Minutiöse Planung vs sich einfach treiben lassen. Warum machst du es wie?

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*Dreamer

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Das Thema ist in der letzten Woche wieder in ein paar Threads aufgekommen und ich wollte immer schon kommentieren, aber dann habe ich gedacht ... nee lass es, denn eigentlich geht es dem OP ja um was ganz anderes. Gerade ging es mir beim Lesen des Hawai Threads auch wieder so und deshalb starte ich jetzt dieses Thema.

Es geht mir nicht darum, jetzt darüber zu streiten oder zu diskutieren, ob es besser ist eine minutiöse Planung zu machen oder lieber in den Tag hineinzufahren. Ich würde dieses Thema gerne dafür öffnen, dass Leute hier mal sagen können, warum sie der eine oder andere Urlaubsplanungstyp sind und was für sie funktioniert und was nicht. Vielleicht kann das ja dann sogar zum besseren gegenseitigen Verständnis beitragen.

Ich mache den Anfang.
Ja, ich gebe es zu - ich bin der absolut minuitiöse Planungstyp, wenn ich in Urlaub fahre. Warum?

1. Zum einen, fühle ich mich einfach wohler, wenn ich mir überlegt habe, was ich am nächsten Tag mache und eine Vorstellung davon habe. Das mache ich auch zu Hause so. Allerdings habe ich kein Problem damit, wenn mich eine Freundin anruft, meine Pläne auch ganz spontan über den Haufen zu werfen und was anderes zu machen.

2. Urlaub ist für mich etwas zu erleben, etwas zu machen, mich zu bewegen. Leerlauf im Urlaub ist für mich total verschenkte Zeit und bereitet mir Stress. Wenn ich mich auf den Liegestuhl legen will und mich ausruhen, habe ich dafür zu Hause einen wunderschönen Garten, in dem ich gerne bin und auch viel Zeit verbringe. Dafür gebe ich kein Geld aus. Da mein Mann der entgegengesetzte Urlaubstyp ist von mir, sind wir urlaubstechnisch komplett inkompatibel und fahren wohl daher auch sehr selten in Urlaub.

3. Wenn ich einen Urlaub Tag für Tag plane, dann dauert er viel länger, weil er ja schon bei der Planung anfängt und mir macht das unendlich viel Spaß.

4. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als im Urlaub nur so in den Tag zu leben .... das endet in meiner Vorstellung immer damit, dass man zu lange im Bett liegen bleibt, die schönsten Morgenstunden schon vorbei sind. Man dann irgendwann gegen Mittag anfängt drüber nachzudenken, was man denn machen könnte und dann vielleicht so gegen 15 oder 16 Uhr mal irgendwo ankommt. Bis dahin ist meine Stimmung dann schon zu arktischen Temperaturen heruntergekühlt und ich hab auch von dem Rest des Tages nichts mehr.

5. Wenn ich alles durchgeplant habe, gibt mir das eine Sicherheit und ich muss nicht mehr befürchten, was zu verpassen. Ich habe dann gesehen, was es gibt und habe mich entschieden, was ich machen möchte und was nicht. Habe mir überlegt, was ich auslasse, wenn es regnet und bin dann mit dem zufrieden, was ist. Gerade wenn man nicht unendlich viel Zeit an einem Ort hat und eine Rundreise macht, finde ich das für mich wichtig. Oder ich weiß, wenn ich hier länger bleibe, dann muss ich was anderes streichen ... dann kann ich entscheiden, was mir wichtiger erscheint.

Noch ein Zitat von Lurvig aus dem Hawai Thread

Beim Durchlesen der ganzen Tipps fällt mir immer wieder auf, dass sehr viele jeden einzelnen Urlaubstag komplett vorplanen und ausfüllen.

ja, das fällt mir auch immer wieder auf. Nicht bei den Hawaii-Dingen (lese ich kaum, da ich da heute und morgen nicht hin will), aber sonst begegnet man diesem Phänomen ja auch oft hier. Ich halte diese minutiöse Planung für grossen Unsinn. Da muss nur eine Sache schief gehen oder 3 Minuten länger dauern und schon kommt der ganze schöne Plan durcheinander. Was ist denn, wenn es einem irgendwo, wo man 2 Stunden 18 Minuten eingeplant hat gar nicht gefällt? Man darf nicht weiter, denn der Plan muss eingehalten werden. Und dann ist man irgendwo, wo man es richtig schön findet, muss aber viel früher weiter als man möchte... der Plan hatte hier nur 21 Minuten vorgesehen. "Leicht" überspitzt ;)
Essenz der Sache: grobe Planung ja! Erst recht bei einem Erstbesuch. Wenn es zu sehr ins Detail geht, hat das für mich nichts mehr mit Urlaub zu tun, sondern ehr mit einer termingespickten "Dienst"reise. Man ist zudem völlig unflexibel. Ich rate von solchen Feinstplanungen ab. Egal ob auf Hawaii oder sonstwo.

