4 Wochen Südstaaten mit Swamps, Plantagen und Musik im Frühjahr 2018

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*vanbasten

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Dienstag, 06.03.2018

Heute Morgen hatte es zum Glück wieder strahlenden Sonnenschein. Wir frühstückten heute gemeinsam mit einem amerikanischen Rentnerpaar und einem französischen Paar und es war wieder selbst gemacht mit Rührei, Brötchen und Obst. Das französische Paar wollte nur Toastbrot mit Butter frühstücken und beteiligten sich nur wenig an der Unterhaltung, wobei offenbar nur sie etwas Englisch sprach. Als wir gepackt hatten gab es einen wirklich netten Abschied von Christine, als ob wir uns schon lange kannten. Es war ein sehr schöner Aufenthalt hier, wir haben uns hier fast gefühlt wie zu Hause.

Die erste Fahrt führte uns heute zur Frogmore Plantation wo seit Beginn des 19. Jh viele Jahre Baumwolle angebaut wurde. Dort stehen noch einige Originalgebäude und Einrichtungen aus dieser Zeit, ein Teil wurde rekonstruiert. Das älteste Haus ist von 1790. Auch hier wurden wir mit einem Einführungsfilm begrüßt, wir erfuhren viel über den Baumwollanbau, Verarbeitung und die Sklavenbehandlung im speziellen auf dieser Plantage, aber auch allgemein. Zu besichtigen war z.B. eine automatische Baumwollverarbeitungsmaschine aus 1897, die schon mit einer Dampfmaschine angetrieben wurde.







Nach der empfehlenswerten Führung gab es eine Planänderung, nämlich wir nahmen den Weg über Alexandria statt wie geplant über Baton Rouge, da kürzer. In Alexandria liessen wir uns einen Kaffee schmecken und fuhren danach über die I-49 nach Louisiana. Später haben wir dann von der Interstate aus einen schwarzen Bären gesehen, der in einem der vielen Wasserteiche neben der Autobahn getrunken hat. Gegen 17 Uhr kamen wir dann in Lafayette an, wo wir ein Zimmer im B&B in der Mouton Plantage gebucht hatten.





Das Plantagenhaus ist von 1797 und wir bekamen eine kleine Suite im Obergeschoss (ein Upgrade?  :)). Da gerade Happy Hour war, hat man uns Getränke und selbst gemachte Krabbentaschen angeboten. Das war eine sehr nette Geste und wir fühlten uns gleich fast wie bei Freunden zu Hause. Birgit trank einen Hauscocktail mit Bourbon, Gin, Eistee und Minzlikör, eine Spezialität des Hauses. Komisch, sie war danach so lustig drauf - erst recht nach dem Nachschlag  :wink:



Mit dabei war noch ein nettes Ehepaar aus Irland, das jedes Jahr 5 Monate in ihrem Haus in Florida lebt und hier gerade auf einer Rundreise unterwegs war. Wir haben uns noch lange nett unterhalten.

Zum Abendessen waren wir im Randol’s Restaurant, einheimisch Crawfish essen (half/half mit scharfer Sauce und Reis, zudem frittiert mit French Fries) und haben dabei eine Live-Band mit Cajun Musik gehört. Nach dem Essen mischten wir uns auf der Tanzfläche unters Volk und haben uns getraut zu tanzen, obwohl wir Cajun Musik zum ersten Mal hörten.





Unsere Route heute:


Unterkunft   Mouton Plantage B&B, Lafayette (LA)
Preis           147 Eur inkl. Frühstück
Bewertung   **** / zentral gelegen, Zimmer Atchafalaya: Schlafzimmer mit Sekretär, Salon mit offenem Kamin und Badezimmer, gutes Wifi, gutes selbst gemachtes Frühstück






*partybombe

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Eine richtig schöne Unterkunft im Plantagenhaus :dusche:

*Simone_JJ

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Aaaah wir haben auch eine Reservierung auf der Mouton Plantation. ...Wobei ich überlegt habe, das zu stornieren, eine Nacht länger in NoLa zu bleiben und von dort nach Vicksburg durchzurauschen. Wenn ich lese, wieviel Zeit ihr den Mississippi entlang verbracht habt... puuuh UND Jungle Gardens/Tabasco wäre raus...
Na, ich warte mal auf den nächsten Tag.  :hand: :applaus:

