Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy

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*Chrissie

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Interesse an einem im Vergleich zum südlichen Afrika etwas anderem Afrika? Dann begleitet uns doch virtuell bei unserer Tour durch Uganda:

Uganda war bereits schon mal für September/ Oktober 2016 ins Auge gefasst, aber davon nahmen wir seinerzeit Abstand, da diese Reisezeit – in unseren Augen- nur suboptimal für Uganda ist (die ungeteerten Straßen können durch Regenfälle zu schwer befahrbaren Matsch- und Schlammpisten werden). Als es an die Reiseplanung für den Jahreswechsel 17/18 ging, kamen Costa Rica, Südafrika und Uganda/Ruanda in die engere Auswahl. Südafrika geht eigentlich immer, aber es könnte ja auch mal wieder was Neues sein. Costa Rica zog dann im Vergleich mit Uganda den Kürzeren, weil wir uns für dieses Land noch mehr wünschen, weit gehend ohne Vorbuchungen zu reisen und wir (wohl besonders ich) Bedenken hatten, ob wir nicht die reichhaltige Fauna missen würden– auch wenn die Tierwelt Costa Ricas sicherlich auch einiges zu bieten hat.

Viele Informationen – u.a. auch auf der ITB 2016 in Berlin bei Speke (Veranstalter in Uganda) und Douglas von Alpha Rent-a-Car – hatten wir bereits gesammelt und speziell ich las diverse Reiseberichte. Schon in den Überlegungen 2016 zogen wir die Möglichkeit eines Fahrers in Betracht. Trotz der Vorzüge gerade beim erstmaligen Besuch eines Landes konnten wir uns nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, die meiste Zeit des Tages mit einem Fremden zusammen zu sein (kann ja auch sehr nett sein, wenn die Chemie stimmt). So entschieden wir uns, Uganda als Selbstfahrer zu erkunden.

Das Auto buchten wir bei Douglas und die Unterkünfte sowie die Permits für das Gorilla-Tracking ließen wir durch ihn buchen. Diverse Nachfragen wurden immer zeitnah beantwortet.

Wir hatten ziemlich Respekt vor der Reise, insbesondere vor den Straßenverhältnissen und der Navigation: die Ausschilderung in Uganda ist nicht vergleichbar mit der im südlichen Afrika und auch das Kartenmaterial ist mit Tücken (entweder ist das Material lückenhaft oder man wird immer jeden noch so kleinen Feldweg geführt). Das dämpfte unsere Vorfreude merklich.

Damit ihr wisst, wohin es geht, hier mal unsere Planung:

23.12.2017 Flight to Entebbe

24.12.2017 Arrival Entebbe 04:05 h

25.12.2017 Entebbe - Lake Mburo

26.12.2017 Lake Mburo - Lake Bunyonyi

27.12.2017 Lake Bunyonyi

28.12.2017 Lake Bunyonyi - Bwindi NP

29.12.2017 Bwindi NP

30.12.2017 Bwindi NP - Ishasha

31.12.2017 Ishasha-QENP

01.01.2018 Queen Elizabeth Nationalpark

02.01.2018 QENP - Fort Portal

03.01.2018 Fort Portal

04.01.2018 Fort Portal

05.01.2018 Fort Portal

06.01.2018 Fort Portal - Hoima

07.01.2018 Hoima -Kanyigo Pabidi Forest

08.01.2018 Kanyigo Pabidi Forest - MFNP

09.01.2018 Murchison Falls NP

10.01.2018 Murchison Falls NP

11.01.2018 Murchison Falls NP - Entebbe

12.01.2018 Entebbe

13.01.2018 Flight to Europe, dep. 5:00 h
 


Wir sind mehr oder weniger die Standardroute gefahren (wenn auch im Uhrzeigersinn, was meist bei geführten Touren andersrum ist, da diese das Gorilla-Tracking als Highlight gern zum Ende der Reise machen). Ruanda haben wir bewusst rausgelassen, um uns lieber mehr auf Uganda zu konzentrieren.

Genug geschwafelt, ich freue mich über jeden Mitreisenden. Kommentare sind willkommen und falls mehr Infos erwünscht sind, einfach nachfragen. :winke:
 
Gruß Chrissie
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*U2LS

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #1 am: 20.06.2018, 10:44 Uhr »
Puuuh, das ist ja mal ein Abenteuer. Mit Uganda verbinde ich immer Idi Amin, den „Herrn aller
 Tiere der Erde und aller Fische der Meere und Bezwinger des Britischen Weltreichs in Afrika“ (lt. Wikipedia). Er war nicht gerade demokratisch gestimmt!

Ich bin gespannt, wie sich das Land seit den Siebzigern entwickelt hat.
Gruß
Lothar

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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #2 am: 20.06.2018, 11:30 Uhr »
Puuuh, das ist ja mal ein Abenteuer. Mit Uganda verbinde ich immer Idi Amin, den „Herrn aller
 Tiere der Erde und aller Fische der Meere und Bezwinger des Britischen Weltreichs in Afrika“ (lt. Wikipedia). Er war nicht gerade demokratisch gestimmt!

Ich bin gespannt, wie sich das Land seit den Siebzigern entwickelt hat.

Ja, Idi Amin gehört leider zur Geschichte Ugandas, ebenso wie die bürgerkriegsartigen Zustände bis weit in die achtziger Jahre. Dies macht sich auch jetzt noch zum Teil in der Tierdichte bemerkbar, die im Vergleich zu den Nachbarländer wohl deutlich geringer sein soll (da ich Tansania und Kenia noch nicht bereist habe, kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten),
Gemäß dem Auswärtigen Amt wird die politische Lage in Uganda als relativ stabil bezeichnet mit Ausnahme vom Norden und Nordosten, den wir nicht bereist haben.

So, wer möchte noch mit uns nach Uganda  kommen, der Flieger hebt gleich ab :)
Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #3 am: 20.06.2018, 11:40 Uhr »
Samstag 23.12. / Sonntag 24.12.2017 Flug nach Entebbe
Der Flug über Istanbul nach Entebbe geht bereits um 11:05 Uhr – für uns eine ungewohnte Zeit, die unser übliches Zeitmanagement bei Afrikareisen auf den Kopf stellt. Vielleicht bin ich deswegen im Gegensatz zu sonst nervös und habe Angst, das Flugzeug zu verpassen. :wink:
Der Taxifahrer ist nicht sehr gesprächig und arbeitswillig: das Kofferausladen überlässt er Christian, beim Handgepäck hilft er dann gnädiger weise.
Diesmal gehen wir schon vergleichsweise früh durch die Sicherheitskontrolle. Christian feixt sich einen, dass ich dieses Mal mit in eine separate Kabine muss, wo der Laptop untersucht werden kann. Prompt zeigt die Probe einen Sprengstoffnachweis an und Beamte von der Bundespolizei werden geholt. Mich stört es nicht, ich habe ein reines Gewissen und so vergeht die Zeit wenigstens etwas, wenn auch nur Zeit im Schneckentempo. Man fragt mich, wohin ich fliege. Entebbe ist ihnen kein Begriff, mit Uganda können sie schon mehr anfangen. :D
Beim Boarding wartet eine Überraschung auf uns: wir werden in die Business Class umgesetzt. :groove:
Noch vor dem Start können wir zwischen frisch gepressten Orangensaft, einem Tomatensaft oder einer hausgemachten Limonade mit frischer Minze wählen.
Das Essen wird bereits eine gute halbe Stunde nach dem Abflug serviert. Leider habe ich weder Handy noch Fotoapparat griffbereit.  :(Als Vorspeise gibt es einen frischen Gartensalat  sowie eine Auswahl türkischer meze: Tsatsiki, gefüllte Weinblätter, gegrillte Aubergine und ein warmes Brötchen sowie Guacomole und Käse. Als Nachtisch gibt es eine Mango Panna Cotta. Als Hauptgericht steht zur Auswahl:
 
-       ein gegrillter Fleischball nach türkischer Art mit Zucchini und roter Paprika
-       oder ein gegrillter Schwertfisch mit cauliflower mousseline oder
-       Rigatoni mit hausgemachter-Parmesan-Tomatensauce
 
Der Transfer für Business Passagiere erfolgt in einem separaten Bus. Die 4 h Aufenthalt auf dem Flughafen vertreiben wir uns mit lesen, rätseln und Leute beobachten. Als wir das Gate wechseln müssen, sehen wir, wie groß der Flughafen tatsächlich ist.
 
Der Flug nach Entebbe verläuft normal. Für uns ungewohnt ist lediglich die planmäßige Zwischenlandung in Kigali. Ich versuche weiter zu dösen, um etwas ausgeruhter anzukommen. Mit etwas Verspätung landen wir in Entebbe (planmäßig wäre es um 4:05 h gewesen).
Obwohl wir weit vorne in der Schlange, dauert und zieht es sich hin, bis unser Visum (muss man im Voraus online beantragen, außerdem ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben) im Reisepass eingeklebt ist. Zwischenzeitlich geht der Beamte sogar nochmal vom Schalter weg zu seinem Kollegen im rückwärtigen Bereich, keine Ahnung, was er dort macht.  :roll:
An der Gepäckausgabe sehe ich, dass die Läden, die SIM-Karten und Airtime verkaufen, über die Weihnachtsfeiertage geschlossen sind. Da uns kein ATM ins Auge fällt, tauschen wir 50,00 € in einer Wechselstube zu einem etwas ungünstigeren Kurs als die nächsten Tage am ATM (1 € = 4.000 UGX, statt 1 € = 4.200 UGX und mehr).
Wir werden schon vom Shuttleservice (durch das Papyrus Guesthouse organisiert) erwartet. Wir sagen dem Fahrer, dass wir uns noch eine SIM Karte am Verkaufsstand außerhalb des Flughafengebäudes besorgen möchten. Für die SIM-Karte kopiert bzw. fotografiert der Verkäufer meinen Pass und mich. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Gegen 5:20 Uhr sind wir endlich fertig. Nun geht es in hohem Tempo zum Gästehaus, zum Glück sind die Straßen leer.
Als wir am Hotel gegen 5:30 h ankommen, ertönt von irgendwo außerhalb eine Alarmanlage. Mit einer Angestellten vereinbaren wir noch, dass wir heute gegen 9:00 Uhr frühstücken möchten. Dann beziehen wir im ersten Stock einen Garden room. Wir duschen noch, dann legen wir uns kurz nach 6 h hin.

Halbwegs fit frühstücken wir auf der Veranda des Haupthauses. Weihnachtsgefühle kommen bei uns nicht auf, obwohl hinter uns ein Weihnachtsbaum steht.  :wink:



Leider hat unser Garden room keinen Safe, daher tauschen wir den Garden room gegen ein Zimmer im Haupthaus. Das hat naturgemäß keinen so schönen Ausblick wie der Garden room, von dem aus wir das Meer sehen konnten.





Dafür ist das Zimmer etwas geräumiger.



Wir bestellen uns ein Taxi zur Viktoria Mall, wo wir uns ein paar Getränke kaufen wollen. Die Verständigung ist nicht immer einfach, da viele ein für uns gewöhnungsbedürftiges Englisch sprechen.
Da das Taxi erst in einer halben Stunde kommen soll, setzen wir uns im Garten hin. Wir sehen Pelikane kreisen und auch einige Vögel hin und her fliegen, aber sie dann anschließend im Baum auszumachen, ist nicht einfach.
Christian entdeckt einen Baum mit großen grünen Früchten. Es sind Jackfrüchte, wie wir später erfahren.
 






Der Taxifahrer fährt so zur Victoria Mall, dass wir am Eingang vom Botanischen Garten vorbeikommen.
In der Mall heben wir Geld ab und kaufen uns bei KFC ein paar Getränke, da es keinen Lebensmittelladen gibt. Shoprite soll frühestens Ende Januar aufmachen, wie wir zur Abreise erfahren. Meine Uhr hat sich wie schon bei einem der letzten Urlaube auf den afrikanischen Modus umgestellt: sie geht nach und bleibt später ganz stehen. :kofpstand: In keinem Geschäft finde ich während des Urlaubs eine neue Batterie.
 
Wir gehen die Straße zum Botanischen Garten hinunter. Dort zahlen wir 20.000 UGX Eintritt und verneinen die Frage, ob wir einen Führer haben wollen.
 
Wir laufen einfach drauf los und schnell schließt sich uns ein anderer Guide ungefragt an. Inzwischen denken wir, dass es vielleicht keine schlechte Idee ist, sich ein wenig was erklären zu lassen, da wir keinen Plan vom Botanischen Garten haben und auch nicht alle Bäume mit Erläuterungstafeln versehen sind.




Ungewohnt für uns, dass man mit dem Auto durch den Botanischen Garten fahren darf. Vielleicht liegt es daran, dass auch ein kleiner Campingplatz vorhanden ist.

Wir sehen diverse Vögel, wie zB den Ross-Turako, der leider für ein Foto zu weit oben im Baum sitzt, außerdem Meerkatzen und Colobus-Affen (Schwarz-weiße Stummelaffen).


beeindruckende Wurzeln


Aus den Blüten des Canonball trees machen Inder Parfum.

Es gibt widersprüchliche Meinungen, ob hier in diesem dschungelartigen Teil des Botanischen Gartens Tarzan-Filme gedreht wurden.



Nach rund einer Stunde ist die Führung zu Ende. Der Guide verlangt 10.000 UGX pro Person, und wenn wir es gut fanden, darf es noch etwas extra sein. Wir geben ihm noch 10.000 UGX, auch wenn er mir nur am Anfang genügend Zeit gelassen hat, Fotos zu machen.
Da es noch früher Nachmittag ist, bleiben wir noch im Botanischen Garten. Wir laufen zum Meer und setzen uns an einen überdachten Tisch an der Strandbar, wo wir eine ganze Weile sitzen bleiben. Neben Kormoranen sichten wir auch eine Schafstelze (Yellow Wagtail).
Christian probiert das einheimische Nile-Bier, ich trinke eine Cola Zero.






Als Sichtschutz dienen ausgehöhlte, bepflanzte Bambusstöcke. 
 
Da der Fotoapparat sicherheitshalber auf dem Rückweg im Rucksack verstaut war, gibt es keine Fotos.

Gegen 14:40 Uhr schlendern wir zum Eingang zurück und laufen zur Imperial Mall, um unseren Einkauf zu machen. Dort finden wir aber weder einen Geldautomaten noch einen Supermarkt. Wir fragen eine Frau von der Security vor dem Forex- Büro, wo wir einen Supermarkt finden. Sie meint in Entebbe Downtown, was nicht weit von hier sei.
In Downtown tobt das Leben, es gibt auch einige Bankfilialen mit ATM und zwei Supermärkte. Jedoch sind die Supermärkte nicht das, was wir uns darunter vorstellen.  Es sind eher Tante-Emma-Läden für Einheimische. Eigentlich möchte ich gern mit dem Taxi zurückfahren, aber so offensichtlich sehen wir keins. Ein Motorradtaxi (Boda-Boda) würden wir an jeder Ecke bekommen, und es wird uns auch mehrfach auf Zuruf angeboten, mitzufahren. Wir verzichten, ua auch, weil es nicht ganz ungefährlich ist, was sich im Laufe des Urlaubs auch bestätigt.
Christians Orientierung ist zuerst sehr gut, dann jedoch müssen wir  mehrmals nach dem Weg zum Papyrus Guesthouse fragen. Zum Schluss haben wir überhaupt keine Ahnung mehr, wo's lang geht.  :o
 
Um 16:00 Uhr kommen wir am Papyrus Guesthouse an, k.o, aber zufrieden. Wir gönnen uns eine erfrischende Dusche. Da wir abends im Guesthouse essen wollen,  studieren wir die Speisekarte und geben dann unsere Bestellung für später auf.
Vor dem Abendessen ruhen wir uns noch kurz aus. Dass meine Uhr wieder stehen geblieben ist, bemerke ich erst kurz nach 18:00 Uhr, als es schon Zeit zum Essen ist. 

Wir haben uns Samosas als Vorspeise bestellt, Christian ein Steak und ich einen Burger. Steak und Burger sind beide mit Pommes und gemischtem Gemüse aus Bohnen, Karotten und Blumenkohl. Christian hat mächtig Kohldampf, aber Pech. Ihm wird statt des Steaks Fisch serviert. Er lässt das Essen austauschen, muss jedoch noch mal Wartezeit in Kauf nehmen, aber es schmeckt ihm (mir auch). Gegen 19:00 Uhr wird es langsam dunkel.
Trotzdem wir den Ventilator im Zimmer laufen haben, sind es fast 30 °C. Dennoch machen wir den Ventilator zum Schlafen aus, da er zu laut ist.
Übernachtung: Papyrus Guesthouse, Garden room, HB

Gruß Chrissie
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*kuschelwuschel

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #4 am: 20.06.2018, 12:10 Uhr »
Woow das hört sich ja spannend und für mich total neu an. Weiter so bitte

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #5 am: 21.06.2018, 20:27 Uhr »
25.12.  Entebbe – Lake Mburo
In der Nacht schwitzten wir sehr, und ein gewisser Geräuschpegel ließ sich auch wahrnehmen. Unter dem Mückennetz muss sich noch mindestens eine Mücke eingeschlichen haben. Ich wurde zweimal gestochen, Christian einmal.  :wut33:
Der Wecker klingelt zeitig, denn wir wollen vorab nochmal die Papiere sichten. Da Christian so drängelt, gehen wir schon vor 8:00 Uhr zum Frühstück.
 
Kaum sitzen wir auf der Terrasse beim Frühstück, kommt der driver (der Name ist uns entfallen) mit dem Toyota Hilux. Wir laden ihn an unserem Tisch zum Kaffee ein und bitten ihn um etwas Geduld, da wir mit ihm erst gegen 9:00 h gerechnet haben, da wir es Douglas so mitgeteilt haben.
Nachdem wir gefrühstückt haben, machen wir die Papiere und alles weitere mit ihm klar:
-       den Mietvertrag fürs Auto (Douglas hatte im Vorfeld schon von uns Kopien der Pässe und Führerscheine erhalten)
-       wir bezahlen die Fahrzeugmiete in USD
-       er gibt uns die Permits fürs Gorilla-Tracking und Kopien der Quittungen, dass die Unterkünfte von Alpha-rent-a-car bezahlt wurden (wir erhalten 60 $ zurück, da zwei Unterkünfte -Kolping House und Boomu Women‘s Group- keine Überweisung sondern Barzahlung bei Anreise gewünscht haben)
 
Die Prüfung der Permits und Quittungen ergibt keine Beanstandung, aber bei der Fahrzeuginspektion stellt Christian fest, dass der Reservereifen kein Profil mehr hat und am äußeren Reifenrand eine große Beule rausragt. Wir weisen ihn darauf hin und bitten um einen Ersatzreifen. Zuerst heißt es, wir müssten dann mit ihm zur Station in Kampala fahren. Wir willigen ein, obwohl dies genau entgegengesetzt zu unserer Fahrstrecke liegt, aber ohne Reserverad wollen wir keine drei Wochen unterwegs sein. Dann fällt ihm ein, dass die Station heute geschlossen ist (heute ist der 1. Weihnachtsfeiertag- ein Schelm wär dabei böses denkt :pfeifen:), und er versucht uns zu beruhigen, dass wir während unseres Urlaubes keinen Ersatzreifen benötigen werden. Wir haben wohl keine Wahl und lassen uns von ihm versichern, dass im Falle eines Falles wir erwarten können, dass Alpha Rent-a-car uns umgehend Ersatz beschafft.
Vorab kann ich schon verraten, dass wir tatsächlich keine Reifenprobleme hatten, dafür aber das ein oder andere kleine und ein größeres Problem.


Das Foto ist ein paar Tage später entstanden

Da wir noch Geld abheben und tanken wollen, chauffiert uns der driver noch bis zu einer Kreuzung bei Kisubi, wo die murram road (Erdstraße) abzweigt. Von hier fährt er mit dem Boda-Boda (Motorradtaxi) zurück.
Die murram road ist eine Abkürzung zur Hauptstraße nach Masaka, sonst müsste man über Kampala fahren. Es geht sehr lebhaft zu: Tiere, viele Leute und auch einiges an Verkehr, überwiegend aber Motorradfahrer. Zum Teil haben die Leute ihre Sonntagskleidung an, einige Männer tragen Anzug. Daneben sehen wir aber auch Personen in ärmlicher Kleidung. Vor allem Frauen schleppen die schweren Wasserkanister. Die Straße staubt sehr stark, was man auch an den Bananenstauden und anderen Pflanzen am Straßenrand sieht. Sie haben alle eine dunkle Staubschicht.


wir empfinden es in Uganda sehr grün




Die Moscheen machen äußerlich vom Zustand her meist einen besseren Eindruck als die Kirchen
 
Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Teerstraße nach Masaka.


Sorry, für die dreckige WIndschutzscheibe :oops:

Auch wir machen am Äquator Fotos, halten uns aber nicht lange auf. Es ist jedoch ein beliebter Stopp, wie man an den unzähligen (Souvenir-)Ständen sieht.





Einige Kilometer hinter dem Äquatordenkmal werden Fische am Straßenrand angeboten. Auch wenn man ihn von der Straße aus nicht sehen kann, der Lake Victoria und die Swamps sind nicht weit.
 
Wir passieren Masaka



und halten eine gute halbe Stunde später in einem kleineren Ort als Masaka, um Getränke zu kaufen. Auch hier tobt das Leben, wenn auch nicht ganz so extrem wie in der Innenstadt von Masaka.




Hühner warten in engen Käfigen auf ihren Verkauf



Da ich nötig auf Toilette muss und sich keine Gelegenheit am Straßenrand bietet, fährt Christian zum Bridges Malombo Country Home oder so ähnlich rein. Wir fragen nach, ob ich die Toilette benutzen darf. Christian nutzt anschließend auch gleich die Chance. Wir hätten gern auch einen Kaffee hier getrunken, aber es werden nur kalte Getränke angeboten.
 
Im Eagle’s Nest werden wir mit einem Begrüßungsdrink empfangen und erhalten ein kurzes briefing.





Nachdem wir das Gepäck in unser Zelt (Nr. 1) gebracht haben, lassen wir uns jeder ein Käse-Tomaten-Sandwich mit Pommes schmecken.



Leider lohnt es sich nicht mehr, in den Lake Mburo Nationalpark zu fahren, obwohl er quasi vor der „Haustür“ liegt. Christian ist ein bisschen ko und scheut sicher auch die steile Abfahrt vom Camp. Darüber hinaus ist es kein preiswertes Vergnügen (wie auch die anderen Nationalparks - zB. Queen Elizabeth NP, Murchison Falls NP- in Uganda): 40 US$ pP zuzüglich Auto (10 US$?). Hier hätten wir vielleicht doch noch eine zweite Nacht einplanen sollen.

So verbringen wir den Rest des Nachmittags in der Anlage, sehen uns ein wenig um und lesen im Reiseführer. Von unserer Terrasse vor dem Zelt sehen wir Impalas, Zebras, Wasserböcke und Warzenschweine. Alle jedoch in größerer Entfernung.


Blick in die Richtung, aus der wir gekommen sind


Der See liegt bereits im Mburo Nationalpark


vor den anderen Zelten ist der Weg bepflanzt, die Aussicht ist jedoch die gleiche
 
Mir kratzt es im Hals und die Nase läuft etwas. Ich hoffe, dass ich auf irgendwelche Pollen allergisch reagiere, schließlich blüht hier allerlei, und nicht, dass ich mich bei Christian mit einer Erkältung angesteckt habe, denn am 29.12. soll das Gorilla-Tracking stattfinden – Personen mit ansteckenden Erkrankungen dürfen zum Schutze der Gorillas nicht teilnehmen.
 
Gegen 19:30 Uhr gibt es das Abendessen (Zwiebelsuppe, Hühnchen mit Pilzsauce, Kartoffeln, Reis sowie gemischtes Gemüse aus Bohnen und Karotten). Es schmeckt, ist aber auch nichts Besonderes. Zum Nachtisch gibt es relativ trockenen Schokoladenkuchen mit Schokoladensauce. Zum Abschluss gönne ich mir noch einen doppelten Amarula. :prost:
Auch heute müssen wir uns schon das Frühstück für morgen früh aussuchen und die Zeit dafür angeben.
Gegen 21:30 Uhr gehen wir schlafen.
Übernachtung: Eagle’s Nest, tent double, HB
Kilometer: 262


Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #6 am: 23.06.2018, 11:52 Uhr »
26.12. Lake Mburo – Lake Bunyonyi
Die Nacht war etwas unruhig, wir hören abends noch andere Gäste an unserem Zelt vorbeilaufen. In der Nacht weht der Wind recht heftig. Gegen Morgen hören wir Hähne krähen und Hippos grunzen.  :)
Obwohl wir früh aufstehen, nerven die laut ins Schloss fallenden metallenen Türen des ablution blocks hinter unserem Zelt (für die Zelte, die nicht so wie wir ein eigenes Bad haben). Außerdem kommen von dort unangenehme Gerüche zu uns herüber.  :roll:Wir haben gestern beim Rundgang durch die Anlage schon festgestellt, dass die Lage unseres Zeltes nicht die Beste ist: der Blick ist zwar nicht schlecht, aber die Zelte stehen recht eng zusammen und sind nicht so separiert wie die Zelte, die, von der Rezeption aus gesehen, geradezu am Hang stehen. Auch gibt es bei uns keine Bepflanzungen. Wir vermuten, dass unsere Zelte und die ohne eigenes Bad erst später aufgestellt wurden, um im Eagle’s Nest noch mehr Gäste beherbergen zu können. Für unseren Geschmack stehen die Zelte zu dicht, denn gerade in so einer Lage möchte man auch ein wenig Privatsphäre genießen.

