4 Wochen Südstaaten mit Swamps, Plantagen und Musik im Frühjahr 2018

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*vanbasten

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Hallo liebes Forum,

habt ihr Lust auf eine vierwöchige Rundreise durch den tiefen Süden der USA? In eine Gegend, die glaube ich nicht so sehr oft bereist bzw. vielleicht auch etwas unterschätzt wird. Zumindest hatte ich bei der Recherche zur Route und unseren Reisezielen relativ wenige Reiseberichte hier im Forum gefunden. Meine Frau und ich haben uns mit der Reise einen langgehegten Traum erfüllt und (Achtung Wortspiel…  :winke:) neben interessanten Städten auch Stätten besucht, wo Musikgeschichte geschrieben wurde. Für uns neu auf dieser Reise war unter anderem die Auswahl von „alternativen“ Übernachtungsgelegenheiten, sowie Aufenthalte von mehr als einer oder zwei Übernachtungen an einem Ort, die wir dann unter anderem mit Hikes durch eine für uns unbekannte Natur und Wildlife füllten. Aber dazu später mehr. Wir waren unterwegs vom 23. Februar bis 24. März 2018.
Also, wer möchte uns auf unserer Spurensuche einiger unserer musikalischen Helden begleiten? Viele Fotos garantiert! Vielleicht wird es teilweise etwas zu detailliert für nicht ganz so musikinteressierte Leser, dann könnt ihr mich ruhig einbremsen.

Noch eine kleine Erklärung: ich habe versucht, in den Reisebericht von jeder Übernachtung ein Foto zu machen mit einer persönlichen, subjektiven Bewertung von der Unterkunft. Die Bewertung geht von 1* bis 4* und schliesst Sauberkeit, bequemes Bett, Lage, Qualität Frühstück (falls vorhanden), Freundlichkeit und Gesamteindruck ein. Es handelt sich um unseren persönlichen Eindruck und kann anderen vielleicht ein bisschen als Entscheidungskriterium für weitere Besuche dienen. Die Unterkünfte wurden von uns alle vorab recherchiert und gebucht. Alles in allem hatten wir damit ein gutes Händchen.

Genug der Vorrede, sucht euch ein Plätzchen im Reisemobil, schnallt euch an und los geht‘s!

*partybombe

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Bin dabei! 👍

*Simone_JJ

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Kann los gehen!  :wink:

Wir haben uns kurz vor Abflug gegen Deep South 2.0 und für den Bandscheibenvorfall entschieden und da aufgeschoben nicht aufgehoben ist, freue ich mich sehr auf Anregungen und eure Fotos!  :gitarre:

*gecko1a

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Bin auch dabei, vor allem um zu sehen, was wir in unseren beiden Urlauben nicht gesehen haben :-)

*vanbasten

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Bin dabei! 👍

Hallo partybombe, schön dass du dabei bist  :D

*vanbasten

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Kann los gehen!  :wink:

Wir haben uns kurz vor Abflug gegen Deep South 2.0 und für den Bandscheibenvorfall entschieden und da aufgeschoben nicht aufgehoben ist, freue ich mich sehr auf Anregungen und eure Fotos!  :gitarre:

Hi Simone, den Badscheibenvorfall hat es wohl nicht gebraucht  :( Aber du hast die richtige Einstellung, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Vielleicht kann ich die Vorfreude auf eine hoffentlich baldige Nachholung erhöhen.

Bin auch dabei, vor allem um zu sehen, was wir in unseren beiden Urlauben nicht gesehen haben :-)

Hallo gecko, willkommen auf unserer Tour. Bin selbst gespannt ob wir Orte besucht haben, die ihr nicht gesehen habt. Die Route folgt gleich!

*vanbasten

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Freitag, 23.02.2018


Heute war mein letzter Arbeitstag vor den 4-wöchigen Ferien und dementsprechend vollgestopft und stressig war er dann auch. Aber zu spät durfte ich heute nicht zu Hause sein, denn wir mussten noch 3 Stunden nach Eschborn fahren. Irgendwie habe ich es dann hinbekommen -zu Mittag nur ein schnelles Sandwich- so dass ich einigermassen zeitig zu Hause war und wir uns um 18 Uhr schliesslich auf den Weg in Richtung Eschborn machten.

