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Zusammenfassung

Autor: finge42
« am: 08.05.2019, 19:20 Uhr »

19. Tag: 30.08.2018      

„Eine andere Welt hatte ihn aufgenommen, eine Welt von Schweigen und Unbeweglichkeit. Nichts regte sich. Der Yukon schlummerte unter einer drei Fuß starken Eisdecke. Nicht ein Windhauch war zu spüren. Selbst der Saft in den Fichtenstämmen an beiden Ufern schien erstarrt zu sein. Die Bäume standen wie versteinert mit der leichten Schneelast auf ihren Zweigen, die der leiseste Hauch herabgeweht hätte, aber es geschah nicht. Daylights Schlitten war der einzige lebendige, bewegliche Punkt inmitten der großen feierlichen Stille, und das raue Scheuern der Kufen verstärkte nur das Schweigen ringsum.“ – Lockruf des Goldes von Jack London

Alle bisher erworbenen Mitbringsel sind schnell verpackt, so dass wir uns etwas eher auf den Weg machen können, als sonst. Das ist auch gut so, denn bis Dawson City haben wir eine lange Fahrt vor uns.

Kurz hinter Tok fahren wir auf den Taylor Highway und dann immer Richtung Norden, bis zur „Weltstadt“ Chicken. Wir halten immer wieder an, um trotz des recht grauen Wetters – hier bei uns sagt man usselig – die grandiose Landschaft auf Fotos zu bannen. Die Stopps fallen allerdings sehr kurz aus.








Zunächst ist die Strecke recht gut ausgebaut, aber nach einiger Zeit sieht die Landschaft deutlich herbstlicher aus, der Sommer im Norden ist wohl zu Ende. Die Temperatur beträgt noch 4 – 5 Grad C.








Nach etwa 60 Meilen erreichen wir Chicken. Die Einwohnerzahl beträgt 23 (im Sommer), es gibt kein fließendes Wasser oder Elektrizität, außer man hat einen Generator. Früher wurde hier Gold gesucht und es war wohl deutlich mehr los. Wir bleiben nur kurz.











Hinter Chicken hört die Asphaltdecke ganz auf und wir fahren über eine Schotterpiste. Die Löcher nehmen zu und werden tiefer. Teilweise ist die Strecke ziemlich rutschig, aber der AWD leistet gute Arbeit. Auch der Riss in der Scheibe wird nicht signifikant größer. Bis zur Grenze nach Kanada sind es noch 40 Meilen. Als wir dort ankommen, haben wir auf den gesamten 100 Meilen des Taylor Highway 58 Autos gezählt, die uns entgegen gekommen sind.








An der im Nirgendwo gelegenen Grenze beantworten wir der freundlichen Grenzbeamtin brav alle Fragen. Das wir etwas zu viel Alkohol dabei haben, ist nicht so schlimm. Wir müssen keinen Zoll bezahlen und dürfen nach Kanada einreisen.








Auf dem Top oft the World Highway wird die Gegend – man soll es kaum glauben – noch einsamer. Wo in den USA noch ein paar vereinzelte Häuser standen, ist jetzt gar nichts mehr zu sehen. Leider ziehen auch immer mehr Wolken auf und man kann die Landschaft nicht mehr gut erkennen. Wir sind zwar wirklich ganz oben unterwegs, aber die Täler bleiben unsichtbar. Bei klarem Wetter muss diese Straße einfach unglaublich sein.











Der Regen verwandelt die Staubpiste in Matsch, die Hinterräder werfen diesen hoch und das Auto ändert seine Farbe langsam von weiß in braun.





Kurz bevor wir Dawson City erreichen, kehrt der Asphalt zurück. Wir haben zwar nicht mehr so genau gezählt, aber seit der Grenze sind uns höchstens noch 20 Autos entgegen gekommen.

Dann müssen wir den Yukon überqueren. Das geht nur mit einer Fähre. Man stellt sich in die Schlange und wird eingewiesen. Allerdings passen nicht besonders viele Fahrzeuge auf die Fähre.








Auf der anderen Seite des Yukon gehen die Matschpisten plötzlich weiter. Das passt zum gesamten Ambiente des Ortes, der so aufgemacht ist, wie im 19. Jahrhundert. Zum Teil sind die Gebäude alt, aber renoviert, andere sind im gleichen Stil neu gebaut. Dazwischen gibt es einige, die langsam verrotten. Im grau-in-grau des Regens sieht der Ort für uns wenig einladend aus, es soll aber Menschen geben, die ihn begeistert immer wieder besuchen.














