London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay

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*MisterB

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09.06. - 16.06.2016 - Der 90. Geburtstag und ein Coldplay Konzert

09.06.2016 - Anreise und gleich viele marschierende Fellmützen

The same procedure as every year, James.
Nun bin ich nicht James und letztes Jahr war ich nicht zum Königinnen-Anwinken in London, aber so ganz daneben isses nicht. Wie die Fans von „Dinner for One“ ja auch wissen, gibt’s ja auch noch einen Zusatztitel, nämlich „Der 90. Geburtstag“. Und genau zum 90. nicht von Miss Sophie aber von Miss Elisabeth (hat die Queen eigentlich einen Nachnamen ?) musste ich unbedingt dieses Jahr wieder nach London.
Der alten Tradition folgend bin ich wieder am Donnerstag der Geburtstagswoche angereist um am Donnerstag Abend das „Beating Retreat“ (http://changing-guard.com/ceremonial/beating-retreat.html) zu sehen.
Zuerst ging es aber mal in Köln los am Nachmittag um 15 Uhr. Sehr angenehme Zeit. Kann man lange schlafen und ist trotzdem nicht allzuspät in London. Dieses Mal war das Hotel in Shepherds Bush, einer Ecke, die ich bisher eigentlich fast garnicht auf dem Schirm hatte. Das „Dorsett Shepherds Bush“ ist es dieses Mal deshalb geworden, weil ich bei Priceline kaum bezahlbare Hotels in den üblichen verdächtigen Zonen gefunden habe und daher anstatt meinen Preis zu erhöhen diesmal ein paar mehr (Rand-)Zonen angeklickt habe. Ich glaube Shepherds Bush läuft bei denen unter "Kensington/Earls Court" und offenbar gibt’s hier noch ohne Kreditaufnahme bezahlbare Hotels.

 

 

Vorteil war auch das man mit der UBahn von Heathrow aus garnicht weit in die Stadt reinfahren muss. Schon in Hammersmith kann man umsteigen und noch zwei Stationen bis Shepherds Bush Market fahren.
Nach Ankunft im Hotel habe ich mich sehr schnell wieder auf den Weg gemacht. Den Shepherds Bush Market hatte ich bei der UBahn Station schon gesehen. Eine Art indischer Basar mit ganz viel Turbanträgern und ganz viel Klimbim und herrlich unmodischen Klamotten. Den habe ich mir aber für morgen aufgehoben. Für heute Nachmittag habe ich mich erst mal ins nahe (100 Meter Luftlinie) riesige Westfield Shopping Center verzogen und mich dort ausführlichst umgesehen. Meine Favorites wie den Lego Laden und den Disney Store habe ich schnell gefunden und auch die Positionen von American Eagle, Jack Wolfskin, Timberland und Co ausgemacht.
Letztlich habe ich mich mit nem kleinen Päuschen beim Costa für einen Nachmittagskaffe noch länger aufgehalten als gedacht. Jetzt hatte ich die Wahl, mir was zum futtern hier in der Mall zu suchen oder ins Zentrum zu fahren. Ich bin hinten raus mal durch die Fressmeile gegangen, war aber ein kleinwenig von den Preisen schockiert. Da war ein schöner Fleischladen die doch tatsächlich 50 Pfund aufwärts für ein Steak haben wollten. Und das nicht für hangestreicheltes Sonstwas-Rind. Neee. Da gehe ich lieber in mein Standardhaus am Leicester Square.