Wir, das sind meine Frau Birgit und ich, hatten schon lange den Traum nach drei USA-Urlauben in anderen Regionen endlich auch den Deep ol‘ South kennenzulernen. Okay, einen kurzen Abstecher in den Südosten hatten wir bei unserem ersten USA-Urlaub 2012 schon unternommen (Reisebericht auch hier im Forum). Wir sind beide Musik-Liebhaber und Konzertgänger und wollten gerne mehr von der Wiege von Blues, Jazz und Rock & Roll erfahren. Dementsprechend wurde nach etwa einem Jahr Planung die Reise zusammengestellt, die schliesslich so aussieht:

Tag 1: ATLANTA (GA)
Tag 2: BIRMINGHAM (AL)
Tag 3+4: NASHVILLE (TN)
Tag 5+6: MEMPHIS (TN)
Tag 7: CLARKSDALE (MS)
Tag 8: VICKSBURG (MS)
Tag 9+10: NATCHEZ (MS)
Tag 11: LAFAYETTE (LA)
Tag 12: HOUMA (LA)
Tag 13+14: NEW ORLEANS (LA)
Tag 15: ORANGE BEACH (AL)
Tag 16-18: PORT ST. JOE (FL)
Tag 19: TALLAHASSEE (FL)
Tag 20+21: STEPHEN FOSTER SP (GA)
Tag 22: BRUNSWICK (GA)
Tag 23: ST. AUGUSTINE (FL)
Tag 24+25+26: SARASOTA (FL)
Tag 27+28: ORLANDO (FL)



Da unser Flug morgen schon um 10:30 Uhr in Frankfurt starten sollte, habe ich uns relativ kurzfristig und zum Schnäppchenpreis noch ein Hotelzimmer in Eschborn für den Vorabend reserviert. In der Nähe hatte ich nämlich auch schon einen Tiefgaragenplatz für unser Auto gebucht mit Shuttle-Transfer von dort zum Abflugterminal.

Um 9 Uhr abends sind wir dann im Hotel angekommen, wo wir gleich freundlich in englischer Sprache begrüsst wurden. Nein, wir haben uns nicht direkt nach Atlanta beamen lassen, sondern das Konzept dieser Hotelkette sieht anscheinend vor, dass dort vorwiegend internationales Personal beschäftigt wird. Ein weiteres Detail des Konzeptes ist, dass dem geneigten Gast beim Check-in der (kostenlose) "Drink des Tages" angeboten wird, den wir natürlich dankend angenommen haben. Leicht beschwips hat für uns der Urlaub dann endgültig begonnen.

Unterkunft:   MOXY Eschborn (D)
Preis:   48 Eur ohne Frühstück
Bewertung:   *** / moderner, jugendlicher Stil, etwas kleines Bad

Sorry, Hotel- bzw. Zimmerfotos gibt es erst in U.S. Komischerweise habe ich von diesem Zimmer kein Foto geschossen.

*partybombe

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Moxy unter 75 € - guter Preis, unter 50 € - Superpreis!

*vanbasten

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Moxy unter 75 € - guter Preis, unter 50 € - Superpreis!

Dachten wir auch, das Zimmer war echt super. Können wir jedenfalls weiter empfehlen.

*vanbasten

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Samstag, 24.02.2018

Heute Morgen sind wir pünktlich um 7 Uhr an der Parkgarage angekommen. Zuerst dachten wir, dass wir an dieser Adresse falsch sind, denn die Adresse lag mitten in einer Wohnanlage. Aber wir fanden dort eine Tiefgaragen-Einfahrt und dann sahen wir auch das entsprechende Schild und das Anmeldebüro. Nur war dort niemand anzutreffen. Daraufhin haben wir die angegebene Nummer angerufen und erfahren, dass der Fahrer noch unterwegs sei. Mit 20 min Verspätung ging es aber los zum Flughafen, direkt zum Abflugterminal. Die Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle und die Fragen zum Zweck und Aufenthalt unsere Reise verliefen auch alle reibungslos, so dass wir rechtzeitig am Abflugschalter eintrafen. Das Ganze war, wie erhofft, mit dieser zusätzlichen Übernachtung deutlich angenehmer als wenn wir quasi mitten in der Nacht von zu Hause losgefahren wären. Die Wartezeit bis zum Boarding haben wir dann verkürzt mit einem Frühstück bei McD.

