Verliert Vegas an Charme?

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*Smokey-the-Bear

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #15 am: 17.10.2017, 12:31 Uhr »
Keine Ahnung, ob man es tatsächlich "Charme" nennen könnte, aber Vegas hat über die Jahre/Jahrzehnte für meine Begriffe "verloren".

"Genug" von allem gab's eigentlich immer schon (zumindest die vergangenen 20 - 25 Jahre).

Aber nunmehr ist es von allem zu viel. Viel zu viel.

Stand - als es neu war - ein Bellagio noch imposant am Strip. So ist es heute irgendwie "eingequetscht" zwischen anderen Großbauten.

Auch vom Caesar's Palace, wie er ursprünglich erdacht wurde, ist heute kaum noch was zu sehen. Hier was drangebaut, da was erweitert ...

Man merkt eben, dass die Glückspiel- und Übernachtungsindustrie den Hals nicht voll bekommt.

Trotzdem rate ich den Leuten, sich Vegas mal anzusehen. Jede Losbude auf der Kirmes assoziiert sich selbst mit Vegas.

Aber Vegas ist und bleibt das Original. Auch wenn es über die Jahre verloren hat.

Und was in Vegas weiterhin Weltklasse ist:
Die Shows.
Viele Grüße
  Frank

  aka: Smokeybear

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*BMG1980_CGN

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #16 am: 18.10.2017, 14:17 Uhr »
Über das Wort "Charme" kann man - wie gesehen - trefflich streiten.

Ich fand LV aber 2012 auch nicht mehr so schön wie 2003 oder 2004 als ich dort war. Was extrem viel genommen hat, sind diese Überführungen an jeder Strasse, die den Strip kreuzt mMn. Man ist gezwungen fast den doppelten Weg zu laufen - teilweise sogar durch die Hotels. Das war vorher einfach unkomplizierter gelöst. K.A. ob das an Verkehrsunfällen liegt, aber durch dieses ewige Treppauf und Treppab und die damit einhergehende Gleichhaltung wird das "Flanieren" zu einer einzigen Qual.

Die Themenhotels waren für mich schon ein Teil dessen was LV ausgemacht hat. Herrlich was man aus Pappmasche so alles herstellen kann.

*dschlei

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #17 am: 18.10.2017, 17:11 Uhr »
Was extrem viel genommen hat, sind diese Überführungen an jeder Strasse, die den Strip kreuzt mMn. Man ist gezwungen fast den doppelten Weg zu laufen - teilweise sogar durch die Hotels. Das war vorher einfach unkomplizierter gelöst. K.A. ob das an Verkehrsunfällen liegt, aber durch dieses ewige Treppauf und Treppab und die damit einhergehende Gleichhaltung wird das "Flanieren" zu einer einzigen Qual
Koennte der fast ungehemmte Wachstum der Stadt, und das damit verbundene Verkehrsaufkommen der Grund dazu sein?

between 1990 and 2000 the population nearly doubled, increasing by 85.2%. Rapid growth has continued into the 21st century, and according to a 2013 estimate, the population is 603,488 with a regional population of 2,027,828
With kind regards from the south bank of the Caloosahatchee River

*MacClaus

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #18 am: 18.10.2017, 20:59 Uhr »
Außer dem Glücksspiel sind die Shows und Restaurants das einzige Interessantein LV... für mich jedenfalls!

Shoppen muss man auch nicht unbedingt. Gibt‘s woanders auch!

*Jack Black

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #19 am: 18.10.2017, 21:28 Uhr »
Obwohl ich ja bekanntermaßen zu den wenigen Las Vegas Anhängern gehöre, bin ich zugegebenermaßen auch nicht der Meinung, dass Las Vegas jemals "Charme" besessen hat. Oder Charme ist etwas anderes, als was ich darunter verstehe.

Las Vegas war eine "Zockerstadt" und ist es (wenn auch eingeschränkt) immer noch. Ganz sicher ist Las Vegas KEINE Messestadt, nach wie vor gehören Messebesucher zu den unbeliebtesten überhaupt in Las Vegas. Die mit den "Badges" ausgestatteteten Oberlangweiler sind das Grauen für jeden Croupier und auch wenn das EInkommen aus Spielen relativ nachgelassen hat, es ist nach wie vor ein zentrales und wichtiges Moment in Las Vegas und Messebesucher sind der Inbegriff des Anti-Gasts in Las Vegas. Die spielen nicht, die konsumieren schlecht, die nerven nur. Punkt.

Las Vegas lebt von den Touristen und lebt von den verschiedenen Einnahmequellen. Es ist richtig, die EInnahmen aus dem Gambling haben nachgelassen, dafür sind die EInnahmen aus Shows und Buffets gestiegen, ebenso sind die Zimmerpreise nach dem Lehmann Crash in 2008/2009 auch wieder angestiegen. Das alles ändert aber nichts daran, dass natürlich das Spielen in Las Vegas beherrschend ist, wenn auch die EInnahmen zurückgegangen sind.

