Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy

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*U2LS

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #30 am: 29.07.2018, 10:40 Uhr »
Hallo Chrissie,

habe jetzt mal in einem Stück einige Tage nachgelesen und muss sagen, über mangelnde Tiersichtungen musstet ihr ja euch nicht beschweren!

Besonders gut gefallen mir persönlich aber die Sonnenauf- und untergangsfotos *Daumen hoch*
Gruß
Lothar

I work bloody hard at work so that I can get home early

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*partybombe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #31 am: 29.07.2018, 12:35 Uhr »
Ein schöner, vor allem interessanter Bericht

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #32 am: 01.08.2018, 12:05 Uhr »
10.01. Murchison Falls Nationalpark
Obwohl wir schon kurz vor 7 h zum Frühstück erscheinen, sind wir die letzten.  :roll: Das Essen ist schon sehr ausgesucht und nicht mehr warm. Es gibt Spiegelei, Bohnen, Kartoffeln und Würstchen. Die Pancakes sind lecker. Kaffee ist nach einer Tasse alle, daher fragen wir nach weiteren Kaffee. Das dauert. Christian ist der Meinung, dass nur der Kaffeesatz noch mal aufgegossen wurde. Wenigstens wird mir noch Ananas gebracht. Wir unterhalten uns mit Patrick, einem Ober, der es nicht glauben kann, dass wir schon wieder nicht zum Lunch kommen wollen. Vielleicht ist das ein Grund, dass die Kellner sich um uns nicht besonders bemühen. :verwirrt:
 


Wir wollen heute nochmal zum Delta Point. Die Sonne scheint, es sind ein paar weiße Schönwetterwölkchen am Himmel, aber Richtung Wasser ist es sehr diesig.
Über eine Ebene verteilt sich eine große Anzahl von Tieren: Büffel, Giraffen und Uganda Kobs.





Christian hält auf dem Queen’s Track an, um ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbei zulassen. Der Fahrer hält auf unserer Höhe auch an und teilt uns mit, dass ein Stück weiter Löwen sind.

Zuerst entdeckt Christian jedoch einen Palm-nut Vulture, der auf einem Ast eine Maus oder ähnliches verspeist.
 

Palm-nut Vulture

Dann sehen wir mehrere Fahrzeuge stehen. Beim Blick durchs Fernglas können wir einen Löwenkörper erahnen. Aber das ist auch alles – nicht ganz: eine Teilnehmerin von Wigwam Reisen zeigt uns unfreiwillig ihr entblößtes Hinterteil, als sie auf dem Dach des Fahrzeuges eine gute Position sucht, um die Löwen besser zu sehen –auf diesen Anblick hätten wir verzichten können :whistle:. Da wir nicht länger in der Masse auf eine –vielleicht. bessere Position warten wollen, fahren wir weiter. Eventuell kommen wir auf dem Rückweg noch einmal vorbei und haben mehr Glück.
Man merkt, dass die Route eine beliebte Gamedrive – Piste ist. Soviel Fahrzeuge haben wir die letzten zwei Tage hier nicht gesehen.




Buschbock

Auch am Delta Point sind heute viele Besucher. Verständlich, denn beim Füße vertreten kann man noch dazu einiges sehen:
Hippos mit Kuhreihern, Büffel, in Entfernung Warzenschweine und Uganda Kobs, weiter weg Kronenkraniche, African Jacana, Kingfisher und Graureiher. Tsetsefliegen sind keine hier.








Weißbrustkormoran - white-breasted cormorant

Wir halten einen Moment und beobachten die Husarenaffen.






 
Dann entdecken wir einen Löwen



und wenige Augenblicke später läuft aus einem Busch irgendetwas aufgeregt/ aufgeschreckt davon. Auf den flüchtigen Blick sieht es wie ein Zorilla oder einer anderen Marderart aus: relativ schwarz und am Schwanz weiß.

Kurz darauf erblicken wir einen Riss, dass nährt die Hoffnung, dass die Löwen nicht weit sind.



Und richtig, da sind sie :D:


 
Bei den Löwen -es sind zwei Weibchen und vier cubs - steht dieses Mal nur ein Bus, der jedoch bald weiterfährt. Wir amüsieren uns über das fette Grinsen in den Gesichtern der Insassen.
Christian macht Fotos und Filmaufnahmen, da er auf der den Löwen zugewandten Seite sitzt. Ich sitze nämlich ausnahmsweise mal vorne, aber da sich rechts hinten die Scheibe nicht runterkurbeln lässt, hätte ich auch nicht fotografieren können. Beim Sichten der Fotos ärgere ich mich ein wenig, da Christian nicht die volle Brennweite ausgenutzt hat.








Leider sind nie alle vier cubs auf einem Foto zu sehen.
 
Christian fährt sich auf dem Rückweg im Sand fest, aber einmal kurz in den Allradantrieb gewechselt und schon können wir weiter. Es ist das einzige Mal, dass wir den Allradantrieb benutzen.
Wir fahren an Uganda Kobs und Oribis vorbei.









An der Lagune beobachten wir eine ganze Weile Elefanten. Lustig finden wir die vielen Kuhreiher und Spitzschwanzelstern, die sich sonst eher auf Büffeln niederlassen.