Im Sommer sind bis zu 25.000 Einwohner in der Stadt, jetzt vielleicht noch 5.000, im Winter höchstens 1.500. Für die Fußgänger gibt es Wege über Holzplanken. Das funktioniert gut, solange man keine Matschpiste – ähm Straße – überqueren muss.

Das Einchecken im Hotel geht schnell, danach kaufen wir im winzigen Supermarkt ein wenig ein, bevor wir uns aufmachen, ein Restaurant zu suchen. Unterwegs spricht uns ein Einheimischer an und erzählt von seinem Claim, den er früher hatte. Er wolle niemals woanders wohnen. Vor dem Winter besorge er sich in Whitehorse 50 DVDs, die er dann anschauen würde. So geht es natürlich auch.

Das im Netz gepriesene Restaurant „Klondike Kate`s“ können wir nicht wirklich empfehlen. Erstmal müssen wir lange auch einen Platz warten und zwar bei 5 Grad vor der Tür und nicht drinnen. Dann ist das Essen auch noch kalt. Nein, das war nichts.

Anschließend laufen wir noch ein bisschen hin und her und machen Fotos, dann fallen wir recht müde ins Bett.














Triple J Hotel, 276,- € für 2 Nächte
Gefahren 128 Meilen und 117 Kilometer
Autor: partybombe
« am: 23.04.2019, 11:08 Uhr »

Fein die Begegnung mit den Bären, blöd der bedeckte Himmel, hoffnungsvoll die Wolkenlücken
Autor: finge42
« am: 22.04.2019, 17:04 Uhr »

18. Tag: 29.08.2018      

„Auch der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ erwähnt den Alkohol.
Da steht, der beste Drink, den es gibt, ist der Pangalaktische Donnergurgler. Da steht, die Wirkung eines Pangalaktischen Donnergurglers ist so, als werde einem mit einem riesigen Goldbarren, der in Zitronenscheiben gehüllt ist, das Gehirn aus dem Kopf gedroschen.“
– Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams


Fairbanks – Tok


Der Wecker klingelt, wir packen zusammen und gehen zum Frühstück, um uns dann auf den Weg zurück nach Tok zu machen. Heute ist das Wetter gut und wir werden auf der Fahrt keine Schwierigkeiten bekommen. Unser Scheibenmalheur ist auch nicht signifikant gewachsen!

Als erstes machen wir Halt beim Weihnachtsmann in North Pole. Der ganze Ort ist total auf Weihnachten getrimmt.











Das ist zwar total kitschig, aber irgendwie auch gut. Der Weihnachts-Phantasie sind im Haus von Santa Claus jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

















Wegen schlechter Erfahrungen mit dem Gehilfen des Nikolaus in der Kindheit zieht Frank es vor, kein Foto mit dem Nikolaus zu machen. :lol:





Nachdem wir genug Weihnachtslieder gehört haben, geht es weiter. Die Strecke ist ist relativ eintönig und verläuft mehr oder weniger neben dem Tanana River.








Dann quert die Straße parallel zur Trans-Alaska-Pipeline den Fluss.








Weil Inge die Kamera verstellt hat, ergibt sich auch noch ein „Foto-Kunstwerk“.





Schließlich erreichen wir Delta Junction. Vor dem Visitor-Center stehen ein ganz besonderer Camper und ziemlich große Moskitos. Sonst gibt es nicht viel zu sehen.








Weiter geht es mit sehr wenig anderem Verkehr. Manchmal macht die Straße kleine Bögen, manchmal geht es über 20 Meilen geradeaus. Das nutzen wir für einen weiteren Fotostopp bei Milepost 1344. Für 10 Minuten stehen wir völlig allein auf der Straße und fotografieren auf und ab. Wenn von uns keiner spricht, ist es so still, dass man den Tinnitus des Partners hören kann.














Irgendwann erkennen wir von weitem Tiere neben der Straße und das Gehirn denkt: Pferde. In Alaska stimmt das aber nicht, es handelt sich natürlich um Elche. Wieder halten wir für ein Foto mitten auf der Straße, da aber außer uns keiner da ist, kann auch niemand behindert werden.








