Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy

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*Chrissie

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Interesse an einem im Vergleich zum südlichen Afrika etwas anderem Afrika? Dann begleitet uns doch virtuell bei unserer Tour durch Uganda:

Uganda war bereits schon mal für September/ Oktober 2016 ins Auge gefasst, aber davon nahmen wir seinerzeit Abstand, da diese Reisezeit – in unseren Augen- nur suboptimal für Uganda ist (die ungeteerten Straßen können durch Regenfälle zu schwer befahrbaren Matsch- und Schlammpisten werden). Als es an die Reiseplanung für den Jahreswechsel 17/18 ging, kamen Costa Rica, Südafrika und Uganda/Ruanda in die engere Auswahl. Südafrika geht eigentlich immer, aber es könnte ja auch mal wieder was Neues sein. Costa Rica zog dann im Vergleich mit Uganda den Kürzeren, weil wir uns für dieses Land noch mehr wünschen, weit gehend ohne Vorbuchungen zu reisen und wir (wohl besonders ich) Bedenken hatten, ob wir nicht die reichhaltige Fauna missen würden– auch wenn die Tierwelt Costa Ricas sicherlich auch einiges zu bieten hat.

Viele Informationen – u.a. auch auf der ITB 2016 in Berlin bei Speke (Veranstalter in Uganda) und Douglas von Alpha Rent-a-Car – hatten wir bereits gesammelt und speziell ich las diverse Reiseberichte. Schon in den Überlegungen 2016 zogen wir die Möglichkeit eines Fahrers in Betracht. Trotz der Vorzüge gerade beim erstmaligen Besuch eines Landes konnten wir uns nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, die meiste Zeit des Tages mit einem Fremden zusammen zu sein (kann ja auch sehr nett sein, wenn die Chemie stimmt). So entschieden wir uns, Uganda als Selbstfahrer zu erkunden.

Das Auto buchten wir bei Douglas und die Unterkünfte sowie die Permits für das Gorilla-Tracking ließen wir durch ihn buchen. Diverse Nachfragen wurden immer zeitnah beantwortet.

Wir hatten ziemlich Respekt vor der Reise, insbesondere vor den Straßenverhältnissen und der Navigation: die Ausschilderung in Uganda ist nicht vergleichbar mit der im südlichen Afrika und auch das Kartenmaterial ist mit Tücken (entweder ist das Material lückenhaft oder man wird immer jeden noch so kleinen Feldweg geführt). Das dämpfte unsere Vorfreude merklich.

Damit ihr wisst, wohin es geht, hier mal unsere Planung:

23.12.2017 Flight to Entebbe

24.12.2017 Arrival Entebbe 04:05 h

25.12.2017 Entebbe - Lake Mburo

26.12.2017 Lake Mburo - Lake Bunyonyi

27.12.2017 Lake Bunyonyi

28.12.2017 Lake Bunyonyi - Bwindi NP

29.12.2017 Bwindi NP

30.12.2017 Bwindi NP - Ishasha

31.12.2017 Ishasha-QENP

01.01.2018 Queen Elizabeth Nationalpark

02.01.2018 QENP - Fort Portal

03.01.2018 Fort Portal

04.01.2018 Fort Portal

05.01.2018 Fort Portal

06.01.2018 Fort Portal - Hoima

07.01.2018 Hoima -Kanyigo Pabidi Forest

08.01.2018 Kanyigo Pabidi Forest - MFNP

09.01.2018 Murchison Falls NP

10.01.2018 Murchison Falls NP

11.01.2018 Murchison Falls NP - Entebbe

12.01.2018 Entebbe

13.01.2018 Flight to Europe, dep. 5:00 h
 


Wir sind mehr oder weniger die Standardroute gefahren (wenn auch im Uhrzeigersinn, was meist bei geführten Touren andersrum ist, da diese das Gorilla-Tracking als Highlight gern zum Ende der Reise machen). Ruanda haben wir bewusst rausgelassen, um uns lieber mehr auf Uganda zu konzentrieren.

Genug geschwafelt, ich freue mich über jeden Mitreisenden. Kommentare sind willkommen und falls mehr Infos erwünscht sind, einfach nachfragen. :winke:
 
Gruß Chrissie
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*U2LS

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #1 am: 20.06.2018, 10:44 Uhr »
Puuuh, das ist ja mal ein Abenteuer. Mit Uganda verbinde ich immer Idi Amin, den „Herrn aller
 Tiere der Erde und aller Fische der Meere und Bezwinger des Britischen Weltreichs in Afrika“ (lt. Wikipedia). Er war nicht gerade demokratisch gestimmt!

Ich bin gespannt, wie sich das Land seit den Siebzigern entwickelt hat.
Gruß
Lothar

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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #2 am: 20.06.2018, 11:30 Uhr »
Puuuh, das ist ja mal ein Abenteuer. Mit Uganda verbinde ich immer Idi Amin, den „Herrn aller
 Tiere der Erde und aller Fische der Meere und Bezwinger des Britischen Weltreichs in Afrika“ (lt. Wikipedia). Er war nicht gerade demokratisch gestimmt!

Ich bin gespannt, wie sich das Land seit den Siebzigern entwickelt hat.

Ja, Idi Amin gehört leider zur Geschichte Ugandas, ebenso wie die bürgerkriegsartigen Zustände bis weit in die achtziger Jahre. Dies macht sich auch jetzt noch zum Teil in der Tierdichte bemerkbar, die im Vergleich zu den Nachbarländer wohl deutlich geringer sein soll (da ich Tansania und Kenia noch nicht bereist habe, kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten),
Gemäß dem Auswärtigen Amt wird die politische Lage in Uganda als relativ stabil bezeichnet mit Ausnahme vom Norden und Nordosten, den wir nicht bereist haben.

So, wer möchte noch mit uns nach Uganda  kommen, der Flieger hebt gleich ab :)
Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #3 am: 20.06.2018, 11:40 Uhr »
Samstag 23.12. / Sonntag 24.12.2017 Flug nach Entebbe
Der Flug über Istanbul nach Entebbe geht bereits um 11:05 Uhr – für uns eine ungewohnte Zeit, die unser übliches Zeitmanagement bei Afrikareisen auf den Kopf stellt. Vielleicht bin ich deswegen im Gegensatz zu sonst nervös und habe Angst, das Flugzeug zu verpassen. :wink:
Der Taxifahrer ist nicht sehr gesprächig und arbeitswillig: das Kofferausladen überlässt er Christian, beim Handgepäck hilft er dann gnädiger weise.
Diesmal gehen wir schon vergleichsweise früh durch die Sicherheitskontrolle. Christian feixt sich einen, dass ich dieses Mal mit in eine separate Kabine muss, wo der Laptop untersucht werden kann. Prompt zeigt die Probe einen Sprengstoffnachweis an und Beamte von der Bundespolizei werden geholt. Mich stört es nicht, ich habe ein reines Gewissen und so vergeht die Zeit wenigstens etwas, wenn auch nur Zeit im Schneckentempo. Man fragt mich, wohin ich fliege. Entebbe ist ihnen kein Begriff, mit Uganda können sie schon mehr anfangen. :D
Beim Boarding wartet eine Überraschung auf uns: wir werden in die Business Class umgesetzt. :groove:
Noch vor dem Start können wir zwischen frisch gepressten Orangensaft, einem Tomatensaft oder einer hausgemachten Limonade mit frischer Minze wählen.
Das Essen wird bereits eine gute halbe Stunde nach dem Abflug serviert. Leider habe ich weder Handy noch Fotoapparat griffbereit.  :(Als Vorspeise gibt es einen frischen Gartensalat  sowie eine Auswahl türkischer meze: Tsatsiki, gefüllte Weinblätter, gegrillte Aubergine und ein warmes Brötchen sowie Guacomole und Käse. Als Nachtisch gibt es eine Mango Panna Cotta. Als Hauptgericht steht zur Auswahl:
 
