72 Stunden Rom im November

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*Manwi72

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72 Stunden Rom im November
« am: 20.11.2012, 08:46 Uhr »
Guten Morgen,

vom 14.-17.11. waren wir zum ersten mal in der ewigen Stadt. Wir hatten genau 72 Stunden (inkl. schlafen  :) zur Verfügung, um diese beeindruckende Stadt zu erkunden.

Dazu kam dann noch mein 40. Geburstag am 15.11. - der eigentliche Reisegrund !!!

Ich schreibe für das Rom-Forum, in dem ich viele Tipps für die Reise bekommen habe, einen kleinen Bericht und würde den auch gerne mit Euch teilen - hier dann eben etwas ausführlicher und mit Fotos unterlegt.

Ich hoffe es gefällt Euch.

Viele Grüße, Manuela

*Kauschthaus

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #1 am: 20.11.2012, 10:33 Uhr »
Hallo Manuela,

wir waren vor 2 Jahren in den Herbstferien Anfang November für 4 Nächte in Rom.

Deshalb nutze ich doch gleich die Gelegenheit, noch mal mitzureisen.

Viele Grüße, Petra
Wenn DAS die Lösung ist, dann will ich mein Problem zurück!

*Wilder Löwe

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #2 am: 20.11.2012, 22:19 Uhr »
Da bin ich auch dabei, war nur einmal in Rom und das ist 29 Jahre her!
Viele Grüße
Katrin

*Inspired

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #3 am: 20.11.2012, 22:46 Uhr »
Und dann ist dein Reisebericht auch noch bei Europa für Italien eingetragen: Europa

*boehm22

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #4 am: 21.11.2012, 07:49 Uhr »
Ich war letztes Jahr im November auch für zwei Nächte in Rom. 

Es war wieder wunderschön dort. Ich war schon bestimmt fünfmal in Rom.
Viele Grüße
Rosi
_
Das wird Nr. 22 in Nordamerika:



*Palo

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #5 am: 21.11.2012, 08:09 Uhr »
Ich war letztes Jahr im November auch für zwei Nächte in Rom. 

Es war wieder wunderschön dort. Ich war schon bestimmt fünfmal in Rom.



Ach, das ist ja sooo toll!  Und wo ist der Reisebericht mit den Beweisphotos? :wink:

Gruß

Palo

*Heike & Heimo

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #6 am: 21.11.2012, 13:23 Uhr »
Rom? Aber immer!

lg, Heike & Heimo
"Of all the books in the world, the best stories are found between the pages of a passport."

*sarahbonita

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #7 am: 21.11.2012, 15:34 Uhr »
Ich bin auch sehr gespannt :)

*NähkreisSteffi

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #8 am: 21.11.2012, 19:30 Uhr »
Gehört auch noch zu unseren Plänen. Ich reise gerne mit.

Viele Grüße

Steffi

*Manwi72

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #9 am: 22.11.2012, 14:17 Uhr »
Hallo zusammen,

damit ihr nicht so lange warten müsst... liefere ich Euch heute schon mal den Text.... leider komme ich im Moment nicht dazu, die Bilder hochzuladen, vielleicht schaffe ich es am Wochenende, dann einfach noch mal reinschauen.

Viel Spaß !!!!

*Manwi72

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #10 am: 22.11.2012, 14:18 Uhr »
Hintergrund: Mein 29. Geburtstag stand bereits zum 11. Mal an und wir halten es an Geburtstagen am liebsten nach dem Motto „Auf und davon“. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Ziel. Die Germanwings halfen mir dabei, in dem sie im August neue Angeboten per E-Mail schickten und dabei fiel mir sofort ROM ins Auge. Flugzeiten und der Preis von ca. 120 € pro Person waren absolut ok und in Rom waren wir noch nicht. Also wurde nicht lange überlegt und gebucht! Da mein Freund trotz hohen Alters immer noch aktiver Fußballer ist und Sonntags auf dem Platz stehen muss, entschlossen wir uns für den Mittwoch Hin- und dem Samstag Rückflug.

72 Stunden würden uns inkl. Nachtruhe bleiben, die Stadt zu erkunden.

Auf der Suche nach einem Hotel orientierte ich mich an Holidaycheck und Tripadvisor sowie an den Homepages diverser Hotelketten und kam recht schnell auf ein kleines Mercure Hotel im Nordosten der Stadt. Die Bewertungen und der Preis stimmte, also wurde gebucht.

