Off the Beaten Path... in the City of Light

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*MacClaus

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Off the Beaten Path... in the City of Light
« am: 22.10.2017, 21:56 Uhr »



Paris ist meine Lieblingsstadt. Keine andere Stadt bietet diese Vielfalt an Kunst, Kultur, Sehenswürdigkeiten, zusammen mit so vielen hervorragenden Restaurants, Chocolaterien und Patisserien. Die Pariser Fashion Week im Frühling und Herbst sorgt für überfüllte Cafés, Restaurants und teure Hotelpreise. Diese zwei Wochen sind als Reisezeit tabu.


Vorab... mit dem Wetter hatte ich wieder unglaubliches Glück – Goldene Oktobertage mit Temperaturen zwischen 18 und 26 Grad tagsüber.
 



Warnung vorab, dieser Reisebericht wird Food Porn* extrem.

*Auszüge aus meinen Reviews für OAD und ...


to be continued

*MacClaus

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #1 am: 23.10.2017, 09:22 Uhr »
Prolog
Sechs Tage in der schönsten Stadt der Welt. Eine Street-Tour durch Paris abseits der überlaufenen Sehenswürdigkeiten. Nirgendwo in die Schlange einreihen, weder am Eiffelturm, Notre Dame, Louvre oder sonst wo. Ein Schwerpunkt dieser Reise sind die schönsten Straßen von Paris. Das authentische Paris findet man nur noch an wenigen Orten, aber es gibt sie… die kleinen Oasen in Paris.

Als Foodie hat man es nicht einfach in Paris, heute noch ein Geheimtipp, morgen schon vergessen. Sechs Sterne-Restaurants in sechs Tagen mache ich auch nicht alle Tage. Spontan besuche ich solche Restaurants selten. Schon gar nicht wenn ich weiß, wie schwindelerregend teuer es werden kann. Reservierungen sind teilweise umständlich, hier kocht jedes Restaurant sein eigenes Süppchen. Gott sei Dank muss man kein Prepaid-Ticket erwerben, wie es mittlerweile in amerikanischen Spitzenrestaurants üblich ist. Ich lese keine Print-Reiseführer, die bereits nach dem Erscheinen überholt sind. Ich tausche mich mit Gleichgesinnten aus oder stöbere in Blogs, u.a. Paris Food Affair, Lost in Cheeseland oder Paris by Mouth.

Auf der letzten Paris-Tour hatte ich noch eine DSLR im Rucksack, diesmal ist nur eine kleine 28 mm Festbrennweite dabei – schwarz, unauffällig und wie geschaffen für Straßenfotografie. Zur Not tut es auch das Smartphone. CityMaps2Go benutze ich als Stadtplan und Citymapper für An- und Abfahrtszeiten des ÖPNV in Echtzeit.

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*MacClaus

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #2 am: 24.10.2017, 06:59 Uhr »
1. Tag: Ankunft
Eine Dreiviertel Stunde vor Abflug komme ich am Nürnberger Flughafen an. Noch schnell durch die Sicherheitskontrolle und dann beginnt auch schon das Boarding. Um kurz vor 8 Uhr komme ich in Paris an. Ich hole mir ein 6-Tages-Ticket und dann ab in den Zug. Eine halbe Stunde dauert die Fahrt bis zur Station Châtelet-Les Halles. Es ist der größte unterirdische Bahnhof der Welt, hier treffen fünf Metro- und drei Zuglinien aufeinander. Die Wege sind so unübersichtlich angelegt, dass ich immer froh bin, wenn ich aus diesem Labyrinth herauskomme. Das Novotel Paris les Halles ist mein Lieblingshotel in der Innenstadt, wenn ich direkt vor dem Hotel einen Metro-Zugang brauche. Die Junior Suite in dem 4-Sterne-Hotel ist zwar nur ein großes Zimmer, bietet aber sonst alle Annehmlichkeiten. Ein Kingsize Bett, 48“ TV, ein großes Bad, High-Speed-Wifi, und der Geräuschpegel ist sehr niedrig.

