Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy

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*U2LS

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #15 am: 03.07.2018, 19:11 Uhr »
Ich poste den RB natürlich auch in anderen Foren und manche legen viel Wert aufs Essen…

Da sieht man wieder, Liebe geht durch den Magen... :lol: :wink: :D
Gruß
Lothar

I work bloody hard at work so that I can get home early

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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #16 am: 04.07.2018, 08:54 Uhr »
30.12. Bwindi NP – QENP-Ishasha
Im Morgengrauen hören wir eine Fledermaus herumfliegen, können sie jedoch nicht entdecken. Gegen 5:20 h geht die Alarmanlage eines Autos los. Ich habe ein ungutes Gefühl, weil mir der Mechaniker im Hinterkopf herumschwirrt. :?
Wir stehen früh auf, packen unsere Sachen und bringen schon vor dem Frühstück das Gepäck ins Auto. Unser Auto steht frisch gewaschen da, vielleicht ging deswegen die Alarmanlage an. :)
 


Das Frühstück ist nicht besonders. Der Obstteller bestehend aus Wassermelone, Bananen, Ananas und ein Stück Pampelmuse ist ok. Zum Omelett gibt es nicht einmal Toast dazu. Satt sind wir beide nicht. Da haben wir gestern Morgen also nichts verpasst. Wir begleichen unsere Rechnung und hinterlassen unser Trinkgeld in der Tipbox. Leider ist Costa schon mit anderen Gästen unterwegs, so dass wir uns nicht von ihm verabschieden können.
 
Es ist noch recht frisch mit 14 ° C, als wir kurz nach 9 h starten. Den Rückweg zur geteerten Kisoro- Kabale-Road finden wir auf Anhieb. Entlang dieser Hauptstraße geht eine Siedlung in die nächste über.


 




Wir wollen über Kanungu zu unserer nächsten Unterkunft fahren. Auf der Herfahrt vor zwei Tagen haben wir gesehen, dass es zwei Abzweigungen nach Kanungu gibt.
Wir biegen in eine Piste ein, sind uns jedoch unsicher, ob dies der richtige Abzweig ist. Daher steigt Christian aus und läuft noch einmal die paar Meter zur Hauptstraße zurück, um nach einem Hinweisschild Ausschau zu halten. Das erweist sich aber als Fehler, denn zwei junge Männer wollen mitfahren und stellen sich hinten auf die Stoßstange, als Christian ihr Ansinnen ablehnt.  :shock: Der Weg führt auf einen Pistenabschnitt zu, der sehr moddrig und von tiefen Spuren durchzogen ist. Christian ist sich unsicher, ob er da durchfahren kann, ohne sich festzufahren. Da sich außerdem noch weitere junge Männer in der Nähe aufhalten, fährt Christian rückwärts und versucht die Trittbrettfahrer loszuwerden. Nach einer Weile ist er erfolgreich. Wir atmen erleichtert auf und ärgern uns über unser unüberlegtes Handeln, sind aber heilfroh, dass nichts weiter passiert ist. Vielleicht wäre ja auch nichts passiert, aber wir hatten schon ein ungutes Gefühl im Bauch, schließlich lag meine Kamera zu meinen Füßen (nicht zu vergessen, dass wir ja sämtliche Wertsachen bei uns hatten).

Auf der Karte ist noch ein zweiter, schmalerer Weg nach Kanungu eingezeichnet. Von der Kilometerzahl ist es gleich mit 50 km. Aber ich habe es richtig in Erinnerung, dieser Abzweig ist auf der ausgedruckten Karte als nicht empfehlenswert gekennzeichnet. Daher drehen wir auch hier nach ca. 5 Kilometern um. Ich schlage Christian vor, es am östlichen Rand des Bwindi Nationalparks über Ruhija und Butogota zu versuchen. Dies hatten wir ursprünglich ausgeklammert, da der Weg mitunter nur schwer passierbar ist, was aber hauptsächlich auf die Regenzeit zutrifft. Mir fällt jedoch ein, dass die Reisegruppe vom Gorillatracking vor ein paar Tagen dort langgefahren ist.



Wir biegen daher am entsprechenden Hinweisschild von der Kisoro- Kabale-Road ab. Wir bekommen einen Schreck, als ein Baum ein Stück vor uns auf die Straße fällt. Momente später sehen wir, dass ein Mann ihn gefällt hat. Er entfernt ihn auch sofort von der Straße.
Wir passieren das Gate des Bwindi Nationalparks. Da wir nur im Transit durch den Park fahren, müssen wir keine Gebühr bezahlen.
Wir halten kurz an, da Christians Knie eine Pause benötigt. Die Umgebung ist sehr grün und riecht nach Eukalyptus. Wir hören Grillen zirpen. Als ich beim Navi auf die Höhe schaue, stelle ich fest, dass wir auf 2400 m sind.
Ab und zu überholen uns einige Autos bzw. kommen uns welche entgegen.




L'Hoest's monkey- Östliche Vollbartmeerkatze


Olive Baboon- Anubis-Pavian



Die Strecke im Nationalpark lässt sich ungefähr bis Ruhija village gut befahren. Sie ist zwar sehr kurvenreich, aber die Oberfläche ist relativ eben. Danach ist die Straße mit wenigen Ausnahmen sehr steinig und sehr holprig.  Meinem Nacken machen die Kurven und die unebene Piste zu schaffen. Wir halten ein paar Minuten am Straßenrand, wo ich vergeblich versuche, meinen Nacken in der Liegeposition zu entspannen. Unser Mittagessen besteht heute aus ein paar Butterkeksen.  8)
 
Wir passieren den Abzweig nach Buhoma. Leider wird unsere Hoffnung auf eine bessere Straße oder sogar Teerstraße nicht erfüllt. Dafür ist nach einigen Regentropfen wieder die Sonne rausgekommen.



Butogota ist größer als anfänglich vermutet. Ziegen laufen über die Straße. Am Wegesrand im Dorf werden Kaffeebohnen, vermutlich Tee und andere Sachen getrocknet. Die Häuser haben hier für mich einen arabischen Touch.
Die Piste ist leider so schlecht wie bisher, steinig und mit größeren Senken. Es wird viel Mais angebaut, und es reiht sich wieder eine Siedlung an die andere. Die Büsche und Bäume am Straßenrand sind mit einer grauen Staubschicht überzogen.






Wenn man genau hinschaut, kann man die Staubschicht erahnen
 
In einem Vorort von Kihihi scheint heute Markttag zu sein.



In Kihihi fahren wir etwas kreuz und quer, in der Hoffnung eine Markentankstelle zu finden, leider vergeblich. Viele Radfahrer sind auf der Straße Richtung Savannah Hotel.
 
Die Auffahrt des Savannah Resort Hotel ist mit Blumen gesäumt. Im parkähnlichen Garten sind diverse Tierfiguren verteilt.







Wir entscheiden uns beim Einchecken für eine gekühlte Cola als Willkommensdrink, denn gekühlte Getränke sind auf unseren Fahrten in Uganda Mangelware. Wir geben unsere Bestellung für das Abendessen auf. Bevor wir zu unserer Rundhütte gebracht werden, wird unser Gepäck erstmal gründlich mit einem Handtuch abgestaubt, denn wir haben leider heute Morgen vergessen, das Gepäck in Müllsäcke (Staubschutz) zu packen. :oops:


 
Auf den ersten Blick macht die Hütte keinen schlechten Eindruck.



Es gibt zwar nur einen Nachttisch, jedoch mit einer Nachttischlampe, im Vorraum gibt es eine kleine Couch. Neben dem Bett gibt es einen kleinen Tisch mit zwei Stühlen und künstlichen Blumen sowie zwei Flaschen Wasser. Darüber hinaus gibt es eine separate kleine Ecke, wo eine Kleiderstange mit vier Bügeln ist. Im Schlafzimmer gibt es noch einen stummen Diener und eine kleine Kommode. Das Badezimmer gefällt mir nicht ganz so gut, denn es gibt keine Ablagemöglichkeiten am Waschbecken. Beim Duschen fällt uns später auf, dass der in der Ecke befindliche Abfluss höher liegt als der restliche Fußboden. Es gibt auch keinen Duschvorhang, so dass der ganze Boden beim Duschen nass wird. :(
 
Da es inzwischen über 30 ° C sind freuen wir uns nach der anstrengenden Fahrt auf eine Abkühlung im Pool.



Im dazugehörigen Häuschen kann man sich umziehen, und es gibt kleine Schließfächer, in denen man seine Wertsachen oder Kleidung einschließen kann. Im ersten Moment ist das Wasser sehr frisch, aber dann geht es. Eine schwarze Frau mit ihren Kindern amüsiert sich, dass Christian wie immer etwas länger braucht. :wink:
 
Wir erkundigen uns an der Rezeption, ob es eine Shell oder anderen Markentankstelle in Kihihi gibt. Angeblich wäre gegenüber der Stanbic Bank eine Shell Tankstelle. Da morgen Sonntag ist, ist man unsicher, ob die Tankstelle morgen vielleicht erst um 10 h öffnet, daher fährt Christian heute noch mal in die Stadt.
 
Ich gehe in der Zeit duschen und Haare waschen. Obwohl es uns gezeigt wurde, ist es nicht ganz einfach die Dusche einzustellen, aber dann habe ich den Dreh raus. Der ganze Fußboden wird nass, ich muss aufpassen, dass ich nicht ausrutsche.
Die Tankstelle gegenüber der Stanbic Bank ist keine Markentankstelle (mehr?), aber Christian tankt trotzdem, es bleibt ihm nichts anderes übrig.
 
Das Abendessen nehmen wir im Außenbereich des Restaurants ein.



Uns wird vor dem Essen ein heißes Tuch zum Händesäubern gereicht. Christians Coleslaw- Salat  und die Tomatensuppe für mich werden ziemlich schnell von Richard serviert. Wir bemerken rasch, dass er ein Kellner der alten Schule ist. Das einzige, was wir ihm „ankreiden“ könnte, ist, dass er zu nah am Weihnachtsmann vorbeigeht und daher jedes Mal „Santa Claus is coming to town” ertönt. Sein Kollege ist vielleicht davon auch genervt, denn er geht in ausreichendem Abstand um den Weihnachtsmann.



Der Hauptgang (Christian: gemischte Grillplatte mit Pommes, ich: Chicken Masala) ist ebenso wie die Vorspeise sehr gut. Wir hatten am Nachmittag kein Dessert bestellt, aber mich gelüstet es nach etwas Süßem. Daher bestelle ich eine Karamellcreme. Es heißt zuerst, dass es wohl eine Stunde dauert, aber das nehme ich in Kauf. Letztendlich dauert es nur eine Viertelstunde. Bevor wir ins Zimmer zurückgehen, geben wir noch unsere Bestellung fürs Frühstück auf.
 
Christian bleibt nicht mehr allzu lange wach, ich studiere noch ein paar Reiseberichte und sehe mir die Fotos vom Gorilla-Tracking an. Kurzzeitig fällt der Strom aus. Meine Nase läuft wieder, ich scheine wohl doch auf etwas allergisch zu reagieren. Zum Glück habe ich meine Allergietabletten bei. Es ist schon nach 22:00 Uhr, als ich ins Bett gehe.
Übernachtung: Savannah Resort Hotel, double room, HB
Kilometer: 168

Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #17 am: 07.07.2018, 12:05 Uhr »
31.12. Ishasha - QENP
Die Nacht war sehr warm und ruhig, aber meine Nase lief wie ein Wasserhahn :roll:. Um 6:30 h hören wir das erste Vogelgezwitscher, bleiben aber noch eine Weile liegen.

Vor dem Frühstück spazieren wir im Garten umher. Das heutige Frühstück ist reichlich und gut: Obstteller (Banane, Wassermelone und Ananas), Cerealien, Rührei mit Würstchen, Kartoffeln und Bohnen sowie Toast mit Marmelade und Butter. Etwas Käse noch und es wäre für mich perfekt gewesen.
Christian bestellt sich noch einen weiteren Kaffee. Der Ober taut richtig auf, und wir unterhalten uns mit ihm.
 
Wir packen unsere Sachen, und als wir das Zimmer verlassen, stehen schon zwei Kofferträgerinnen bereit. Es scheint ein warmer Tag zu werden, es sind schon 25 ° C.
Diesmal sind wir schlauer und packen das Gepäck in Müllsäcke. Leider fällt mir erst hinterher ein, dass wir noch das Fernglas rausholen wollten. :oops:
 
Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir den Ishasha Teil des QENP besuchen oder nicht. Die Baumlöwen haben uns gereizt, wenngleich es natürlich keine Sichtungsgarantie gibt. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden, da wir dann für einen weiteren Tag den Eintritt für den QENP zahlen hätten müssen (Abrechnung auf 24 –h-Basis). Dies hätten wir in Kauf genommen, wenn wir gestern Nachmittag noch unternehmungsfreudig gewesen wären – einerseits hat es besonders mich gereizt, andererseits wollte ich Christian nach der langen Fahrt auch nicht überstrapazieren – ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, die einzelnen Tage nicht zu voll zu frachten, was mir mitunter schwer fällt, aber diesmal ist es mir im Großen und Ganzen gelungen. :)

Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung, denn wir haben zur Queen Elizabeth Bush Lodge aufgrund der schlechten Piste wesentlich länger benötigt, als aufgrund der Reiseberichte/ Recherchen zu erwarten war. Da rechts des Weges das Kigezi Game Reserve und links der Ishasha Teil des QENP liegen, hoffen wir, dass die Fahrt kurzweilig wird. Leider meint es das Wetter nicht so gut mit uns: es ist sehr bewölkt und später wird es auch noch etwas tröpfeln, daher fallen die Fotos sehr verhalten aus.