Es ist noch ziemlich frisch und sehr bewölkt, dennoch sehen wir zumindest teilweise den Sonnenaufgang.



Zum Frühstück gibt es einen Obstteller mit Wassermelone, Ananas und zwei kleinen Baby-Bananen. Dazu unser bestelltes Omelett und zwei Scheiben Toast.
 


Wir begleichen unsere Rechnung, dann geht es zum Lake Bunyonyi. Der Weg vom Eagle’s Nest hinunter zur Piste ist nicht so schlimm wie befürchtet. Wir kommen an einigen Siedlungen und Bananenplantagen vorbei, Ziegen und Hunde stehen am Wegesrand, an den Hängen grasen Kühe. Das Navi hätte uns mehrmals anders zur Hauptstraße führen wollen, aber so gut ist unser Gedächtnis noch, dass wir uns an den gestrigen Hinweg erinnern können.  :D


Ankolerind

Den Nakumatt Supermarkt in Mbarara scheint es nicht mehr zu geben. Christian kauft daher im Kirimi Supermarkt Wasser und Kekse.







Während der Fahrt sehen wir viele Schildraben, Marabus, Pelikane. Ich entdecke sogar zwei Kronenkraniche. Der höchste Punkt unserer heutigen Tour liegt auf 2075 m Höhe.


aber ob das hier war?

Für mich ist es wieder schwierig, eine halbwegs geeignete Stelle zum Pinkeln zu finden, das kenne ich sonst aus dem südlichen Afrika nicht.  :oops:
Wir tanken in Kabale und erreichen gegen 14 h das Lake Bunyonyi Overland Resort.



Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Da Christian Hunger hat, wollen wir im Restaurant des Resorts etwas essen. Wir warten über eine Stunde, bis das Essen endlich auf dem Tisch steht (im Verlauf der Reise werden wir feststellen, dass es hier üblich ist, bis zu einer Stunde aufs Essen zu warten, wenn man nicht wie zB im Papyrus Guesthouse im Vorfeld seine Bestellung aufgibt). Christian schmeckt sein Schnitzel mit Pilzsauce, Gemüse und Pommes. Mein Pfannengemüse kann man essen. :wink:





Wir sind beide stark enttäuscht von unserem Zimmer: es sieht sehr heruntergekommen und düster aus. Es besteht aus zwei Betten, einem Nachttisch, einem kleinen Sideboard und einem Einbauschrank. Immerhin hat es eine Toilette und eine Dusche, aber die Toilette läuft ewig nach.


auf dem Foto wirkt es nicht so düster, wie wir es empfunden haben, vielleicht weil man die dunkle Decke nicht sieht

Uns bedrückt der dunkle Raum, außerdem wollten wir uns sowieso noch etwas in Kabale umschauen. Da im Reise Know-How Reiseführer die Anfahrt zum See von Kabale aus etwas anderes beschrieben wird, als wir vorhin gefahren sind, wollen wir diese Strecke probieren und fahren daher rechts aus dem Resort heraus am See entlang. Leider ist es sehr bewölkt, denn es bieten sich immer wieder schöne Aussichten auf den Lake Bunyonyi.





Der Weg wird schnell enger und lässt uns hoffen, dass keiner entgegenkommt.



Nach einer Weile sind wir unsicher, ob es hier wirklich nach Kabale geht, denn eigentlich müsste eine Straße/ Piste Richtung Landesinnere abgehen. Wir fragen ein paar Jugendliche, die am Wegesrand sitzen. Da es gemäß ihrer Auskunft hier nicht mehr weitergeht, wenden wir. Auf dem Rückweg steht eine junge Frau mitten auf dem Weg und ist nicht gewillt, ihn freimachen, vielleicht ist sie zugedröhnt. Ihr Begleiter überredet sie jedoch, den Weg freizugeben.


Kronenkranich - wohl das Highlight unserer Irrfahrt

Nach einer guten Stunde sind wir zurück im Resort. Für heute haben wir genug.
Wir spazieren vor dem Abendessen noch durch die sehr gepflegte Anlage des Resorts. Wenn die Zimmer nur in einem halb so guten Zustand wären, wären wir schon zufrieden.









Das Essen vom Buffet ist nicht besonders gut, außerdem ist es schon kalt. Wir vermuten, dass es mehr oder weniger die Reste vom Mittagsbuffet sind. Es gibt Nudeln, Kartoffeln, nur noch ganz wenig Reis, dazu gebratene Schnitzelteile, gemischtes Gemüse, Chapati und eine Kürbissuppe.

Im Zimmer ist es kühl, daher kriechen wir nach dem Duschen bald unter die Bettdecke.
Übernachtung: Lake Bunyonyi Overland Resort, double cottage, HB
Kilometer: 211


Gruß Chrissie
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*unterwegsontour

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #7 am: 23.06.2018, 16:03 Uhr »
Da steig ich doch auch noch mit hinzu...   :winke:   Das Zentrum und der Osten Afrikas sind für mich noch ganz weiße Flecken.
"The sky above, the earth below and dreams dance in your head."

*Chrissie

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« Antwort #8 am: 24.06.2018, 17:46 Uhr »
27.12. Lake Bunyonyi
Die Nacht war recht frisch, aber relativ ruhig. Gegen 6:30 h setzt ein großes, vielstimmiges Vogelkonzert ein.
Mein Taschentuchverbrauch in der Nacht war rekordverdächtig :roll:, aber als wir aufstehen, gib die Triefnase erstmal Ruhe. Im Zimmer ist es sehr frisch mit 18 °C.

Das Frühstück ist nichts Besonderes, aber im Vergleich zum Abendbrot ist es wenigstens halbwegs warm. Es gibt Omelett, Würstchen, die Christian nicht schmecken (ich esse so etwas morgens nicht :wink:), dazu Bohnen und Kartoffeln. Außerdem gibt es Toast, Marmelade und Margarine sowie Obst (Wassermelone, Ananas und Bananen). Als wir schon mit dem Essen fertig sind, wird auch noch ein stark verdünnter Saft hingestellt. Der Kellner versucht vergeblich, uns ein paar Bootstouren oder eine Tour zu den Pygmäen anzudrehen. Außer uns sind nur zwei weitere Frauen beim Frühstück.



Wir haben heute kein „Programm“, vielleicht organisieren wir uns selbst eine Bootstour, aber zuerst schlendern wir durch die Anlage, die besonders morgens ein Vogelparadies (u. a. Webervögel, Nektarvögel, Schildraben, Ibisse und mousebirds) ist. Durch Mark und Bein gehen uns allerdings quiekende Schreie, als ob Schweine geschlachtet werden. :o


Yellow-backed Weaver


Marico Sunbird


Red-chested cuckoo


Für Gehbehinderte nicht empfehlenswert




Auf der Liege liegt ein Angestellter :roll:

Wir werfen einen Blick in die Cottages 1-4, die grün gestrichen sind, sie haben zwar kein Moskitonetz, wirken aber insgesamt freundlicher.



Wir haben kaum das Gelände verlassen, um nach Kabale zu fahren, da irritieren uns zwei Leuchten: einmal O/D off und das Warnzeichen, dass die Handbremse angezogen ist. Nach einem kurzen Moment des Fahrens geht die Leuchte für die Handbremse immer wieder aus, um kurz darauf wieder aufzuleuchten. Als Christian sich über die geöffnete offener Motorhaube beugt, wird er von einem Passanten gefragt, ob alles in Ordnung sei.  Da die O/D off-Leuchte nicht ausgeht und wir keine Bedienungsanleitung für den Hilux haben, fragt er ihn nach der Bedeutung der Leuchte. Es ist nur der Overdrive. :oops:

In Kabale erstehen im Royal Supermarkt einige alkoholische Getränke („Sundowner"), Wasser, Chips und Postkarten (ja, ich und ein paar Freunde sind noch so altmodisch :D).

In der Post halten wir etwas Smalltalk mit einem  Mann, als wir auf den Postangestellten warten. Wir sehen ihn später nochmal in einer Seitenstraße, als wir umherlaufen. Eine Batterie für meine Uhr suchen wir vergeblich.

Bei der Stanbic Bank wollen wir zweimal eine Million abholen, bekommen aber nur eine Million ausgezahlt. Die zweite Transaktion bricht der Automat ab (bei der Visacardabrechnung ist das erkennbar: zweimal eine Million abgebucht und eine Million gut geschrieben).

 




Man achte auf die blitzblanken Fahrräder




die gelben Wasserkanister sind ein typisches Bild in Uganda - mitunter sogar mit einer Banane als Verschluss

Das im Bradt Reiseführer angepriesene Lake View Coffee House oberhalb des Sees in Kachwakamo steht leider leer.





Daher fahren wir zu den in der Nähe liegenden Arcadia Cottages. Wir wählen Hühnchenpizza für Christian und ein Curry für mich. Die Stunde Wartezeit lässt sich bei dem Ausblick schon vertreiben.





Wir lassen den Jungen und das Mädchen vom Nachbartisch durch unser Fernglas schauen. Obwohl ihre Eltern wohl zu der besser verdienenden schwarzen Bevölkerung gehört, kennen sie es nicht. Es ist noch ein weiterer Tisch mit zwei Frauen und einem Mann besetzt. Das Essen schmeckt uns gut, nur Christian meint, seine Pizza könnte größer sein. Sie ist aber sehr gut belegt. Auch auf die Rechnung warten wir eine ganze Weile.

Den restlichen Nachmittag wollen wir im Resort am Wasser verbringen, da der Himmel sich zugezogen hat und eine Bootstour nicht mehr erstrebenswert erscheint.
Das Konfetti, das heute früh am Unterstand beim Camperbereich lag, liegt auch jetzt noch dort. Ein Angestellter hatte uns am Morgen angeboten, unsere Wäsche zu waschen und hatte schon einen Besen in der Hand, aber als wir sein Angebot ablehnen, legte er auch gleich den Besen nieder.  :bang:



Christian geht zwischendurch zurück zum Zimmer, um unsere Akkus zu laden. Ausgerechnet da fängt es an zu regnen. Zum Glück regnet es nicht sehr lange, aber so wie der Himmel aussieht, könnte es durchaus nochmal regnen.

Christian weist mich auf eine Schlange hin, aber bei genauerem flüchtigem Hinsehen sind wir der Meinung, dass es ein Otter gewesen sein könnte. Wir beobachten die Wasseroberfläche und hoffen, dass das Tier vielleicht in unserer Nähe an Land geht, aber leider sehen wir es nicht mehr.
Da uns kalt wird, gehen wir zurück ins Zimmer bzw. auf unsere „Terrasse“.



Später gehen wir zur Bar, wo Christian ein Bier und ich einen Kaffee trinke. Unter den Behältern des Buffets brennt der Kocher. Wir vermuten, dass es das Buffet vom Mittagessen ist.

Der Kellner fragt uns beim Abendessen, ob wir vom Buffet essen oder à la carte bestellen wollen. Wir entscheiden uns für à la carte. Ich bestelle das, was Christian gestern hatte (Schnitzel mit Pilzsauce und Gemüse) und Christian bestellt ein mexikanisches Steak mit Pommes und Reis. Wir sind gespannt, wie lange wir heute warten. Noch ist nicht so viel los. Das Buffet scheint heute warm zu sein, es qualmt richtig. Es gibt auch eine Obstplatte und Kaffee. Warum gab es das gestern nicht? :sauer:

Als das Essen nach gut einer Stunde serviert wird, bin ich durchgefroren. Christian organisiert mir einen Kaffee vom Buffet, wobei der Ober meint, wir können auch beim Obst zugreifen. Darauf verzichten wir beide.

Relativ früh für die letzten Tage liegen wir im Bett.
Übernachtung: Lake Bunyonyi Overland Resort, double cottage
Kilometer: 27


Gruß Chrissie
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« Antwort #9 am: 27.06.2018, 11:29 Uhr »
28.12. Lake Bunyonyi – Bwindi NP
Um 5 h höre ich die ersten Nachbarn aufstehen. Sie fahren bestimmt von hier aus direkt zum Gorilla-Tracking. Gegen 6:30 Uhr setzt wieder das vielstimmige Vogelkonzert ein.
Das Frühstück ist so ähnlich wie gestern, nur dass die Eier und die Kartoffeln schon fast kalt sind.   :roll:

Als wir abfahren, ist es noch recht frisch mit 16 °C, aber der Himmel reißt ein bisschen auf. Wir sind froh, die Unterkunft verlassen zu können. Wir hatten im Vorfeld keine großen Erwartungen, aber dass wir uns so unwohl fühlen, hätten wir nicht gedacht. Nun sind wir skeptisch, wie es uns im Rushaga Gorilla Camp gefallen wird, denn dieses steht unter der gleichen Leitung wie das Lake Bunyonyi Overland Resort.

Am Wegesrand sehen wir wieder Kinder mit dem gelben typischen Wasserkanister. Der höchste Punkt auf dem Weg nach Kabale befindet sich auf 2064 m Höhe.





Überall in den Hügeln sieht man Menschen beim Steine klopfen, darunter auch Kinder.  :(



Wir fahren noch mal nach Kabale, da wir die Postkarten einwerfen, tanken und Geld abheben wollen. Ich möchte heute mal die Barclays Bank ausprobieren, da vielleicht dort keine extra Gebühren erhoben werden. Der maximale Betrag, den man hier abheben kann, sind 3 Millionen. Wir wollen 1 Million, brechen aber die Abhebung ab, als wir sehen, dass die Gebühren über 31.000 UGX betragen. Dann gehen wir doch lieber zur Stanbic Bank, die weit unter 10.000 UGX berechnet. Wir tanken bei Total (lt. Alpha Rent-a-car soll möglichst nur auf Markentankstellen getankt werden). Ich will dem Tankwart 2000 UGX Trinkgeld geben, da er uns auch die Windschutzscheibe geputzt hat, aber er hat sich schon umgedreht und hört nicht auf meine „Mr.“-Rufe.







Auch heute werden wir an einer Polizeikontrolle durchgewunken, aber ein weißes Pärchen wird kontrolliert. Wir fahren auf der Teerstraße bis kurz nach der Ortschaft Muko, dann geht es auf Erdstraßen weiter. Auch hier sehen wir Leute, die die Steine klein klopfen.




Man sieht kaum das Gesicht, hoffentlich erkennen sie mehr

Bei einer Kreuzung sind wir unsicher, wie es weitergeht. Wir vertrauen einfach unserm Bauchgefühl und scheinen richtig zu liegen, denn an der nächsten Kreuzung ist zumindest eine andere Lodge in dem Gebiet ausgeschildert. Die Luft riecht würzig. Eine dunkle Wolke thront in einiger Entfernung vor uns am Himmel.



Dann plattern auch die ersten Regentropfen nieder. Die Temperatur sinkt auf 16 °C, wir sind jedoch auch auf rund 2315 m Höhe. Wir bangen, wie sich der Regen auf die Befahrbarkeit der Piste auswirkt. Wir haben jedoch Glück, der Regen hört bald auf.



Auf der anderen Seite des Tales scheint etwas mehr Verkehr zu sein, denn ein VW-Bus muss wegen Gegenverkehrs zurücksetzen. Und wir müssen dort auch lang...



aber uns kommt keiner entgegen.

Nach knapp 2,5 h Fahrt erreichen wir das Rushaga Gorilla Camp.


Restaurant/Bar

Simon und Costa bringen unser Gepäck ins Zimmer. Wir fühlen uns sofort wohl in der Unterkunft: sie ist geräumig und sauber.   :)


unsere Unterkunft


Gegenüber vom Bett ist ein Tisch mit zwei Stühlen sowie ein kleines Racket für Gepäc



Das Badezimmer ist groß, mit einem großen Fenster nach draußen sowie eine geräumige Dusche und genügend Ablagefläche um das Waschbecken herum.



Auf der Terrasse stehen zwei Stühle und ein kleiner Tisch. Auch diese Unterkunft ist nicht für gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer geeignet, da es nur über diverse Stufen zu unserer Cabin geht.

Anschließend erhalten wir von Costa ein kurzes Briefing. Er bietet uns einen Community walk in Verbindung mit einem Besuch bei den Pygmäen an. Dieser soll zweieinhalb Stunden dauern und 20 $ pro Person kosten. Wir teilen ihm mit, dass wir daran Interesse hätten, wenn wir morgen nach der Gorillatour noch fit sind. Heute hätten wir zwar noch genügend Zeit, aber da mir ein Fersensporn zu schaffen macht, will ich nichts riskieren. Vielleicht, um uns doch noch zu überreden, die Tour heute zu machen, teilt uns Costa mit, dass das Pärchen, das auch auf der Terrasse sitzt, angeblich um 10 h von ihrem Gorilla- Tracking zurück gekommen sei (was nicht stimmen kann, da es erst gegen 8:30 h nach einem Briefing los geht und der Aufenthalt bei den Gorillas eine Stunde beträgt). Uncharmant fügt Costa hinzu, dass wir sehr wahrscheinlich der leichtesten Gruppe zugeteilt werden, da die Teilnehmer nach Alter und Fitness verteilt werden.

Wir laufen mit Costa gemütlich zum Office des Gorilla-Tracking, da wir uns zeigen lassen wollen, wo wir morgen parken können. Wir sollen mit dem Auto hinfahren, obwohl es locker zu Fuß hinzulaufen wäre, damit wir gegebenenfalls zum Tracking- Startpunkt mit dem Auto fahren können. Als wir an unserem Auto vorbeikommen, stellt Christian fest, dass am Hinterrad eine Radmutter fehlt. Er spricht Costa darauf an, der sich darum kümmern will.




UWA-Gate


Souvenirstand beim Gate

Da uns inzwischen der Magen knurrt, entscheiden wir uns für ein spätes Mittagessen. Ich hätte gern ein Käse-Sandwich, aber momentan gibt es kein Brot, es wird erst noch gebacken. So wähle ich ein Gemüsecurry und Christian Spaghetti Bolognese. Wir warten eine gute ¾ h Stunde, aber es lohnt sich: es schmeckt uns sehr gut.


Yellow White-eye

Bis zum Abendessen genießen wir die Zeit auf unserer Terrasse. Zwischendurch duschen wir und legen die Sachen fürs Gorilla-Tracking zurecht.

Diesmal haben wir das Gefühl, dass wir vor allen anderen bedient werden, obwohl die meisten anderen schon vor uns da waren. Es sind vier Pärchen sowie zwei Frauen und ein Mann. Christian hat sich Rindfleisch, ich Hühnchen bestellt. Dazu gibt es jeweils Reis und Gemüse. Es ist schmackhaft und warm. Zum Dessert isst Christian einen Fruchtsalat, der ihn nicht begeistert, da er viele Kerne von der Wassermelone hat. Ich esse einen Ananaskuchen, der relativ trocken ist und ich nie drauf kommen würde, dass es Ananas ist. Ich bin aber nicht unzufrieden.
Wir werden nach dem Essen gefragt, was wir zum Frühstück haben wollen. Ich erkläre, dass wir zum Frühstück noch nicht so viel runter bekommen und ein Lunchpaket statt des Frühstücks haben möchten.

Ich habe Schwierigkeiten mit dem Einschlafen. Mir geht auch vieles durch den Kopf, vor allem das Gorilla-Tracking. In der Nacht bin ich auch öfter wach und höre Musik von Einheimischen.
Übernachtung: Rushaga Gorilla Camp, double cabin, HB
Kilometer: 79

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« Antwort #10 am: 30.06.2018, 13:40 Uhr »
29.12. Bwindi NP- Gorilla Tracking
Kurz nach 6 h heißt es raus aus den Federn. Noch mal gecheckt, ob wir an alles fürs Gorilla Tracking gedacht haben und dann geht’s hoch zur Lodge, wo wir noch einen Kaffee bzw. Tee trinken.


 
Um 7:35 Uhr fahren wir los. Der Parkplatz ist rappelvoll.



Vom Parkplatz ist es noch ein Stück bis zum Sammelpunkt zu laufen. Zuerst ist es etwas unklar für uns, wem wir die Pässe geben und ob wir uns selbst einen Porter organisieren müssen.


Porter

Die Permits und die Pässe werden uns abgenommen, die Pässe bekommen wir kurz darauf wieder. So viele Touristen wie hier rumwuseln, sind wahrscheinlich alle Permits für den heutigen Tag vergeben. Christian geht auf Toilette.  Die Toilette ist für solche Orte typisch: ein dunkles Loch und nicht gerade einladend.  :roll:



Gegen acht startet das Briefing. Anschließend werden wir je nachdem, wie es von der Anzahl her passt, auf die Gruppen verteilt. Wir haben nicht den Eindruck, dass dabei unsere Konstitution gecheckt wird – wie auch? Unser Guide heißt Amos. Wir sind zusammen mit drei Deutschen, zwei Holländerinnen sowie einer Belgierin. Die sechs gehören zu einer insgesamt zwölfköpfigen Reisegruppe. Unsere Gruppe Mishaya ist die größte Gorillagruppe, bestehend aus 25 Mitgliedern, u.a. einen Silberrücken, einen Anwärter und ein wohl anderthalb Monate altes Baby.



Wir müssen eine gute halbe Stunde fahren – Amos fährt bei uns mit- , aber es dauert eine Weile, bis wir überhaupt vom Parkplatz weg kommen. Das letzte Stück bis zum Tracking Point ist ziemlich raue Piste, es geht über Stock und Stein bergauf. Hier treffen wir auch auf unsere Porter.



Irgendwie bin ich unbewusst davon ausgegangen, dass ein „porter“ männlich ist und daher kurz erstaunt, als sogar mehr weibliche als männliche  Porter angelaufen kommen :oops:. Wenn man sieht, welche schweren Lasten die Frauen sonst auf dem Kopf tragen, ist es wohl eher eine leichte Aufgabe, die Rucksäcke der Touristen zu tragen und ihnen bei schwierigen Passagen behilflich zu sein.
 
Unsere Trägerin heißt Agnes. Sie gibt uns auch einen (Wander-)Stock. Es geht steil bergauf, obwohl wir schon auf über 2.000 m Höhe sind, da komme nicht nur ich ganz schön außer Puste.


hier ist die Steigung noch moderat



Nach einem entsprechenden Hinweis von Amos ziehen wir uns unsere Handschuhe an. Diese sind neben den Gamaschen, die die Ameisen abhalten sollen - Gold wert, denn so kann man Äste etc anfassen, um sich den Weg zu bahnen, ohne sich um eventuelle Dornen zu kümmern.



Mit kurzen Trinkpausen laufen wir ca. anderthalb Stunden, dann müssen wir unsere Rucksäcke, Wasserflaschen und alles weitere außer Kameras und ggf. Ersatzakkus bei den Trägern zurücklassen. Die letzten Meter zu den Gorillas folgen wir nur mit Kamera ausgestattet.

Anfangs habe ich recht gute Sicht auf den Silberrücken, Gorillamama und Baby. Dennoch ist es schwierig, ein gutes Foto zu machen, immer sind Blätter oder Äste im Weg, obwohl die Tracker sich bemühen und den ein oder anderen störenden Ast entfernen. Wir knien uns hin, was ganz schön auf die Knie geht, später setze ich mich auf den Waldboden.











Es ist unheimlich, wie viele Fliegen um die Gorillas und die Tracker herumfliegen, komischerweise aber nicht bei uns. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns am Anfang der Tour -wie von Amos gebeten- mit Insektenspray eingesprüht haben.















Einer nach dem anderen aus der Gruppe setzt sich vor mich. Ich wundere mich, dass sie jedoch nicht in Richtung der Gorillas schauen. Erst nach einer Weile fällt bei mir der Groschen: sie lassen sich fotografieren mit den Gorillas im Hintergrund.  :)

Als die Gorillas weiterziehen, schlagen die Tracker den Weg für uns mit Macheten frei.











Wir verfolgen sie zwei- oder dreimal, dann entscheiden wir als Gruppe, dass wir es aufgeben und die Gorillas in Ruhe lassen wollen. Kurz darauf sind die Porters bei uns, und wir treten den Rückweg an.

An einer geeigneten Stelle legen wir eine Lunchpause ein. Zum Sandwich gibt es jeweils eine große Wasserflasche, eine Banane, einen Apfel, Erdnüsse, einen Muffin und ein hart gekochtes Ei. Beim Käse-Sandwich muss ich den Käse suchen. Eine Banane, einen Apfel, ein Ei sowie ein Wasser geben wir Agnes.




 
Wir kommen mit den anderen aus unserer Gruppe ins Gespräch. Sie machen von Kisoro aus das Tracking.

Auf einer großen Lichtung lassen wir uns nieder, bezahlen Agnes (15 $) und geben ihr und dem Guide ein Trinkgeld.
Damit Amos die Zertifikate ausstellen kann, schreibt jeder seinen Namen gut lesbar auf einen DinA4-Umschlag. Dann müssen wir noch einen Moment warten, bis die Zertifikate ausgestellt und übergeben werden. Amos erklärt uns vorher, wie die Einnahmen vom Gorillapermit verwendet werden:
Das Geld wird aufgeteilt zB zum Beispiel den Kauf von Werkzeug für die Community, die Guides und Tracker erhalten ein (regelmäßiges) Einkommen und darüber hinaus werden u.a. dadurch dass Touristen, Tracker und Guides im Wald sind, hoffentlich Leute davon abgehalten, bushmeat zu essen oder zu wildern.

An der Stelle, wo wir gestartet sind, steht nur noch unser Auto. Die driver der anderen haben ihre Wagen weiter unten geparkt. Wir nehmen Agnes mit. Die anderen laufen mit Amos zu dem Autos und entdecken beim Herunterlaufen ein Dreihornchamäleon. Da steige ich auch schnell aus dem Auto. Allerdings bin ich einen Tick zu spät dran, es ist schon fast wieder im Gebüsch verschwunden.