Am Nachmittag erreichen wir Tok. Weil wir schon mal hier waren, wissen wir wo das beste W-LAN zu finden ist, nämlich in der öffentlichen Bücherei. Wir müssen nur davor stehen, schon sind wir eingeloggt, weil das Passwort noch gilt. Also checken wir schnell unsere E-Mails und fahren dann weiter zur Cabin. Debbie, die Vermieterin, ist wie vor ein paar Tagen noch zur Arbeit – aber wir kennen uns ja schon aus. Der Schlüssel liegt auf dem Tisch und der Kühlschrank ist gut gefüllt. Trotzdem wollen wir heute außerhalb der Cabin essen.

Dieses Restaurant lassen wir mal links liegen.





Der Coffee Shop hat schon geschlossen.





Wir gehen ins im Restaurant „Fast Eddies“. Das Bestellte schmeckt richtig gut!





Außerdem gibt es freies W-LAN, was wir daran erkennen, dass der Messenger blinkt. Es ist die Nachricht eines alten Schulfreundes, der in Boston lebt und uns fragt, ob wir noch in Alaska seien und ihm eine Flasche Gin mitbringen könnten. Es handelt sich um 50 Fathoms Gin aus der Port Chilkoot Distillery in Haines, der tatsächlich nur in Alaska verkauft wird. Da hat er aber Glück, denn heute ist unser letzter Tag in Alaska. Wir fahren nach dem Essen am örtlichen Liquor Store vorbei, der natürlich noch geöffnet hat, und zeigen der Verkäuferin ein Bild vom Etikett. Klar hat sie den Gin vorrätig – sie zeigt ins Regal. Wir entscheiden uns dafür, zwei Flaschen zu kaufen und eine für uns zu behalten. Als wir aus dem Laden heraus sind fällt uns ein, dass wir auch noch mehrere Dosen Bier im Auto haben, die wir morgen zusammen mit dem Gin nach Kanada einführen müssen. Das ist eigentlich etwas zu viel Alkohol, als erlaubt. Wir entscheiden uns dafür, ehrlich sein zu wollen und lieber Zoll zahlen zu müssen, als ein Problem zu bekommen. Dann malen wir uns ausführlich aus, wie wir den Gin von den USA nach Kanada und dann nach Deutschland einführen, damit er anschließend von unserem Freund zurück in die USA eingeführt werden kann. Komplizierter geht es vermutlich kaum.

In der Cabin ist es schon ganz schön frisch, weil die Nächte länger und kälter werden. Zum Glück gibt es einen kleinen Elektroheizer, so dass wir den großen Kaminofen nicht anmachen müssen. Außerdem sind die Bettdecken kuschelig und wir schlafen gut.






Cloudberry Cabin, 117,- €
Gefahrene Meilen: 234
Autor: finge42
« am: 19.04.2019, 19:03 Uhr »

17. Tag: 28.08.2018      

"Und wie er winkt mit dem Finger,
Auftut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Ringsum
Mit langem Gähnen
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder."
– aus "Der Handschuh" von Friedrich von Schiller

Fairbanks – Dalton Highway - Fairbanks


Wir schlafen aus und beginnen den Tag mit einem Frühstück in der Lobby des Hotels. Das Buffet ist amerikanisch, also mit Bagels, Toast und Eiern, aber ohne Wurst oder Käse. Es macht satt, also reicht es für einen guten Start in den Tag. Leider regnet es schon wieder.





Also fahren wir erstmal in den Walmart, um eine zusätzliche Tasche für die Rückreise zu kaufen. Außerdem besorgen wir noch die von der gesamten Familie heißgeliebten Minz-M&Ms. Da das Wetter sich noch nicht geändert hat, geht es danach zum Visitor Center, aber auch damit sind wir schnell durch.





Fairbanks ist wirklich übersichtlich und nach unserer Ansicht nicht besonders sehenswert.

Wir beschließen, die Stadt zu verlassen und bis zum Beginn des Dalton Highways zu fahren. Zwischendurch legen wir einen Stopp bei der Trans- Alaska-Pipeline ein und machen die obligatorischen Fotos.








Auf der Weiterfahrt wird das Wetter nicht wirklich besser und alle Fotos sind grau in grau.









Die Straße ist unerwartet leer, trotzdem macht die Fahrt nicht wirklich viel Spaß.





Dort, wo wir einen kleinen Zwischenstopp einlegen wollen, ist schon geschlossen.





Am Beginn des Dalton Highways entscheiden wir uns, nicht weiter zu fahren, denn außer immer schlechter werdenden Straßenverhältnissen ändert sich eigentlich nichts.