Die Savannenlandschaft gefällt uns sehr gut. Wir halten, damit ich fotografieren kann. Kaum stehen wir, kommt auch schon ein Kind angerannt und bettelt.



Es gibt viele mittelgroße Termitenhügel, manche gaukeln uns im ersten Moment eine Sichtung vor, bis wir sie bei näherem Hinschauen als Termitenhügel enttarnen.



Häufig sehen wir in Uganda einen Long-crested Eagle. Aber leider nie im guten Licht.


 
Das passt beim Broad billed roller (Zimtroller) besser.
 



Yellow-throated Longclaw

und auch Perlhühner gibt es:



In einem Baum sitzen verschiedene Geier und Greifvögel. Es sind vermutlich ein Weißrückengeier,  ein Palm-nut Vulture, ein juveniler Gaukler und ein von uns nicht identifizierbarer „brownie“, von den letztgenannten kann ich kein gutes Foto bieten.


Weißrückengeier


Palm-nut Vulture

Kurz nach dem Katookye Gate ist der Abzweig für die Enjojo Lodge, die Ishasha Jungle Lodge und @ the river.
In der Enjojo Lodge wollten wir ursprünglich übernachten, diese war jedoch schon ausgebucht. Daher hatten wir uns für @ the river entschieden. Leider haben diese trotz fester Zusage das Zimmer vor der An-/Bezahlung weiter gegeben. Wir wurden lt. Elizabeth von der Lodge zwar auf die „Warteliste“ gesetzt, aber das war ihr – und uns auch – zu unsicher, so dass sie nach Rücksprache ein Zimmer im Savannah Resort Hotel für uns gebucht hat. Die beiden Unterkünfte sind wesentlich näher am Gate des Ishasha Sectors. Vielleicht hätten wir uns dann gestern doch zu einem Besuch im Ishasha Sectors des QENP aufgerafft? Abgehakt, ist nicht mehr zu ändern.
 
Hinter einer Brücke ist es vorbei mit der offenen Savannenlandschaft. Hier säumen dichtes Gestrüpp und Bäume die Straße. Die Straße ist unverändert weiter ruppig mit tiefen Senken.







Nach einer gefühlten Ewigkeit entdecke ich die ersten Antilopen und wenig später einen Waran.





Die Landschaft öffnet sich wieder, und wir sehen ein paar Antilopen. Dazu fallen vermehrt Euphorbien auf, die teilweise eine ziemliche Höhe erreichen.
Zwei LKWs blockieren wir Straße. So wie es aussieht, haben andere Autofahrer rechts überholt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als es auch auf diesem Wege zu versuchen. Christian meistert die Aufgabe aber gut. Im hinteren LKW sitzt noch ein Beifahrer.



Ein brauner Greifvogel lässt uns für ein paar Fotos anhalten.


Black Kite?
 
Wir können es gar nicht glauben, als wir nach gut 60 km Teerstraße unter den Rädern haben, aber das gute Teerstück währt nur 2 km. Dann geht es weiter auf einer ehemals halb geteerten Straße. Der Teer lässt sich noch erahnen.
Die Fahrradfahrer, die am Straßenrand eine Pause einlegen, beneiden wir nicht.
 

qualitativ kein gutes Foto, aber es ist der erste Elefant, den wir in Uganda sichten 8)
 
Wir erreichen die geteerte Katunguru Road. Mit ihren Schlaglöchern und dem löchrigen Asphalt ist sie nicht wirklich viel besser als die Schotterpiste, wenigstens ist es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft.
Der Himmel hat sich dunkel zugezogen.
 
Auch in der Queen Elizabeth Bush Lodge werden wir mit einem Begrüßungsdrink empfangen. George stellt sich uns vor und erklärt uns kurz wie alles abläuft.


Foto ist am nächsten Tag aufgenommen worden - man kann auch sagen im nächsten Jahr

Dann zeigt er uns unser Zelt. Es hat leider keinen Blick aufs Wasser, dafür liegt es außer Sichtweite der anderen Zelte, was vielleicht besonders an Silvester ein Vorteil ist.


das komische "Etwas" neben dem Mülleimer ist eine Tsetsefliegenfalle


... und von der anderen Seite


Außendusche

Während wir zu Mittag (Pilzsuppe und Hackbraten mit Gemüse und Kartoffeln) essen, geht ein kurzer Regenschauer mit Gewitter nieder. Wir haben vorgesorgt und haben den im Zelt bereit liegenden Schirm mitgenommen, den wir letztendlich doch nicht benötigen. Christian macht der Kofferraum Sorgen, denn er hat festgestellt, dass er sich nicht mehr abschließen lässt. Das wird er sich morgen in Ruhe anschauen, denn heute ist es nicht weiter von Belang, da wir nicht mehr mit Gepäck herumfahren bzw. das Auto nicht unbeaufsichtigt abstellen.
 
Wir wollen den restlichen Nachmittag im QENP verbringen. Dazu müssen wir uns das Permit beim Office zu besorgen, welches nicht bei einem der Gates des Parks sondern ein Stück Richtung Ishasha liegt.
Die beiden weiblichen Angestellten sind sehr freundlich und gut drauf. Die Angestellte ist auch dann noch sehr freundlich, als wir beide uns nicht angesprochen fühlen, als sie nach unserem Kennzeichen fragt -es ist ein Guide hinzugekommen, mit dem sie zwischendurch auch Smalltalk halten- und sie deswegen extra raus geht, um selbst nach dem Kennzeichen zu schauen. Hier können sich die meisten SanParks-Angestellten ein Beispiel nehmen.
Von der Hauptstraße aus sehen wir dem Weg zum Kasenyi Gate mehrere Uganda Kobs und einen Wasserbock. Obwohl es erst kurz nach 16 Uhr ist, wirkt es schon dämmrig.
Am Gate frage ich, welche Route sie empfehlen können, und ein Angestellter zeigt mir, wo heute Morgen Löwen gesichtet worden sind. Wir erstehen noch einen kleinen Vogelguide, dessen Preis Christian um 10.000 UGX auf 30.000 UGX herunterhandelt. :lol:
 
Wir sind begeistert, dass unser Navi sogar hier im Park den Track, den wir befahren, richtig anzeigt. Die Freude währt aber nicht lange, denn schon bald fahren wir laut Navi im Niemandsland. So fahren wir nach Bauchgefühl bzw. nach Pistenzustand, der mitunter arg zu wünschen übrig lässt. Christian hat teilweise trotz der niedrigen Geschwindigkeit kaum die Gelegenheit, den Blick länger in die Ferne schweifen zu lassen, will er keine Senke übersehen. Außerdem sind die Tracks sehr schmal. 
 
Wir entdecken Uganda Kobs, Wasserböcke, Warzenschweine und einen Büffel, die „tierische Ausbeute“ ist nicht überragend.








African Wattled Lapwing

Dafür machen wir die Bekanntschaft mit der Tsetsefliege: mich sticht eine in den Kopf, Christian in den Arm :(. Der Stich ist schmerzhaft, bleibt aber zum Glück ohne weitere körperliche Folgen. Allerdings wird es uns auch die Fotoaufnahmen erschweren: entweder durch die Scheibe fotografieren oder die Fenster erst öffnen, wenn man eine Weile steht und dadurch für die Tsetsefliegen unattraktiv geworden ist. Leider haben die anderen Tiere nicht so viel Verständnis und Ausdauer.
 
In der Nähe der Kasenyi road sind offensichtlich die Löwen, denn es stehen viele Fahrzeuge dort. Wir können sie jedoch nicht entdecken, vielleicht haben wir nicht den richtigen Blickwinkel.  Ein kleines Stück die Straße herunter stehen auch ein paar (wenige) Autos. Wir wollen checken, was es dort zu sichten gibt, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Auf einem Termitenhügel scheint etwas zu liegen. Beim Blick durchs Fernglas lassen die Umrisse des Körpers vermuten, dass es ein junger Löwe ist, der schläft. Nach einer Weile kommen auch die Leute von der anderen herüber. Das nehmen wir zum Anlass, zurückzufahren, da wir nicht erwarten, dass sich der Löwe bald erhebt.
 
Beim Abendessen wählen wir einen Tisch in Wassernähe. Es werden Laternen bei jedem Tisch aufgehängt. Auf Kosten des Hauses gibt für jeden ein Glas Champagner, da heute Silvester ist.



Als Vorspeise gibt es Avocado, die sehr lecker ist, obwohl ich mir sonst daraus nichts mache. Als nächsten Gang gibt es Kürbissuppe mit einem warmen Brötchen und Butter, guter Durchschnitt. Mit dem Hauptgericht sind wir beide nicht zufrieden: es gibt Schweinerippchen, dazu Reis und ein kleinen Klacks gemischtes Gemüse. Die Schweinerippen sind mir zu zäh und fettig, der Reis und das Gemüse sind schon fast kalt. Ich gebe Christian einen großen Teil meines Fleisches. Damit der Rest nicht so trocken ist, möchte ich Ketchup nehmen. Leider explodiert die Ketchup Flasche halb in meiner Hand, als ich sie öffne und ein großer Teil des Inhalts schüttet sich über mein Hemd. Notdürftig säubere ich mein Hemd. Zum Nachtisch gibt es frittierte Bananen, für mich Ananas und Passionsfrüchte, da ich dem Ober zu Beginn mitgeteilt habe, dass ich keine Bananen mag. Statt Böller und Raketen hören wir Hippos grunzen und sehe immer wieder Wetterleuchten. Bevor wir zum Zelt zurück gebracht werden, müssen wir unsere Getränkeliste kontrollieren und gegenzeichnen.
 
Es sind kaum Sterne zu sehen. Wir setzen uns draußen hin, Christian trinkt ein Bier, ich einen Amarula. Dabei versuchen wir im Vogelbuch zu recherchieren, welche Vögel wir bisher in Uganda gesehen haben.
Nach einer Weile hören wir, dass das Nachbarzelt, das man tagsüber so gut wie nicht sieht, auch belegt ist, denn jemand hustet sehr stark. Schon weit vor Mitternacht liegen wir im Bett.
Übernachtung: Queen Elizabeth Bush Lodge, self contained tent, HB
Kilometer: 142


Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #18 am: 08.07.2018, 11:20 Uhr »
01.01.2018 QENP
Ich habe zwar fleißig Fotos aussortiert, aber dennoch sind für den heutigen Tag noch eine Menge übrig geblieben, wo ich mich partout nicht entscheiden konnte und dass, obwohl es keine spektakulären Sichtungen gab. :oops:

Wir haben in der Nacht unter anderem Hippos und Hyänen gehört. Es ist stark bewölkt. Ich wasche mein braunes Hemd grob aus, in der Hoffnung, dass der Ketchup rausgeht. Christian sichert den Kofferraum mit Kabelbindern.


hier wird das Frühstück und Mittagessen eingenommen

Das Frühstücksbuffet stellt uns weitgehend zufrieden. Es gibt verschiedene Biskuitrollen mit Zimtfüllung und Fruchtfüllung, Muffins, Pancakes, eine Art Hefezopf mit Butter und Marmelade sowie Obst (Melone, Ananas, Mango). Richtig freuen wir uns über die Samosas. Eigentlich nicht unbedingt zum Frühstück, aber sie sind lecker. Auf unsere Rühreier warten wir ziemlich lange, obwohl wir gestern Abend angeben mussten, wie und wann wir die Eier haben wollen. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass ein Hippo in der Nähe schläft. Mit einigen anderen schauen wir uns es an, leider liegt es gut versteckt im Gebüsch.



Nach dem Frühstück laufen wir in der Anlage herum.


Die Zelte mit -mehr oder weniger- Flussblick.


Kazinga Channel


Speckled Mousebird


African Blue Flycatcher]


Ameisenstraße

Als wir los fahren, leuchtet wie immer das Warnlicht für die Handbremse. :roll:
Von der Hauptstraße aus sehen wir einen Elefanten, leider sind wir zu schnell vorbei, um ein Foto zu machen. Dafür halten wir kurz vor der Brücke vor dem Kazinga Channel für ein paar Aufnahmen.










Hamerkop


Black-winged Stilt


Dorf auf der anderen Seite des Kanals



Wir nehmen diesmal das Gate auf der anderen Seite der Straße.



Der Ranger macht mich netterweise darauf aufmerksam, dass der Kasenyiteil der wildreichere Teil ist. Ich bedanke mich für die Info und teile ihm mit, dass wir jedoch zur Mweya Lodge wollen, um eine Bootsfahrt zu unternehmen. Die Landschaft ist von Euphorbien geprägt.



Die Straße ist zumindest etwas besser als auf der anderen Seite. Bis zur Lodge sehen wir Wasserböcke, Büffel und einen Elefanten sowie Perlhühner. Leider verfolgen uns die Tsetsefliegen. :(








Nahe der Mweya Lodge

Nachdem wir getankt haben, fragen wir in der Lodge nach den Bootstouren. Diese sind jedoch heute ausgebucht, daher wollen wir unser Glück im Besucherzentrum des UWA (Uganda Wildlife Authority) versuchen. Vorher schauen wir uns jedoch noch ein wenig um.