Die Rue Montorgueil ist die Foodie-Straße in Paris, ein letztes Überbleibsel des alten Hallenviertels von Paris. Hier befand sich einst der Pariser Großmarkt. Während der Großmarkt 1969 aus Platzgründen nach Rungis umziehen musste, blieb die Rue Montorgueil bestehen. Cafés, Bistros, Bäckereien Patisserien, Feinkost- und Blumenläden findet man entlang dieser überwiegend autofreien Straße. Eine lebendige Markstraße zum flanieren und vor allem um eines der unzähligen Bistros zu besuchen.

Auch das ist Paris!



Paris by Mouth favorisiert in der Kategorie „Klassische Bistros” das La Bourse et La Vie, vor Juveniles und L’Assiette. Das Juveniles in der 47 Rue de Richelieu ist mein Lieblingsbistro, zudem hat es eine ausgezeichnete Weinauswahl. Man kann dort sehr gut und (!) günstig essen. Das Tagesgericht, ein Glas Rotwein und Café, macht zusammen 16,50 €. Heute ist es Seehecht mit Blumenkohl-Püree, Dinkel, Kapern und Gemüse in Haselnussbutter (7,5/10).  Ich bestelle noch ein Dessert dazu... Apfel geröstet in Honig, Zitrone, Rosemarin und Mandelkuchen mit Mascarpone-Sahne (8/10). Küchenchef Romain Roudeau beweist  wieder, dass das Juveniles zu den besten Bistros in Paris gehört.

Bistro Juveniles





Mittlerweile ist die Temperatur auf schweißtreibende 26 Grad geklettert.


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*MacClaus

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #3 am: 24.10.2017, 07:18 Uhr »
Aussichten
Ich gehe gerne in die Pariser Feinkostläden shoppen, gelegentlich auch mal in eines der großen Kaufhäuser. Quatre Temps im Viertel La Défense ist ein Touristenmagnet und das meist besuchte Kaufhaus in Paris. Das 2014 eröffnete Einkaufszentrum Beaugrenelle mit über 120 Läden und Restaurants ist ebenfalls eine gute Adresse. Dazu kommen die beiden Luxuskaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps Haussmann. Die beiden historischen Häuser bieten zudem eine 360-Grad-Aussicht auf der Dachterrasse. Erwähnenswert ist noch das unterirdische Einkaufszentrum Forum des Halles mit 160 Läden. Im April 2016 wurden die sechsjährigen Umbaumaßnahmen am Forum des Halles abgeschlossen. Das Einkaufszentrum, direkt am Novotel les Halles, hat nun eine zusätzliche Etage mit einem futuristischen Dach. Eine moderne Architektur, wenn auch die bekannten Probleme, wie niedrige Deckenhöhe und Unübersichtlichkeit, nicht behoben sind. Chapeau, wer sich dort auf Anhieb zurechtfindet.

Ich suche die 59 Rue de Rivoli auf. Wenn man das Gebäude betritt, taucht man in eine Künstlerwelt ein. Wände und Treppenhaus sind übersät mit Malereien, Zeichnungen und Plakate. Allein das Treppenhaus ist ein einziges Kunstwerk. Auf jeder der sechs Etagen befinden sich Ateliers, wo man die Künstler bei ihrer Arbeit zusehen kann. Fünfzehn feste Künstler und fünfzehn wechselnde Künstler stellen ihre Werke vor. Ich unterhalte mich mit Amy Hamblin aus Seattle, die für sechs Monate ein Atelier belegt.  Homepage: Amy Hamblin

















Am Nachmittag ist Stop & Go entlang der Rue de Rivoli und direkt an der Hauptverkehrader entlang der Seine. Die Menschen in den Straßencafés können einem leid tun – bekommen sie doch eine hohe Dosis stinkender Autoabgase verpasst. Es stinkt so stark nach Kohlenmonoxid, dass ich schnell das Weite suche.