*vanbasten

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Aaaah wir haben auch eine Reservierung auf der Mouton Plantation. ...Wobei ich überlegt habe, das zu stornieren, eine Nacht länger in NoLa zu bleiben und von dort nach Vicksburg durchzurauschen. Wenn ich lese, wieviel Zeit ihr den Mississippi entlang verbracht habt... puuuh UND Jungle Gardens/Tabasco wäre raus...
Na, ich warte mal auf den nächsten Tag.  :hand: :applaus:

Also, zwei Nächte in Nola sollten es schon sein. Ansonsten kommt diese Stadt einfach zu kurz. Aber die Gegend entlang dem Mississippi ist auch toll, einfach noch sehr ursprünglich. Natchez hat uns übrigens besser gefallen wie Vicksburg. Warte mal ab, morgen geht es weiter.

*vanbasten

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Mittwoch, 07.03.2018

Heute gab es um 8:30 Uhr gemeinsames Frühstück, diesmal in zwei Zimmern, weil so viele Gäste da waren. Es gab typisches Cajun Frühstück mit Crawfish in pikanter Sauce, etwas Rührei, Brötchen und einen Obstbecher. War wieder lecker und reichhaltig. Kaffee und Orangensaft gab es natürlich auch. Unsere Frühstücksbegleiter waren diesmal das Paar aus Irland, ein Paar aus Seattle (sie ist ursprünglich Holländerin) und ein amerikanisches Paar auf dem Weg nach Natchez zu einer Hochzeit. So lernt man wirklich interessante Leute kennen und fast alle sind sehr kommunikativ.

Unsere Fahrt ging zuerst über New Iberia nach Avery Island zur weltweit einzigen Tabasco Fabrik (wusste ich übrigens vorher nicht). Man kann die gesamte Fabrikation in acht Stationen besichtigen und wenn man möchte noch die Jungle Gardens, die von den Firmeninhabern auf einer Insel angelegt wurde und wo man Wildtiere wie Vögel, Alligatoren, Schildkröten oder Bären beobachten kann. Ausser zwei faulen Alligatoren, vielen Vögel und der allerdings tollen, blühenden Pfanzenwelt war heute jedoch nicht viel zu sehen. Dennoch fanden wir den kombinierten Besuch empfehlenswert.











Vor der Besichtigung der Fabrikgebäude kann man eine Ausstellung der Geschichte vom Familienbetrieb besuchen. Dann machten wir uns an den Rundgang durch die Fabrik, der nicht geführt ist. Dafür werden die einzelnen Fabrikationsstationen mit Schildern erklärt.




Tabasco-Fässer

Im Gebäude, wo der zuvor drei Jahre in Eichenfässern gelagerte Tabasco dann noch 2-3 Wochen gerührt wird, muss man ständig husten vom kratzigen Essig-Geruch, der vor dem Rühren beigemischt wird. Eine ganz spezielle Erfahrung. Man kann von einem Besuchergang aus auch in die Abfüllung sehen. Jetzt noch kurz durch den Tabasco-Shop, weil danach hatten wir uns vorgenommen noch eine Swamp Tour zu machen. Um es vorweg zu nehmen, es sollte irgendwie noch nicht sein.


Rührbehälter mit Tabasco


Abfüllbereich

Nach der Besichtigung fuhren wir weiter auf der US-90 zuerst bis Franklin auch durch die historische Main Street, wo sehr schöne Häuser stehen. Die Dichte der prächtigen (alte und neuere) Häuser setzt sich nach Franklin fort. Wir fuhren weiter bis Morgan City wo in unserem Reiseführer die Swamp Gardens angepriesen wurden. Als wir dort ankamen, fanden wir dort nur einen kleinen Park mit Zypressen vor und über dem Eingang stand Welcome at Swamp Gardens. Das kann doch nicht alles sein?

Wir fanden nichts weiter, also auf zum Visitor Center nach Houma und sich nach einer richtigen Swamp-Tour erkundigen. Dort erzählte uns die freundliche Mitarbeiterin nach einem kurzen Telefonat mit zwei Tour-Veranstaltern, dass die Touren alle schon kurz nach Mittag beginnen weil die Alligatoren vor allem bei Wärme herauskommen. Nun war es schon halb zwei und morgen ist uns das zu spät. Okay, dann wenigstens mit dem Auto auf Empfehlung in die Swamps fahren nach Cocodrie wo es auch einen Aussichtsturm geben soll. Was die Dame nicht bedachte ist, dass wir aufgrund der Strecke erst nach 16 Uhr ankommen werden und der Turm bereits um 4pm geschlossen wird. So fiel das auch flach und wir fuhren wir dann direkt zu unserer heutigen Unterkunft.

