Fall Adventure in Canada & New England

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*Flying-N

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Antw:Fall Adventure in Canada & New England
« Antwort #30 am: 07.03.2018, 16:29 Uhr »
Tag 18: 7. Oktober 2017
Lincoln NH – Shelburne VT  km: 268

Wetter morgens:  bedeckt, 10°C    mittags: stark bewölkt, 20°C                     abends/nachts: Regen



Nach dieser nicht so tollen Nacht schaut wenigstens heute etwas die Sonne hervor, und ich hoffe auf viele weitere Laubfarben-Sichtungen. Covered Bridges sind auch noch einige an der Strecke, die entpuppen sich allerdings allmählich als nicht besonders fotogen, weder von vorne noch von der Seite sehen sie besonders hübsch aus, die Umgebung ist auch oft nicht sehr dekorativ. Eine Drohne müsste man haben… ;) Haverhill Bath Bridge ist die erste heute, dann fahren wir auch schon wieder über eine Grenze – nach Vermont!













In Wells River steuern wir die Tourist Info an, wie schon zuvor hole ich mir eine kostenlose Straßenkarte des Staates, falls verfügbar. In den meisten Staaten und Provinzen funktioniert das, einmal habe ich ein paar Dollar bezahlt, aber das sind die einzigen vernünftigen Karten, wo auch mal kleine Nebenstraßen verzeichnet sind, und oft hilfreicher als bzw. sinnvolle Ergänzung zum Navi, da man einen besseren Überblick hat.



Also, was steht heute auf dem Besichtigungsprogramm außer Herbstlaub? Nun, wenn möglich möchte ich mal zur Trapp Family Lodge (bekannt aus dem Film The Sound of Music), auf dem Weg dorthin liegt noch die Ben & Jerry’s Eisfabrik… Aber zuvor fahren wir weiter durch ländliche Gegenden. In einem Ort ist ein Dorf-Herbst-Straßenfest, alle sind auf den Beinen, überall an der Hauptstraße sind Verkaufsstände und Garagen-Flohmärkte – aber keine Möglichkeit für uns, anzuhalten und etwas zu schauen…








Weiter geht es über kurvige Sträßchen, bis wir schließlich in der kleinsten Hauptstadt Amerikas sind: Montpelier. Um den Weg nun etwas abzukürzen, wie wir glauben, fahren wir auf die Auto-bahn, um dann bei der nächsten Ausfahrt nach Waterbury wieder abzufahren. Aber oh Schreck, was ist das? Ein Rückstau an der Ausfahrt, bis auf die Autobahn…













Was hat das zu bedeuten? Wir erfahren es, es bedeutet: Extrem hohes Verkehrsaufkommen, eine schlechte Ampelschaltung und eine super schmale Straße (die VT100), die als einzige Zu- und Ausfahrt in das Tal hinter führt. Google gibt für die Strecke (1,2 Meilen) bis zu Ben & Jerry’s 3 Minuten an, wir haben etwa eine dreiviertel Stunde gebraucht. Nichtsdestotrotz haben wir Lust, die Eisfabrik zu besichtigen, die Wartezeit bis zur nächsten Tour beträgt ja nur nochmal eine halbe Stunde… Es ist sehr voll, die Wartezeit kann man sich im Shop und mit Lesen der zahlreichen Informationstafeln vertreiben, die Führung selber dauert etwa 20 Minuten.


Glückliche Vorzeige-Kühe...














Am Ende gibt es eine Probe der heute produzierten Sorte zum Verkosten, es ist bei uns „Americo-ne Dream“ – sehr lecker! Obwohl mein Mann vor dieser Tour nicht so für B&J Eis war, kaufen wir noch ein paar Sorten zum Testen (zum Glück hat das WoMo ein großes Eisfach!) und tatsächlich kaufen wir es jetzt auch hier zu Hause öfter mal! So, mal sehen, ob wir nun die Trapp Family Lodge finden. Das ist gar nicht so einfach, die Sträßchen werden immer schmaler, und eigentlich möchte ich ja nicht das moderne, neu gebaute Hotel mit seinen Villen und Gästehäusern sehen, sondern das ursprüngliche Wohnhaus – aber das ist wohl nicht genau hier, und so geben wir die Suche auf.










In der Trapp Deli & Bakery essen wir jeder ein Stück Kuchen und trinken Kaffee, der Regen hat gerade mal wieder aufgehört. Wie fahren wir jetzt am besten weiter, ist die Frage, zurück über die 100 und in den Stau, oder geht es auch irgendwie anders? Wir entschließen uns für letztere Option, obwohl das streckenmäßig ein ziemlicher Umweg ist, wir haben einfach keinen Bock auf noch mehr Staustehen. Also geht es auf der 100 weiter hinter ins Tal bis Morristown, dann rechts herum auf die 12 im großen Bogen zurück nach Montpelier, dann erst ein Stück parallel zur Autobahn und den Rest auf der Autobahn bis Shelburne, südlich von Burlington.











State Capitol von Vermont in Montpelier (aus der Ferne)





Der Campground ist ja gebucht, also gehen wir unterwegs noch einen Happen einwerfen bei Burger King. Inzwischen ist es dunkel, am Campingplatz werden wir aber erwartet und bekommen unser Plätzchen zugewiesen. Bis auf das kaum funktionierende WLAN ist alles bestens.







Übernachtung: Shelburne Camping Area, 4385 Shelburne Road Route 7, Shelburne, Vermont 05482

Ben&Jerry's Waterbury: Führung 30min, Waterbury Factory Tour, 1281 Waterbury-Stowe Road
Route 100  Waterbury, VT 05676  Hours: 9:00am - 7:00pm Tours: 9:00 a.m. - 6:00 p.m.

USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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Antw:Fall Adventure in Canada & New England
« Antwort #31 am: 08.03.2018, 16:24 Uhr »
Tag 19: Sonntag, 8. Oktober 2017
in/um Shelburne, Burlington VT   km: 28

Wetter morgens: warm, wolkig, Schauer     mittags:  26°C, schwül         abends/nachts: Regen

Heute möchten wir zuerst dem Shelburne Museum einen Besuch abstatten, das ist gar nicht weit weg von hier, gerade ein Stück die Straße runter. Wir parken auf dem großzügigen Parkplatz und lassen uns überraschen: Das private Museum ist eine eigentümlich bunte Mischung aus Freilichtmuseum (alte Häuser mit Gerätschaften, Rundscheune, Kutschen, covered bridge), diversen Kunst- und Kunsthandwerks-Ausstellungen und beherbergt diverse kulturhistorische Sammlungen, außerdem ein originales Dampfschiff und einen Leuchtturm vom Lake Champlain.








Eine Rundscheune


Dieses Auto konnte man gewinnen!

Der Eintritt kostet für uns beide happige 44$, 2$ AAA-Rabatt schon abgezogen. Aber im Nachhinein kann ich sagen, dass es sich sehr gelohnt hat! Ob nun die abenteuerliche Versetzung der Dampfschiffs vom See ins Museum, die seinerzeit über 5 Monate dauerte, die herrlichen Quilts, die skurrilen Sammlungen von Rasiermessern und chirurgischen Instrumenten, die Hut- und Haubenschachtel-Kollektion, Mundgeblasenes Glas, Lockvögel, Puppen, Spielzeug, oder die originalen Gemälde von alten holländischen und französischen Meistern in der Gedenkstätte für die Museumsgründer: Es ist für jeden was dabei, und man kann auf dem großen Gelände viel Zeit verbringen!





















Die Ticonderoga

















Natürlich gibt es auch ein altes Schulhaus



Die Museumsgründerin Electra Havemeyer Webb (aus einer Zucker-Dynastie) nannte es zurecht „a collection of collections“, das trifft es wirklich sehr gut.

Vom vielen Rumlaufen etwas geplättet, gönnen wir uns auf dem Parkplatz erst mal ein Eis und überlegen dann, nach Downtown Burlington zu fahren, wo es eine schöne Fußgängerzone geben soll (Church Street). Nachdem ich das auf der Karte lokalisiert habe, parken wir zwei Blocks weg an der Straße. Ja, auch diese Fußgängerzone ist definitiv sehenswert! Bei schönstem Sonntag-Sommerwetter herrscht ein buntes Treiben, zwischen natürlich geöffneten Läden und Straßencafés und Wandmalereien, die reiste Volksfeststimmung! Auch das ursprüngliche Ben & Jerry’s, also deren erster Eisladen, befindet sich hier.









Wir bummeln ein wenig, lassen uns in einem Fotostudio im 20er-Jahre-Look fotografieren, gehen einmal runter zum See, wo gerade die Sonne untergeht. Dann gehen wir zurück zum WoMo und fahren heim auf den Campingplatz.



Die gelbkarierte Coleman-Plastiktischdecke begleitet uns schon seit unserem ersten Campingurlaub in den USA (1990)!


Shelburne Museum, 6000 Shelburne Road, PO Box 10, Shelburne, VT 05482, (802) 985-3346
info@shelburnemuseum.org

Übernachtung: Shelburne Camping Area, 4385 Shelburne Road Route 7, Shelburne, Vermont 05482
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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« Antwort #32 am: 11.03.2018, 12:57 Uhr »
Tag 20: Montag, 9. Oktober 2017 (CDN: Thanksgiving, USA: Columbus Day)
Shelburne VT – Lake Placid NY – Wilmington/North Pole km: 129

Wetter morgens: Regen, Nebel, 16°C     mittags:  Regen  abends/nachts: Regen

Also, das gute Wetter hat jetzt irgendwie kein Durchhaltevermögen mehr, es schüttet heute schon wieder… Suboptimal für eine schöne Fahrstrecke durch die Berge mit Wasserfällen etc. am Wege, die Planung ist eben schon auf Outdoor-Aktivitäten fokussiert. Zunächst mal müssen wir eine Fähre über den Lake Champlain (Charlotte – Essex, 20$) erwischen, das ist kein Problem. Das Bergpanorama am New Yorker Seeufer allerdings versinkt im Nebel, wie schade.














Wir fahren auf kleinen Nebenstrecken an diversen Highlights vorbei, ohne auszusteigen. Ein kleines Museum am Wege, das interessiert hätte, hat natürlich Montag geschlossen (Adirondack History Museum in Elizabethtown).














In Lake Placid wollte ich eigentlich nur mal die schöne Aussicht genießen und evtl. Teile der Olympia-Anlagen anschauen. Die ersten Olympia-Wegweiser bringen uns zur Bob-Bahn, im Nebel kann man die Skisprungschanzen gerade so erkennen.











Es schüttet immer noch. Im Ortszentrum gibt es einen großen Parkplatz, wo wir den Automaten mit ein paar Münzen füttern. Das Olympia-Museum  ist laut Rezensionen in Trip Advisor nicht der Burner, aber wir gehen einmal durch den Gebäudekomplex. Auf den Gängen und Fluren der Eislaufarena sind alle möglichen Memorabilia ausgestellt, Pokale etc. vom Olympia 1932 und 1980, das genügt uns dann auch schon, denn so riesige Sport-Fans sind wir nun auch wieder nicht.




















Von Lake Placid bis North Pole Camp Ground, wo wir übernachten wollen, sind es noch 20km, die wir im strömenden Regen zurücklegen. Nach dem Einchecken schauen wir uns noch eine ganze Weile in dem Camping Store um, wo es eine schier unermessliche Auswahl von Kuriosem, Praktischem und verschiedenen Biersorten gab. Das eine oder andere Souvenir wandert hier in unsere Tasche…








Bei schönem Wetter hätte man auf den Whiteface Mountain fahren oder laufen können, aber so begnügten wir uns mal wieder mit Hausarbeit, sprich: Wäschewaschen. Endlich gibt es auch mal wieder richtig gutes WLAN. Und der Wetterbericht für morgen sieht gut aus, dann hoffen wir mal das Beste!