Am Sammelpunkt warten wir noch auf Amos, da wir ihn mit zurück nehmen sollen. An einer Kreuzung steigt Agnes aus.


 
Wir bestellen uns eine Cola und einen Kaffee, dann ruhen uns eine ¾ h aus, bevor wir mit Costa zum Community walk aufbrechen.
Gruß Chrissie
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« Antwort #11 am: 01.07.2018, 17:00 Uhr »
Ich krieg schon nur beim Lesen und Betrachten der Fotos ne Gänsehaut.  :liebe:  Ihr wart ja unglaublich nah dran! 
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« Antwort #12 am: 02.07.2018, 18:13 Uhr »
29.12. Bwindi NP- Gorilla Tracking II
Der walk mit Costa ist anstrengender als ich vermutet habe. Es geht wieder hoch und runter, und wir müssen einen kleinen Bach auf Baumstämmen überqueren. Er erzählt uns einiges über Kartoffeln, Bohnen und zeigt uns, dass Kaffee angebaut wird.









Wir sehen, wie zum Teil Kinder ihre Wasserkanister am Brunnen füllen.





Bei den Batwa Pygmäen fotografiere ich (habe Costa vorher gefragt, ob das erlaubt ist)  und zeige ihnen (vor allem den Kindern) diese auf dem Display. Besonders die Kinder sind fasziniert, wenn sie sich selbst auf dem Display sehen.
Wir kaufen ihnen einen großen Gorilla und ein kleinen als Schlüsselanhänger ab.









Christian hat den Eindruck, dass fast alle Erwachsenen unter Drogeneinfluss stehen. Costa zeigt uns deren Behausungen, es bedrückt uns, wie ärmlich es ist. Allerdings erfahren wir auch, dass die Regierung ihnen zum Beispiel Matratzen und Bettdecken besorgt hat, die diese um an Bargeld zu kommen wieder verkauft haben.






Hasen oder Kaninchen? :oops:

Der Besuch bei den Batwa berührt mich emotional sehr. Bei deren Gesangsvorführung zum Schluss kann ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen.





Zwei unbearbeitete kurze Videomitschnitte (Fotoapparat) von der musikalischen Vorführung der Batwa:
Mitschnitt 1

Mitschnitt 2

Wir bedanken uns herzlich und anschließend geht es langsam zurück zur Lodge. Ich habe mir die Pygmäen viel kleiner vorgestellt, aber Costa meint, dass schon die Kinder größer werden, wenn ein Elternteil normalwüchsig ist. Costa erzählt außerdem, dass manche Batwa-Frauen, die von jemanden schwanger werden, der nicht zu den Batwa gehört, in den Wald gehen und bestimmte Kräuter einnehmen, die zu einem Abort führen.

Der Mechaniker ist inzwischen mit dem Boda-boda aus dem ca. 10 km entfernten Rubuguri gekommen. Er hat jedoch keine Radmutter angebracht sondern nur eine einfache Schraube. :roll: Dafür will er 50.000 UGX. Costa ist –wie wir-  der Meinung, dass das zu viel ist. Simon kommt hinzu und diskutiert mit dem Boda-boda –Fahrer und dem Mechaniker. Costa meint 30.000 UGX sind genug: 10.000 UGX für den Boda-boda –Fahrer und 20.000 UGX für den Mechaniker. Der Boda-boda –Fahrer nimmt das Geld, aber der Mechaniker nicht. Wütend fährt er davon. Costa meint, der Mechaniker wäre betrunken.

Es hat inzwischen angefangen zu nieseln. Eigentlich wollen wir vor dem Abendessen duschen, aber es gibt noch eine Aufführung der Waisenkinder. Diese ist vom Gesang her nicht ganz so gut, besonders die Vorsängerin nicht.  :wink:



Leider ist der Akku meiner Kamera alle, und der Ersatzakku liegt im Zimmer. Jetzt schüttet es zum Teil richtig. Wir holen die Waisenkinder heran, damit sie unter der Überdachung weitermachen können. Anschließend gibt es die Gelegenheit, Souvenirs zu kaufen.

Beim Abendessen unterhalten wir uns einem Pärchen vom Nachbartisch. Sie sind sehr sympathisch und kommen aus San Francisco. Sie fragen nach, ob wir auch schon mal in Kalifornien waren. Wir erklären, dass wir 1998 dort unsere Hochzeitsreise verbracht haben und zum Abschluss auf Hawaii waren. Er bzw. seine Familie stammt aus Hawaii.

Die Gemüsesuppe wird serviert. Anschließend gibt es Buffet: Kartoffeln, Reis, Gemüse (Karotten, Blumenkohl, Bohnen und Zucchini), Krautsalat, Fisch, Hähnchen und Rindfleisch. Es ist warm und wenn etwas ausgeht, wird kurz darauf nachgefüllt. Uns schmeckt es gut. Zum Nachtisch gibt es Schokoladenkuchen mit Schokoladensauce. Auch dieser ist wie gestern etwas trocken. Wir bestellen noch das Frühstück, dann gehen wir nach einem ereignisreichen Tag zurück ins Cabin.
Übernachtung: Rushaga Gorilla Camp, double cabin, HB
Kilometer: 26

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« Antwort #13 am: 03.07.2018, 10:31 Uhr »
Hallo Chrissie,

ist ja sehr interessant, was ihr da so alles erlebt habt. Beim Lesen hier am „warmen“ Schreibtisch wirkt alles nicht so schlimm und sehr entspannt.

Nicht böse gemeint, aber ein bisschen schmunzeln muss ich schon, dass du dir alles so behalten kannst, was ihr verzehrt habt.
Gruß
Lothar

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« Antwort #14 am: 03.07.2018, 17:34 Uhr »
Hi Lothar,
ich denke, wir haben uns im Vorfeld zu viele Gedanken gemacht, aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer.  :wink: Hätte ich das Wissen vorher schon gehabt, wäre ich den Urlaub wesentlich entspannter angegangen. Außerdem lieber vorab an etwaige Schwierigkeiten denken, als im Ernstfall ganz unvorbereitet da zu stehen.

Ich poste den RB natürlich auch in anderen Foren und manche legen viel Wert aufs Essen…
Daher (und natürlich auch für wesentlichere Dinge) muss mein Notizbuch herhalten.
Gruß Chrissie
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #15 am: 03.07.2018, 19:11 Uhr »
Ich poste den RB natürlich auch in anderen Foren und manche legen viel Wert aufs Essen…

Da sieht man wieder, Liebe geht durch den Magen... :lol: :wink: :D
Gruß
Lothar

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« Antwort #16 am: 04.07.2018, 08:54 Uhr »
30.12. Bwindi NP – QENP-Ishasha
Im Morgengrauen hören wir eine Fledermaus herumfliegen, können sie jedoch nicht entdecken. Gegen 5:20 h geht die Alarmanlage eines Autos los. Ich habe ein ungutes Gefühl, weil mir der Mechaniker im Hinterkopf herumschwirrt. :?
Wir stehen früh auf, packen unsere Sachen und bringen schon vor dem Frühstück das Gepäck ins Auto. Unser Auto steht frisch gewaschen da, vielleicht ging deswegen die Alarmanlage an. :)
 


Das Frühstück ist nicht besonders. Der Obstteller bestehend aus Wassermelone, Bananen, Ananas und ein Stück Pampelmuse ist ok. Zum Omelett gibt es nicht einmal Toast dazu. Satt sind wir beide nicht. Da haben wir gestern Morgen also nichts verpasst. Wir begleichen unsere Rechnung und hinterlassen unser Trinkgeld in der Tipbox. Leider ist Costa schon mit anderen Gästen unterwegs, so dass wir uns nicht von ihm verabschieden können.
 
Es ist noch recht frisch mit 14 ° C, als wir kurz nach 9 h starten. Den Rückweg zur geteerten Kisoro- Kabale-Road finden wir auf Anhieb. Entlang dieser Hauptstraße geht eine Siedlung in die nächste über.


 




Wir wollen über Kanungu zu unserer nächsten Unterkunft fahren. Auf der Herfahrt vor zwei Tagen haben wir gesehen, dass es zwei Abzweigungen nach Kanungu gibt.
Wir biegen in eine Piste ein, sind uns jedoch unsicher, ob dies der richtige Abzweig ist. Daher steigt Christian aus und läuft noch einmal die paar Meter zur Hauptstraße zurück, um nach einem Hinweisschild Ausschau zu halten. Das erweist sich aber als Fehler, denn zwei junge Männer wollen mitfahren und stellen sich hinten auf die Stoßstange, als Christian ihr Ansinnen ablehnt.  :shock: Der Weg führt auf einen Pistenabschnitt zu, der sehr moddrig und von tiefen Spuren durchzogen ist. Christian ist sich unsicher, ob er da durchfahren kann, ohne sich festzufahren. Da sich außerdem noch weitere junge Männer in der Nähe aufhalten, fährt Christian rückwärts und versucht die Trittbrettfahrer loszuwerden. Nach einer Weile ist er erfolgreich. Wir atmen erleichtert auf und ärgern uns über unser unüberlegtes Handeln, sind aber heilfroh, dass nichts weiter passiert ist. Vielleicht wäre ja auch nichts passiert, aber wir hatten schon ein ungutes Gefühl im Bauch, schließlich lag meine Kamera zu meinen Füßen (nicht zu vergessen, dass wir ja sämtliche Wertsachen bei uns hatten).

Auf der Karte ist noch ein zweiter, schmalerer Weg nach Kanungu eingezeichnet. Von der Kilometerzahl ist es gleich mit 50 km. Aber ich habe es richtig in Erinnerung, dieser Abzweig ist auf der ausgedruckten Karte als nicht empfehlenswert gekennzeichnet. Daher drehen wir auch hier nach ca. 5 Kilometern um. Ich schlage Christian vor, es am östlichen Rand des Bwindi Nationalparks über Ruhija und Butogota zu versuchen. Dies hatten wir ursprünglich ausgeklammert, da der Weg mitunter nur schwer passierbar ist, was aber hauptsächlich auf die Regenzeit zutrifft. Mir fällt jedoch ein, dass die Reisegruppe vom Gorillatracking vor ein paar Tagen dort langgefahren ist.



Wir biegen daher am entsprechenden Hinweisschild von der Kisoro- Kabale-Road ab. Wir bekommen einen Schreck, als ein Baum ein Stück vor uns auf die Straße fällt. Momente später sehen wir, dass ein Mann ihn gefällt hat. Er entfernt ihn auch sofort von der Straße.
Wir passieren das Gate des Bwindi Nationalparks. Da wir nur im Transit durch den Park fahren, müssen wir keine Gebühr bezahlen.
Wir halten kurz an, da Christians Knie eine Pause benötigt. Die Umgebung ist sehr grün und riecht nach Eukalyptus. Wir hören Grillen zirpen. Als ich beim Navi auf die Höhe schaue, stelle ich fest, dass wir auf 2400 m sind.
Ab und zu überholen uns einige Autos bzw. kommen uns welche entgegen.




L'Hoest's monkey- Östliche Vollbartmeerkatze


Olive Baboon- Anubis-Pavian



Die Strecke im Nationalpark lässt sich ungefähr bis Ruhija village gut befahren. Sie ist zwar sehr kurvenreich, aber die Oberfläche ist relativ eben. Danach ist die Straße mit wenigen Ausnahmen sehr steinig und sehr holprig.  Meinem Nacken machen die Kurven und die unebene Piste zu schaffen. Wir halten ein paar Minuten am Straßenrand, wo ich vergeblich versuche, meinen Nacken in der Liegeposition zu entspannen. Unser Mittagessen besteht heute aus ein paar Butterkeksen.  8)
 
Wir passieren den Abzweig nach Buhoma. Leider wird unsere Hoffnung auf eine bessere Straße oder sogar Teerstraße nicht erfüllt. Dafür ist nach einigen Regentropfen wieder die Sonne rausgekommen.



Butogota ist größer als anfänglich vermutet. Ziegen laufen über die Straße. Am Wegesrand im Dorf werden Kaffeebohnen, vermutlich Tee und andere Sachen getrocknet. Die Häuser haben hier für mich einen arabischen Touch.
Die Piste ist leider so schlecht wie bisher, steinig und mit größeren Senken. Es wird viel Mais angebaut, und es reiht sich wieder eine Siedlung an die andere. Die Büsche und Bäume am Straßenrand sind mit einer grauen Staubschicht überzogen.






Wenn man genau hinschaut, kann man die Staubschicht erahnen
 
In einem Vorort von Kihihi scheint heute Markttag zu sein.



In Kihihi fahren wir etwas kreuz und quer, in der Hoffnung eine Markentankstelle zu finden, leider vergeblich. Viele Radfahrer sind auf der Straße Richtung Savannah Hotel.
 
Die Auffahrt des Savannah Resort Hotel ist mit Blumen gesäumt. Im parkähnlichen Garten sind diverse Tierfiguren verteilt.







Wir entscheiden uns beim Einchecken für eine gekühlte Cola als Willkommensdrink, denn gekühlte Getränke sind auf unseren Fahrten in Uganda Mangelware. Wir geben unsere Bestellung für das Abendessen auf. Bevor wir zu unserer Rundhütte gebracht werden, wird unser Gepäck erstmal gründlich mit einem Handtuch abgestaubt, denn wir haben leider heute Morgen vergessen, das Gepäck in Müllsäcke (Staubschutz) zu packen. :oops:


 
Auf den ersten Blick macht die Hütte keinen schlechten Eindruck.



Es gibt zwar nur einen Nachttisch, jedoch mit einer Nachttischlampe, im Vorraum gibt es eine kleine Couch. Neben dem Bett gibt es einen kleinen Tisch mit zwei Stühlen und künstlichen Blumen sowie zwei Flaschen Wasser. Darüber hinaus gibt es eine separate kleine Ecke, wo eine Kleiderstange mit vier Bügeln ist. Im Schlafzimmer gibt es noch einen stummen Diener und eine kleine Kommode. Das Badezimmer gefällt mir nicht ganz so gut, denn es gibt keine Ablagemöglichkeiten am Waschbecken. Beim Duschen fällt uns später auf, dass der in der Ecke befindliche Abfluss höher liegt als der restliche Fußboden. Es gibt auch keinen Duschvorhang, so dass der ganze Boden beim Duschen nass wird. :(
 
Da es inzwischen über 30 ° C sind freuen wir uns nach der anstrengenden Fahrt auf eine Abkühlung im Pool.



Im dazugehörigen Häuschen kann man sich umziehen, und es gibt kleine Schließfächer, in denen man seine Wertsachen oder Kleidung einschließen kann. Im ersten Moment ist das Wasser sehr frisch, aber dann geht es. Eine schwarze Frau mit ihren Kindern amüsiert sich, dass Christian wie immer etwas länger braucht. :wink:
 
Wir erkundigen uns an der Rezeption, ob es eine Shell oder anderen Markentankstelle in Kihihi gibt. Angeblich wäre gegenüber der Stanbic Bank eine Shell Tankstelle. Da morgen Sonntag ist, ist man unsicher, ob die Tankstelle morgen vielleicht erst um 10 h öffnet, daher fährt Christian heute noch mal in die Stadt.
 
Ich gehe in der Zeit duschen und Haare waschen. Obwohl es uns gezeigt wurde, ist es nicht ganz einfach die Dusche einzustellen, aber dann habe ich den Dreh raus. Der ganze Fußboden wird nass, ich muss aufpassen, dass ich nicht ausrutsche.
Die Tankstelle gegenüber der Stanbic Bank ist keine Markentankstelle (mehr?), aber Christian tankt trotzdem, es bleibt ihm nichts anderes übrig.
 
Das Abendessen nehmen wir im Außenbereich des Restaurants ein.



Uns wird vor dem Essen ein heißes Tuch zum Händesäubern gereicht. Christians Coleslaw- Salat  und die Tomatensuppe für mich werden ziemlich schnell von Richard serviert. Wir bemerken rasch, dass er ein Kellner der alten Schule ist. Das einzige, was wir ihm „ankreiden“ könnte, ist, dass er zu nah am Weihnachtsmann vorbeigeht und daher jedes Mal „Santa Claus is coming to town” ertönt. Sein Kollege ist vielleicht davon auch genervt, denn er geht in ausreichendem Abstand um den Weihnachtsmann.



Der Hauptgang (Christian: gemischte Grillplatte mit Pommes, ich: Chicken Masala) ist ebenso wie die Vorspeise sehr gut. Wir hatten am Nachmittag kein Dessert bestellt, aber mich gelüstet es nach etwas Süßem. Daher bestelle ich eine Karamellcreme. Es heißt zuerst, dass es wohl eine Stunde dauert, aber das nehme ich in Kauf. Letztendlich dauert es nur eine Viertelstunde. Bevor wir ins Zimmer zurückgehen, geben wir noch unsere Bestellung fürs Frühstück auf.
 
Christian bleibt nicht mehr allzu lange wach, ich studiere noch ein paar Reiseberichte und sehe mir die Fotos vom Gorilla-Tracking an. Kurzzeitig fällt der Strom aus. Meine Nase läuft wieder, ich scheine wohl doch auf etwas allergisch zu reagieren. Zum Glück habe ich meine Allergietabletten bei. Es ist schon nach 22:00 Uhr, als ich ins Bett gehe.
Übernachtung: Savannah Resort Hotel, double room, HB
Kilometer: 168

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« Antwort #17 am: 07.07.2018, 12:05 Uhr »
31.12. Ishasha - QENP
Die Nacht war sehr warm und ruhig, aber meine Nase lief wie ein Wasserhahn :roll:. Um 6:30 h hören wir das erste Vogelgezwitscher, bleiben aber noch eine Weile liegen.

Vor dem Frühstück spazieren wir im Garten umher. Das heutige Frühstück ist reichlich und gut: Obstteller (Banane, Wassermelone und Ananas), Cerealien, Rührei mit Würstchen, Kartoffeln und Bohnen sowie Toast mit Marmelade und Butter. Etwas Käse noch und es wäre für mich perfekt gewesen.
Christian bestellt sich noch einen weiteren Kaffee. Der Ober taut richtig auf, und wir unterhalten uns mit ihm.
 
Wir packen unsere Sachen, und als wir das Zimmer verlassen, stehen schon zwei Kofferträgerinnen bereit. Es scheint ein warmer Tag zu werden, es sind schon 25 ° C.
Diesmal sind wir schlauer und packen das Gepäck in Müllsäcke. Leider fällt mir erst hinterher ein, dass wir noch das Fernglas rausholen wollten. :oops:
 
Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir den Ishasha Teil des QENP besuchen oder nicht. Die Baumlöwen haben uns gereizt, wenngleich es natürlich keine Sichtungsgarantie gibt. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden, da wir dann für einen weiteren Tag den Eintritt für den QENP zahlen hätten müssen (Abrechnung auf 24 –h-Basis). Dies hätten wir in Kauf genommen, wenn wir gestern Nachmittag noch unternehmungsfreudig gewesen wären – einerseits hat es besonders mich gereizt, andererseits wollte ich Christian nach der langen Fahrt auch nicht überstrapazieren – ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, die einzelnen Tage nicht zu voll zu frachten, was mir mitunter schwer fällt, aber diesmal ist es mir im Großen und Ganzen gelungen. :)

Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung, denn wir haben zur Queen Elizabeth Bush Lodge aufgrund der schlechten Piste wesentlich länger benötigt, als aufgrund der Reiseberichte/ Recherchen zu erwarten war. Da rechts des Weges das Kigezi Game Reserve und links der Ishasha Teil des QENP liegen, hoffen wir, dass die Fahrt kurzweilig wird. Leider meint es das Wetter nicht so gut mit uns: es ist sehr bewölkt und später wird es auch noch etwas tröpfeln, daher fallen die Fotos sehr verhalten aus.

Die Savannenlandschaft gefällt uns sehr gut. Wir halten, damit ich fotografieren kann. Kaum stehen wir, kommt auch schon ein Kind angerannt und bettelt.



Es gibt viele mittelgroße Termitenhügel, manche gaukeln uns im ersten Moment eine Sichtung vor, bis wir sie bei näherem Hinschauen als Termitenhügel enttarnen.



Häufig sehen wir in Uganda einen Long-crested Eagle. Aber leider nie im guten Licht.


 
Das passt beim Broad billed roller (Zimtroller) besser.
 



Yellow-throated Longclaw

und auch Perlhühner gibt es:



In einem Baum sitzen verschiedene Geier und Greifvögel. Es sind vermutlich ein Weißrückengeier,  ein Palm-nut Vulture, ein juveniler Gaukler und ein von uns nicht identifizierbarer „brownie“, von den letztgenannten kann ich kein gutes Foto bieten.


Weißrückengeier


Palm-nut Vulture

Kurz nach dem Katookye Gate ist der Abzweig für die Enjojo Lodge, die Ishasha Jungle Lodge und @ the river.
In der Enjojo Lodge wollten wir ursprünglich übernachten, diese war jedoch schon ausgebucht. Daher hatten wir uns für @ the river entschieden. Leider haben diese trotz fester Zusage das Zimmer vor der An-/Bezahlung weiter gegeben. Wir wurden lt. Elizabeth von der Lodge zwar auf die „Warteliste“ gesetzt, aber das war ihr – und uns auch – zu unsicher, so dass sie nach Rücksprache ein Zimmer im Savannah Resort Hotel für uns gebucht hat. Die beiden Unterkünfte sind wesentlich näher am Gate des Ishasha Sectors. Vielleicht hätten wir uns dann gestern doch zu einem Besuch im Ishasha Sectors des QENP aufgerafft? Abgehakt, ist nicht mehr zu ändern.
 
Hinter einer Brücke ist es vorbei mit der offenen Savannenlandschaft. Hier säumen dichtes Gestrüpp und Bäume die Straße. Die Straße ist unverändert weiter ruppig mit tiefen Senken.







Nach einer gefühlten Ewigkeit entdecke ich die ersten Antilopen und wenig später einen Waran.





Die Landschaft öffnet sich wieder, und wir sehen ein paar Antilopen. Dazu fallen vermehrt Euphorbien auf, die teilweise eine ziemliche Höhe erreichen.
Zwei LKWs blockieren wir Straße. So wie es aussieht, haben andere Autofahrer rechts überholt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als es auch auf diesem Wege zu versuchen. Christian meistert die Aufgabe aber gut. Im hinteren LKW sitzt noch ein Beifahrer.



Ein brauner Greifvogel lässt uns für ein paar Fotos anhalten.


Black Kite?
 
Wir können es gar nicht glauben, als wir nach gut 60 km Teerstraße unter den Rädern haben, aber das gute Teerstück währt nur 2 km. Dann geht es weiter auf einer ehemals halb geteerten Straße. Der Teer lässt sich noch erahnen.
Die Fahrradfahrer, die am Straßenrand eine Pause einlegen, beneiden wir nicht.
 

qualitativ kein gutes Foto, aber es ist der erste Elefant, den wir in Uganda sichten 8)
 
Wir erreichen die geteerte Katunguru Road. Mit ihren Schlaglöchern und dem löchrigen Asphalt ist sie nicht wirklich viel besser als die Schotterpiste, wenigstens ist es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft.
Der Himmel hat sich dunkel zugezogen.
 
Auch in der Queen Elizabeth Bush Lodge werden wir mit einem Begrüßungsdrink empfangen. George stellt sich uns vor und erklärt uns kurz wie alles abläuft.


Foto ist am nächsten Tag aufgenommen worden - man kann auch sagen im nächsten Jahr

Dann zeigt er uns unser Zelt. Es hat leider keinen Blick aufs Wasser, dafür liegt es außer Sichtweite der anderen Zelte, was vielleicht besonders an Silvester ein Vorteil ist.


das komische "Etwas" neben dem Mülleimer ist eine Tsetsefliegenfalle


... und von der anderen Seite


Außendusche

Während wir zu Mittag (Pilzsuppe und Hackbraten mit Gemüse und Kartoffeln) essen, geht ein kurzer Regenschauer mit Gewitter nieder. Wir haben vorgesorgt und haben den im Zelt bereit liegenden Schirm mitgenommen, den wir letztendlich doch nicht benötigen. Christian macht der Kofferraum Sorgen, denn er hat festgestellt, dass er sich nicht mehr abschließen lässt. Das wird er sich morgen in Ruhe anschauen, denn heute ist es nicht weiter von Belang, da wir nicht mehr mit Gepäck herumfahren bzw. das Auto nicht unbeaufsichtigt abstellen.
 
Wir wollen den restlichen Nachmittag im QENP verbringen. Dazu müssen wir uns das Permit beim Office zu besorgen, welches nicht bei einem der Gates des Parks sondern ein Stück Richtung Ishasha liegt.
Die beiden weiblichen Angestellten sind sehr freundlich und gut drauf. Die Angestellte ist auch dann noch sehr freundlich, als wir beide uns nicht angesprochen fühlen, als sie nach unserem Kennzeichen fragt -es ist ein Guide hinzugekommen, mit dem sie zwischendurch auch Smalltalk halten- und sie deswegen extra raus geht, um selbst nach dem Kennzeichen zu schauen. Hier können sich die meisten SanParks-Angestellten ein Beispiel nehmen.
Von der Hauptstraße aus sehen wir dem Weg zum Kasenyi Gate mehrere Uganda Kobs und einen Wasserbock. Obwohl es erst kurz nach 16 Uhr ist, wirkt es schon dämmrig.
Am Gate frage ich, welche Route sie empfehlen können, und ein Angestellter zeigt mir, wo heute Morgen Löwen gesichtet worden sind. Wir erstehen noch einen kleinen Vogelguide, dessen Preis Christian um 10.000 UGX auf 30.000 UGX herunterhandelt. :lol:
 
Wir sind begeistert, dass unser Navi sogar hier im Park den Track, den wir befahren, richtig anzeigt. Die Freude währt aber nicht lange, denn schon bald fahren wir laut Navi im Niemandsland. So fahren wir nach Bauchgefühl bzw. nach Pistenzustand, der mitunter arg zu wünschen übrig lässt. Christian hat teilweise trotz der niedrigen Geschwindigkeit kaum die Gelegenheit, den Blick länger in die Ferne schweifen zu lassen, will er keine Senke übersehen. Außerdem sind die Tracks sehr schmal. 
 