-       ein gegrillter Fleischball nach türkischer Art mit Zucchini und roter Paprika
-       oder ein gegrillter Schwertfisch mit cauliflower mousseline oder
-       Rigatoni mit hausgemachter-Parmesan-Tomatensauce
 
Der Transfer für Business Passagiere erfolgt in einem separaten Bus. Die 4 h Aufenthalt auf dem Flughafen vertreiben wir uns mit lesen, rätseln und Leute beobachten. Als wir das Gate wechseln müssen, sehen wir, wie groß der Flughafen tatsächlich ist.
 
Der Flug nach Entebbe verläuft normal. Für uns ungewohnt ist lediglich die planmäßige Zwischenlandung in Kigali. Ich versuche weiter zu dösen, um etwas ausgeruhter anzukommen. Mit etwas Verspätung landen wir in Entebbe (planmäßig wäre es um 4:05 h gewesen).
Obwohl wir weit vorne in der Schlange, dauert und zieht es sich hin, bis unser Visum (muss man im Voraus online beantragen, außerdem ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben) im Reisepass eingeklebt ist. Zwischenzeitlich geht der Beamte sogar nochmal vom Schalter weg zu seinem Kollegen im rückwärtigen Bereich, keine Ahnung, was er dort macht.  :roll:
An der Gepäckausgabe sehe ich, dass die Läden, die SIM-Karten und Airtime verkaufen, über die Weihnachtsfeiertage geschlossen sind. Da uns kein ATM ins Auge fällt, tauschen wir 50,00 € in einer Wechselstube zu einem etwas ungünstigeren Kurs als die nächsten Tage am ATM (1 € = 4.000 UGX, statt 1 € = 4.200 UGX und mehr).
Wir werden schon vom Shuttleservice (durch das Papyrus Guesthouse organisiert) erwartet. Wir sagen dem Fahrer, dass wir uns noch eine SIM Karte am Verkaufsstand außerhalb des Flughafengebäudes besorgen möchten. Für die SIM-Karte kopiert bzw. fotografiert der Verkäufer meinen Pass und mich. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Gegen 5:20 Uhr sind wir endlich fertig. Nun geht es in hohem Tempo zum Gästehaus, zum Glück sind die Straßen leer.
Als wir am Hotel gegen 5:30 h ankommen, ertönt von irgendwo außerhalb eine Alarmanlage. Mit einer Angestellten vereinbaren wir noch, dass wir heute gegen 9:00 Uhr frühstücken möchten. Dann beziehen wir im ersten Stock einen Garden room. Wir duschen noch, dann legen wir uns kurz nach 6 h hin.

Halbwegs fit frühstücken wir auf der Veranda des Haupthauses. Weihnachtsgefühle kommen bei uns nicht auf, obwohl hinter uns ein Weihnachtsbaum steht.  :wink:



Leider hat unser Garden room keinen Safe, daher tauschen wir den Garden room gegen ein Zimmer im Haupthaus. Das hat naturgemäß keinen so schönen Ausblick wie der Garden room, von dem aus wir das Meer sehen konnten.





Dafür ist das Zimmer etwas geräumiger.



Wir bestellen uns ein Taxi zur Viktoria Mall, wo wir uns ein paar Getränke kaufen wollen. Die Verständigung ist nicht immer einfach, da viele ein für uns gewöhnungsbedürftiges Englisch sprechen.
Da das Taxi erst in einer halben Stunde kommen soll, setzen wir uns im Garten hin. Wir sehen Pelikane kreisen und auch einige Vögel hin und her fliegen, aber sie dann anschließend im Baum auszumachen, ist nicht einfach.
Christian entdeckt einen Baum mit großen grünen Früchten. Es sind Jackfrüchte, wie wir später erfahren.
 






Der Taxifahrer fährt so zur Victoria Mall, dass wir am Eingang vom Botanischen Garten vorbeikommen.
In der Mall heben wir Geld ab und kaufen uns bei KFC ein paar Getränke, da es keinen Lebensmittelladen gibt. Shoprite soll frühestens Ende Januar aufmachen, wie wir zur Abreise erfahren. Meine Uhr hat sich wie schon bei einem der letzten Urlaube auf den afrikanischen Modus umgestellt: sie geht nach und bleibt später ganz stehen. :kofpstand: In keinem Geschäft finde ich während des Urlaubs eine neue Batterie.
 
Wir gehen die Straße zum Botanischen Garten hinunter. Dort zahlen wir 20.000 UGX Eintritt und verneinen die Frage, ob wir einen Führer haben wollen.
 
Wir laufen einfach drauf los und schnell schließt sich uns ein anderer Guide ungefragt an. Inzwischen denken wir, dass es vielleicht keine schlechte Idee ist, sich ein wenig was erklären zu lassen, da wir keinen Plan vom Botanischen Garten haben und auch nicht alle Bäume mit Erläuterungstafeln versehen sind.




Ungewohnt für uns, dass man mit dem Auto durch den Botanischen Garten fahren darf. Vielleicht liegt es daran, dass auch ein kleiner Campingplatz vorhanden ist.

Wir sehen diverse Vögel, wie zB den Ross-Turako, der leider für ein Foto zu weit oben im Baum sitzt, außerdem Meerkatzen und Colobus-Affen (Schwarz-weiße Stummelaffen).


beeindruckende Wurzeln


Aus den Blüten des Canonball trees machen Inder Parfum.

Es gibt widersprüchliche Meinungen, ob hier in diesem dschungelartigen Teil des Botanischen Gartens Tarzan-Filme gedreht wurden.



Nach rund einer Stunde ist die Führung zu Ende. Der Guide verlangt 10.000 UGX pro Person, und wenn wir es gut fanden, darf es noch etwas extra sein. Wir geben ihm noch 10.000 UGX, auch wenn er mir nur am Anfang genügend Zeit gelassen hat, Fotos zu machen.
Da es noch früher Nachmittag ist, bleiben wir noch im Botanischen Garten. Wir laufen zum Meer und setzen uns an einen überdachten Tisch an der Strandbar, wo wir eine ganze Weile sitzen bleiben. Neben Kormoranen sichten wir auch eine Schafstelze (Yellow Wagtail).
Christian probiert das einheimische Nile-Bier, ich trinke eine Cola Zero.






Als Sichtschutz dienen ausgehöhlte, bepflanzte Bambusstöcke. 
 
Da der Fotoapparat sicherheitshalber auf dem Rückweg im Rucksack verstaut war, gibt es keine Fotos.