Übernachtung: North Pole (48$), 5644 NYS Route 86 Wilmington, NY 12997 Office: (518) 946-7733 8am to 9pm
Bewertung: ++
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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« Antwort #33 am: 13.03.2018, 11:21 Uhr »
Tag 21: Dienstag, 10. Oktober 2017
Wilmington NY – Adirondacks – Clayton NY/1000 Islands   km: 259

Wetter morgens: 16°C  mittags: bewölkt/sonnig  abends/nachts: 18°C


Und tatsächlich, im Laufe des Morgens hört der Regen auf und es zeigt sich immer öfter die Sonne! Wir müssen das Stück bis nach Lake Placid sowieso wieder zurück fahren, und stellen fest, dass es bei Sonnenschein eine sehr schöne Strecke ist. Also gehen wir als erstes zur ursprünglich gestern geplanten High Falls Gorge. Die Schlucht mit Wasserfall kann man auf einem kleinen Fußweg mit vielen Treppenstufen umrunden, der Eintritt für uns zwei beläuft sich auf satte 26$, und es ist auch ganz schön was los (für einen Dienstagmorgen).





























Wir umrunden den Wasserfall uns schießen etliche Fotos (9:30-10:30), bevor wir uns auf die Weiterfahrt durch die Adirondack Mountains machen. Nochmal durch Lake Placid, dann weiter auf der 73 nach Saranac Lake und dann immer weiter Richtung Westen auf der 3, Tupper Lake, Cranberry Lake, und dann langsam hinaus aus den Bergen ins Flachland.

















Ab hier ist es mit den bunten Herbstfarben wieder vorbei, hier ist alles grün! Bei Watertown geht es noch mal in einen Walmart, um TCs zu vernichten, das Tagesziel heißt Thousand Islands, und die liegen ja bekanntlich im Sankt-Lorenz-Strom und demnach im Grenzgebiet zu Canada. Die Grenze überqueren wir aber erst morgen, heute lagern wir direkt am Wasser und genießen einen wunderschönen Sonnenuntergang bei einem Gläschen Wein und Knabbereien.








Auch treffen wir dort mal wieder nette Gesprächspartner, die, wenn ich mich recht erinnere, von irgendwo weiter im Süden her kamen und auch mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Das WLAN ist heute wieder gut, das Wasser in den Gebäuden hingegen schon abgestellt, also keine Laundry möglich. Als das WLAN plötzlich aus geht und nicht wieder an, geben wir im office Bescheid, und Jim kümmert sich drum. Als er den Fehler nach einer Weile gefunden hat, funktioniert alles wieder und wir können ungestört unseren abendlichen Verrichtungen nachgehen.




Übernachtung: Merry Knoll Campground (33$), 38115 Route 12E, Clayton, NY 13624, (315) 686-3055, mryknoll@gisco.net
Bewertung: Super Lage, nette Hosts, Wasser schon abgestellt
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*sil1969

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« Antwort #34 am: 13.03.2018, 13:09 Uhr »
Ich hab ja auch noch 2 oder 3 Reiseschecks...

In dem Campingstore hätte ich auch gerne gestöbert. Ich mach das in den USA sowieso gerne, mir genügt da ein normaler Supermarkt, einfach nur schauen  :)
LG Silvia

*Flying-N

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Antw:Fall Adventure in Canada & New England
« Antwort #35 am: 14.03.2018, 15:13 Uhr »
Ja, die Auswahl in sämtlichen Läden ist halt einfach gigantisch - aber wenn man was bestimmtes sucht, wünsch ich mir manchmal mein spartanisches Aldi-Sortiment her, wo ich genau weiß, was  wo steht... obwohl sich das ja inzwischen auch etwas geändert hat.

Nun geht es gleich weiter!

Nic
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*Flying-N

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« Antwort #36 am: 14.03.2018, 15:29 Uhr »
Tag 22: Mittwoch, 11. Oktober 2017
Clayton NY/1000 Islands - Mazinaw Lake/Bon Echo PP ON  km: 198

Wetter morgens: bedeckt 11°C       mittags: Regen, kühl

Wieder ein trüber Tag, kühl und Schauer, später Regen. Unser einwöchiger Abstecher in die USA ist heute
also beendet, wir fahren über die Thousand Islands Bridge, eigentlich Bridges, denn es sind 5 an der Zahl,
wieder zurück nach Kanada. Dafür wird zunächst eine Maut von 4$25 fällig, bar zahlbar in US oder CDN
Währung (dann sind es 5,50). 











Dann, beim Grenzübergang noch kurz die Pässe gezückt, wo wohnen wir, wie lange waren wir in den USA, von wo
fliegen wir heim, haben wir Waffen oder Alkohol dabei? Naja, eine Flasche Wein ist kein Problem, und schon
sind wir durch – das war ja jetzt mal flott im Gegensatz zur anderen Richtung! Nach frischen Lebensmitteln
hat wieder keiner gefragt oder gesucht. Bei der Fahrt über die Brücke kann man auch ein paar Blicke auf
einige der Inseln erhaschen, sowie auf Schiffe, die dort auf dem Fluss unterwegs sind.








Die Lady vom Campground gestern hatte uns auch unbedingt eine Schifffahrt zu einigen der 1000 Inseln ans
Herz gelegt, doch das war uns alles zu zeitaufwändig und das Wetter heute leider auch nicht mehr so
prickelnd, so dass wir davon abgesehen haben. Das nächste Zwischenziel ist die ehemalige Hauptstadt
Kingston, auf der ufernahen 2 leider ohne Aussicht oder Blick aufs Wasser. Ein Stopp in der Stadt zum
kurzen Bummel scheitert dann leider an der hohen Verkehrsdichte bei schmalen Straßen und fehlenden
Parkmöglichkeiten, es sah nett aus und es war auch einiges los.