Boarding und Abflug waren dann sehr pünktlich, obwohl mit uns eine grosse Gruppe amerikanischer Teenager (Musiker oder Blaskapelle auf Europatour) einstiegen, die eine gefühlte Ewigkeit brauchten bis geklärt war, wer denn neben wem sitzen darf, muss oder soll. Der Flug mit Lufthansa verlief dann relativ ereignislos, die Mahlzeiten waren gewohnt mittelmässig (aber noch essbar) und wir lenkten uns ab mit neuwertigen Filmen aus der Bordbibliothek.

Nach der pünktlichen Landung in Atlanta standen wir nach 2012 zum zweiten Mal in der riesigen Ankunftshalle mit viiielen anderen Einreisewilligen und bedienten einen dieser Pass-Registrier-Automaten. Diese Prozedur (dank noch gültigem ESTA und Reisepass) und die beim Immigration Officer ist mittlerweile schon fast Routine für uns. Das Wetter in ATL war warm (25°C) und sonnig als wir den bereitstehenden Shuttle Bus zur Mietwagenstation nahmen. Der Bus war bestimmt 15 Minuten auf dem Flughafengelände unterwegs bis wir endlich dort ankamen.

Ich hatte zum ersten Mal bei AVIS gebucht und zwar eine Fullsize Kategorie. Schliesslich wurde uns ein roter Jeep Patriot ausgehändigt, obwohl ich eher mit einer Limousine rechnete. Aber so hatten wir ordentlich Kofferraum für unser Gepäck zur Verfügung. Vielleicht lag es daran, dass wir eine Einwegmiete hatten? Die Fahrt nach Midtown zu unserem Hotel ging flott, obwohl der Feierabendverkehr so langsam schon einsetzte. Wir haben eine Nacht im Indigo übernachtet, gefrühstückt haben wir aber nicht. Es ist ein schönes altes Hotel gegenüber vom berühmten FOX Theater und dem noblen Georgian Terrace gleich daneben. Unser Zimmer hatte zwei grosse Doppelbetten und war zweckmässig eingerichtet, es gab auch einen Schreibtisch und eine kleine Kaffeemaschine und Tee. Das Bad war aber sehr klein, die ebenerdige Dusche und der Rest vom Bad waren etwa gleich gross. Insgesamt können wir das Hotel aber weiterempfehlen.





Im Fox wurde heute Abend das Musical RENT gespielt und wir hatten uns offen gehalten spontan noch Karten an der Abendkasse zu erstehen, auch weil ich viel über das einzigartige Theater im maurischen Stil gelesen hatte wo Prince ja sein allerletztes Konzert gab.
Zuerst hatten wir aber Hunger und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant in der Umgebung. Der erste Anlauf im Public Draft House scheiterte wegen Überfüllung und auch im Varsity (ein Kult-Burgerladen) war zu viel Andrang für unseren Geschmack. Schliesslich landeten wir bei Subway, soll ja auch noch steigerungsfähig sein.  :wink:

Danach gingen wir zum FOX um die Lage am Abendschalter zu checken, aber es war Samstagabend und die Leute gingen hier in Abendgarderobe ins Musical. Wir entschieden darum noch einen Drink zu nehmen und unseren Urlaub entspannt im Hotel in casual zu beginnen.

Unterkunft   Indigo Atlanta Midtown (GA)
Preis               114 Eur ohne Frühstück
Bewertung   *** / schönes altes Hotel gegenüber vom berühmten FOX Theater, zwei grosse Doppelbetten, kleines Bad = ebenerdige Dusche und Rest vom Bad waren etwa gleich gross



*mrh400

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Hi,
ich steige auch noch zu; Fox Theater hatten wir mit einer Führung besichtigt.
Gruß
mrh400

*vanbasten

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Hi,
ich steige auch noch zu; Fox Theater hatten wir mit einer Führung besichtigt.

Welcome on board! Cool, eine Führung hätte mich auch interessiert. Leider waren wir erst gegen Abend dort und die Führungen sind glaube ich schon nachmittags. Hat es sich denn gelohnt?

*vanbasten

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Sonntag, 25.02.2018

Beim Aufwachen dachte ich es regnet draussen, war aber wohl nur irgendein Rauschen aus einer Klimaanlage vom Hotel in der Nachbarschaft. Was nicht ist, kann aber noch werden  :( Kaum hatten wir uns gerichtet und alles zusammengepackt, fing es tatsächlich an zu regnen. Zum Glück war das Parkhaus nur wenige Meter vom Hintereingang entfernt. Es hatte im Vergleich zu gestern merklich abgekühlt (16°) und es gab leichten Nieselregen den ganzen Tag.