Gegen 14:40 Uhr schlendern wir zum Eingang zurück und laufen zur Imperial Mall, um unseren Einkauf zu machen. Dort finden wir aber weder einen Geldautomaten noch einen Supermarkt. Wir fragen eine Frau von der Security vor dem Forex- Büro, wo wir einen Supermarkt finden. Sie meint in Entebbe Downtown, was nicht weit von hier sei.
In Downtown tobt das Leben, es gibt auch einige Bankfilialen mit ATM und zwei Supermärkte. Jedoch sind die Supermärkte nicht das, was wir uns darunter vorstellen.  Es sind eher Tante-Emma-Läden für Einheimische. Eigentlich möchte ich gern mit dem Taxi zurückfahren, aber so offensichtlich sehen wir keins. Ein Motorradtaxi (Boda-Boda) würden wir an jeder Ecke bekommen, und es wird uns auch mehrfach auf Zuruf angeboten, mitzufahren. Wir verzichten, ua auch, weil es nicht ganz ungefährlich ist, was sich im Laufe des Urlaubs auch bestätigt.
Christians Orientierung ist zuerst sehr gut, dann jedoch müssen wir  mehrmals nach dem Weg zum Papyrus Guesthouse fragen. Zum Schluss haben wir überhaupt keine Ahnung mehr, wo's lang geht.  :o
 
Um 16:00 Uhr kommen wir am Papyrus Guesthouse an, k.o, aber zufrieden. Wir gönnen uns eine erfrischende Dusche. Da wir abends im Guesthouse essen wollen,  studieren wir die Speisekarte und geben dann unsere Bestellung für später auf.
Vor dem Abendessen ruhen wir uns noch kurz aus. Dass meine Uhr wieder stehen geblieben ist, bemerke ich erst kurz nach 18:00 Uhr, als es schon Zeit zum Essen ist. 

Wir haben uns Samosas als Vorspeise bestellt, Christian ein Steak und ich einen Burger. Steak und Burger sind beide mit Pommes und gemischtem Gemüse aus Bohnen, Karotten und Blumenkohl. Christian hat mächtig Kohldampf, aber Pech. Ihm wird statt des Steaks Fisch serviert. Er lässt das Essen austauschen, muss jedoch noch mal Wartezeit in Kauf nehmen, aber es schmeckt ihm (mir auch). Gegen 19:00 Uhr wird es langsam dunkel.
Trotzdem wir den Ventilator im Zimmer laufen haben, sind es fast 30 °C. Dennoch machen wir den Ventilator zum Schlafen aus, da er zu laut ist.
Übernachtung: Papyrus Guesthouse, Garden room, HB

Gruß Chrissie
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*kuschelwuschel

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #4 am: 20.06.2018, 12:10 Uhr »
Woow das hört sich ja spannend und für mich total neu an. Weiter so bitte

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #5 am: 21.06.2018, 20:27 Uhr »
25.12.  Entebbe – Lake Mburo
In der Nacht schwitzten wir sehr, und ein gewisser Geräuschpegel ließ sich auch wahrnehmen. Unter dem Mückennetz muss sich noch mindestens eine Mücke eingeschlichen haben. Ich wurde zweimal gestochen, Christian einmal.  :wut33:
Der Wecker klingelt zeitig, denn wir wollen vorab nochmal die Papiere sichten. Da Christian so drängelt, gehen wir schon vor 8:00 Uhr zum Frühstück.
 
Kaum sitzen wir auf der Terrasse beim Frühstück, kommt der driver (der Name ist uns entfallen) mit dem Toyota Hilux. Wir laden ihn an unserem Tisch zum Kaffee ein und bitten ihn um etwas Geduld, da wir mit ihm erst gegen 9:00 h gerechnet haben, da wir es Douglas so mitgeteilt haben.
Nachdem wir gefrühstückt haben, machen wir die Papiere und alles weitere mit ihm klar:
-       den Mietvertrag fürs Auto (Douglas hatte im Vorfeld schon von uns Kopien der Pässe und Führerscheine erhalten)
-       wir bezahlen die Fahrzeugmiete in USD
-       er gibt uns die Permits fürs Gorilla-Tracking und Kopien der Quittungen, dass die Unterkünfte von Alpha-rent-a-car bezahlt wurden (wir erhalten 60 $ zurück, da zwei Unterkünfte -Kolping House und Boomu Women‘s Group- keine Überweisung sondern Barzahlung bei Anreise gewünscht haben)
 
Die Prüfung der Permits und Quittungen ergibt keine Beanstandung, aber bei der Fahrzeuginspektion stellt Christian fest, dass der Reservereifen kein Profil mehr hat und am äußeren Reifenrand eine große Beule rausragt. Wir weisen ihn darauf hin und bitten um einen Ersatzreifen. Zuerst heißt es, wir müssten dann mit ihm zur Station in Kampala fahren. Wir willigen ein, obwohl dies genau entgegengesetzt zu unserer Fahrstrecke liegt, aber ohne Reserverad wollen wir keine drei Wochen unterwegs sein. Dann fällt ihm ein, dass die Station heute geschlossen ist (heute ist der 1. Weihnachtsfeiertag- ein Schelm wär dabei böses denkt :pfeifen:), und er versucht uns zu beruhigen, dass wir während unseres Urlaubes keinen Ersatzreifen benötigen werden. Wir haben wohl keine Wahl und lassen uns von ihm versichern, dass im Falle eines Falles wir erwarten können, dass Alpha Rent-a-car uns umgehend Ersatz beschafft.
Vorab kann ich schon verraten, dass wir tatsächlich keine Reifenprobleme hatten, dafür aber das ein oder andere kleine und ein größeres Problem.


Das Foto ist ein paar Tage später entstanden

Da wir noch Geld abheben und tanken wollen, chauffiert uns der driver noch bis zu einer Kreuzung bei Kisubi, wo die murram road (Erdstraße) abzweigt. Von hier fährt er mit dem Boda-Boda (Motorradtaxi) zurück.
Die murram road ist eine Abkürzung zur Hauptstraße nach Masaka, sonst müsste man über Kampala fahren. Es geht sehr lebhaft zu: Tiere, viele Leute und auch einiges an Verkehr, überwiegend aber Motorradfahrer. Zum Teil haben die Leute ihre Sonntagskleidung an, einige Männer tragen Anzug. Daneben sehen wir aber auch Personen in ärmlicher Kleidung. Vor allem Frauen schleppen die schweren Wasserkanister. Die Straße staubt sehr stark, was man auch an den Bananenstauden und anderen Pflanzen am Straßenrand sieht. Sie haben alle eine dunkle Staubschicht.


wir empfinden es in Uganda sehr grün




Die Moscheen machen äußerlich vom Zustand her meist einen besseren Eindruck als die Kirchen
 
Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Teerstraße nach Masaka.


Sorry, für die dreckige WIndschutzscheibe :oops:

Auch wir machen am Äquator Fotos, halten uns aber nicht lange auf. Es ist jedoch ein beliebter Stopp, wie man an den unzähligen (Souvenir-)Ständen sieht.





Einige Kilometer hinter dem Äquatordenkmal werden Fische am Straßenrand angeboten. Auch wenn man ihn von der Straße aus nicht sehen kann, der Lake Victoria und die Swamps sind nicht weit.
 
Wir passieren Masaka



und halten eine gute halbe Stunde später in einem kleineren Ort als Masaka, um Getränke zu kaufen. Auch hier tobt das Leben, wenn auch nicht ganz so extrem wie in der Innenstadt von Masaka.