Wir peilen also unser nächstes Übernachtungsziel an, den Bon Echo Provincial Park. Den finden wir auch
problemlos, nachdem wir gemütlich über die ländlichen Straßen von Ontario getuckert sind, unterwegs halten
wir noch bei einem Liquor Store, um eine Flasche Wein für unsere Bekannten zu kaufen, bei denen wir
demnächst übernachten werden. Hier in Canada mussten wir übrigens nie unseren Ausweis vorzeigen, wenn wir
Alkohol kauften… Am Straßenrand sind uns heute öfter mal Telefonzellen aufgefallen! Ja, genau, solche
verglasten Kabinen mit Schnurtelefon drin. Anscheinend ist das hier echt nötig, Telefonnetz gibt es nur
ganz sporadisch mal.




















Zum Glück treffen wir an der Einfahrt zum Bon Echo Provincial Park Volunteers, die gerade die
Campingplatz-Aushänge aktualisieren. Die können uns direkt sagen, welche Plätze benutzbar und noch frei
sind, und vor allem, welche davon empfehlenswert sind. So gut beraten machen wir uns auf zum Site Nummer
328 in Fußnähe zu einem gut ausgestatteten Sanitärgebäude. Es sind einige Leute unterwegs, aber man bekommt nicht viel voneinander mit. Unsere nächsten Nachbarn sind mit Zelt unterwegs und sitzen zwecks Wärmezufuhr am Lagerfeuer, da haben wir es mit unserem Heizlüfter im WoMo doch viel bequemer!





Wir laufen noch ein Stück bis zum Narrows Overlook, von wo man einen schönen Blick auf den Echo Rock hat,
der imposant aus dem Mazinaw Lake emporragt – hier stand früher (ab 1900) ein Hotel (Bon Echo Inn) mit
allem Drum und Dran, das schloss aber 1928 und brannte 1936 nach einem Blitzschlag komplett ab. Nur eine
Gedenktafel erinnert noch daran. Man könnte die schöne Aussicht hier noch mehr genießen, wenn es nicht
dauernieseln würde… Zurück auf unserem Platz gibt es dann ein leckeres Abendessen.














Übernachtung: Bon Echo PP, RR 1, 16151 Hwy 41, Cloyne, ON K0H 1K0 (613) 336-2228. Mazinaw Lake CG, mit
Strom 
Bewertung: ++
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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« Antwort #37 am: 15.03.2018, 12:00 Uhr »
Tag 23: Donnerstag, 12. Oktober 2017
Bon Echo PP – Algonquin PP     km: 178

Wetter morgens: sonnig, kühl  mittags: sonnig, 14°C  abends/nachts: sonnig, kühl


Die Nacht war ruhig, am Morgen ist es kalt, aber der Himmel blau! Da machen wir noch ein paar Fotos, bevor wir aufbrechen in Richtung Norden. Bei der Ausfahrt bekommen wir noch ein Hang-Tag, da der gezahlte Eintritt für Provincial Park auch in anderen Parks in Ontario gilt, und zwar immer für insgesamt zwei Tage. Bringt uns insofern nichts, als wir im Algonquin Park für zwei Nächte Camping reserviert haben, und da ist der Parkeintritt ja auch schon inbegriffen…














Das WoMo ist jetzt schon zweimal nicht auf Anhieb angesprungen, erst unter Zuhilfenahme des „Boosters“, also zusätzlichem Saft aus der Hausbatterie – was ist da jetzt los? Männe macht sich irgendwie Sorgen, ich mich auf die Suche nach einer Werkstatt oder so am Weg… Die sind hier allerdings dünn gesät. Aber schließlich an einer größeren Shell-Tankstelle in Barry’s Bay frage ich einfach mal und habe Glück, an den Richtigen zu geraten – er holt flugs ein Batterie-Testgerät und schaut mal nach. Alles in bester Ordnung, meint er. Also gut, wir sind soweit beruhigt. In vier Tagen geben wir die Kiste ja sowieso ab, das wird schon hinhauen.





Gleich nebenan steht ein knallroter Pommesbuden-Trailer, und da gerade Mittagszeit ist, lassen wir uns hier in der Sonne nieder und essen was Ungesundes. Von der gegenüberliegenden Highschool strömen auch einige Schüler herüber, um hier ihre Mittagspause zu verbringen.
Ach ja, erwähnte ich schon, dass heute wieder die Sonne scheint?? Ich hab das Gefühl, der Wettergott hat einen Plan. Nach jedem Regentag kommt wieder ein trockener, um uns nicht die Urlaubslaune komplett zu verderben, so wie 1993 im Nordwesten der USA: Nach drei Wochen Dauerregen (im Juni) war ich kurz davor, depressiv zu werden und unsre damals noch junge Ehe stand auf der Kippe… Zum Glück führte die Reise am Ende noch in den Südwesten, und so ging dann doch noch alles gut aus - so dass wir jetzt unsere Silberhochzeit feiern konnten!





Am Nachmittag erreichen wir das East Gate des Algonquin Parks und besuchen als erstes das Logging Museum, wo (im Freien) auf einer schönen Rundtour alles gezeigt wird, was mit Holzfällen hier in der Gegend zu tun hatte oder hat.






