Kurz darauf fragten meine Eltern an, ob sie uns begleiten dürfen. Für meine Eltern ist es die erste Reise ins Ausland und per Flug seit 20 Jahren!

Viele Tipps bekam ich in einem Forum speziell zur Stadt Rom: http://www.roma-antiqua.de
Auch der Reiseführer wurde gewälzt, Tagespläne und Routen erstellt, besprochen was wir in der Kürze der Zeit unbedingt sehen wollen.

Tag 1, Mittwoch, 14.11.2012 - Anreise

Am Mittwoch den 14.11.2012 starteten wir um 10 Uhr Richtung Flughafen Stuttgart. Wir das sind ich selbst (jetzt 40), mein Lebensgefährte (38) und meine Eltern (59 und 62).

Für die knapp 4 Tage haben wir in Leinfelden-Echterdingen für 25 € einen Parkplatz mit Shuttle-Zubringer beim Parkservice Agel gebucht (www.parken-stuttgart.de). Alles klappte wunderbar und nach knapp 5 Minuten Fahrzeit waren wir bereits am Abflugterminal – viel zu früh. Unser Flug mit Germanwings sollte 12.40 Uhr starten. Eingecheckt hatte ich bereits online und  die Bordkarten ausgedruckt. Also gaben wir unser Gepäck ab und schlenderten noch ein bisschen über die Besucherterrasse bis wir zur Sicherheitskontrolle gingen. Jeder von uns schnappte sich ein Elternteil und sorgte somit dafür, dass auch die beiden leicht verängstigten nicht erfahrenen gut und ohne piepsen durch die Kontrolle kamen.

Unser Flug zum Flughafen Fiumicino hob ab und landete überpünktlich nach einer Flugzeit von 1:20 Stunden um 14.10 Uhr.

Die Suche nach dem Gepäckband war dann wieder etwas abenteuerlich und führte uns weit durch das Gebäude. Dort angekommen mussten wir aber noch ca. 15 Minuten warten und standen etwa 15 Uhr in der Ankunftshalle, wo unser Shuttle-Fahrer gerade selbst erst angelaufen kam. Den Limousinen-Shuttle hatte ich vorab online über www.airports-shuttle.com zu einem Preis von 80 € für uns 4 hin und zurück gebucht.
Ein sehr netter junger Mann entschuldigte sich für das zu spät kommen, es sei sehr viel Verkehr, da durch die Regenfälle der letzten Tage viele wichtige Straßen überschwemmt seien. Das Fahrzeug war ein kleiner Van, schon etwas verbeult. Unterwegs hielt er sogar netterweise noch an einem kleinen Laden an, so dass ich uns ein paar Getränke kaufen konnte.
Tatsächlich standen wir dann ca. 30 Minuten  - leider weiss ich nicht auf welcher Straße – für eine Strecke von etwa 2 km im Stau. Der Grund: die Straße war wirklich so stark überschwemmt, dass man die Reifen der Autos teilweise nicht mehr sah.

Unser gebuchtetes Hotel – das Mercure Roma Corso Trieste – befindet sich im Quartiere Coppedè, nordöstlich vom Stadtkern Roms. Gegen 16.30 kamen wir dann dort auch an. Wir wurden sehr nett empfangen und bekamen auch gleich einen Stadtplan und viele Tipps für die Gegend ausgehändigt. Das Hotel liegt in der Via Grandisca, einer kleinen Seitenstraße der Via Nomentana. In der weiteren Umgebung befinden sich nur noch 2-3 weitere Hotels. Ansonsten ist man hier wirklich unter „Römern“ in einem reinen Wohnviertel. Meine Eltern erhielten ein Eckzimmer im 5. Stock mit ebenfalls Eck-Balkon und Blick auf die umliegenden Häuser mit ihren Dachgärten. Wir schafften es nur in den 2. Stock mit Hinterhofblick aus dem Fenster – da dort oben leider nichts mehr frei war. Das Mercure ist ein typische Business-Hotel ohne Restaurant, jedoch mit Bar und Room-Service, der auch Essen liefert. Preise wie in den umliegenden Restaurants. Die Zimmer sind modern, WiFi ist kostenfrei, den Code dazu bekommt man auf Nachfrage an der Rezeption. Wasserkocher, Kaffee, Tee und täglich 2 kleine Flaschen Wasser sind im Preis von ca. 60 € die Nacht inbegriffen. Meine Eltern bekamen dafür sogar noch Frühstück. Mein Tarif war ein anderer, nur wenig günstiger und frühstücksfrei.