Lurvig

Ich habe mich köstlich amüsiert über die Vorstellung, wie man da steht und nicht weiterfahren darf wegen des Plans. Ich denke wirklich, es kommt auf die Einstellung zum Plan an. Wenn es mir irgendwo so gut gefällt, dass ich dort nicht mehr weg will, dann streiche ich halt anderes dafür auf meinem Plan. Und wenn es wo schrecklich ist, dann schnell zum nächsten Punkt - denn ich weiß ja, wo ich hinfahren kann, wo es schöner sein könnte, denn ich habe einen Plan! Ich denke, ich bin einer von den Menschen, denen ein Plan eine gewisse Sicherheit gibt. Ich habe darüber nachgedacht, wie lange man für etwas wahrscheinlich brauchen könnte, so dass ich ungefähr weiß, was ich mir an einem Tag anschauen kann und was ich wegstreichen muss. Und wenn es nicht passt - hab ich halt einen schlechten Plan gemacht - so what!!!

Ich hab immer so spontane Menschen bewundert, die einfach losgehen und dann unterwegs entscheiden, was sie machen, wo sie essen gehen etc. Ich habe aber festgestellt, dass ich so nicht bin, dass ich mich unnötig quäle, wenn ich versuche so zu sein und die ganze Zeit nur unnötig Stress habe und deshalb bekenne ich mich hier auch dazu .... ja ich bin ein Planungsjunkie und habe einen Plan bis ins kleinste Detail für meine USA Reise --- nein, um wieviel Uhr wer Zähneputzen darf, steht da NICHT drauf!!! ;-) In wieweit wir den Plan "eingehalten" haben, erzähle ich euch vielleicht mal hinterher.

Mein Fazit: Ob Plan oder nicht, wichtig ist, im Jetzt zu leben. Dort, wo ich gerade bin in meinem Urlaub, muss ich mich auf das, was dort ist, einlassen - die Natur genießen ohne auf die Uhr zu schauen, dann ist es ganz egal, ob ich einen Plan habe oder nicht, wenn ich wieder ins Auto steige und weiterfahre.

P.S. Für mich im Übrigen schlimmer als ein Plan - ist zu wissen, wann irgendwo für ein Foto das beste Licht ist .... das setzt mich mehr unter Druck als jeder noch so detaillierte Reiseplan. Aber das Thema sich vom Foto durch den Urlaub hetzen lassen, ist ein anderes und gehört nicht in diesen Thread.

*EasyAmerica

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Sowas Ähnliches hatten wir hier bereits: Vorreservieren / Vorbuchen: ja oder nein? oder auch hier: Überambitionierte Routen Aber ich glaube, du gehst noch einen Schritt weiter.  :wink:

Ich erlaube mir, mich aus den genannten Threads der Einfachheit halber zu zitieren:

Meine Planung nenne ich immer "Wunschzettel". Mal sehen, welche Wünsche der Weihnachtsmann erfüllt und was er mir noch für die nächsten Male übrig lässt. :P

Im Vorfeld meiner Reisen habe ich meine Touren und Routen so geplant, dass ich rechtzeitig wieder zurück bin. Ich habe nie, nie, nie jede Einzelheit durchgeplant, wie sich das in der heutigen Internetzeit (leider?) aufdrängt. Mir tun diejenigen immer leid, die sich um alle Aha-Effekte bringen.

Vielleicht ist meine Einstellung am allerersten Tag meiner allerersten Amerika-Reise entstanden. Da wollte ich doch tatsächlich an zwei Tagen von San Franzisko nach Portland fahren.  :lol: Von den majestätischen Küstenredwoods hatte ich nicht die allergeringste Ahnung. Die waren auf einmal da! Standen da einfach so rum und schon war am allerersten Tag der Zeitplan geplatzt.