Es gibt ein Dutzend Dachterrassen mit wunderschöner Aussicht auf Paris. Meine Top-3-Adressen sind La Terrasse im Hotel Raphael, die Bar Le Perchoir und die Bar à ciel ouvert by Krug im Hotel Shangri-La. Im Hotel Raphael kann man Filmgeschichte spüren. Berühmte Filmstars haben hier übernachtet, u.a. Grace Kelly, Clark Gable, Steve McQueen, Audrey Hepburn, Roger Moore, Gary Grant, Marlon Brando u.a. Von der Dachterrasse blickt man auf den Eiffelturm, Arc de Triomphe und Montmartre. Die Bar Le Perchoir in der Nähe der Rue Oberkampf bietet ebenfalls eine tolle Aussicht auf die Dächer von Paris. Bevor ich zum Shangri La laufe, schaue ich noch am Trocadéro vorbei. Es ist einer der schönsten Plätze um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Die Silhouette des Eiffelturms zeigt sich in der rötlich-blauen Abendhimmel.






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*wolfi

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #4 am: 24.10.2017, 09:10 Uhr »
Claus, bitte weiter so!

Dein Bericht ersetzt zwar den Besuch nicht ganz, aber bringt Erinnerungen zurück - und die Fotos, wie immer traumhaft!

Allerdings war ich persönlich von den Preisen schon etwas geschockt - selbst wenn ich bei business trips eingeladen war, hat mir das Geld manchmal leid getan ...

*MacClaus

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« Antwort #5 am: 24.10.2017, 09:20 Uhr »
Allerdings war ich persönlich von den Preisen schon etwas geschockt - selbst wenn ich bei business trips eingeladen war, hat mir das Geld manchmal leid getan ...

Geschockt bin ich nicht mehr, ich weiß was mich in Paris erwartet. Ein (!) Stück Praline für 4 € oder ein halber (!) Espresso für 12 €. Aber man kann auch sehr gut und günstig essen. Aber eben nicht auf der Touristenmeile, wo das Essen aus der Mikrowelle kommt.  :shock:

*MacClaus

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« Antwort #6 am: 24.10.2017, 13:48 Uhr »
Zum "Chinesen"
Grandios ist die Aussicht von der Terrasse im Hotel Shangri-La. Hier ist der Eiffelturm fast zum Greifen nahe. Leider ist die Bar nur von Juli bis Mitte September geöffnet. Wer unbedingt diese Aussicht genießen möchte, egal zu welcher Jahreszeit, muss nur ein Zimmer mit Terrasse buchen. Kein billiges Vergnügen mit 1.330 € pro Nacht. Das Shangri-La soll ein sehr gutes chinesisches Restaurant haben. In Paris in ein chinesisches Restaurant gehen? Warum nicht. Die chinesische Küche wird grob in acht Regionalküchen unterteilt – in Paris geht man nicht zum Chinesen, sondern ins Kanton-, Shanghai-, Sichuan- oder Yunnan-Restaurant. Hierzulande dominieren immer noch die All-You-Can-Eat-Buffets. Das kulinarische Desinteresse ist auch ein Grund, warum die chinesische Küche in Deutschland so miserabel ist. Da ist mir der Thailänder oder Vietnamese um die Ecke viel sympathischer.

Das Shang Palace ist das einzige chinesische… pardon, kantonesische Restaurant in Paris, das mit einem Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet wurde. Shang Palace ist der geläufige Name für asiatische Restaurants, die sich auf die kantonesische Küche spezialisiert haben. Am Eingang zum Speisesaal stehen große Stehvasen und wandhohe Raumteiler. Beleuchtete Jade-Säulen und Kronleuchter sorgen für ein warmes Ambiente. Die Speisekarte umfasst 77 Gerichte, unterteilt in Vorspeisen, Suppen, Barbecue, Seafood, Fleisch, Geflügel, Gemüse, Reis- und Nudelgerichte, Dessert.





Chef Samuel Lee legt großen Wert auf eine authentische Zubereitung. Das Amuse Bouche aus marinierten Gemüsestreifen ist allenfalls mittelmäßig (6/10). Es folgt eine Wonton Suppe (26 €). In einer klaren Brühe liegen Teigtaschen gefüllt mit Shrimps, Schwein und Pilze (7/10). Der nächste Gang sind Barbecue Spare-Ribs (32 €). Die in Honig marinierten Ribs sind aromatisch und die milde Schärfe passt sehr gut zur süßlichen Sauce, aber das Fleisch könnte eine Spur zarter sein (7/10). Jakobsmuscheln liegen auf einem Bett von Glasnudeln. Diese halbe Portion ist sehr gut (7,5/10). Der nächste Gang ist eine halbe Portion Brauner Reis (15 €) mit Shrimps, Huhn, Ente, Spargel und Pilze in einem Lotusblatt. Geschmackvoll mit intensivem Aroma (7,5/10). Mit zwei Desserts lasse ich das Abendessen langsam ausklingen. Mango-Creme (14 €) und Reisbällchen (12 €) gefüllt mit Mango, Melone und Sahne. Ein süßer aber eher langweiliger Abschluss (beide 6/10). Ein günstiges Restaurant is das Shang Palace nicht. Einschließlich Getränke stehen am Ende 160 € auf der Rechnung.