Nachdem wir uns ein bisschen ausgeruht hatten machten wir uns auf den Weg zur ersten Erkundungstour. Es dämmerte bereits ein bisschen. Wir liefen zur etwa 10 Gehminuten entfernten neuen Metrostation der Linie B1 Santa Agnese. Diese Linie fährt in etwa von Nord nach Süd und umgekehrt. Die 2. Metrolinie Roms ist die Linie A, die quasi die Ost-West-Route fährt. Wir stiegen an der Station Colosseum aus, welches uns  - als wir aus der Station traten - im dunklen hell erleuchtet und in voller Pracht erwartete. Was für ein Einstieg! Sehr beeindruckendes Gefühl. Nun sind wir in Rom angekommen.

Wir überquerten die Straße und liefen an der Via die Fori Imperiali entlang am Forum Romanum bis zur Piazza Venezia. Das Forum Romanum ist das älteste römische Forum und war Sitz vieler öffentlicher Gebäude von denen heute noch die Ruinen zu sehen sind.


Wir fühlten uns etwas surreal – auf der einen Seite die im Dunkeln liegenden Überreste und Säulen des antiken Roms, auf der anderen Seite der laute Verkehr auf der breiten 4-spurigen Straße.
Die Piazza Venezia ist sehr verkehrstüchtig und vermittelt den perfekten ersten Eindruck wie in Rom Auto gefahren wird. Laut hupend, dazwischen Carabineries, die das Chaos jedoch ganz gut im Griff zu haben scheinen. Busse, Auto, Mofas, Fußgänger…. Man muss seine Augen überall haben.
Nach ein paar ersten Fotos vor dem Monumento Vittorio Emanuele II, dem Nationaldenkmal Roms, überquerten wir todesmutig die Straße, umrundeten die Piazza Venezia und bogen in die Via del Corso ein. Auch sehr war es sehr voll und beengt von Menschen und Autos. Am ersten Hinweisschild in Richtung Fontana di Trevi, dem Trevi Brunnen, bogen wir rechts ab in eine der vielen Seitenstraßen. Erst einmal etwas essen! Leider weiss ich nicht mehr, wie das Restaurant hieß, in das wir einkehrten. Allerdings ist das nicht weiter schlimm, besonders erwähnenswert war es dann doch nicht. Wir hatten Pizza und meine Eltern Pasta. Mein Vater als leidenschaftlicher Carbonara Fan erlebte seine erste Enttäuschung. Es schmeckt hier wohl doch etwas anders. Unsere Pizza war dünn, knusprig und gut. Zum Schluss fanden wir auf der Rechnung noch 6 € Aufschlag für die Tischdecken… Hätten wir die dann mitnehmen können/sollen? ;-)

Über Kopfsteinpflaster gelangten wir schließlich zum Trevi-Brunnen. Laut, überfüllt und voller Straßenhändler wurden wir dort gleich überrumpelt. Kaum angekommen und schon soll man Rosen, Tücher, Touren und sonstwas kaufen. Oh, eigentlich sind die Rosen umsonst – nur wenn man sie wirklich annimmt, kostet es doch was, wie wir beobachtet haben. Wir biegen vor dem Brunnen links ab und laufen weiter durch das Gassen Gewühle bis wir zur Spanischen Treppe an der Piazza di Spagna gelangen.

Hier war es nicht ganz so voll und wir liefen die Treppen bis zur Kirche Santa Trinità dei Monti hinauf und genossen den Blick über das Treiben. Mit einem Aufzug kann man von hier aus wieder hinunter zur Metrostation fahren. Mit der Metro A fuhren wir bis zur Station Termini und stiegen dort in die Linie B um, die uns zurück zur Station Santa Agnese in die Nähe des Hotels führte.