Und so ging uns das vier Wochen lang. Selbst Moab war damals noch ein Geheimtipp und raubte uns die Zeit aus einem Plan, der uns längst nicht mehr interessierte. Ich habe heute nicht mehr die geringste Ahnung, ob wir alles abgefahren haben, was wir uns vorgenommen hatten. Das war uns ganz schnell völlig egal geworden.

Dieses Amerika-Reise-Abenteuer hat meine Reiselust geprägt. Deshalb habe ich für jeden große Symphatie, der seine Reise in einem großen, nie zu verwirklichenden Schwung anlegt und sich überraschen lässt, was davon Wirklichkeit wird.

Selbst noch heute bezeichne ich meine persönlichen Tourenplanungen (nicht die für andere Leute) nicht als solche, sondern als Wunschliste. Nur verwöhnte Kinder kriegen alles, was auf ihrer Wunschliste steht. So freue ich mich immer über Wünsche, die nicht in Erfüllung gehen.  :wink:

In Amerika habe ich übrigens noch nie :urlaub: gemacht. In Amerika reise ich. :rv:
Viele Grüße
Heinz

*MacClaus

  • Gast
Leerlauf im Urlaub ist für mich total verschenkte Zeit und bereitet mir Stress.

Ja... das ist für mich Stress wenn ich jeden Tag genauestens planen muss  :roll:


Ich mache eine nur eine Grobplanung was ich mir unbedingt ansehen möchte. Auf keinen Fall mache ich Urlaub nach einer "To-Do" Liste. Wenn das Wetter nicht passt... lasse ich es ausfallen, auch wenn ich dann ein Highlight verpasse. Ich plane den Tag zur Hälfte... der Rest bleibt für Spontanität vor Ort

Das gleiche gilt für Hotels... ich buche nur Hotels vor, wo es nötig ist, siehe in Städten wie Las Vegas, San Francisco, Seattle etc. Ansonsten suche ich vor Ort eine Unterkunft oder schlafe Outdoor.

Gute Restaurants in Großstädten suche ich mir vorher heraus.... da weiß ich dann was mich in etwa erwartet  :wink: Das ist aber schon alles an Planung.

*stephan65

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Ich gehöre auch in die Klasse der "Minutiös-Planer", wobei das "minutiös" nicht wörtlich zu nehmen ist. Aber der Tag selbst ist immer konkret verplant. Ich packe dann auch mal mehrere Punkte in einen Tag, die bei ausgiebiger Besichtigung normalerweise nicht machbar wären, das dient mir aber nur dazu, Alternativen zu haben. Ich versuche dabei aber auch mal, etwas flexibel beispielsweise hinsichtlich wechselnder Witterung zu sein, z.B. wenn ich mehrere Tage an einem Ort übernachte.

Zitat
Meine Planung nenne ich immer "Wunschzettel". Mal sehen, welche Wünsche der Weihnachtsmann erfüllt und was er mir noch für die nächsten Male übrig lässt.
Genau so.  :)
Die Idee zu einer Reise beginnt ja immer mit dem Gedanken an Plätze, die ich sehen will. Und die verbinde ich eben. Finde ich bei der Planung nette Plätze links und rechts der Strecke, ist das ein nettes Gimmick und ich notiere es als mögliche Ausweichstation.
"Treiben lassen", nichtstun, faulenzen, das mache ich heute nachmittag. Dafür gebe ich kein Geld aus.

Meine nächsten Reisen im Mai und Oktober sind gebucht und fertig geplant, mit Ausnahme einer einzigen Nacht. Uns ist es wichtig, uns frühzeitig zurücklehnen zu können und nicht wenige Wochen oder gar Tage in Hektik zu verfallen, möglicherweise umplanen zu müssen oder kein Hotelzimmer mehr zu kriegen. Uns sind auch schöne, bequeme Flugverbindungen wichtig, mit Wunsch-Fenster-Business-Plätzen. Das ist uns viel wichtiger als der Preis. Und wir möchten gute Wunsch-Zimmer im möglichst-Wunsch-Hotel.

Zitat
Auf keinen Fall mache ich Urlaub nach einer "To-Do" Liste. Wenn das Wetter nicht passt... lasse ich es ausfallen, auch wenn ich dann ein Highlight verpasse.
Das eine schliesst das andere nicht aus.