Wer hat hier 'nen Vogel? :P




 
Unterwegs überlegen wir hin und her, ob wir die Bootsfahrt zu den Fällen machen sollen, die Deltatour hat sich erledigt, da sie nur morgens angeboten wird. Letztendlich kommen wir zu dem Schluss, dass wir uns nicht hetzen wollen und uns lieber noch im Pool abkühlen, als eine Bootstour zu machen, von der wir hinterher vielleicht enttäuscht sind.

Zwar hatten wir schon schlimmere Pisten, aber auch hier gilt, diese immer im Blick zu haben.


 
Nicht nur von außen ist unser Auto mit einer dicken Staubschicht überzogen, auch innen.  Putzen hilft nur kurzfristig, schnell sieht es wieder ähnlich aus.




 
Bei Rückkehr zur Lodge bestellen wir uns einen Kaffee und weisen mal wieder auf die fehlenden Handtücher am Pool hin. Kaffee bekommen sie hier schneller hin als heißes Wasser: innerhalb einer Viertelstunde wird der Kaffee gebracht.
Christian hält danach Siesta, ich genieße es, auf der Terrasse zu sitzen und Vögel zu beobachten. In sicherer Entfernung laufen sogar zwei Elefanten vorbei.
Als ich die Landkarte studiere und im Reiseführer recherchiere, stelle ich fest, dass es kaum Tankstellen auf dem Weg nach Kampala gibt, zumindest nicht auf der ersten Hälfte der Strecke. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als erneut zur Paraa Lodge zu fahren, um dort zu tanken.





Interessant ist wieder der Stop an einem Wasserloch:







Ansonsten sehen wir Wasserböcke, Oribis, Giraffen, Husarenaffen und Warzenschweine.



Die Dame an der Rezeption der Paraa Lodge versucht heute vergeblich, den Zuständigen von der Tankstelle zu erreichen. Ich sage, wir probieren es auf gut Glück.
Ein Elefant steht nahe der Zufahrt zur Lodge. Als wir an der Tankstelle stehen, vertreibt der Tankwart ihn, da der andere Attendant sich deswegen nicht traut, herunterzukommen. Leider habe ich da nicht auf den Auslöser gedrückt.

Wir fahren dieses Mal über den Pakuba Airstrip zurück. Wenngleich es nicht tierarm (Warzenschweine, Oribis, Büffel Giraffen, Elefanten) ist, sind wir froh, als wir auf den Albert Track abbiegen, da die Strecke am Airstrip eine üble Wellblechpiste ist.







Es sind wieder viele Tsetsefliegen um unser Auto herum, daher bleibt das Fenster beim Fotografieren geschlossen.


Graukopfliest

Wir steigen an den Pakuba ruins aus, da wir sie aus der Nähe anschauen wollen. Leider kommt man nicht richtig an sie heran. Da die Tsetsefliegen sehr nerven, steigen wir schnell wieder ins Auto ein und fahren die letzten Meter zur Lodge.


Foto ist vom nächsten Morgen, leider im schlechten Licht

Bevor wir zum Abendbrot gehen, ist noch ausreichend Zeit für Schönheitspflege, Koffer packen und Fotos speichern. Ein Stromausfall ist zum Glück nur von kurzer Dauer.


 
Als Vorspeise gibt es eine Kürbissuppe, Christian wählt als Hauptgericht Schweinefleisch, Reis und gemischtes Gemüse. Ich nehme das Hühnchencurry mit Reis, Kartoffeln und gemischtem Gemüse. Geschmacklich sind beide Essen sehr gut. Als es zum Nachtisch wieder Ananas und Wassermelone gibt, sage ich Patrick, dem Ober, dass es langsam langweilig wird, drei Tage hintereinander Obst. Er erwidert, sie hätten Probleme mit dem Ofen, sonst gäbe es auch Kuchen oder Banana Fritters. Im Nachhinein denken wir, dass es eine Ausrede ist, denn am Morgen gab es Muffins :wut33:. Da die Gruppe Franzosen bereits heute wieder abgereist ist, waren wir den Mehraufwand wohl nicht wert.
 
Wir geben noch die Bestellung fürs Frühstück auf, bevor wir uns zum Abschluss noch auf unsere Veranda setzen. Aus der Entfernung dringt Musik zu uns herüber.
Für eine kurze Zeit kommt ein Elefant näher. Vielleicht wegen der Lichtkegel von den Sicherheitsleuten lässt er sich vertreiben. Wir hören den Elenfanten jedoch noch eine ganze Weile fressen. Später sehen wir noch einen Elefanten im Poolbereich.
Für afrikanische Verhältnisse ist es schon spät, als wir um 22.20 h in die Federn sinken.
Übernachtung: Pakuba Safari Lodge, double room, HB
Kilometer: 110

Gruß Chrissie
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*partybombe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #33 am: 01.08.2018, 12:43 Uhr »
Schön, dass der Reisebericht weiter geht und ich hautnah dabei bin👍😎😘

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #34 am: 07.08.2018, 18:09 Uhr »
11.01. Murchison Falls Nationalpark – Entebbe
Da wir heute eine längere Fahrt vor uns haben, erscheinen wir heute noch früher als gestern beim Frühstück. Vielleicht liegt es daran, dass das Abschiedsfrühstück heute vergleichsweise gut ausfällt :wink::
Jeder erhält einen Obstteller mit Ananas und Wassermelone, anschließend gibt es wie gestern Abend bestellt ein spanisches Omelett, Kartoffeln und Bohnen. Diesmal ist das Essen warm und schmeckt gut. Des Weiteren werden uns Toast, je zwei pancakes und sogar ein Muffin (jeder) serviert. Wir werden zwar gefragt, ob wir weiteren Kaffee wünschen, aber es ist wie gestern nur ein weiterer Aufguss. Das Milchkännchen, das Christian dem Ober zum Auffüllen mitgegeben hatte, erhält er nicht aufgefüllt zurück. :roll:
Wir bezahlen die Getränkerechnung, die moderat ausfällt. Am teuersten sind meine Säfte, die mit 10.000 UGX pro Glas zu Buche schlagen.