Wenn wir wirklich bis zum Polarkreis fahren wollten, hätten wir noch mindestens 100 Meilen vor uns. Dafür sind wir eindeutig zu spät losgefahren und der Riss in unserer Scheibe wird auch immer länger. Das Risiko wollen wir nicht eingehen.

Wir drehen um und fahren zurück nach Fairbanks, das dauert noch lange genug. Auf dem Weg überholt uns ein Auto, das definitiv sehr lange auf einer Schotterstraße unterwegs war, denn die ursprüngliche Farbe des Lacks ist nicht mehr zu erkennen.





Am Abend gibt es Pizza und ein kaltes Coors auf dem Zimmer. Man kann schließlich nicht immer Highlights erleben.




Best Western Plus Chena River Lodge
Gefahrene Meilen: 190
Autor: finge42
« am: 10.04.2019, 18:01 Uhr »

16. Tag: 27.08.2018      

„Die Natur ist die beste Führerin des Lebens“ – Marcus Tullius Cicero

Healy - Denali National Park - Fairbanks


Über Nacht hat sich die Wettervorhersage von „kein Regen“ in „Regen“ geändert. Das ist schade, denn wir wollen mit dem Bus tief in den Denali Nationalpark hineinfahren. Egal, es kann sich ja noch wieder ändern.

Beim Losfahren stellen wir fest, dass der Riss in unserer Frontscheibe weiter gewachsen ist. Mal sehen, wo das noch hinführt.

Im Park erreichen wir auf den letzten Drücker den vorgebuchten Bus, der uns 53 Meilen in den Park hinein bis zum Toklat River bringen soll. Bereits kurz nach der Abfahrt begrüßen uns zwei Elche am Straßenrand. Sie lassen sich vom Verkehr überhaupt nicht stören.





Nach einem kurzen Fotostopp geht die Fahrt weiter bis zum Savage River. Bis hierher waren wir gestern schon mit dem Mietwagen. Nun geht es über den Fluss und durch die Schranke in den für Tourbusse vorbehaltenen Bereich. Je höher wir kommen, desto herbstlicher sieht die Tundra aus.








Außerdem entdecken wir in weiterer Entfernung den einen oder anderen Elch, Karibus und auch einen einzelnen Grizzly; der ist aber 300 bis 400 m weit weg.











Am Polychrome Pass können wir den Bus kurz verlassen und haben so die Gelegenheit, die Landschaft aus verschiedenen Blickwinkeln aufzunehmen.








Am Toklat River legt der Bus eine einstündige Pause ein. Einige Mitreisende steigen in andere Busse um, um noch tiefer in den Park hinein zu fahren. Endstation für alle Busse ist nach insgesamt 90 Meilen Kantishna. Wir haben aber unser Ziel erreicht und sind auch gar nicht böse, denn das Wetter ist ziemlich feucht und kalt. Wir laufen ein kleines Stück am Fluss entlang, und fotografieren die Umgebung.

















Der Bus sieht auch schon ganz schön mitgenommen aus.








Weit entfernt können wir am Rand des Flussbetts einige Wanderer erkennen. Das ist uns schon öfter aufgefallen. Wegen des hohen Gestrüpps nutzen viele Hiker, die länger unterwegs sind, das Flussufer als Weg. Auch das ist unwegsames Gelände, aber man sieht wenigstens, wohin man geht und auf wen man eventuell trifft.

Dann müssen wir uns tatsächlich etwas im sehr kleinen Visitor Center aufwärmen und sind froh, dass wir mit dem Bus zurückfahren und nicht laufen müssen. Die Rückfahrt ist zunächst wenig ereignisreich: Wir sehen erneut einige Karibus und weiße Punkte, die Dall Schafe sein sollen. Nach einiger Zeit hält unsere Busfahrerin Laurie bei einem entgegenkommenden Bus und die Fahrer tauschen sich über etwas aus. Da wir weit hinten sitzen, verstehen wir nicht, worum es geht. Nach ein paar hundert Meter hält Laurie erneut und dann wissen wir, worum es ging. Eine Grizzly-Mutter mit zwei Kleinen läuft unbeeindruckt über die Straße. Alle reißen die Kamera hoch und versuchen, das beste Bild zu bekommen.