 

 

Mit der Central Line konnte ich einmal schön quer durch die Stadt und war dann zügig am Leicester Square. Nur, „mein“ Angus Steakhaus war nicht mehr da. Baustelle. Dafür stand da eine zierliche (osteuropäische) Dame im engen roten Kleidchen, die zu mir meinte, das hier renoviert würde, das nächste Angus aber auch nur 100 Meter die Straße runter sei. Sie ist sogar noch mitgekommen und hat mich den Weg begleitet (meine persönliche Eskorddame) und hat mir „für den Aufwand des Weges“ noch nen Gutschein über zwei Gläser Wein in die Hand gedrückt. Na das ist doch mal angenehm.
Beim Angus gabs nun das 12oz Pepper Steak und ich war für den Abend zufrieden. Durchs Fenster konnte ich noch die ganzen Gaukler und Artisten auf dem Platz anschauen. Sehr nett. Nun wurde es aber langsam Zeit, sich zum Paradeplatz für das Beating Retreat zu orientieren. Am Piccadilly Circus die Regent Street (? ja müsste die Regent sein) nach unten in Richtung Park gegangen, steht man nach recht kurzem Weg an der Mall und ein paar Schritte durch den schönen Park weiter an der Horse Guard.
Aufm Ticket stand drauf, das man bis um 20:30 „Seated“ sein solle, jetzt um 20 Uhr war draußen aber noch ein riesiger Betrieb. Die Schlange der Leute stand hinten rum bis fast zur Westminster Abbey zurück. Bis um wieviel Uhr wollten die Leute denn alle seated sein ? Ich habe mich dann mal gaaaanz unauffällig zu einer Chinesen-Reisegruppe dazu gestellt und mich gaaaanz unauffällig zwischen denen in die Schlange eingereiht. Also ich war vor 20:30 Uhr drin *grins*
Geschuldet war die lange Schlange wohl den recht peniblen Sicherheitskontrollen inkl. Taschen durchsuchen und Flughafenscanner mit Gürtel und Schuhe ausziehen. Naja. Bis um neun hat es sich dann doch gefüllt und ich denke mit dem ersten Paukenschlag waren die allermeisten schon da.

 

 

Das Beating Retreat hatte in diesem Jahr das 100 Jahr Andenken an die Schlacht in der (oder an der ??) Somme zum Thema. Dazu waren dieses Jahr auch Franzosen mit dabei. Nebenbei wurde auch noch irgendwas vom Commonwealth gefeiert. Da waren Fahnen- Mützen- und Dudelsackträger aus jedem Land des Britischen Commonwealth vertreten.
Mir hats mal wieder sehr gut gefallen. Wenn da die Hundertschaft von der Dicke Backen Musik vorbeimarschiert könnte ich das stundenlang ansehen. Ich mag sowas. Großen Respekt habe ich auch immer vor den berittenen Herren, die mit einer Hand ihre Trompete, Posaune, Flöte etc. bedienen und mit der anderen Hand das hypernervöse Pferd im Zaum halten.
Ungefähr viertel vor 11 wars vorbei und am nächtlich beleuchteten Big Ben gings in die UBahn zum Hotel. An der Kreuzung zum Hotel war ein großer Pub, der musste natürlich noch getestet werden. Konnte man schön sitzen und noch nen Cider trinken.

 

 
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*wolfi

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #1 am: 06.07.2016, 15:57 Uhr »
Schön, ein neuer Bericht von Bernd - und auch noch von einer meiner Lieblings-Städte!

Shepherd's Bush kenne ich noch von den Rock-Konzerten, gibt es das theatre als venue für Musik noch?

Dass Du so ein Fan des Adels bist, hätte ich allerdings nicht gedacht ...  :wink:

PS:
Zur Schlacht an der Somme:
Zitat
Die Schlacht an der Somme war eine der größten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkrieges. Sie begann am 1. Juli 1916 im Rahmen einer britisch-französischen Großoffensive gegen die deutschen Stellungen. Sie wurde am 18. November desselben Jahres abgebrochen, ohne eine militärische Entscheidung herbeigeführt zu haben. Mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten war sie die verlustreichste Schlacht der Westfront während des Ersten Weltkriegs, an Verlusten nahe jenen der Brussilow-Offensive der Ostfront.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_an_der_Somme

Und jetzt wollen manche Idioten wieder zurück in ein "Europa der Nationen" ...  :shock:

*MisterB

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #2 am: 06.07.2016, 17:12 Uhr »
Shepherd's Bush kenne ich noch von den Rock-Konzerten, gibt es das theatre als venue für Musik noch?