Auch heute noch wird ein strikt begrenzter Teil des Parks zum kommerziellen Holzeinschlag genutzt, aber natürlich in Einklang mit den anderen Interessen wie Umweltschutz, Tourismus und Ureinwohner. So die offizielle Version, ich kann das natürlich nicht überprüfen. Aber dass zumindest der Tourismus ein wichtiger Teil des Parks ist, kann man nicht übersehen: Es ist das letzte Wochenende der Sommer-Saison, an dem noch die meisten Einrichtungen geöffnet sind, und vor allem Japaner überfluten ihn reisebusladungsweise! An jedem rot gefärbten Baum und Strauch müssen 5 Selfies gemacht werden, als ob es in Japan keine bunten Blätter gäbe…






Die anderen sehen das ganze Viehzeug, nur vor uns versteckt es sich offensichtlich... :(


Wir fahren zum Visitor Center, wo es weitere interessante Informationen und Exponate gibt, und arbeiten uns dann vor zum gebuchten Campground am Rock Lake, zu dem nur eine ungeteerte Straße führt. Gut, dass wir hier reserviert haben, denn es ist rappelvoll! Die Stellplätze sind relativ klein und auch dicht gepackt, einmal müssen wir die Nachbarn bitten, ihr Radio etwas leiser zu drehen. Die Sanitäranlagen haben wir hier nicht benutzt.





Wir haben einen schönen Platz direkt am See und genießen den Sonnenuntergang mit Gänsen. Zwei Kinder jagen und scheuchen die Gänse die ganze Zeit in der Gegend herum und die Großeltern lassen sie gewähren… unmöglich. Nachdem die Sonne weg ist, finden wir es draußen zu kalt, und so setzen wir uns zum Essen ins Wohnmobil und genießen von dort den Blick auf den See.











Übernachtung (2 Nächte, vorgebucht): Algonquin Park, Rock Lake Campground
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

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« Antwort #38 am: 16.03.2018, 12:31 Uhr »
Tag 24: Freitag, 13. Oktober 2017
Algonquin PP            km: 47

Wetter morgens: bewölkt, kühl 14°C  mittags: Regen




Für heute stehen einige kurze Trails im Park auf dem Plan. Aber o weh, wie war das mit dem Wettergott? Nach jedem guten Tag kommt natürlich wieder ein weniger guter, und so ist es heute morgen trüb und bewölkt. Aber im Moment noch trocken. Also los zum Lookout Trail. Der führt durch schön viel buntes Laub zu einem schönen Aussichtspunkt, und der Blick wäre absolut phänomenal,  die Herbstfarben sind wirklich grandios, aber es ist neblig und von Sonne keine Spur. Ja ok, hat auch was... Muss man halt mögen.
































Nach 45 min Laufen sind wir wieder am Parkplatz, und jetzt fängt es an zu regnen. Ja super, genau was wir brauchen. Wir probieren nochmal die Warte-Technik und begeben uns ins Visitor Center. Gestern hatten wir hier nur 20 min Zeit, weil sie um 17 Uhr schließen, und so schauen wir uns heute ausführlicher um. Hier ist auch der einzige Fleck im Park, wo es WLAN gibt – wenn man Glück hat, denn es kommt per Satellitenempfang und ist wetterabhängig. Die Wettervorhersage ist nicht prickelnd für heute.

Schließlich nehmen wir uns noch den Beaver Pond Trail vor, der an einem See liegt, den, wie der Name schon sagt, tatsächlich ein Biber „angelegt“ hat durch seinen imposanten Damm. Ansonsten ist der Trail eher unspektakulär und es versteht sich von selbst, dass wir auch wieder kein einziges „wildes“ Tier gesichtet haben. Obwohl ja im Visitor Center auf den Infotafeln einige Moose-Sichtungen eingetragen waren von anderen Parkbesuchern.














Wir fahren noch bis Two Rivers, es gibt eine heiße Schokolade zum Aufwärmen, dann kehren wir um zum Campground, wo wir noch eine zweite Nacht stehen. Meine bessere Hälfte macht sich noch alleine auf den Weg zum Booth’s Rock Trail, der hier direkt startet, ich habe bei dem Regen echt keine Lust und ordne derweil unseren Papierkram. Denn wie gesagt, der Abgabetermin rückt näher…

Übernachtung (2 Nächte, vorgebucht): Algonquin Park, Rock Lake Campground
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*sil1969

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Antw:Fall Adventure in Canada & New England
« Antwort #39 am: 17.03.2018, 12:13 Uhr »
Also mir gefällt die Ecke! Wie teuer sind denn da so die Campingplätze?
LG Silvia

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« Antwort #40 am: 18.03.2018, 13:28 Uhr »
Also, die Preise für eine Nacht (Womo 23ft, 2 Personen) liegen so um die 35 Euro.
Der billigste Platz in Canada war im Campbellton Sugarloaf Park mit 21,40 EU (ohne Wasseranschluss, aber mit Strom) und die drei teuersten um 42 EU.
Am Ende gibt es dann noch eine Preisübersicht Übernachtungen und Fahrkosten für die ganze Reise!

Nic
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Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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« Antwort #41 am: 18.03.2018, 13:36 Uhr »
Tag 25: Samstag, 14. Oktober 2017
Algonquin Rock Lake – Huntsville km: 114

Wetter morgens: Nieselregen, bedeckt    mittags: heiter    abends/nachts: Schauer

Heute ist unser letzter „richtiger“ Tag im WoMo, denn ab heute abend stehen wir für zwei Nächte bei Freunden in der Nähe von Huntsville, bevor wir das Fahrzeug am Montag früh bei Fraserway abgeben. Wir fahren also zunächst die gleiche Strecke wie gestern auf dem Hwy 60 in Richtung Westen, halten natürlich wie immer sehr aufmerksam Ausschau nach Wild und Moose, sehen aber wie immer – nichts. Also vielleicht noch ein Versuch zu Fuß, trotz leichten Nieselregens. Wir gehen den Trail & Tower Trail, kehren aber nach einer knappen halben Stunde am Cache Lake wieder um, weil der Weg sehr matschig ist und auch bis dorthin zumindest sehr unspektakulär. Und natürlich tierlos.



Cache Lake


Canoe Lake - hier konnte man fast ausnahmslos Japaner paddeln sehen...









Im Algonquin Park gibt es über 2100 km ausgewiesene Kanu-Paddel-Routen!