Aber "Charme"?? Welcher Charme? Las Vegas hatte nie Charme, Las Vegas war immer schon ein knallhart kalkuliertes Business. "Früher" aber waren die EInnahmen aus dem Spielbetrieb so hoch, dass man Zimmerpreise und Preise für gutes Essen (u.a. Buffets) sehr niedrig anbieten konnte. Man wollte einfach nur Kunden anlocken. Das geht heute aber nicht mehr, dazu reichen die Gewinneinnahmen aus dem Gambling nicht mehr. Deswegen hat man Resort Fees eingeführt, man hat die Buffets verteuert, die Zimmerpreise ziehen wieder an (aber ehrlicherweise muss man eingestehen, dass sie vor 2008 definitiv nicht niedriger waren, im Gegenteil). Aber Charme hat/hatte Las Vegas nicht/nie, die Phase der Themenhotels scheint abgelaufen zu sein (wobei die meisten Themenhotel ja noch stehen und auch gewartet werden und durchaus noch sehr viele Gäste haben), es bricht eine weitere Ära an. Wie auch immer die zu benennen wäre, aber eines ist sicher: auch heute noch ist Gambling ein wesentliches Element in Las Vegas und weiterhin haben die meisten (wenn auch nicht alle) namhaften Hotels auch ein großes Casino anzubieten. Das ist für eine "Messestadt" mit Sicherheit das überflüsssigste und unwichtigste Merkmal überhaupt, weswegen Las Vegas auch keine Messestadt ist. Ohne wenn und aber.

*gecko1a

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #20 am: 18.10.2017, 22:25 Uhr »
Um die Beitragsfrage noch mal hervor zu holen: Verliert Vegas an Charme, würde ich gerne den Duden bemühen:
Charme: Anziehungskraft, die von jemandes gewinnendem Wesen ausgeht; Zauber.

Wenn man die Besucherzahl ansieht, ist die Anziehungskraft gestiegen.
Für den einzelnen, wie auch hier geschrieben wurde, kann der Zauber verloren gegangen oder nie dagewesen sein.

Gruß Frank

*Soulfinger

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #21 am: 19.10.2017, 08:02 Uhr »
für die meisten bedeutet der "Zauber" oder "Charme" von Vegas halt nun mal "Saufen und Party ohne Ende". Für die Amerikaner ist Vegas wohl immer noch der Inbegriff einer Partystadt. Wo sonst kann man mit seinem Drink über die Straße laufen, in den Puff gehen und Zocken? Da gibt es wenig Orte in den Staaten (ausser vielleicht die ganzen Indianercasinos, die aber mit Vegas wirklich nicht mithalten können) . . . Viele Fliegen Freitags nach Vegas und lassen die Sau raus und am Sonntag Abend geht es verkatert und mit leeren Taschen wieder nach Hause.

An uns Mitteleuropäern verdient die Stadt sowieso nicht so viel. Ich denke mal, wir sind keine guten Gäste! Wir zocken kaum, da uns der Reiz fehlt - wir saufen uns nicht bewusstlos - sind meist den ganzen Tag draussen in der Prärie - buchen meist "Preisoptimiert" usw.

Mein Cousin lebt in den Staaten und er fährt einmal im Jahr mit Frau und Freunden nach Vegas. Da werden an einem Wochenende mal locker zu zweit 1000 Dollar verjubelt. Das ist es denen Wert. Was es uns womöglich nicht wäre . . .
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*MacClaus

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #22 am: 19.10.2017, 09:09 Uhr »
An uns Mitteleuropäern verdient die Stadt sowieso nicht so viel. Ich denke mal, wir sind keine guten Gäste!  . . .

Da ist leider die schonungslose Wahrheit.

Das sehe ich in den Top-Restaurants in Paris. Die Speisekarte in deutscher Sprache? Forget it!   Englisch, Japanisch, Chinesisch, Russisch und Arabisch! Die lassen im Gegensatz zu den knausrigen Deutschen auch Geld in der Stadt, und das ist in Las Vegas nicht anders.

*Microbi

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #23 am: 19.10.2017, 11:18 Uhr »
Las Vegas hatte noch nie Charme, dazu muss man andere Städte besuchen. LV ist nur eine größere Neon-Kirmes.
Man kann nichts verlieren was man noch nie hatte, zumindest nicht in den letzten 35 Jahren.
Dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen.

Und ich schließe mich hier gleich an, auch wenn das nicht sehr originell ist.

Mic

*Jack Black

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #24 am: 19.10.2017, 11:25 Uhr »
An uns Mitteleuropäern verdient die Stadt sowieso nicht so viel.

An manchen schon.... ich bin (war)  zugegebenermaßen auch eher der typische amerikanische Zocker und Säufer. Bis morgens um 6 Uhr am Spieltisch sitzen und am frühen Nachmittag verkatert zum Frühstück gehen. Heute kann ich das nicht mehr, ich bin zu alt dafür. Aber ich weiß wenigstens, was es bedeutet. Aber der Tourist, der nur billig im guten Hotel wohnen will und nur durch Themenhotels bummelt um zu staunen, der bringt nicht  genügend Geld ein, das müssen die bezahlen, die die mannigfaltigen Angebote wahrnehmen (nicht nur Zocken, auch die Shows, die Restaurants u.v.m.).