Der Himmel über dem Wasser ist grau in grau, während zur Landseite hin ein paar Wölkchen den Himmel zieren. Neben Warzenschweinen, Oribis, Hornraben und Uganda Kobs sehen wir mehrere Male Elefanten.







Ein Elefantenpärchen ist kurz vor der Paarung. Leider haben wir nicht die Zeit zu warten. :(


 
Am Gate zahlen wir die Eintrittsgebühren für den gestrigen Tag nach (292.000 UGX).


Die Hütten einiger Angestellter am Gate.

Ein paar letzte Aufnahmen von diversen Vögeln, dann heißt es, zielstrebig Kurs auf Entebbe nehmen.


Sattelstorch



Silberreiher und Löffler



Schreiseeadler

Die Teerstraße hat zwar einige Schlaglöcher, aber Christian kann locker 70 km/h fahren. Wie immer leuchtet das Warnlicht für die Handbremse. Der Verkehr hält sich noch in Grenzen, ebenso die Besiedelung.
Links und rechts der Straße sind Büsche und kleinere Bäume sowie immer wieder Termitenhügel. Am Straßenrand direkt wächst hohes Gras. Mehrfach sehen wir Uganda Kobs, Paviane und Meerkatzen unweit der Straße.
Uns kommen vereinzelt Fahrradfahrer entgegen, die auf dem Gepäckträger Stroh oder ähnliches zum Decken der Dächer transportieren. Die Sonne kommt jetzt etwas mehr hervor.



Schon bald übernehme ich der Steuer, damit Christian sich etwas entspannen kann, schließlich hat er noch den berühmt-berüchtigten Verkehr von Kampala – wo wir quer durch müssen – vor sich.
Leider nehmen nun die Schlaglöcher sehr zu. Ich muss mich sehr konzentrieren, denn die Schlaglöcher sind manchmal nicht so leicht zu erkennen, wenngleich sie nicht eben klein sind. Beim Ausweichen muss ich dann auch den Rück-und Außenspiegel im Blick haben, nicht, dass mich gerade jemand überholen will. Ich überhole selten jemanden, wenn dann hauptsächlich LKWs.

Ich erinnere mich, im Reiseführer gelesen zu haben, dass das Fotografieren der Karuma Falls von der Brücke verboten ist, daher halten wir nicht an, und Christian fotografiert aus dem fahrenden Auto heraus. Eigentlich sind es mehr Stromschnellen als Wasserfälle:







Nach Karuma nehmen sowohl der Verkehr als auch die Besiedelung zu, die Schlaglöcher nehmen glücklicherweise ab.



Da fährt man nicht gerne hinterher

Das hohe Gras am Straßenrand wird abgebrannt. Teilweise lodern am Straßenrand richtig die Flammen. Dementsprechend riecht es, und die Sicht ist eingeschränkt. Ascheteilchen fliegen in der Luft herum. Das Feuer brennt teilweise unmittelbar unter den Stromleitungen, aber das scheint keinen zu interessieren. :shock:



An der Kreuzung nach Masindi ist es sehr belebt, lauter Verkäufer in Coca-Cola T- Shirts bieten Getränke an. Daneben kann man auch Obst, Fleischspieße und andere Getränke erwerben. Leider macht Christian kein Foto, aber ich werde später woanders noch eins machen können. :D

Wir legen eine Pause im Kabalega Diner ein und bestellen uns jeder einen Beefburger. Als ich später am Nachbartisch die Samosas sehe, bedauere ich, nicht diese bestellt zu haben, denn sie sehen lecker aus. Aber der Beefburger schmeckt auch sehr gut.
Wir beobachten, dass die farbigen Guides am Eingang von der Security kontrolliert werden. Da keine weißen Gäste kontrolliert werden, finden wir dies befremdlich.



Ab hier darf Christian wieder weiterfahren. Während fast der ganzen Fahrt gibt es immer wieder Stände, an denen diverses Obst und Gemüse wie Jackfrüchte, Ananas, Kartoffeln, Süßkartoffeln etc verkauft wird.



Es ist eine lange Tagesetappe und stellenweise zieht es sich etwas, aber meist gibt es irgendwas zu gucken:


Ankolerinder auf dem Lkw


Wir sehen auch wieder vermehrt die gelben Wasserkanister


Die Frau muss schuften, während der(ein) Mann daneben steht


Bremsschwelle mit Nägeln
 
Verkäufer in Coca-Cola T- Shirts gibt es nicht nur an der Kreuzung nach Masindi:



Arbeitssicherheit?

Je näher wir Kampala kommen, umso stärker nimmt der Verkehr zu. Im gleichen Maße leider auch die Unüberlegtheit der Fahrer, ganz schlimm sind die Matatufahrer, die überholen, egal, ob jemand entgegenkommt. Auch beim Einscheren sind es oft nur wenige cm, die uns oder andere vom Zusammenstoß trennen. Sie haben meist irgendwelche religiösen Bekenntnisse hinter der Windschutzscheibe baumeln, auf Gottes/Allahs Segen vertrauend, sind sie wohl überzeugt davon, dass alles gut gehen wird.