Hühner warten in engen Käfigen auf ihren Verkauf



Da ich nötig auf Toilette muss und sich keine Gelegenheit am Straßenrand bietet, fährt Christian zum Bridges Malombo Country Home oder so ähnlich rein. Wir fragen nach, ob ich die Toilette benutzen darf. Christian nutzt anschließend auch gleich die Chance. Wir hätten gern auch einen Kaffee hier getrunken, aber es werden nur kalte Getränke angeboten.
 
Im Eagle’s Nest werden wir mit einem Begrüßungsdrink empfangen und erhalten ein kurzes briefing.





Nachdem wir das Gepäck in unser Zelt (Nr. 1) gebracht haben, lassen wir uns jeder ein Käse-Tomaten-Sandwich mit Pommes schmecken.



Leider lohnt es sich nicht mehr, in den Lake Mburo Nationalpark zu fahren, obwohl er quasi vor der „Haustür“ liegt. Christian ist ein bisschen ko und scheut sicher auch die steile Abfahrt vom Camp. Darüber hinaus ist es kein preiswertes Vergnügen (wie auch die anderen Nationalparks - zB. Queen Elizabeth NP, Murchison Falls NP- in Uganda): 40 US$ pP zuzüglich Auto (10 US$?). Hier hätten wir vielleicht doch noch eine zweite Nacht einplanen sollen.

So verbringen wir den Rest des Nachmittags in der Anlage, sehen uns ein wenig um und lesen im Reiseführer. Von unserer Terrasse vor dem Zelt sehen wir Impalas, Zebras, Wasserböcke und Warzenschweine. Alle jedoch in größerer Entfernung.


Blick in die Richtung, aus der wir gekommen sind


Der See liegt bereits im Mburo Nationalpark


vor den anderen Zelten ist der Weg bepflanzt, die Aussicht ist jedoch die gleiche
 
Mir kratzt es im Hals und die Nase läuft etwas. Ich hoffe, dass ich auf irgendwelche Pollen allergisch reagiere, schließlich blüht hier allerlei, und nicht, dass ich mich bei Christian mit einer Erkältung angesteckt habe, denn am 29.12. soll das Gorilla-Tracking stattfinden – Personen mit ansteckenden Erkrankungen dürfen zum Schutze der Gorillas nicht teilnehmen.
 
Gegen 19:30 Uhr gibt es das Abendessen (Zwiebelsuppe, Hühnchen mit Pilzsauce, Kartoffeln, Reis sowie gemischtes Gemüse aus Bohnen und Karotten). Es schmeckt, ist aber auch nichts Besonderes. Zum Nachtisch gibt es relativ trockenen Schokoladenkuchen mit Schokoladensauce. Zum Abschluss gönne ich mir noch einen doppelten Amarula. :prost:
Auch heute müssen wir uns schon das Frühstück für morgen früh aussuchen und die Zeit dafür angeben.
Gegen 21:30 Uhr gehen wir schlafen.
Übernachtung: Eagle’s Nest, tent double, HB
Kilometer: 262


Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #6 am: 23.06.2018, 11:52 Uhr »
26.12. Lake Mburo – Lake Bunyonyi
Die Nacht war etwas unruhig, wir hören abends noch andere Gäste an unserem Zelt vorbeilaufen. In der Nacht weht der Wind recht heftig. Gegen Morgen hören wir Hähne krähen und Hippos grunzen.  :)
Obwohl wir früh aufstehen, nerven die laut ins Schloss fallenden metallenen Türen des ablution blocks hinter unserem Zelt (für die Zelte, die nicht so wie wir ein eigenes Bad haben). Außerdem kommen von dort unangenehme Gerüche zu uns herüber.  :roll:Wir haben gestern beim Rundgang durch die Anlage schon festgestellt, dass die Lage unseres Zeltes nicht die Beste ist: der Blick ist zwar nicht schlecht, aber die Zelte stehen recht eng zusammen und sind nicht so separiert wie die Zelte, die, von der Rezeption aus gesehen, geradezu am Hang stehen. Auch gibt es bei uns keine Bepflanzungen. Wir vermuten, dass unsere Zelte und die ohne eigenes Bad erst später aufgestellt wurden, um im Eagle’s Nest noch mehr Gäste beherbergen zu können. Für unseren Geschmack stehen die Zelte zu dicht, denn gerade in so einer Lage möchte man auch ein wenig Privatsphäre genießen.

Es ist noch ziemlich frisch und sehr bewölkt, dennoch sehen wir zumindest teilweise den Sonnenaufgang.



Zum Frühstück gibt es einen Obstteller mit Wassermelone, Ananas und zwei kleinen Baby-Bananen. Dazu unser bestelltes Omelett und zwei Scheiben Toast.
 


Wir begleichen unsere Rechnung, dann geht es zum Lake Bunyonyi. Der Weg vom Eagle’s Nest hinunter zur Piste ist nicht so schlimm wie befürchtet. Wir kommen an einigen Siedlungen und Bananenplantagen vorbei, Ziegen und Hunde stehen am Wegesrand, an den Hängen grasen Kühe. Das Navi hätte uns mehrmals anders zur Hauptstraße führen wollen, aber so gut ist unser Gedächtnis noch, dass wir uns an den gestrigen Hinweg erinnern können.  :D


Ankolerind

Den Nakumatt Supermarkt in Mbarara scheint es nicht mehr zu geben. Christian kauft daher im Kirimi Supermarkt Wasser und Kekse.







Während der Fahrt sehen wir viele Schildraben, Marabus, Pelikane. Ich entdecke sogar zwei Kronenkraniche. Der höchste Punkt unserer heutigen Tour liegt auf 2075 m Höhe.


aber ob das hier war?

Für mich ist es wieder schwierig, eine halbwegs geeignete Stelle zum Pinkeln zu finden, das kenne ich sonst aus dem südlichen Afrika nicht.  :oops:
Wir tanken in Kabale und erreichen gegen 14 h das Lake Bunyonyi Overland Resort.



Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Da Christian Hunger hat, wollen wir im Restaurant des Resorts etwas essen. Wir warten über eine Stunde, bis das Essen endlich auf dem Tisch steht (im Verlauf der Reise werden wir feststellen, dass es hier üblich ist, bis zu einer Stunde aufs Essen zu warten, wenn man nicht wie zB im Papyrus Guesthouse im Vorfeld seine Bestellung aufgibt). Christian schmeckt sein Schnitzel mit Pilzsauce, Gemüse und Pommes. Mein Pfannengemüse kann man essen. :wink:





Wir sind beide stark enttäuscht von unserem Zimmer: es sieht sehr heruntergekommen und düster aus. Es besteht aus zwei Betten, einem Nachttisch, einem kleinen Sideboard und einem Einbauschrank. Immerhin hat es eine Toilette und eine Dusche, aber die Toilette läuft ewig nach.


auf dem Foto wirkt es nicht so düster, wie wir es empfunden haben, vielleicht weil man die dunkle Decke nicht sieht

Uns bedrückt der dunkle Raum, außerdem wollten wir uns sowieso noch etwas in Kabale umschauen. Da im Reise Know-How Reiseführer die Anfahrt zum See von Kabale aus etwas anderes beschrieben wird, als wir vorhin gefahren sind, wollen wir diese Strecke probieren und fahren daher rechts aus dem Resort heraus am See entlang. Leider ist es sehr bewölkt, denn es bieten sich immer wieder schöne Aussichten auf den Lake Bunyonyi.