Zum Mittagessen gibt es die letzten Reste, dann geht es nach Huntsville, wir sind zurück in der Zivilisation! Das Wetter hat sich etwas gebessert, es ist zumindest trocken. Natürlich wohnen die Freunde nicht „in“ Huntsville, sondern nochmal ein ganzes Stück außerhalb am Lake Waseosa. Trotz vorhandener Adresse ist es sehr schwer zu finden, da es natürlich hier draußen mit Straßenschildern und Hausnummern nicht so weit her ist. Nach zweimaligem Telefonieren und etwas Rumgurken sind wir dann schließlich da – es ist ein traumhaftes Grundstück direkt am See, und die Wiedersehensfreude ist groß.










Ich bin froh, dass es geklappt hat, dieses Treffen mit meiner Austauschpartnerin von 1982/83. Wir werden herzlich begrüßt und bekommen ein schönes Gästezimmer mit Seeblick, während unser „Adventurer“ neben dem Haus sicher geparkt ist. Natürlich haben wir bei der Abfahrt am Rock Lake noch gedumpt, so müssen wir jetzt „nur“ noch unsere Sachen zusammenpacken und ein bisschen putzen. Abends fahren wir noch zum Lake Simcoe zu einer Geburtstagsfeier, zu der wir einfach mitgebracht werden, ganz unkompliziert eben, wie das hier in Kanada so gehandhabt wird.

Vom morgigen Sonntag gibt es keine Bilder und keinen Bericht, da wir bei stürmisch-nassem Herbstwetter den ganzen Tag gemütlich zuhause verbracht haben, bei Gesprächen und alten Erinnerungen.
Daher geht es anschließend gleich weiter mit Tag 27!

Übernachtung (2 Nächte): bei Freunden Nähe Huntsville ON
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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Antw:Fall Adventure in Canada & New England
« Antwort #42 am: 19.03.2018, 15:02 Uhr »
Tag 26: Sonntag, 15. Oktober 2017
Ruhetag

Wetter morgens: Regen    mittags: starker Regen, Sturm     abends/nachts: Regen, Schnee

Ja, an diesem Sonntag hätte man sich so schön ein wenig die Umgebung anschauen können, oder, oder, aber: Es gießt wie aus Kübeln, es schüttet und stürmt ohne Ende, so dass wir echt froh sind, ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Eine günstige Gelegenheit, nochmal Wäsche zu waschen, das Putzen des Wohnmobils beschränkt sich auf das notwendigste.

So wird es halt ein richtiger lazy Sunday – ganz privat, of course. Wir quatschen, schauen Bilder an und beobachten die Vögel und Streifenhörnchen, die auf die Terrasse zum Futtern kommen. Und vor allem: Wir verlassen das trockene, warme Haus NICHT. Für kommende Nacht ist sogar Schnee angesagt… Aber die Wettervorhersage für die kommende Woche sieht zum Glück für Toronto und Umgebung sehr viel besser aus, so bleiben wir zuversichtlich.
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*Flying-N

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« Antwort #43 am: 19.03.2018, 15:09 Uhr »
Tag 27: Montag, 16. Oktober 2017
Fahrt Huntsville ON - Cookstown ON – (Transfer YYZ) – Mississauga ON    km:156

Wetter morgens: trocken, kalt    mittags: trocken, etwas milder     abends/nachts: trocken

Heute müssen wir alle früh los, unsere Freunde zur Arbeit, wir zu Fraserway nach Cookstown. Das Frühstück fällt dabei etwas flach, wir packen unsere Siebensachen ins Womo und brechen um 8:15 auf. Es hat 2°C und auf den Bäumen liegt eine Puderzucker-Schnee-Schicht!  Ich habe am Samstag telefonisch den Abgabetermin für 11:30 vereinbart, aber alles läuft so glatt, dass wir viel zu früh da sind. Kurz vor der Fraserway-Station haben wir nochmal vollgetankt, das verbrauchte Propan-Gas muss man nicht nachfüllen.







Die Rückgabe klappt reibungslos, wir berichten von der unzuverlässigen Starterbatterie und dass die Wasserleitung unter der Spüle leckt, wenn zu viel Druck drauf ist. Das führte dazu, dass der ganze Küchenschrank dann unter Wasser stand, bis es an der Seite rauslief. Wir haben das Problem dann nicht mehr so gehabt, wenn den Wasserhahn am Anschluss von außen nur gerade so weit aufgedreht haben, bis Wasser aus dem Hahn kam. Und bei Nichtbenutzung des Wassers immer die Pumpe abgeschaltet ließen. Aber gewisse Spuren waren halt schon sichtbar. Aber das ist ja nicht unser Problem. Wir bezahlen noch die gefahrenen Mehrkilometer nach, ich hatte 2500km-Pakete gebucht, und etwas über 3000 sind wir gefahren. Langsam kommt die Sonne raus, aber es ist noch frisch.







So, nun bringt uns um 12:30 ein Shuttle nach Toronto zum Flughafen, wo wir dann wieder einen Mietwagen übernehmen. Auch das klappt wie am Schnürchen, wir lassen uns bei der Vermietstation von Dollar/Europcar in der Dixon Road abliefern. Dort warten wir in der Lobby, da wir den Wagen erst ab 13 Uhr gebucht haben. Deshalb ist er noch nicht fertig. Außerdem will uns der Agent noch ein Paket mit allem möglichen aufschwatzen, so dass man das Fahrzeug mit leerem Tank zurückgeben kann. Das soll aber über 100$ kosten und ich bin mir sicher, dass wir so viel Benzin gar nicht verfahren können in den 4 Tagen. Also lehnen wir dankend ab. Choice Line gibt es hier natürlich auch nicht. Wir staunen nicht schlecht, als wir einen knallroten Jeep Wrangler hingestellt bekommen! Sieht ja nett aus, aber das ideale Stadtfahrzeug ist das ja wohl eher nicht?? Nun ja, es wird ja eh die meiste Zeit in irgendeiner Tiefgarage stehen…