Da werden an einem Wochenende mal locker zu zweit 1000 Dollar verjubelt.

Und das ist immer noch wenig. Ich habe schon vor zwanzig Jahren eine Statistik gesehen, wonach der durchschnittliche Las Vegas Besucher pro Tag und pro Person im Schnitt ca. 560$(!) in Las Vegas lässt (round about, inkl. alles). Das wären bei zwei Personen und einem klassischen Wochenende über 2.000.-$. Es muss also durchaus einige Menschen geben, die richtig Geld lassen in Las Vegas, denn viele Touristen liegen meilenweit unter diesem Schnitt.

*Soulfinger

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #25 am: 19.10.2017, 11:41 Uhr »
Aber der Tourist, der nur billig im guten Hotel wohnen will und nur durch Themenhotels bummelt um zu staunen, der bringt nicht  genügend Geld ein, das müssen die bezahlen, die die mannigfaltigen Angebote wahrnehmen (nicht nur Zocken, auch die Shows, die Restaurants u.v.m.).

Absolut!

Ich finde auch, dass diese Megahotels in Vegas auch nur sauteuer "wirken". Letztlich sind es doch Papphäuser die auf Edel getrimmt sind. Selbst die ganz teuren Hotels haben bei weitem nicht den Charme oder den Stil eines Edelschuppens in Europa wie z.B. einer Traube Tonbach im Schwarzwald.
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*Jack Black

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #26 am: 19.10.2017, 11:55 Uhr »
So ein paar ganz nette Hotels gibt es aber schon, es muss ja nicht immer nur am Strip sein. In Summerlin gibt es beispielweise ein schickes Marriott, auf Grund der abgelegenen Lage bieten die ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis an. Kitschig zugegebenermaßen (erinnert mich ein wenig an die Cottages in den "Mansions" von Newport, Rhode Island), aber durchaus gediegen. Da haben selbst die kleinsten Zimmer einen Badezimmerbereich so groß wie ein Wohnzimmer:

http://www.marriott.com/hotels/hotel-rooms/lasjw-jw-marriott-las-vegas-resort-and-spa/

*MacClaus

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #27 am: 19.10.2017, 12:15 Uhr »
......Selbst die ganz teuren Hotels haben bei weitem nicht den Charme oder den Stil eines Edelschuppens in Europa wie z.B. einer Traube Tonbach im Schwarzwald.

Auweia, die Traube ist doch eine der hässlichsten Bunker! Genauso wie die Schwarzwaldstube. Obwohl sie nach der längst überfälligen Renovierung etwas von dem Muff abgelegt hat.

„Dr. Oetker“ sammelt ja einige Hotels.... darunter das Le Bristol. Das hat Stil und Eleganz. Die Traube kann nur Luxus bieten. Absteigen würde ich dort nie im Leben!!!

*Goon

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #28 am: 19.10.2017, 17:45 Uhr »
Also dann bin ich auch ein Ami. Vegas ist für mich auch Gambling, Saufen, Clubs etc.

Und ich kann sagen an mir hat die Stadt schon einiges verdient. Habe zwar immer gratis Hotel aber geb dann eben meine Kohle für oben genanntes aus.

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Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, daß man recht haben und doch ein Idiot sein kann. (Martin Kessel 1901-90)

Gruss Patrick

*Jack Black

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Antw:Verliert Vegas an Charme?
« Antwort #29 am: 19.10.2017, 18:46 Uhr »
Also dann bin ich auch ein Ami. Vegas ist für mich auch Gambling, Saufen, Clubs etc.

Und das ist meiner Meinung nach auch genau das, was Las Vegas für Fans ausmacht. DAS IST LAS VEGAS. Und nicht mit gerümpfter Nase durch Spielcasinos latschen und schlaumicheln, wie doof man sein muss, um um Geld zu spielen. Genau dafür fährt man doch dahin! Und selbst wenn ich heute einfach nicht mehr "durchmachen" kann (danach bin ich krank, ich kann es eben nicht mehr), aber Spielen am Tisch ist für mich nach wie vor das Allerbeste an Las Vegas. Alles andere kann ich auch woanders machen.

Ich akzeptiere sehr wohl noch, dass Las Vegas wirklich sehr gut gelegen ist für einen Kick-Off in den Südwesten.  Aber da reicht natürlich eine prüde Übernachtung und dann geht es los. Ist nur nicht das, was ich mit Las Vegas verbinde. Ich erwarte auch gar nicht, dass das jeder versteht oder gar nachvollziehen kann. Aber was Las Vegas zu Las Vegas macht ist eben genau dieses "verruchte" Leben. Wer das mag, dem muss man nicht erklären, was damit gemeint ist. Wer es nicht mag, wird es auch nicht verstehen.