas runter. Boah, Mann, ey!!!!!! Irgendwann kamen wir dann unten an und wir hörten die Straße in der Nähe! So weit weg konnten wir nicht sein!!! Wir liefen immer weiter und kamen dann an einer Stelle, wo von rechts der kürzere Trail auf den längeren traf. Also waren wohl doch richtig? Das dachten wir, bis kurz später noch ein Trail auf diesen traf. Also waren wir wohl doch total falsch gelaufen, denn bei der ersten Kreuzung hätten wir eigentlich rauskommen müssen.

Nee, also, nee! Wie kann man einen Wanderweg denn so schlecht kennzeichnen? Da wohl die meisten Leute nicht wussten, wo sie lang sollten, haben sich alle ihren Weg gesucht und bis zu der Stelle, wo wir waren, sind wohl einige hin und dann alles wieder zurück! Das geht ma garnet!!!

Wir überlegten, ob es sich noch lohnt, zu den Miette Hot Springs zu fahren. Sie sollten um 21 Uhr zu machen, wir hatten noch 30 Minuten vor uns und schon 19:30 Uhr. Aber wir entschlossen uns dazu, trotzdem zu fahren. Länger als eine Stunde wären wir wohl eh nicht geblieben. Und das war auch die richtige Entscheidung. Den Sonnenuntergang haben wir zwar nicht mehr mitbekommen, aber die Berge um das Bad herum waren noch toll rot angeleuchtet, und man konnte toll auf den Wald und die Berge schauen und sich dabei in dem heißen Wasser entspannen. Hach! Schön!



Es hat zwar an den Beinen, die komplett zerkratzt waren, durch unsere doofe Pocahontas-Tour, ziemlich gebrannt, aber der Rest des Körpers fand die Wärme herrlich. 😉

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei, leider. Am Ende mussten wir uns zu Dritt dann zwei Handtücher teilen, weil B. keins mit hatte. Das nenne ich Organisation, wenn die Frauen- und Männerumkleide getrennt ist. 😀

Auf dem Weg zum Auto knickte ich dann noch mal richtig schön um. So auf einem Ameisenknochen. Der Knöchel, der mir vor allem morgens die ersten Tage wehgetan hat, tat mir so mal wieder richtig arg weh. Mit Auftreten war dann erstmal nichts mehr.

Um 21 Uhr, es war also schon dunkel, machten wir uns auf den Weg zum Motel. Dieses hatte ich in Hinton rausgesucht. Ausgesprochen wird es wie das deutsche Wort „hinten“. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele „hinten“-Witze wir an diesem Tag gemacht haben! 😀

Jedenfalls mussten wir noch eine ¾ Stunde fahren. Wir checkten erstmal im Motel ein. Ich hatte uns aber schon vorher als Late-Check-In angemeldet. Das war also kein Problem!!

Dann wollten wir noch mal los, einkaufen, weil wir am nächsten Morgen früh weg wollten und nichts mehr zu Essen hatten. Wir planten für den nächsten Mittag wieder ein Sandwich und abends auch was selbstgemachtes, weswegen wir dringend was brauchten. Wir suchten uns einen Walmart, da der ja normal 24 h offen hat. Ich schob schon den Einkaufswagen zum Eingang, da hielt uns ein Kerl, der Manager?, dort auf und meinte, die hätten schon seit 21 Uhr zu. Waaaaas!!! Und sowas in Amerika?! Da wollten wir das endlich mal nutzen und uns zugute machen, dass hier alles immer offen hat und dann das.

Naja, vor Enttäuschung wollten wir zumindest noch eine Kleinigkeit Essen und fuhren zum Dairy Queen. Doch auch das hatte schon um 21 Uhr zugemacht. Genau dasselbe im Mc Donalds! Na, also hört mal!

Wir bekamen dann aber erklärt, dass es noch einen Supermarkt gäbe, der 24 h offen hat. Na, immerhin! Dort kauften wir also noch ein. Als wir zum Motel zurückkamen, war es dann auch schon nach 23 Uhr… Uff!

Wir stellten den Wecker für den nächsten Tag auf 6:30 Uhr. Das soll reichen….