Der Weg wird schnell enger und lässt uns hoffen, dass keiner entgegenkommt.



Nach einer Weile sind wir unsicher, ob es hier wirklich nach Kabale geht, denn eigentlich müsste eine Straße/ Piste Richtung Landesinnere abgehen. Wir fragen ein paar Jugendliche, die am Wegesrand sitzen. Da es gemäß ihrer Auskunft hier nicht mehr weitergeht, wenden wir. Auf dem Rückweg steht eine junge Frau mitten auf dem Weg und ist nicht gewillt, ihn freimachen, vielleicht ist sie zugedröhnt. Ihr Begleiter überredet sie jedoch, den Weg freizugeben.


Kronenkranich - wohl das Highlight unserer Irrfahrt

Nach einer guten Stunde sind wir zurück im Resort. Für heute haben wir genug.
Wir spazieren vor dem Abendessen noch durch die sehr gepflegte Anlage des Resorts. Wenn die Zimmer nur in einem halb so guten Zustand wären, wären wir schon zufrieden.









Das Essen vom Buffet ist nicht besonders gut, außerdem ist es schon kalt. Wir vermuten, dass es mehr oder weniger die Reste vom Mittagsbuffet sind. Es gibt Nudeln, Kartoffeln, nur noch ganz wenig Reis, dazu gebratene Schnitzelteile, gemischtes Gemüse, Chapati und eine Kürbissuppe.

Im Zimmer ist es kühl, daher kriechen wir nach dem Duschen bald unter die Bettdecke.
Übernachtung: Lake Bunyonyi Overland Resort, double cottage, HB
Kilometer: 211


Gruß Chrissie
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*unterwegsontour

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #7 am: 23.06.2018, 16:03 Uhr »
Da steig ich doch auch noch mit hinzu...   :winke:   Das Zentrum und der Osten Afrikas sind für mich noch ganz weiße Flecken.
"The sky above, the earth below and dreams dance in your head."

*Chrissie

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« Antwort #8 am: 24.06.2018, 17:46 Uhr »
27.12. Lake Bunyonyi
Die Nacht war recht frisch, aber relativ ruhig. Gegen 6:30 h setzt ein großes, vielstimmiges Vogelkonzert ein.
Mein Taschentuchverbrauch in der Nacht war rekordverdächtig :roll:, aber als wir aufstehen, gib die Triefnase erstmal Ruhe. Im Zimmer ist es sehr frisch mit 18 °C.

Das Frühstück ist nichts Besonderes, aber im Vergleich zum Abendbrot ist es wenigstens halbwegs warm. Es gibt Omelett, Würstchen, die Christian nicht schmecken (ich esse so etwas morgens nicht :wink:), dazu Bohnen und Kartoffeln. Außerdem gibt es Toast, Marmelade und Margarine sowie Obst (Wassermelone, Ananas und Bananen). Als wir schon mit dem Essen fertig sind, wird auch noch ein stark verdünnter Saft hingestellt. Der Kellner versucht vergeblich, uns ein paar Bootstouren oder eine Tour zu den Pygmäen anzudrehen. Außer uns sind nur zwei weitere Frauen beim Frühstück.



Wir haben heute kein „Programm“, vielleicht organisieren wir uns selbst eine Bootstour, aber zuerst schlendern wir durch die Anlage, die besonders morgens ein Vogelparadies (u. a. Webervögel, Nektarvögel, Schildraben, Ibisse und mousebirds) ist. Durch Mark und Bein gehen uns allerdings quiekende Schreie, als ob Schweine geschlachtet werden. :o


Yellow-backed Weaver


Marico Sunbird


Red-chested cuckoo


Für Gehbehinderte nicht empfehlenswert




Auf der Liege liegt ein Angestellter :roll:

Wir werfen einen Blick in die Cottages 1-4, die grün gestrichen sind, sie haben zwar kein Moskitonetz, wirken aber insgesamt freundlicher.



Wir haben kaum das Gelände verlassen, um nach Kabale zu fahren, da irritieren uns zwei Leuchten: einmal O/D off und das Warnzeichen, dass die Handbremse angezogen ist. Nach einem kurzen Moment des Fahrens geht die Leuchte für die Handbremse immer wieder aus, um kurz darauf wieder aufzuleuchten. Als Christian sich über die geöffnete offener Motorhaube beugt, wird er von einem Passanten gefragt, ob alles in Ordnung sei.  Da die O/D off-Leuchte nicht ausgeht und wir keine Bedienungsanleitung für den Hilux haben, fragt er ihn nach der Bedeutung der Leuchte. Es ist nur der Overdrive. :oops:

In Kabale erstehen im Royal Supermarkt einige alkoholische Getränke („Sundowner"), Wasser, Chips und Postkarten (ja, ich und ein paar Freunde sind noch so altmodisch :D).

In der Post halten wir etwas Smalltalk mit einem  Mann, als wir auf den Postangestellten warten. Wir sehen ihn später nochmal in einer Seitenstraße, als wir umherlaufen. Eine Batterie für meine Uhr suchen wir vergeblich.

Bei der Stanbic Bank wollen wir zweimal eine Million abholen, bekommen aber nur eine Million ausgezahlt. Die zweite Transaktion bricht der Automat ab (bei der Visacardabrechnung ist das erkennbar: zweimal eine Million abgebucht und eine Million gut geschrieben).

 




Man achte auf die blitzblanken Fahrräder




die gelben Wasserkanister sind ein typisches Bild in Uganda - mitunter sogar mit einer Banane als Verschluss

Das im Bradt Reiseführer angepriesene Lake View Coffee House oberhalb des Sees in Kachwakamo steht leider leer.





Daher fahren wir zu den in der Nähe liegenden Arcadia Cottages. Wir wählen Hühnchenpizza für Christian und ein Curry für mich. Die Stunde Wartezeit lässt sich bei dem Ausblick schon vertreiben.





Wir lassen den Jungen und das Mädchen vom Nachbartisch durch unser Fernglas schauen. Obwohl ihre Eltern wohl zu der besser verdienenden schwarzen Bevölkerung gehört, kennen sie es nicht. Es ist noch ein weiterer Tisch mit zwei Frauen und einem Mann besetzt. Das Essen schmeckt uns gut, nur Christian meint, seine Pizza könnte größer sein. Sie ist aber sehr gut belegt. Auch auf die Rechnung warten wir eine ganze Weile.

Den restlichen Nachmittag wollen wir im Resort am Wasser verbringen, da der Himmel sich zugezogen hat und eine Bootstour nicht mehr erstrebenswert erscheint.
Das Konfetti, das heute früh am Unterstand beim Camperbereich lag, liegt auch jetzt noch dort. Ein Angestellter hatte uns am Morgen angeboten, unsere Wäsche zu waschen und hatte schon einen Besen in der Hand, aber als wir sein Angebot ablehnen, legte er auch gleich den Besen nieder.  :bang:



Christian geht zwischendurch zurück zum Zimmer, um unsere Akkus zu laden. Ausgerechnet da fängt es an zu regnen. Zum Glück regnet es nicht sehr lange, aber so wie der Himmel aussieht, könnte es durchaus nochmal regnen.

Christian weist mich auf eine Schlange hin, aber bei genauerem flüchtigem Hinsehen sind wir der Meinung, dass es ein Otter gewesen sein könnte. Wir beobachten die Wasseroberfläche und hoffen, dass das Tier vielleicht in unserer Nähe an Land geht, aber leider sehen wir es nicht mehr.
Da uns kalt wird, gehen wir zurück ins Zimmer bzw. auf unsere „Terrasse“.