*TheWurst

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Ich plane so gut es geht vor und mache mir eine Liste mit Dingen, die mich interessieren könnten - was ich davon dann tatsächlich mache, entscheide ich spontan vor Ort. Je nach Lust und Laune, bzw. verfügbarer Zeit. Also nicht minutiös, sondern (durch das Vorbuchen der meisten Hotels) nur "tagesgenau". Mir geht es da wie Dreamer, ich will möglichst nichts verpassen, und die monatelange Planung (und dadurch immer größer werdende Vorfreude) gehört für mich einfach zum Urlaub dazu.  :D

Und was ich nicht schaffe, hole ich einfach beim nächsten Mal nach  :wink:

*webcrawler

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Ich gehöre auch in die Klasse der "Minutiös-Planer", wobei das "minutiös" nicht wörtlich zu nehmen ist. Aber der Tag selbst ist immer konkret verplant. Ich packe dann auch mal mehrere Punkte in einen Tag, die bei ausgiebiger Besichtigung normalerweise nicht machbar wären, das dient mir aber nur dazu, Alternativen zu haben. Ich versuche dabei aber auch mal, etwas flexibel beispielsweise hinsichtlich wechselnder Witterung zu sein, z.B. wenn ich mehrere Tage an einem Ort übernachte.

Zitat
Meine Planung nenne ich immer "Wunschzettel". Mal sehen, welche Wünsche der Weihnachtsmann erfüllt und was er mir noch für die nächsten Male übrig lässt.
Genau so.  :)
Die Idee zu einer Reise beginnt ja immer mit dem Gedanken an Plätze, die ich sehen will. Und die verbinde ich eben. "Treiben lassen", nichtstun, faulenzen, das mache ich heute nachmittag. Dafür gebe ich kein Geld aus.

Meine nächsten Reisen im Mai und Oktober sind gebucht und fertig geplant, mit Ausnahme einer einzigen Nacht. Uns ist es wichtig, uns frühzeitig zurücklehnen zu können und nicht wenige Wochen oder gar Tage in Hektik zu verfallen, möglicherwise umplanen zu müssen oder kein Hotelzimmer mehr zu kriegen. Uns sind auch schöne, bequeme Flugverbindungen wichtig, mit Wunsch-Fenster-Business-Plätzen. Das ist uns viel wichtiger als der Preis. Und wir möchten gute Wunsch-Zimmer im möglichst-Wunsch-Hotel.



Da kann ich nur zu 100% zusstimmen.
Ich plane fast genau so.
in jetzt gerade am feintuning für meine Las Vegas Woche die am 12. März beginnt.

Wobei feintuning vielleicht etwas übertrieben ist.
Aber ich schreibe mir halt alles auf was ich machen will stelle es ungefähr nach Tagen und Zeit zusammen. Füttere mein GPS für die Ausflüge etc.
Gruss

*TheHonk

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Bei mir gibt es auch nur die grobe Planung.

Ich plane zwar sehr lange (von Urlaub zu Urlaub ist meistens viel Zeit...), recherchiere im Internet, lese Reiseberichte, erstelle Routen, verwerfe diese wieder etc.
Was im Großen und Ganzen dann so aussieht, dass wir morgens wissen wo es hingeht und was wir sehen werden aber alles was dazwischen liegt bleibt offen.
Ist auch ganz gut so, denn meistens sieht man mal hier was interessantes z.B. ein Schild welches auf einen Schrottplatz hinweist...  8) und schon muß ich abbiegen... Oder wir sehen einfach eine hübsche Wohngegend und wir erkunden spontan wie der gemeine Bürger so lebt. Beim Essen ist es genauso... Oh... ein Hot Dog Stand... Wir haben gerade gefrühstückt... EGAL... Urlaub...  :essen:

Was das Fotografieren angeht, mache ich mir überhaupt keine Gedanken um das beste Licht oder Schatten oder was weiß der Geier... Ich mache in erster Linie Schnappschüsse von Unterwegs, von lustigen Leuten, von der Gegend und natürlich auch von den Sehenswürdigkeiten. Wenn ich zu hundert Prozent korrekte Bilder sehen will, habe ich Internet, HD-Fernsehen und auch noch gute alte Bildbänder.

Hotels buchen wir vor, wenn wir z.B. im Internet interessante Hotels sehen, die uns gefallen könnten. Ansonsten geht es nachmittags/abends spontan auf die Suche was -für mich - auch einen gewissen Reiz ausmacht.