Der erste Tag endete gegen 22 Uhr mit einem Vollbad für meine Mutter und keinem Wein für mich, da bereits alle Läden der Umgebung geschlossen waren. Buona notte!

*Manwi72

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #11 am: 22.11.2012, 14:20 Uhr »
Tag 2, Donnerstag, 15.11.2012 – mein Geburtstag

Der Wecker klingelte 8.30 Uhr – nach den ersten Gratulationen via Iphone, einer Dusche und der Guten-Morgen-Zigarette nebst Kaffee auf dem sonnigen Balkon meiner Eltern machten wir uns wieder auf den Weg zur Metro.

Diesmal fuhren wir eine Station weiter und stiegen an der Station Circo Massimo aus. Von hier aus gelangt man am Circus Maximus, dem größten Circus des antiken Rom und Veranstaltungsort der berühmten Wagenrennen, vorbei direkt zum Eingang des Palatin / Forum Romanum. Der Palatin ist einer der sieben Hügel Roms und gilt als ältester bewohnter Teil. Man sagt, hier wurde Rom durch den Sieg Romulus über seinen Bruder Remus gegründet.

Ohne Warteschlangen erhielten wir unsere Tickets für 12 € pro Person, die gleichzeitig den Eintritt in das Colosseum beinhalten.

Man kann sehr viel in Reiseführern lesen oder sich vorab in Foren informieren… was einen hier erwartet, kann man sich im Vorfeld nur schlecht vorstellen. Ich war sehr überrascht von der Größe dieses Areals, die antiken Stätten wirken wirklich prachtvoll und geschichtsträchtig. Wir haben etwa 2,5 Stunden hier verbracht und das war eigentlich viel zu wenig. Aber wir hatten ja noch einiges vor heute.

Das Colosseum befindet sich in unmittelbarer Nähe. Wir liefen über den Platz davor, wieder überfüllt mit Touristen und Straßenhändlern, zur Kasse. Lange Schlangen gab es auch hier nicht (ca. 13 Uhr). Ehrfürchtig betritt man den inneren Bereich des von außen bei Tageslicht doch eher unscheinbarem Amphitheaters. 50.000 Zuschauer sollen hier Platz gefunden und dem barbarischen Treiben zugejubelt haben. Irgendwie fühlte ich mich unwohl - ich weiss nicht, aber da sind so viele schreckliche Dinge passiert... vielleicht spüre ich diese schlechten Energien...  

Nach einer Stunde und 2 Rundgängen verließen wir diesen Ort der grausamen Erinnerungen liefen wir zurück Richtung Palatin Eingang, da sich hier die Haltestelle der Sonderbuslinie 110 „Tram open“ befindet. Das ist eine zahlreicher Buslinien, mit denen man per Tagesticket und dem Hop on Hop off Verfahren Rom erkunden kann. Auf unseren Bus mussten wir etwa 15 Minuten warten, dazwischen hielten noch zahlreiche andere Rundfahrtbusse und wir beobachteten die Straßenhändler, die Wasser, Tücher oder Spielsachen anboten. Ist auch spaßig diese zu beobachten, wie schnell die rennen können, wenn die Polizei naht ;-)

Ich hatte die Tickets bereits vorab online zum Preis von 18 € pro Person erstanden. Vor Ort kostet das Ticket 20 €. Dafür bekommt man auch ein paar Ohrhörer, die man am Sitzplatz einstöpseln kann und Erklärungen über die Tour in einer gewählten Sprache erhält. Leider funktionierten unsere überhaupt nicht. Wir saßen im oberen offenen Bereich und genossen dann lieber die Sonne und den warmen Wind.

Unser Ziel war die Piazza del Popolo mit der Kirche Santa Maria del Popolo, die man aus dem Film Illuminati kennt. Der Bus hält in einer Seitenstraße der Via del Corso, die die Piazza Venezia und die Piazza del Popolo miteinander verbindet. In einer der Seitengassen holten wir uns in einem kleinen Café etwas zu essen. Zusammengeklappte Pizza auf die Hand. Wurde noch schnell warm gemacht und war wirklich lecker und auch preiswert. Wir liefen ca. 500 m die Via del Corso entlang. Die zählt als eine der schönsten Einkaufsstraßen Roms. Ist aber wohl Geschmackssache.