Später gehen wir zur Bar, wo Christian ein Bier und ich einen Kaffee trinke. Unter den Behältern des Buffets brennt der Kocher. Wir vermuten, dass es das Buffet vom Mittagessen ist.

Der Kellner fragt uns beim Abendessen, ob wir vom Buffet essen oder à la carte bestellen wollen. Wir entscheiden uns für à la carte. Ich bestelle das, was Christian gestern hatte (Schnitzel mit Pilzsauce und Gemüse) und Christian bestellt ein mexikanisches Steak mit Pommes und Reis. Wir sind gespannt, wie lange wir heute warten. Noch ist nicht so viel los. Das Buffet scheint heute warm zu sein, es qualmt richtig. Es gibt auch eine Obstplatte und Kaffee. Warum gab es das gestern nicht? :sauer:

Als das Essen nach gut einer Stunde serviert wird, bin ich durchgefroren. Christian organisiert mir einen Kaffee vom Buffet, wobei der Ober meint, wir können auch beim Obst zugreifen. Darauf verzichten wir beide.

Relativ früh für die letzten Tage liegen wir im Bett.
Übernachtung: Lake Bunyonyi Overland Resort, double cottage
Kilometer: 27


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« Antwort #9 am: 27.06.2018, 11:29 Uhr »
28.12. Lake Bunyonyi – Bwindi NP
Um 5 h höre ich die ersten Nachbarn aufstehen. Sie fahren bestimmt von hier aus direkt zum Gorilla-Tracking. Gegen 6:30 Uhr setzt wieder das vielstimmige Vogelkonzert ein.
Das Frühstück ist so ähnlich wie gestern, nur dass die Eier und die Kartoffeln schon fast kalt sind.   :roll:

Als wir abfahren, ist es noch recht frisch mit 16 °C, aber der Himmel reißt ein bisschen auf. Wir sind froh, die Unterkunft verlassen zu können. Wir hatten im Vorfeld keine großen Erwartungen, aber dass wir uns so unwohl fühlen, hätten wir nicht gedacht. Nun sind wir skeptisch, wie es uns im Rushaga Gorilla Camp gefallen wird, denn dieses steht unter der gleichen Leitung wie das Lake Bunyonyi Overland Resort.

Am Wegesrand sehen wir wieder Kinder mit dem gelben typischen Wasserkanister. Der höchste Punkt auf dem Weg nach Kabale befindet sich auf 2064 m Höhe.





Überall in den Hügeln sieht man Menschen beim Steine klopfen, darunter auch Kinder.  :(



Wir fahren noch mal nach Kabale, da wir die Postkarten einwerfen, tanken und Geld abheben wollen. Ich möchte heute mal die Barclays Bank ausprobieren, da vielleicht dort keine extra Gebühren erhoben werden. Der maximale Betrag, den man hier abheben kann, sind 3 Millionen. Wir wollen 1 Million, brechen aber die Abhebung ab, als wir sehen, dass die Gebühren über 31.000 UGX betragen. Dann gehen wir doch lieber zur Stanbic Bank, die weit unter 10.000 UGX berechnet. Wir tanken bei Total (lt. Alpha Rent-a-car soll möglichst nur auf Markentankstellen getankt werden). Ich will dem Tankwart 2000 UGX Trinkgeld geben, da er uns auch die Windschutzscheibe geputzt hat, aber er hat sich schon umgedreht und hört nicht auf meine „Mr.“-Rufe.







Auch heute werden wir an einer Polizeikontrolle durchgewunken, aber ein weißes Pärchen wird kontrolliert. Wir fahren auf der Teerstraße bis kurz nach der Ortschaft Muko, dann geht es auf Erdstraßen weiter. Auch hier sehen wir Leute, die die Steine klein klopfen.




Man sieht kaum das Gesicht, hoffentlich erkennen sie mehr

Bei einer Kreuzung sind wir unsicher, wie es weitergeht. Wir vertrauen einfach unserm Bauchgefühl und scheinen richtig zu liegen, denn an der nächsten Kreuzung ist zumindest eine andere Lodge in dem Gebiet ausgeschildert. Die Luft riecht würzig. Eine dunkle Wolke thront in einiger Entfernung vor uns am Himmel.



Dann plattern auch die ersten Regentropfen nieder. Die Temperatur sinkt auf 16 °C, wir sind jedoch auch auf rund 2315 m Höhe. Wir bangen, wie sich der Regen auf die Befahrbarkeit der Piste auswirkt. Wir haben jedoch Glück, der Regen hört bald auf.



Auf der anderen Seite des Tales scheint etwas mehr Verkehr zu sein, denn ein VW-Bus muss wegen Gegenverkehrs zurücksetzen. Und wir müssen dort auch lang...



aber uns kommt keiner entgegen.

Nach knapp 2,5 h Fahrt erreichen wir das Rushaga Gorilla Camp.


Restaurant/Bar

Simon und Costa bringen unser Gepäck ins Zimmer. Wir fühlen uns sofort wohl in der Unterkunft: sie ist geräumig und sauber.   :)


unsere Unterkunft


Gegenüber vom Bett ist ein Tisch mit zwei Stühlen sowie ein kleines Racket für Gepäc



Das Badezimmer ist groß, mit einem großen Fenster nach draußen sowie eine geräumige Dusche und genügend Ablagefläche um das Waschbecken herum.



Auf der Terrasse stehen zwei Stühle und ein kleiner Tisch. Auch diese Unterkunft ist nicht für gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer geeignet, da es nur über diverse Stufen zu unserer Cabin geht.

Anschließend erhalten wir von Costa ein kurzes Briefing. Er bietet uns einen Community walk in Verbindung mit einem Besuch bei den Pygmäen an. Dieser soll zweieinhalb Stunden dauern und 20 $ pro Person kosten. Wir teilen ihm mit, dass wir daran Interesse hätten, wenn wir morgen nach der Gorillatour noch fit sind. Heute hätten wir zwar noch genügend Zeit, aber da mir ein Fersensporn zu schaffen macht, will ich nichts riskieren. Vielleicht, um uns doch noch zu überreden, die Tour heute zu machen, teilt uns Costa mit, dass das Pärchen, das auch auf der Terrasse sitzt, angeblich um 10 h von ihrem Gorilla- Tracking zurück gekommen sei (was nicht stimmen kann, da es erst gegen 8:30 h nach einem Briefing los geht und der Aufenthalt bei den Gorillas eine Stunde beträgt). Uncharmant fügt Costa hinzu, dass wir sehr wahrscheinlich der leichtesten Gruppe zugeteilt werden, da die Teilnehmer nach Alter und Fitness verteilt werden.

Wir laufen mit Costa gemütlich zum Office des Gorilla-Tracking, da wir uns zeigen lassen wollen, wo wir morgen parken können. Wir sollen mit dem Auto hinfahren, obwohl es locker zu Fuß hinzulaufen wäre, damit wir gegebenenfalls zum Tracking- Startpunkt mit dem Auto fahren können. Als wir an unserem Auto vorbeikommen, stellt Christian fest, dass am Hinterrad eine Radmutter fehlt. Er spricht Costa darauf an, der sich darum kümmern will.




