Call of the wild - Yukon und Alaska

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*finge42

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #45 am: 13.03.2019, 18:18 Uhr »
13. Tag: 24.08.2018      

Ἄριστον μὲν ὕδωρ -
(Ariston men hydōr) – Das Beste ist das Wasser
– Olympische Oden von Pindar


Seward – Whittier - Palmer

Wie geplant stehen wir früh auf. Kaum sind wir mit dem Frühstück fertig, steht auch schon Terry, unser Vermieter für die Abrechnung vor der Tür. Das passt gut, denn wir müssen rechtzeitig losfahren, damit wir um 10:30 Uhr am Tunnel nach Whittier sind. Whittier liegt am Prince William Sound und kann auf dem Landweg nur durch den Anton Anderson Memorial Tunnel erreicht werden. Durch den fahren aber Autos und Züge und zwar immer nur in eine Richtung.

Da wir sehr zeitig losfahren, können wir unterwegs noch mehrfach anhalten und nach Tieren Ausschau halten. Die zeigen sich aber weiterhin nicht. Das Wetter ist etwas besser, zwar bedeckt, aber es regnet nicht.











Das ist gut, denn wir haben die 26 Glacier Cruise mit Phillips Cruises gebucht. Die garantieren, dass einem auf der Kreuzfahrt nicht schlecht wird, was für Inge bei der Auswahl der Tour den Ausschlag gegeben hat.

Am Tunnel angekommen müssen wir noch kurz warten, dann geht es sehr geregelt in den Tunnel.








Kurze Zeit später erreichen wir Whittier, suchen uns schnell einen Parkplatz und sind überpünktlich am Anleger. Das Schiff für unsere „Butterfahrt“ ist ein Katamaran und sieht richtig gut aus.





Als es ablegt, lugt tatsächlich die Sonne durch die Wolken und wir freuen uns.








Das Schiff ist ganz schön schnell unterwegs, aber es liegt wie ein Brett auf dem zugegebenermaßen sehr ruhigen Wasser.





Wir sehen Seelöwen, Robben und Seeotter auf kleinen Inseln oder auch Eisschollen.








In der Ferne erblicken wir einen Seeadler und eine Schneeziege. Manchmal hält der Kapitän sogar an, damit man gut fotografieren kann. Außerdem läuft ein Ranger durchs Boot und erklärt alles Mögliche. Wale sind leider nicht zu sehen, aber das macht nichts, denn wir erreichen die Stars der Tour: Die Gletscher! Wir machen unzählige Fotos, obwohl es nahe der Gletscher auf dem Außendeck ganz schön kalt ist.





























Vorgreifend auf unser Fazit können wir sagen, dass man Homer und Seward – wenn man nicht angelt – nicht unbedingt auf einer Alaskareise besuchen muss, aber der Ausflug in den Prince-William-Sound zu den Gletschern ist ein echtes Highlight!

Nach wirklich kurzweiligen Stunden auf dem Schiff kommen wir bei bestem Wetter wieder in Whittier an. Schnell geht es zum Auto und dann zum Tunnel. Der öffnet kurz danach, so dass die Sonne noch herrlich scheint, als wir den Seward Highway Richtung Anchorage erreichen. Im Vorbeifahren sehen wir tatsächlich einen Schwarzbären, der neugierig seine Nase Richtung Highway reckt. Für ein Foto sind wir jedoch zu schnell an ihm vorbei. Im Rückspiegel sehen wir noch, wie der Bär sich wieder umdreht und lieber nicht über die Straße läuft. Kurze Zeit später sind wir wieder am Turnagain Arm, der sich vor 4 Tagen noch grau in grau zeigte. Heute ist das ganz anders. Alles strahlt in den schönsten Farben.








Mit der Flut kommen tatsächlich einige Beluga Wale in die Bucht geschwommen. Wir sehen vom Auto aus, wie sie atmen. Am Beluga Point halten wir an, laufen das kurze Stück bis zum Meer und können einige Wale relativ nah am Ufer bewundern.





Auch am Potter Marsh, wo es vor einigen Tagen Grizzlies gegeben haben soll, schauen wir nochmal vorbei. Wir sehen aber nur einen Seeadler, der über die Vogelkolonie gleitet und alle anderen Vögel in Aufruhr versetzt.