Für heute Nacht hatte ich bei Wildlife Gardens in der Nähe von Houma eine Cabin inmitten der Swamps reserviert. Als wir dort ankamen war am Office eine Nachricht hinterlegt mit einer handgemalten Karte wo wir unsere Cabin finden. Unsere Cabin war dann eine einfache Holzhütte direkt am Wasser, gerade Platz für ein Doppelbett und ein kleines Badezimmer. Davor gab es eine eingehauste Veranda mit Tisch. Sehr einfach und ohne Internet, was für ein Kontrast zu den letzten Übernachtungen!


unsere Swamp-Hütte im Hintergrund




mitten in den Swamps

Nach dem Einrichten sind wir den kurzen Hike abgelaufen und entdeckten im „Urwald“ doch tatsächlich drei Alligatoren (zum Glück hinter einem Zaun) und mehreren Pfauen, darunter ein weisser. Das war Wildnis pur, auf diese Übernachtung bin ich mal gespannt, wenn es ganz dunkel ist.


Mini-Trail


unsere Nachbarn







Zum Abendessen fuhren wir wieder zurück nach Houma, denn wir wollten bei Texas Roadhouse essen, mal wieder eine Abwechslung zur scharfen Cajun Küche. Dort standen die Leute vor der Türe aber dermaßen Schlange am mittlerweile empfindlich kühlen Abend, so dass wir uns entschieden gegenüber der Strasse ins Outback Steakhouse zu gehen (unsere Premiere). Leider haben wir es schnell bereut, denn die Qualität war unterirdisch dort: beide Steaks tot gebraten und trocken, Mashed und Filled Potatoes waren kalt, lediglich der Cesars Salat war gut.

Zurück an der Cabin war es bereits stockdunkel und der Weg vom Auto durch die spärlich beleuchtete Wildnis zur Cabin war schon etwas unheimlich. Ich setzte mich dann noch eine halbe Stunde auf die Veranda und hörte den diversen Tierlauten in der Umgebung zu, die Pfauenrufe übertönten aber alles. Mitten in der Nacht sind wir einmal aufgewacht, weil irgendein Tier auf unserem Dach lief. Den Geräuschen nach zu urteilen kann das kein kleines Tier gewesen sein.

Unsere Route heute:



Unterkunft    Wildlife Gardens B&B, Houma (LA)
Preis            $120 inkl. Frühstück
Bewertung   *** / mitten in der Wildnis, einfach eingerichtet, ohne Wifi, gutes selbst gemachtes Frühstück, sehr nette Betreiber





*partybombe

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Die Hütte sieht wirklich, wie eine Hütte - also sehr einfach - aus

*vanbasten

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Donnerstag, 08.03.2018

Heute früh um 8.30 Uhr waren wir zum Frühstück bei Betty und Vernon im Frühstücksraum geladen. Zuvor liefen wir noch mal den kleinen Umweg zu den Alligatoren und fanden aber nur einen im Wasser, nur die Augen schauten raus. Es gab Rührei, Hashbrowns und Waffeln zu essen und Betty und später auch Vernon frühstückten mit uns zusammen. Sie hatten viel zu erzählen über ihr Grundstück und den Swamps, von ihrem verstorbenen ersten Mann, der das Ganze hier aufbaute und über die verschiedenen Tiere, die hier leben. Es war eine sehr herzliche Atmosphäre und wir glauben, die beiden hatten uns irgendwie gleich ins Herz geschlossen. Danach hat Betty uns noch draussen alles gezeigt, unter anderem den Star: eine seltene Alligatorschildkröte. Jedes Jahr ziehen die beiden ein Exemplar hier auf und entlassen es dann wieder in die Freiheit. Die nette Führung ging weiter bis wir versuchten freundlich darauf hinzuweisen, dass wir noch weitere Pläne für den Tag hatten. Somit checkten wir aus und verabschiedeten uns herzlich von den beiden.

Wir fuhren dann direkt durch zur bekannten Oak Alley Plantation. Dort machten wir aber nur einen kurzen Fotostopp am Arealzaun und machten Bilder vom schönen Haupthaus bzw. vor allem von der eindrucksvollen Eichen Allee.