 
Wir hatten Douglas im Vorfeld gefragt, ob uns jemand aus seinem Team durch Kampala fahren kann, aber da ich nur ungern auf Englisch telefoniere und daher Bedenken habe, dass wir uns bei einem Treffpunkt dafür missverstehen könnten, habe ich mir den nördliche Bypass als Umfahrung für die Innenstadt herausgesucht. Unklar ist zwar, bis wo genau er ausgebaut ist, weil er laut Karte erst vollends im Laufe des Jahres 2018 fertig gestellt sein soll. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir den weiteren Weg finden werden. Daher versuche ich, die Zufahrt auf den nördlichen Bypass zu finden.
Dummerweise lasse ich mich irritieren, und wir biegen zu früh rechts ab. Nach einem kleinen Umweg durch ein ärmlich wirkendes Viertel sind wir wieder zurück auf der Hauptstraße.  8)





Da wir auf Anhieb nur die Zufahrt in die Gegenrichtung finden, entscheidet sich Christian, selbst durch Kampala zu fahren.



Unsere Informationen bestätigen sich, der Verkehr in Kampala ist chaotisch. Ich ziehe meinen Hut vor Christian, ich käme da nicht durch, allein schon weil ich zu vorsichtig bin. Hier muss man draufhalten, der andere wird schon zurückzucken. Bei den Motorradfahrern wird mir schon vom Zusehen schlecht, wie die sich durchschlängeln. Fahrspuren sind unbedeutend, man kann auch zu zweit (als Autofahrer) oder zuhauf (als Zweiradfahrer) diese benutzen. Es herrscht zwar Linksverkehr, das bedeutet aber nicht, dass einem keiner auf der eigenen Spur entgegenkommt. :o


Leider habe ich das dichteste Gewusel nicht fotografiert, aber ich hoffe, es kann einen kleinen Eindruck vermitteln, wie es da zugeht.

Als wir auf einer Straße sind, die sich Entebbe Road nennt, gehe ich davon aus, dass wir das Schlimmste hinter uns haben. Vom Verkehr her ja, aber…
Christian fährt plötzlich an den Straßenrand:  Warnleuchten zeigen einen Check an. Er schaut unter der Motorhaube und findet das Problem: der Kühlerschlauch hat sich gelöst. Christian fixiert ihn, aber auch nach einer längeren Abkühlungszeit will der Motor nicht anspringen. So komme ich um ein Telefonat mit Patrick nicht herum. Zum Glück kann ich ihm gut beschreiben, wo wir stehen. Er teilt uns mit, dass er mit dem Bodaboda kommen, es jedoch dauern wird, da Berufsverkehr ist.
Während wir warten, sehe ich mich nach einer Toilette um und peile ein Hotel an. Am Hotel angekommen weist jedoch nur ein Schild auf einen Massagesalon im UG hin, das ist mir suspekt.  :(Da gehe ich lieber ein paar Schritte weiter zur Zahnklinik. Auf meine Nachfrage wird mir gestattet, deren Toilette zu benutzen, die um die Ecke liegt: auch hier erwartet mich nur eine Hocktoilette sprich ein Loch im Boden, aber immerhin ist Toilettenpapier vorhanden.
Wir setzen uns ins Auto. Es klopft an der Fensterscheibe. Ist es Patrick? Wir öffnen das Fenster vorsichtshalber nur einen Spalt – er ist es. Patrick zollt Christian Respekt, dass er den Verkehr durch Kampala gemeistert hat. Gemeinsam mit ihm und dem Bodabodafahrer warten wir nun auf den Mechaniker mit dem Ersatzwagen. Als er erscheint, laden wir das Gepäck um. Der Mechaniker lässt sich aus einem der Geschäfte Wasser für den Kühler geben. Als wir abfahren, fährt auch er mit unserem alten Auto los.

Fast zwei Stunden hat uns der zweifelhafte Spaß gekostet, aber wir sind glücklich, dass es in Kampala und nicht im oder in Umgebung des Murchison Falls NP passiert ist. Schnell stellen wir die Unzulänglichkeiten des Autos fest: der Button für den Airbag leuchtet, das O/D off blinkt, obwohl Christian den Knopf mehrfach versucht zu drücken, die Windschutzscheibe hat im Sichtbereich des Fahrers einen riesigen Sprung, und die Uhr geht nicht. Im Auto riecht es irgendwie verbrannt. Hoffentlich haben wir nicht ein neues Problem.
In Entebbe tobt das Leben. Die Sonne geht langsam unter.





Christian kauft in einem Tante-Emma-Laden noch Getränke ein. Von unserem Parkplatz kann ich sogar aufs Meer blicken.