Es gibt das das Shepherds Bush Empire direkt am Green.
Mittlerweile O2 Sherherds Bush Empire.

Also wenn du mich gefragt hättest, hätte ich gesagt das das Ding zu ist. Das sah außen recht abgewrackt aus. Habe gerade aber al auf der Webseite nachgeschaut, da finden aktuell noch Konzerte statt. Also zu isses wohl nicht.

Gruß
Bernd
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*wolfi

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #3 am: 06.07.2016, 18:06 Uhr »
Danke, Bernd!

ich habe da Erinnerungen:

Steve Winwood, die Albinos Johnny und Edgar Winter usw ...

*Wurzelsepp

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #4 am: 06.07.2016, 18:34 Uhr »
...aber von Miss Elisabeth (hat die Queen eigentlich einen Nachnamen ?)

Aber sicher: Windsor :wink:

*wolfi

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #5 am: 06.07.2016, 21:04 Uhr »
Eigentlich heißt sie ja ganz anders:

 Elizabeth Sachsen-Coburg Gotha ...  :lol:

Und die vorherigen Könige waren Hannoveraner - warum muss ich da immer an Pferde denken?  :wink:

Zitat
The name was changed from Saxe-Coburg and Gotha to the English Windsor in 1917 because of anti-German sentiment in the British Empire during World War I.
https://en.wikipedia.org/wiki/House_of_Windsor
Zitat
Königin Viktorias Tod 1901 beendete die seit 1714 währende Herrschaft des Hauses Hannover auf dem britischen Thron; mit ihrem Sohn König Eduard VII. bestieg diesen ein Angehöriger des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha. Wegen des innenpolitischen Drucks während des Ersten Weltkrieges aufgrund der deutschen Abstammung und der Verwandtschaft der königlichen Familie mit einem regierenden landesfürstlichen Haus des Deutschen Kaiserreichs änderte König Georg V. am 17. Juli 1917 den anglisierten deutschen Namen Saxe-Coburg and Gotha, den die Familie in Großbritannien seit 1840 trug, in den jetzigen Namen Windsor.
https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Windsor

PS:

Meine Londoner Freunde sind alle Anti-Royalisten (aber pro-EU!), die haben schon bösere Witze über ihr Königshaus gerissen ...  :D

*NähkreisSteffi

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #6 am: 07.07.2016, 07:53 Uhr »
 :clap:

Klasse ich lache mich schepp! Wirklich toll geschrieben und super Bilder.

Viele Grüße

Steffi

*MisterB

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #7 am: 07.07.2016, 09:52 Uhr »
Witze machen über die alte Lady is aber nicht fein :)
Am Samstag hatte die Queen während der Parade ein grünes Kleid an. Da stand später in den Zeitungen das Kermit der Frosch an der Parade teilgenommen hat  :rollen:

Aber jetzt mal weiter. Einen "freien Tag" vor der Parade gibt's noch :



10.06.2016 - Shepherds Bush, Boroughs Market, Southbank, viel Ubahn, viel Laufen
 
Für heute war freies Programm angesagt. Einfach mal hin und her treiben lassen. Zuerst gings nochmal kurz in die Mall und bei American Eagle noch ein paar Polos gekauft und die Tasche noch mit anderen Klamotten aufgefüllt. Natürlich war bei jedem Laden irgendein Sale im Gange und umgerechnet waren die Sachen dadurch durchaus sehr günstig.