Der kulinarische Auftakt war eher durchwachsen. Natürlich besser als der Chinese zuhause, aber es geht schon noch viel besser. Wenn auch nicht in Europa, dazu muss man schon nach Hongkong oder Shanghai fliegen. Wer einmal die Dim Sum im Restaurant Lung King Heen probiert hat, wird ewig davon schwärmen.   Video Clip   

Speisen: 7
Service: 8
Ambiente: 8,5


Unterwegs bestätige ich noch alle meine kommenden Reservierungen. Denn ohne telefonische Bestätigung verfallen die Reservierungen, egal ob Sterne oder nicht.


Die Metro leert sich


Selbst zu später Stunde ist noch Leben in den Cafés.


Zurück im Hotel schreibe ich noch die Restaurantkritik und um 1.30 Uhr geht das Licht aus.


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*MacClaus

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« Antwort #7 am: 24.10.2017, 17:38 Uhr »
2. Tag: Le Marais

6.30 Uhr, ein schriller Weckanruf reißt mich unsanft aus dem Schlaf. Noch bevor Paris erwacht, mache ich mich auf dem Weg ins Marais. Auf der Rückseite der Pfarrkirche Saint-Gervais liegt die Rue des Barres. Eine fotogenes Motiv umgeben von Bistros, Cafés und Galerien. In der Brasserie Royal Turenne gibt es den ersten Café. Die Franzosen haben eine ausgeprägte Kaffeekultur und legen viel Wert auf eine gute Tasse Kaffee. Unter einem Café versteht man in Frankreich allerdings etwas anderes als hierzulande. Wenn man in Frankreich einen Café bestellt, bekommt man einen Espresso. Ein Café au Lait ist quasi ein Cappuccino, und die teuerste Wahl.





Das Marais war die erste jüdische Siedlung in Paris und ist heute noch das jüdische Viertel der Stadt. Georges-Eugène Haussmann hat das Stadtbild von Paris im 19. Jahrhundert modernisiert und unter anderem die sternförmigen Straßen rund um den Arc de Triomphe anlegen lassen. Das Marais hingegen hat seine radikalen Modernisierungen unbeschadet überstanden. Einige Villen und Stadtpaläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden später in Museen umgewandelt, darunter die Museen Picasso und Carnavalet. Nachdem das Museum Picasso jahrelang für Renovierungsarbeiten geschlossen war, ist nun das Museum Carnavalet an der Reihe – voraussichtliche Wiedereröffnung im Jahr 2020. Das Carnavalet kenne ich bereits und auf Picasso habe ich heute keine Lust.

Mural


Die Rue des Rosiers, gesäumt mit Cafés, Restaurants, Boutiquen und Feinkostläden, ist eine belebte Straße im Marais. Am östlichen Ende der Straße sind es nur ein paar Schritte bis zum Place des Vosges. Es ist nicht nur einer der ältesten Plätze, sondern auch der schönste Platz in Paris. Ich spaziere durch die Arkaden hindurch und bewundere die wunderschönen Fassaden aus rotem Backstein. Unter der Adresse 9 Place des Vosges ist auch das 3-Sterne-Restaurant L’Ambroisie zuhause. Village Saint Paul ist ein idyllisches Viertel im Marais. Kleine Gassen, Plätze und Innenhöfe in einer autofreien Zone. Hier haben sich viele Künstler und Antiquitätenhändler niedergelassen.