Am Ende lichtet sich der dunkle Straßenschacht und man steht auf der lichtüberfluteten großen Piazza, in deren Mitte ein Brunnen tront, von dem ich später nachlesen konnte, dass er Löwenbrunnen heisst. Wir betraten den Platz zwischen den beiden Kirchen Santa Maria in Monte Santo, die leider wegen Bauarbeiten verhüllt war, und der Santa Maria die Miracoli. Auch hier waren wieder die Rosen-„Verschenker“ in Fülle vertreten, welche wir aber geschickt missachteten. Wie gerufen kam die Sonne hinter ein paar Wolken hervor und wir fotografierten in diesem schönen Licht die umliegenden Gebäude, bevor wir quer über den Platz zur Santa Maria del Popolo liefen.

Die Kirche befindet sich am nordöstlichen Ende des Platzes und leider fand dort gerade eine Trauerfeier statt, man konnte zwar rein, aber es war doch für uns etwas unangenehm, weswegen wir nur einen kurzen Blick hinein warfen.  

Also verließen wir den Platz wieder über die Via del Corso und ich erstand meinen ersten und einzigen Einkauf in Rom bei Kiko Cosmetic. Wir folgten den Hinweisschildern in Richtung Pantheon, ebenfalls ein antikes Bauwerk und eine christliche Kirche. Viele kleine Seitengässchen zweigen von hier ab, in denen der Trubel kein Ende findet. Keine Gasse ist zu schmal, als dass nicht noch Autos hindurch passen, dazwischen wieder die Mofas und die Massen Touristen. Kleine Restaurants, Souvenirläden und Eisdielen runden das ganze ab. Wir fanden einen Eisladen, der 125 verschiedene Sorten Eis und Mousse anbot. Meine Mutter und ich gönnten uns beide jeweils eine small Cup mit etwa 2 „Häufchen“ nach Wahl. Und es war soooooooooooo lecker!!!

Wir steuerten wieder die uns schon bekannte Metrostation an der Spanischen Treppe an und fuhren zurück ins Hotel. Am Corso Trieste, direkt neben der Metrostation, fanden wir auch einen Supermarkt „Conrad“, in dem wir endlich unsere Flüssigkeitsverpflegung decken konnten.

Abends aßen wir auf Empfehlung der Rezeptionistin in einer kleinen Pizzeria in der Nähe des Hotels, der La Chiacchiera am Corso Trieste 146/b.  Heute nahmen wir alle Pasta und mein Vater wurde zum zweiten mal von seiner Carbonara Leidenschaft enttäuscht. Uns anderen hat es aber sehr gut geschmeckt. Die Pasta war hausgemacht, und als Vorspeise entschieden wir uns für gemischte Bruschette mit verschieden Belägen. Dazu Hauswein und Bier. Ein wirklich schönes Geburtstagsessen.

Zum Nachtisch gab es beim in der Nähe gelegenen Mc Donalds noch ein Mc Flurry für jeden. Gegen 22.30 Uhr waren wir wieder im Hotel und fielen mit ersten Anzeichen eines Muskelkaters müde in die Betten.

*Manwi72

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #12 am: 22.11.2012, 14:21 Uhr »
Tag 3, Freitag, 16.11.2012

Die Nacht war leider nicht so erholsam. Am Abend zuvor reiste eine Gruppe bestehend aus 70 deutschen Schülern und Studenten an, die am Abend kräftig feierten und uns für knapp 1 Stunde zwischen 3 und 4 Uhr den Schlaf raubten. Das Hotel fand das auch nicht so gut und entschuldigte sich vielmals, für die nächste Nacht sollte eine Security Person die Gänge kontrollieren und an jedem Zimmer klopfen, aus dem Lärm zu hören war.

Für heute stand der Vatikan auf dem Programm. Ich hatte auch hier bereits im Vorfeld online Tickets für die Vatikanischen Museen zum Preis von 19 € pro Person bestellt (15 € Eintritt und 4 € Gebühren). Die Warteschlangen vor der Kasse sollten so lang sein, dass die Vorbestellung empfohlen wird. Die Tickets gelten dann ab einer selber zu bestimmenden Uhrzeit. Ich hatte diese für 14 Uhr gebucht.