Nektarvogel

Beim UWA reservieren wir für die nächste Tour, die um 13 h startet, und fahren zur Tembo Canteen, das im Bradt Reiseführer als günstige Alternative (zum Lunch) zur Mweya Lodge empfohlen wird. Wir lassen uns mit Blick aufs Wasser nieder. Da keine Bedienung kommt, geht Christian zur Theke und holt uns etwas zu trinken. Ursprünglich wollten wir auch eine Kleinigkeit essen, aber Christian sagen die Speisen von der Hygiene her nicht zu. Sein Eindruck wird noch verstärkt, als wir die Zubereitung des Essens hinter dem Haus beobachten können.









Die Zeit bis wir zum Besucherzentrum zurückfahren müssen, um die Bootstour zu bezahlen, ist sehr kurzweilig, da wir Warzenschweine, eine Blaukehlagame und diverse Vögel beobachten.






 
Pünktlich zum Beginn der Bootstour kommt die Sonne heraus.



Wir steuern schräg auf das gegenüberliegende Ufer zu, wo neben Elefanten und Büffeln auch African Skimmer sind. Diese Vögel sehen wir das erste Mal (zumindest bewusst). Ich fotografiere zuerst die großen Tiere, damit ich mich anschließend, wenn das Boot etwas näher am Ufer hält, auf die Vögel konzentrieren kann. Von der Tembo Canteen aus beobachteten wir, dass die Bootstour um 11:00 h hier lange gehalten hat, so dass ich davon ausgehe, dass es bei uns ähnlich ist. Aber Pusteblume, mit Mühe und Not kann ich noch ein paar Fotos machen. Schade, dass wir hier so schnell vorbeifahren.







Die African Skimmer sind an diesem Uferabschnitt in Massen. Sie fliegen auf, als das Boot sich nähert, landen aber ein paar Meter weiter wieder.



Für die weitere Bootsfahrt lasse ich mehr die Bilder sprechen:






Der kleine Elefant war verletzt, als er stand, sah man, dass sein Fuß verdickt und unförmig war. Vielleicht gebrochen? :(






Die Graufischer (Pied Kingfisher) sind sehr oft auf kleinen Ästen oder Riedhalmen zu sehen.


"Schau mir in die Augen" oder "Piek mir nicht das Auge aus" :wink:

Wir fahren bis zu einer kleinen Ansiedlung vor der Mündung des Kazinga Channels in den Lake Edward, dann drehen wir um.








Mallorca für Vögel? 8)




Marabu, Greater Cormorant und White Pelican




Auch vom Wasser aus sieht man, dass die Landschaft von Euphorbien geprägt ist.





Das Highlight für uns und die anderen Gäste ist dieser Elefant, der sich sein Hinterteil an einem Gebüsch kratzt:









Nach 1,5 h legen wir wieder an. Uns hat die Tour gefallen, und besonders Christian hat sich gefreut, eine kleine Auszeit von den schlechten Nationalparkpisten zu haben. Probleme mit Tsetsefliegen hatten wir zum Glück auch nicht.
Wir fahren erneut zur Mweya Safari Lodge, wo wir noch ein kleines Mittagessen einnehmen wollen. Es wird leider nur ein Buffet angeboten, so viel wollen wir jedoch gar nicht essen. Kleine Gerichte servieren sie zurzeit wohl nicht, vielleicht aufgrund des heutigen Feiertages. Die Kellnerin bietet uns an, etwas abseits einen Kaffee und einen Muffin zu servieren, was wir dankend annehmen.


 
Als wir zum Auto zurückgehen, kann ich gerade noch ein Foto von den flüchtenden Zebramangusten machen.



Wir nehmen die Straße zum Haupteingang. Es ist auch eine Wellblechpiste, und sie hat einige Senken. Dieser Abschnitt ist meinem Gefühl nach weniger von Euphorbien geprägt als der Channel Track.


Sieht nicht so schlimm aus, vermittelt aber vielleicht einen kleinen Eindruck von den Pisten


main gate

Wir stoppen an einer Stelle, wo wir einen Blick auf einen Kratersee haben. Von hier aus sehen wir Büffel, Warzenschweine und Wasserböcke, aber sie sind nicht in fototauglicher Entfernung.





Wir sind froh, als wir die Hauptstraße erreichen, denn die Wellblechpiste setzt uns zu. In der kleinen Ortschaft nahe der Brücke kauft Christian eine Cola. Christian erlässt der Verkäuferin 500 UGX (ca. 0,12 €), da die Frau nicht wechseln kann. Sie freut sich sehr.
Ein Weißer spricht uns an, ob wir ihn mitnehmen können. Aber wir sind der schon fast an unserer Unterkunft.
 


Wir machen auf dem Lodgegelände ein paar Aufnahmen, dann lassen wir den Akku vom Fotoapparat am Restaurant laden.

Ausblick von unserem Zelt:







Das Duschwasser ist genauso kühl wie gestern, obwohl es tagsüber wärmer war.
Zuerst ist es noch angenehm warm und windstill, aber während des Essens wird es doch etwas windiger. Es ist wieder kein Stern zu sehen. Zum Abendbrot gibt es als Vorspeise einen Tomaten-Gurken-Salat mit Balsamico-Dressing. Zur Spargelsuppe gibt es ein leckeres Gewürzbrötchen. Es gibt Rindfleisch, mit Kartoffelbrei und gemischtem Gemüse aus Bohnen und Karotten. Das Kartoffelpüree ist schon fast kalt, aber das Fleisch ist besser als gestern. Die Erdbeercreme mit Schokosplittern ist ganz gut.
Wir lassen uns von unserem "Eddie“ nachhause bringen. Er erinnert Christian an Eddie Murphy, da er immer sehr lustig und nett ist.
Der Vollmond ist inzwischen sichtbar. In der Ferne sieht man Lichter, ich weiß nicht, ob es von der Straße oder von der nächsten Siedlung ist. Kaum sind wir zuhause angekommen, hören wir eine Hyäne heulen, ansonsten Hippogrunzen, Zikaden und noch einzelne Vögel. Wir setzten uns noch eine Weile auf die Terrasse, bevor wir schlafen gehen. Der Wind weht immer noch leicht.
Übernachtung: Queen Elizabeth Bush Lodge, self contained tent, HB
Kilometer: 61

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« Antwort #19 am: 09.07.2018, 09:54 Uhr »
Mallorca für Vögel = Ballervögel   :wink:

Sehr viele Viecher unterwegs, bitte weiter so!
Gruß
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« Antwort #20 am: 09.07.2018, 18:33 Uhr »
02.01. QENP – Fort Portal
Nachts haben wir wieder Hyänen und Hippos gehört, und gegen Morgen setzt ein Vogelkonzert ein. :)
Das Frühstück ist wieder sehr gut, auch wenn das Käseomelett den Käse missen lässt :wink:. Heute gibt es auch Avocados. Es wird immer wieder gut nach gelegt. Wir bezahlen unsere Rechnung, dann verlassen wir die Bush Lodge.

Da es nicht weit bis zu unserem heutigen Tagesziel -Fort Portal- ist, geben wir dem QENP noch eine Chance.



Auf den Fotos erkennt man gut die Staubschicht auf den Blättern (aufgenommen entlang der Hauptstraße nach Kasese).



Ein letzter Blick auf den Kazinga Channel:




entlang der Hauptstraße nach Kasese

Wir sehen immer wieder Uganda Kobs, Wasserböcke und ein paar einzelne Büffel.





Wir sichten mehrmals Greifvögel, die Beute gemacht haben. Ein Greifvogel lässt seine Beute fallen: es ist ein ausgetrockneter Fisch.
Am Aussichtspunkt auf den Lake Bunyampaka (Crater), wo auch Salz abgebaut wird, stoppen wir. Leider liegt er im Gegenlicht.  :(



Hier sind viele Andenkenläden, aber wir können uns in Ruhe umschauen, wahrscheinlich, da genug andere potenzielle Kunden vor Ort sind. :D






Hier wird Chapati zubereitet

Auf dem weiteren Weg zum Fischerdörfchen Kasenyi Village passieren wir eine Herde Ankole-Rinder und eine größere Herde Wasserböcke. Kurz darauf bitte ich Christian anzuhalten, um einen Bienenfresser zu fotografieren – er hält sogar still.


white throated bee-eater

Im Dorf parken wir am „Hafen“. Unser Auto wird sofort von Kindern umlagert.









Die Erwachsenen interessieren sich weniger für uns.



Christian fühlt sich dennoch unwohl.  Da wir auch die laut unserem Reiseführer hier ansässige reichhaltige Vogelwelt nicht entdecken können - wir sehen leider nur ein paar Marabus und einen Hammerkopf-, fahren wir alsbald weiter.
Auf dem Rückweg fliegen über 20 Pelikane ein Stück vor uns, leider in so großer Entfernung, dass ich es mir erspare, die Kamera zu zücken.
Einige Wasserböcke haben sich hingelegt, man sieht nur noch die Hörner aus dem Gras rausschauen. Kurz darauf läuft eine Warzenschweinmutter mit ihren drei Kindern vor uns weg.

Wir probieren unser Glück noch auf dem Royal Circuit. Hier gibt es viele Wege und keine Ausschilderung, außerdem ist die Straße mit großen Löchern übersät, so dass wir nach ein paar Minuten die Segel streichen und umkehren. Die Überfahrt von dem Circuit zur Hauptstraße auch nicht ohne. Immerhin haben wir heute keine Probleme mit Tsetsefliegen.




Piste auf der Hauptstrecke



Am Gate spreche ich zwei Männer an, die ich heute Morgen beim Frühstück gesehen habe. Sie sind aus Südafrika. Auch sie bemängeln, dass wenige Tiere zu sehen sind, aber die Landschaft gefällt ihnen. Wir unterhalten uns kurz und hören, dass am Lake Mburo mehr Tiere zu sehen waren, zumindest in bestimmten Sektoren.

Entlang der Hauptstraße, die geteert ist, aber einige Schlaglöcher hat, sehen wir mehr Uganda Kobs als im Park selbst. Am Queen‘s Pavillon halten wir, da wir uns nach einem kalten Getränk sehnen. Wir werden freundlich von der Angestellten willkommen geheißen, aber leider ist die Cola auch nicht kalt, da die Solaranlage kaputt ist.



Dafür ist der Ausblick passabel, auch den auf der anderen Straßenseite liegenden Kratersee können wir gut sehen. Für gute Fotos ist er jedoch zu weit weg. Durchs Fernglas erkennen wir Büffel, Wasserböcke und einige Wasservögel.





Nah dran ist jedoch eine Blaukehlagame, die es hier anscheinend häufiger zu geben scheint.





Christian tut ein gutes Werk und schmeißt nicht nur unsere leere Colaflasche, sondern noch zwei andere Flaschen, die auf dem Boden liegen, weg, bevor wir weiterfahren.



Am Äquatordenkmal machen wir wieder den obligatorischen Stopp, hier gibt es jedoch keine Souvenirläden.



Wir halten an einer Tankstelle, in der Hoffnung ein kühles Getränk kaufen zu können. Diesmal wir unsere Hoffnung erfüllt.  :lol: Da die Angestellte nicht wechseln kann, schenkt Christian auch ihr das Wechselgeld.
Bis Kasese ist die Straße relativ gut, zwar mit einigen Schlaglöchern, aber mit ca. 70-75 km/h zu befahren. Dahinter wird die Straße zunehmend schlechter, die Schlaglöcher nehmen zu. Wir kommen an vielen Bananenplantagen und Verkaufsständen mit verschiedenem Obst (Bananen, Mangos) und Gemüse (Süßkartoffeln, Kürbis, Zwiebeln, Kartoffeln) vorbei.
Auf dieser Strecke sind auch einige LKWs unterwegs. Die Sammeltaxis überholen, selbst wenn sie kurz darauf links ranfahren, um Fahrgäste aussteigen zu lassen. :roll:
 
Hier diverse Eindrücke von der Strecke:








Die "speed bumps" sehen harmlos aus, aber man sollte dennoch nicht mit höherem Tempo rüberfahren


Blick in die Seitenstraße





Auf der etwas außerhalb von Fort Portal liegenden Kluges Guestfarm werden wir mit einem gekühlten Fruchtsaft begrüßt. Wir zeigen unsere Reservierung vor, dann zeigt uns eine Angestellte unser Zelt. Anschließend inspizieren wir die Waschräume und die Toiletten.


Unser Zelt, rechts oben ist der ablution block zu sehen


ablution block



Dusche und Toilette sind ok, bei der Dusche gibt es ein paar Haken, damit man seine Sachen anhängen kann.



Da wir unser Auto an der Rezeption gelassen haben, schlendern wir durch die gepflegte Anlage zum Auto bzw. zum Restaurant, da wir Kaffeedurst verspüren. Zum Kaffee wird uns ungefragt Popcorn serviert. Nachdem es unterwegs sogar kurzzeitig genieselt hat, scheint nun die Sonne wieder.
 
Das Navi lotst uns über einen Umweg nach Fort Portal, wo wir tanken und Geld abheben wollen. Es zieht sich, besonders da der Weg schlecht ist. Als wir die Hauptstraße erreichen, sehen wir ein Hinweisschild, dass es nur 7,8 km zur Kluges Guestfarm sind, wir haben 15 km hinter uns. Da war der Weg von der anderen Seite zur Farm besser. In Fort Portal tobt das Leben. Da Christians Magen knurrt, kehren wir im Gardens Restaurant ein, welches das Navi problemlos findet.