*MacClaus

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #8 am: 24.10.2017, 17:41 Uhr »


Anschließend besuche ich die Chocolaterie Jacques Genin in der Rue de Turrene. Im Erdgeschoss befinden sich die Auslagen und Sitzplätze zum Naschen. Eine Wendeltreppe führt hinauf in die erste Etage zur Schokoladen-Manufaktur. Alleine vom Hinsehen bekommt man Lust auf Schokolade. Es gibt u.a. einen Zitronenkuchen und Orangen-Pampelmuse-Zitronensaft und ........











Südlich vom Marais befindet sich die Rue Crémieux. Mit bunt gestrichenen Häusern ähnelt die Straße der Portobello Rd im Londoner Stadtteil Notting Hill. Die Straße hieß ursprünglich Avenue Millaud, sie wurde aber 1897 zu Ehren von Adolphe Crémieux umbenannt, einem historischen Verteidiger der Menschenrechte für Juden. Die Rue Crémieux ist meine Nr. 1 unter den schönsten Straßen in Paris. Erwähnen möchte ich noch meine Nr. 2 Rue des Thermopyles, die ich aber dieses mal nicht aufsuchen werde. 






Am frühen Abend komme ich ins Hotel zurück. Ein frisches Hemd, Jacket, und mit der Metro geht es zu den Champs Élysées. Ich schaue in den Flagship Store von Louis Vuitton hinein. Vor dem Laden muss man sich einer lästigen Sicherheitskontrolle unterziehen. Eine unglaubliche Anzahl an Asiaten ist in dem Laden und sie kommen nicht nur zum gucken, sondern kaufen auch großzügig ein. Die sechsstellige Monatsmiete ist wohl in drei, vier Tagen wieder drin.

Warteschlange vor dem Louis Vuitton Store.


Täschchen für paar Tausender.



Metro-Station Les Halles



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*wolfi

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« Antwort #9 am: 24.10.2017, 20:33 Uhr »
Zwei wunderbare Beispiele für dos and don'ts - die Rue Crémieux (warum war da so wenig los?) und Louis Vuitton - geradezu abartig!

Dass die Asiaten immer noch in solchen Massen an den gleichen Orten auftreten - nutzen die alle den gleichen guide?

PS:
Die Bilder sind wieder traumhaft, auch wenn ich mit asiatischer Küche Probleme habe (vertrage weder Fisch noch Meeresfrüchte - das war in Japan und China fast ein Problem für meine Gastgeber ... :wink: )

*MacClaus

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #10 am: 25.10.2017, 07:42 Uhr »
Zwei wunderbare Beispiele für dos and don'ts - die Rue Crémieux (warum war da so wenig los?) und Louis Vuitton - geradezu abartig!

Die Rue Crémieux liegt nicht im „Touristenviertel“... da muss man schon die Metro oder Bus nehmen. Es ist aber nicht so, dass es ein unbekannter Ort ist. Hier finden oft Foto-Shootings statt und ab und zu verirren sich auch Touristen dorthin.

Die Rue des Barres (siehe Bild oben) ist tagsüber überlaufen, aber in den Morgenstunden ein schönes Motiv. Asiatischen Besuchern kann man fast gar nicht aus dem Weg gehen, die größte Gruppe kommt aus Japan.

Was Louis Vuitton an den Champs Élysées betrifft. Notwendiges Übel um präsent zu sein. Die interessanten Geschäfte befinden sich alle woanders, wo die passende Klientel in Ruhe shoppen kann und sich nicht durch Menschenmassen zwängen muss!

*MacClaus

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« Antwort #11 am: 25.10.2017, 13:14 Uhr »
*** Haute Cuisine ***
Die französische Haute Cuisine hat ihren Ursprung im 17. Jahrhundert. Die klassische Speisenfolge mit Suppe, Hauptgang und Dessert, sowie die mehrgängigen Menüs, wurden in Frankreich erfunden. Marie-Antoine Carême gilt als Wegbereiter der Haute Cuisine zu Beginn des 19. Jahrhundert. Er verfeinerte die französische Esskultur und legte großen Wert auf das Anrichten der Speisen. Auguste Escoffier war der größte Koch Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Escoffiers Rezepte sind weltberühmt. Wer kennt nicht Seezunge in Weißweinsauce oder Pfirsich Melba? Fernard Point prägte die Nouvelle Cuisine, die sich unter anderem dadurch definiert: Frische der Zutaten, möglichst kurze Garzeiten und Bewahrung des Eigengeschmacks. Den Weltruhm erntete sein Schüler Paul Bocuse.