Gegen 9.30 Uhr – viel zu spät – verließen wir das Hotel und stiegen etwa 10 Uhr an der Metrostation San Pietro aus. Von hier aus läuft man noch etwa 800 m bis zum Petersplatz, wieder vorbei an unzähligen Händlern und Straßenverkäufern. Hinzu kamen noch Vatikan-Touren-Anbieter und jede Menge gebrechliche Bettler hinzu. Ich bin anfällig für solche Menschen, sie tun mir sehr leid, auch wenn wahrscheinlich eine Organisation dahinter steckt und sie morgens in großer Zahl an die Vatikan-Mauer gekarrt werden. Ich muss da einfach wegschauen.

Geplant war, dass wir zuerst den deutschen Friedhof Campo Santo Teutonico besuchen wollten, der bis 12 Uhr besichtigt werden kann, wenn man die Schweizer Gardisten, die den Eingang links neben dem Petersdom bewachen, auf deutsch bittet, den Zugang zu gewähren.
 
Leider war der Petersplatz als wir ankamen gesperrt und man konnte sich nur bei der Sicherheitskontrolle für den Petersdom an der rechten Seite des Platzes anstellen. Warum er gesperrt war, weiss ich nicht. Wir entschlossen uns also, zuerst die Sicherheitskontrollen für den Petersdom zu durchqueren in der Hoffnung, dann daneben zum Eingang des Friedhofs zu gelangen. Wir standen etwa 30 Minuten in der Zick-Zack-Schlange, bis wir endlich in Richtung Petersdom laufen konnten. Dort fragte ich eine Sicherheitskraft, wie wir von hier aus zum Eingang gelangten und sie antwortete nur, wir müssten wieder raus und den kompletten Platz von aussen umrunden, ein Zugang von hier aus über den Petersplatz sei heute nicht möglich. Schade, somit strichen wir diesen Programmpunkt von der Liste und betraten gleich den Petersdom.

Er ist riesig, sehr beeindruckend und prachtvoll. Aber auch hier empfand ich die vielen Menschen eher als störend. Man hat wirklich kaum Gelegenheit, sich die kunstvollen Statuen, Fresken und Wandmalereien anzuschauen, da man ständig von Reisegruppen und anderen knippsenden Touristen durch die Gegend geschoben wird.

Gegen 12 Uhr wollten mein Freund und ich uns dann auf die Kuppel des Petersdoms wagen. Gegen 5 € Gebühr kann man die 550 Stufen aufsteigen und den Blick über den Vatikan und Rom genießen. Meine Eltern blieben im Dom. Eine lange Warteschlange erwartete uns. Um 12.40 Uhr haben wir dann die Schlange wieder verlassen, da wir immer noch etwa 50 m vor uns hatten und es einfach nicht weiter ging. Also nichts mit Kuppel.

Nun war auch der Petersplatz nicht mehr gesperrt und voller Menschen. Wir fanden den Eingang zum Campo Santo Teutonico. Für die Besichtigung war es allerdings zu spät. Einige versuchten es trotzdem und wurden von der Schweizer Garde jedoch abgewiesen.

Vor der Vatikanischen Post trafen wir meine Eltern wieder und machten uns auf den Weg zum Museumseingang. Dieser befindet sich seitlich außerhalb des Platzes und etwa 1 km entfernt. Unterwegs holten wir uns in einer kleinen Bar noch einen Snack auf die Hand.

Um 13.30 Uhr kamen wir am Eingang der Museen an. Es gab überhaupt keine Warteschlange, meine vorgekauften Online-Karten und die 4 € Gebühren wären also gar nicht nötig gewesen.

Nach dem Eingang hat man die Wahl nach links oder rechts zu gehen. Der Weg rechts für in die Pinacoteca, der Weg links in die Palazzi Vaticani, wenn man zur Sixtinischen Kapelle möchte, muss man den linken Weg nehmen.