 



Der Parkplatz des Restaurants wird bewacht. Es dauert ewig, bis wir überhaupt erstmal die Speisekarte bekommen und anschließend unsere Bestellung aufgenommen wird. Auch die weißen Touristen am Nachbartisch warten ewig, bis sie ihre Rechnung erhalten und die schwarze Großfamilie hinter uns muss sich ebenso lange gedulden, bis sie ihre Bestellung aufgeben kann. Uns erscheint die Bedienung unmotiviert, denn es sind nur ein paar Tische belegt, außerdem sehen wir sie mehrfach am Tresen stehen und quatschen, da hätte sie ja zumindest unsere Getränke nebenbei fertig machen können. Nachdem wir fast eine dreiviertel Stunde gewartet haben, sagen wir der Bedienung, dass sie unsere Bestellung stornieren kann. Sie sichert uns zu, dass wir innerhalb von fünf Minuten unsere Bestellung erhalten. Auch wenn wir nicht daran glauben, warten wir diese anstandshalber ab, bevor wir das Lokal dennoch mit etwas schlechtem Gewissen verlassen. Da wir vor dem Abendessen noch duschen wollen, verschieben wir das Tanken und Geld abheben auf den nächsten Tag.
Im Garten vor dem Restaurant sitzen Stefan Kluge und ein weiterer Gast am Lagerfeuer. Wir sind unsicher, ob wir uns mit dazu setzen oder schon ins Restaurant reingehen sollen. Da ein weiteres Pärchen im Restaurant sitzt, entscheiden wir uns für Letzteres. Hinterher ärgern wir uns, dass wir eine gute Gelegenheit, mit Stefan Kluge und den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen, verpasst haben.
Das Essen ist lecker (Buffet: Vorspeisen: Tomatensuppe mit selbst gebackenen Brot, gemischter Salat, Rote-Bete-Salat, Artischocken mit Eierfüllung, Avocados. Als Hauptgerichte gibt es Gänsebeine mit Minzsauce, Hähnchen in Erdnusssauce, Kartoffelgratin, Reis mit Erbsen, gemischtes Gemüse, Bohnen und frittierte Matoke, sowie zum Nachtisch Waffeln mit Früchtekompott).
Nach dem Essen setzen wir uns ans Feuer. Wir kommen mit einem Paar ins Gespräch, die wir schon am Nachmittag bei den Zelten gesehen haben. Sie arbeiten für zwei Jahre in Kampala und haben zwei Mädchen im Alter von zehn und zwölf, die dort zur Schule gehen. Hier lassen sie die Weihnachtsferien ausklingen.
Als es uns zu frisch wird, gehen wir zum Zelt zurück.
Übernachtung: Kluges Guestfarm, comfortable tent, HB
Kilometer: 186

 
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« Antwort #21 am: 11.07.2018, 11:48 Uhr »
03.01. Fort Portal
Obwohl es bereits 8 h ist, sind wir die ersten am Frühstücksbuffet – wobei das nicht ganz stimmt, denn eine Familie hat bereits um 5:30 Uhr gefrühstückt, da sie im Kibale NP an einem Schimpansen Tracking teilnehmen. Das Frühstück ist fast so gut wie das Abendessen: Cerealien, Obst, Toast, Brötchen und Ei nach Wahl. Dazu gibt es Marmelade, Honig, Käse und Wurst.



Da wir volle drei Tage hier sind, lassen wir es langsam angehen. Zuerst sorgen wir dafür, dass beim Hausmädchen keine Langeweile aufkommt, sie darf sich um unsere dreckige Wäsche kümmern :wink:, dann lassen wir uns eine Karte vom Gelände der 30 ha großen Farm geben, wo mehrere Spazierwege eingezeichnet sind.


Bungalows


Garten

Wir kommen erstmal nicht weit, da uns ein paar schöne Vögel in den Bann ziehen. Leider sitzen sie weit oben in den Bäumen, so dass es schwer ist, gute Fotos zu machen. Nach einer Weile geben wir uns geschlagen, bessere Fotos werden uns nicht gelingen.  :(


Eastern Grey Plantain eater (Crinifer zonurus)


Great Blue Turaco (Corythaeola cristata-Riesenturako)


Ross's turaco (Musophaga rossae, Ross Turako)


Ross's turaco (Musophaga rossae, Ross Turako)

Wir spazieren zum Startpunkt des forest walk, der Nahe des Pools liegt. Der Boden ist zum Teil mit kleeblattartigen Pflanzen bedeckt. Es fliegen viele weiße Schmetterlinge herum.


immer wieder Papyrus

Wir entdecken ein paar Black-and-white colobus (schwarz-weiße Stummelaffen), die in den Bäumen herumspringen.





Es gefällt uns sehr, ganz in Ruhe hier zu spazieren, immer mal wieder stehen zu bleiben, umherzuschauen und die Geräusche und Gerüche auf uns wirken zu lassen.
Als wir am Ende des walks angelangen, haben wir die Gelegenheit, selbst mal so eine Bananenstaude anzuheben - puh, ist die schwer: im Schnitt wiegt so eine Staude zwischen 25 und 30 kg.  :o





Wir treffen noch Herrn Kluge, mit dem wir uns ein Weilchen nett unterhalten. Danach schwimmen wir einige Runden im Pool, dessen Wasser recht erfrischend ist, was nicht verwunderlich ist, denn es kühlt sich in der Nacht ziemlich ab.



Am frühen Nachmittag fahren wir nach Fort Portal.

Eindrücke auf dem Weg dorthin:










Jetzt haben wir eine bessere Vorstellung, wie anstrengend der Transport der Bananen per Fahrrad ist


Wir parken in der Nähe von Andrew & Brothers Supermarket, den wir als erstes aufsuchen.









Alkohol wie Amarula, Whisky, Wodka oder Weinbrand ist vergleichsweise teuer. Eine 0,7 l Flasche Amarula kostet fast 20 €. Christian hat Mitleid mit einem Bettler, dessen Beine ab den Knien amputiert sind. Er kauft ihm eine Cola und gibt ihm noch ein paar Schilling.
Dann laufen wir zum Markt, der gegenüber des Gardens Restaurant ist. Es ist sehr interessant, da durch zu schlendern, auch wenn wir uns ein wenig komisch vorkommen, da wir mal wieder die Exoten sind. Christian informiert mich, dass auch wir fotografiert werden.  8)

vor dem z.T. überdachtem Markt:






drinnen:













Auf dem Rückweg zum Auto füllen wir am ATM der Stanbic Bank unsere Bargeldreserven auf.
Auch wenn es so wirkt, die Moschee liegt im Ort und nicht außerhalb.



Beim Bezahlen der Parkgebühr (Stefan K. hatte uns darauf hingewiesen, dass 500 UGX fürs Parken verlangt werden, als wir gefragt haben, ob wir in Fort Portal ohne Bedenken parken und herumlaufen können) macht Christian versehentlich zu schnell das Fenster zu, so dass er dem Parkwächter beinahe den Arm im Fenster eingeklemmt hätte. Das wäre was geworden! :oops:

Es ist nicht mehr weit bis zu Kluge:


Während ich Fotos speichere, geht Christian zum Restaurant, um mir einen Kaffee und für sich ein Bier zu holen. Ich wundere mich, wo er so lange bleibt: er hat sich mit Schweizern unterhalten, die auch bei Alpha gemietet haben. Bei denen ist wohl alles schiefgelaufen, sie wurden zum Beispiel am Flughafen nicht wie vereinbart abgeholt. Wir sehen uns noch ein paar Fotos an, dann schlendern wir zum Restaurant.

Stefan Kluge sitzt heute nicht am Feuer, sondern mit einem anderen Gast vor dem Restaurant. Wir fragen, ob wir uns dazu setzen dürfen. Der andere Gast ist auch ein begeisterter Vogelbeobachter. Seine Frau kommt hinzu, auch sie ist ein „birder“. Herr Kluge lädt uns zu einem Drink ein (Waragi Gin mit Stoney, einer Limonade mit Ingwer-Geschmack– was wir den Rest des Urlaubs selbst kaufen, da es besonders mir schmeckt :prost:). Wir unterhalten uns angeregt, das andere Pärchen ist uns sehr sympathisch. Leider ergibt es sich nicht mehr, sich mit ihnen am nächsten Tag ausgiebiger zu unterhalten. Die beiden gehen nach einer Weile zum Dinner, während wir uns noch weiter mit Herrn Kluge unterhalten und ihn bitten, uns morgen eine Crater Lakes Tour bei Noah (von Uganda Crater Lakes Tours, hatten wir im Vorfeld mehrfach Positives gelesen) zu buchen. Als wir um 20:00 Uhr endlich zum Essen (Blumenkohlsuppe, gemischter Salat, Avocado, Rote Bete- Salat, Fisch mit Tomatensauce) gehen, sind wir schon fast zu spät dran. Ich bekomme den letzten Rest beef stroganoff, für Christian reicht es nicht mehr.  :( Dennoch wird er satt,  :D denn er verzichtet auf den Nachtisch (Vanillepudding mit Obst), den ich verzehre. Als wir zum Zelt zurückgehen, merke ich, dass es kein Drink mehr hätte sein dürfen.
Übernachtung: Kluges Guestfarm, comfortable tent, HB
Kilometer: 41

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #22 am: 16.07.2018, 18:39 Uhr »
04.01. Fort Portal
Wir gehen heute etwas früher als gestern zum Frühstück. Ein paar Stelzen, eventuell Bachstelzen, sind ganz erpicht auf unser Auto- sie toben auf dem Dach und am Außenspiegel herum. :)
Mit der deutschen Familie, die in Kampala lebt und heute abreist, sind wir die einzigen beim Frühstück.
Nach dem Frühstück fragen wir Mariam - die Frau von Herrn Kluge-, zu wann die Crater Lake Tour gebucht ist. Es stellt sich heraus, dass ihr Mann sich darum noch nicht gekümmert hat. Sie organisiert aber umgehend bei einem Kollegen von Noah für uns die Tour. Anschließend erklärt sie uns, wie wir zum Büro der Uganda Crater Lakes Tours kommen.
 
Das Navi, dem ich die Ndali Lodge als Ziel vorgegeben habe, da diese unweit von Uganda Crater Lakes Tours liegt, will uns über Fort Portal lotsen. So könnte man auch fahren, aber wir ignorieren es, wir halten uns an die Wegbeschreibung von Mariam. Wie schon bei Mariams Erklärung geahnt, sind wir unsicher, wie wir fahren sollen. So verlassen wir uns weit gehend auf unsere Karte, die uns nicht viel weiter hilft, da sie nicht detailliert genug ist und auf unser Bauchgefühl. Ausschilderungen fehlen völlig :roll:. Nach einer Weile versucht es, unseren Weg zu übernehmen, aber das funktioniert nicht, da es uns auf Wege lotsen will, die es nicht gibt. An einer Kreuzung fragen wir einen jungen Mann mit Kind, der sich sogar bereitwillig zu unserm Auto begibt und uns in gutem Englisch erklärt, dass wir rechts abbiegen müssen. Wir ärgern uns, dass wir die kleinen Gummibärchentütchen nicht griffbereit haben. Unterwegs zweifeln wir noch mehrmals, ob das der richtige Weg ist, aber als zwei Kraterseen zu unserer linken Seite auftauchen, die auch auf der Karte eingezeichnet sind, wächst unsere Zuversicht.  :)





Das Navi führt uns in eine enge Abzweigung zur Ndali Lodge, später korrigiert es sich jedoch wieder. Es ist auch keine Lodge geschweige denn ein Hinweisschild zu sehen. Wir drehen daher um.  :(


der falsche Weg

Als wir den Ort Rwaihamba erreichen, bin ich sicher, dass wir zu weit gefahren sind. Hier herrscht viel Trubel, heute scheint Markttag zu sein (später lese ich im  Reisefüher, dass montags und donnerstags bis 12 Uhr Markt in Rwaihamba ist; es ist der drittgrößte dörfliche Markt Ugandas). Fotos mache ich leider keine, denn inzwischen bin ich etwas nervös, ob und wann wir unser Ziel erreichen. Ich frage einen Boda-Boda-Fahrer, wo wir Uganda Crater Lakes Tours finden. Er bietet sich an, uns den Weg zu zeigen und verlangt dafür 5000 UGX. Das ist es uns wert.


unser Lotse

Wir sind tatsächlich zu weit gefahren. An einer kleinen Nebenstraße haben wir das Schild von der Ndali Lodge übersehen, sonst hätten wir es auch gefunden. Wir geben dem Boda-Boda-Fahrer den vereinbarten Obolus und seine Mütze, die er unterwegs verloren hat.
Bei Uganda Crater Lakes Tours werden wir von Gilbert und Samuel empfangen. Letzterer wird unser Guide sein.


Uganda Crater Lakes Tours -Samuel

Vor der Tour gehe ich noch auf Toilette, die sich hinter dem Haus in einer Holzhütte befindet. Als Toilette dient eine kleine Grube, über die mehrere Balken gelegt und eine kleine Öffnung freigelassen wurde - ungewohnt, aber es erfüllt seinen Zweck. 8)

Nach Erledigung der Formalien starten wir gegen 11 h. Wir werden durch die Umgebung geführt und kommen an kleineren Ansiedlungen vorbei, wo diverse Pflanzen wie Kaffee und Mais, aber vor allem Obst (Avocados, Jackfrucht, Ananas, Papayas, Bananen) angebaut werden.



