UWA-Gate


Souvenirstand beim Gate

Da uns inzwischen der Magen knurrt, entscheiden wir uns für ein spätes Mittagessen. Ich hätte gern ein Käse-Sandwich, aber momentan gibt es kein Brot, es wird erst noch gebacken. So wähle ich ein Gemüsecurry und Christian Spaghetti Bolognese. Wir warten eine gute ¾ h Stunde, aber es lohnt sich: es schmeckt uns sehr gut.


Yellow White-eye

Bis zum Abendessen genießen wir die Zeit auf unserer Terrasse. Zwischendurch duschen wir und legen die Sachen fürs Gorilla-Tracking zurecht.

Diesmal haben wir das Gefühl, dass wir vor allen anderen bedient werden, obwohl die meisten anderen schon vor uns da waren. Es sind vier Pärchen sowie zwei Frauen und ein Mann. Christian hat sich Rindfleisch, ich Hühnchen bestellt. Dazu gibt es jeweils Reis und Gemüse. Es ist schmackhaft und warm. Zum Dessert isst Christian einen Fruchtsalat, der ihn nicht begeistert, da er viele Kerne von der Wassermelone hat. Ich esse einen Ananaskuchen, der relativ trocken ist und ich nie drauf kommen würde, dass es Ananas ist. Ich bin aber nicht unzufrieden.
Wir werden nach dem Essen gefragt, was wir zum Frühstück haben wollen. Ich erkläre, dass wir zum Frühstück noch nicht so viel runter bekommen und ein Lunchpaket statt des Frühstücks haben möchten.

Ich habe Schwierigkeiten mit dem Einschlafen. Mir geht auch vieles durch den Kopf, vor allem das Gorilla-Tracking. In der Nacht bin ich auch öfter wach und höre Musik von Einheimischen.
Übernachtung: Rushaga Gorilla Camp, double cabin, HB
Kilometer: 79

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« Antwort #10 am: 30.06.2018, 13:40 Uhr »
29.12. Bwindi NP- Gorilla Tracking
Kurz nach 6 h heißt es raus aus den Federn. Noch mal gecheckt, ob wir an alles fürs Gorilla Tracking gedacht haben und dann geht’s hoch zur Lodge, wo wir noch einen Kaffee bzw. Tee trinken.


 
Um 7:35 Uhr fahren wir los. Der Parkplatz ist rappelvoll.



Vom Parkplatz ist es noch ein Stück bis zum Sammelpunkt zu laufen. Zuerst ist es etwas unklar für uns, wem wir die Pässe geben und ob wir uns selbst einen Porter organisieren müssen.


Porter

Die Permits und die Pässe werden uns abgenommen, die Pässe bekommen wir kurz darauf wieder. So viele Touristen wie hier rumwuseln, sind wahrscheinlich alle Permits für den heutigen Tag vergeben. Christian geht auf Toilette.  Die Toilette ist für solche Orte typisch: ein dunkles Loch und nicht gerade einladend.  :roll:



Gegen acht startet das Briefing. Anschließend werden wir je nachdem, wie es von der Anzahl her passt, auf die Gruppen verteilt. Wir haben nicht den Eindruck, dass dabei unsere Konstitution gecheckt wird – wie auch? Unser Guide heißt Amos. Wir sind zusammen mit drei Deutschen, zwei Holländerinnen sowie einer Belgierin. Die sechs gehören zu einer insgesamt zwölfköpfigen Reisegruppe. Unsere Gruppe Mishaya ist die größte Gorillagruppe, bestehend aus 25 Mitgliedern, u.a. einen Silberrücken, einen Anwärter und ein wohl anderthalb Monate altes Baby.



Wir müssen eine gute halbe Stunde fahren – Amos fährt bei uns mit- , aber es dauert eine Weile, bis wir überhaupt vom Parkplatz weg kommen. Das letzte Stück bis zum Tracking Point ist ziemlich raue Piste, es geht über Stock und Stein bergauf. Hier treffen wir auch auf unsere Porter.



Irgendwie bin ich unbewusst davon ausgegangen, dass ein „porter“ männlich ist und daher kurz erstaunt, als sogar mehr weibliche als männliche  Porter angelaufen kommen :oops:. Wenn man sieht, welche schweren Lasten die Frauen sonst auf dem Kopf tragen, ist es wohl eher eine leichte Aufgabe, die Rucksäcke der Touristen zu tragen und ihnen bei schwierigen Passagen behilflich zu sein.
 
Unsere Trägerin heißt Agnes. Sie gibt uns auch einen (Wander-)Stock. Es geht steil bergauf, obwohl wir schon auf über 2.000 m Höhe sind, da komme nicht nur ich ganz schön außer Puste.


hier ist die Steigung noch moderat



Nach einem entsprechenden Hinweis von Amos ziehen wir uns unsere Handschuhe an. Diese sind neben den Gamaschen, die die Ameisen abhalten sollen - Gold wert, denn so kann man Äste etc anfassen, um sich den Weg zu bahnen, ohne sich um eventuelle Dornen zu kümmern.



Mit kurzen Trinkpausen laufen wir ca. anderthalb Stunden, dann müssen wir unsere Rucksäcke, Wasserflaschen und alles weitere außer Kameras und ggf. Ersatzakkus bei den Trägern zurücklassen. Die letzten Meter zu den Gorillas folgen wir nur mit Kamera ausgestattet.

Anfangs habe ich recht gute Sicht auf den Silberrücken, Gorillamama und Baby. Dennoch ist es schwierig, ein gutes Foto zu machen, immer sind Blätter oder Äste im Weg, obwohl die Tracker sich bemühen und den ein oder anderen störenden Ast entfernen. Wir knien uns hin, was ganz schön auf die Knie geht, später setze ich mich auf den Waldboden.











Es ist unheimlich, wie viele Fliegen um die Gorillas und die Tracker herumfliegen, komischerweise aber nicht bei uns. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns am Anfang der Tour -wie von Amos gebeten- mit Insektenspray eingesprüht haben.















Einer nach dem anderen aus der Gruppe setzt sich vor mich. Ich wundere mich, dass sie jedoch nicht in Richtung der Gorillas schauen. Erst nach einer Weile fällt bei mir der Groschen: sie lassen sich fotografieren mit den Gorillas im Hintergrund.  :)

Als die Gorillas weiterziehen, schlagen die Tracker den Weg für uns mit Macheten frei.











Wir verfolgen sie zwei- oder dreimal, dann entscheiden wir als Gruppe, dass wir es aufgeben und die Gorillas in Ruhe lassen wollen. Kurz darauf sind die Porters bei uns, und wir treten den Rückweg an.

An einer geeigneten Stelle legen wir eine Lunchpause ein. Zum Sandwich gibt es jeweils eine große Wasserflasche, eine Banane, einen Apfel, Erdnüsse, einen Muffin und ein hart gekochtes Ei. Beim Käse-Sandwich muss ich den Käse suchen. Eine Banane, einen Apfel, ein Ei sowie ein Wasser geben wir Agnes.




 
Wir kommen mit den anderen aus unserer Gruppe ins Gespräch. Sie machen von Kisoro aus das Tracking.