Spontanität hat uns bis jetzt die schönsten Urlaubserinnerungen beschert (z.B. ein spontanes Verfahren im Wald von Williams/Arizona auf dem Weg zum White Horse Lake mit einem toten Eichhörnchen mitten auf dem Weg und einem lebenden Puma, der 20 Meter vor uns den Weg gekreuzt hat).  :wink:
Everybody´s got a Butt...
... And a Point of View...


*Soulfinger

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    Ort: North Hollywood on Radford, near the In-N-Out Burger
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  • I don't roll on shabbos!
Ich plane für den Urlaub immer eine genaue Route, die ich fahre und auch wie lange ich wo bleibe. Das kann sich während der Reise aber noch ein wenig ändern, denn es ist schon vorgekommen, dass man mal besser oder mal schlechter vorankommt und dadurch mal einen Tag früher oder später ankommt.

Hängt auch ein wenig davon ab, wie mir es irgendwo gefällt. Ich war vor 15 Jahren mal in Houston und es waren dort 2 Nächte eingeplant. Ich glaube ich bin nach einem kurzen Streifzug durch die Stadt gleich wieder weitergefahren und mich gefragt, was will ich dort. Anders gings mir in San Antonio: da war komischerweise eine Nacht eingeplant - geblieben bin ich drei Nächte.

Daher buche ich - ausser der ersten - keine Übernachtungen vor. Lediglich in Großstädten, wo ich unbedingt irgendwo genau schlafen möchte, mache ich eine Ausnahme.
"Ich trinke jeden Tag ein Glas Wein für meine Gesundheit. Den Rest der Flasche trinke ich, weil ich sehr gerne betrunken bin." Gerard Depardieu

*Antje

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  • 2.627
Hallo

ich gehöre der Fraktion: "Hotels auf jeden Fall vorausbuchen" an - über Reiseziele vorher gut informieren und wissen, WAS man denn machen kann.

Normalerweise hab ich nen Ordner mit Datums-Register - da wird eingeheftet: Vorne: Flüge, Mietwagen etc. (halt alles in der Reihenfolge, wie es gebraucht wird). Dann zu jedem Ziel der Rundreise am betreffenden Tag die Möglichkeiten, die sich bieten und meine Hotelbestätigung.

So ist die Zettelwirtschaft gut sortiert - und ich kann jeweils am Abend vorher überlegen, was der nächste Tag wetterabhängig so bietet.

Habe ich Lust auf ein Museum, habe ich Adresse und Öffnungszeiten parat, möchte ich was "draußen" machen, weiß ich, was es so gibt.

Streß mache ich mir keinen, ich reise schon ziemlich lange und man bekommt auch "Mut zur Lücke" - ich weiß, daß ich nicht alle Highlights gesehen haben werde - aber ich kann ja wieder mal hinreisen. Ich reise nicht mehr nach dem Motto "once in a lifetime".
Es muß auch Zeit für einen gemütlichen Cafébesuch oder nen Shoppingtag sein.(aber dann weiß ich auch, wo ich shoppen kann).

Ich denk immer: Im Vorfeld hab ich genug Zeit zu planen und vorzufreuen - vor Ort will ich darauf keine Zeit verschwenden, sondern für meine Zeit dort alles parat haben.

Antje

*Canyoncrawler

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  • Hiking the Nationalparks in USA, Kanada & Europe
Hallo,

früher haben wir einen tagesgenauen Plan gemacht, den wir aber nie so eingehalten haben wie geplant.  :wink:

Heute machen wir einen "Eckpunkteplan" mit den Dingen die wir uns unbedingt anschauen wollen.
Im Park XY wollen wir ca. ... Tage bleiben, im Park AB ca. ... Tage usw. d.h. wir müssen spätestens am .... weitergefahren sein damit wir die restlichen Unbedingts noch schaffen.
Die Unbedingts haben wir ausgedruckt in einem Ordner.
Die Wunschziele neben den Unbedingts haben wir in Ordnern auf dem Netbook.

Vor Ort treffen wir dann die Entscheidung ob wir noch länger bleiben oder weiter fahren, jenachdem wieviel von unseren Unbedingts wir schon angeschaut haben, wie das Wetter ist, uns die Gegend gefällt, wieviele Wanderungen uns locken, ob wir Lust auf Outletshopping haben bzw. wieviel Restprogramm wir noch haben von dem wir uns ggf. mehr versprechen.