Einige davon erklärt uns Samuel näher. Wir erfahren u.a., dass fünf verschiedene Bananensorten hier gedeihen: Kochbananen, gelbe Bananen, sweet bananas, ginger bananas und noch eine weitere Sorte).





Wir kommen an vier Kraterseen vorbei, darunter der Nyinambuga Kratersee, der auf dem 20.000 UGX-Schein abgebildet ist. Leider ist es sehr diesig, so dass die Aussichten bescheiden sind.



Christian macht sich bei den Kindern beliebt, als er sie filmt und auf das Display schauen lässt. Die Kinder wollen uns zum Teil auch anfassen und sprechen uns mit „photo me“- fotografiere mich- an. Samuel erklärt uns, dass es für sie „Prestige“ ist, einen Weißen anzufassen.







Wir sind froh, dass wir die kürzere Tour gewählt haben und nicht die fünf- bis sechsstündige, die zu insgesamt neun Kraterseen und zur "lava pipe which is a volcanic hole that automatically sucks birds in flight and later releases them in an upward curve) führt, denn obwohl sich die Sonne heute oft hinter Wolken versteckt, sind wir k.o, als wir gegen 13:30 h wieder beim Office eintreffen. Die Tour hat uns gut gefallen, denn sie hat uns interessante Einblicke in das dörfliche Leben ermöglicht.

Der Rückweg nach Fort Portal ist leicht zu finden.





Mariam hat unseren Besuch für nach 15 h im Waisenhaus Toro Babies Home angekündigt. Eine Bekannte hatte uns darum gebeten, das Waisenhaus zu besuchen und ein paar Fotos vom aktuellen Zustand des Gebäudes zu machen. Sie unterstützt es über den Verein Partnerschaft Gesunde Welt e.V. und war schon öfters vor Ort. Diese Bitte können wir ihr schlecht abschlagen, schließlich hatte sie im Vorfeld der Reise immer ein offenes Ohr für unsere Fragen.

Wir haben jedoch noch Zeit und so kehren wir zum Essen im Café Aziza ein. Wir bestellen beide einen Steak Burger mit Pommes. Auf der Speisekarte steht, dass die Zubereitung des Essens mindestens 25 Minuten dauert.
Ich bestelle mir einen Mangosaft. Als er gebracht wird, ärgere ich mich, dass ich ihn nicht ausdrücklich ohne Eiswürfel bestellt habe. Vermutlich aus Angst, mir etwas wegzuholen, will er mir nicht so schmecken. Da halte ich mich lieber an Christians Wasser. Das Essen kommt nach ca. einer halben Stunde, für Uganda eine mehr als akzeptable Wartezeit. Christian ist mit dem Burger zufrieden, auch wenn er zwischendurch auf ein Stück Knochen beißt. Mir schmeckt das Fleisch vom Burger nicht ganz so, aber die Pommes und der kleine Beilagensalat sind gut.
 
Zeitgleich mit uns trifft ein norwegisches Ehepaar beim Toro Babies Home ein, dass das Waisenhaus schon seit längerem unterstützt. Sie bringt uns zur Leiterin Christine, die uns das Waisenhaus zeigt und uns einiges dazu erzählt.








Christine, die Leiterin

Es werden nicht nur Waisenkinder aufgenommen, sondern Kinder, deren Eltern sich aus welchen Gründen auch immer momentan oder dauerhaft nicht um sie kümmern können. Hier leben sie in kleinen Gruppen mit einer "Mutter".  Für uns ist es bedrückend zu sehen, in welch bescheidenden Verhältnissen die Kinder hier leben, aber natürlich ist es erfreulich, dass die Kleinen ein Zuhause und eine Bezugsperson gefunden haben. Auch wenn es leider nicht die Regel ist, kommt es vor, dass Kinder wieder in ihre ursprüngliche Familie zurückkehren können.










eine der "mothers"




Es gibt zwar auch eine neuere Küche, wo mit Gas gekocht werden kann, aber das ist zu teuer für das Waisenhaus :(
 
Wir hatten im Vorfeld überlegt, was wir am besten mitbringen. Da wir keine Kindersachen haben und wir den Eindruck haben, das auch eine Geldspende nicht in "dunklen Kanälen" versickert sondern den Kindern zu Gute kommt, übergeben wir Christine zum Abschied Geld, damit sie das kaufen kann, was momentan am Nötigsten gebraucht wird.
 
Als wir auf die Gästefarm zurückkehren, fragen wir, ob unsere Wäsche fertig ist (sie ist es) und lassen uns noch eine kalte Cola gegeben. Da bis zum Abendessen noch Zeit ist, setzen wir uns auf unsere „Terrasse“ vor dem Zelt hin. Wir hören eine Kuh wie am Spieß brüllen und entdecken sie schließlich im Wald, vielleicht sucht sie ihre Artgenossen. :?

Später gehen wir zusammen mit dem Schweizer Pärchen zum Restaurant und setzen uns vor dem Dinner noch draußen auf ein kühles Getränk hin. Wir plaudern natürlich über die jeweiligen Erlebnisse in Uganda und im Verlauf des Abends tauschen wir unsere weiteren Afrikaerfahrungen aus. Es ist sehr kurzweilig.

Christian schmeckt das Abendessen heute nicht so gut, vielleicht weil er noch zu satt vom Burger ist. :wink: Als Suppe gibt's Karotten- Ingwersuppe mit Baguette. Als nächsten Gang gibt es wieder den gemischten Salat sowie den Rote-Bete-Salat. Als Hauptspeise gibt es Ministeaks, Pilzsauce, Hühnerfrikassee mit Meatballs und gemischtem Gemüse aus Karotten, Blumenkohl und Erbsen. Als Nachtisch wird Bananenkuchen aufgetischt, der mir aber schmeckt, da ich keine Banane herausschmecke.
 
Obwohl es für afrikanische Verhältnisse spät geworden ist, lassen wir das Zähneputzen/Duschen nicht ausfallen. Das rettet einen Gecko das Leben, den Christian zappelnd in der Kloschüssel entdeckt.
Übernachtung: Kluges Guestfarm, comfortable tent, HB
Kilometer: 80

Gruß Chrissie
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« Antwort #23 am: 17.07.2018, 09:41 Uhr »

Vor der Tour gehe ich noch auf Toilette, die sich hinter dem Haus in einer Holzhütte befindet. Als Toilette dient eine kleine Grube, über die mehrere Balken gelegt und eine kleine Öffnung freigelassen wurde - ungewohnt, aber es erfüllt seinen Zweck. 8)

Im Volksmund auch Donnerbalken genannt  :wink:
Gruß
Lothar

I work bloody hard at work so that I can get home early

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« Antwort #24 am: 18.07.2018, 15:15 Uhr »
05.01. Fort Portal
Auf dem Weg zum Frühstück kommt uns das symphatische „birder“-Pärchen im Auto entgegen. Sie winken kräftig. Das bedeutet wohl, dass sie abreisen. Schade, ich hätte mich gefreut, wenn wir uns heute Abend noch mal etwas ausführlicher hätten unterhalten können.



Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Schweizern. Dann überlegen wir, was wir mit dem heutigen Tag anfangen können. Schade, dass Herr Kluge gestern nur kurz zu sehen war, ich hätte ihn gern nach seiner Meinung zum Schimpansen-Tracking in Kibale gefragt. Die Gruppe, mit der wir das Gorilla-Tracking hatten, war vom hiesigen Schimpansen-Tracking nicht ganz so begeistert. Die Gruppengröße soll wesentlich größer gewesen sein. Da Christian ohnehin nicht sonderlich erpicht auf ein weiteres Tracking ist, schaue ich in meinen Unterlagen nach, ob ich noch ein Geheimtipp für den heutigen Tag finde. So richtig fündig werde ich nicht. :roll:
Christian findet in der Zwischenzeit heraus, dass das Zelt nicht sehr sicher ist, da neben den Reißverschlüssen noch Klettverschlüsse sind, durch die man einfach ins Zelt eindringen kann. Dennoch haben wir hier auf dem Gelände keine Bedenken, denn die "großen" Wertgegenstände wie Kamera etc haben wir bei uns und damit jemand mein Uralt-Laptop von 2007 mitnimmt, muss ich wohl noch eher zuzahlen. :lol:
Wir studieren zusammen noch einmal die Reiseführer und entscheiden uns zum Top of the World Viewpoint fahren, in der Hoffnung dort auch ein bisschen spazieren zu können. Dieser liegt auch im Gebiet der Crater Lakes. Da wir noch ein paar kleine Getränke kaufen wollen, wählen wir heute die Anfahrt über Fort Portal.


Double-toothed Barbet




Fort Portal erstreckt sich auch weitab der Hauptstraße

Ich hatte mir gestern die Stelle gemerkt, wo wir nach der Tour von der murram road wieder auf die Teerstraße abgebogen sind, so stellt es uns heute vor keine großen Probleme, den Weg zum Lake Nkuruba Nature Reserve zu finden. Von dort kann man wohl zum Viewpoint laufen.

Wir parken an der Rezeption -hier werden auch Übernachtungen in einfachen Unterkünften und auf dem Campingplatz angeboten-, da Tagesbesucher im Reserve 5.000 UGX Eintrittsgebühren zahlen müssen. Uns wird eine geführte Tour zum Aussichtspunkt angeboten. Wir sagen zu, einerseits, damit wir ihn auch wirklich finden, andererseits auch, um noch etwas mehr über das Leben in Uganda etc zu erfahren. Der Preis für die Besichtigung des Top of the world ist im Preis für die Tour enthalten (wir zahlen 25.000 UGX pP für die Tour, entspricht etwa 6,25 €). Der Eintritt für das Reserve scheint damit auch abgegolten zu sein.
 


Der Guide erzählt uns, dass das Reserve 1991 zum Schutz des Waldes und der dort lebenden Tiere gegründet wurde und somit älter als er ist. Wir bekommen noch weitere Infos zu Bananen und Gemüse, was uns jedoch besonders gefällt: er hat ein Fernglas dabei, mit denen er uns gleich zu Anfang auf die Husaren-Affen aufmerksam macht. Unsere Hoffnung auf ein paar schöne Vogelsichtungen erfüllt sich zwar nicht ganz, aber dennoch werden wir nach der Tour für uns feststellen, dass diese uns fast noch besser als die gestrige gefallen hat.




African Paradise-Flycatcher






sieht wie Physalis aus, ist jedoch keine







Die Aussicht muss bei klarem Wetter wunderbar sein.





Die Blaukehlagame scheint sehr häufig in Uganda zu sein:







Unweit der Rezeption sehen wir Colobus-Affen und noch mal Husarenaffen.







Nach ca.1,5 h sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt, es ist jedoch noch nicht vorbei, denn der Guide geht mit uns noch zum nahe gelegenen See. Es macht ihm offensichtlich Spaß mit uns, vielleicht sind nicht alle Gäste so interessiert wie wir, und von unserem Fernglas ist er ganz beeindruckt, als wir ihn mehrfach durchschauen lassen.













Im ersten Moment bin ich überrascht und etwas "pikiert", dass er ungefragt an den Camcorder geht, aber dann sehe ich es relaxt und gönne ihm seine offensichtliche Freude.



Bevor wir das Reserve verlassen, trinken wir noch eine kühle Cola.

Der Staub auf den Pflanzen am Straßenrand bringt uns immer wieder zum Stauen.






 
Weil es noch früher Nachmittag ist, wollen wir zum Semliki Viewpoint fahren, von dem wir im Reiseführer gelesen haben. Da die Straße hinter Fort Portal schon nach wenigen Kilometern in Schotter übergeht und wir nicht einschätzen können, wie weit es noch ist, drehen wir um und verzichten auf den Ausblick.
 
Der Rückweg führt uns wieder durch Fort Portal, wo wir wie in vielen anderen Orten in Uganda neben anderen Möbeln Betten zum Verkauf an der Straße sehen.







Die Bedeutung des Fahrrads in Uganda ist an den vielen Ständen erkennbar, wo Räder repariert oder verkauft werden.


 
Wir fahren durch Bananenplantagen und an einem Friedhof vorbei zurück zur Guest Farm. In einem Baum thront ein Schopfadler, an seinem Schopf kann man gut erkennen, aus welcher Richtung der Wind kommt. :wink:
 
Nach einem kurzen Bad im Pool, bestellen wir uns einen Kaffee.



Danach packen wir unser Gepäck und setzen uns anschließend auf unsere „Veranda“, wo ich unseren restlichen Amarula austrinke. Später setzen wir uns ans Lagerfeuer vor dem Restaurant und lassen uns ein kühles Getränk bringen.