Dann gings zum Shepherds Bush Market. Hui. Das war ja schon wie eine andere Welt. Die Obst und Gemüsehändler vorne waren ja noch ganz harmlos. Bei einer Ecke war sowas wie ne Metzgerei. Die hatten da in der Sonne diverses Fleisch in der alten Kühltheke. Irgendwas mit halal. Und daneben, auf nem Tisch waren Tüten mit Hühnerteilen. Hühnerfüße, Hälse, Flügel …. Irgendwas. Die standen auch schön in der Sonne herum. 3 Stück 5 Pfund. Das war schon ein kleinwenig befremdlich.

Der Rest des Market ist dann indischer Basar pur. Überall sitzen Inder mit Bart und Turban in ihren kleinen Shops auf Bergen von Stoff, bunten Klamotten oder buntem Tinnef. Ich habe mich sehr stark an Indien erinnert gefühlt.
 
 

 

 

Dem Basar entronnen gings jetzt erst mal in die Stadt Richtung Tower. Von dort habe ich einen kleinen Abstecher ins Finanzviertel gemacht und nochmal Hochhausgucken gespielt. Neben dem Lloyds Hochhaus gibt’s mittlerweile ne neue Baustellen, da wird gerade ein neuer Turm hochgezogen. Ich habe mich an der Leadenhal Street orientiert und bin diesmal auch einmal zur Gherkin, der Gurke, oder auch Riesenzäpfchen, abgebogen und mal direkt drangegangen. Is von ganz nah auch recht imposant.

Die Straße weiter runter, an Lloyds und dem schrägen Leadenhall Building vorbei gibt’s einen Abzweig zu einer kleinen alten Einkaufspassage. Dem Leadenhall Market. Hier war richtig Betrieb. Jetzt und hier um die Mittagszeit waren alle Restaurants und Pubs voll. An einer Wurfbude konnte man der Queen die Geburtstagskerzen vom Kuchen werfen. Das war echt nett hier.

Durch die Passage durch geradeaus kommt man unweigerlich zum riesigen „Sky-Garden“ Gebäude (20 Fenchurch Street). Dort habe ich mal gefragt, ob man auch ohne Reservierung hochkönne. Das ginge nur nach 18 Uhr bekam ich darauf mitgeteilt.

Ein paar Blocks weiter die Eastcheap (Street?) in Richtung Tower gibt’s eine echte Oase der Ruhe im Trubel. St. Dunstan in the East. Das ist eine alte Ruine einer Kirche, die mit Grün und vielen Pflanzen zu einer großen Pause regelrecht einlädt. Jetzt ja immer noch schwer um Mittag herum waren hier auch immer noch viele Leute die wohl ihre Mittagspause mit nem Fresspaket aus einem der umliegenden Diners verbrachten. Total ruhig hier, kaum Lärm. Da kann man auch einmal länger sitzen. Aufpassen, nicht einschlafen.

Von der nahen Station Monument gings jetzt auf die andere Seite nach Southwark, zum Boroughs Market. Einmal kreuz und quer über den Markt und man hat alles gesehen, wo man garnicht dran denkt, dass es das geben kann. Ich finde es immer sehr interessant über den Markt zu gehen. Nächstes Mal muss ich aber wirklich mal bei dem Stand mit den ganzen indischen Gewürzen zuschlagen. An der Kathedrale vorbei geht’s zum Old Thameside Inn mit dem alten Sir Francis Drake Schiff vor der Türe. Da auf der Außenterrasse gabs die nächste große Pause.