Hört sich kompliziert an, ist aber ganz simpel wenn man den Zeitbedarf für die Unbedingts ermittelt und in einer Übersicht vermerkt hat.

Und wenn wir ein Unbedingt nicht schaffen weil wir zwischendrin arg gebummelt haben bzw. unterwegs spontan eine komplette Planänderung hatten, kommt es auf die Liste für die nächste Reise.

Vorgebucht wird nur die 1. Nacht, manchmal auch die letzte Nacht und die Campingplätze in den neuralgisch hochfrequentierten Parks (Yosemite, Grand Canyon).
Ansonsten nichts buchen dafür aber manchmal fluchen (wenn ein anvisierter Campground voll ist).  :wink:

Ich finde es stressend wenn ich während einer Reise zu viele Fixpunkte habe in Form von Vorbuchungen oder Termine von Permits. Dann werde ich unzufrieden wenn ich nicht spontan was verlängern kann weil ein Gültigkeitsdatum eines Permit die Reisegeschwindigkeit vorgibt.
Termine und Zwänge habe ich zu Hause genug, da will ich möglichst wenig von im Urlaub.

Kurzum: die Route flexibel und viele Aktvitäten spontan nach Lust und Laune. Wir nehmen uns die Freiheit uns treiben zu lassen ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Unsere Reisetage sind meistens lang und sehr ausgefüllt, eben weil man mit Spontanität mehr entdeckt als beim "abarbeiten" von Plänen.
Unser Motto: wo die Planung aufhört, beginnt das Abenteuer.
Gruss Kate
- - - - - - -
On Tour:
2000-09: 7xUSA West & Kanada
2000-13: D,F,I,GR,MC,E,AND,L,A,GB,MNR,BiH,HR
2018:  Wandern & Paddeln Schluchten-ABC: Ardeche, Baume, Chassezac sowie Cote Vermeille

Unsere Website: http://www.outdoordreams.de

*MARK

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  • Registriert: 25.02.2007
  • 82
Hi
mein nächster Trip ist 1 W Vegas, da ist die einzige Planung wie ich pocket rockets spiele.
Gruß
Mark

*SusanW

  • Gold Member
  • Registriert: 09.05.2005
    Alter: 54
    Ort: Hannover
  • 1.503
Hi,

seit wir Urlaub zu Ferienzeiten machen (müssen), plane ich auch genauer.  Es geht dann eben nicht mal so einfach, spontan ein Quartier zu suchen oder 1, 2 Tage zu verlängern - oft nicht mal mit dem Wohnmobil.  Jedenfalls sofern man nicht wild campt und damit -leider nicht selten - Konsequenzen und Verbote für folgende Wohnmobilreisende bewirkt.

Im großen und ganzen halte ich es ebenso wie Antje mit einer Planungsmappe (bzw. auf Laptop). Wobei ich in Europa etwas großzügiger mit den Entspannungsphasen bin - da kommen wir eben doch etwas leichter hin.   8)

Das Ganze ist dann aber eher tag- als minutengenau und i.d.R. großzügig abgeschätzt.  :wink:
Ab und an, hier und da,  kommt mal das Gefühl "wär ja gern noch geblieben" Das verschwindet aber immer schnell wieder, da es ja weiterhin noch einiges zu entdecken gibt
Liebe Grüße 
Susan

*Marterpfahl

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Hi,
wir haben mittlerweile so eine Mischung zwischen genau planen und aburlauben entwickelt. Das heißt:
Die Route wird im Vorfeld genau ausgearbeitet, die Tage werden verplant mit den den Sehenswürdigkeiten,
die wir uns  ansehen könnten. Vorgebucht werden nur noch  die Motels zum Anfang und zum Ende der Reise,
sowie in den Nationalparks. Fallen Feiertage dazwischen, wird auch hier vorgebucht. Der Rest wird am Abend
vorher oder am Morgen nach der Tagesplanung gebucht. Somit können wir etwas nach Wetter und Gemütslage
reagieren.  Ob wir uns alles von der Planung her ansehen, wird just in Time entschieden.
Somit sind wir in der Lage, auf unvorhergesehendes zu reagieren.
Und wir haben noch etwas vom Gefühl einer kleinen Freiheit.
LG
Rolf


Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es gemacht.