Es gibt heute wieder die leckere Tomatensuppe. Des Weiteren gibt es gebackene Aubergine und gemischten Salat. Als Hauptgericht gibt es einmal Hähnchen mit Currysauce und Fisch in Kokosnusssauce. Als Beilagen stehen zur Auswahl Reis mit Erbsen, gestampfte Kartoffeln sowie Gemüse. Als Dessert werden Bananenfrittas mit Vanillesauce serviert. Ich bin skeptisch, aber es schmeckt gar nicht nach Banane (die ich nicht mag), sondern eher nach säuerlichem Apfel. 10 weitere sind Gäste anwesend, darunter ein schwarzes Pärchen. Herr Kluge ist heute noch Kampala gefahren, ihn werden wir während unseres Aufenthaltes nicht mehr sehen.
Übernachtung: Kluges Guest Farm, comfortable tent; HB
Kilometer: 98

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« Antwort #25 am: 22.07.2018, 18:06 Uhr »
06.01. Fort Portal - Hoima
Mitten in der Nacht piept mehrmals irgendetwas. Christian vermutet, dass der Ton von der Kamera oder dem Fotoapparat kommt. Aber beide sind bei seiner Kontrolle in Ordnung. :?
Gegen 4:00 Uhr gehen wir auf Toilette, vom Bauchgefühl kommt es mir so vor, dass es schon später sein müsste. Nach einer weiteren Stunde bin ich davon überzeugt, denn die Vögel fangen an zu zwitschern, und es wird langsam hell. Wir vergleichen die Uhrzeit mit dem Handy und stellen fest, dass es tatsächlich nicht erst wie laut Wecker 5 h sondern kurz vor 7 h ist. Das Piepen muss der Wecker gewesen sein, der sich aus unerklärlicherweise zurück auf europäische Zeit gestellt hat. :roll:

Schnell raus aus den Betten. Vor dem Frühstück packen wir unser Gepäck. Es sind nur 16 °C, aber die Sonne scheint. Nach dem Frühstück begleichen wir unsere Rechnung bei Mariam und verabschieden uns von ihr. Die Getränkepreise sind im Rahmen, aber der Wäscheservice ist im Vergleich zu anderen Unterkünften etwas teurer.
 
Die Strecke nach Hoima ist mit ca. 220 km– zumindest nach europäischen Maßstäben - nicht sehr weit, aber wir hatten schon im Vorfeld gehört, dass man aufgrund des Straßenzustands ungefähr 6 h einplanen sollte, bei Regenwetter sogar noch mehr. Geführte Touren fahren vom südlichen Teil des Murchison Nationalparks an einem Tag bis Fort Portal oder Umgebung zwar durch, aber diesem Druck wollten wir uns nicht aussetzen. Wie sich zeigen sollte, war dies die richtige Entscheidung.
 
Das Navi geht heute schon wieder nicht an, zum Glück haben wir die Reise- Know-How-Karte zur Ergänzung und als Rückfallebene. Wir tanken in Fort Portal und biegen dann auf die Straße nach Kampala ab. Die ersten 10 km aus Fort Portal heraus ist die Teerstraße mit Schlaglöchern übersät. Die speed bumps sind auch lästig. Es folgen Straßenbauarbeiten, aber wie so oft in Afrika stehen mehr Arbeiter herum, als welche, die wirklich etwas tun. Die Bauarbeiter wedeln mit roten bzw. grünen Fahnen, ohne dass wir wissen, was es bedeuten soll.  Es fällt auf, dass hier mal keine Siedlung auf die nächste folgt, sondern Bäume und Wälder uns umgeben.
 




In Kyenjojo gibt eine Abzweigung nach links, aber wir sind uns nicht so sicher, ob es dort nach Hoima geht, da Hoima nicht ausgeschildert ist. Der andere Ort steht dafür auf der Landkarte nicht drauf. Wir fragen an der Tankstelle und einem am Straßenrand, sie nicken. Wir sind nur nicht sicher, ob sie uns richtig verstanden haben. Daher steigt Christian an einem Hotel aus, um den Portier zu fragen. Auch dieser bestätigt es. Dabei kommt es beinahe zu einem Unfall: Christian übersieht beim Aussteigen einen Radfahrer, zum Glück kann dieser ausweichen.  :shock: Man kann gar nicht sagen, wer von beiden mehr erschrocken ist.
 
Der Weg nach Hoima hat es wirklich in sich: mal ist es eine Sandpiste, dann eine Erd- oder Schotterpiste, zwischendurch sind immer wieder Bauarbeiten. Die Sandpiste hat den Nachteil, dass wir kaum Sicht nach vorne haben, wenn ein Lkw vor uns fährt. Natürlich ist die Piste meist nicht so breit, dass man gefahrlos überholen kann und auch beim Gegenverkehr –gerade wenn es ein Lkw ist, muss man besonders vorsichtig sein. Denn die Lkw-Fahrer nehmen keine Rücksicht und halten stur drauf.  Zum Teil staubt es so stark, dass man kaum den Weg erkennen kann. Wir werden Zeuge, als eine Frau vom Boda-boda fällt. Zum Glück ist in dem Moment kein anderes Fahrzeug in der Nähe. Da sie sofort aufsteht, halten wir nicht an. Wir sind beruhigt, als nach einer Weile ein Hinweisschild anzeigt, dass Hoima noch 140 km entfernt ist. So sind wir definitiv auf dem richtigen Weg.








Sicht fast null

Ab und an passieren wir kleine Orte:




Auch in diesem Teil Ugandas gehören die Wasserkanister zum Alltag


immer wieder Baustellen

Wir sind sehr froh, als die Straße geteert ist.



Doch was ist das?


Stangen kennzeichnen die Löcher


Zum Teil werden die Bumper aus Kieselsteinen (?) wieder abgetragen.

Die Freude über die Teerstraße währt nicht lange, denn es folgt eine Buckelpiste der allerschlimmsten Art für ca. 10 km. Wenn wir hier eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas über 10 km/h haben, ist es schnell. Wir sind zufrieden, als wir wieder eine fahrbare Piste unter den Rädern haben.





Geschafft erreichen wir das Kolping House (Hotel) gegen 16 h, noch weiter/länger hätten wir nicht fahren wollen. Wir bekommen nur ein Zimmer im alten Flügel (85.000 UGX inklusive Frühstück), obwohl wir Douglas darauf hingewiesen hatten, dass wir ein Zimmer im neuen Flügel wünschen, weil diese lt. Bradt Reiseführer die bessere Wahl seien. Wir sehen uns das Zimmer an und beschließen, uns nicht noch woanders nach einer Alternative umzusehen, da es sauber und nur für eine Nacht ist.




Wir haben das dreckigste Auto weit und breit :wink:





Nachdem wir uns kurz ausgeruht haben, machen wir uns auf dem Weg, um eine Kleinigkeit zu essen. Im Bradt Reiseführer werden zwei Lokale empfohlen, die bei uns in der Straße liegen: Eve‘s Local Coffee Shop und Restaurant sowie The Sandwich King. The Sandwich King finden wir nicht, daher kehren wir bei Eve‘s Local Coffee Shop ein.



Christian schaut sich das Buffet an, das 15.000 UGX pro Person kostet. Es sind aber nur Fischköpfe, Kartoffeln und andere Sachen übrig, die uns nun wirklich nicht zusagen. Daher bestellen wir nur einen Kaffee mit Milch. Die Angestellte macht uns darauf aufmerksam, dass es eine Viertelstunde dauern wird. Ok, wenn normalerweise fürs Essen eine Stunde Wartezeit eingeplant werden muss, warum nicht eine Viertelstunde für Kaffee. Daraus wird jedoch bestimmt eine halbe Stunde, daher bestellen wir uns noch ein stilles Wasser. Dann werden uns zwei Thermoskannen gebracht. Wir wundern uns, dass sie außerdem noch ein kleines Glas Nescafé bringt. Es stellt sich heraus, dass sie Milch, Kaffeepulver und heißes Wasser bereits in der Thermoskanne gemixt hat. Sie hat jedoch so wenig Kaffeepulver genommen, dass wir noch welches nachfüllen müssen :lol:. Wir nehmen uns dann noch ein großes Wasser fürs Zimmer mit. Für alles (gute vier Tassen Kaffee, eine 1,5 Liter und eine 0,5 Liter Flasche Wasser) zahlen wir günstige 10.000 UGX (ca. 2,50 €) inkl Trinkgeld.
 


Bekannte Anblicke in Hoima: Boda-bodafahrer und Möbelverkauf an der Straße




in der Nähe zu Ansiedlungen gibt es für ihn immer was zu fressen

Wir kehren ins Hotel zurück, und Christian holt aus der Bar vom Restaurant für unseren „privaten“ Sundowner zwei Cola zero, ein Bier sowie einen Uganda Waragi (Gin). Amarula gibt es leider nicht.
Wir duschen, leider hat die Dusche keinen Vorhang, so dass der Fußboden nass wird. Anscheinend ist es in Uganda üblich, dass Flipflops als Badeschuhe für die Gäste hingestellt werden. Wir mögen sie jedoch aus hygienischen Gründen nicht nutzen.

Das Buffet ist nicht besonders, aber was will man bei dem Preis (18.000 UGX pro Person) erwarten. Es gibt Matoke, Kartoffeln, Reis und so etwas wie Asia-Nudeln. Dazu gibt's Rindfleisch und Hühnchen. Als Nachtisch gibt es Wassermelone und Ananas.



Im Zimmer speichere ich noch die Fotos und lese. Christian zappt sich durchs TV-Programm, bis uns die Müdigkeit übermannt.
Übernachtung: Kolping House, double room, old wing; BB
Kilometer: 220

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« Antwort #26 am: 23.07.2018, 10:00 Uhr »
Ich bin dabei

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #27 am: 24.07.2018, 17:31 Uhr »
07.01. Hoima - MFNP-südlicher Teil
In der Nacht hören wir ab und zu Verkehrslärm und über einen längeren Zeitraum heftiges Hundegebell, aber dennoch ist es eine erholsame Nacht. :schlafen:

Das Frühstück im kantinenartigen Speisesaal ist im Zimmerpreis inbegriffen und diesem entsprechend. Es gibt Kaffee, Tee und Saft, aber auf dem Kaffee schwimmen Fettaugen :kratz:. Das englische Frühstück besteht aus Kartoffeln, Bohnen, Würstchen und Omelett. Außerdem gibt es Müsli, Toast, Butter, Marmelade sowie Ananas und Papaya. Die Würstchen sind nicht nach Christians Geschmack, der Rest ist annehmbar, aber natürlich keine kulinarische Offenbarung.

Wir bezahlen unsere Rechnung in Höhe von 85.000 UGX. Das Restgeld und die Quittung werden sogar in einen separaten Umschlag gepackt.

Beim Losfahren probieren wir nochmal das Navi, es funktioniert :groove:. Durch Hoima hindurch ist noch Teerstraße,


afrikanischer Baustil :D

aber dann geht es auf Sand- bzw. Erdstraßen weiter. Diese haben es ganz schön in sich. Nach fünf Kilometern ist uns noch einmal für rund 20 km Teerstraße vergönnt, dann geht es aber endgültig auf einer Erdstraße weiter.
Die Strecke nach Masindi ist nicht ganz so besiedelt wie wir es am Anfang im südlichen Uganda hatten. Die Gegend ist sehr grün. Entlang der Straße wachsen Papyrus, Farne sowie Palmen und Mais wird angebaut, später auch Bananen. An der Strecke liegen einige ansehnliche Hütten. Im Hintergrund erheben sich größere Hügel, und wir sehen öfter Ankolerinder.







Die Straße ist wieder eine Wellblechpiste, aber nicht ganz so schlimm wie gestern. Wir schaffen immerhin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h, wenn nicht ein LKW vor uns fahren würde, wäre es noch mehr. Unweit von Masindi ist die Straße wieder geteert.


kurz vor Masindi

In Masindi suche ich als erstes eine Toilette und frage in einem Restaurant danach. Ich werde an eine Dame verwiesen, die mich wiederum zu einer weiteren vermittelt, bei der Dritten bekomme ich dann einen Schlüssel für die Toilette. Diese ist sauber und verfügt sogar über Toilettenpapier.  :daumen:
Anschließend kaufe ich im Supermarkt – in Deutschland würde man es eher als Tante-Emma-Laden bezeichnen -  Kekse, Kaffeesahne und Getränke ein. Wir tanken und wollen bei der Centenary Bank Geld abheben, leider ist deren Geldautomat kaputt, so dass wir zur Barclays Bank fahren, die fürs Abheben 31.000 UGX an Gebühren berechnet.

Nach einer Stunde verlassen wir Masindi, wo ich leider keine Fotos gemacht habe. Kurz haben wir noch Teerstraße unter den Rädern, dann geht es auf der üblichen murram road weiter. Der Weg zum Gate ist gut ausgeschildert.
Wir kommen an verschiedenen Hütten vorbei, es werden Bananen und Mais angebaut. Ca. 5 km vor der avisierten Unterkunft ist ein großer Markt.







Von der Unterkunft der Boomu Women’s Group sind wir, nachdem wir uns die Hütte und die Sanitäranlagen angeschaut haben, nicht besonders angetan. Es gibt kein Licht, was machen wir, wenn es dunkel wird? Sicher, wir haben Taschenlampen, aber dennoch ... Wir sind sehr skeptisch. Andererseits ist es sicherlich ein authentisches Erlebnis, außerdem unterstützt man somit die Community. Wir sagen der Dame, die uns die Räumlichkeiten gezeigt hat, dass wir erstmal in den Park fahren und dann entscheiden, ob wir zurückkommen. Fotos habe ich nicht gemacht, das wäre mir zu peinlich gewesen, in ihrem Beisein zu fotografieren.