Mutter und Kinder stört das nicht, die sind total entspannt unterwegs. Nach kurzer Zeit entschließen sie sich, die Straße zu verlassen und durch die Büsche den Hügel hinauf zu verschwinden. Wir können sie noch in einiger Entfernung auf einer Lichtung dabei beobachten, wie sie nach Futter suchen.





Das war ein unvergessliches Erlebnis! Die weitere Fahrt ist eher unspektakulär. Wir sehen nochmals einen weit entfernten Grizzly, der einsam auf einem Berg unterwegs ist.




Mit der Tour waren wir sehr zufrieden und können nur empfehlen, mindestens so weit wie wir in den Park hinein zu fahren.

Nach Ende der Fahrt bleibt uns für einen langen Abschied vom Denali National Park leider keine Zeit, wir müssen schnell weiter, denn bis Fairbanks haben wir noch gut 2 Stunden Fahrt vor uns. Unterwegs erlauben wir uns daher nur einige kleine Fotostopps in die unendliche Weite Alaskas.








Das Hotel erreichen wir zeitig, so dass wir zu Fuß zum Restaurant Brewsters gehen können, um dort bei schmackhaftem Essen mit einem örtlichen Bier auf die Grizzlys anzustoßen.






Best Western Plus Chena River Lodge, 225,- € für 2 Nächte
Gefahrene Meilen: 135 (ohne Busfahrt im Park)
Autor: finge42
« am: 31.03.2019, 18:38 Uhr »

15. Tag: 26.08.2018

"Am zuverlässigsten unterscheiden sich die einzelnen Fernsehprogramme noch immer durch den Wetterbericht" - Woody Allen


Denali National Park


Nachdem wir ausgeschlafen haben, begrüßt uns der neue Tag mit Regen. Also lassen wir es gemütlich angehen und erledigen ein paar administrative Dinge. Als wir am späten Vormittag losfahren, bemerken wir einen Riss in unserer Windschutzscheibe, der gestern noch nicht da war. Das ist irgendwie doof, aber wir sind versichert und die nächste Station von Driving Force ist in Kanada, dann geht es eben so weiter! Wir sind übrigens nicht die einzigen mit einem Sprung in der Scheibe. Manche Autos haben da ein ganzes Spinnennetz und fahren fröhlich weiter.

Der Weg zum Denali National Park ist kurz.








Wir gehen zunächst ins Visitor Center, um den obligatorischen Kühlschrankmagneten zu erwerben. Ja, Kitsch muss sein. Wir müssen uns zu Hause keine große Edelstahlplatte beim Frühstück ansehen; lieben schauen wir auf die bunten Magneten aus unseren letzten Urlauben. Vom Visitor Center aus geht es in den Park.





Allerdings ist die einzige Straße im Park nur auf den ersten15 Meilen für Privat-PKW frei gegeben. Danach fahren nur noch die gebührenpflichtigen Busse.








Unsere Fahrt ist relativ gemächlich, da es erstens ein Tempolimit gibt und wir zweitens Tiere sehen wollen. Das ist aber gar nicht so einfach: Es gibt zwar kaum Bäume, aber die Tundra ist überwachsen mit Büschen, die alles andere als niedrig sind. Manche sind 1,5 bis 2 Meter hoch, so dass sich ein Bär locker darin verstecken kann.





Bären sehen wir zwar nicht, aber es wird vielfach vor ihnen gewarnt.





Dann sehen wir tatsächlich einen Elch im Wald neben der Straße.





Am Ende der für alle geöffneten Straße fließt der Savage River und es gibt einen kurzen Trail am Fluss entlang.





Das Wetter ist ein wenig besser geworden, also machen wir uns auf den Weg. Hier sieht schon deutlich herbstlicher aus.








Die Temperaturen liegen bei 10 bis 12 Grad C und der Wind pfeift durch das enge Tal.








Eigentlich jeder, der hier im Park unterwegs ist, hat Bärenspray dabei. Man kann sich im gesamten Park – teilweise mit Permit - völlig frei bewegen – niemand ruft einem zu: „Stay on the trail“. Eigentlich ist es sogar erwünscht, die Trampelpfade nicht zu benutzen, damit sie bewachsen bleiben.

Irgendwann kommen wir zum Auto zurück und es geht zum Parkausgang. Das Wetter verschlechtert sich, also gehen wir noch in die Souvenirshops im Nenana Canyon. Zum Kauf dieser besonderen Sommermode lassen wir uns allerdings nicht verführen.