*Katja

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    Ort: Düsseldorf
  • 1.303
Hallo!
Ich liebe es, wenn ich Unterkünfte nicht vorbuchen muss. Die Route wird immer genau geplant, aber wenn die Übernachtung noch nicht gebucht ist, kann man flexibel sein und die Route auch mal spontan abändern. Wobei ich mich generell eigentlich schon gern an meinen Plan halte, aber es kann ja immer mal was dazwischen kommen, z.B. das Wetter, ein Reifenschaden oder irgendwas dauert doch länger als geplant. Außerdem bedeutet es für mich viel Stress, alle Unterkünfte vorzubuchen, denn dann muss genau ausgewählt werden und wenn man nicht direkt übers Web buchen kann auch noch einen zusätzlichen Aufwand (anrufen, E-Mail schreiben), da ich alles selbst organisiere und nicht über ein Reisebüro buchen lasse. Es macht natürlich auch viel Spaß, die Unterkünfte usw. rauszusuchen, aber es kostet auch viel Zeit. Trotzdem habe ich meist eine Liste mit möglichen Unterkünften, damit man ungefähr weiß, was gut sein soll und was unserem Budget entspricht.

Aber ich buche vor, falls es Probleme mit kurzfristigen Übernachtungen geben könnte, weil gerade Hauptsaison oder ein Feiertag oder ein besonderes Event ist. In dem Fall nehmen wir aber am liebsten die Variante, wo man noch kurzfristig stornieren oder umbuchen kann.
Wenn wir nicht vorgebucht haben, mache ich mir schon öfters Sorgen, dass möglicherweise alles ausgebucht sein könnte. Schön ist es deshalb auch, wenn man mit einem Netbook unterwegs ist und vielleicht noch kurzfristig reservieren kann, wenn man weiß, wo man am nächsten Abend sein wird.

Bei der Route überlege ich mir immer schon sehr genau, was ich machen möchte, und ich plane lieber mehr als zu wenig ein, so kann man immer noch vor Ort entscheiden, was man macht. Blöd wäre es, gar keinen Plan zu haben! Im Urlaub möchte ich auch möglichst viel unternehmen und die Highlights "mitnehmen". Da bin ich dann schon gerne über die Möglichkeiten informiert. Außerdem möchte ich bei einer Rundreise wissen, ob die Zeit am Ende reicht, um rechtzeitig wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen!

Gruß
Katja
Viele Grüße
Katja

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*sarahbonita

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  • 921

ich gehöre der Fraktion: "Hotels auf jeden Fall vorausbuchen" an - über Reiseziele vorher gut informieren und wissen, WAS man denn machen kann.

Normalerweise hab ich nen Ordner mit Datums-Register - da wird eingeheftet: Vorne: Flüge, Mietwagen etc. (halt alles in der Reihenfolge, wie es gebraucht wird). Dann zu jedem Ziel der Rundreise am betreffenden Tag die Möglichkeiten, die sich bieten und meine Hotelbestätigung.

So ist die Zettelwirtschaft gut sortiert - und ich kann jeweils am Abend vorher überlegen, was der nächste Tag wetterabhängig so bietet.

Habe ich Lust auf ein Museum, habe ich Adresse und Öffnungszeiten parat, möchte ich was "draußen" machen, weiß ich, was es so gibt.

Ich denk immer: Im Vorfeld hab ich genug Zeit zu planen und vorzufreuen - vor Ort will ich darauf keine Zeit verschwenden, sondern für meine Zeit dort alles parat haben.


Aus dieser Zusammenfassung von Antje kommt eigentlich ganz gut raus, wie ich/wir es handhaben.
Ich habe ein Liste, was sich wo an welchem Tag anbietet....das sind aber alles Ideen und nichts davon ist wirklich fix....
Ich notiere mit Sonnenaufgangs und Untergangszeiten (wichtig, da ich gerne diese Zeiten fürs Fotografieren nütze)

Ein Zwang entsteht aus dieser teilweise genauen Planung heraus nicht. Was geht, das geht......was nicht.....ist auch ok.

Und das wichtigste: Es macht mir im Vorneherein enormen Spass, die Hotel/Motels auszusuchen, Strecken zu planen, Sehenswürdigkeiten rauszusuchen und und und. Die Planung ist also schon mein halber Urlaub ;)

Liebe Grüsse
Sarah