Das Gate zum Murchison Falls NP liegt keinem Kilometer entfernt. Wir werden schlappe 905.000 UGX für drei Tage inklusive Auto los. Ich weise darauf hin, dass wir vier Tage im Park sein werden, aber der Angestellte meint nur lapidar, das können wir dann beim Verlassen des Parks begleichen.

In der ca. 8 km entfernten Budongo Eco Lodge trinken wir einen Kaffee und erkundigen uns, ob wir hier unterkommen könnten - sie haben noch etwas frei. Wir sehen uns die Unterkunft jedoch nicht an, da es uns eigentlich zu weit weg von der Fähre und somit zum nördlichen Teil des Parks ist, der tierreicher als der südliche Teil sein soll. Wir hatten uns ursprünglich für eine Nacht im südlichen Teil bzw. bei Boomu Women’s Group entschieden, da man auch hier die Möglichkeit hat, an einem Schimpansen-Tracking teilzunehmen.





Die Paviane flüchten, als wir anhalten. Dafür verirren sich ein paar Tsetsefliegen ins Auto: es ist ein Kampf, diese wieder aus dem Auto zu bugsieren. Die blau-schwarzen Fallen für die Tsetsefliegen stehen nicht ohne Grund in diesem Gebiet.  :(



Als wir auf einer Brücke anhalten, um die Landschaft zu fotografieren, entdecke ich Colobusaffen.



Es ist schwierig, den Woodland Kingfisher durch das geschlossene Fenster zu fotografieren, aber die Tsetsefliegen umkreisen uns schon wieder. :knurrig:





Wir fragen im Red Chilli Rest Camp, das unweit der Fähre liegt, nach einer Bleibe für die Nacht. Es sind Zelte und eine Banda frei. Letztere lassen wir uns zeigen. Sie verfügt über eine Toilette mit Dusche, ist aber sehr einfach gehalten und kostet 55 $ die Nacht ohne Verpflegung. Wir sehen uns die Banda an und sind uns sofort einig, dass wir hier bleiben. Die Angestellte muss sich jedoch nochmal in der Zentrale in Kampala vergewissern, ob sie tatsächlich frei ist – sie ist es.




Banda „Catfish“



Wir bestellen uns drei Paar beef-Samosas, bevor wir das nötigste Gepäck zur Banda bringen. Das Auto müssen wir an der Rezeption/Restaurant stehen lassen, da man nicht an der Banda parken kann.
Im Außenbereich gibt es eine kleine Couch, auf der wir unsere Samosas verzehren. Gegenüber arbeiten die Bauarbeiter.
Später sehen wir, dass die Banda nebenan auch noch frei sein muss und ärgern uns etwas, dass man uns nicht dort einquartiert hat, denn dann hätten wir die Bauarbeiten weniger mitbekommen.

Neugierig, wie wir sind, fahren wir zur Anlegestelle der Fähre. Die Abfahrt um 16 h verpassen wir knapp, da die nächste Fähre erst um 18 h geht, verzichten wir heute auf die Überfahrt.





Wir schauen uns jedoch ein bisschen um. Richtig interessant ist es nicht, bis auf einem Vogel und einen stattlichen Pavian ist nicht viel los.















Als die Fähre von der anderen Seite kommend wieder anlegt, fahren wir zum Camp zurück. Wir sehen ein Stück vor uns an der Straße Warzenschweine, aber sie verschwinden, bevor ich ein Foto schießen kann.
In der Nähe der Rezeption beobachten wir noch ein paar Vögel.



Auch heute lassen wir uns beköstigen:
wir können wählen zwischen beef lasagne, Fish & Chips  sowie Vegetable Curry. Christian entscheidet sich für die beef lasagne, ich mich fürs Curry. Zum Nachtisch gönne ich mir noch ein Stück Karottenkuchen. Es ist ein recht großes, saftiges Stück und sein Geld wert.
Eine große Gruppe sitzt am Lagerfeuer. Fledermäuse fliegen umher, und auch ein Warzenschwein besucht uns, wohl in der Hoffnung, dass was abfällt. Anschließend bestellen wir uns für morgen Frühstück zum Mitnehmen: beef Samosas, vegetable Samosas, Chapatis sowie Ananas.





Wir setzen uns auf unserer "Veranda" noch hin, trinken einen verspäteten Sundowner und lassen den gut sichtbaren Sternenhimmel auf uns wirken. Einige Insekten fliegen durch die Luft und Geckos machen reiche Beute,  vielleicht bemerken wir deswegen keine Mücken.
Gespannt, was uns die nächsten Tage im MFNP bringen werden und ob uns dieser besser als der QENP gefällt, sinken wir ins Bett. Ich bin optimistisch, Christian eher pessimistisch.
Übernachtung: geplant Boomu Women’s Group, BB, tatsächlich Red Chilli Rest Camp
Kilometer: 150

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #28 am: 26.07.2018, 17:16 Uhr »
08.01. MFNP-südlicher Teil  - MFNP nördlicher Teil
Wir hören gegen Morgen Hippos grunzen.  :)Als wir aufstehen, gibt es keinen Strom, so dass wir uns mit Kerzen und Taschenlampen behelfen müssen. Der Generator wird vermutlich erst gegen 7 h angestellt.
Wir nehmen unser Frühstück an der Bar in Empfang und befüllen unsere Thermoskanne mit heißem Wasser.
 

 
Kurz vor 7 h sind wir am Office, um die Fährfahrt zu bezahlen (20.000 UGX für die Überfahrt inklusive Fahrer sowie 5000 UGX für den Beifahrer). Die erste Fähre legt ein paar Minuten später ab.
Während wir mit drei weiteren Autos auf die nächste Fährüberfahrt warten, macht sich Christian einen Kaffee. Vor uns hantieren zwei Frauen mit ihrer Kühlbox. Ein Pavian beobachtet die beiden und nutzt einen kurzen Moment der Unachtsamkeit aus und stibitzt ein Frühstückspaket. Uns wundert, dass ihnen ihr Guide anscheinend nicht eingeschärft hat, besonders achtsam zu sein, wenn Paviane in der Nähe sind.  :roll:

Wir genießen den Sonnenaufgang auf der kurzen Fährüberfahrt, auch wenn zahlreiche Wolken am Himmel sind.





Eine Horde baboons begrüßt uns neben zahlreichen Marabus.
Unweit von der Anlegestelle wirkt die Landschaft an einem kurzem Abschnitt unmittelbar an der Piste kratermäßig, so ähnlich stellen wir es uns auf dem Mond vor.





Ein im Nationalpark ungewohnter Anblick sind zwei Motorradfahrer, die uns entgegen kommen. Es sind vermutlich Angestellte einer Lodge.
Der erste Eindruck vom nördlichen Teil ist positiv: die Savannen-Landschaft gefällt uns sehr gut, und wir sichten Warzenschweine, Wasserböcke, Uganda Kobs, Kuhantilopen, Oribis, Büffel und Giraffen, auch wenn sie manchmal zu weit entfernt oder zu verborgen im Gebüsch sind. Tree squirrels, Grautokos, Hornbills und Perlhühner gibt es ebenso, leider jedoch auch Tsetsefliegen. :(













Oribis liegen häufig unmittelbar am Wegesrand.


 
Die Hornbills sehen ein bisschen anders aus, als wir sie aus dem südlichen Afrika kennen, da sie einen Höcker am Übergang vom Kopf zum Schnabel und eine bläuliche Färbung haben. Später werden wir feststellen, dass es northern hornbills (Bucorvus abyssinicus) sind.




Rotnackenfalke
 
Im Buligi Track rennt uns eine Hyäne über den Weg. Ich kann gerade noch ein Foto schießen. Leider wird das unsere einzige Hyänensichtung bleiben.


 
Langsam ist es Zeit fürs Frühstück, schließlich hat Christian den Kaffee schon fast ausgetrunken.



Je weiter wir den Buligi Track entlang fahren, umso dichter wird das Gebüsch. Wir sehen zwar viele Vögel umherfliegen, aber man kann sie nicht gut beobachten. Tsetsefliegen verfolgen uns. Der Weg hält auch einige Senken parat. Aber da wir langsam fahren, ist es gut machbar.



Begeistert sind wir, als diese Schlange – vermutlich ein Python- sich vor uns über die Straße schlängelt. So eine dicke, lange Schlange sehen wir das erste Mal.







Der kurze Abstecher zum Delta bird hide lohnt sich nicht. Der Hide ist stark mit Fledermauskot verschmutzt, und wir sehen nur weit entfernt ein paar Reiher.
 

Delta bird hide

 
Wir legen für eine weitere Stärkung einen Stopp ein und genießen, dass der Wind etwas durch die offenen Fenster bläst und uns somit etwas erfrischt. Auf dem weiteren Weg können wir öfter den Nil sehen, aber leider ist er noch verhältnismäßig weit weg und mitunter wird die Sicht zusätzlich durch Gebüsch erschwert.



Christian darf seinen Blick nicht zu lang schweifen lassen, denn es gibt einige heftige Senken :o:





Hinter dem Delta Point wird der Weg sandiger. Das Wasser verschwindet schnell aus unserem Blickwinkel, und wir kommen wieder in eine Savannenlandschaft. Wir sehen weiterhin immer wieder diverse Tiere, darunter ein junges Uganda Kob und eine Nyala-Antilope.







Am Hippo Point steigen wir aus - im Gegensatz zu den südafrikanischen Parks gibt es keine Hinweise, dass man in den Parks (QENP und MFNP) nicht oder nur an bestimmten Stellen aussteigen darf. Ab und zu tauchen ein paar Hippos auf, um dann schnell wieder abzutauchen.





Christian zweifelt, ob wir in die richtige Richtung fahren, daher schließe ich das Navi an. Wir befinden uns auf dem Queen’s Track und da wir nach Osten fahren, fahren wir auch in die richtige Richtung.
Erkennt ihr, was ich entdeckt habe?




Husarenaffe

Weiter geht es über den Albert Track und dann in den palmengesäumten Pakuba Track, der verhältnismäßig nah am Wasser entlang führt.
Hippos liegen an Land, aber sie sind zu weit entfernt für ein Foto.
 




Ich freue mich über den ersten Elefanten.


 
Gespannt erreichen wir gegen 13 h die Pakuba Safari Lodge, die teuerste Unterkunft auf unserer Reise (212 $ inkl. HP).

Wir werden mit einem Begrüßungsdrink und einem frischen Tuch zum Händeabwischen von Aron (?) in der Pakuba Lodge willkommen geheißen. Er sagt ein paar Worte zur Lodge und fragt, ob wir Mittagessen wollen, aber die Mittagskarte reizt uns nicht. Dann bringt er uns zu unserem Zimmer, das in Sichtweite zum Pool liegt. Es ist geräumig mit einer kleinen Sitz- und Schminkecke.








hinter dem Pool ist noch eine kleine Baustelle, die uns -außer optisch- nicht beeinträchtigt hat


Restaurant



Christian holt das Auto, er kann direkt davor parken, um das Gepäck auszuladen. Nachdem wir uns eingerichtet und in der Anlage etwas umgeschaut haben, gehe ich zu Aron und bitte ihn um heißes Wasser und Handtücher für den Pool. Letztere sollten eigentlich dort liegen. Aron sagt, er kümmere sich darum. Kurz darauf kommt er zurück und teilt mir mit, dass die Mitarbeiter in der Küche beschäftigt sind. Es dauert wohl ein bis zwei Stunden mit dem heißen Wasser :x. Das bezweifle ich zwar, dass die Leute in der Küche so beschäftigt sind, denn außer uns sind kaum andere Gäste da, aber ich verkneife mir eine Bemerkung.
Als die Auflagen für die Liegen und Handtücher gebracht werden, genießen wir im Pool die kleine Abkühlung. Christian rettet einem Käfer das Leben: er fischt ihn aus dem Wasser und legt ihn an den Beckenrand. Danach brauchen wir eine Stärkung und essen unsere letzten Samosas.
 
Gestärkt können wir nach Pakwach fahren, um dort Getränke einzukaufen. Auf dem Weg zum Tangi Gate sehen wir die alten Bekannten: Uganda Kobs, Oribis, Perlhühnern, Warzenschweine, Hornbills und Elefanten.






 
Ein Elefant schlendert seelenruhig am Picknicktisch vorbei. Das scheint selbst für die Angestellten am Gate nicht alltäglich zu sein, da einer sein Handy zückt, um zu fotografieren.


Die Agame am Baum habe ich erst zu Hause am PC entdeckt





Wir halten mit dem „Schrankenwärter“ kurz Smalltalk, bevor wir kurz hinter dem Gate an einem Wasserloch erneut stoppen, da dort viele Vögel (Nilgänse, Nimmersatt, Kingfisher, Klaffschnabel, Kronenkraniche), ein paar kleine Krokodile und im Hintergrund ein paar Elefanten sind. Gerne würden wir hier etwas verweilen, aber wir wollen schließlich noch in Pakwach etwas einkaufen.











An einer Biegung halten wir uns links, anscheinend nicht die beste Entscheidung, denn es folgt ein sehr steiniges Stück. Kurz vor dem Übergang zur Hauptstraße ist es richtig heftig. Christian steigt aus, um abzuschätzen, ob er hier durchkommt oder besser umdreht. Er wagt es, ich steige aber sicherheitshalber aus, um zu schauen, ob es knapp zwischen Unterboden und Piste wird. Aber alles ist im grünen Bereich.