Wir gewöhnen uns an das neue Fahrgefühl und steuern unser Appartment in Misssissauga an, das ich über booking.com gebucht habe. Wir melden unsere Ankunft telefonisch, so dass uns jemand am Eingang erwarten kann. Das klappt dann auch, und der Eigentümer lotst uns in die Tiefgarage, wo wir unseren Platz sonst ohne seine Hilfe NIE gefunden hätten! Von dort unten geht es mit dem Gepäck im Aufzug bis in die 20. Etage. Wir haben – warum auch immer – ein kostenloses Upgrade bekommen von 1 Schlafzimmer auf 2 Schlafzimmer, nicht übel! Und so breiten wir uns in der Bude aus, jeder hat sein Schlafzimmer und eigenes Bad natürlich auch, Wohnraum/Küche sind modern ausgestattet, und vom Balkon hat man einen tollen City-Blick. Wow. Great!


Goodwood Suites, Mississauga
















Göttergatte schmeißt sich aufs Sofa und schaltet die Glotze ein, aber ich habe noch andere Pläne!
Da ich hier 1982 drei Monate lang gewohnt habe und zur Schule gegangen bin, möchte ich eine kurze Erinnerungs-Tour machen, und ich denke, in die Schule kann man kurz nach Schulschluss am ehesten noch reinschauen. Also holen wir unseren roten Flitzer wieder aus der Garage und fahren ca. 20 min bis zu meiner ehemaligen Schule im Stadtteil Port Credit. Mein Plan geht auf, ich kann mich ungestört innen und außen umschauen und ein paar Fotos knipsen.


Port Credit Secondary School







Ebenso nebenan in „meiner“ Kirche, anschließend geht es noch ca. 800m weiter zu dem Haus, wo ich damals gewohnt habe. Drum herum hat sich einiges geändert, aber es ist alles noch gut wiedererkennbar. Ach, das tut irgendwie gut! Auch wenn es nur 3 Monate waren, hat mich der Aufenthalt damals doch sehr geprägt.








So, und zum Abendessen sind wir verabredet – mit noch zwei anderen Schulfreunden von damals und meine Partnerin & Mann kommen auch wieder dazu. Im gemütlichen „Snug Harbour“ gibt es gutes Seafood und nochmal ein großes Hallo beim Wiedersehen, die drei waren früher schon eng befreundet und sind es heute noch. Nach dem Essen geht es quer durch die Stadt zurück in unser Domizil. Morgen wollen wir Toronto (wieder-)erkunden!

Übernachtung (3 Nächte): Goodwood Suites, The Grand Ovation, 310 Burnhamthorpe Rd W, Mississauga ON L5B 4P9
Bewertung: ++
USA       1981 - 1990 - 1993 - 1994 - 2009 - 2010 - 2011 - 2014 - 2017
Canada  1982 - 1988 - 1993 - 2017

*Flying-N

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Antw:Fall Adventure in Canada & New England
« Antwort #44 am: 20.03.2018, 17:00 Uhr »
Tag 28: Dienstag, 17. Oktober 2017
Toronto     km: Auto 0, zu Fuß und mit ÖPNV: einige!

Wetter morgens: sonnig, kalt    mittags: sonnig, angenehm warm


Es ist zwar frisch heute morgen, aber die Sonne schein – ein guter Start! Das Frühstück findet in einer Sparversion statt, denn wir wollen um 8 Uhr mit dem Bus und der U-Bahn nach Toronto. So einen richtig festen Plan haben wir nicht, aber da vom St. Lawrence Market um 10 Uhr eine Walking Tour (mit Bruce Bell) starten soll, fahren wir mal da hin. Irgendwo muss man ja anfangen. Das klappt ganz gut, erst mit der Buslinie 26 (3,50$), die direkt vor unserem Haus abfährt, bis Isligton, von da mit der U-Bahn (Tagesticket Toronto 12,50$) und einmal Umsteigen bis Queen Street, dann sind es nur noch ein paar Minuten zu Fuß.




 
Wir schauten uns ein wenig in der Markthalle um, trinken einen gemütlichen Kaffeee und gehen dann zum Treffpunkt für die Stadtführung. Da ist aber niemand. Ok, ich habe die Tour nicht vorab gebucht, weil ich das vom Wetter abhängig machen wollte, aber trotzdem seltsam. Hm, ich frage die Verkäuferin in dem Souvenir Shop. Die ist so nett und ruft für mich Bruce Bell an, und dieser sagt mir, dass heute keine Tour stattfindet. Aber wenn wir Lust haben, können wir morgen zu einer Gruppe dazu kommen zu seiner Distillery District Tour. Wir sagen, dass wir es uns überlegen und ggf. pünktlich da sind.








Für heute sind wir also auf uns allein gestellt, ist aber auch völlig ok. Da ich 1988 hier ein halbes Jahr lang ein Praktikum bei IBM gemacht habe, kenne ich mich „im Städtle“ ein wenig aus! Es ist zwar schon lange her, aber hier und da erkenne ich tatsächlich einiges wieder.  Vor allem stelle ich aber fest, dass hier downtown  der Bau-Boom in den letzten 30 Jahren voll zugeschlagen hat, das Seeufer und die Skyline haben sich doch mächtig verändert. Von unserem Standort aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Gooderham Building, ein schönes Flatiron Gebäude aus Backstein, umgeben von vielen modernen Wolkenkratzern.











Wie wir morgen erfahren werden, besaß Gooderham unter anderem eine große Brennerei und galt als der reichste Mann im neu gegründeten Toronto und ließ hier sein Bürogebäude errichten, am westlichen Ende des Industriegebiets der Stadt. Wir gehen weiter Richtung Yonge Street und kommen an der Hockey Hall of Fame vorbei. Dort gehen wir nicht rein (19$ Eintritt), aber nebenan im Brookfield Place sind auch einige Exponate zu sehen, die schauen wir uns an. Weiter geht’s, und der CN Tower lacht uns an jeder Ecke von oben an… Eigentlich wollte ich da erst morgen rauf, aber es ist einfach zu verlockend… Das Wetter ist auch perfekt, gehen wir doch mal schauen, wie lang die Warteschlange ist!