Einer der einflussreichsten Köche ist Alain Ducasse. Er revolutionierte die französische Haute Cuisine mit seinem mediterranen Kochstil und prägt die Spitzengastronomie bis heute. Ein cleverer Geschäftsmann ist der mittlerweile 61-jährige ebenfalls. Ducasse exportierte die französische Haute Cuisine in alle Welt und herrscht heute über ein riesiges Imperium von 26 Restaurants, diverse Publikationen und Ausbildungsstätten. Alain Ducasse unterstützte auch die Kampagne, dass die französische Küche von der Unesco zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die Pariser Spitzengastronomie ist die Teuerste der Welt. Drei- bis viergängige Mittagsmenüs kosten rund 150 €, Abendmenüs sind doppelt so teuer und à la carte wird es erst richtig teuer! So hervorragend die Haute Cuisine auch sein mag, es bleibt leider ein flüchtiges Vergnügen. Nur wenige Kompositionen haben sich in mein kulinarisches Gedächtnis eingebrannt, darunter u.a. Wolfsbarsch auf Kaviar im L’Ambroisie oder Millefeuille im Martín Berasategui.

Das Four Seasons George V (244 Zimmer/Suiten) ist neben dem Le Bristol und Plaza Athénée eins der drei großen Luxushotels in Paris. Während des Zweiten Weltkriegs war es das Hauptquartier von General Eisenhower. Unter den vielen prominenten Gästen waren auch die US-Präsidenten Richard Nixon und Jimmy Carter. Das Spitzengastronomie ein knallhartes Geschäft ist, dürfte unter Restaurantkennern bekannt sein. Im Zuge eines Managementwechsel wurde 2014 der langjährige Küchenchef Eric Briffard entlassen. Zwei Sterne waren auf Dauer nicht genug Prestige für eins der angesehensten Häuser in Paris. Nachdem Christian Le Squer (vormals 3-Sterne-Restaurant Ledoyen) den Posten von Briffard übernommen hatte, war es dann 2016 endlich soweit und das Le Cinq darf sich mit dem dritten Stern schmücken. Das Four Seasons George V ist das einzige Hotel in Europa, wo alle drei Hotelrestaurants vom Guide Michelin ausgezeichnet wurden – ein Stern für Le George und L’Orangerie, sowie drei Sterne für Le Cinq. Neugierig geworden, habe ich für heute Abend einen Tisch im Le Cinq reserviert.





Beim Betreten des Hotels erstarrt man fast in Ehrfurcht vor dieser Opulenz. Marmor und Blumen wohin das Auge blickt. Die Blumenbouquets sind die schönsten, die ich bisher in einem Hotel gesehen habe. Verantwortlich dafür ist der Amerikaner Jeff Leatham mit seinem siebenköpfigen Team. Durch ein schmiedeeisernes Portal werde ich in den Speisesaal geführt. Der erste Eindruck ist nicht gerade positiv. Der Saal mit seinen 60 Sitzplätzen wirkt altbacken dekadent. Die vier raumhohen Palmen wirken wie ein Fremdkörper und passen nicht zu diesem durchaus gemütlichen Ambiente. Zwar herrscht nicht die drangvolle Enge wie im Arpège, aber mehr Privatsphäre würde auch nicht schaden. Die stilvolle Eleganz eines Epicure, L’Ambroisie oder Le Meurice suche ich hier vergebens, vom Alain Ducasse au Plaza Athénée will ich erst gar nicht reden. Aber ich bin hier um zu speisen und nicht um die Dekoration zu bewerten.





to be continued

*BigDADDY

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Antw:Off the Beaten Path... in the City of Light
« Antwort #12 am: 25.10.2017, 14:41 Uhr »
Mh,

mein Gott, da ist man mal mit was Anderem beschäftigt, da geht es hier schon wieder ab.
Mal nicht so schnell, ich komme mit auf die beaten paths und da ich nur einmal als Jugendlicher in Paris war wird wird's wie immer interessant hier :popcorn:
Reducing Truck Traffic since 2007!