   

 

 

So. Watt nu. Ich wollte ja die ganze Zeit schon mal beim Parlament auf der anderen Flussseite die Promenade entlang bis zum Haus vom Erzbischof gehen. Beim letzten Mission Impossible Film gabs da auf der Promenade ein paar Szenen mit dem Parlament am anderen Ufer prominent im Hintergrund. Gesagt getan. Per Ubahn nach Westminster und über die Brücke auf die andere Seite. Am Anfang geht man sehr lange am Krankenhaus St. Thomas Hospital vorbei, dann kommt man in den Bereich der Lambeth Gardens. Kann man aber nix sehen, weil Häuser im Weg stehen. Ganz am Ende des Parks steht dann das Lambeth House, der Wohnsitz vom Erzbischof von Canterbury. Nettes Häuschen. Von dem ich aber irgendwie garkein Foto gemacht habe. Keine Ahnung warum. Auf dem Weg zurück habe ich auf einer der vielen Bänke noch gerastet und versucht von hier ein schönes Pano vom Parlament zu machen. Leider war das Licht aber irgendwie gegen mich. Ich habe nur dunkle Bilder mit Parlament im Schatten geschafft.

Die Promenade weiter hoch, an der Brücke vorbei und auch am Riesenrad, kommt man zum Southbank Center. Auch dieses Jahr fand hier das Udderbelly Festival statt und im blauen Kuh-Zelt gabs heute Abend „Closer by Circa“. Eine Artistentruppe verrenkt sich spektakulär an Seilen, Stühlen, Tischen oder auch an den anderen Mitartisten. Die laufen sich über die Schenkel und Arme, stehen sich gegenseitig auf dem Brustkorb und halten dabei noch zwei andere Personen auf der Schulter oder dem Kopf. Ich fand das recht spektakulär. Dabei sahen die drei Frauen des Teams eher klein und schmächtig aus. Hat sie aber nicht davon abgehalten die beiden Herren auf den Schultern oder sonstwo zu tragen. Das war gut. Schöner Zeitvertreib für eine Stunde.

Ich bin noch ein wenig auf dem „Wonderground“ rumspaziert und dann so langsam zur Waterloo Station gegangen. Von hier gings nun zum Leicester Square zu meinem anderen Stammhaus für Fleisch. Meat&Co. Ein schönes, auf dem heißen Stein gebrutzeltes, Steakchen später habe ich mich zum Hotel begeben.

 

 

 

In dem Pub von gestern abend war heute richtig Betrieb. Als ich die Türe aufgemacht hatte, bin ich vom Lärm fast zurück gedrückt worden. Die hatten volle Pulle Musik an, das man sein eigenes Wort nicht verstand. Ich bin aufm Absatz rumgedreht und auf die andere Straßenseite. Hier war zwar ein wenig weniger Lärm, dafür gabs hier aber keinen Platz mehr. Am anderen Ende vom Park (Shepherds Bush Common) ist eine Kneipe, die ich auch schon bei Google Maps gesehen hatte. Das Brew Dog. Das ist sowas wie ne Microbrewery mit eigenen Kreationen. Da gabs auch fast kein Plätzchen. Das was ich dann gefunden habe, war ein unbequemer Metallstuhl. Auch sonst gabs hier nicht allzuviel Ambiente. Ich bin wieder gegangen. Andere Straßenseite gleiches Spiel. Auch das „Sindercombe Social“ hatte heute scheinbar DJ-Abend und man musste an der Bar schon schreien damit man verstanden wurde. Ich habe es hier für genau ein (schnelles) Bier ausgehalten und bin dann auch schnell geflüchtet.

Schließlich bin ich im Hotel an der Bar gelandet. Hier wars ruhig und ich konnte mich in weiche Polstersessel fläzen. Die Wahl des Abend-Auskling-Lokal für morgen muss ich wohl noch ein wenig optimieren.

 

 

 

 



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*wolfi

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #8 am: 07.07.2016, 10:55 Uhr »
JA, in manchen pubs ist schon was los - vor allem am Sonntag, da hatten sie bei unserem letzten besuch immer noch die frühe Sperrstunde, 22.30 wenn ich mich recht erinnere - da muss vorher noch gesoffen werden ...

Noch mehr OT:

Was trinkst Du denn für Bier? Ich konnte mich nicht mit dem Ale anfreunden - versuche es jetzt seit 50 Jahren ...  :wink:

Früher musste man auf "pale ale" ausweichen, seit einigen Jahren gibt es ja Lager, sogar vom Faß.