Wir entdecken Uganda Kobs, Wasserböcke, Warzenschweine und einen Büffel, die „tierische Ausbeute“ ist nicht überragend.








African Wattled Lapwing

Dafür machen wir die Bekanntschaft mit der Tsetsefliege: mich sticht eine in den Kopf, Christian in den Arm :(. Der Stich ist schmerzhaft, bleibt aber zum Glück ohne weitere körperliche Folgen. Allerdings wird es uns auch die Fotoaufnahmen erschweren: entweder durch die Scheibe fotografieren oder die Fenster erst öffnen, wenn man eine Weile steht und dadurch für die Tsetsefliegen unattraktiv geworden ist. Leider haben die anderen Tiere nicht so viel Verständnis und Ausdauer.
 
In der Nähe der Kasenyi road sind offensichtlich die Löwen, denn es stehen viele Fahrzeuge dort. Wir können sie jedoch nicht entdecken, vielleicht haben wir nicht den richtigen Blickwinkel.  Ein kleines Stück die Straße herunter stehen auch ein paar (wenige) Autos. Wir wollen checken, was es dort zu sichten gibt, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Auf einem Termitenhügel scheint etwas zu liegen. Beim Blick durchs Fernglas lassen die Umrisse des Körpers vermuten, dass es ein junger Löwe ist, der schläft. Nach einer Weile kommen auch die Leute von der anderen herüber. Das nehmen wir zum Anlass, zurückzufahren, da wir nicht erwarten, dass sich der Löwe bald erhebt.
 
Beim Abendessen wählen wir einen Tisch in Wassernähe. Es werden Laternen bei jedem Tisch aufgehängt. Auf Kosten des Hauses gibt für jeden ein Glas Champagner, da heute Silvester ist.



Als Vorspeise gibt es Avocado, die sehr lecker ist, obwohl ich mir sonst daraus nichts mache. Als nächsten Gang gibt es Kürbissuppe mit einem warmen Brötchen und Butter, guter Durchschnitt. Mit dem Hauptgericht sind wir beide nicht zufrieden: es gibt Schweinerippchen, dazu Reis und ein kleinen Klacks gemischtes Gemüse. Die Schweinerippen sind mir zu zäh und fettig, der Reis und das Gemüse sind schon fast kalt. Ich gebe Christian einen großen Teil meines Fleisches. Damit der Rest nicht so trocken ist, möchte ich Ketchup nehmen. Leider explodiert die Ketchup Flasche halb in meiner Hand, als ich sie öffne und ein großer Teil des Inhalts schüttet sich über mein Hemd. Notdürftig säubere ich mein Hemd. Zum Nachtisch gibt es frittierte Bananen, für mich Ananas und Passionsfrüchte, da ich dem Ober zu Beginn mitgeteilt habe, dass ich keine Bananen mag. Statt Böller und Raketen hören wir Hippos grunzen und sehe immer wieder Wetterleuchten. Bevor wir zum Zelt zurück gebracht werden, müssen wir unsere Getränkeliste kontrollieren und gegenzeichnen.
 
Es sind kaum Sterne zu sehen. Wir setzen uns draußen hin, Christian trinkt ein Bier, ich einen Amarula. Dabei versuchen wir im Vogelbuch zu recherchieren, welche Vögel wir bisher in Uganda gesehen haben.
Nach einer Weile hören wir, dass das Nachbarzelt, das man tagsüber so gut wie nicht sieht, auch belegt ist, denn jemand hustet sehr stark. Schon weit vor Mitternacht liegen wir im Bett.
Übernachtung: Queen Elizabeth Bush Lodge, self contained tent, HB
Kilometer: 142


Gruß Chrissie
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« Antwort #18 am: 08.07.2018, 11:20 Uhr »
01.01.2018 QENP
Ich habe zwar fleißig Fotos aussortiert, aber dennoch sind für den heutigen Tag noch eine Menge übrig geblieben, wo ich mich partout nicht entscheiden konnte und dass, obwohl es keine spektakulären Sichtungen gab. :oops:

Wir haben in der Nacht unter anderem Hippos und Hyänen gehört. Es ist stark bewölkt. Ich wasche mein braunes Hemd grob aus, in der Hoffnung, dass der Ketchup rausgeht. Christian sichert den Kofferraum mit Kabelbindern.


hier wird das Frühstück und Mittagessen eingenommen

Das Frühstücksbuffet stellt uns weitgehend zufrieden. Es gibt verschiedene Biskuitrollen mit Zimtfüllung und Fruchtfüllung, Muffins, Pancakes, eine Art Hefezopf mit Butter und Marmelade sowie Obst (Melone, Ananas, Mango). Richtig freuen wir uns über die Samosas. Eigentlich nicht unbedingt zum Frühstück, aber sie sind lecker. Auf unsere Rühreier warten wir ziemlich lange, obwohl wir gestern Abend angeben mussten, wie und wann wir die Eier haben wollen. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass ein Hippo in der Nähe schläft. Mit einigen anderen schauen wir uns es an, leider liegt es gut versteckt im Gebüsch.



Nach dem Frühstück laufen wir in der Anlage herum.


Die Zelte mit -mehr oder weniger- Flussblick.


Kazinga Channel


Speckled Mousebird


African Blue Flycatcher]


Ameisenstraße

Als wir los fahren, leuchtet wie immer das Warnlicht für die Handbremse. :roll:
Von der Hauptstraße aus sehen wir einen Elefanten, leider sind wir zu schnell vorbei, um ein Foto zu machen. Dafür halten wir kurz vor der Brücke vor dem Kazinga Channel für ein paar Aufnahmen.










Hamerkop


Black-winged Stilt


Dorf auf der anderen Seite des Kanals



Wir nehmen diesmal das Gate auf der anderen Seite der Straße.



Der Ranger macht mich netterweise darauf aufmerksam, dass der Kasenyiteil der wildreichere Teil ist. Ich bedanke mich für die Info und teile ihm mit, dass wir jedoch zur Mweya Lodge wollen, um eine Bootsfahrt zu unternehmen. Die Landschaft ist von Euphorbien geprägt.



Die Straße ist zumindest etwas besser als auf der anderen Seite. Bis zur Lodge sehen wir Wasserböcke, Büffel und einen Elefanten sowie Perlhühner. Leider verfolgen uns die Tsetsefliegen. :(








Nahe der Mweya Lodge

Nachdem wir getankt haben, fragen wir in der Lodge nach den Bootstouren. Diese sind jedoch heute ausgebucht, daher wollen wir unser Glück im Besucherzentrum des UWA (Uganda Wildlife Authority) versuchen. Vorher schauen wir uns jedoch noch ein wenig um.








Nektarvogel

Beim UWA reservieren wir für die nächste Tour, die um 13 h startet, und fahren zur Tembo Canteen, das im Bradt Reiseführer als günstige Alternative (zum Lunch) zur Mweya Lodge empfohlen wird. Wir lassen uns mit Blick aufs Wasser nieder. Da keine Bedienung kommt, geht Christian zur Theke und holt uns etwas zu trinken. Ursprünglich wollten wir auch eine Kleinigkeit essen, aber Christian sagen die Speisen von der Hygiene her nicht zu. Sein Eindruck wird noch verstärkt, als wir die Zubereitung des Essens hinter dem Haus beobachten können.









Die Zeit bis wir zum Besucherzentrum zurückfahren müssen, um die Bootstour zu bezahlen, ist sehr kurzweilig, da wir Warzenschweine, eine Blaukehlagame und diverse Vögel beobachten.






 
Pünktlich zum Beginn der Bootstour kommt die Sonne heraus.



Wir steuern schräg auf das gegenüberliegende Ufer zu, wo neben Elefanten und Büffeln auch African Skimmer sind. Diese Vögel sehen wir das erste Mal (zumindest bewusst). Ich fotografiere zuerst die großen Tiere, damit ich mich anschließend, wenn das Boot etwas näher am Ufer hält, auf die Vögel konzentrieren kann. Von der Tembo Canteen aus beobachteten wir, dass die Bootstour um 11:00 h hier lange gehalten hat, so dass ich davon ausgehe, dass es bei uns ähnlich ist. Aber Pusteblume, mit Mühe und Not kann ich noch ein paar Fotos machen. Schade, dass wir hier so schnell vorbeifahren.







Die African Skimmer sind an diesem Uferabschnitt in Massen. Sie fliegen auf, als das Boot sich nähert, landen aber ein paar Meter weiter wieder.



Für die weitere Bootsfahrt lasse ich mehr die Bilder sprechen:






Der kleine Elefant war verletzt, als er stand, sah man, dass sein Fuß verdickt und unförmig war. Vielleicht gebrochen? :(






Die Graufischer (Pied Kingfisher) sind sehr oft auf kleinen Ästen oder Riedhalmen zu sehen.


"Schau mir in die Augen" oder "Piek mir nicht das Auge aus" :wink:

Wir fahren bis zu einer kleinen Ansiedlung vor der Mündung des Kazinga Channels in den Lake Edward, dann drehen wir um.








Mallorca für Vögel? 8)




Marabu, Greater Cormorant und White Pelican




Auch vom Wasser aus sieht man, dass die Landschaft von Euphorbien geprägt ist.





Das Highlight für uns und die anderen Gäste ist dieser Elefant, der sich sein Hinterteil an einem Gebüsch kratzt:









Nach 1,5 h legen wir wieder an. Uns hat die Tour gefallen, und besonders Christian hat sich gefreut, eine kleine Auszeit von den schlechten Nationalparkpisten zu haben. Probleme mit Tsetsefliegen hatten wir zum Glück auch nicht.
Wir fahren erneut zur Mweya Safari Lodge, wo wir noch ein kleines Mittagessen einnehmen wollen. Es wird leider nur ein Buffet angeboten, so viel wollen wir jedoch gar nicht essen. Kleine Gerichte servieren sie zurzeit wohl nicht, vielleicht aufgrund des heutigen Feiertages. Die Kellnerin bietet uns an, etwas abseits einen Kaffee und einen Muffin zu servieren, was wir dankend annehmen.


 
Als wir zum Auto zurückgehen, kann ich gerade noch ein Foto von den flüchtenden Zebramangusten machen.



Wir nehmen die Straße zum Haupteingang. Es ist auch eine Wellblechpiste, und sie hat einige Senken. Dieser Abschnitt ist meinem Gefühl nach weniger von Euphorbien geprägt als der Channel Track.


Sieht nicht so schlimm aus, vermittelt aber vielleicht einen kleinen Eindruck von den Pisten


main gate

Wir stoppen an einer Stelle, wo wir einen Blick auf einen Kratersee haben. Von hier aus sehen wir Büffel, Warzenschweine und Wasserböcke, aber sie sind nicht in fototauglicher Entfernung.





Wir sind froh, als wir die Hauptstraße erreichen, denn die Wellblechpiste setzt uns zu. In der kleinen Ortschaft nahe der Brücke kauft Christian eine Cola. Christian erlässt der Verkäuferin 500 UGX (ca. 0,12 €), da die Frau nicht wechseln kann. Sie freut sich sehr.
Ein Weißer spricht uns an, ob wir ihn mitnehmen können. Aber wir sind der schon fast an unserer Unterkunft.
 


Wir machen auf dem Lodgegelände ein paar Aufnahmen, dann lassen wir den Akku vom Fotoapparat am Restaurant laden.

Ausblick von unserem Zelt:







Das Duschwasser ist genauso kühl wie gestern, obwohl es tagsüber wärmer war.
Zuerst ist es noch angenehm warm und windstill, aber während des Essens wird es doch etwas windiger. Es ist wieder kein Stern zu sehen. Zum Abendbrot gibt es als Vorspeise einen Tomaten-Gurken-Salat mit Balsamico-Dressing. Zur Spargelsuppe gibt es ein leckeres Gewürzbrötchen. Es gibt Rindfleisch, mit Kartoffelbrei und gemischtem Gemüse aus Bohnen und Karotten. Das Kartoffelpüree ist schon fast kalt, aber das Fleisch ist besser als gestern. Die Erdbeercreme mit Schokosplittern ist ganz gut.
Wir lassen uns von unserem "Eddie“ nachhause bringen. Er erinnert Christian an Eddie Murphy, da er immer sehr lustig und nett ist.
Der Vollmond ist inzwischen sichtbar. In der Ferne sieht man Lichter, ich weiß nicht, ob es von der Straße oder von der nächsten Siedlung ist. Kaum sind wir zuhause angekommen, hören wir eine Hyäne heulen, ansonsten Hippogrunzen, Zikaden und noch einzelne Vögel. Wir setzten uns noch eine Weile auf die Terrasse, bevor wir schlafen gehen. Der Wind weht immer noch leicht.
Übernachtung: Queen Elizabeth Bush Lodge, self contained tent, HB
Kilometer: 61

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #19 am: 09.07.2018, 09:54 Uhr »
Mallorca für Vögel = Ballervögel   :wink:

Sehr viele Viecher unterwegs, bitte weiter so!
Gruß
Lothar

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #20 am: 09.07.2018, 18:33 Uhr »
02.01. QENP – Fort Portal
Nachts haben wir wieder Hyänen und Hippos gehört, und gegen Morgen setzt ein Vogelkonzert ein. :)
Das Frühstück ist wieder sehr gut, auch wenn das Käseomelett den Käse missen lässt :wink:. Heute gibt es auch Avocados. Es wird immer wieder gut nach gelegt. Wir bezahlen unsere Rechnung, dann verlassen wir die Bush Lodge.

Da es nicht weit bis zu unserem heutigen Tagesziel -Fort Portal- ist, geben wir dem QENP noch eine Chance.



Auf den Fotos erkennt man gut die Staubschicht auf den Blättern (aufgenommen entlang der Hauptstraße nach Kasese).



Ein letzter Blick auf den Kazinga Channel:




entlang der Hauptstraße nach Kasese

Wir sehen immer wieder Uganda Kobs, Wasserböcke und ein paar einzelne Büffel.





Wir sichten mehrmals Greifvögel, die Beute gemacht haben. Ein Greifvogel lässt seine Beute fallen: es ist ein ausgetrockneter Fisch.
Am Aussichtspunkt auf den Lake Bunyampaka (Crater), wo auch Salz abgebaut wird, stoppen wir. Leider liegt er im Gegenlicht.  :(



Hier sind viele Andenkenläden, aber wir können uns in Ruhe umschauen, wahrscheinlich, da genug andere potenzielle Kunden vor Ort sind. :D






Hier wird Chapati zubereitet

Auf dem weiteren Weg zum Fischerdörfchen Kasenyi Village passieren wir eine Herde Ankole-Rinder und eine größere Herde Wasserböcke. Kurz darauf bitte ich Christian anzuhalten, um einen Bienenfresser zu fotografieren – er hält sogar still.


white throated bee-eater

Im Dorf parken wir am „Hafen“. Unser Auto wird sofort von Kindern umlagert.









Die Erwachsenen interessieren sich weniger für uns.



Christian fühlt sich dennoch unwohl.  Da wir auch die laut unserem Reiseführer hier ansässige reichhaltige Vogelwelt nicht entdecken können - wir sehen leider nur ein paar Marabus und einen Hammerkopf-, fahren wir alsbald weiter.
Auf dem Rückweg fliegen über 20 Pelikane ein Stück vor uns, leider in so großer Entfernung, dass ich es mir erspare, die Kamera zu zücken.
Einige Wasserböcke haben sich hingelegt, man sieht nur noch die Hörner aus dem Gras rausschauen. Kurz darauf läuft eine Warzenschweinmutter mit ihren drei Kindern vor uns weg.

Wir probieren unser Glück noch auf dem Royal Circuit. Hier gibt es viele Wege und keine Ausschilderung, außerdem ist die Straße mit großen Löchern übersät, so dass wir nach ein paar Minuten die Segel streichen und umkehren. Die Überfahrt von dem Circuit zur Hauptstraße auch nicht ohne. Immerhin haben wir heute keine Probleme mit Tsetsefliegen.




Piste auf der Hauptstrecke



Am Gate spreche ich zwei Männer an, die ich heute Morgen beim Frühstück gesehen habe. Sie sind aus Südafrika. Auch sie bemängeln, dass wenige Tiere zu sehen sind, aber die Landschaft gefällt ihnen. Wir unterhalten uns kurz und hören, dass am Lake Mburo mehr Tiere zu sehen waren, zumindest in bestimmten Sektoren.

Entlang der Hauptstraße, die geteert ist, aber einige Schlaglöcher hat, sehen wir mehr Uganda Kobs als im Park selbst. Am Queen‘s Pavillon halten wir, da wir uns nach einem kalten Getränk sehnen. Wir werden freundlich von der Angestellten willkommen geheißen, aber leider ist die Cola auch nicht kalt, da die Solaranlage kaputt ist.



Dafür ist der Ausblick passabel, auch den auf der anderen Straßenseite liegenden Kratersee können wir gut sehen. Für gute Fotos ist er jedoch zu weit weg. Durchs Fernglas erkennen wir Büffel, Wasserböcke und einige Wasservögel.





Nah dran ist jedoch eine Blaukehlagame, die es hier anscheinend häufiger zu geben scheint.





Christian tut ein gutes Werk und schmeißt nicht nur unsere leere Colaflasche, sondern noch zwei andere Flaschen, die auf dem Boden liegen, weg, bevor wir weiterfahren.



Am Äquatordenkmal machen wir wieder den obligatorischen Stopp, hier gibt es jedoch keine Souvenirläden.



Wir halten an einer Tankstelle, in der Hoffnung ein kühles Getränk kaufen zu können. Diesmal wir unsere Hoffnung erfüllt.  :lol: Da die Angestellte nicht wechseln kann, schenkt Christian auch ihr das Wechselgeld.
Bis Kasese ist die Straße relativ gut, zwar mit einigen Schlaglöchern, aber mit ca. 70-75 km/h zu befahren. Dahinter wird die Straße zunehmend schlechter, die Schlaglöcher nehmen zu. Wir kommen an vielen Bananenplantagen und Verkaufsständen mit verschiedenem Obst (Bananen, Mangos) und Gemüse (Süßkartoffeln, Kürbis, Zwiebeln, Kartoffeln) vorbei.
Auf dieser Strecke sind auch einige LKWs unterwegs. Die Sammeltaxis überholen, selbst wenn sie kurz darauf links ranfahren, um Fahrgäste aussteigen zu lassen. :roll:
 
Hier diverse Eindrücke von der Strecke:








Die "speed bumps" sehen harmlos aus, aber man sollte dennoch nicht mit höherem Tempo rüberfahren


Blick in die Seitenstraße





Auf der etwas außerhalb von Fort Portal liegenden Kluges Guestfarm werden wir mit einem gekühlten Fruchtsaft begrüßt. Wir zeigen unsere Reservierung vor, dann zeigt uns eine Angestellte unser Zelt. Anschließend inspizieren wir die Waschräume und die Toiletten.


Unser Zelt, rechts oben ist der ablution block zu sehen


ablution block



Dusche und Toilette sind ok, bei der Dusche gibt es ein paar Haken, damit man seine Sachen anhängen kann.



Da wir unser Auto an der Rezeption gelassen haben, schlendern wir durch die gepflegte Anlage zum Auto bzw. zum Restaurant, da wir Kaffeedurst verspüren. Zum Kaffee wird uns ungefragt Popcorn serviert. Nachdem es unterwegs sogar kurzzeitig genieselt hat, scheint nun die Sonne wieder.
 
Das Navi lotst uns über einen Umweg nach Fort Portal, wo wir tanken und Geld abheben wollen. Es zieht sich, besonders da der Weg schlecht ist. Als wir die Hauptstraße erreichen, sehen wir ein Hinweisschild, dass es nur 7,8 km zur Kluges Guestfarm sind, wir haben 15 km hinter uns. Da war der Weg von der anderen Seite zur Farm besser. In Fort Portal tobt das Leben. Da Christians Magen knurrt, kehren wir im Gardens Restaurant ein, welches das Navi problemlos findet.

 



Der Parkplatz des Restaurants wird bewacht. Es dauert ewig, bis wir überhaupt erstmal die Speisekarte bekommen und anschließend unsere Bestellung aufgenommen wird. Auch die weißen Touristen am Nachbartisch warten ewig, bis sie ihre Rechnung erhalten und die schwarze Großfamilie hinter uns muss sich ebenso lange gedulden, bis sie ihre Bestellung aufgeben kann. Uns erscheint die Bedienung unmotiviert, denn es sind nur ein paar Tische belegt, außerdem sehen wir sie mehrfach am Tresen stehen und quatschen, da hätte sie ja zumindest unsere Getränke nebenbei fertig machen können. Nachdem wir fast eine dreiviertel Stunde gewartet haben, sagen wir der Bedienung, dass sie unsere Bestellung stornieren kann. Sie sichert uns zu, dass wir innerhalb von fünf Minuten unsere Bestellung erhalten. Auch wenn wir nicht daran glauben, warten wir diese anstandshalber ab, bevor wir das Lokal dennoch mit etwas schlechtem Gewissen verlassen. Da wir vor dem Abendessen noch duschen wollen, verschieben wir das Tanken und Geld abheben auf den nächsten Tag.
Im Garten vor dem Restaurant sitzen Stefan Kluge und ein weiterer Gast am Lagerfeuer. Wir sind unsicher, ob wir uns mit dazu setzen oder schon ins Restaurant reingehen sollen. Da ein weiteres Pärchen im Restaurant sitzt, entscheiden wir uns für Letzteres. Hinterher ärgern wir uns, dass wir eine gute Gelegenheit, mit Stefan Kluge und den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen, verpasst haben.
Das Essen ist lecker (Buffet: Vorspeisen: Tomatensuppe mit selbst gebackenen Brot, gemischter Salat, Rote-Bete-Salat, Artischocken mit Eierfüllung, Avocados. Als Hauptgerichte gibt es Gänsebeine mit Minzsauce, Hähnchen in Erdnusssauce, Kartoffelgratin, Reis mit Erbsen, gemischtes Gemüse, Bohnen und frittierte Matoke, sowie zum Nachtisch Waffeln mit Früchtekompott).
Nach dem Essen setzen wir uns ans Feuer. Wir kommen mit einem Paar ins Gespräch, die wir schon am Nachmittag bei den Zelten gesehen haben. Sie arbeiten für zwei Jahre in Kampala und haben zwei Mädchen im Alter von zehn und zwölf, die dort zur Schule gehen. Hier lassen sie die Weihnachtsferien ausklingen.
Als es uns zu frisch wird, gehen wir zum Zelt zurück.
Übernachtung: Kluges Guestfarm, comfortable tent, HB
Kilometer: 186

 
Gruß Chrissie
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #21 am: 11.07.2018, 11:48 Uhr »
03.01. Fort Portal
Obwohl es bereits 8 h ist, sind wir die ersten am Frühstücksbuffet – wobei das nicht ganz stimmt, denn eine Familie hat bereits um 5:30 Uhr gefrühstückt, da sie im Kibale NP an einem Schimpansen Tracking teilnehmen. Das Frühstück ist fast so gut wie das Abendessen: Cerealien, Obst, Toast, Brötchen und Ei nach Wahl. Dazu gibt es Marmelade, Honig, Käse und Wurst.



Da wir volle drei Tage hier sind, lassen wir es langsam angehen. Zuerst sorgen wir dafür, dass beim Hausmädchen keine Langeweile aufkommt, sie darf sich um unsere dreckige Wäsche kümmern :wink:, dann lassen wir uns eine Karte vom Gelände der 30 ha großen Farm geben, wo mehrere Spazierwege eingezeichnet sind.


Bungalows


Garten

Wir kommen erstmal nicht weit, da uns ein paar schöne Vögel in den Bann ziehen. Leider sitzen sie weit oben in den Bäumen, so dass es schwer ist, gute Fotos zu machen. Nach einer Weile geben wir uns geschlagen, bessere Fotos werden uns nicht gelingen.  :(


Eastern Grey Plantain eater (Crinifer zonurus)


Great Blue Turaco (Corythaeola cristata-Riesenturako)


Ross's turaco (Musophaga rossae, Ross Turako)


Ross's turaco (Musophaga rossae, Ross Turako)

Wir spazieren zum Startpunkt des forest walk, der Nahe des Pools liegt. Der Boden ist zum Teil mit kleeblattartigen Pflanzen bedeckt. Es fliegen viele weiße Schmetterlinge herum.


immer wieder Papyrus

Wir entdecken ein paar Black-and-white colobus (schwarz-weiße Stummelaffen), die in den Bäumen herumspringen.





Es gefällt uns sehr, ganz in Ruhe hier zu spazieren, immer mal wieder stehen zu bleiben, umherzuschauen und die Geräusche und Gerüche auf uns wirken zu lassen.
Als wir am Ende des walks angelangen, haben wir die Gelegenheit, selbst mal so eine Bananenstaude anzuheben - puh, ist die schwer: im Schnitt wiegt so eine Staude zwischen 25 und 30 kg.  :o





Wir treffen noch Herrn Kluge, mit dem wir uns ein Weilchen nett unterhalten. Danach schwimmen wir einige Runden im Pool, dessen Wasser recht erfrischend ist, was nicht verwunderlich ist, denn es kühlt sich in der Nacht ziemlich ab.