Wir irren ein bisschen trotz Navi jetzt herum. Inzwischen ist es dunkel, und es fängt sogar an zu nieseln. Selbst ich als Beifahrer empfinde es sehr anstrengend, den Schlaglöchern, Fußgängern und Zweiradfahrern auszuweichen und dabei darauf zu achten, dass uns das Navi nicht völlig in die Irre führt. Wir sind erledigt, als wir gegen 19:30 Uhr im Papyrus Guesthouse ankommen. Schnell die Formalitäten erledigt und die Bestellung fürs Abendessen aufgegeben, danach unter die Dusche und den einen kleinen Drink, den sich vor allem Christian mehr als verdient hat.
Sowohl der Tilapia, den ich gewählt habe, als auch Christians gegrilltes Steak schmeckt sehr gut. Leider werden wir von Mücken zerstochen, da wir draußen sitzen und vergessen haben, uns einzusprühen. :x
Wir sprechen mit Priscilla, dass wir Morgen eine Mabamba Swamp Tour machen wollen. Sie empfiehlt uns, das als geführte Tour zu machen. Eigentlich wollten wir das wie immer auf eigene Faust machen, ich habe auch gute Karte, aber nach dem heutigen stressigen Tag und den Zweifeln an der Fahrtüchtigkeit des Ersatzwagens stimmen wir Priscillas Vorschlag zu. Leider vermittelt Priscilla nur den Kontakt zu einem Anbieter, die Details muss ich mit ihm selbst telefonisch vereinbaren. Grundsätzlich richtet er sich zeitlich nach uns, aber er macht am Telefon sehr deutlich, dass die Chancen, den Schuhschnabel zu sehen, morgens am größten sind. So heißt es morgen wieder früh aufstehen. Eigentlich wollten wir morgen nicht ganz so früh aus den Federn, denn übermorgen die Nacht schon um 2 h für uns vorbei, da dann der Rückflug ist. Hoffentlich lohnt sich das frühe Aufstehen.
Übernachtung: Papyrus Guesthouse, Garden room, HB
Kilometer: 417
 

Gruß Chrissie
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*partybombe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #35 am: 08.08.2018, 11:26 Uhr »
Ein umfangreicher Bericht mit vielen schönen Fotos

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #36 am: 11.08.2018, 13:19 Uhr »
12.01. Entebbe-Teil I
Gegen 4:00 Uhr geht ein Gewitter nieder, und als wir um 5:15 Uhr aufstehen, nieselt es noch. Die Nacht war für uns eindeutig zu kurz.  :(
Wir sind unsicher, ob unsere Tour bei dem Wetter überhaupt stattfindet, aber Priscilla ist zuversichtlich. Leider müssen wir 10 Minuten warten, bis erstmal Kaffee und Tee serviert werden, so wird es nichts mit einem entspannten Frühstück – wir setzen uns hier wohl selbst unnötig unter Druck, da wir die alleinigen Teilnehmer an dem Ausflug sind und der Guide sicher auch ein paar Minuten auf uns warten könnte, falls wir noch nicht mit frühstücken fertig sind.  :roll:Das Vogelkonzert setzt langsam ein, und es hat aufgehört zu nieseln.

Pünktlich um 6:30 h werden wir von Kim mit dem Auto abgeholt. Ziel unseres Ausfluges sind die Mabamba Swamp Wetlands, wo die Chancen, den Schuhschnabel zu entdecken, vergleichsweise gut sind. Die Mabamba Swamps liegen nur 12 km Luftlinie von Entebbe entfernt, aber auf dem Straßenwege sind es 40 km.
Zum Hafen am Victoriasee sind es drei Kilometer. Der Kahn macht nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck, der Eigentümer des Bootes schippt mit einem Eimer das Wasser aus dem Boot :shock:. Kim beruhigt uns, dass das nur vom Regen der letzten Nacht sei. Wir ziehen uns Schwimmwesten über und schon legen wir ab. Leider ist der Himmel noch grau in grau. In der Ferne können wir den Flughafen erkennen.




Einige Fischer gehen schon ihrer Tätigkeit nach.

Kim spricht ein für uns gut verständliches Englisch und erzählt uns einiges über Uganda und bestimmt die Vögel, die wir auf der ca. einstündigen Fahrt ins Sumpfgebiet sehen. Wir sehen mehrfach Rallen- und Purpurreiher, African Jacana, verschiedene Kingfisherarten, viele Kormorane und ein paar andere, die ich nicht mehr benennen kann. Vermutlich aufgrund des bedeckten Wetters sehen wir verhältnismäßig wenig Vögel, da hatte ich mir mehr versprochen.







Eine unplanmäßige Pause auf dem See legen wir ein, als sich Papyrus im Motor verfangen hat. Anscheinend passiert das öfter, denn geschickt befreit der Bootsbesitzer den Motor schnell davon.
Der Wechsel des Bootes erfolgt nicht, wie ich mir vorgestellt hatte, an einer Anlegestelle in einem kleinen Dorf, sondern an einer unscheinbaren Stelle, wo bereits zwei Poler in einem kleineren Boot auf uns warten.



Ich denke, wir hören den üblichen Psalm, dass eine Sichtung des Schuhschnabels nicht garantiert werden kann, aber der Poler grinst, als er uns berichtet, er könne heute die Sichtung garantieren. Wenige Augenblicke später sehen wir ihn selbst im flachen, grasbewachsenen Feuchtgebiet:






 
Der Schuhschnabel kann lange Zeit regungslos stehen und auf Bewegungen seiner Beute (bevorzugt Mudfish und Frösche) warten, bevor er dann mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit zuschlägt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir dies selbst miterleben dürfen, und so habe ich leider meine Kamera nicht schussbereit, als er zuschlägt.




schon verspeist

Wir sind beide fasziniert von diesem urtümlichen Vogel mit seinen unproportionierten Gesichtszügen und dem massiven Schnabel. Nach einer Weile reißen wir uns von seinem Anblick los und schippern durch weitere Kanäle, die mit Seerosen bewachsen sind und am Ufer vom Papyrus-Sumpf umfasst werden.