*MacClaus

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« Antwort #13 am: 25.10.2017, 19:07 Uhr »
Ein Abend im Le Cinq
Die Speisekarte  .....kick  ist sehr übersichtlich und wird wie überall üblich saisonal angepasst. Nur selten finden sich neue Kompositionen auf der Karte. Der Grund sind die sogenannten „Signature-Gerichte” mit denen Christian Le Squer berühmt geworden ist. Die ausländischen Gäste kommen vor allem wegen dieser Klassiker und erwarten eine gewisse Kontinuität. Die zahlungskräftige Klientel bekommt die französische Speisekarte auch in englisch, japanisch, chinesisch und russisch vorgelegt. Die Speisekarte in deutsch gibt es nicht, aber irgendwie auch verständlich.




Als Aperitif wähle ich ein Glas Rosé Champagner, ein anderes Getränk wäre auch eine Sünde.




Das 9-Gänge-Menü klingt einladend, aber beim ersten Besuch halte ich mich doch an die Klassiker.

Das erste dreiteilige Amuse Bouche (Mousse, Cracker und Wasser) finde ich gelinde gesagt „langweilig.” Das zweite Amuse Bouche ist schon besser (8,5/10). Ein Pinot Noir aus Morey-Saint-Denis begleitet durch den Abend.






Die Auswahl aus drei verschiedenen Sorten ist mickrig im Vergleich zum Epicure, wo acht Brotsorten angeboten werden.




Der erste Gang nennt sich „Gratinée d’Oignons” (70 €). Das klingt nicht unbedingt nach Haute Cuisine, entpuppt sich aber als eine der besten Gerichte, die ich seit langem gegessen habe. Auf dem Teller liegen gratinierte Zwiebelkugeln gefüllt mit Zwiebelbouillon, geschmorte Parmesan- und Zwiebelstücke, schwarze Trüffelemulsion in einem dickflüssigen Jus. Der intensive, leicht süßliche Geschmack passt hervorragend dazu (9/10).




Der erste Hauptgang ist „Bar de Ligne“ oder Seebarsch mit Kaviar (135 €). Der Teller ist puristisch angerichtet, Konzentration auf das Wesentliche. Die salzige Textur von Kaviar harmoniert sehr gut zur milden Buttermilchsauce. So stelle ich mir eine auf wenige Produkte reduzierte Komposition vor (9/10).




Eines von Le Squers berühmtesten Gerichte ist „Spaghetti en Timbale Truffée” (130 €). Diesen Klassiker hat Le Squer aus seiner Zeit im Restaurant Ledoyen mitgebracht. Die Timbale ist mit einer Trüffel- und Kalbsreduktion glasiert und umgeben von einer Trüffel- und Sahnesauce. Als ich die Timbale aufschneide, strömt mir der herrliche Duft von Trüffeln entgegen. Innerhalb der Form befindet sich Schinken, schwarze Trüffeln und Artischocken. Diese Komposition setzt alle kulinarischen Glücksgefühle, ein Gericht für die Ewigkeit (10/10).




Ein fünfteiliger Käseteller (38 €) mit Früchtebrot beschließt die Hauptgänge. Eine sehr gute Auswahl, richtig temperiert und beste Reife (9,5).




Ein zweiteiliges Pre-Dessert (9) leitet zu den Desserts über.






Nachdem gerade das Pre-Dessert abgeräumt wurde, wird auch schon das erste Dessert serviert. Man möchte doch mal Luft holen, das ist viel zu schnell. „Givré Laitier” (35 €) ist ein Klassiker von Christian Le Squer. Das kunstvoll arrangierte Gebilde besteht aus Meringue, Mandeln, weiße Schokolade, Milchcrème und Milcheis. Ein köstliches Zusammenspiel zarter Aromen (10/10).



„Croquant de Pamplemousse” (38 €) ist ein weiteres Signature-Dessert – rohe und konfierte Pampelmuse mit Sorbet und Krokant. Eine handwerklich perfekte Kür, aber es erreicht nicht das Intensität des vorherigen Dessert. Hier vermisse ich Kontrast zur säuerlichen Textur (8/10).