Oak Alley Plantation

Dann fuhren wir zur Laura Plantation ganz in der Nähe, die wir besichtigten. Die Geschichte dieser Plantage ist ganz besonders, denn die namensgebende spätere Besitzerin wurde 1861 auf der Plantage geboren und starb erst 1963 mit fast 102 Jahren. Laura hat ihre Geschichte in einem bekannten Buch niedergeschrieben.



Die Zuckerrohr-Plantage wurde übrigens bis 1977 betrieben. Auch sonst erwarteten uns viele interessante Geschichten rund um diese Plantage, die in grossen Teilen noch im Originalzustand von 1805 und später besteht.


Laura Plantation













Danach haben wir noch jeweils einen Fotostopp bei der Destrehan Plantation und der Ormond Plantation gemacht, bevor wir zum French Quarter nach New Orleans fuhren zu unserer heutigen Unterkunft.




Destrehan Plantation

Das Hotel hat zum Glück einen eigenen, geschlossenen Parkplatz, denn das Parken im French Quarter ist schwierig. Beim Check-in bekamen wir netterweise ein Upgrade und das Zimmer hat uns fast umgehauen. Es handelte sich um eine Suite (übrigens direkt neben der „Paul Mc Cartney Suite“) mit einem Wohnzimmer mit Mikrowelle und Fernseher und einem grossen Schlafzimmer, auch mit Fernseher und Bad. Und einem Balkon zum Innenhof mit Pool.


Hotel


Hotelpool


Häuser gegenüber vom Hotel

Im Internet haben wir uns dann erst einmal Karten für eine Fahrt auf dem Mississippi Dampfer „Natchez“ für morgen Mittag 11.30 Uhr gebucht.

Das Hotel liegt ruhig, aber doch zentral am Rande vom French Quarter und nur zwei Querstrassen vom B.B. King Blues Club entfernt, wo wir heute zu Abend assen und wieder sehr gute Blues Musik hörten.



Nach dem Besuch dort liefen wir noch eine grosse Runde über die Bourbon Street, wo ganz schön was los war.

Unsere Route heute:



Unterkunft   Hotel Le Richelieu, New Orleans (LA)
Preis          $378 für zwei Übernachtungen ohne Frühstück
Bewertung   **** / Upgrade zur Suite, fast schon luxuriös, sehr viel Charme, kostenloses aber mittelmässiges Wifi, Frühstück nicht inbegriffen





*partybombe

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Die Oak Alley Plantation ist wirklich sehr beeindruckend

*vanbasten

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Die Oak Alley Plantation ist wirklich sehr beeindruckend

Oh ja, die mächtige Eichenallee am meisten. Besser hat mir bisher nur noch die Eichenallee in der Boone Hall Plantation gefallen: wirkt länger und ursprünglicher, wie ich finde.

*vanbasten

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Freitag, 09.03.2018

Da im Hotel kein Frühstück inbegriffen war, suchten wir uns eine passende Location aus und fanden sie ein paar Querstrassen weiter im Stadtteil Marigny. Das Cake Cafe war ein Volltreffer, gemütliches ungezwungenes Cafe mit top Essen. Wir hatten Rührei mit Bacon und ein total leckeres Beignet sowie French Toast, der ebenfalls traumhaft war mit Sirup und Pekannüssen. Eigentlich hatten wir uns zu viel bestellt.

Nach dem gelungenen Frühstück liefen wir pappsatt bei blendendem Wetter durch die Strassen und schauten uns die netten Häuser an. NOLA entwickelt sich hier zu unserer Lieblingsstadt, vielleicht zusammen mit Charleston in SC. Über die Frenchmen Street, wo um diese Zeit schon aus einigen Lokalen Livemusik erschallte, liefen wir zum French Market und bummelten durch die Stände und Geschäfte.




Wandbild







Um 11 Uhr sollten wir dann am Ableger vom Mississippi Dampfer Natchez sein, da wir ja am Vorabend uns kurzfristig Tickets für eine 2-stündige Rundfahrt auf dem Mississippi buchten. Wir waren erst nach 10 nach 11 dort, schnell den Voucher am Schalter eingelöst und ab auf’s Schiff.