Wir sind nicht die einzigen Touris, die zu früher Stunde unterwegs sind

Wir sehen noch ein zweiten Schuhschnabel, der dieses Mal etwas weiter entfernt ist. Dies macht uns bewusst, dass wir Glück hatten, ihn doch recht nah zu sehen. Nach einer guten Stunde wechseln wir wieder die Boote, natürlich nicht, ohne uns bei den Guides mit einem Trinkgeld zu bedanken.


Bye-bye!

Aufgrund des Motorenlärms ist eine Unterhaltung schwierig, so dass wir nicht traurig sind, dass Kim sich auf der Rückfahrt überwiegend mit dem Bootsbesitzer unterhält. Wir bereuen nicht, zu früher Stunde unterwegs gewesen zu sein, zumal durch diesem Ausflug gleich mehrere Personen der lokalen Gemeinschaft profitiert haben:
- der Besitzer des größeren Bootes (es sind wohl meist kleinere Händler von der Insel Bussi)
- der Besitzer des Kanus und der Guide (Einheimische aus Bussi und Mabamba)
- und nicht zuletzt Kim


ein kleines Dörfchen am Ufer


Entebbe in Sicht




 


Um 10:15 h legen wir an der Jetty in Entebbe an, und Kim bringt uns zum Guesthouse zurück.
Auf der Veranda überlegen wir bei einer Tasse Kaffee, was wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Gruß Chrissie
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*partybombe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #37 am: 12.08.2018, 12:32 Uhr »
Superschöne Landsachafts- und Tierbilder - kaum zu glauben, wieviel Tiere ihr sehen konntet.

*partybombe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #38 am: 12.08.2018, 12:37 Uhr »
Übrigens ( in Bezug auf ein Foto ) steht nicht ein Mann dabei, während die Frau schuftet sondern er passt auf, dass ihr durch den schweren Sack nichts passiert. So sind viele Männer (nicht nur in Afrika!), zumal damit sichergestellt ist, dass auch ihnen nichts passiert 😡

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #39 am: 15.08.2018, 07:40 Uhr »
12.01. Entebbe Teil II
Wir entscheiden uns für das Uganda Wildlife Education Center (UWEC ZOO), das uns schon bei den Reisevorbereitungen ins Auge gefallen war.
 
Der Zoo wurde ursprünglich in den 1950er Jahren von der Regierung Ugandas mit Hilfe der Wildlife Conservation Society in New York gegründet, um beschlagnahmte und verletzte Wildtiere unterzubringen und verwaiste Tiere, die von Schmugglern weggenommen wurden, zu betreuen. Er wird von einem Wildlife Trust verwaltet. Hauptziel ist es, das Hauptökosystem Ugandas in Freilandexponaten zu modellieren. Man kann hier nicht nur viele einheimische Arten beobachten, sondern bekommt auch umfassende Informationen. Daneben gibt es auch Sammlungen von traditionellen Heilpflanzen.

 
Der Zoo liegt nicht weit vom Papyrus Guesthouse am Rande des Viktoriasees. Gegenüber den Angaben im Bradt Reiseführer hat sich der Eintritt extrem verteuert. Es kostet pro Person 54.000 UGX, aber es dient ja auch einem guten Zweck.
 

 

Eingangsbereich -außen
 

gute Nachbildungen
 
Zuerst schauen wir uns ausgiebig im wirklich informativen Informationszentrum um,
 

 
dann laufen wir zum Strand. Ein Kamelreiter kommt uns entgegen, aber unsere Aufmerksamkeit gilt mehr den Vögeln (Reiher, viele Riesenfischer etc), die hier reichlich versammelt sind.
 

 

die abgeknickten Beinen sehen schon ulkig aus
 
Neben den üblichen Zoobewohnern fallen uns
 

frei umherturnende DeBraza monkeys
 

Nashörner - es sind die einzigen, die wir in Uganda sehen, da wir das Ziwa Rhino nicht besucht haben
 

 
ins Auge. Für uns Laien sieht die Anlage der Schimpansen gelungen aus.
 

 
Mich interessieren auch die Beete mit den Heilpflanzen, leider hält sich Christians Interesse hier in Grenzen.  :wink:
 

 
Wir suchen auch das Gehege der Schuhschnabel auf, wollen den Urzeitvogel noch einmal bewusst aus der Nähe betrachten.
 

 

 
Natürlich war die Begegnung mit dem Schuhschnabel heute Morgen beeindruckender, dennoch ist es noch einmal interessant, ihn aus allernächster Nähe ins Visier zu nehmen. Die großen Zehen konnten wir nämlich nicht sehen.
 
Die Hütten, in denen man im Zoo übernachten kann, liegen hinter dem Gehege mit den Giraffen, Straußen, Ankolerindern, Antilopen, etc.
 

 
Der Strand ist auch nicht weit.
 

 
Ko, aber zufrieden verlassen wir nach guten zwei Stunden den Zoo.
 
Wir fahren zum Essen zum 2 Friends Beach Hotel, das in einigen Reiseberichten positiv erwähnt wurde. Wir sitzen mit schönem Blick aufs Wasser, wenn auch nicht an „vorderster Front“, weil es uns zu windig ist.
 