Am frühen Nachmittag fahren wir nach Fort Portal.

Eindrücke auf dem Weg dorthin:










Jetzt haben wir eine bessere Vorstellung, wie anstrengend der Transport der Bananen per Fahrrad ist


Wir parken in der Nähe von Andrew & Brothers Supermarket, den wir als erstes aufsuchen.









Alkohol wie Amarula, Whisky, Wodka oder Weinbrand ist vergleichsweise teuer. Eine 0,7 l Flasche Amarula kostet fast 20 €. Christian hat Mitleid mit einem Bettler, dessen Beine ab den Knien amputiert sind. Er kauft ihm eine Cola und gibt ihm noch ein paar Schilling.
Dann laufen wir zum Markt, der gegenüber des Gardens Restaurant ist. Es ist sehr interessant, da durch zu schlendern, auch wenn wir uns ein wenig komisch vorkommen, da wir mal wieder die Exoten sind. Christian informiert mich, dass auch wir fotografiert werden.  8)

vor dem z.T. überdachtem Markt:






drinnen:













Auf dem Rückweg zum Auto füllen wir am ATM der Stanbic Bank unsere Bargeldreserven auf.
Auch wenn es so wirkt, die Moschee liegt im Ort und nicht außerhalb.



Beim Bezahlen der Parkgebühr (Stefan K. hatte uns darauf hingewiesen, dass 500 UGX fürs Parken verlangt werden, als wir gefragt haben, ob wir in Fort Portal ohne Bedenken parken und herumlaufen können) macht Christian versehentlich zu schnell das Fenster zu, so dass er dem Parkwächter beinahe den Arm im Fenster eingeklemmt hätte. Das wäre was geworden! :oops:

Es ist nicht mehr weit bis zu Kluge:


Während ich Fotos speichere, geht Christian zum Restaurant, um mir einen Kaffee und für sich ein Bier zu holen. Ich wundere mich, wo er so lange bleibt: er hat sich mit Schweizern unterhalten, die auch bei Alpha gemietet haben. Bei denen ist wohl alles schiefgelaufen, sie wurden zum Beispiel am Flughafen nicht wie vereinbart abgeholt. Wir sehen uns noch ein paar Fotos an, dann schlendern wir zum Restaurant.

Stefan Kluge sitzt heute nicht am Feuer, sondern mit einem anderen Gast vor dem Restaurant. Wir fragen, ob wir uns dazu setzen dürfen. Der andere Gast ist auch ein begeisterter Vogelbeobachter. Seine Frau kommt hinzu, auch sie ist ein „birder“. Herr Kluge lädt uns zu einem Drink ein (Waragi Gin mit Stoney, einer Limonade mit Ingwer-Geschmack– was wir den Rest des Urlaubs selbst kaufen, da es besonders mir schmeckt :prost:). Wir unterhalten uns angeregt, das andere Pärchen ist uns sehr sympathisch. Leider ergibt es sich nicht mehr, sich mit ihnen am nächsten Tag ausgiebiger zu unterhalten. Die beiden gehen nach einer Weile zum Dinner, während wir uns noch weiter mit Herrn Kluge unterhalten und ihn bitten, uns morgen eine Crater Lakes Tour bei Noah (von Uganda Crater Lakes Tours, hatten wir im Vorfeld mehrfach Positives gelesen) zu buchen. Als wir um 20:00 Uhr endlich zum Essen (Blumenkohlsuppe, gemischter Salat, Avocado, Rote Bete- Salat, Fisch mit Tomatensauce) gehen, sind wir schon fast zu spät dran. Ich bekomme den letzten Rest beef stroganoff, für Christian reicht es nicht mehr.  :( Dennoch wird er satt,  :D denn er verzichtet auf den Nachtisch (Vanillepudding mit Obst), den ich verzehre. Als wir zum Zelt zurückgehen, merke ich, dass es kein Drink mehr hätte sein dürfen.
Übernachtung: Kluges Guestfarm, comfortable tent, HB
Kilometer: 41

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« Antwort #22 am: 16.07.2018, 18:39 Uhr »
04.01. Fort Portal
Wir gehen heute etwas früher als gestern zum Frühstück. Ein paar Stelzen, eventuell Bachstelzen, sind ganz erpicht auf unser Auto- sie toben auf dem Dach und am Außenspiegel herum. :)
Mit der deutschen Familie, die in Kampala lebt und heute abreist, sind wir die einzigen beim Frühstück.
Nach dem Frühstück fragen wir Mariam - die Frau von Herrn Kluge-, zu wann die Crater Lake Tour gebucht ist. Es stellt sich heraus, dass ihr Mann sich darum noch nicht gekümmert hat. Sie organisiert aber umgehend bei einem Kollegen von Noah für uns die Tour. Anschließend erklärt sie uns, wie wir zum Büro der Uganda Crater Lakes Tours kommen.
 
Das Navi, dem ich die Ndali Lodge als Ziel vorgegeben habe, da diese unweit von Uganda Crater Lakes Tours liegt, will uns über Fort Portal lotsen. So könnte man auch fahren, aber wir ignorieren es, wir halten uns an die Wegbeschreibung von Mariam. Wie schon bei Mariams Erklärung geahnt, sind wir unsicher, wie wir fahren sollen. So verlassen wir uns weit gehend auf unsere Karte, die uns nicht viel weiter hilft, da sie nicht detailliert genug ist und auf unser Bauchgefühl. Ausschilderungen fehlen völlig :roll:. Nach einer Weile versucht es, unseren Weg zu übernehmen, aber das funktioniert nicht, da es uns auf Wege lotsen will, die es nicht gibt. An einer Kreuzung fragen wir einen jungen Mann mit Kind, der sich sogar bereitwillig zu unserm Auto begibt und uns in gutem Englisch erklärt, dass wir rechts abbiegen müssen. Wir ärgern uns, dass wir die kleinen Gummibärchentütchen nicht griffbereit haben. Unterwegs zweifeln wir noch mehrmals, ob das der richtige Weg ist, aber als zwei Kraterseen zu unserer linken Seite auftauchen, die auch auf der Karte eingezeichnet sind, wächst unsere Zuversicht.  :)





Das Navi führt uns in eine enge Abzweigung zur Ndali Lodge, später korrigiert es sich jedoch wieder. Es ist auch keine Lodge geschweige denn ein Hinweisschild zu sehen. Wir drehen daher um.  :(


der falsche Weg

Als wir den Ort Rwaihamba erreichen, bin ich sicher, dass wir zu weit gefahren sind. Hier herrscht viel Trubel, heute scheint Markttag zu sein (später lese ich im  Reisefüher, dass montags und donnerstags bis 12 Uhr Markt in Rwaihamba ist; es ist der drittgrößte dörfliche Markt Ugandas). Fotos mache ich leider keine, denn inzwischen bin ich etwas nervös, ob und wann wir unser Ziel erreichen. Ich frage einen Boda-Boda-Fahrer, wo wir Uganda Crater Lakes Tours finden. Er bietet sich an, uns den Weg zu zeigen und verlangt dafür 5000 UGX. Das ist es uns wert.


unser Lotse

Wir sind tatsächlich zu weit gefahren. An einer kleinen Nebenstraße haben wir das Schild von der Ndali Lodge übersehen, sonst hätten wir es auch gefunden. Wir geben dem Boda-Boda-Fahrer den vereinbarten Obolus und seine Mütze, die er unterwegs verloren hat.
Bei Uganda Crater Lakes Tours werden wir von Gilbert und Samuel empfangen. Letzterer wird unser Guide sein.


Uganda Crater Lakes Tours -Samuel

Vor der Tour gehe ich noch auf Toilette, die sich hinter dem Haus in einer Holzhütte befindet. Als Toilette dient eine kleine Grube, über die mehrere Balken gelegt und eine kleine Öffnung freigelassen wurde - ungewohnt, aber es erfüllt seinen Zweck. 8)

Nach Erledigung der Formalien starten wir gegen 11 h. Wir werden durch die Umgebung geführt und kommen an kleineren Ansiedlungen vorbei, wo diverse Pflanzen wie Kaffee und Mais, aber vor allem Obst (Avocados, Jackfrucht, Ananas, Papayas, Bananen) angebaut werden.



















Einige davon erklärt uns Samuel näher. Wir erfahren u.a., dass fünf verschiedene Bananensorten hier gedeihen: Kochbananen, gelbe Bananen, sweet bananas, ginger bananas und noch eine weitere Sorte).





Wir kommen an vier Kraterseen vorbei, darunter der Nyinambuga Kratersee, der auf dem 20.000 UGX-Schein abgebildet ist. Leider ist es sehr diesig, so dass die Aussichten bescheiden sind.



Christian macht sich bei den Kindern beliebt, als er sie filmt und auf das Display schauen lässt. Die Kinder wollen uns zum Teil auch anfassen und sprechen uns mit „photo me“- fotografiere mich- an. Samuel erklärt uns, dass es für sie „Prestige“ ist, einen Weißen anzufassen.







Wir sind froh, dass wir die kürzere Tour gewählt haben und nicht die fünf- bis sechsstündige, die zu insgesamt neun Kraterseen und zur "lava pipe which is a volcanic hole that automatically sucks birds in flight and later releases them in an upward curve) führt, denn obwohl sich die Sonne heute oft hinter Wolken versteckt, sind wir k.o, als wir gegen 13:30 h wieder beim Office eintreffen. Die Tour hat uns gut gefallen, denn sie hat uns interessante Einblicke in das dörfliche Leben ermöglicht.

Der Rückweg nach Fort Portal ist leicht zu finden.





Mariam hat unseren Besuch für nach 15 h im Waisenhaus Toro Babies Home angekündigt. Eine Bekannte hatte uns darum gebeten, das Waisenhaus zu besuchen und ein paar Fotos vom aktuellen Zustand des Gebäudes zu machen. Sie unterstützt es über den Verein Partnerschaft Gesunde Welt e.V. und war schon öfters vor Ort. Diese Bitte können wir ihr schlecht abschlagen, schließlich hatte sie im Vorfeld der Reise immer ein offenes Ohr für unsere Fragen.

Wir haben jedoch noch Zeit und so kehren wir zum Essen im Café Aziza ein. Wir bestellen beide einen Steak Burger mit Pommes. Auf der Speisekarte steht, dass die Zubereitung des Essens mindestens 25 Minuten dauert.
Ich bestelle mir einen Mangosaft. Als er gebracht wird, ärgere ich mich, dass ich ihn nicht ausdrücklich ohne Eiswürfel bestellt habe. Vermutlich aus Angst, mir etwas wegzuholen, will er mir nicht so schmecken. Da halte ich mich lieber an Christians Wasser. Das Essen kommt nach ca. einer halben Stunde, für Uganda eine mehr als akzeptable Wartezeit. Christian ist mit dem Burger zufrieden, auch wenn er zwischendurch auf ein Stück Knochen beißt. Mir schmeckt das Fleisch vom Burger nicht ganz so, aber die Pommes und der kleine Beilagensalat sind gut.
 
Zeitgleich mit uns trifft ein norwegisches Ehepaar beim Toro Babies Home ein, dass das Waisenhaus schon seit längerem unterstützt. Sie bringt uns zur Leiterin Christine, die uns das Waisenhaus zeigt und uns einiges dazu erzählt.








Christine, die Leiterin

Es werden nicht nur Waisenkinder aufgenommen, sondern Kinder, deren Eltern sich aus welchen Gründen auch immer momentan oder dauerhaft nicht um sie kümmern können. Hier leben sie in kleinen Gruppen mit einer "Mutter".  Für uns ist es bedrückend zu sehen, in welch bescheidenden Verhältnissen die Kinder hier leben, aber natürlich ist es erfreulich, dass die Kleinen ein Zuhause und eine Bezugsperson gefunden haben. Auch wenn es leider nicht die Regel ist, kommt es vor, dass Kinder wieder in ihre ursprüngliche Familie zurückkehren können.










eine der "mothers"




Es gibt zwar auch eine neuere Küche, wo mit Gas gekocht werden kann, aber das ist zu teuer für das Waisenhaus :(
 
Wir hatten im Vorfeld überlegt, was wir am besten mitbringen. Da wir keine Kindersachen haben und wir den Eindruck haben, das auch eine Geldspende nicht in "dunklen Kanälen" versickert sondern den Kindern zu Gute kommt, übergeben wir Christine zum Abschied Geld, damit sie das kaufen kann, was momentan am Nötigsten gebraucht wird.
 
Als wir auf die Gästefarm zurückkehren, fragen wir, ob unsere Wäsche fertig ist (sie ist es) und lassen uns noch eine kalte Cola gegeben. Da bis zum Abendessen noch Zeit ist, setzen wir uns auf unsere „Terrasse“ vor dem Zelt hin. Wir hören eine Kuh wie am Spieß brüllen und entdecken sie schließlich im Wald, vielleicht sucht sie ihre Artgenossen. :?

Später gehen wir zusammen mit dem Schweizer Pärchen zum Restaurant und setzen uns vor dem Dinner noch draußen auf ein kühles Getränk hin. Wir plaudern natürlich über die jeweiligen Erlebnisse in Uganda und im Verlauf des Abends tauschen wir unsere weiteren Afrikaerfahrungen aus. Es ist sehr kurzweilig.

Christian schmeckt das Abendessen heute nicht so gut, vielleicht weil er noch zu satt vom Burger ist. :wink: Als Suppe gibt's Karotten- Ingwersuppe mit Baguette. Als nächsten Gang gibt es wieder den gemischten Salat sowie den Rote-Bete-Salat. Als Hauptspeise gibt es Ministeaks, Pilzsauce, Hühnerfrikassee mit Meatballs und gemischtem Gemüse aus Karotten, Blumenkohl und Erbsen. Als Nachtisch wird Bananenkuchen aufgetischt, der mir aber schmeckt, da ich keine Banane herausschmecke.
 
Obwohl es für afrikanische Verhältnisse spät geworden ist, lassen wir das Zähneputzen/Duschen nicht ausfallen. Das rettet einen Gecko das Leben, den Christian zappelnd in der Kloschüssel entdeckt.
Übernachtung: Kluges Guestfarm, comfortable tent, HB
Kilometer: 80

Gruß Chrissie
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« Antwort #23 am: 17.07.2018, 09:41 Uhr »

Vor der Tour gehe ich noch auf Toilette, die sich hinter dem Haus in einer Holzhütte befindet. Als Toilette dient eine kleine Grube, über die mehrere Balken gelegt und eine kleine Öffnung freigelassen wurde - ungewohnt, aber es erfüllt seinen Zweck. 8)

Im Volksmund auch Donnerbalken genannt  :wink:
Gruß
Lothar

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*Chrissie

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« Antwort #24 am: 18.07.2018, 15:15 Uhr »
05.01. Fort Portal
Auf dem Weg zum Frühstück kommt uns das symphatische „birder“-Pärchen im Auto entgegen. Sie winken kräftig. Das bedeutet wohl, dass sie abreisen. Schade, ich hätte mich gefreut, wenn wir uns heute Abend noch mal etwas ausführlicher hätten unterhalten können.



Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Schweizern. Dann überlegen wir, was wir mit dem heutigen Tag anfangen können. Schade, dass Herr Kluge gestern nur kurz zu sehen war, ich hätte ihn gern nach seiner Meinung zum Schimpansen-Tracking in Kibale gefragt. Die Gruppe, mit der wir das Gorilla-Tracking hatten, war vom hiesigen Schimpansen-Tracking nicht ganz so begeistert. Die Gruppengröße soll wesentlich größer gewesen sein. Da Christian ohnehin nicht sonderlich erpicht auf ein weiteres Tracking ist, schaue ich in meinen Unterlagen nach, ob ich noch ein Geheimtipp für den heutigen Tag finde. So richtig fündig werde ich nicht. :roll:
Christian findet in der Zwischenzeit heraus, dass das Zelt nicht sehr sicher ist, da neben den Reißverschlüssen noch Klettverschlüsse sind, durch die man einfach ins Zelt eindringen kann. Dennoch haben wir hier auf dem Gelände keine Bedenken, denn die "großen" Wertgegenstände wie Kamera etc haben wir bei uns und damit jemand mein Uralt-Laptop von 2007 mitnimmt, muss ich wohl noch eher zuzahlen. :lol:
Wir studieren zusammen noch einmal die Reiseführer und entscheiden uns zum Top of the World Viewpoint fahren, in der Hoffnung dort auch ein bisschen spazieren zu können. Dieser liegt auch im Gebiet der Crater Lakes. Da wir noch ein paar kleine Getränke kaufen wollen, wählen wir heute die Anfahrt über Fort Portal.


Double-toothed Barbet




Fort Portal erstreckt sich auch weitab der Hauptstraße

Ich hatte mir gestern die Stelle gemerkt, wo wir nach der Tour von der murram road wieder auf die Teerstraße abgebogen sind, so stellt es uns heute vor keine großen Probleme, den Weg zum Lake Nkuruba Nature Reserve zu finden. Von dort kann man wohl zum Viewpoint laufen.

Wir parken an der Rezeption -hier werden auch Übernachtungen in einfachen Unterkünften und auf dem Campingplatz angeboten-, da Tagesbesucher im Reserve 5.000 UGX Eintrittsgebühren zahlen müssen. Uns wird eine geführte Tour zum Aussichtspunkt angeboten. Wir sagen zu, einerseits, damit wir ihn auch wirklich finden, andererseits auch, um noch etwas mehr über das Leben in Uganda etc zu erfahren. Der Preis für die Besichtigung des Top of the world ist im Preis für die Tour enthalten (wir zahlen 25.000 UGX pP für die Tour, entspricht etwa 6,25 €). Der Eintritt für das Reserve scheint damit auch abgegolten zu sein.
 


Der Guide erzählt uns, dass das Reserve 1991 zum Schutz des Waldes und der dort lebenden Tiere gegründet wurde und somit älter als er ist. Wir bekommen noch weitere Infos zu Bananen und Gemüse, was uns jedoch besonders gefällt: er hat ein Fernglas dabei, mit denen er uns gleich zu Anfang auf die Husaren-Affen aufmerksam macht. Unsere Hoffnung auf ein paar schöne Vogelsichtungen erfüllt sich zwar nicht ganz, aber dennoch werden wir nach der Tour für uns feststellen, dass diese uns fast noch besser als die gestrige gefallen hat.




African Paradise-Flycatcher






sieht wie Physalis aus, ist jedoch keine







Die Aussicht muss bei klarem Wetter wunderbar sein.





Die Blaukehlagame scheint sehr häufig in Uganda zu sein:







Unweit der Rezeption sehen wir Colobus-Affen und noch mal Husarenaffen.







Nach ca.1,5 h sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt, es ist jedoch noch nicht vorbei, denn der Guide geht mit uns noch zum nahe gelegenen See. Es macht ihm offensichtlich Spaß mit uns, vielleicht sind nicht alle Gäste so interessiert wie wir, und von unserem Fernglas ist er ganz beeindruckt, als wir ihn mehrfach durchschauen lassen.













Im ersten Moment bin ich überrascht und etwas "pikiert", dass er ungefragt an den Camcorder geht, aber dann sehe ich es relaxt und gönne ihm seine offensichtliche Freude.



Bevor wir das Reserve verlassen, trinken wir noch eine kühle Cola.

Der Staub auf den Pflanzen am Straßenrand bringt uns immer wieder zum Stauen.






 
Weil es noch früher Nachmittag ist, wollen wir zum Semliki Viewpoint fahren, von dem wir im Reiseführer gelesen haben. Da die Straße hinter Fort Portal schon nach wenigen Kilometern in Schotter übergeht und wir nicht einschätzen können, wie weit es noch ist, drehen wir um und verzichten auf den Ausblick.
 
Der Rückweg führt uns wieder durch Fort Portal, wo wir wie in vielen anderen Orten in Uganda neben anderen Möbeln Betten zum Verkauf an der Straße sehen.







Die Bedeutung des Fahrrads in Uganda ist an den vielen Ständen erkennbar, wo Räder repariert oder verkauft werden.


 
Wir fahren durch Bananenplantagen und an einem Friedhof vorbei zurück zur Guest Farm. In einem Baum thront ein Schopfadler, an seinem Schopf kann man gut erkennen, aus welcher Richtung der Wind kommt. :wink:
 
Nach einem kurzen Bad im Pool, bestellen wir uns einen Kaffee.



Danach packen wir unser Gepäck und setzen uns anschließend auf unsere „Veranda“, wo ich unseren restlichen Amarula austrinke. Später setzen wir uns ans Lagerfeuer vor dem Restaurant und lassen uns ein kühles Getränk bringen.



Es gibt heute wieder die leckere Tomatensuppe. Des Weiteren gibt es gebackene Aubergine und gemischten Salat. Als Hauptgericht gibt es einmal Hähnchen mit Currysauce und Fisch in Kokosnusssauce. Als Beilagen stehen zur Auswahl Reis mit Erbsen, gestampfte Kartoffeln sowie Gemüse. Als Dessert werden Bananenfrittas mit Vanillesauce serviert. Ich bin skeptisch, aber es schmeckt gar nicht nach Banane (die ich nicht mag), sondern eher nach säuerlichem Apfel. 10 weitere sind Gäste anwesend, darunter ein schwarzes Pärchen. Herr Kluge ist heute noch Kampala gefahren, ihn werden wir während unseres Aufenthaltes nicht mehr sehen.
Übernachtung: Kluges Guest Farm, comfortable tent; HB
Kilometer: 98

Gruß Chrissie
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« Antwort #25 am: 22.07.2018, 18:06 Uhr »
06.01. Fort Portal - Hoima
Mitten in der Nacht piept mehrmals irgendetwas. Christian vermutet, dass der Ton von der Kamera oder dem Fotoapparat kommt. Aber beide sind bei seiner Kontrolle in Ordnung. :?
Gegen 4:00 Uhr gehen wir auf Toilette, vom Bauchgefühl kommt es mir so vor, dass es schon später sein müsste. Nach einer weiteren Stunde bin ich davon überzeugt, denn die Vögel fangen an zu zwitschern, und es wird langsam hell. Wir vergleichen die Uhrzeit mit dem Handy und stellen fest, dass es tatsächlich nicht erst wie laut Wecker 5 h sondern kurz vor 7 h ist. Das Piepen muss der Wecker gewesen sein, der sich aus unerklärlicherweise zurück auf europäische Zeit gestellt hat. :roll:

Schnell raus aus den Betten. Vor dem Frühstück packen wir unser Gepäck. Es sind nur 16 °C, aber die Sonne scheint. Nach dem Frühstück begleichen wir unsere Rechnung bei Mariam und verabschieden uns von ihr. Die Getränkepreise sind im Rahmen, aber der Wäscheservice ist im Vergleich zu anderen Unterkünften etwas teurer.
 
Die Strecke nach Hoima ist mit ca. 220 km– zumindest nach europäischen Maßstäben - nicht sehr weit, aber wir hatten schon im Vorfeld gehört, dass man aufgrund des Straßenzustands ungefähr 6 h einplanen sollte, bei Regenwetter sogar noch mehr. Geführte Touren fahren vom südlichen Teil des Murchison Nationalparks an einem Tag bis Fort Portal oder Umgebung zwar durch, aber diesem Druck wollten wir uns nicht aussetzen. Wie sich zeigen sollte, war dies die richtige Entscheidung.
 
Das Navi geht heute schon wieder nicht an, zum Glück haben wir die Reise- Know-How-Karte zur Ergänzung und als Rückfallebene. Wir tanken in Fort Portal und biegen dann auf die Straße nach Kampala ab. Die ersten 10 km aus Fort Portal heraus ist die Teerstraße mit Schlaglöchern übersät. Die speed bumps sind auch lästig. Es folgen Straßenbauarbeiten, aber wie so oft in Afrika stehen mehr Arbeiter herum, als welche, die wirklich etwas tun. Die Bauarbeiter wedeln mit roten bzw. grünen Fahnen, ohne dass wir wissen, was es bedeuten soll.  Es fällt auf, dass hier mal keine Siedlung auf die nächste folgt, sondern Bäume und Wälder uns umgeben.
 




In Kyenjojo gibt eine Abzweigung nach links, aber wir sind uns nicht so sicher, ob es dort nach Hoima geht, da Hoima nicht ausgeschildert ist. Der andere Ort steht dafür auf der Landkarte nicht drauf. Wir fragen an der Tankstelle und einem am Straßenrand, sie nicken. Wir sind nur nicht sicher, ob sie uns richtig verstanden haben. Daher steigt Christian an einem Hotel aus, um den Portier zu fragen. Auch dieser bestätigt es. Dabei kommt es beinahe zu einem Unfall: Christian übersieht beim Aussteigen einen Radfahrer, zum Glück kann dieser ausweichen.  :shock: Man kann gar nicht sagen, wer von beiden mehr erschrocken ist.
 
Der Weg nach Hoima hat es wirklich in sich: mal ist es eine Sandpiste, dann eine Erd- oder Schotterpiste, zwischendurch sind immer wieder Bauarbeiten. Die Sandpiste hat den Nachteil, dass wir kaum Sicht nach vorne haben, wenn ein Lkw vor uns fährt. Natürlich ist die Piste meist nicht so breit, dass man gefahrlos überholen kann und auch beim Gegenverkehr –gerade wenn es ein Lkw ist, muss man besonders vorsichtig sein. Denn die Lkw-Fahrer nehmen keine Rücksicht und halten stur drauf.  Zum Teil staubt es so stark, dass man kaum den Weg erkennen kann. Wir werden Zeuge, als eine Frau vom Boda-boda fällt. Zum Glück ist in dem Moment kein anderes Fahrzeug in der Nähe. Da sie sofort aufsteht, halten wir nicht an. Wir sind beruhigt, als nach einer Weile ein Hinweisschild anzeigt, dass Hoima noch 140 km entfernt ist. So sind wir definitiv auf dem richtigen Weg.