Es war auf Deck zum Glück nicht so voll, vielleicht lag es daran, dass einige den Lunch mitbestellt hatten. Das Wetter war wie gesagt top und mit etwas Verspätung ging es dann los. Und es hat sich vollkommen gelohnt, die Fahrt war kurzweilig, eine Dixie Band spielte im Salon auf (wurde auch auf Deck über Lautsprecher übertragen) und zeitweise erzählte ein Sprecher etwas zum Schiff, zu dem was man gerade am Mississippi sah oder zur Geschichte des Mississippi. Der Pegelstand ist zurzeit übrigens sehr, sehr hoch, wohl nur noch 2 Fuß bis zum Scheitelpunkt. Die Natchez ist übrigens neben einem weiteren Schiff in St. Louis das einzige dampfbetriebene Schiff in den USA. Den Maschinenraum konnte man auch besichtigen, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte.




NOLA vom Mississippi


die Creole Queen schippert nebenher


Dampfmaschine


Anfahrt zum Hafen



Etwas vor der geplanten Zeit waren wir dann wieder zurück am Hafen. Als nächstes wollten wir uns den Lafayette Cemetery No. 1 im Garden District ansehen. Das war auch eine gute Gelegenheit für eine Fahrt auf einem Street Car mit den historischen Tramwagen. Die Fahrt erinnerte uns an die mit der Cable Car in San Francisco. Wir mussten eine ganze Zeit an der Haltestelle warten, dann kamen 3 Wagen nacheinander. Die Fahrt selbst dauerte und dauerte, hier scheint einfach alles etwas ruhiger zu gehen.





Der Friedhof war dann schnell gefunden und er hatte einen ganz besonderen Reiz, da es nur Grabmale statt Gräber gab, denn aufgrund des hohen Grundwasserspiegels werden die Toten nur oberirdisch beigesetzt. Die Stimmung zwischen den Grabmalen hat förmlich zum Fotografieren inspiriert.











Eigentlich wollten wir noch durch den Garden District streifen aber die Zeit war schon fortgeschritten, daher fuhren wir wieder mit der Trambahn zurück zur Canal Street. Von dort liefen wir über die Bourbon Street, wo bereits nachmittags wieder der Bär steppte.




Bourbon Street



Wir dazwischen durch den Rummel und auf zum Louis Armstrong Park, wo uns eine angenehm ruhige Stimmung erwartete. Wir schlenderten zur Statue des berühmten Jazz Musikers, es gab auch eine von Mahalia Jackson.


Louis Armstrong

Ganz in der Nähe vom Park steht auch das Haus, das einmal das berühmte (aber bei uns wenig bekannte) J&B-Studio beherbergte, wo Grössen wie Louis Armstrong, Fats Domino, Little Richard und mehr ihre Platten einspielten. Besichtigen kann man hier nichts, denn es ist heute ein Waschstudio eingerichtet.





Nach einem guten Kaffee im Royal Cafe ging es zunächst einmal zurück ins Hotel um ein wenig zu relaxen. Das Hotel liegt wirklich ideal, denn zur Bourbon Street und dem Rest vom French Quarter ist es nicht weit und sowohl zur Frenchmen Street als auch zur French Market ist es auch nur ein Katzensprung.

Zum Essen liefen wir eine Stunde später zum Crescent City Brewhouse. Unterwegs begegneten wir noch einem musikalischen Strassenumzug. Im Brewhouse verriet der Blick in die Karte einigermassen saftige Preise. Ich hatte ein hier selbst gebrautes „Weiss Beer“ und Roasted Duck mit Grünkohl und einem Semmelknödel, alles sehr lecker und gut zubereitet. Wir können das Lokal empfehlen, obwohl nicht ganz preiswert.

Später schauten wir uns das Treiben auf der Bourbon Street an, aber eher aus „sicherer“ Entfernung, denn zum Musik hören gingen wir später in die Frenchmen Street und zwar in den Spotted Cat Club, wo wir eine Blues-Combo mit Waschbrett, Mundharmonika und Steelguitar hörten. War einfach wieder grossartige, handgemachte Musik.



Draussen auf der Strassenkreuzung hörten wir beim rausgehen einer Brass-Kapelle bei ihrem Strassenkonzert zu, aber nicht nur wir, denn es entwickelte sich solch ein Massenauflauf, dass der Strassenverkehr fast zum Erliegen kam. Das scheint hier ganz normal zu sein, nicht einmal die anwesende Polizei griff ein. Die Gegend um die Frenchmen gefiel uns weitaus besser als auf der Bourbon, die wohl eher die junge Kundschaft und mehr Remmidemmi anzieht.