 

 

 
Ein paar Einheimische baden, und wir beobachten diverse Vögel wie Hammerkopf, Kingfisher und Seidenreiher, während wir auf unser Essen warten. Marabus fliegen öfters über uns hinweg. Zum Glück sind hier nicht so viele lake flies. Leider fängt es an zu tröpfeln und als es kurz darauf stürmisch wird, nehmen die Angestellten alles rein, was eventuell wegfliegen könnte. Sicherheitshalber verziehen wir uns auch in einen geschützteren Bereich.
 
Christian ist mit dem gemischten Grillteller nicht ganz zufrieden, denn eine Sorte Fleisch ist sehr sehnig. Der Hamburger mit Pommes ist gut, allerdings warte ich auf den dazugehörigen Krautsalat vergeblich. Als ich den Kellner darauf anspreche, heißt es nach Rückfrage in der Küche, dass der Krautsalat ausgegangen sei. Schade, denn den Burger habe ich mir zu einem großen Teil wegen meines Appetits auf Krautsalats bestellt. Etwas enttäuscht registrieren wir, dass weder ein Ersatz noch ein kleiner Rabatt angeboten wird. :(
 
Wir verlassen das Restaurant genau zum richtigen Zeitpunkt, denn als wir im Auto sitzen, fängt es an zu schütten.
 

 
Die Temperatur sinkt auf 18 °C. Dennoch hält Christian noch am Supermarkt, einen letzten Stoney kaufen. Diesmal verlassen wir uns auf unseren Orientierungssinn und fahren nicht, wie das Navi uns vorschlägt. :P
 
Nach dem unvermeidlichen Packen haben wir Zeit, auf unserer Terrasse einen letzten Sundowner zu trinken.
 

 
Der Fahrer von Alpha Rent-a-Car kommt pünktlich um 18 h und bereits fünf Minuten später fährt er wieder weg - das ging ja fix.
 
Da es inzwischen aufgehört hat zu regnen, mache ich noch einige Aufnahmen im Garten und von einigen Vögeln.
 

hier kann man wunderbar sitzen
 

Grauwangennashornvoegel- Weibchen
 

Grauwangennashornvoegel
 
sunbird, aber welcher?
 

sunbird, aber welcher?
 

Nesselschön/ Katzenschwänzchen
 

 

 

 

 
Prozessionsspinner
 

 
 

 
Der letzte Sonnenuntergang für uns in Uganda.
 

 
Als es dunkel wird, gehen wir duschen. Bald danach ist es auch Zeit fürs Abendessen.
Ich habe mir nur zwei beef Samosas bestellt, da ich noch vom Mittagessen satt bin, Christian hat heute Fisch. Wir sind beide zufrieden, jedoch benötige ich noch etwas Süßes. Ich schwanke zwischen apple crumble und Schoko brownie. Die Entscheidung wird mir abgenommen, da es keinen apple crumble mehr gibt. Wir lassen uns danach die Rechnung geben. Christian scherzt mit der Bedienung, dass er nur noch ein paar Schilling hat. Sie amüsieren sich, obwohl es kein besonders einfallsreicher Gag ist.
Kurz vor 21 h liegen wir im Bett, der Wecker ist für 2:00 Uhr gestellt.
Übernachtung: Papyrus Guesthouse, Garden room, HB
Kilometer: 14
Gruß Chrissie
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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #40 am: 18.08.2018, 10:19 Uhr »
👍👍

*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #41 am: 19.08.2018, 09:21 Uhr »
13.01. Rückflug nach D
Die Nacht ist nicht nur zu kurz, auch eine Mücke nervt uns :roll:. Der Weckservice klopft pünktlich um 2 h und stellt den Kaffee hin. Ich bitte noch um Tee, so wie ich es mit Priscilla abgesprochen habe. Nach dem Duschen haben wir dann noch etwas Zeit, in Ruhe den Kaffee bzw. Tee zu trinken.

Wir verabschieden uns von den Angestellten des Papyrus Guesthouse und werden von einem durch das Guesthouse arrangierten Fahrer zum Flughafen gefahren. Er erhält von uns kein Trinkgeld, da er sich beim Ein- und Ausladen des Gepäcks dezent zurückhält. :x

Um zum Check-in zu gelangen, müssen wir eine Treppe hinauf, da es keine Rolltreppe gibt. Ein fleißiger Träger schnappt sich die Koffer und die Reisetasche. Christian gibt ihm das restliche Münzgeld, wenngleich ein Schild darauf hinweist, dass kein Trinkgeld erwartet wird. Dann folgt das übliche Prozedere.

Auf dem Flug nach Istanbul haben wir Glück: der Mann, dem der Platz neben uns in der Dreierreihe zugeteilt wurde, ist pfiffig, er schaut sich nach einem freien Platz um und wird fündig :daumen:. Das Frühstück ist gut und ich versuche im Anschluss zu dösen.

Auch der Weiterflug nach Berlin verläuft normal, diesmal gibt es leider kein Upgrade auf Business Class. :wink:

Wir landen sogar etwas früher als planmäßig erwartet und bekommen schnell unsere Reisetasche, aber leider fehlt der Koffer. Beim lost and found Schalter (WISAG) verbringen wir über 1,5 h, dann heißt es, unser Koffer kommt angeblich in der nächsten Maschine mit, die gegen 18:00 Uhr aus Istanbul eintrifft. Wir müssen die Verlustanzeige ausfüllen sowie eine Zollerklärung abgeben.