Bei meinem ersten England-Besuch in Canterbury 1965 (Sprachkurs) fanden wir nur "Long Life" in Büchsen trinkbar ...  :shock:

*MisterB

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #9 am: 07.07.2016, 14:23 Uhr »
Hi.
Na mit der Sperrstunde is ja zum Glück mittlerweile kein Problem mehr. Bis Mitternacht is schon eher normal. Meist bin ich aber eh nur bis 11 oder halb 12 unterwegs, daher habe ich keine praxistauglichen Kenntnisse, wie lange die Pubs mittlerweile so normal auf haben.

Bierchen.
Also ich trinke eigentlich recht gerne nen schönen Cider im Pub. Das ist so was, was bei uns nur sehr teuer oder garnicht zu bekommen ist.
Wenn ich im Pub bin und sehe das die zum Beispiel Magners/Bulmers haben, da lasse ich jedes Bier stehen :)
Ansonsten, wenn mir der Sinn eher nach nem Blonden steht, dann so was gerade im Angebot ist. Fosters, Becks, Stella .... das sind ja meistens die Standardbiere die jeder Pub aufm Hahn hat.
Die handgepumpten Cask Ales ohne Schaum und ohne Zitsch (und ohne Geschmack) die schmecken mir nicht. Ich mag kein Bier was schmeckt als ob es schon eine Woche offen rumgestanden hat.

Gruß
Bernd
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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #10 am: 07.07.2016, 17:07 Uhr »
Die handgepumpten Cask Ales ohne Schaum und ohne Zitsch (und ohne Geschmack) die schmecken mir nicht. Ich mag kein Bier was schmeckt als ob es schon eine Woche offen rumgestanden hat.
Danke!  :lol:

Du sprichst mir aus der Seele ...  :wink:

Ich habe noch nie verstanden, warum die so was ausschenken ...  :shock:

Völlig OT:

Stellt Euch nur mal vor, die Amis hätten auch die Vorliebe für diese ales übernommen und es gäbe nur die in den USA - dann wäre die Zahl der deutschen Touristen in den USA sicher nur halb so groß!  :P

*MisterB

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #11 am: 07.07.2016, 21:35 Uhr »
Na, wenn die Amis dann auch ne Königin hätten und den ganzen Pomp und circumstances aufführen würden, würd ich da schon auch hinfahren  :wink:

Und auch noch off Topic.
Vor etlichen Jahren waren die ganzen Cask ales , also diese handgepumpten Biere, ja fast komplett verschwunden. Da Gabs in allen Pubs nur Kohlensäure gezapftes Fosters, becks und co.
erst seit wieder ein paar Jahren ist das nach und nach wieder im Kommen. Heute machen Pubs extra Werbung dafür das es bei Ihnen auch "pumped" gibt. Eine dieser neuen Sorten ist z.b. "Doom Bar".
Egal ob neue oder alte Sorten. Meines isses nich. Die Engländer scheinen sich aber mehr und mehr damit anzufreunden (Wieder).

Gruß
Bernd
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*Anti

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #12 am: 07.07.2016, 21:47 Uhr »
Auch wenn ich den Bericht eigentlich in einem anderen Forum verfolge, nun auch von mir ein Bier-Kommentar: In Schottland wurde in einem Pub Fosters gezapft (2009). Aber das allein verwunderte mich noch nicht: Ich hatte die Wahl zwischen kalt und ungekühlt. Und da fiel es mir wieder ein: "Die Spinnen die Briten - lauwarme cervicia....  :shock: " Meine Wahl fiel dann auf eine kaltes gezapftes Guinness. Cider vertrage ich leider gar nicht.