Gefahrene Kilometer: 350

Kosten: 87 € Motel, 67 € Einkaufen, 27 € Tanken, 13 € sonstiges

*monana88

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Tag 10 – Hinton bis Nordegg am 06.09.2017
« Antwort #28 am: 01.02.2018, 18:05 Uhr »

Tag 10 – Hinton bis Nordegg am 06.09.2017

Heute wollten wir uns noch einiges vom Jasper Nationalpark ansehen. Das erste Ziel war der Moab Lake. Den haben wir eher aus Zufall gefunden, als wir die #93A entlangfuhren. Wir mussten, um die Wanderung zu dem See überhaupt erst antreten zu können, jedoch erstmal 7 km geschotterte Straße entlangfahren. Hatte ich ja bestimmt schon ein zwei Mal erwähnt: Ich liebe diese Fahrten ja sooo sehr, NICHT! Aber was macht man nicht alles, um schöne Dinge zu sehen… Moab Lake fanden wir vor allem deswegen toll, weil wir letztes Jahr dort gewesen sind. Also in Moab. Wie der See jetzt zu seinem Namen kam, haben wir aber nicht herausfinden können. Wir fuhren und fuhren also über die holprige Piste, bis!!! Wir einen Bären 200 m von uns entlangwatscheln sahen!!! OOOHHHH!!! Unser erster Bär!!!!! Cool! Wir blieben aber lieber mal auf Abstand, nicht, dass er auf das Auto aufmerksam wird und uns irgendwie anspringt… Wer weiß! Wer weiß!





Also warteten wir, bis er so lange weitergewatschelt war, dass wir ihn kaum noch sehen konnten. Dann ging er auch endlich ins Gebüsch und wir fuhren laaaangsam dort vorbei, wo er reingegangen war.

Kurz später kam dann auch schon der Parkplatz in Sicht. Wir überlegten erst, ist ja cool, dass wir den Bären gesehen haben und so, aber nun wollen wir wandern? Hm!

Naja, wir liefen trotzdem los. Es sollte nur ein Kilometer sein… Der Lake Moab war auch recht nett. Am Rand lagen lauter Bootchen, sodass wir ein paar nette Fotos machen konnten.





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Auf dem Rückweg trafen wir auf ein Pärchen mit Hund, die noch meinten, dass der Weg ja ganz toll sei. Also, wir waren nicht alleine!

Statt eines Bären sind wir auf… Hühner???? Getroffen. Keine Ahnung, was das war. Als wir näher kamen, schauten sie interessiert und auch als wir direkt neben ihnen standen und ein Foto machten, gingen sie nicht weg.



Auf dem Rückweg zur geteerten Straße huschten plötzlich zwei Eichhörnchen direkt vor uns auf die Straße und spielten ganz wild fangen. Das war lustig anzuschauen!

Dann stand der Athabasca-Fall auf dem Programm. Uiui, der war wieder richtig cool. Da kamen wieder einige Wassermassen runter! Von diesem war ich wieder arg beeindruckt, obwohl wir schon so viele gesehen haben. Er hat sich im Laufe der Jahrhunderte einen anderen Weg gefressen. Den alten konnte man entlanggehen. Das war auch ziemlich cool.
 
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Die Sunwapta Falls an sich, die wir uns danach anschauten, waren recht langweilig. Interessanter war das Fotomotiv mit der Insel direkt dahinter. Man kann die Falls von vorne betrachten und direkt daneben gehen, und hat von der zweiten Stelle aus einen tollen Blick auf die Insel. So konnten wir mal wieder ein paar nette Fotos machen. Generell stellte ich aber fest, dass die Wasserfälle langsam langweilig werden. Dabei LIEBE ich Wasserfälle unheimlich!









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Weiter gings den Icefield Parkway entlang. Der schönsten Fernstraße der Welt. Nur merkten wir davon leider nicht viel. Morgens dachten wir noch, der Nebel würde die Berge verdecken. Später erfuhren wir, dass die Waldbrände in British Columbia noch schlimmer geworden seien und der Rauch bis zu den Rocky Mountains ziehe. In British Columbia sind momentan 117 Waldbrände aktiv, hat uns ein Mann gesagt, der uns bei einem Aussichtspunkt ansprach. Somit hatten wir bei den vielen, vielen Viewpoints, an denen man halten kann, keine tolle Aussicht. Auch auf der Straße, wo normal rechts und links ganz tolle Berge sind, konnte man nicht weiter als bis auf die Bäume am Straßenrand schauen. So sah es die ganze Zeit so aus als gäbe es starke Regenschauer.