Am frühen Abend finden wir das Lokal, das wir gestern noch vergeblich gesucht haben. Vor der Tür befindet sich ein Baum mit einigen lustigen Entfernungsangaben sowie der Bus aus der Filmkulisse von „Call of the wild“.








Die 49th State Brewery ist recht rustikal und nicht gut beheizt, aber das Essen schmeckt. Der Hopfen fürs Bier kommt offensichtlich aus Deutschland und die Verpackung wird als Abdeckung unter dem Vorzelt des Eingangs verwendet.





Leider kann nur Frank das Bier probieren, denn wir müssen mit dem Auto zurück zur Unterkunft. Dort lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.




Healy Heights Family Cabins
Gefahrene Meilen: 91
Autor: Marthe
« am: 22.03.2019, 23:50 Uhr »

Ich bin auch noch dabei und freue mich über die wunderschönen Bilder und den interessanten Bericht  :D

LG
Marthe
Autor: Ypsi
« am: 21.03.2019, 23:18 Uhr »

Hallo, ich bin auch noch dabei :-)
Da sind die ja endlich: die Nordlichter!
Unglaublich wie schnell das Wetter umschlagen kann.
Ein Traum Tag!
Autor: finge42
« am: 21.03.2019, 18:18 Uhr »

Ich bin gerade schnell hinterher gefahren und kann gar nicht erwarten, dass es weitergeht!
Ein toller Bericht mit berauschenden Fotos einer fantastischen Natur!!!!
Vielen, vielen Dank für‘s Teilen!

Willkommen an Bord und vielen Dank für Dein Lob. Wir hatten schon den Eindruck, dass zwischzeitlich ein paar Mitfahrer ausgestiegen sind.
Autor: Mig
« am: 20.03.2019, 18:42 Uhr »

Ich bin gerade schnell hinterher gefahren und kann gar nicht erwarten, dass es weitergeht!
Ein toller Bericht mit berauschenden Fotos einer fantastischen Natur!!!!
Vielen, vielen Dank für‘s Teilen!
Autor: finge42
« am: 18.03.2019, 19:18 Uhr »

Nordlichter - wie toll ist das denn

Wir haben vorher noch niemals Nordlichter erleben dürfen. Wir waren schlichtweg sprachlos. Es ist ein atemberaubendes Schauspiel. Man weiss gar nicht, ob man die Kamera bedienen oder selbst schauen soll.
Autor: finge42
« am: 18.03.2019, 19:14 Uhr »

Über Euern Bericht der letzten Tage bin ich erst mal sprachlos.
Schon die Fahrt auf dem Katamaran zu den Gletschern hat mir sehr gut gefallen. Dann das Wetterglück, den Blick auf den Denali und letzlich sogar Nordlichter... unglaublich!

 :dankeschoen: Schön, dass es Dir gefällt. Diese beiden Tage waren schon echte Highlights, aber ein paar kommen noch.
Autor: partybombe
« am: 18.03.2019, 10:53 Uhr »

Nordlichter - wie toll ist das denn
Autor: Doreen & Andreas
« am: 18.03.2019, 10:07 Uhr »

Über Euern Bericht der letzten Tage bin ich erst mal sprachlos.
Schon die Fahrt auf dem Katamaran zu den Gletschern hat mir sehr gut gefallen. Dann das Wetterglück, den Blick auf den Denali und letzlich sogar Nordlichter... unglaublich!
Autor: finge42
« am: 17.03.2019, 15:40 Uhr »

14. Tag: 25.08.2018      

… elendes Lichtergesindel“ - Chevy Chase als Clark Griswold im Film „Schöne Bescherung“

Palmer – Healy (Denali National Park)


Heute wollen wir zum Denali National Park fahren. Die Wettervorhersage für die Gegend am vorherigen Abend war jedoch schlecht. Aber wir haben inzwischen gelernt, mit dem Wetter im Norden zu leben und nehmen es, wie es kommt. Wider Erwarten sehen wir nach dem Aufstehen die Sonne, also nichts wie los. Außerdem ist der Weg mit etwa 240 Meilen ganz schön weit. Trotzdem fahren wir den Umweg über die Hatcher Pass Road und das lohnt sich richtig.











Mit Temperaturen von 11 bis 16 °C ist es sommerlich warm und wir sind nicht allein unterwegs. Es sind viele Familien vor Ort, entweder um Beeren zu sammeln, mit den ATVs durch das Hinterland zu düsen oder zu jagen.