Am Air Canada Centre  stehen nette Hockey-Skulpturen von den Maple Leafs. Wir werfen einen kurzen Blick ins Ripley’s  Aquarium of Canada, das gab es 1988 noch nicht, es öffnete erst 2013! Also hier keine Warteschlange, aber 33$ Eintritt… für eine kurze Stippvisite zu teuer. Wenn es jetzt regnen würde, wäre es vielleicht eine Alternative.





Gleich nebenan ist der CN Tower, wo am Eingang erst mal Kontrolle mit Durchleuchten angesagt ist (klar, dass es das 1982 und 1988 auch noch nicht gab). Und dann, tatsächlich keine Wartezeit – also nichts wie hoch auf den Turm ! Der Blick war, wie seinerzeit auch, einfach umwerfend. Das Gedränge allerdings auch… Die Stadt ist wirklich so was von gewachsen, und überall wird noch weiter gebaut. Das ehemals höchste Gebäude Torontos, das Royal York Hotel, kann man von hier gar nicht mehr sehen. Schön ist der Blick auf den Sky Dome, der 1988 gerade im Bau war und der heute Rogers Centre heißt – bei geöffnetem Schiebedach könnte man direkt den Spielen der Toronto Blue Jays zusehen.




















Auf der Außen-Plattform kann man ganz außen rum gehen, im Gegensatz zu innen, dafür bläst der Wind ganz ordentlich und man hat dann ein Gitter im Blick bzw. auf dem Foto. Die Fahrt nach ganz oben sparen wir uns, der Mehrwert ist uns nicht ganz ersichtlich. Erstaunlich finde ich, wie viele Jahre der CN Tower mit 553,33m das höchste Gebäude der Welt war. Nämlich von 1975 bis 2010, während danach die Rekorde nur noch maximal zwei Jahre gehalten haben… So langsam beginnt aber der Magen zu knurren, und wir fahren mit dem schnellen Aufzug wieder nach unten.











Draußen holen wir uns an der Front Street einen Hot Dog. Dann marschieren wir weiter in Richtung Queen Street West. Ich habe gelesen, da gebe es einen ganzen Straßenzug mit Graffitis. Es ist etwas schwer zu finden, aber dann sind wir da, in einer 1km langen Gasse, die sich tatsächlich Graffiti Alley nennt – parallel zur Queen Street zw. Spadina und der nächsten Querstraße. Es sind ein paar richtig tolle Wandmalereien dabei, aber natürlich auch viel Geschmiere. Wenn man sowieso dort in der Nähe ist, finde ich es sehenswert. Aber auch kein Beinbruch, wenn man es verpasst.






















Als nächstes wollen wir zum Nathan Phillips Square und dem Rathaus. Hier steht ein fotogener Toronto-Schriftzug aus 4m hohen Buchstaben, leider ist in dem Wasserbecken, in dem er sich spiegeln soll, kein Wasser… Im Winter kann man hier Schlittschuh laufen und dabei auf das alte (1899) und aufs neue Rathaus (1965) von Toronto blicken. Letzteres fällt durch seine ungewöhnliche Architektur auf, die zwei bogenförmigen Türme mit dem runden Plenarsaal dazwischen sehen aus der Vogelperspektive aus wie ein Auge. Das alte Rathaus wäre fast beim Bau des Eaton Centre abgerissen worden, blieb aber dank einer Bürgerinitiative erhalten.



Canada Life Building


Old City Hall


City Hall von 1965


Nun zieht es mich ins Eaton Centre, wo ich natürlich schon in den 80er Jahren zum Shoppen war. Allerdings muss ich sagen, dass es mich heute nicht mehr so sehr beeindruckt wie damals, was sicher daran liegt, dass es bei uns inzwischen, im Gegensatz zu damals,  auch an jeder Ecke so eine Mall gibt. Als Jugendliche/junge Erwachsene „vom Dorf“ was das hier natürlich ein Highlight, diese ganzen Läden und Marken, die vielen Etagen und der direkte Zugang zur Metro, einfach klasse. Auch heute ist hier ganz schön was los! Wir essen ein Eis, und gehen dann weiter die Yonge Street entlang.



Eaton Centre









Mein alter Schulkamerad hat uns gestern abend beim Essen für heute „auf ein paar drinks“ zu sich nach Hause eingeladen, so ab 16:30. Aus Neugierde und weil man sich gestern im Restaurant doch recht schlecht unterhalten konnte, folgen wir der Einladung. Wir finden seine Wohnung in einem exklusiven Wohnblock, staunen über die prachtvolle Dekoration der Wohnung,  und diskutieren dann ausführlich über Gott und die Welt. Der Wein auf leeren Magen, dazu ein paar Häppchen und das nette Gespräch, wir vergessen fast die Zeit! Und obwohl wir „nur ein Stündchen“ bleiben wollten, brechen wir erst kurz nach acht auf. Ich schwanke zur U-Bahn-Haltestelle, aber der Heimweg nach Mississauga klappt problemlos. Wir sind etwas irritiert, weil der Bus dann erst mal eine Weile gar nicht anhält, aber er liefert uns zuverlässig an unserer Haltestelle ab. Nun ist es nach neun, und wir haben keine Lust mehr, irgendwo essen zu gehen, stattdessen hüpfen wir schnell in unsere Betten.


Blick aus meinem Schlafzimmer

Übernachtung (3 Nächte): Goodwood Suites, The Grand Ovation, 310 Burnhamthorpe Rd W, Mississauga ON L5B 4P9
Bewertung: ++
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