*MisterB

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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #13 am: 09.07.2016, 14:48 Uhr »
11.06.2016 - Der 90. Geburtstag und viel Klimbim in Camden Town
 
Heute gings früh los. Für mich ist 9:30 Uhr im Urlaub ja schon fast ne Sünde. Aber ich wollte vorne am Geländer stehen bei der Parade, also muss ich früh da sein. Ein Frühstück gabs noch im Pret an der Station Hammersmith. Nach tollen Croissants und vernünftigem Kaffee konnte man gut gestärkt gen Westminster ziehen.

Es war schon reichlich los. An der Mall entlang waren schon viele Leute da, die sich offenbar schon vor ner ganzen Zeit das niedergelassen hatten. Ich glaube ich mach das demnächst auch so. Ich kauf mir in irgendeinem Outdoor-Laden in London für 9 Pfund 99 nen klappbaren Campingstuhl und lasse mich gepflegt im Stuhl da am Geländer nieder. Und wenns fertig ist dann lass ich das Ding einfach stehen :)

Wir haben uns angestellt und penibel auf die Minute gabs den Aufmarsch der ankommenden Fußtruppen und die Vorbeifahrt der Queen in der offenen Kutsche. Sehr gut. Teil 1 war schonmal erledigt. Erfahrungsgemäß geben nach dem Einmarsch viele Leute auf und verschwinden sonstwo hin. Das es ne Stunde später nochmal den Rückmarsch gibt mit der Queen in Winkegeschwindigkeit, das scheinen viele nicht zu wissen oder nicht zu interessieren. Wie geplant leerten sich auch vor uns die Reihen und wir konnten direkt zur Front Row am Geländer vorrücken.
 
 
 
 

Wenn man sich in der Wartezeit alles drumherum mal anschaut, die ganzen Wachen die immer vorbeimarschieren, die Polizisten die Späße mit den Leuten treiben, die verkleideten Zuschauer, dann geht die Zeit recht fix rum. Und wiederum pünktlich um viertel nach 12 ertönten die Posaunen und die "Rückreise" zum Buckingham Palace wurde angekündigt. Die vielen Reiter und Fußtruppen kamen nun zurück und auch die Queen fuhr gemächlich an uns vorbei. Teil 2 ebenfalls wie geplant abgeschlossen. Bisher lief alles am Schnürchen.

Jetzt hieß es sich am Zugang zur Mall (es gibt nur zwei offizielle Eingangspunkte entlang der Mall) zu sammeln und zu warten, bis geöffnet wurde und man nun über die Mall mit tausenden anderen Leuten zum Buckingham Palace gehen kann. In der Meute haben wir uns angeschlossen und sind zum Buckingham Palace getrabt und haben uns, auch wieder ganz vorne, einen sehr guten Platz mit bestem Blick auf den Balkon gesichert.

 
 

Um 10 vor Eins ging dann die Balkontüre auf und die royale Sippschaft betrat das Licht der Öffentlichkeit. Wie der Engländer nun mal so ist, lässt er es sich nicht nehmen zu dieser Gelegenheit mit viel hooray hooooray die Nationalhymne anzustimmen. Und die Menge hat sogar noch ein Happy Birthday Ständchen hinterher geschickt. Gänsehaut :)

Um Punkt 13 Uhr hat dann dieser dritte Teil mit dem Überflug der Airforce geendet. Puh. Jetzt hatte ich auch lange genug gestanden. Wir haben den Betrieb sich erst mal verziehen lassen und uns dann in den Green Park gesetzt und Pause gemacht. So langsam zog es sich nun auch zu und es fing an zu regnen. Mit dem Wetter hatten wir ja dann nochmal Glück gehabt.

 
 
 

Nachdem die Beine ausgeruht waren gings dann durch den Park hoch zur Bahnstation und weiter zum Piccadilly Circus. Es fing nun doch stärker an zu regnen und wir haben uns dann am Leicester Square in den Brewmaster Pub verzogen und den Regen ausgesessen.
Jetzt stand als geplanter Punkt noch der Camden Markt auf dem Programm. Camden ist immer eine Reise wert und für heute hatte ich mir vorgenommen mal die bisher noch nicht erkundeten Bereiche genauer anzuschauen.