Sicht fast null

Ab und an passieren wir kleine Orte:




Auch in diesem Teil Ugandas gehören die Wasserkanister zum Alltag


immer wieder Baustellen

Wir sind sehr froh, als die Straße geteert ist.



Doch was ist das?


Stangen kennzeichnen die Löcher


Zum Teil werden die Bumper aus Kieselsteinen (?) wieder abgetragen.

Die Freude über die Teerstraße währt nicht lange, denn es folgt eine Buckelpiste der allerschlimmsten Art für ca. 10 km. Wenn wir hier eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas über 10 km/h haben, ist es schnell. Wir sind zufrieden, als wir wieder eine fahrbare Piste unter den Rädern haben.





Geschafft erreichen wir das Kolping House (Hotel) gegen 16 h, noch weiter/länger hätten wir nicht fahren wollen. Wir bekommen nur ein Zimmer im alten Flügel (85.000 UGX inklusive Frühstück), obwohl wir Douglas darauf hingewiesen hatten, dass wir ein Zimmer im neuen Flügel wünschen, weil diese lt. Bradt Reiseführer die bessere Wahl seien. Wir sehen uns das Zimmer an und beschließen, uns nicht noch woanders nach einer Alternative umzusehen, da es sauber und nur für eine Nacht ist.




Wir haben das dreckigste Auto weit und breit :wink:





Nachdem wir uns kurz ausgeruht haben, machen wir uns auf dem Weg, um eine Kleinigkeit zu essen. Im Bradt Reiseführer werden zwei Lokale empfohlen, die bei uns in der Straße liegen: Eve‘s Local Coffee Shop und Restaurant sowie The Sandwich King. The Sandwich King finden wir nicht, daher kehren wir bei Eve‘s Local Coffee Shop ein.



Christian schaut sich das Buffet an, das 15.000 UGX pro Person kostet. Es sind aber nur Fischköpfe, Kartoffeln und andere Sachen übrig, die uns nun wirklich nicht zusagen. Daher bestellen wir nur einen Kaffee mit Milch. Die Angestellte macht uns darauf aufmerksam, dass es eine Viertelstunde dauern wird. Ok, wenn normalerweise fürs Essen eine Stunde Wartezeit eingeplant werden muss, warum nicht eine Viertelstunde für Kaffee. Daraus wird jedoch bestimmt eine halbe Stunde, daher bestellen wir uns noch ein stilles Wasser. Dann werden uns zwei Thermoskannen gebracht. Wir wundern uns, dass sie außerdem noch ein kleines Glas Nescafé bringt. Es stellt sich heraus, dass sie Milch, Kaffeepulver und heißes Wasser bereits in der Thermoskanne gemixt hat. Sie hat jedoch so wenig Kaffeepulver genommen, dass wir noch welches nachfüllen müssen :lol:. Wir nehmen uns dann noch ein großes Wasser fürs Zimmer mit. Für alles (gute vier Tassen Kaffee, eine 1,5 Liter und eine 0,5 Liter Flasche Wasser) zahlen wir günstige 10.000 UGX (ca. 2,50 €) inkl Trinkgeld.
 


Bekannte Anblicke in Hoima: Boda-bodafahrer und Möbelverkauf an der Straße




in der Nähe zu Ansiedlungen gibt es für ihn immer was zu fressen

Wir kehren ins Hotel zurück, und Christian holt aus der Bar vom Restaurant für unseren „privaten“ Sundowner zwei Cola zero, ein Bier sowie einen Uganda Waragi (Gin). Amarula gibt es leider nicht.
Wir duschen, leider hat die Dusche keinen Vorhang, so dass der Fußboden nass wird. Anscheinend ist es in Uganda üblich, dass Flipflops als Badeschuhe für die Gäste hingestellt werden. Wir mögen sie jedoch aus hygienischen Gründen nicht nutzen.

Das Buffet ist nicht besonders, aber was will man bei dem Preis (18.000 UGX pro Person) erwarten. Es gibt Matoke, Kartoffeln, Reis und so etwas wie Asia-Nudeln. Dazu gibt's Rindfleisch und Hühnchen. Als Nachtisch gibt es Wassermelone und Ananas.



Im Zimmer speichere ich noch die Fotos und lese. Christian zappt sich durchs TV-Programm, bis uns die Müdigkeit übermannt.
Übernachtung: Kolping House, double room, old wing; BB
Kilometer: 220

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*partybombe

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« Antwort #26 am: 23.07.2018, 10:00 Uhr »
Ich bin dabei

*Chrissie

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« Antwort #27 am: 24.07.2018, 17:31 Uhr »
07.01. Hoima - MFNP-südlicher Teil
In der Nacht hören wir ab und zu Verkehrslärm und über einen längeren Zeitraum heftiges Hundegebell, aber dennoch ist es eine erholsame Nacht. :schlafen:

Das Frühstück im kantinenartigen Speisesaal ist im Zimmerpreis inbegriffen und diesem entsprechend. Es gibt Kaffee, Tee und Saft, aber auf dem Kaffee schwimmen Fettaugen :kratz:. Das englische Frühstück besteht aus Kartoffeln, Bohnen, Würstchen und Omelett. Außerdem gibt es Müsli, Toast, Butter, Marmelade sowie Ananas und Papaya. Die Würstchen sind nicht nach Christians Geschmack, der Rest ist annehmbar, aber natürlich keine kulinarische Offenbarung.

Wir bezahlen unsere Rechnung in Höhe von 85.000 UGX. Das Restgeld und die Quittung werden sogar in einen separaten Umschlag gepackt.

Beim Losfahren probieren wir nochmal das Navi, es funktioniert :groove:. Durch Hoima hindurch ist noch Teerstraße,


afrikanischer Baustil :D

aber dann geht es auf Sand- bzw. Erdstraßen weiter. Diese haben es ganz schön in sich. Nach fünf Kilometern ist uns noch einmal für rund 20 km Teerstraße vergönnt, dann geht es aber endgültig auf einer Erdstraße weiter.
Die Strecke nach Masindi ist nicht ganz so besiedelt wie wir es am Anfang im südlichen Uganda hatten. Die Gegend ist sehr grün. Entlang der Straße wachsen Papyrus, Farne sowie Palmen und Mais wird angebaut, später auch Bananen. An der Strecke liegen einige ansehnliche Hütten. Im Hintergrund erheben sich größere Hügel, und wir sehen öfter Ankolerinder.







Die Straße ist wieder eine Wellblechpiste, aber nicht ganz so schlimm wie gestern. Wir schaffen immerhin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h, wenn nicht ein LKW vor uns fahren würde, wäre es noch mehr. Unweit von Masindi ist die Straße wieder geteert.


kurz vor Masindi

In Masindi suche ich als erstes eine Toilette und frage in einem Restaurant danach. Ich werde an eine Dame verwiesen, die mich wiederum zu einer weiteren vermittelt, bei der Dritten bekomme ich dann einen Schlüssel für die Toilette. Diese ist sauber und verfügt sogar über Toilettenpapier.  :daumen:
Anschließend kaufe ich im Supermarkt – in Deutschland würde man es eher als Tante-Emma-Laden bezeichnen -  Kekse, Kaffeesahne und Getränke ein. Wir tanken und wollen bei der Centenary Bank Geld abheben, leider ist deren Geldautomat kaputt, so dass wir zur Barclays Bank fahren, die fürs Abheben 31.000 UGX an Gebühren berechnet.

Nach einer Stunde verlassen wir Masindi, wo ich leider keine Fotos gemacht habe. Kurz haben wir noch Teerstraße unter den Rädern, dann geht es auf der üblichen murram road weiter. Der Weg zum Gate ist gut ausgeschildert.
Wir kommen an verschiedenen Hütten vorbei, es werden Bananen und Mais angebaut. Ca. 5 km vor der avisierten Unterkunft ist ein großer Markt.







Von der Unterkunft der Boomu Women’s Group sind wir, nachdem wir uns die Hütte und die Sanitäranlagen angeschaut haben, nicht besonders angetan. Es gibt kein Licht, was machen wir, wenn es dunkel wird? Sicher, wir haben Taschenlampen, aber dennoch ... Wir sind sehr skeptisch. Andererseits ist es sicherlich ein authentisches Erlebnis, außerdem unterstützt man somit die Community. Wir sagen der Dame, die uns die Räumlichkeiten gezeigt hat, dass wir erstmal in den Park fahren und dann entscheiden, ob wir zurückkommen. Fotos habe ich nicht gemacht, das wäre mir zu peinlich gewesen, in ihrem Beisein zu fotografieren.





Das Gate zum Murchison Falls NP liegt keinem Kilometer entfernt. Wir werden schlappe 905.000 UGX für drei Tage inklusive Auto los. Ich weise darauf hin, dass wir vier Tage im Park sein werden, aber der Angestellte meint nur lapidar, das können wir dann beim Verlassen des Parks begleichen.

In der ca. 8 km entfernten Budongo Eco Lodge trinken wir einen Kaffee und erkundigen uns, ob wir hier unterkommen könnten - sie haben noch etwas frei. Wir sehen uns die Unterkunft jedoch nicht an, da es uns eigentlich zu weit weg von der Fähre und somit zum nördlichen Teil des Parks ist, der tierreicher als der südliche Teil sein soll. Wir hatten uns ursprünglich für eine Nacht im südlichen Teil bzw. bei Boomu Women’s Group entschieden, da man auch hier die Möglichkeit hat, an einem Schimpansen-Tracking teilzunehmen.





Die Paviane flüchten, als wir anhalten. Dafür verirren sich ein paar Tsetsefliegen ins Auto: es ist ein Kampf, diese wieder aus dem Auto zu bugsieren. Die blau-schwarzen Fallen für die Tsetsefliegen stehen nicht ohne Grund in diesem Gebiet.  :(



Als wir auf einer Brücke anhalten, um die Landschaft zu fotografieren, entdecke ich Colobusaffen.



Es ist schwierig, den Woodland Kingfisher durch das geschlossene Fenster zu fotografieren, aber die Tsetsefliegen umkreisen uns schon wieder. :knurrig:





Wir fragen im Red Chilli Rest Camp, das unweit der Fähre liegt, nach einer Bleibe für die Nacht. Es sind Zelte und eine Banda frei. Letztere lassen wir uns zeigen. Sie verfügt über eine Toilette mit Dusche, ist aber sehr einfach gehalten und kostet 55 $ die Nacht ohne Verpflegung. Wir sehen uns die Banda an und sind uns sofort einig, dass wir hier bleiben. Die Angestellte muss sich jedoch nochmal in der Zentrale in Kampala vergewissern, ob sie tatsächlich frei ist – sie ist es.




Banda „Catfish“



Wir bestellen uns drei Paar beef-Samosas, bevor wir das nötigste Gepäck zur Banda bringen. Das Auto müssen wir an der Rezeption/Restaurant stehen lassen, da man nicht an der Banda parken kann.
Im Außenbereich gibt es eine kleine Couch, auf der wir unsere Samosas verzehren. Gegenüber arbeiten die Bauarbeiter.
Später sehen wir, dass die Banda nebenan auch noch frei sein muss und ärgern uns etwas, dass man uns nicht dort einquartiert hat, denn dann hätten wir die Bauarbeiten weniger mitbekommen.

Neugierig, wie wir sind, fahren wir zur Anlegestelle der Fähre. Die Abfahrt um 16 h verpassen wir knapp, da die nächste Fähre erst um 18 h geht, verzichten wir heute auf die Überfahrt.





Wir schauen uns jedoch ein bisschen um. Richtig interessant ist es nicht, bis auf einem Vogel und einen stattlichen Pavian ist nicht viel los.















Als die Fähre von der anderen Seite kommend wieder anlegt, fahren wir zum Camp zurück. Wir sehen ein Stück vor uns an der Straße Warzenschweine, aber sie verschwinden, bevor ich ein Foto schießen kann.
In der Nähe der Rezeption beobachten wir noch ein paar Vögel.



Auch heute lassen wir uns beköstigen:
wir können wählen zwischen beef lasagne, Fish & Chips  sowie Vegetable Curry. Christian entscheidet sich für die beef lasagne, ich mich fürs Curry. Zum Nachtisch gönne ich mir noch ein Stück Karottenkuchen. Es ist ein recht großes, saftiges Stück und sein Geld wert.
Eine große Gruppe sitzt am Lagerfeuer. Fledermäuse fliegen umher, und auch ein Warzenschwein besucht uns, wohl in der Hoffnung, dass was abfällt. Anschließend bestellen wir uns für morgen Frühstück zum Mitnehmen: beef Samosas, vegetable Samosas, Chapatis sowie Ananas.





Wir setzen uns auf unserer "Veranda" noch hin, trinken einen verspäteten Sundowner und lassen den gut sichtbaren Sternenhimmel auf uns wirken. Einige Insekten fliegen durch die Luft und Geckos machen reiche Beute,  vielleicht bemerken wir deswegen keine Mücken.
Gespannt, was uns die nächsten Tage im MFNP bringen werden und ob uns dieser besser als der QENP gefällt, sinken wir ins Bett. Ich bin optimistisch, Christian eher pessimistisch.
Übernachtung: geplant Boomu Women’s Group, BB, tatsächlich Red Chilli Rest Camp
Kilometer: 150

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« Antwort #28 am: 26.07.2018, 17:16 Uhr »
08.01. MFNP-südlicher Teil  - MFNP nördlicher Teil
Wir hören gegen Morgen Hippos grunzen.  :)Als wir aufstehen, gibt es keinen Strom, so dass wir uns mit Kerzen und Taschenlampen behelfen müssen. Der Generator wird vermutlich erst gegen 7 h angestellt.
Wir nehmen unser Frühstück an der Bar in Empfang und befüllen unsere Thermoskanne mit heißem Wasser.
 

 
Kurz vor 7 h sind wir am Office, um die Fährfahrt zu bezahlen (20.000 UGX für die Überfahrt inklusive Fahrer sowie 5000 UGX für den Beifahrer). Die erste Fähre legt ein paar Minuten später ab.
Während wir mit drei weiteren Autos auf die nächste Fährüberfahrt warten, macht sich Christian einen Kaffee. Vor uns hantieren zwei Frauen mit ihrer Kühlbox. Ein Pavian beobachtet die beiden und nutzt einen kurzen Moment der Unachtsamkeit aus und stibitzt ein Frühstückspaket. Uns wundert, dass ihnen ihr Guide anscheinend nicht eingeschärft hat, besonders achtsam zu sein, wenn Paviane in der Nähe sind.  :roll:

Wir genießen den Sonnenaufgang auf der kurzen Fährüberfahrt, auch wenn zahlreiche Wolken am Himmel sind.





Eine Horde baboons begrüßt uns neben zahlreichen Marabus.
Unweit von der Anlegestelle wirkt die Landschaft an einem kurzem Abschnitt unmittelbar an der Piste kratermäßig, so ähnlich stellen wir es uns auf dem Mond vor.





Ein im Nationalpark ungewohnter Anblick sind zwei Motorradfahrer, die uns entgegen kommen. Es sind vermutlich Angestellte einer Lodge.
Der erste Eindruck vom nördlichen Teil ist positiv: die Savannen-Landschaft gefällt uns sehr gut, und wir sichten Warzenschweine, Wasserböcke, Uganda Kobs, Kuhantilopen, Oribis, Büffel und Giraffen, auch wenn sie manchmal zu weit entfernt oder zu verborgen im Gebüsch sind. Tree squirrels, Grautokos, Hornbills und Perlhühner gibt es ebenso, leider jedoch auch Tsetsefliegen. :(













Oribis liegen häufig unmittelbar am Wegesrand.


 
Die Hornbills sehen ein bisschen anders aus, als wir sie aus dem südlichen Afrika kennen, da sie einen Höcker am Übergang vom Kopf zum Schnabel und eine bläuliche Färbung haben. Später werden wir feststellen, dass es northern hornbills (Bucorvus abyssinicus) sind.




Rotnackenfalke
 
Im Buligi Track rennt uns eine Hyäne über den Weg. Ich kann gerade noch ein Foto schießen. Leider wird das unsere einzige Hyänensichtung bleiben.


 
Langsam ist es Zeit fürs Frühstück, schließlich hat Christian den Kaffee schon fast ausgetrunken.



Je weiter wir den Buligi Track entlang fahren, umso dichter wird das Gebüsch. Wir sehen zwar viele Vögel umherfliegen, aber man kann sie nicht gut beobachten. Tsetsefliegen verfolgen uns. Der Weg hält auch einige Senken parat. Aber da wir langsam fahren, ist es gut machbar.



Begeistert sind wir, als diese Schlange – vermutlich ein Python- sich vor uns über die Straße schlängelt. So eine dicke, lange Schlange sehen wir das erste Mal.







Der kurze Abstecher zum Delta bird hide lohnt sich nicht. Der Hide ist stark mit Fledermauskot verschmutzt, und wir sehen nur weit entfernt ein paar Reiher.
 

Delta bird hide

 
Wir legen für eine weitere Stärkung einen Stopp ein und genießen, dass der Wind etwas durch die offenen Fenster bläst und uns somit etwas erfrischt. Auf dem weiteren Weg können wir öfter den Nil sehen, aber leider ist er noch verhältnismäßig weit weg und mitunter wird die Sicht zusätzlich durch Gebüsch erschwert.



Christian darf seinen Blick nicht zu lang schweifen lassen, denn es gibt einige heftige Senken :o:





Hinter dem Delta Point wird der Weg sandiger. Das Wasser verschwindet schnell aus unserem Blickwinkel, und wir kommen wieder in eine Savannenlandschaft. Wir sehen weiterhin immer wieder diverse Tiere, darunter ein junges Uganda Kob und eine Nyala-Antilope.







Am Hippo Point steigen wir aus - im Gegensatz zu den südafrikanischen Parks gibt es keine Hinweise, dass man in den Parks (QENP und MFNP) nicht oder nur an bestimmten Stellen aussteigen darf. Ab und zu tauchen ein paar Hippos auf, um dann schnell wieder abzutauchen.





Christian zweifelt, ob wir in die richtige Richtung fahren, daher schließe ich das Navi an. Wir befinden uns auf dem Queen’s Track und da wir nach Osten fahren, fahren wir auch in die richtige Richtung.
Erkennt ihr, was ich entdeckt habe?




Husarenaffe

Weiter geht es über den Albert Track und dann in den palmengesäumten Pakuba Track, der verhältnismäßig nah am Wasser entlang führt.
Hippos liegen an Land, aber sie sind zu weit entfernt für ein Foto.
 




Ich freue mich über den ersten Elefanten.


 
Gespannt erreichen wir gegen 13 h die Pakuba Safari Lodge, die teuerste Unterkunft auf unserer Reise (212 $ inkl. HP).

Wir werden mit einem Begrüßungsdrink und einem frischen Tuch zum Händeabwischen von Aron (?) in der Pakuba Lodge willkommen geheißen. Er sagt ein paar Worte zur Lodge und fragt, ob wir Mittagessen wollen, aber die Mittagskarte reizt uns nicht. Dann bringt er uns zu unserem Zimmer, das in Sichtweite zum Pool liegt. Es ist geräumig mit einer kleinen Sitz- und Schminkecke.








hinter dem Pool ist noch eine kleine Baustelle, die uns -außer optisch- nicht beeinträchtigt hat


Restaurant



Christian holt das Auto, er kann direkt davor parken, um das Gepäck auszuladen. Nachdem wir uns eingerichtet und in der Anlage etwas umgeschaut haben, gehe ich zu Aron und bitte ihn um heißes Wasser und Handtücher für den Pool. Letztere sollten eigentlich dort liegen. Aron sagt, er kümmere sich darum. Kurz darauf kommt er zurück und teilt mir mit, dass die Mitarbeiter in der Küche beschäftigt sind. Es dauert wohl ein bis zwei Stunden mit dem heißen Wasser :x. Das bezweifle ich zwar, dass die Leute in der Küche so beschäftigt sind, denn außer uns sind kaum andere Gäste da, aber ich verkneife mir eine Bemerkung.
Als die Auflagen für die Liegen und Handtücher gebracht werden, genießen wir im Pool die kleine Abkühlung. Christian rettet einem Käfer das Leben: er fischt ihn aus dem Wasser und legt ihn an den Beckenrand. Danach brauchen wir eine Stärkung und essen unsere letzten Samosas.
 
Gestärkt können wir nach Pakwach fahren, um dort Getränke einzukaufen. Auf dem Weg zum Tangi Gate sehen wir die alten Bekannten: Uganda Kobs, Oribis, Perlhühnern, Warzenschweine, Hornbills und Elefanten.






 
Ein Elefant schlendert seelenruhig am Picknicktisch vorbei. Das scheint selbst für die Angestellten am Gate nicht alltäglich zu sein, da einer sein Handy zückt, um zu fotografieren.


Die Agame am Baum habe ich erst zu Hause am PC entdeckt





Wir halten mit dem „Schrankenwärter“ kurz Smalltalk, bevor wir kurz hinter dem Gate an einem Wasserloch erneut stoppen, da dort viele Vögel (Nilgänse, Nimmersatt, Kingfisher, Klaffschnabel, Kronenkraniche), ein paar kleine Krokodile und im Hintergrund ein paar Elefanten sind. Gerne würden wir hier etwas verweilen, aber wir wollen schließlich noch in Pakwach etwas einkaufen.











An einer Biegung halten wir uns links, anscheinend nicht die beste Entscheidung, denn es folgt ein sehr steiniges Stück. Kurz vor dem Übergang zur Hauptstraße ist es richtig heftig. Christian steigt aus, um abzuschätzen, ob er hier durchkommt oder besser umdreht. Er wagt es, ich steige aber sicherheitshalber aus, um zu schauen, ob es knapp zwischen Unterboden und Piste wird. Aber alles ist im grünen Bereich.





Kurz vor dem Ortseingang ist ein Polizeicheckpoint, den wir ohne angehalten zu werden, passieren können. Dahinter stehen mehrere Frauen, die eine Art selbst gemachte Kekse zum Kauf anbieten sowie Männer, die Getränke verkaufen. Wir fahren durch Pakwach durch, um uns einen Überblick über das Angebot zu verschaffen und drehen kurz vor der letzten Tankstelle im Ort.



Pakwach unterscheidet sich nicht groß von den anderen Dörfern, durch die wir bisher durchgekommen sind



Christian geht in einen ersten Shop rein, ich bleibe im Auto sitzen. Die Leute laufen zum Teil barfuß herum, manche haben Badelatschen an. Ein Mann kommt an mein geöffnetes Seitenfenster und fragt nach Geld, damit er sich Essen kaufen kann. Er läuft aber gleich weiter, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich nichts habe. Mich ärgert es später, dass wir nicht den Frauen ein paar Kekse abgekauft haben. Diese hätte ich zB dem Bettler im Dorf oder dem Schrankenwärter schenken können und hätte somit gleich zwei Menschen etwas Gutes getan. Schade, Chance verpasst. :(
 




Wir nehmen diesmal nicht den ersten Abzweig zum MFNP, sondern fahren in der Hoffnung weiter, dass es vielleicht eine bessere Zufahrtstrecke zum Gate gibt. Unsere Hoffnung wird nicht enttäuscht.
Wir sehen wieder Elefanten und zahlreiche Vögel, darunter Sattelstörche, Schreiseeadler, Nilgänse. Ein mit Schwarzen voll besetztes Auto hält an. Sie fragen uns, wie es uns geht und wünschen uns noch einen schönen Tag. 





Am Gate geben wir dem netten Angestellten eine kalte Cola, über die er sich sehr freut.

Der Rückweg zur Lodge hält keine besonderen Sichtungen für uns bereit.




Uganda Kobs

Bevor wir an der Lodge aussteigen, müssen wir noch etwas im Auto sitzen bleiben, um die Fliegenschwärme beim Aussteigen loszuwerden.
Während wir einen Sundowner auf unserer Terrasse trinken, kommt der Ober mit unser Thermoskanne mit heißen Wasser. Da sind aus den anfänglichen 1-2 h fast 5 h geworden. Aber immerhin haben sie es nicht vergessen. 8)
Leider ist der Sonnenuntergang nicht richtig zu beobachten, denn bevor die Sonne im Wasser eintaucht, schiebt sich eine Dunstwolke davor.




 
Zwei Warzenschweine grasen in der Nähe. Auf der anderen Seite des Flusses sieht man ein paar Lichter. Da wir angegeben hatten, zu 19:30 h essen zu wollen, gehen wir kurz nach 19:30 h zum Restaurant, wo wir auf der Veranda Platz nehmen.
Ein weiteres Pärchen ist schon beim Essen, weitere Gäste kommen später noch zum Essen. Das Essen (Vorspeise Kürbissuppe, Nachtisch Ananas und Wassermelone) schmeckt ganz gut.
 


Auf dem Rückweg zum Zimmer kommen wir mit dem Pärchen ins Gespräch. Sie sind auch aus Berlin und als Selbstfahrer unterwegs. Während wir uns unterhalten, spaziert in einiger Entfernung ein Elefant hinter uns vorbei. Wir sehen auch eine Ginsterkatze. Angestellte der Lodge leuchten öfters Richtung Eli, offensichtlich um ihn vom Näherkommen abzuhalten.
 