Dann kam der Athabasca-Gletscher. Wir liefen den kurzen, aber steilen Trail bis zum Fuße des Gletschers. Man kann dort im Discoverycenter auch Touren in Monstertrucks bis auf den Gletscher buchen. Aber davon halten wir nicht wirklich viel. Der Gletscher hat nur noch 40 % seiner Größe, und ist alleine in den letzten 100 Jahren um unglaublich viele Meter zurückgegangen. Man kann einen mehreren Kilometer langen Trail entlanggehen, der das verdeutlich. Wenn unsere Enkel mal dorthin kommen, ob die überhaupt noch was erkennen können? Jedenfalls hilft das Dorthinkarren so vieler Menschen in so fetten Autos sicherlich nicht dabei, die Schmelze zu verzögern. Außerdem regten wir uns mal wieder über andere Leute auf, die einfach auf den Gletscher liefen, ohne dass sie es dürfen. Es steht 1000 Mal dort dran, dass man den Weg nicht verlassen darf, weil es die Natur zerstört und weil es gefährlich ist, da man z.B. in eine Gletscherspalte krachen kann. Aber nee, manche brauchen ja unbedingt das Foto ihres Lebens, trampeln alles platt und riskieren ihr Leben.













Nachdem wir uns im Discovery Center mit ein paar Souvenirs und Postkarten eingedeckt haben, ging es weiter. Wir entdeckten durch Zufall noch einen ganz tollen Wasserfall. Der Fluss, der neben uns entlanglief, verlor sich plötzlich in einer mega tiefen Felsspalte. Der Wahnsinn. Wenn man dort von oben reinguckt, konnte man kaum das Wasser erkennen. Boah. Dieser war aber komischerweise weder im Reiseführer, noch auf der Map, die man im Visitorcenter bekommt, eingezeichnet.

Wir wollten uns noch die Weeping Walls anschauen. Wände, wo das Wasser heruntertropft. Gefunden haben wir sie nicht. Dabei sind wir zwei Mal die 10 km hoch und runter, wo sie laut der Karte sein sollten. Seeeltsam!
Hier jedoch noch mal ein Bild, wie viel wir dann doch sehen konnten an diesem Tag:


Aber, was wir dann endlich gefunden hatten, war ein Picknick-Platz! Endlich Essen! Wir hatten schon sehr, sehr spät und waren sau hungrig. Der Platz war richtig schön, an dem Fluss gelegen. Toll! Da macht das Essen gleich viel mehr Spaß! Naja, macht es auch ohne Fluss. Öööhh….









Anschließend fuhren wir noch am Tangle Creek vorbei. Einem hübschen, kleinen Wasserfall direkt am Straßenrand.





Ja, dann, dann fuhren wir nach Nordegg. Der nächste Ort ist je 90 km entfernt. Uff! Na, das ist mal abgeschieden! Vorbei am Abraham Lake, ach, was sieht der toll aus, auch, wenn es schon schummrig war. Kurz vor dem Ort wurde Werbung für die Motels auf Tafeln gemacht. Nur unseres war nicht dabei. Hmmm…

Wir fuhren dann dem Navi nach. Und waren ganz schnell auf einer geschotterten Straße. Oh, Gott. Es war ja schon recht dunkel und wir fuhren im Wald, über einen Waldweg… Oh, wie krass. Und es ging als weiter und weiter. An kleinen Häuschen vorbei, die im Wald standen. Und dann, als die Straße nicht mehr weiter ging, dann kam endlich unser Hostel. Oooooohhhhhha! Wir wurden aber nett in Empfang genommen, bekamen Handtücher mit und bekamen erklärt, dass wir unser Bett selbst beziehen müssen (oha!) und dass das Hostel bis auf einen anderen Gast leer sei. Und noch mal OHA! Alleine im dunklen Wald, 90 km von dem nächsten Ort entfernt… Äh, naja, gut! Die Nacht kriegen wir um. Im Zimmer angekommen, merkten wir, dass es keine Steckdosen gibt!! AAAHHH!!! Handy leer, Kamera leer, Laptop leer. Ich brauche nachts mein Hörgerätetrocknungsgerät, Papa sein Sauerstoffgerät. Wir haben das Ganze dann lösen können, indem wir von dem Hosteltyp eine Mehrfachsteckdose bekommen haben, die in einer Steckdose im Flug eingesteckt wurde. Das Kabel ging halt über den ganzen Flur, Stolpergefahr war also recht hoch! Aber, war ja nur ein anderer Gast neben uns da…

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Wir saßen abends noch schön draußen, tranken ein Bier (ups, eigentlich verboten) und aßen Käsewürstchen, die wir in der Mikrowelle warm gemacht hatten. Dann ging es auch schon schlafen.

Gefahrene Kilometer: 366

Kosten: 75 € Motel, 35 € Essen, 27 € Tanken, 13 € sonstiges

*Schneewie

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Antw:Kanadarundreise British-Columbia und Alberta in 3 Wochen
« Antwort #29 am: 01.02.2018, 18:25 Uhr »
Das mit den viewpoints und nichts sehen hatten wir ja auch.
Ich war total traurig. Da ist man in einer der schönsten Ecken der Welt u d dann alles voll Rauch.
Gruß Gabriele