Den Koffer erhalten wir am nächsten Tag, leider ist er jedoch beschädigt, und nun beginnt noch eine (fast) unendliche Geschichte für uns:
Gemäß telefonischer Rücksprache mit einem Mitarbeiter der WISAG ist die Beschädigungsmeldung über deren Website abzugeben. Ich versuche es an verschiedenen Tagen mehrmals leider vergeblich. Jedes Mal, nachdem ich das mehrseitige Formular ausgefüllt habe, erscheint beim Absendeversuch der Hinweis, dass das System einen Fehler hat, man solle es später noch einmal versuchen. Ich telefoniere erneut mit einem Mitarbeiter der WISAG, nun heißt es ich soll mich direkt an die Fluggesellschaft wenden. Bei Beschädigungsmeldungen haben diese jedoch keinen deutschsprachigen Ansprechpartner sondern nur türkisch- und englischsprachige Mitarbeiter.

Schlussendlich fahren wir noch einmal zum Flughafen, um direkt vor Ort die Beschädigungsmeldung aufzugeben.

Wer jetzt denkt, dass danach alles reibungslos erfolgt ist, irrt.  :bang:Wir versenden unseren beschädigten Koffer mit den gewünschten Papieren per DHL an FGS (Flughafen, Gepäck und Service) Frankfurt. Verwundert sind wir, als wir diesen eine Woche später unverändert zurück erhalten. Angeblich fehlt ein Schriftstück, was jedoch auch im Koffer zusammen mit den anderen Papieren lag. Selbst wenn man es übersehen hat, warum setzt man sich nicht telefonisch mit uns in Verbindung, um dieses Schriftstück anzufordern? Lange Rede, kurzer Sinn, wir versenden den Koffer erneut und erhalten ihn dann endlich auch repariert zurück.

Ein Fazit folgt noch in Kürze.
Gruß Chrissie
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*Chrissie

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #42 am: 25.08.2018, 14:12 Uhr »
Fazit:
Uganda war für uns eine völlig andere Erfahrung als das südliche Afrika:
in Uganda ist die Infrastruktur bei weitem nicht so ausgebaut wie zB in Südafrika, aber gerade das hat dazu beigetragen, dass es für uns sehr reizvoll war. Mindestens genauso interessant empfanden wir, dass wir mehr Einblicke in den Alltag der Einheimischen bekommen haben, denn bei unseren Reisen im südlichen Afrika übernachten wir hauptsächlich innerhalb der NPs.

Gut gefallen hat uns, dass wir bei Touren allein mit einem Guide (Ausnahme war natürlich das Gorillatracking) unterwegs waren, so dass meist gut auf unsere Fragen etc eingegangen werden konnte.

Uns war im Vorfeld klar, dass diesmal der Fokus weniger auf Tierbeobachtung sondern mehr auf Land und Leute liegen würde, deshalb hatten wir in dieser Hinsicht keine hohen Erwartungen. Allerdings konnte uns der QENP (bis auf die Bootsfahrt) im Gegensatz zum MFNP nicht überzeugen. Tierisches Highlight war – wohl nicht überraschend- für uns das Gorillatracking, aber auch die Begegnung mit dem Schuhschnabel in seiner natürlichen Umgebung hat uns sehr beeindruckt.

Die nicht so schöne Unterkunft am Lake Bunyonyi oder der sehr ausbaufähige Servicegedanke in der Pakuba Safari Lodge hat unsere Urlaubsfreude nicht getrübt und auch im Rückblick bleibt deswegen kein negativer Beigeschmack.

Warum wir dennoch - zumindest nicht in absehbarer Zeit- noch einmal nach Uganda fahren?
An erster Stelle steht für uns das Preis-Leistungs-Verhältnis. Im südlichen Afrika bekommt man für bedeutend weniger Geld den gleichen oder besseren Standard bei den Unterkünften, auch ist der Servicegedanke in der Regel besser ausgeprägt. Dazu sind auch die Eintrittspreise für die Nationalparks happig.

Hinzu kommt etwas äußerst ungewöhnliches für mich: mich reizt so gut wie keine Gegend mehr in Uganda, wo ich unbedingt hin möchte. Ausnahme ist vielleicht der Kidepo Valley NP, aber abgesehen von den bereits erwähnten Gründen, die uns von einer weiteren Ugandareise absehen lassen, kommt hier hinzu, dass er sehr abgelegen liegt und somit eine nicht ganz so einfache Anreise vermuten lässt, was meinen Wunsch dann wieder im Keim erstickt.

Somit wurde meine Erwartung, die ich im Vorfeld der Reise hatte, erfüllt:
uns hat es gefallen und wir bereuen es nicht im Geringsten, nach Uganda gefahren zu sein, aber eine zweite Reise kommt vorerst nicht in Betracht.
Bis zum nächsten Mal  :winke:

 
Gruß Chrissie
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*partybombe

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« Antwort #43 am: 25.08.2018, 16:49 Uhr »
 :dankeschoen:

*Marthe

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Antw:Jahreswechsel 2017/18 in Uganda: green, dusty and busy
« Antwort #44 am: 31.08.2018, 23:31 Uhr »
Als stille Mitleserin möchte ich mich auch herzlich für den interessanten RB bedanken.

LG
Marthe