Es ist schon 22:45 h, als wir ins Zimmer zurückkehren. Da wir vor dem Essen bereits geduscht haben, dauert es nun nicht mehr lange, bis wir im Bett liegen.
Übernachtung: Pakuba Safari Lodge, double room, HB
Kilometer: 101
Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #29 am: 29.07.2018, 10:22 Uhr »
09.01. Murchison Falls Nationalpark
Das Zimmer ist etwas hellhörig, ich höre gegen Morgen Stimmen. Aber mich stört es nicht weiter. Als wir gegen 6 h aufstehen, ist das Vogelgezwitscher noch verhalten.
Schon bald sind wir startklar. Es ist noch frisch mit 14 °C. Die Sonne geht langsam auf.
 






Wir sehen reichlich Tiere, sowohl was die Anzahl als auch die Vielfalt angeht: Büffel, Kuhantilopen, Uganda Kobs, Oribis, Warzenschweine, Wasserböcke und besonders viele Giraffen.













Die Tsetsefliegen sind noch zurückhaltend, wir sehen sie zwar, aber noch umschwirren sie die Scheiben nicht. Am Abzweig zum Victoria Track drehen wir um und machen uns auf den Heimweg. 
Auf dem Rückweg sehen wir weiterhin viele Uganda Kobs, Wasserböcke, Oribis, Warzenschweine und vereinzelte Elefanten. Affen sehen wir jedoch keine.












leider sehr weit weg die Hippomutter mit ihren Kleinen
 
Highlights für uns sind ein Schakal, der uns über den Weg läuft -leider ist er zu schnell für ein Foto-  und ein Elefant, der sich kurz auf die Hinterbeine stellt, um Früchte zu angeln. Leider steht er im Gegenlicht, so dass die Fotos nur als Beweis taugen. :(



Die Fotos sind durch die Fensterscheibe gemacht, da sich auf der rechten Seite das Fenster nicht runterkurbeln ließ  :P


 
Das Frühstücksbuffet ist um 8:45 h zwar noch aufgebaut, aber es sind zB nur noch zwei Würstchen und zwei Pancakes da. Die Eier, Kartoffeln und die Bohnen sind allenfalls lauwarm. Meine Frage, ob es noch weitere Pancakes gibt, wird verneint. An Obst gibt es Ananas, Wassermelone, Papaya und Melone. Müsli gibt es auch. Der Kaffee ist nach drei oder vier Tassen alle.   :x Viel Elan haben die Kellner nicht. Wir werden gefragt, ob wir Mittagessen wollen. Erst heißt es, wir können von der Speisekarte auswählen, später kommt der Ober und erzählt, dass es Fisch oder Spaghetti mit Tomatensoße gibt. Daraufhin verzichten wir.
Was das Frühstücksbuffet betrifft, sind wir verärgert. Als der Kellner uns gestern gefragt hat, wann wir frühstücken wollen, hatten wir 9:30 h angegeben. Daraufhin war er etwas pikiert und meinte, dass es nur von 6-7 h Frühstück geben würde. Auf meine Erwiderung, dass es laut Information auf dem Zimmer von 6 – 10 h Frühstück geben soll, teilte er uns mit, dass er uns etwas zurücklegen werde. Wir finden es eigentlich in einer Unterkunft, die im NP liegt und somit davon auszugehen ist, dass die Gäste früh auf game drive gehen, selbstverständlich ist, dass der Zeitrahmen fürs Frühstück mindestens bis um 10 h umfasst. Abgesehen davon, ist es keine „billige Absteige“, so dass wir erwarten, dass der Servicegedanke etwas höher angesiedelt sein sollte.

Wir relaxen auf unserer Terrasse und dabei sichte ich einen Red-cheeked Cordon-Bleu (Uraeginthus bengalus).
 




Auf dem Weg zur Paraa Safari Lodge wollen wir einen kleinen Abstecher zum Nyamsika Cliffs Viewpoint machen, der laut Reiseführer lohnenswert sein soll.
Schnell treffen wir auf ein paar Geier


Weißrückengeier



Wir halten wir an einem Wasserloch, an dem Krokodile, Heilige und Hagedasch Ibisse, Reiher und Gänse sind. Zwei Uganda Kobs stillen ihren Durst. Durch das Gestrüpp ist es nicht einfach, Bilder zu machen.







Auch heute sind es über 30 °C. Der Wind weht jedoch recht heftig. Wir lassen die Klimaanlage auf niedriger Stufe laufen, damit sie ein klein wenig Abkühlung bringt. Stärker können wir sie nicht aufdrehen, da sonst der Staub im Auto zu sehr aufgewirbelt wird. :roll:



Wir finden den Abzweig zum Nyamsika Cliffs Viewpoint nicht, deswegen drehen wir an einer geeigneten Stelle um.
Auf dem Rückweg sehen wir uns einen zugewachsen Pfad genauer an. Das Schild ist umgedreht, vermutlich ist hier schon ewig keiner mehr zu den Nyamsika Cliffs Viewpoint lang gefahren. Wird vielleicht auch seine Gründe haben, daher verzichten wir darauf.
 
Termitenhügel, viele Palmen und diese kleineren ??? sind hier vorherrschend.


Weiß jemand, was für Pflanzen das neben den Termitenhügel sind? 



Nun nehmen wir den Abzweig nach Paraa. Hier steht das Gras recht hoch. Selbst ein Büffel verschwindet fast im Gras.
 
In der Paraa Lodge bestellen wir eine Kleinigkeit (Christian Fish & Chips und ich ein Käse-Sandwich mit Pommes) zu essen. Das Essen kommt sogar schon nach 15 Minuten und schmeckt auch noch. Als ich in der Anlage fotografieren will, schrecke ich Warzenschweine auf. Ich kann einen Blick in die Zimmer werfen, zumindest die im EG sehen nicht sehr geräumig aus. Abgesehen davon, dass ein Zimmer hier noch teurer ist, wäre es mir hier zu wuselig und zu den – unserer Meinung nach - vielversprechendsten Gamedriverouten im Park fährt man weiter als von der Pakuba Lodge.
 








Da es bei der Paraa Lodge eine „Tankstelle“ gibt, nutzen wir die Gelegenheit. Die Abwicklung läuft hier aber etwas anders als gewöhnlich: man zahlt an der Rezeption den Betrag, für den man tanken will. Dafür erhält man eine Quittung, mit der man zur Zapfsäule fährt. Mitunter telefoniert die Dame von der Rezeption erst mit demjenigen, der für die Zapfsäule zuständig ist, damit tatsächlich auch jemand dort ist.
 
Wir fahren noch das kurze Stück zum Fähranleger, von dort starten auch die Ausflugsboote. Eigentlich wollten wir diesen Ausflug gleich mit der Buchung einer Bootstour für den morgigen Tag verbinden, aber wir können uns nicht entscheiden, ob wir eine Bootstour zu den Murchison Falls oder doch besser flussabwärts in das Mündungsgebiet (Nildelta) buchen. Letztere soll die schönere sein, ist aber mit 5 h auch sehr lang. So fahren wir unverrichteter Dinge zurück.




 
Auch heute gönnen wir uns eine Abkühlung im Pool. Handtücher liegen wieder nicht aus, wir müssen erst danach fragen.
 
Später geht’s noch auf einen Sunsetdrive – natürlich fahren wir selbst. Uns ist auch nicht bekannt, dass welche angeboten werden.
Auch wenn wir keine besonderen Sichtungen haben, gefällt er uns gut. Insgesamt sind uns heute wie gestern wenige Fahrzeuge begegnet.








 




Eine Gruppe mit neun Pkws ist am Nachmittag in der Pakuba Lodge angekommen, es sind vermutlich Franzosen. Sie sitzen an der Bar, als wir vom Gamedrive zurückkommen.
Christian bekommt einen Schreck, als er sieht, dass die Zimmertür offen steht. Ich kann ihn jedoch gleich beruhigen, denn unser Zimmer ist eine Reihe dahinter.   :D
 
Als wir am Restaurant ankommen, ist noch keiner da. Daraufhin erklärt man uns, dass es erst ab 20:00 Uhr Essen gibt. Ein anderes Pärchen wird anscheinend abgewiesen, da sie nicht vorbestellt haben. Das lässt uns darauf schließen, dass das Essen sehr knapp bemessen ist.
Nur die Tische drinnen sind gedeckt. Wir fragen, ob wir uns draußen hinsetzen können, was bejaht wird. Das wird aber wohl nicht zum Essen sein, meint Christian, da ja nur drinnen gedeckt ist. Er behält Recht, denn es kommt noch nicht einmal ein Kellner zu uns, um nach unseren Getränkewünschen zu fragen. Ich äußere meinen Unmut, bei der Wärme drinnen zu essen, aber das wird achselzuckend hingenommen.  :x
Außer der Gruppe Franzosen sind noch zwei weitere Tische belegt. Der Geräuschpegel ist hoch. Es gibt eine grüne Suppe, die wir nicht einordnen können, sie ist auch nicht nach unserem Geschmack. Aber das Hauptgericht vom Buffet besteht aus Salat, gemischtem Gemüse (einmal gedünstet, einmal mit Soße), Kartoffeln und Reis sowie Hühnchen und Beef ist gut, und wir werden auch mehr als satt. Zum Nachtisch gibt es wieder Obst, diesmal Ananas, Wassermelone, Passionsfrüchte und Papaya.
Auf unserer Terrasse trinken wir noch einen Absacker. Ich lese einige Berichte über die Bootstouren, bleibe aber wie Christian unentschlossen.
Außer Fledermäusen und Warzenschweinen bekommen wir keinen Besuch. Christian sieht auch noch die Augen einer Ginsterkatze leuchten. Einzelne Lichter von Booten flackern auf dem Wasser. Ich bin müde und da sich draußen nichts mehr tut, gehen wir um 22 h ins Bett.
Übernachtung: Pakuba Safari Lodge, double room, HB
Kilometer: 127

Gruß Chrissie
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« Antwort #30 am: 29.07.2018, 10:40 Uhr »
Hallo Chrissie,

habe jetzt mal in einem Stück einige Tage nachgelesen und muss sagen, über mangelnde Tiersichtungen musstet ihr ja euch nicht beschweren!

Besonders gut gefallen mir persönlich aber die Sonnenauf- und untergangsfotos *Daumen hoch*
Gruß
Lothar

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #31 am: 29.07.2018, 12:35 Uhr »
Ein schöner, vor allem interessanter Bericht

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #32 am: 01.08.2018, 12:05 Uhr »
10.01. Murchison Falls Nationalpark
Obwohl wir schon kurz vor 7 h zum Frühstück erscheinen, sind wir die letzten.  :roll: Das Essen ist schon sehr ausgesucht und nicht mehr warm. Es gibt Spiegelei, Bohnen, Kartoffeln und Würstchen. Die Pancakes sind lecker. Kaffee ist nach einer Tasse alle, daher fragen wir nach weiteren Kaffee. Das dauert. Christian ist der Meinung, dass nur der Kaffeesatz noch mal aufgegossen wurde. Wenigstens wird mir noch Ananas gebracht. Wir unterhalten uns mit Patrick, einem Ober, der es nicht glauben kann, dass wir schon wieder nicht zum Lunch kommen wollen. Vielleicht ist das ein Grund, dass die Kellner sich um uns nicht besonders bemühen. :verwirrt:
 


Wir wollen heute nochmal zum Delta Point. Die Sonne scheint, es sind ein paar weiße Schönwetterwölkchen am Himmel, aber Richtung Wasser ist es sehr diesig.
Über eine Ebene verteilt sich eine große Anzahl von Tieren: Büffel, Giraffen und Uganda Kobs.





Christian hält auf dem Queen’s Track an, um ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbei zulassen. Der Fahrer hält auf unserer Höhe auch an und teilt uns mit, dass ein Stück weiter Löwen sind.

Zuerst entdeckt Christian jedoch einen Palm-nut Vulture, der auf einem Ast eine Maus oder ähnliches verspeist.
 

Palm-nut Vulture

Dann sehen wir mehrere Fahrzeuge stehen. Beim Blick durchs Fernglas können wir einen Löwenkörper erahnen. Aber das ist auch alles – nicht ganz: eine Teilnehmerin von Wigwam Reisen zeigt uns unfreiwillig ihr entblößtes Hinterteil, als sie auf dem Dach des Fahrzeuges eine gute Position sucht, um die Löwen besser zu sehen –auf diesen Anblick hätten wir verzichten können :whistle:. Da wir nicht länger in der Masse auf eine –vielleicht. bessere Position warten wollen, fahren wir weiter. Eventuell kommen wir auf dem Rückweg noch einmal vorbei und haben mehr Glück.
Man merkt, dass die Route eine beliebte Gamedrive – Piste ist. Soviel Fahrzeuge haben wir die letzten zwei Tage hier nicht gesehen.




Buschbock

Auch am Delta Point sind heute viele Besucher. Verständlich, denn beim Füße vertreten kann man noch dazu einiges sehen:
Hippos mit Kuhreihern, Büffel, in Entfernung Warzenschweine und Uganda Kobs, weiter weg Kronenkraniche, African Jacana, Kingfisher und Graureiher. Tsetsefliegen sind keine hier.








Weißbrustkormoran - white-breasted cormorant

Wir halten einen Moment und beobachten die Husarenaffen.






 
Dann entdecken wir einen Löwen



und wenige Augenblicke später läuft aus einem Busch irgendetwas aufgeregt/ aufgeschreckt davon. Auf den flüchtigen Blick sieht es wie ein Zorilla oder einer anderen Marderart aus: relativ schwarz und am Schwanz weiß.

Kurz darauf erblicken wir einen Riss, dass nährt die Hoffnung, dass die Löwen nicht weit sind.



Und richtig, da sind sie :D:


 
Bei den Löwen -es sind zwei Weibchen und vier cubs - steht dieses Mal nur ein Bus, der jedoch bald weiterfährt. Wir amüsieren uns über das fette Grinsen in den Gesichtern der Insassen.
Christian macht Fotos und Filmaufnahmen, da er auf der den Löwen zugewandten Seite sitzt. Ich sitze nämlich ausnahmsweise mal vorne, aber da sich rechts hinten die Scheibe nicht runterkurbeln lässt, hätte ich auch nicht fotografieren können. Beim Sichten der Fotos ärgere ich mich ein wenig, da Christian nicht die volle Brennweite ausgenutzt hat.








Leider sind nie alle vier cubs auf einem Foto zu sehen.
 
Christian fährt sich auf dem Rückweg im Sand fest, aber einmal kurz in den Allradantrieb gewechselt und schon können wir weiter. Es ist das einzige Mal, dass wir den Allradantrieb benutzen.
Wir fahren an Uganda Kobs und Oribis vorbei.









An der Lagune beobachten wir eine ganze Weile Elefanten. Lustig finden wir die vielen Kuhreiher und Spitzschwanzelstern, die sich sonst eher auf Büffeln niederlassen.







Wer hat hier 'nen Vogel? :P




 
Unterwegs überlegen wir hin und her, ob wir die Bootsfahrt zu den Fällen machen sollen, die Deltatour hat sich erledigt, da sie nur morgens angeboten wird. Letztendlich kommen wir zu dem Schluss, dass wir uns nicht hetzen wollen und uns lieber noch im Pool abkühlen, als eine Bootstour zu machen, von der wir hinterher vielleicht enttäuscht sind.

Zwar hatten wir schon schlimmere Pisten, aber auch hier gilt, diese immer im Blick zu haben.


 
Nicht nur von außen ist unser Auto mit einer dicken Staubschicht überzogen, auch innen.  Putzen hilft nur kurzfristig, schnell sieht es wieder ähnlich aus.




 
Bei Rückkehr zur Lodge bestellen wir uns einen Kaffee und weisen mal wieder auf die fehlenden Handtücher am Pool hin. Kaffee bekommen sie hier schneller hin als heißes Wasser: innerhalb einer Viertelstunde wird der Kaffee gebracht.
Christian hält danach Siesta, ich genieße es, auf der Terrasse zu sitzen und Vögel zu beobachten. In sicherer Entfernung laufen sogar zwei Elefanten vorbei.
Als ich die Landkarte studiere und im Reiseführer recherchiere, stelle ich fest, dass es kaum Tankstellen auf dem Weg nach Kampala gibt, zumindest nicht auf der ersten Hälfte der Strecke. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als erneut zur Paraa Lodge zu fahren, um dort zu tanken.





Interessant ist wieder der Stop an einem Wasserloch:







Ansonsten sehen wir Wasserböcke, Oribis, Giraffen, Husarenaffen und Warzenschweine.



Die Dame an der Rezeption der Paraa Lodge versucht heute vergeblich, den Zuständigen von der Tankstelle zu erreichen. Ich sage, wir probieren es auf gut Glück.
Ein Elefant steht nahe der Zufahrt zur Lodge. Als wir an der Tankstelle stehen, vertreibt der Tankwart ihn, da der andere Attendant sich deswegen nicht traut, herunterzukommen. Leider habe ich da nicht auf den Auslöser gedrückt.

Wir fahren dieses Mal über den Pakuba Airstrip zurück. Wenngleich es nicht tierarm (Warzenschweine, Oribis, Büffel Giraffen, Elefanten) ist, sind wir froh, als wir auf den Albert Track abbiegen, da die Strecke am Airstrip eine üble Wellblechpiste ist.







Es sind wieder viele Tsetsefliegen um unser Auto herum, daher bleibt das Fenster beim Fotografieren geschlossen.


Graukopfliest

Wir steigen an den Pakuba ruins aus, da wir sie aus der Nähe anschauen wollen. Leider kommt man nicht richtig an sie heran. Da die Tsetsefliegen sehr nerven, steigen wir schnell wieder ins Auto ein und fahren die letzten Meter zur Lodge.


Foto ist vom nächsten Morgen, leider im schlechten Licht

Bevor wir zum Abendbrot gehen, ist noch ausreichend Zeit für Schönheitspflege, Koffer packen und Fotos speichern. Ein Stromausfall ist zum Glück nur von kurzer Dauer.


 
Als Vorspeise gibt es eine Kürbissuppe, Christian wählt als Hauptgericht Schweinefleisch, Reis und gemischtes Gemüse. Ich nehme das Hühnchencurry mit Reis, Kartoffeln und gemischtem Gemüse. Geschmacklich sind beide Essen sehr gut. Als es zum Nachtisch wieder Ananas und Wassermelone gibt, sage ich Patrick, dem Ober, dass es langsam langweilig wird, drei Tage hintereinander Obst. Er erwidert, sie hätten Probleme mit dem Ofen, sonst gäbe es auch Kuchen oder Banana Fritters. Im Nachhinein denken wir, dass es eine Ausrede ist, denn am Morgen gab es Muffins :wut33:. Da die Gruppe Franzosen bereits heute wieder abgereist ist, waren wir den Mehraufwand wohl nicht wert.
 
Wir geben noch die Bestellung fürs Frühstück auf, bevor wir uns zum Abschluss noch auf unsere Veranda setzen. Aus der Entfernung dringt Musik zu uns herüber.
Für eine kurze Zeit kommt ein Elefant näher. Vielleicht wegen der Lichtkegel von den Sicherheitsleuten lässt er sich vertreiben. Wir hören den Elenfanten jedoch noch eine ganze Weile fressen. Später sehen wir noch einen Elefanten im Poolbereich.
Für afrikanische Verhältnisse ist es schon spät, als wir um 22.20 h in die Federn sinken.
Übernachtung: Pakuba Safari Lodge, double room, HB
Kilometer: 110

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #33 am: 01.08.2018, 12:43 Uhr »
Schön, dass der Reisebericht weiter geht und ich hautnah dabei bin👍😎😘

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #34 am: 07.08.2018, 18:09 Uhr »
11.01. Murchison Falls Nationalpark – Entebbe
Da wir heute eine längere Fahrt vor uns haben, erscheinen wir heute noch früher als gestern beim Frühstück. Vielleicht liegt es daran, dass das Abschiedsfrühstück heute vergleichsweise gut ausfällt :wink::
Jeder erhält einen Obstteller mit Ananas und Wassermelone, anschließend gibt es wie gestern Abend bestellt ein spanisches Omelett, Kartoffeln und Bohnen. Diesmal ist das Essen warm und schmeckt gut. Des Weiteren werden uns Toast, je zwei pancakes und sogar ein Muffin (jeder) serviert. Wir werden zwar gefragt, ob wir weiteren Kaffee wünschen, aber es ist wie gestern nur ein weiterer Aufguss. Das Milchkännchen, das Christian dem Ober zum Auffüllen mitgegeben hatte, erhält er nicht aufgefüllt zurück. :roll:
Wir bezahlen die Getränkerechnung, die moderat ausfällt. Am teuersten sind meine Säfte, die mit 10.000 UGX pro Glas zu Buche schlagen.

Der Himmel über dem Wasser ist grau in grau, während zur Landseite hin ein paar Wölkchen den Himmel zieren. Neben Warzenschweinen, Oribis, Hornraben und Uganda Kobs sehen wir mehrere Male Elefanten.







Ein Elefantenpärchen ist kurz vor der Paarung. Leider haben wir nicht die Zeit zu warten. :(


 
Am Gate zahlen wir die Eintrittsgebühren für den gestrigen Tag nach (292.000 UGX).


Die Hütten einiger Angestellter am Gate.

Ein paar letzte Aufnahmen von diversen Vögeln, dann heißt es, zielstrebig Kurs auf Entebbe nehmen.


Sattelstorch



Silberreiher und Löffler



Schreiseeadler

Die Teerstraße hat zwar einige Schlaglöcher, aber Christian kann locker 70 km/h fahren. Wie immer leuchtet das Warnlicht für die Handbremse. Der Verkehr hält sich noch in Grenzen, ebenso die Besiedelung.
Links und rechts der Straße sind Büsche und kleinere Bäume sowie immer wieder Termitenhügel. Am Straßenrand direkt wächst hohes Gras. Mehrfach sehen wir Uganda Kobs, Paviane und Meerkatzen unweit der Straße.
Uns kommen vereinzelt Fahrradfahrer entgegen, die auf dem Gepäckträger Stroh oder ähnliches zum Decken der Dächer transportieren. Die Sonne kommt jetzt etwas mehr hervor.



Schon bald übernehme ich der Steuer, damit Christian sich etwas entspannen kann, schließlich hat er noch den berühmt-berüchtigten Verkehr von Kampala – wo wir quer durch müssen – vor sich.
Leider nehmen nun die Schlaglöcher sehr zu. Ich muss mich sehr konzentrieren, denn die Schlaglöcher sind manchmal nicht so leicht zu erkennen, wenngleich sie nicht eben klein sind. Beim Ausweichen muss ich dann auch den Rück-und Außenspiegel im Blick haben, nicht, dass mich gerade jemand überholen will. Ich überhole selten jemanden, wenn dann hauptsächlich LKWs.

Ich erinnere mich, im Reiseführer gelesen zu haben, dass das Fotografieren der Karuma Falls von der Brücke verboten ist, daher halten wir nicht an, und Christian fotografiert aus dem fahrenden Auto heraus. Eigentlich sind es mehr Stromschnellen als Wasserfälle:







Nach Karuma nehmen sowohl der Verkehr als auch die Besiedelung zu, die Schlaglöcher nehmen glücklicherweise ab.



Da fährt man nicht gerne hinterher

Das hohe Gras am Straßenrand wird abgebrannt. Teilweise lodern am Straßenrand richtig die Flammen. Dementsprechend riecht es, und die Sicht ist eingeschränkt. Ascheteilchen fliegen in der Luft herum. Das Feuer brennt teilweise unmittelbar unter den Stromleitungen, aber das scheint keinen zu interessieren. :shock:



An der Kreuzung nach Masindi ist es sehr belebt, lauter Verkäufer in Coca-Cola T- Shirts bieten Getränke an. Daneben kann man auch Obst, Fleischspieße und andere Getränke erwerben. Leider macht Christian kein Foto, aber ich werde später woanders noch eins machen können. :D

Wir legen eine Pause im Kabalega Diner ein und bestellen uns jeder einen Beefburger. Als ich später am Nachbartisch die Samosas sehe, bedauere ich, nicht diese bestellt zu haben, denn sie sehen lecker aus. Aber der Beefburger schmeckt auch sehr gut.
Wir beobachten, dass die farbigen Guides am Eingang von der Security kontrolliert werden. Da keine weißen Gäste kontrolliert werden, finden wir dies befremdlich.



Ab hier darf Christian wieder weiterfahren. Während fast der ganzen Fahrt gibt es immer wieder Stände, an denen diverses Obst und Gemüse wie Jackfrüchte, Ananas, Kartoffeln, Süßkartoffeln etc verkauft wird.



Es ist eine lange Tagesetappe und stellenweise zieht es sich etwas, aber meist gibt es irgendwas zu gucken:


Ankolerinder auf dem Lkw


Wir sehen auch wieder vermehrt die gelben Wasserkanister


Die Frau muss schuften, während der(ein) Mann daneben steht


Bremsschwelle mit Nägeln
 
Verkäufer in Coca-Cola T- Shirts gibt es nicht nur an der Kreuzung nach Masindi:



Arbeitssicherheit?

Je näher wir Kampala kommen, umso stärker nimmt der Verkehr zu. Im gleichen Maße leider auch die Unüberlegtheit der Fahrer, ganz schlimm sind die Matatufahrer, die überholen, egal, ob jemand entgegenkommt. Auch beim Einscheren sind es oft nur wenige cm, die uns oder andere vom Zusammenstoß trennen. Sie haben meist irgendwelche religiösen Bekenntnisse hinter der Windschutzscheibe baumeln, auf Gottes/Allahs Segen vertrauend, sind sie wohl überzeugt davon, dass alles gut gehen wird.