Ein erneut toller und ereignisreicher Tag ging leider schon wieder zu Ende und morgen geht es bereits weiter in Richtung Panhandle. Diese Stadt hat uns so gut gefallen, wir wären gerne noch länger geblieben.

Unterkunft wie 08.03.

*partybombe

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Ist halt eine Musikstadt

*Simone_JJ

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Diese Stadt hat uns so gut gefallen, wir wären gerne noch länger geblieben.
Das Gefühl hatten wir nach dem ersten Besuch auch! Da waren wir auch nur zwei Nächte in NoLa. Zu wenig! Daher jetzt die Überlegung, 3 Nächte zu bleiben - trotz knapper Zeit.
Bei Deinen Fotos hab ich quasi schon den Geschmack vom frischen Beignet auf der Zunge. Danke!

*vanbasten

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Diese Stadt hat uns so gut gefallen, wir wären gerne noch länger geblieben.
Das Gefühl hatten wir nach dem ersten Besuch auch! Da waren wir auch nur zwei Nächte in NoLa. Zu wenig! Daher jetzt die Überlegung, 3 Nächte zu bleiben - trotz knapper Zeit.
Bei Deinen Fotos hab ich quasi schon den Geschmack vom frischen Beignet auf der Zunge. Danke!

Ja, da ist guter Rat teuer  :wink: Insgesamt mehr Zeit vorsehen für diese Ecke oder nur mehr Zeit für NoLa auf Kosten vom Mississippi oder ....

*vanbasten

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Bevor der RB in die nächste Runde geht, wünsche ich allen Mitlesern einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr  :prost:

Samstag, 10.03.2018

Heute Morgen waren wir um halb 8 wach und machten uns fertig zur Weiterreise nach Orange Beach in Alabama. Ich wollte unbedingt über den Lake Pontchartrain auf der (zumindest nach seiner Fertigstellung) längsten Brücke der Welt fahren, obwohl das ein Umweg war. Wir fuhren aber zuerst mal zu einem Starbucks im Norden von New Orleans und holten uns etwas zum Frühstück. Kurz danach fing es an zu regnen und das hielt an, solange wir auf der Brücke fuhren. Die Brücke ist 24 Meilen lang und verläuft geradewegs über diesen grossen See.

Auf dem Weg nach Osten hatte es wieder aufgehört zur regnen und die Interstate 10 war ungewohnt voll, aber es lief trotzdem problemlos bis Dauphin Island. Die Fahrt dorthin war toll, man fährt über eine grosse, steile Brücke und durch ein Gebiet mit schönen Ferienhäusern und Resorts. Hier war es angenehm warm und die Sonne schien wieder wie es sich am Meer gehört. Von Dauphin Island wollten wir mit der Autofähre nach Fort Morgan übersetzen, aber die Nächste fuhr erst in einer Stunde. Genug Zeit also um uns noch ein wenig umzusehen. Draußen auf dem Meer sah man eine ganze Menge Ölbohrinseln und an der Wartezone gab es einen Kiosk wo wir super leckere Milchshakes bekamen. Schließlich ging es pünktlich los.









Während der Überfahrt begleiteten uns ständig Möwen, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass sie etwas abbekommen. Kurz vor dem Zielhafen bzw. Anleger sahen wir auch schon unsere ersten Delfine in diesem Urlaub.


bei Fort Morgan

Von der Besichtigung von Fort Morgan haben wir abgesehen und fuhren stattdessen weiter immer den Küstenhighway entlang bis nach Orange Beach. Da es noch relativ früh war, entschieden wir noch weiter zu fahren bis zum Big Lagoon State Park, der bereits in Florida liegt. Also heute an einem Tag vier Bundesstaaten geschafft, wow!  :o (Louisiana, Mississippi, Alabama, Florida) Nach Zahlung der $6 „Parking Fee“ fuhren wir bis zum Ende des Parks und liefen eine Runde auf dem Trail entlang. Dort gab es auch einen Aussichtsturm. Das Wetter war top. Anschließend liefen wir noch einen zweiten kurzen Trail bis zu einem Observation Point und machten dort ein Happy Birthday Selfie Video für unseren jüngsten Sohn, der zu Hause gleich seinen Geburtstag feiern sollte.