Auf dem Weg nach Alabama fanden wir am Stadtrand von Atlanta einen IHOP, wo wir frühstückten. Zu IHOP muss ich sagen, dass ich dazu schon verschiedenes im Forum gelesen habe, aber die meisten Meinungen waren recht positiv. Und ich muss sagen, sie hatten Recht! Uns hat das Frühstück auch super geschmeckt, sogar eine Idee besser als ich es von Denny‘s in Erinnerung hatte.

Die Fahrt bis Birmingham war eigentlich ereignislos aber das USA-Fieber stieg so langsam aber sicher in uns hoch. Es war wieder mal ein wenig wie „Heimkommen“, irgendwie so angenehm vertraut alles. Da wir schon um die Mittagszeit in Birmingham eintrafen, fuhren wir als erstes zu dem von mir vorab recherchierten Parkhaus direkt ums Eck vom Hotel wo wir für $3 für 24h parkten. Das Parkhaus war völlig leer (es war ja auch Sonntag) und die drei Dollarnoten schob man in einen schmalen Schlitz mit der Parkplatznummer auf einem Kasten. Na, wir waren gespannt ob der Wagen morgen noch dasteht.  :o Für die Suche nach Parkmöglichkeiten, alternativ zu den (meist teuren und mit oft obligatorischem Valet Parking) Hotelparkplätzen in den Städten, hat sich für uns übrigens die App „Parkopedia“ als sehr nützlich erwiesen.

Zu Fuss liefen wir dann bei Nieselregen durch die Strassen zum Kelly Ingram Park, wo eine Statue von M.L. King und andere Skulturen zur Bürgerrechtsbewegung stehen.





Birmingham war nämlich in den 60er Jahren ein Zentrum die Rassenkonflikte wo auch der Ku-Klux-Klan einige Bombenattentate ausführte. An diese Zeit erinnert hier an dieser Strassenecke vor dem Park der Civil Rights District mit der damals für zahlreiche Versammlungen bekannten 16th Street Baptist Church sowie dem Museum Civil Rights Institute direkt gegenüber. Wir sind dann auch gleich ins Museum, da der Nieselregen nicht wirklich nachliess. Zu Beginn wurde ein informativer Einführungsfilm zu dieser schwierigen Zeit gezeigt. Das Museum war sehr interessant und gut aufgemacht mit Artifakten wie der Greyhound Bus in den ein Molotow-Cocktail geworfen wurde, weil eine schwarze Frau sich weigerte auszusteigen.



Für uns war es bedrückend die Repressalien, denen die schwarze Bevölkerung bis dahin ausgesetzt war, so „hautnah“ zu sehen. Nach dem Museum liefen wir durch das ehemalige Viertel der Schwarzen, immer noch mit kleinen Geschäften, wie z.B. einen Barber Shop. Das Viertel sieht für uns irgendwie noch aus wie in den 60ern, viele Häuser sind leider heruntergekommen, aber alte Neon-Werbeschilder und der alte Stil erinnern an die 50er / 60er Jahre.



Mittlerweile war die Zeit doch fortgeschritten und wir liefen zuerst zum Auto und dann ins Hotel. Das The Tutwiler -gebaut 1904- liegt im Zentrum und hat noch sehr viel Stil. Besonders von aussen sieht es sehr beeindruckend aus, zumal es kürzlich renoviert wurde.





Nach dem Ausruhen auf dem Zimmer gingen wir zum Abendessen in die Sportsbar im Hotel. Das Essen war okay, ich hatte Wings mit Barbecue Sauce und guten Fries mit Sour Cream.

Unsere Route heute:


Unterkunft   The Tutwiler (Hampton Inn) Downtown Birmingham (AL)
Preis           $148 inkl. Frühstück
Bewertung   *** / grosses King Bett, grosses Bad, Kaffeemaschine leckte





*Simone_JJ

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Schade, dass die Südstaaten euch mit so schlechtem Wetter begrüßt haben. Bin gespannt auf die nächsten Tage.  :dafuer:

*partybombe

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Das war aber ein schlechter Wetterstart