 
Wir hatten Douglas im Vorfeld gefragt, ob uns jemand aus seinem Team durch Kampala fahren kann, aber da ich nur ungern auf Englisch telefoniere und daher Bedenken habe, dass wir uns bei einem Treffpunkt dafür missverstehen könnten, habe ich mir den nördliche Bypass als Umfahrung für die Innenstadt herausgesucht. Unklar ist zwar, bis wo genau er ausgebaut ist, weil er laut Karte erst vollends im Laufe des Jahres 2018 fertig gestellt sein soll. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir den weiteren Weg finden werden. Daher versuche ich, die Zufahrt auf den nördlichen Bypass zu finden.
Dummerweise lasse ich mich irritieren, und wir biegen zu früh rechts ab. Nach einem kleinen Umweg durch ein ärmlich wirkendes Viertel sind wir wieder zurück auf der Hauptstraße.  8)





Da wir auf Anhieb nur die Zufahrt in die Gegenrichtung finden, entscheidet sich Christian, selbst durch Kampala zu fahren.



Unsere Informationen bestätigen sich, der Verkehr in Kampala ist chaotisch. Ich ziehe meinen Hut vor Christian, ich käme da nicht durch, allein schon weil ich zu vorsichtig bin. Hier muss man draufhalten, der andere wird schon zurückzucken. Bei den Motorradfahrern wird mir schon vom Zusehen schlecht, wie die sich durchschlängeln. Fahrspuren sind unbedeutend, man kann auch zu zweit (als Autofahrer) oder zuhauf (als Zweiradfahrer) diese benutzen. Es herrscht zwar Linksverkehr, das bedeutet aber nicht, dass einem keiner auf der eigenen Spur entgegenkommt. :o


Leider habe ich das dichteste Gewusel nicht fotografiert, aber ich hoffe, es kann einen kleinen Eindruck vermitteln, wie es da zugeht.

Als wir auf einer Straße sind, die sich Entebbe Road nennt, gehe ich davon aus, dass wir das Schlimmste hinter uns haben. Vom Verkehr her ja, aber…
Christian fährt plötzlich an den Straßenrand:  Warnleuchten zeigen einen Check an. Er schaut unter der Motorhaube und findet das Problem: der Kühlerschlauch hat sich gelöst. Christian fixiert ihn, aber auch nach einer längeren Abkühlungszeit will der Motor nicht anspringen. So komme ich um ein Telefonat mit Patrick nicht herum. Zum Glück kann ich ihm gut beschreiben, wo wir stehen. Er teilt uns mit, dass er mit dem Bodaboda kommen, es jedoch dauern wird, da Berufsverkehr ist.
Während wir warten, sehe ich mich nach einer Toilette um und peile ein Hotel an. Am Hotel angekommen weist jedoch nur ein Schild auf einen Massagesalon im UG hin, das ist mir suspekt.  :(Da gehe ich lieber ein paar Schritte weiter zur Zahnklinik. Auf meine Nachfrage wird mir gestattet, deren Toilette zu benutzen, die um die Ecke liegt: auch hier erwartet mich nur eine Hocktoilette sprich ein Loch im Boden, aber immerhin ist Toilettenpapier vorhanden.
Wir setzen uns ins Auto. Es klopft an der Fensterscheibe. Ist es Patrick? Wir öffnen das Fenster vorsichtshalber nur einen Spalt – er ist es. Patrick zollt Christian Respekt, dass er den Verkehr durch Kampala gemeistert hat. Gemeinsam mit ihm und dem Bodabodafahrer warten wir nun auf den Mechaniker mit dem Ersatzwagen. Als er erscheint, laden wir das Gepäck um. Der Mechaniker lässt sich aus einem der Geschäfte Wasser für den Kühler geben. Als wir abfahren, fährt auch er mit unserem alten Auto los.

Fast zwei Stunden hat uns der zweifelhafte Spaß gekostet, aber wir sind glücklich, dass es in Kampala und nicht im oder in Umgebung des Murchison Falls NP passiert ist. Schnell stellen wir die Unzulänglichkeiten des Autos fest: der Button für den Airbag leuchtet, das O/D off blinkt, obwohl Christian den Knopf mehrfach versucht zu drücken, die Windschutzscheibe hat im Sichtbereich des Fahrers einen riesigen Sprung, und die Uhr geht nicht. Im Auto riecht es irgendwie verbrannt. Hoffentlich haben wir nicht ein neues Problem.
In Entebbe tobt das Leben. Die Sonne geht langsam unter.





Christian kauft in einem Tante-Emma-Laden noch Getränke ein. Von unserem Parkplatz kann ich sogar aufs Meer blicken.



Wir irren ein bisschen trotz Navi jetzt herum. Inzwischen ist es dunkel, und es fängt sogar an zu nieseln. Selbst ich als Beifahrer empfinde es sehr anstrengend, den Schlaglöchern, Fußgängern und Zweiradfahrern auszuweichen und dabei darauf zu achten, dass uns das Navi nicht völlig in die Irre führt. Wir sind erledigt, als wir gegen 19:30 Uhr im Papyrus Guesthouse ankommen. Schnell die Formalitäten erledigt und die Bestellung fürs Abendessen aufgegeben, danach unter die Dusche und den einen kleinen Drink, den sich vor allem Christian mehr als verdient hat.
Sowohl der Tilapia, den ich gewählt habe, als auch Christians gegrilltes Steak schmeckt sehr gut. Leider werden wir von Mücken zerstochen, da wir draußen sitzen und vergessen haben, uns einzusprühen. :x
Wir sprechen mit Priscilla, dass wir Morgen eine Mabamba Swamp Tour machen wollen. Sie empfiehlt uns, das als geführte Tour zu machen. Eigentlich wollten wir das wie immer auf eigene Faust machen, ich habe auch gute Karte, aber nach dem heutigen stressigen Tag und den Zweifeln an der Fahrtüchtigkeit des Ersatzwagens stimmen wir Priscillas Vorschlag zu. Leider vermittelt Priscilla nur den Kontakt zu einem Anbieter, die Details muss ich mit ihm selbst telefonisch vereinbaren. Grundsätzlich richtet er sich zeitlich nach uns, aber er macht am Telefon sehr deutlich, dass die Chancen, den Schuhschnabel zu sehen, morgens am größten sind. So heißt es morgen wieder früh aufstehen. Eigentlich wollten wir morgen nicht ganz so früh aus den Federn, denn übermorgen die Nacht schon um 2 h für uns vorbei, da dann der Rückflug ist. Hoffentlich lohnt sich das frühe Aufstehen.
Übernachtung: Papyrus Guesthouse, Garden room, HB
Kilometer: 417
 

Gruß Chrissie
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #35 am: 08.08.2018, 11:26 Uhr »
Ein umfangreicher Bericht mit vielen schönen Fotos

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #36 am: 11.08.2018, 13:19 Uhr »
12.01. Entebbe-Teil I
Gegen 4:00 Uhr geht ein Gewitter nieder, und als wir um 5:15 Uhr aufstehen, nieselt es noch. Die Nacht war für uns eindeutig zu kurz.  :(
Wir sind unsicher, ob unsere Tour bei dem Wetter überhaupt stattfindet, aber Priscilla ist zuversichtlich. Leider müssen wir 10 Minuten warten, bis erstmal Kaffee und Tee serviert werden, so wird es nichts mit einem entspannten Frühstück – wir setzen uns hier wohl selbst unnötig unter Druck, da wir die alleinigen Teilnehmer an dem Ausflug sind und der Guide sicher auch ein paar Minuten auf uns warten könnte, falls wir noch nicht mit frühstücken fertig sind.  :roll:Das Vogelkonzert setzt langsam ein, und es hat aufgehört zu nieseln.

Pünktlich um 6:30 h werden wir von Kim mit dem Auto abgeholt. Ziel unseres Ausfluges sind die Mabamba Swamp Wetlands, wo die Chancen, den Schuhschnabel zu entdecken, vergleichsweise gut sind. Die Mabamba Swamps liegen nur 12 km Luftlinie von Entebbe entfernt, aber auf dem Straßenwege sind es 40 km.
Zum Hafen am Victoriasee sind es drei Kilometer. Der Kahn macht nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck, der Eigentümer des Bootes schippt mit einem Eimer das Wasser aus dem Boot :shock:. Kim beruhigt uns, dass das nur vom Regen der letzten Nacht sei. Wir ziehen uns Schwimmwesten über und schon legen wir ab. Leider ist der Himmel noch grau in grau. In der Ferne können wir den Flughafen erkennen.




Einige Fischer gehen schon ihrer Tätigkeit nach.

Kim spricht ein für uns gut verständliches Englisch und erzählt uns einiges über Uganda und bestimmt die Vögel, die wir auf der ca. einstündigen Fahrt ins Sumpfgebiet sehen. Wir sehen mehrfach Rallen- und Purpurreiher, African Jacana, verschiedene Kingfisherarten, viele Kormorane und ein paar andere, die ich nicht mehr benennen kann. Vermutlich aufgrund des bedeckten Wetters sehen wir verhältnismäßig wenig Vögel, da hatte ich mir mehr versprochen.







Eine unplanmäßige Pause auf dem See legen wir ein, als sich Papyrus im Motor verfangen hat. Anscheinend passiert das öfter, denn geschickt befreit der Bootsbesitzer den Motor schnell davon.
Der Wechsel des Bootes erfolgt nicht, wie ich mir vorgestellt hatte, an einer Anlegestelle in einem kleinen Dorf, sondern an einer unscheinbaren Stelle, wo bereits zwei Poler in einem kleineren Boot auf uns warten.



Ich denke, wir hören den üblichen Psalm, dass eine Sichtung des Schuhschnabels nicht garantiert werden kann, aber der Poler grinst, als er uns berichtet, er könne heute die Sichtung garantieren. Wenige Augenblicke später sehen wir ihn selbst im flachen, grasbewachsenen Feuchtgebiet:






 
Der Schuhschnabel kann lange Zeit regungslos stehen und auf Bewegungen seiner Beute (bevorzugt Mudfish und Frösche) warten, bevor er dann mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit zuschlägt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir dies selbst miterleben dürfen, und so habe ich leider meine Kamera nicht schussbereit, als er zuschlägt.




schon verspeist

Wir sind beide fasziniert von diesem urtümlichen Vogel mit seinen unproportionierten Gesichtszügen und dem massiven Schnabel. Nach einer Weile reißen wir uns von seinem Anblick los und schippern durch weitere Kanäle, die mit Seerosen bewachsen sind und am Ufer vom Papyrus-Sumpf umfasst werden.






Wir sind nicht die einzigen Touris, die zu früher Stunde unterwegs sind

Wir sehen noch ein zweiten Schuhschnabel, der dieses Mal etwas weiter entfernt ist. Dies macht uns bewusst, dass wir Glück hatten, ihn doch recht nah zu sehen. Nach einer guten Stunde wechseln wir wieder die Boote, natürlich nicht, ohne uns bei den Guides mit einem Trinkgeld zu bedanken.


Bye-bye!

Aufgrund des Motorenlärms ist eine Unterhaltung schwierig, so dass wir nicht traurig sind, dass Kim sich auf der Rückfahrt überwiegend mit dem Bootsbesitzer unterhält. Wir bereuen nicht, zu früher Stunde unterwegs gewesen zu sein, zumal durch diesem Ausflug gleich mehrere Personen der lokalen Gemeinschaft profitiert haben:
- der Besitzer des größeren Bootes (es sind wohl meist kleinere Händler von der Insel Bussi)
- der Besitzer des Kanus und der Guide (Einheimische aus Bussi und Mabamba)
- und nicht zuletzt Kim


ein kleines Dörfchen am Ufer


Entebbe in Sicht




 


Um 10:15 h legen wir an der Jetty in Entebbe an, und Kim bringt uns zum Guesthouse zurück.
Auf der Veranda überlegen wir bei einer Tasse Kaffee, was wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Gruß Chrissie
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #37 am: 12.08.2018, 12:32 Uhr »
Superschöne Landsachafts- und Tierbilder - kaum zu glauben, wieviel Tiere ihr sehen konntet.

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #38 am: 12.08.2018, 12:37 Uhr »
Übrigens ( in Bezug auf ein Foto ) steht nicht ein Mann dabei, während die Frau schuftet sondern er passt auf, dass ihr durch den schweren Sack nichts passiert. So sind viele Männer (nicht nur in Afrika!), zumal damit sichergestellt ist, dass auch ihnen nichts passiert 😡

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #39 am: 15.08.2018, 07:40 Uhr »
12.01. Entebbe Teil II
Wir entscheiden uns für das Uganda Wildlife Education Center (UWEC ZOO), das uns schon bei den Reisevorbereitungen ins Auge gefallen war.
 
Der Zoo wurde ursprünglich in den 1950er Jahren von der Regierung Ugandas mit Hilfe der Wildlife Conservation Society in New York gegründet, um beschlagnahmte und verletzte Wildtiere unterzubringen und verwaiste Tiere, die von Schmugglern weggenommen wurden, zu betreuen. Er wird von einem Wildlife Trust verwaltet. Hauptziel ist es, das Hauptökosystem Ugandas in Freilandexponaten zu modellieren. Man kann hier nicht nur viele einheimische Arten beobachten, sondern bekommt auch umfassende Informationen. Daneben gibt es auch Sammlungen von traditionellen Heilpflanzen.

 
Der Zoo liegt nicht weit vom Papyrus Guesthouse am Rande des Viktoriasees. Gegenüber den Angaben im Bradt Reiseführer hat sich der Eintritt extrem verteuert. Es kostet pro Person 54.000 UGX, aber es dient ja auch einem guten Zweck.
 

 

Eingangsbereich -außen
 

gute Nachbildungen
 
Zuerst schauen wir uns ausgiebig im wirklich informativen Informationszentrum um,
 

 
dann laufen wir zum Strand. Ein Kamelreiter kommt uns entgegen, aber unsere Aufmerksamkeit gilt mehr den Vögeln (Reiher, viele Riesenfischer etc), die hier reichlich versammelt sind.
 

 

die abgeknickten Beinen sehen schon ulkig aus
 
Neben den üblichen Zoobewohnern fallen uns
 

frei umherturnende DeBraza monkeys
 

Nashörner - es sind die einzigen, die wir in Uganda sehen, da wir das Ziwa Rhino nicht besucht haben
 

 
ins Auge. Für uns Laien sieht die Anlage der Schimpansen gelungen aus.
 

 
Mich interessieren auch die Beete mit den Heilpflanzen, leider hält sich Christians Interesse hier in Grenzen.  :wink:
 

 
Wir suchen auch das Gehege der Schuhschnabel auf, wollen den Urzeitvogel noch einmal bewusst aus der Nähe betrachten.
 

 

 
Natürlich war die Begegnung mit dem Schuhschnabel heute Morgen beeindruckender, dennoch ist es noch einmal interessant, ihn aus allernächster Nähe ins Visier zu nehmen. Die großen Zehen konnten wir nämlich nicht sehen.
 
Die Hütten, in denen man im Zoo übernachten kann, liegen hinter dem Gehege mit den Giraffen, Straußen, Ankolerindern, Antilopen, etc.
 

 
Der Strand ist auch nicht weit.
 

 
Ko, aber zufrieden verlassen wir nach guten zwei Stunden den Zoo.
 
Wir fahren zum Essen zum 2 Friends Beach Hotel, das in einigen Reiseberichten positiv erwähnt wurde. Wir sitzen mit schönem Blick aufs Wasser, wenn auch nicht an „vorderster Front“, weil es uns zu windig ist.
 

 

 

 
Ein paar Einheimische baden, und wir beobachten diverse Vögel wie Hammerkopf, Kingfisher und Seidenreiher, während wir auf unser Essen warten. Marabus fliegen öfters über uns hinweg. Zum Glück sind hier nicht so viele lake flies. Leider fängt es an zu tröpfeln und als es kurz darauf stürmisch wird, nehmen die Angestellten alles rein, was eventuell wegfliegen könnte. Sicherheitshalber verziehen wir uns auch in einen geschützteren Bereich.
 
Christian ist mit dem gemischten Grillteller nicht ganz zufrieden, denn eine Sorte Fleisch ist sehr sehnig. Der Hamburger mit Pommes ist gut, allerdings warte ich auf den dazugehörigen Krautsalat vergeblich. Als ich den Kellner darauf anspreche, heißt es nach Rückfrage in der Küche, dass der Krautsalat ausgegangen sei. Schade, denn den Burger habe ich mir zu einem großen Teil wegen meines Appetits auf Krautsalats bestellt. Etwas enttäuscht registrieren wir, dass weder ein Ersatz noch ein kleiner Rabatt angeboten wird. :(
 
Wir verlassen das Restaurant genau zum richtigen Zeitpunkt, denn als wir im Auto sitzen, fängt es an zu schütten.
 

 
Die Temperatur sinkt auf 18 °C. Dennoch hält Christian noch am Supermarkt, einen letzten Stoney kaufen. Diesmal verlassen wir uns auf unseren Orientierungssinn und fahren nicht, wie das Navi uns vorschlägt. :P
 
Nach dem unvermeidlichen Packen haben wir Zeit, auf unserer Terrasse einen letzten Sundowner zu trinken.
 

 
Der Fahrer von Alpha Rent-a-Car kommt pünktlich um 18 h und bereits fünf Minuten später fährt er wieder weg - das ging ja fix.
 
Da es inzwischen aufgehört hat zu regnen, mache ich noch einige Aufnahmen im Garten und von einigen Vögeln.
 

hier kann man wunderbar sitzen
 

Grauwangennashornvoegel- Weibchen
 

Grauwangennashornvoegel
 
sunbird, aber welcher?
 

sunbird, aber welcher?
 

Nesselschön/ Katzenschwänzchen
 

 

 

 

 
Prozessionsspinner
 

 
 

 
Der letzte Sonnenuntergang für uns in Uganda.
 

 
Als es dunkel wird, gehen wir duschen. Bald danach ist es auch Zeit fürs Abendessen.
Ich habe mir nur zwei beef Samosas bestellt, da ich noch vom Mittagessen satt bin, Christian hat heute Fisch. Wir sind beide zufrieden, jedoch benötige ich noch etwas Süßes. Ich schwanke zwischen apple crumble und Schoko brownie. Die Entscheidung wird mir abgenommen, da es keinen apple crumble mehr gibt. Wir lassen uns danach die Rechnung geben. Christian scherzt mit der Bedienung, dass er nur noch ein paar Schilling hat. Sie amüsieren sich, obwohl es kein besonders einfallsreicher Gag ist.
Kurz vor 21 h liegen wir im Bett, der Wecker ist für 2:00 Uhr gestellt.
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #40 am: 18.08.2018, 10:19 Uhr »
👍👍

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #41 am: 19.08.2018, 09:21 Uhr »
13.01. Rückflug nach D
Die Nacht ist nicht nur zu kurz, auch eine Mücke nervt uns :roll:. Der Weckservice klopft pünktlich um 2 h und stellt den Kaffee hin. Ich bitte noch um Tee, so wie ich es mit Priscilla abgesprochen habe. Nach dem Duschen haben wir dann noch etwas Zeit, in Ruhe den Kaffee bzw. Tee zu trinken.

Wir verabschieden uns von den Angestellten des Papyrus Guesthouse und werden von einem durch das Guesthouse arrangierten Fahrer zum Flughafen gefahren. Er erhält von uns kein Trinkgeld, da er sich beim Ein- und Ausladen des Gepäcks dezent zurückhält. :x

Um zum Check-in zu gelangen, müssen wir eine Treppe hinauf, da es keine Rolltreppe gibt. Ein fleißiger Träger schnappt sich die Koffer und die Reisetasche. Christian gibt ihm das restliche Münzgeld, wenngleich ein Schild darauf hinweist, dass kein Trinkgeld erwartet wird. Dann folgt das übliche Prozedere.

Auf dem Flug nach Istanbul haben wir Glück: der Mann, dem der Platz neben uns in der Dreierreihe zugeteilt wurde, ist pfiffig, er schaut sich nach einem freien Platz um und wird fündig :daumen:. Das Frühstück ist gut und ich versuche im Anschluss zu dösen.

Auch der Weiterflug nach Berlin verläuft normal, diesmal gibt es leider kein Upgrade auf Business Class. :wink:

Wir landen sogar etwas früher als planmäßig erwartet und bekommen schnell unsere Reisetasche, aber leider fehlt der Koffer. Beim lost and found Schalter (WISAG) verbringen wir über 1,5 h, dann heißt es, unser Koffer kommt angeblich in der nächsten Maschine mit, die gegen 18:00 Uhr aus Istanbul eintrifft. Wir müssen die Verlustanzeige ausfüllen sowie eine Zollerklärung abgeben.

Den Koffer erhalten wir am nächsten Tag, leider ist er jedoch beschädigt, und nun beginnt noch eine (fast) unendliche Geschichte für uns:
Gemäß telefonischer Rücksprache mit einem Mitarbeiter der WISAG ist die Beschädigungsmeldung über deren Website abzugeben. Ich versuche es an verschiedenen Tagen mehrmals leider vergeblich. Jedes Mal, nachdem ich das mehrseitige Formular ausgefüllt habe, erscheint beim Absendeversuch der Hinweis, dass das System einen Fehler hat, man solle es später noch einmal versuchen. Ich telefoniere erneut mit einem Mitarbeiter der WISAG, nun heißt es ich soll mich direkt an die Fluggesellschaft wenden. Bei Beschädigungsmeldungen haben diese jedoch keinen deutschsprachigen Ansprechpartner sondern nur türkisch- und englischsprachige Mitarbeiter.

Schlussendlich fahren wir noch einmal zum Flughafen, um direkt vor Ort die Beschädigungsmeldung aufzugeben.

Wer jetzt denkt, dass danach alles reibungslos erfolgt ist, irrt.  :bang:Wir versenden unseren beschädigten Koffer mit den gewünschten Papieren per DHL an FGS (Flughafen, Gepäck und Service) Frankfurt. Verwundert sind wir, als wir diesen eine Woche später unverändert zurück erhalten. Angeblich fehlt ein Schriftstück, was jedoch auch im Koffer zusammen mit den anderen Papieren lag. Selbst wenn man es übersehen hat, warum setzt man sich nicht telefonisch mit uns in Verbindung, um dieses Schriftstück anzufordern? Lange Rede, kurzer Sinn, wir versenden den Koffer erneut und erhalten ihn dann endlich auch repariert zurück.

Ein Fazit folgt noch in Kürze.
Gruß Chrissie
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #42 am: 25.08.2018, 14:12 Uhr »
Fazit:
Uganda war für uns eine völlig andere Erfahrung als das südliche Afrika:
in Uganda ist die Infrastruktur bei weitem nicht so ausgebaut wie zB in Südafrika, aber gerade das hat dazu beigetragen, dass es für uns sehr reizvoll war. Mindestens genauso interessant empfanden wir, dass wir mehr Einblicke in den Alltag der Einheimischen bekommen haben, denn bei unseren Reisen im südlichen Afrika übernachten wir hauptsächlich innerhalb der NPs.

Gut gefallen hat uns, dass wir bei Touren allein mit einem Guide (Ausnahme war natürlich das Gorillatracking) unterwegs waren, so dass meist gut auf unsere Fragen etc eingegangen werden konnte.

Uns war im Vorfeld klar, dass diesmal der Fokus weniger auf Tierbeobachtung sondern mehr auf Land und Leute liegen würde, deshalb hatten wir in dieser Hinsicht keine hohen Erwartungen. Allerdings konnte uns der QENP (bis auf die Bootsfahrt) im Gegensatz zum MFNP nicht überzeugen. Tierisches Highlight war – wohl nicht überraschend- für uns das Gorillatracking, aber auch die Begegnung mit dem Schuhschnabel in seiner natürlichen Umgebung hat uns sehr beeindruckt.

Die nicht so schöne Unterkunft am Lake Bunyonyi oder der sehr ausbaufähige Servicegedanke in der Pakuba Safari Lodge hat unsere Urlaubsfreude nicht getrübt und auch im Rückblick bleibt deswegen kein negativer Beigeschmack.

Warum wir dennoch - zumindest nicht in absehbarer Zeit- noch einmal nach Uganda fahren?
An erster Stelle steht für uns das Preis-Leistungs-Verhältnis. Im südlichen Afrika bekommt man für bedeutend weniger Geld den gleichen oder besseren Standard bei den Unterkünften, auch ist der Servicegedanke in der Regel besser ausgeprägt. Dazu sind auch die Eintrittspreise für die Nationalparks happig.

Hinzu kommt etwas äußerst ungewöhnliches für mich: mich reizt so gut wie keine Gegend mehr in Uganda, wo ich unbedingt hin möchte. Ausnahme ist vielleicht der Kidepo Valley NP, aber abgesehen von den bereits erwähnten Gründen, die uns von einer weiteren Ugandareise absehen lassen, kommt hier hinzu, dass er sehr abgelegen liegt und somit eine nicht ganz so einfache Anreise vermuten lässt, was meinen Wunsch dann wieder im Keim erstickt.

Somit wurde meine Erwartung, die ich im Vorfeld der Reise hatte, erfüllt:
uns hat es gefallen und wir bereuen es nicht im Geringsten, nach Uganda gefahren zu sein, aber eine zweite Reise kommt vorerst nicht in Betracht.
Bis zum nächsten Mal  :winke:

 
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #43 am: 25.08.2018, 16:49 Uhr »
 :dankeschoen:

*Marthe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #44 am: 31.08.2018, 23:31 Uhr »
Als stille Mitleserin möchte ich mich auch herzlich für den interessanten RB bedanken.

LG
Marthe

*unterwegsontour

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #45 am: 22.09.2018, 14:09 Uhr »
So, ich habe jetzt endlich auch nachgelesen und möchte mich auf den den RB bedanken.
"The sky above, the earth below and dreams dance in your head."