Das Museum selber ist schön und sehenswert, aber man muss sich jedoch wirklich für Kunst interessieren. Es besteht aus verschiedenen Bereichen mit Sammlungen sowohl antiker als auch christlicher Kunst, Gallerien und wertvollen Gemälden namhafter Künstler. Außerdem aus schönen Innenhöfen in denen sich auch Cafeterias befinden. Am wohl bekanntesten ist jedoch die Sixtinische Kapelle, die man im Zuge des Museumsrundganges besichtigen kann. Auch hier befinden sich wohl berühmte Gemälde aber noch bekannter ist sie dafür, dass hier das Konklave stattfindet, wenn ein neuer Papst gewählt wird. Ich war dann leider etwas enttäuscht. Mit Hunderten Menschen in diesem hallenartigen, recht dunklen Raum zu stehen, nahm dem ganzen doch ziemlich die mystische Vorstellung, die ich davon hatte. Vielleicht sollte man sich doch einer Führung anschließen, um wenigstens ein bisschen was von der Atmosphäre dieses Raumes zu verstehen.

Meine Mutter war dann ganz schön geschafft und wollte ins Hotel zurück. Mein Vater begleitete sie etwas missmutig. Er war so begeistert von den vielen Eindrücken, dass er völlig die Zeit und Müdigkeitserscheinungen vergaß. Wir brachten die beiden zur Haltestelle der Sonderbuslinie 110 am Petersplatz (das Ticket gilt 48 Stunden) und versorgten sie mit allen Hinweisen und Erklärungen die sie brauchen, um in die Metro umzusteigen und dort auch mit der richtigen Bahn in die richtige Richtung zu fahren.
Es hat auch alles gut geklappt, sie kamen an ;-)

Wir hatten uns vorgenommen, noch die Engelsburg anzuschauen. Vom Petersplatz aus erreicht man sie nach etwa 800 m in entgegengesetzter Richtung über die prächtige Straße Via della Conziliazione. Die Engelsburg wurde ursprünglich als Mausoleum für die römischen Kaiser errichtet, später von den Päpsten als Fluchtburg genutzt und beherbergt seit 100 Jahren ein Museum. Dort hat es uns dann richtig gut gefallen. Wir waren so gegen 16.30 Uhr dort und konnten von der obersten Ebene aus einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten. Die Burg war recht wenig besucht und eine wahre Oase der Ruhe in dem ganzen römischen Trubel, herrlich. In einem der Höfe saßen wir doch tatsächlich mal 15 Minuten in der Dämmerung völlig allein. Dort hätte ich stundenlang bleiben können!!!

Über die Port de St Angelo, die über den Tiber führt, verließen wir die Engelsburg und liefen in Richtung Piazza Navona. Es war ein lauer Abend und eine schöne Atmosphäre, überall Straßenkünstler, gutgelaunte Menschen, lachen, Essensgerüche. Auch hier war es voller Menschen, nur kam dieses Engegefühl diesmal nicht auf. Wir setzten uns eine Zigarettenlänge lang auf eine Bank und beobachteten das Treiben. Einfach schön!

Wir liefen weiter in Richtung Pantheon, holten uns nochmal solch ein leckeres Eis und warfen einen letzten Blick in den Trevi Brunnen. An der Metrostation Barberini stiegen wir wieder in die Bahn in Richtung Hotel.

Dort trafen wir uns mit meinen Eltern und marschierten gleich wieder los, etwas essbares zu finden.

Wir liefen an einer stylischen Bar am Corso Trieste vorbei, die wir schon am Vorabend gesehen hatten. Beim Blick durch die Scheiben sah ich, dass dort Buffet serviert wurde. Ich fragte nach. All you can eat für 8 €. Sehr gut! Diesmal bekam mein Vater zwar nicht seine geliebten Carbonaras, wurde aber dafür nicht enttäuscht und hat sogar noch Nachschlag geholt. Das Buffet bestand aus 3 Sorten Pasta, Gemüse und verschiedenen Anti Pasti. Lecker wars!!!

*Manwi72

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #13 am: 22.11.2012, 14:23 Uhr »
Tag 4, Samstag, 17.11.2012 – Abreisetag

Wir haben lange überlegt, was wir bis 11.45 Uhr – auf diesen Termin war unser Shuttle bestellt – noch machen könnten. Meine Mutter und mein Freund entschieden sich für gemütliches ausschlafen, gefolgt von entspanntem packen und langsamen Abschiednehmen.