Auf einer großen Lichtung lassen wir uns nieder, bezahlen Agnes (15 $) und geben ihr und dem Guide ein Trinkgeld.
Damit Amos die Zertifikate ausstellen kann, schreibt jeder seinen Namen gut lesbar auf einen DinA4-Umschlag. Dann müssen wir noch einen Moment warten, bis die Zertifikate ausgestellt und übergeben werden. Amos erklärt uns vorher, wie die Einnahmen vom Gorillapermit verwendet werden:
Das Geld wird aufgeteilt zB zum Beispiel den Kauf von Werkzeug für die Community, die Guides und Tracker erhalten ein (regelmäßiges) Einkommen und darüber hinaus werden u.a. dadurch dass Touristen, Tracker und Guides im Wald sind, hoffentlich Leute davon abgehalten, bushmeat zu essen oder zu wildern.

An der Stelle, wo wir gestartet sind, steht nur noch unser Auto. Die driver der anderen haben ihre Wagen weiter unten geparkt. Wir nehmen Agnes mit. Die anderen laufen mit Amos zu dem Autos und entdecken beim Herunterlaufen ein Dreihornchamäleon. Da steige ich auch schnell aus dem Auto. Allerdings bin ich einen Tick zu spät dran, es ist schon fast wieder im Gebüsch verschwunden.



Am Sammelpunkt warten wir noch auf Amos, da wir ihn mit zurück nehmen sollen. An einer Kreuzung steigt Agnes aus.


 
Wir bestellen uns eine Cola und einen Kaffee, dann ruhen uns eine ¾ h aus, bevor wir mit Costa zum Community walk aufbrechen.
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« Antwort #11 am: 01.07.2018, 17:00 Uhr »
Ich krieg schon nur beim Lesen und Betrachten der Fotos ne Gänsehaut.  :liebe:  Ihr wart ja unglaublich nah dran! 
"The sky above, the earth below and dreams dance in your head."

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« Antwort #12 am: 02.07.2018, 18:13 Uhr »
29.12. Bwindi NP- Gorilla Tracking II
Der walk mit Costa ist anstrengender als ich vermutet habe. Es geht wieder hoch und runter, und wir müssen einen kleinen Bach auf Baumstämmen überqueren. Er erzählt uns einiges über Kartoffeln, Bohnen und zeigt uns, dass Kaffee angebaut wird.









Wir sehen, wie zum Teil Kinder ihre Wasserkanister am Brunnen füllen.





Bei den Batwa Pygmäen fotografiere ich (habe Costa vorher gefragt, ob das erlaubt ist)  und zeige ihnen (vor allem den Kindern) diese auf dem Display. Besonders die Kinder sind fasziniert, wenn sie sich selbst auf dem Display sehen.
Wir kaufen ihnen einen großen Gorilla und ein kleinen als Schlüsselanhänger ab.









Christian hat den Eindruck, dass fast alle Erwachsenen unter Drogeneinfluss stehen. Costa zeigt uns deren Behausungen, es bedrückt uns, wie ärmlich es ist. Allerdings erfahren wir auch, dass die Regierung ihnen zum Beispiel Matratzen und Bettdecken besorgt hat, die diese um an Bargeld zu kommen wieder verkauft haben.






Hasen oder Kaninchen? :oops:

Der Besuch bei den Batwa berührt mich emotional sehr. Bei deren Gesangsvorführung zum Schluss kann ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen.





Zwei unbearbeitete kurze Videomitschnitte (Fotoapparat) von der musikalischen Vorführung der Batwa:
Mitschnitt 1

Mitschnitt 2

Wir bedanken uns herzlich und anschließend geht es langsam zurück zur Lodge. Ich habe mir die Pygmäen viel kleiner vorgestellt, aber Costa meint, dass schon die Kinder größer werden, wenn ein Elternteil normalwüchsig ist. Costa erzählt außerdem, dass manche Batwa-Frauen, die von jemanden schwanger werden, der nicht zu den Batwa gehört, in den Wald gehen und bestimmte Kräuter einnehmen, die zu einem Abort führen.

Der Mechaniker ist inzwischen mit dem Boda-boda aus dem ca. 10 km entfernten Rubuguri gekommen. Er hat jedoch keine Radmutter angebracht sondern nur eine einfache Schraube. :roll: Dafür will er 50.000 UGX. Costa ist –wie wir-  der Meinung, dass das zu viel ist. Simon kommt hinzu und diskutiert mit dem Boda-boda –Fahrer und dem Mechaniker. Costa meint 30.000 UGX sind genug: 10.000 UGX für den Boda-boda –Fahrer und 20.000 UGX für den Mechaniker. Der Boda-boda –Fahrer nimmt das Geld, aber der Mechaniker nicht. Wütend fährt er davon. Costa meint, der Mechaniker wäre betrunken.

Es hat inzwischen angefangen zu nieseln. Eigentlich wollen wir vor dem Abendessen duschen, aber es gibt noch eine Aufführung der Waisenkinder. Diese ist vom Gesang her nicht ganz so gut, besonders die Vorsängerin nicht.  :wink:



Leider ist der Akku meiner Kamera alle, und der Ersatzakku liegt im Zimmer. Jetzt schüttet es zum Teil richtig. Wir holen die Waisenkinder heran, damit sie unter der Überdachung weitermachen können. Anschließend gibt es die Gelegenheit, Souvenirs zu kaufen.

Beim Abendessen unterhalten wir uns einem Pärchen vom Nachbartisch. Sie sind sehr sympathisch und kommen aus San Francisco. Sie fragen nach, ob wir auch schon mal in Kalifornien waren. Wir erklären, dass wir 1998 dort unsere Hochzeitsreise verbracht haben und zum Abschluss auf Hawaii waren. Er bzw. seine Familie stammt aus Hawaii.

Die Gemüsesuppe wird serviert. Anschließend gibt es Buffet: Kartoffeln, Reis, Gemüse (Karotten, Blumenkohl, Bohnen und Zucchini), Krautsalat, Fisch, Hähnchen und Rindfleisch. Es ist warm und wenn etwas ausgeht, wird kurz darauf nachgefüllt. Uns schmeckt es gut. Zum Nachtisch gibt es Schokoladenkuchen mit Schokoladensauce. Auch dieser ist wie gestern etwas trocken. Wir bestellen noch das Frühstück, dann gehen wir nach einem ereignisreichen Tag zurück ins Cabin.
Übernachtung: Rushaga Gorilla Camp, double cabin, HB
Kilometer: 26

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« Antwort #13 am: 03.07.2018, 10:31 Uhr »
Hallo Chrissie,

ist ja sehr interessant, was ihr da so alles erlebt habt. Beim Lesen hier am „warmen“ Schreibtisch wirkt alles nicht so schlimm und sehr entspannt.

Nicht böse gemeint, aber ein bisschen schmunzeln muss ich schon, dass du dir alles so behalten kannst, was ihr verzehrt habt.
Gruß
Lothar

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« Antwort #14 am: 03.07.2018, 17:34 Uhr »
Hi Lothar,
ich denke, wir haben uns im Vorfeld zu viele Gedanken gemacht, aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer.  :wink: Hätte ich das Wissen vorher schon gehabt, wäre ich den Urlaub wesentlich entspannter angegangen. Außerdem lieber vorab an etwaige Schwierigkeiten denken, als im Ernstfall ganz unvorbereitet da zu stehen.

Ich poste den RB natürlich auch in anderen Foren und manche legen viel Wert aufs Essen…
Daher (und natürlich auch für wesentlichere Dinge) muss mein Notizbuch herhalten.
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