Wir sehen nicht wenige mit einem Gewehr über der Schulter nahe bei der Straße. Die aus dem Auto zu fotografieren, wagen wir nicht. Wir halten zunächst am Independence Mine State Historical Park, später am Summit Lake und dann nochmal am Willow Creek. Jedes Mal genießen wir die Aussicht, aber länger bleiben ist wegen der noch vor uns liegenden Strecke nicht drin.











Nördlich von Wasilla erreichen wir den Parks Highway. Nach nur wenigen Kilometern lugt plötzlich ein hoher Gipfel zwischen den Bäumen durch. Wir können es gar nicht glauben: Werden wir vielleicht doch den Denali sehen? Das schafft nur jeder fünfte Besucher.





Tatsächlich! Wir können unser Glück gar nicht fassen und biegen auf die Nebenstraße nach Talkeetna ab. Von dort soll man einen besonders guten Blick auf den Denali haben. Nach knapp 13 Meilen werden wir nicht enttäuscht. Der Berg liegt direkt vor uns – na ja, eigentlich ist er ca. 100 km entfernt. Außerdem ist er jetzt doch von einigen Wolken umgeben.





Zu Glück können wir unsere Zeit frei einteilen und müssen nicht – wie einige Bustouristen – nach 10 Minuten weiterfahren. Also warten wir geduldig auf einer Bank, ob die Wolken sich verziehen. Während der Zeit können wir eine Verfolgungsjagt sehen und eine Familie beim Sonntagsausflug auf ATVs beobachten.








Schließlich wird unser Warten belohnt und der Denali zeigt sich richtig gut.








Nach 1,5 Stunden beschließen wir, weiter zu fahren. Unterwegs müssen war aber immer wieder anhalten und weitere Fotos machen. An der POW-MIA Rest Area ist der Blick noch einmal umwerfend.








Auch die weitere Landschaft ohne Blick auf den Denali ist atemberaubend. Obwohl wir jetzt schon 14 Tage unterwegs sind, können wir uns an der Weite der Landschaft nicht sattsehen.














Nach einem langen Tag erreichen wir Nenana Canyon am Denali National Park. Auf dem Nenana River sind tatsächlich einige Schlauchboote unterwegs.





Wir glauben, der Tag kann nicht mehr besser werden, als wir kurz vor unserer Unterkunft in Healy, einem Ort nördlich des Denali NP, nahe der Straße eine Elchmutter mit Kind antreffen. Wir sehen zunächst das Kalb am Straßenrand. Wo ein Kind ist, ist auch die Mutter nicht weit! Die Worte von Terry, unserem Vermieter in Seward, haben wir noch im Kopf: „Bears are no problem, mama moose is a problem“. Also sind wir ganz vorsichtig, Frank fotografiert aus dem Auto und Inge hat den Fuß über dem Gaspedal. Dann entdecken wir auch die Mama, die etwas entfernt friedlich zwischen den Bäumen steht.





Nichts passiert und wir fahren die letzten Meilen zur Unterkunft. Dort empfängt uns Brad, der Inhaber, mit der Mitteilung, er habe uns doch schon gestern erwartet. Aber zum Glück hat er die gebuchte Cabin auch für die kommenden zwei Nächte frei. Da haben wir aber Glück. Außerdem, legt er gleich nach, könne er uns nachts wecken, denn es seien Nordlichter angesagt und er habe Bereitschaftsdienst und wäre sowieso wach. Da willigen wir natürlich gerne ein.





Das wir anschließend in dem riesigen Ort Healy (1000 Einwohner) das angepriesene Restaurant nicht finden, ist uns nach allem, was wir schon erlebt haben, total egal. Es gibt also wieder Essen aus dem Supermarkt, den finden sogar wir. Nach einem Feierabendbier fallen wir ins Bett, schlafen aber nur 2 Stunden, denn Brad klopft wie versprochen an unsere Tür. Schlaftrunken taumeln wir nach draußen, sind aber sofort hellwach, denn die Nordlichter tanzen für uns über den Himmel.











Nach weniger als 1 Stunde ist das Ganze vorbei. Als wir zurück in der Cabin sind, können wir unser Glück gar nicht fassen. Dieser Tag hat uns wirklich ganz viele Wünsche erfüllt!






Healy Heights Family Cabins, 278,- € für 2 Nächte
Gefahrene Meilen: 265