Mein Vater und ich wollten jedoch noch ein bisschen Rom mit nach Hause nehmen und starteten um 10 Uhr zu einem kleinen Spaziergang. Mein Ziel war die Villa Torlonia an der Via Nomentana. Ich hatte darüber gelesen, dass diese Villa und das darum liegende Gebiet erst seit einigen Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Gebäude finden heute wechselnde Ausstellungen statt und der Park erfreut sich großer Beliebtheit.

Etwa 20 Minuten zu Fuß liefen wir von unserem Hotel aus und der Weg hat sich wirklich gelohnt. Laut Wikipedia ist die Parkanlage ca. 13 Hektar groß. Viele Palmen, tolle Bäume, kleine Teiche und gut angelegte Wege. An diesem Morgen sahen wir hauptsächlich Jogger und andere begeisterte Freizeitsportler im Park. Auch einen Kinderspielplatz gibt es. Ein Mann saß mit einem Buch am Fuße einer hohen Palme im Gras und las. Es wirklich alles sehr entspannt und friedlich hier. Ein schöner, wirklich empfehlenswerter Besuch, wenn man in der Nähe ist.

Zurück im Hotel blieb uns nur noch die Zeit zum auschecken. Der Fahrer war überpünktlich und hatte es offenbar auch sehr eilig. Wir konnten nicht schnell genug unser Gepäck einladen bis er mit einem „Andiamo“ bereits zur Fahrertür sprang. Der Wagen diesmal war eine ziemliche Schrottkarre, zu dritt auf der Rückbank war es sehr eng. Der Fahrer entpuppte sich dann noch als sehr unfreundlich, gestresst und fuhr wie ein Henker, dass mir Himmelangst wurde …  Er sprach kein Wort englisch und als er mich auf italienisch fragte, zu welchem Flughafen und ich nicht gleich die richtige Antwort gab (erst nachdem er beide Flughafennamen nannte wusste ich, was er von mir wollte) reagierte er sehr genervt. Das sollte er ja eigentlich anhand unserer Buchung von vornherein wissen.

Aber gut, wir sind angekommen, auch wenn er uns am falschen Terminal absetzte und wir noch gut 200 m laufen mussten. Alles Nebensächlichkeiten, aber im Gegensatz zu unserem Fahrer auf die Hinfahrt hätte dieser hier schon mal einen Kurs im Kundenmanagement verdient!

Am Flughafen Fiumicino  erwartete uns das reinste Chaos. Später konnte ich lesen, dass die Reinigungskräfte streikten. Alles war alles voller Müll. Flaschen, Papier, noch mehr Berge von Flaschen, Tüten mit Essensresten. Der Müll begleitete uns bis zum Abfluggate. Manchmal komplett über den Boden verteilt.

Der Germanwings Check In hatte sich in der hintersten Ecke versteckt und der Weg zu den Gates ist meines Erachtens etwas schwierig zu finden. Ich musste sogar nochmal nachfragen, weil ich es an Hand der Schilder allein nicht erkennen konnte.

Die Schlangen vor den Sicherheitskontrollen sind vergleichbar mit anderen Flughäfen im Süden. Aber wir hatten ja ausreichend Zeit. Die Maschine startete abermals pünktlich und um 16 Uhr waren wir wieder in Stuttgart.

Unsere Abholung wartete schon vor der Tür und brachte uns in wenigen Minuten zurück zum Auto und schließlich wieder in den Alltag.

Mein Fazit: tolle Stadt, sehr sehenswert, aber für mich doch etwas zu hektisch, zu laut, zu voll…. Selbst New York habe ich nicht so empfunden. Das Klima hat mir sehr gefallen, auch die großen Plätze, die Lebensfreude, das "Dolce Vita" ....

Ich werde ganz sicher nochmal nach Rom kommen, es gibt noch vieles, was wir in der kurzen Zeit nicht sehen konnten. Doch bis dahin gibt es noch ebenso viiiiiiiiiiiiel anderes zu entdecken.

Mein Vater hat sich in die Stadt verliebt. Ich denke, meine Eltern werden sicher ganz schnell nochmal ihre Koffer packen!!!


*Manwi72

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Re: 72 Stunden Rom im November
« Antwort #14 am: 22.11.2012, 14:24 Uhr »
Sooooo, das war es erst einmal. Bilder baue ich dann nachträglich noch ein.

Danke euch für's mit reisen ;-))

P.S. Dies ist übrigens mein allerallererster Reisebericht !!!!