Spät am Abend erreichen wir unser Tagesziel, Palmer. Im Ort ist es ganz schön voll, denn es ist Alaska State Fair. Da wir keine Lust haben, lange in einem Restaurant zu warten, kaufen wir uns schnell ein warmes Hähnchen im Fred Meyer und beschließen diesen tollen Tag auf dem Zimmer.


The Pioneer Motel, 117 €
Gefahrene Meilen: 196

*partybombe

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #46 am: 14.03.2019, 13:34 Uhr »
Schön, die Tiere in freier Natur zu treffen und fotografieren zu können. Da kann man etwas kühlere Witterung gerne in Kauf nehmen - außerdem ist der Regen ja nun beendet.

*finge42

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #47 am: 17.03.2019, 15:40 Uhr »
14. Tag: 25.08.2018      

… elendes Lichtergesindel“ - Chevy Chase als Clark Griswold im Film „Schöne Bescherung“

Palmer – Healy (Denali National Park)


Heute wollen wir zum Denali National Park fahren. Die Wettervorhersage für die Gegend am vorherigen Abend war jedoch schlecht. Aber wir haben inzwischen gelernt, mit dem Wetter im Norden zu leben und nehmen es, wie es kommt. Wider Erwarten sehen wir nach dem Aufstehen die Sonne, also nichts wie los. Außerdem ist der Weg mit etwa 240 Meilen ganz schön weit. Trotzdem fahren wir den Umweg über die Hatcher Pass Road und das lohnt sich richtig.











Mit Temperaturen von 11 bis 16 °C ist es sommerlich warm und wir sind nicht allein unterwegs. Es sind viele Familien vor Ort, entweder um Beeren zu sammeln, mit den ATVs durch das Hinterland zu düsen oder zu jagen.





Wir sehen nicht wenige mit einem Gewehr über der Schulter nahe bei der Straße. Die aus dem Auto zu fotografieren, wagen wir nicht. Wir halten zunächst am Independence Mine State Historical Park, später am Summit Lake und dann nochmal am Willow Creek. Jedes Mal genießen wir die Aussicht, aber länger bleiben ist wegen der noch vor uns liegenden Strecke nicht drin.











Nördlich von Wasilla erreichen wir den Parks Highway. Nach nur wenigen Kilometern lugt plötzlich ein hoher Gipfel zwischen den Bäumen durch. Wir können es gar nicht glauben: Werden wir vielleicht doch den Denali sehen? Das schafft nur jeder fünfte Besucher.





Tatsächlich! Wir können unser Glück gar nicht fassen und biegen auf die Nebenstraße nach Talkeetna ab. Von dort soll man einen besonders guten Blick auf den Denali haben. Nach knapp 13 Meilen werden wir nicht enttäuscht. Der Berg liegt direkt vor uns – na ja, eigentlich ist er ca. 100 km entfernt. Außerdem ist er jetzt doch von einigen Wolken umgeben.





Zu Glück können wir unsere Zeit frei einteilen und müssen nicht – wie einige Bustouristen – nach 10 Minuten weiterfahren. Also warten wir geduldig auf einer Bank, ob die Wolken sich verziehen. Während der Zeit können wir eine Verfolgungsjagt sehen und eine Familie beim Sonntagsausflug auf ATVs beobachten.








Schließlich wird unser Warten belohnt und der Denali zeigt sich richtig gut.








Nach 1,5 Stunden beschließen wir, weiter zu fahren. Unterwegs müssen war aber immer wieder anhalten und weitere Fotos machen. An der POW-MIA Rest Area ist der Blick noch einmal umwerfend.








Auch die weitere Landschaft ohne Blick auf den Denali ist atemberaubend. Obwohl wir jetzt schon 14 Tage unterwegs sind, können wir uns an der Weite der Landschaft nicht sattsehen.














Nach einem langen Tag erreichen wir Nenana Canyon am Denali National Park. Auf dem Nenana River sind tatsächlich einige Schlauchboote unterwegs.





Wir glauben, der Tag kann nicht mehr besser werden, als wir kurz vor unserer Unterkunft in Healy, einem Ort nördlich des Denali NP, nahe der Straße eine Elchmutter mit Kind antreffen. Wir sehen zunächst das Kalb am Straßenrand. Wo ein Kind ist, ist auch die Mutter nicht weit! Die Worte von Terry, unserem Vermieter in Seward, haben wir noch im Kopf: „Bears are no problem, mama moose is a problem“. Also sind wir ganz vorsichtig, Frank fotografiert aus dem Auto und Inge hat den Fuß über dem Gaspedal. Dann entdecken wir auch die Mama, die etwas entfernt friedlich zwischen den Bäumen steht.