Beim Klamotten-Basar unweit der Bahnstation habe ich dann unter Aufbietung all meiner englischen Feilsch-Kenntnisse ein schönes Klamottenstück von 12 auf 10 Pfund runtergehandelt. Nur um festzustellen, das drei Ecken weiter das gleiche Teil ganz normal für 10 Pfund verkauft wurde. Also nächstes Mal VOR Kauf Preise vergleichen :)

Eigentlich war bisher immer so in Höhe der Schleusen Ende (für mich). Diesmal bin ich aber mal ein Stück weiter wie die Brücke nach links ins Gewühl abgebogen. Um festzustellen, das es hier noch scheinbar unendlich weitergeht und die noch hunderte Marktstände sind. Es schließt sich hier sogar noch ein ganzer riesiger Komplex an. Der Stables Market. Ist man hier erst mal gelandet, dann ist die Zeitplanung dahin. Hier kommt man so schnell nicht wieder raus.

 
 

Also bin ich jetzt noch eine ganze Zeit in und um den Stables Market unterwegs gewesen. Später als ich dann genug gesehen hatte (ein paar der Läden fing jetzt um 18 Uhr auch schon an zu schließen) habe ich mich wieder grob in Richtung Schleusen zurück orientiert. Bei der Station für die Ausflugskähne (man kann von hier mit dem Böötchen auch zum Zoo fahren) geht eine Brücke über den Kanal. Die mündet eigentlich fast direkt zum großen Pub "The Ice Wharf". Das ist ein Wetherspoons-Pub und da gabs jetzt erst mal ne Pause und das Abendessen. War nichts dran auszusetzen. Ich kenne die Wetherspoons, das Essen ist immer OK.

Nach dem Essen stellte sich dann noch die Frage, was man am Abend noch machen könnte. Zumindest fürs "Sightseeing" ist mir nichts mehr eingefallen, da eigentlich alles was mir noch in den Kopf kam um 8 Uhr zumachte. Das lohnte nicht mehr. Letztendlich sind wir aber dann noch so lange hier sitzen geblieben, das der Tag offiziell für beendet erklärt wurde.

Zurück an der UBahn in Hammersmith wars dann 20 Uhr und wir haben den Abend dort im "The William Morris" (auch wieder Wetherspoon) mit ein bisschen Fußball gucken ausklingen lassen. Zumindest konnte man hier noch gemütlich sitzen. Außer gelegentlichem Fan Jubel beim England-Spiel gabs keinen großen Krach. Zum Glück gibts in den Wetherspoons keine nervigen DJ's die ohrenbetäubenden Krach erzeugen.

Morgen gehts erst mal wieder nach Hause, bevor ich am Dienstag wieder anreise für Coldplay.

 
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Re: London im Juli 2016 - Der 90. Geburtstag und Coldplay
« Antwort #14 am: 09.07.2016, 17:53 Uhr »
Klasse Bilder!

Der Mummenschanz mit Pelzmützen und kiloweise Blech auf der Brust ist nicht so mein Fall, aber Camden Market war auch immer eine meiner Lieblingsadressen! Viel "ursprünglicher" als etwa Portobelo Rd oder Liverpool St Station - eben hauptsächlich jüngeres Publikum.
Der Markt ist wirklich riesig geworden über die Jahre, indoors und outdoors.

Als Tipp für andere, die mal hinfahren wollen:

In einem oder sogar mehreren der Pubs gab es auch am Wochenende regelmäßig Rock-Bands und bei der nächsten Ubahn-Station (ich meine es ist Chalk Farm) befindet sich das berühmte Roundhouse (ein runder ehemaliger Lokschuppen), das wird seit den 60er Jahren (mindestens) auch als Venue für Rock etc genutzt

 

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