Jetzt war es doch Zeit zum Hotel zu fahren für den Check-in. Das Hotel ist ziemlich neu und liegt in Orange Beach. Es hat eine mediterrane Aufmachung und das Zimmer war riesig, schön erfrischend modern eingerichtet, Wir haben uns dort auf Anhieb wohl gefühlt und so eine große Dusche habe ich in einem Hotel noch nie gesehen. Eine absolute Hotelempfehlung von uns! Essen waren wir heute wieder bei Applebee’s, es war gewohnt super dort.

Unsere Route heute:



Unterkunft   Hotel Indigo Orange Beach (AL)
Preis           107 Eur ohne Frühstück
Bewertung   **** / super grosses Zimmer, Holzboden, modern mediterran eingerichtet, gutes Wifi, Frühstück nicht einbegriffen aber Keurig Kaffeemaschine





*vanbasten

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Sonntag, 11.03.2018

Heute haben wir eine recht lange Fahrt vor uns bis nach Port St. Joe beim St. Joseph Peninsula SP. Da hier im Zimmerpreis kein Frühstück enthalten war, fuhren wir gleich los nach Pensacola. Dort angekommen schauten wir uns das Historic District an. Hier stehen einige schöne Häuser aus dem 19. Jh, die mit Namen und Baujahr angeschrieben sind. Außerdem gibt es noch das eine oder andere Haus mit schmiedeeisernem Balkon.



Dort im Bodacious Brew gibt es auch ein Cafe, wo wir frühstückten. Plötzlich wurden wir angesprochen von unserem jungen Sitznachbarn, der hier auf der Air Force Pilotenschule seine Pilotenausbildung macht. Ursprünglich kommt er aus Portland, Oregon und hat auch Heimweh, wie er uns gestand. Seine Schwester ist in München mit einem Deutschen verheiratet und er liebt Deutschland. Wir haben uns dann mit ihm etwas festgequatscht, aber irgendwann mussten wir doch los.

Wir fuhren die Küstenstrasse US-98 zunächst über die grosse Brücke nach Gulf Breeze und weiter über Fort Walton Beach und Destin nach Seaside. Eigentlich wollten wir dort im Grayton Beach SP etwas wandern und die schönen Strände bewundern, aber angesichts des wolkigen, windigen Wetters, der fortgeschrittenen Zeit und noch $5 Eintritt zogen wir es vor, Seaside einen Besuch abzustatten. Der Ort (Filmschauplatz von Truman Show) ist ein richtiger Touristenort mit vielen jungen Leuten, die Durchgangsstrasse ist ein einziger Stau, es gibt viele Geschäfte, Food-Trucks und die meisten Strandzugänge sind limitiert auf Gäste mit Armband.





Wir sind zu Fuss einmal durchgelaufen und dann aber möglichst schnell weiter der Küste entlang nach Panama City. Zuvor kamen wir durch Panama City Beach, das uns an Lloret de Mar oder so erinnerte, mit vielen Hotelburgen und Vergnügungsparks, die wir so ähnlich früher auch in Pidgeon Forge gesehen hatten. Unser späterer Vermieter nannte es „Redneck Riviera“. Im Walmart in Panama City haben wir eingekauft für unseren nächsten Aufenthalt in einem Strandhaus beim St. Joseph Peninsula SP. Als wir die Einkäufe gerade in das Auto geladen hatten, fing es wie aus Kübeln an zu schütten. Der extrem starke Regen dauerte bis fast Mexico Beach an. Wir fuhren durch bis zum St. Joseph Peninsula SP, kurz bevor wir am Strandhaus ankamen, hatte uns die Regenfront wieder eingeholt und es fing auch hier an zu regnen, aber nicht so stark und zum Glück nur kurz. Auch hier war das Strandhaus mit einem Schlüsselcode verriegelt. Es hat alles problemlos funktioniert und wir richteten uns für die nächsten drei Nächte ein. Wir hatten ja auch für das Abendessen eingekauft und es hatte alles hier was man brauchte.


Strandhaus


direkt hinterm Strandhaus


direkt hinterm Strandhaus

Unsere Route heute:



Unterkunft   Scallop Cove, St. Joseph Peninsula (FL)
Preis            $484 für drei Übernachtungen
Bewertung   *** / grosse Wohnküche komplett eingerichtet, gutes Wifi, zwei Schlafzimmer mit Doppelbetten