Nichts passiert und wir fahren die letzten Meilen zur Unterkunft. Dort empfängt uns Brad, der Inhaber, mit der Mitteilung, er habe uns doch schon gestern erwartet. Aber zum Glück hat er die gebuchte Cabin auch für die kommenden zwei Nächte frei. Da haben wir aber Glück. Außerdem, legt er gleich nach, könne er uns nachts wecken, denn es seien Nordlichter angesagt und er habe Bereitschaftsdienst und wäre sowieso wach. Da willigen wir natürlich gerne ein.





Das wir anschließend in dem riesigen Ort Healy (1000 Einwohner) das angepriesene Restaurant nicht finden, ist uns nach allem, was wir schon erlebt haben, total egal. Es gibt also wieder Essen aus dem Supermarkt, den finden sogar wir. Nach einem Feierabendbier fallen wir ins Bett, schlafen aber nur 2 Stunden, denn Brad klopft wie versprochen an unsere Tür. Schlaftrunken taumeln wir nach draußen, sind aber sofort hellwach, denn die Nordlichter tanzen für uns über den Himmel.











Nach weniger als 1 Stunde ist das Ganze vorbei. Als wir zurück in der Cabin sind, können wir unser Glück gar nicht fassen. Dieser Tag hat uns wirklich ganz viele Wünsche erfüllt!






Healy Heights Family Cabins, 278,- € für 2 Nächte
Gefahrene Meilen: 265

*Doreen & Andreas

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #48 am: 18.03.2019, 10:07 Uhr »
Über Euern Bericht der letzten Tage bin ich erst mal sprachlos.
Schon die Fahrt auf dem Katamaran zu den Gletschern hat mir sehr gut gefallen. Dann das Wetterglück, den Blick auf den Denali und letzlich sogar Nordlichter... unglaublich!
Viele Grüße,
Andreas
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*partybombe

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #49 am: 18.03.2019, 10:53 Uhr »
Nordlichter - wie toll ist das denn

*finge42

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #50 am: 18.03.2019, 19:14 Uhr »
Über Euern Bericht der letzten Tage bin ich erst mal sprachlos.
Schon die Fahrt auf dem Katamaran zu den Gletschern hat mir sehr gut gefallen. Dann das Wetterglück, den Blick auf den Denali und letzlich sogar Nordlichter... unglaublich!

 :dankeschoen: Schön, dass es Dir gefällt. Diese beiden Tage waren schon echte Highlights, aber ein paar kommen noch.

*finge42

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #51 am: 18.03.2019, 19:18 Uhr »
Nordlichter - wie toll ist das denn

Wir haben vorher noch niemals Nordlichter erleben dürfen. Wir waren schlichtweg sprachlos. Es ist ein atemberaubendes Schauspiel. Man weiss gar nicht, ob man die Kamera bedienen oder selbst schauen soll.

*Mig

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #52 am: 20.03.2019, 18:42 Uhr »
Ich bin gerade schnell hinterher gefahren und kann gar nicht erwarten, dass es weitergeht!
Ein toller Bericht mit berauschenden Fotos einer fantastischen Natur!!!!
Vielen, vielen Dank für‘s Teilen!

*finge42

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #53 am: 21.03.2019, 18:18 Uhr »
Ich bin gerade schnell hinterher gefahren und kann gar nicht erwarten, dass es weitergeht!
Ein toller Bericht mit berauschenden Fotos einer fantastischen Natur!!!!
Vielen, vielen Dank für‘s Teilen!

Willkommen an Bord und vielen Dank für Dein Lob. Wir hatten schon den Eindruck, dass zwischzeitlich ein paar Mitfahrer ausgestiegen sind.

*Ypsi

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #54 am: 21.03.2019, 23:18 Uhr »
Hallo, ich bin auch noch dabei :-)
Da sind die ja endlich: die Nordlichter!
Unglaublich wie schnell das Wetter umschlagen kann.
Ein Traum Tag!

*Marthe

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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #55 am: 22.03.2019, 23:50 Uhr »
Ich bin auch noch dabei und freue mich über die wunderschönen Bilder und den interessanten Bericht  :D

LG
Marthe