Kurz vor dem Ortseingang ist ein Polizeicheckpoint, den wir ohne angehalten zu werden, passieren können. Dahinter stehen mehrere Frauen, die eine Art selbst gemachte Kekse zum Kauf anbieten sowie Männer, die Getränke verkaufen. Wir fahren durch Pakwach durch, um uns einen Überblick über das Angebot zu verschaffen und drehen kurz vor der letzten Tankstelle im Ort.



Pakwach unterscheidet sich nicht groß von den anderen Dörfern, durch die wir bisher durchgekommen sind



Christian geht in einen ersten Shop rein, ich bleibe im Auto sitzen. Die Leute laufen zum Teil barfuß herum, manche haben Badelatschen an. Ein Mann kommt an mein geöffnetes Seitenfenster und fragt nach Geld, damit er sich Essen kaufen kann. Er läuft aber gleich weiter, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich nichts habe. Mich ärgert es später, dass wir nicht den Frauen ein paar Kekse abgekauft haben. Diese hätte ich zB dem Bettler im Dorf oder dem Schrankenwärter schenken können und hätte somit gleich zwei Menschen etwas Gutes getan. Schade, Chance verpasst. :(
 




Wir nehmen diesmal nicht den ersten Abzweig zum MFNP, sondern fahren in der Hoffnung weiter, dass es vielleicht eine bessere Zufahrtstrecke zum Gate gibt. Unsere Hoffnung wird nicht enttäuscht.
Wir sehen wieder Elefanten und zahlreiche Vögel, darunter Sattelstörche, Schreiseeadler, Nilgänse. Ein mit Schwarzen voll besetztes Auto hält an. Sie fragen uns, wie es uns geht und wünschen uns noch einen schönen Tag. 





Am Gate geben wir dem netten Angestellten eine kalte Cola, über die er sich sehr freut.

Der Rückweg zur Lodge hält keine besonderen Sichtungen für uns bereit.




Uganda Kobs

Bevor wir an der Lodge aussteigen, müssen wir noch etwas im Auto sitzen bleiben, um die Fliegenschwärme beim Aussteigen loszuwerden.
Während wir einen Sundowner auf unserer Terrasse trinken, kommt der Ober mit unser Thermoskanne mit heißen Wasser. Da sind aus den anfänglichen 1-2 h fast 5 h geworden. Aber immerhin haben sie es nicht vergessen. 8)
Leider ist der Sonnenuntergang nicht richtig zu beobachten, denn bevor die Sonne im Wasser eintaucht, schiebt sich eine Dunstwolke davor.




 
Zwei Warzenschweine grasen in der Nähe. Auf der anderen Seite des Flusses sieht man ein paar Lichter. Da wir angegeben hatten, zu 19:30 h essen zu wollen, gehen wir kurz nach 19:30 h zum Restaurant, wo wir auf der Veranda Platz nehmen.
Ein weiteres Pärchen ist schon beim Essen, weitere Gäste kommen später noch zum Essen. Das Essen (Vorspeise Kürbissuppe, Nachtisch Ananas und Wassermelone) schmeckt ganz gut.
 


Auf dem Rückweg zum Zimmer kommen wir mit dem Pärchen ins Gespräch. Sie sind auch aus Berlin und als Selbstfahrer unterwegs. Während wir uns unterhalten, spaziert in einiger Entfernung ein Elefant hinter uns vorbei. Wir sehen auch eine Ginsterkatze. Angestellte der Lodge leuchten öfters Richtung Eli, offensichtlich um ihn vom Näherkommen abzuhalten.
 
Es ist schon 22:45 h, als wir ins Zimmer zurückkehren. Da wir vor dem Essen bereits geduscht haben, dauert es nun nicht mehr lange, bis wir im Bett liegen.
Übernachtung: Pakuba Safari Lodge, double room, HB
Kilometer: 101
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« Antwort #29 am: 29.07.2018, 10:22 Uhr »
09.01. Murchison Falls Nationalpark
Das Zimmer ist etwas hellhörig, ich höre gegen Morgen Stimmen. Aber mich stört es nicht weiter. Als wir gegen 6 h aufstehen, ist das Vogelgezwitscher noch verhalten.
Schon bald sind wir startklar. Es ist noch frisch mit 14 °C. Die Sonne geht langsam auf.
 






Wir sehen reichlich Tiere, sowohl was die Anzahl als auch die Vielfalt angeht: Büffel, Kuhantilopen, Uganda Kobs, Oribis, Warzenschweine, Wasserböcke und besonders viele Giraffen.













Die Tsetsefliegen sind noch zurückhaltend, wir sehen sie zwar, aber noch umschwirren sie die Scheiben nicht. Am Abzweig zum Victoria Track drehen wir um und machen uns auf den Heimweg. 
Auf dem Rückweg sehen wir weiterhin viele Uganda Kobs, Wasserböcke, Oribis, Warzenschweine und vereinzelte Elefanten. Affen sehen wir jedoch keine.












leider sehr weit weg die Hippomutter mit ihren Kleinen
 
Highlights für uns sind ein Schakal, der uns über den Weg läuft -leider ist er zu schnell für ein Foto-  und ein Elefant, der sich kurz auf die Hinterbeine stellt, um Früchte zu angeln. Leider steht er im Gegenlicht, so dass die Fotos nur als Beweis taugen. :(



Die Fotos sind durch die Fensterscheibe gemacht, da sich auf der rechten Seite das Fenster nicht runterkurbeln ließ  :P


 
Das Frühstücksbuffet ist um 8:45 h zwar noch aufgebaut, aber es sind zB nur noch zwei Würstchen und zwei Pancakes da. Die Eier, Kartoffeln und die Bohnen sind allenfalls lauwarm. Meine Frage, ob es noch weitere Pancakes gibt, wird verneint. An Obst gibt es Ananas, Wassermelone, Papaya und Melone. Müsli gibt es auch. Der Kaffee ist nach drei oder vier Tassen alle.   :x Viel Elan haben die Kellner nicht. Wir werden gefragt, ob wir Mittagessen wollen. Erst heißt es, wir können von der Speisekarte auswählen, später kommt der Ober und erzählt, dass es Fisch oder Spaghetti mit Tomatensoße gibt. Daraufhin verzichten wir.
Was das Frühstücksbuffet betrifft, sind wir verärgert. Als der Kellner uns gestern gefragt hat, wann wir frühstücken wollen, hatten wir 9:30 h angegeben. Daraufhin war er etwas pikiert und meinte, dass es nur von 6-7 h Frühstück geben würde. Auf meine Erwiderung, dass es laut Information auf dem Zimmer von 6 – 10 h Frühstück geben soll, teilte er uns mit, dass er uns etwas zurücklegen werde. Wir finden es eigentlich in einer Unterkunft, die im NP liegt und somit davon auszugehen ist, dass die Gäste früh auf game drive gehen, selbstverständlich ist, dass der Zeitrahmen fürs Frühstück mindestens bis um 10 h umfasst. Abgesehen davon, ist es keine „billige Absteige“, so dass wir erwarten, dass der Servicegedanke etwas höher angesiedelt sein sollte.

Wir relaxen auf unserer Terrasse und dabei sichte ich einen Red-cheeked Cordon-Bleu (Uraeginthus bengalus).
 




Auf dem Weg zur Paraa Safari Lodge wollen wir einen kleinen Abstecher zum Nyamsika Cliffs Viewpoint machen, der laut Reiseführer lohnenswert sein soll.
Schnell treffen wir auf ein paar Geier


Weißrückengeier



Wir halten wir an einem Wasserloch, an dem Krokodile, Heilige und Hagedasch Ibisse, Reiher und Gänse sind. Zwei Uganda Kobs stillen ihren Durst. Durch das Gestrüpp ist es nicht einfach, Bilder zu machen.







Auch heute sind es über 30 °C. Der Wind weht jedoch recht heftig. Wir lassen die Klimaanlage auf niedriger Stufe laufen, damit sie ein klein wenig Abkühlung bringt. Stärker können wir sie nicht aufdrehen, da sonst der Staub im Auto zu sehr aufgewirbelt wird. :roll:



Wir finden den Abzweig zum Nyamsika Cliffs Viewpoint nicht, deswegen drehen wir an einer geeigneten Stelle um.
Auf dem Rückweg sehen wir uns einen zugewachsen Pfad genauer an. Das Schild ist umgedreht, vermutlich ist hier schon ewig keiner mehr zu den Nyamsika Cliffs Viewpoint lang gefahren. Wird vielleicht auch seine Gründe haben, daher verzichten wir darauf.
 
Termitenhügel, viele Palmen und diese kleineren ??? sind hier vorherrschend.


Weiß jemand, was für Pflanzen das neben den Termitenhügel sind? 



Nun nehmen wir den Abzweig nach Paraa. Hier steht das Gras recht hoch. Selbst ein Büffel verschwindet fast im Gras.
 
In der Paraa Lodge bestellen wir eine Kleinigkeit (Christian Fish & Chips und ich ein Käse-Sandwich mit Pommes) zu essen. Das Essen kommt sogar schon nach 15 Minuten und schmeckt auch noch. Als ich in der Anlage fotografieren will, schrecke ich Warzenschweine auf. Ich kann einen Blick in die Zimmer werfen, zumindest die im EG sehen nicht sehr geräumig aus. Abgesehen davon, dass ein Zimmer hier noch teurer ist, wäre es mir hier zu wuselig und zu den – unserer Meinung nach - vielversprechendsten Gamedriverouten im Park fährt man weiter als von der Pakuba Lodge.
 








Da es bei der Paraa Lodge eine „Tankstelle“ gibt, nutzen wir die Gelegenheit. Die Abwicklung läuft hier aber etwas anders als gewöhnlich: man zahlt an der Rezeption den Betrag, für den man tanken will. Dafür erhält man eine Quittung, mit der man zur Zapfsäule fährt. Mitunter telefoniert die Dame von der Rezeption erst mit demjenigen, der für die Zapfsäule zuständig ist, damit tatsächlich auch jemand dort ist.
 
Wir fahren noch das kurze Stück zum Fähranleger, von dort starten auch die Ausflugsboote. Eigentlich wollten wir diesen Ausflug gleich mit der Buchung einer Bootstour für den morgigen Tag verbinden, aber wir können uns nicht entscheiden, ob wir eine Bootstour zu den Murchison Falls oder doch besser flussabwärts in das Mündungsgebiet (Nildelta) buchen. Letztere soll die schönere sein, ist aber mit 5 h auch sehr lang. So fahren wir unverrichteter Dinge zurück.




 
Auch heute gönnen wir uns eine Abkühlung im Pool. Handtücher liegen wieder nicht aus, wir müssen erst danach fragen.
 
Später geht’s noch auf einen Sunsetdrive – natürlich fahren wir selbst. Uns ist auch nicht bekannt, dass welche angeboten werden.
Auch wenn wir keine besonderen Sichtungen haben, gefällt er uns gut. Insgesamt sind uns heute wie gestern wenige Fahrzeuge begegnet.








 




Eine Gruppe mit neun Pkws ist am Nachmittag in der Pakuba Lodge angekommen, es sind vermutlich Franzosen. Sie sitzen an der Bar, als wir vom Gamedrive zurückkommen.
Christian bekommt einen Schreck, als er sieht, dass die Zimmertür offen steht. Ich kann ihn jedoch gleich beruhigen, denn unser Zimmer ist eine Reihe dahinter.   :D
 
Als wir am Restaurant ankommen, ist noch keiner da. Daraufhin erklärt man uns, dass es erst ab 20:00 Uhr Essen gibt. Ein anderes Pärchen wird anscheinend abgewiesen, da sie nicht vorbestellt haben. Das lässt uns darauf schließen, dass das Essen sehr knapp bemessen ist.
Nur die Tische drinnen sind gedeckt. Wir fragen, ob wir uns draußen hinsetzen können, was bejaht wird. Das wird aber wohl nicht zum Essen sein, meint Christian, da ja nur drinnen gedeckt ist. Er behält Recht, denn es kommt noch nicht einmal ein Kellner zu uns, um nach unseren Getränkewünschen zu fragen. Ich äußere meinen Unmut, bei der Wärme drinnen zu essen, aber das wird achselzuckend hingenommen.  :x
Außer der Gruppe Franzosen sind noch zwei weitere Tische belegt. Der Geräuschpegel ist hoch. Es gibt eine grüne Suppe, die wir nicht einordnen können, sie ist auch nicht nach unserem Geschmack. Aber das Hauptgericht vom Buffet besteht aus Salat, gemischtem Gemüse (einmal gedünstet, einmal mit Soße), Kartoffeln und Reis sowie Hühnchen und Beef ist gut, und wir werden auch mehr als satt. Zum Nachtisch gibt es wieder Obst, diesmal Ananas, Wassermelone, Passionsfrüchte und Papaya.
Auf unserer Terrasse trinken wir noch einen Absacker. Ich lese einige Berichte über die Bootstouren, bleibe aber wie Christian unentschlossen.
Außer Fledermäusen und Warzenschweinen bekommen wir keinen Besuch. Christian sieht auch noch die Augen einer Ginsterkatze leuchten. Einzelne Lichter von Booten flackern auf dem Wasser. Ich bin müde und da sich draußen nichts mehr tut, gehen wir um 22 h ins Bett.
Übernachtung: Pakuba Safari Lodge, double room, HB
Kilometer: 127

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