Am Ende gibt es noch Schokolade und Gebäck. Nicht irgendein Gebäck, sondern Kouign-Amann. Dieses Gebäck ist eine bretonische Spezialität und besteht aus Hefeteig, Butter und Zucker. Der Teig wird wie ein Blätterteig gefaltet und mit Zucker bestreut. Durch das Backen entsteht die feine karamellisierte Kruste. Grandiose Patisserie (9,5/10). Ich bin so gesättigt, ich schaffe nur zwei Bissen. Ich bekomme zwei Stück von dem köstlichen Gebäck und Karamellbonbons zum mitnehmen.




Christian Le Squer gelingt es spielerisch seine klassisch französische Haute Cuisine mit modernen Elementen zu kombinieren. Die Gerichte sind farbenfroh komponiert, wie ich sie in dieser Form noch nicht gesehen habe. Der Speisesaal könnte dagegen ein frisches Dekor vertragen. Die Rechnung beträgt 487 €, dabei wurde ein Dessert vom sonst aufmerksamen Service vergessen zu berechnen. Eine niedrige Rechnung wäre eigentlich ein Grund zum freuen, aber so ein Fehler darf in einem 3-Sterne-Restaurant nicht passieren.

Speisen: 9
Service: 8,5
Ambiente: 7


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*MacClaus

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« Antwort #14 am: 26.10.2017, 09:01 Uhr »



3. Tag: Charonne
Mit der Metro fahre ich bis zur Station Nation. Unterwegs verdrücke ich das Gebäck vom Vortag. Im Canon de la Nation gibt es den ersten Café. Ein Café für einen Euro und dieser schmeckt auch noch gut. Kein Vergleich zum lauwarmen 12 € Café im Four Seasons George V.



Das Stadtviertel Charonne ist das „letzte authentische Dorf” inmitten von Paris. Außerhalb des Zentrum findet man Stadtviertel, welche früher Vororte oder kleine Dörfer waren. Belleville, Batignolles und Montmartre zählen zu den bekanntesten Vierteln. Charonne gehört zu jenen Vierteln, die ihren dörflichen Charakter am besten erhalten haben. Kirchtürme, hübsche Häuser, gepflasterte Straßen, kleine Cafés und Restaurants prägen das Viertel. Hier gibt es keine Sehenswürdigkeiten, Antiquitäten-, Feinkost- oder Souvenirläden. Hübsch sind die engen Seitengassen, wie die Impasse Poule, entlang der Rue des Vignoles. Das Viertel muss man erlaufen und daher bleibt Charonne (noch) von Touristen verschont.






Die Zeit verrinnt wie im Flug und es bleibt nachmittags nur wenig Zeit für einen Besuch auf dem Friedhof Père Lachaise. Ich besuche die Ruhestätte auf jeder Paris-Reise und sei nur für eine Stunde. Colette, Claude Debussy, Edith Piaf, Frédéric Chopin, Oscar Wilde, Victor Hugo, Jim Morrison und weitere berühmte Persönlichkeiten liegen hier begraben. Vierzehn Friedhöfe gibt es in Paris, Père Lachaise ist mit 45 Hektar der Größte. Auch wenn Père Lachaise womöglich der berühmteste Friedhof der Welt ist, die Fläche ist verhältnismäßig klein. Zum Vergleich: Der Calverton National Cemetery auf Long Island ist mit 423 Hektar Fläche der größte Friedhof in den Vereinigten Staaten. Wadi As-Salam (zu Deutsch „Tal des Friedens”) in der Nähe der irakischen Stadt Nadschaf ist mit 917 Hektar der größte Friedhof der Welt.









Das 10. und 11. Arrondissement sind heute die Trendviertel in Paris. Entlang der Rue Oberkampf, Rue de Charonne und Rue de Ménilmoment reiht sich eine Bar, Café und Restaurant an das andere. Wer die gesamte Szene erkunden möchte, sollte viel Zeit und Appetit mitbringen. Als ich aus dem Bus aussteige und zum Restaurant Septime laufe, komme ich am La Belle Équipe vorbei. Nichts erinnert mehr daran, dass vor zwei Jahren in diesem Café 19 Menschen Opfer eines Terroranschlags wurden.   

 


to be continued