London - kreuz und quer und hoch und runter

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*U2LS

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #15 am: 21.06.2014, 18:56 Uhr »

Wie sind die Luftbilder entstanden ? Hast du die auf einer Bonusrunde-Warteschleife beim Anflug auf Heathrow gemacht ?


Genau so war's

Da bin ich ja froh, dass du Kew Gardens noch entdeckt hast, denn für mich ist es ein Must see! Hier kommt mal ein Best-of von meinem letzten Besuch Ostern 2014 (die meisten Bilder stammen allerdings vom Hampton Court Palace  :wink:):

Gruß
Lothar

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #16 am: 01.07.2014, 07:59 Uhr »
Hi,

es ist schön hier! :) :) :)

Du schreibst von "morgiger Abreise". Willst du den Abreisetag noch beschreiben oder ist dein reisebericht fertig wie er ist? Dann würde ich den "Daumen" verteilen :) :) :)

*MisterB

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #17 am: 01.07.2014, 14:39 Uhr »
Hi
Ganz fertig isses noch nicht. Ich war dieses jähr auch wieder für trooping the colours in der Stadt. Der Bericht kommt noch. Aber erst in ca. 3 Wochen, da ich gerade in den USA bin.

Gruß von auf dem Weg nach Charlotte
Bernd

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #18 am: 02.07.2014, 08:03 Uhr »
Viele Grüße in die neue Welt ;) Lass dir Zeit!

*MisterB

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #19 am: 14.08.2014, 11:42 Uhr »
12.06. - 15.06.2014 - Beating Retreat, Sightseeing und Queen gucken 2014

12.06.2014 - Anreise, schnell mal überall vorbeigucken, St. Pauls und ein Beating Retreat
 
Auch dieses Jahr stand der London – Juni im Zeichen der Queen. Sozusagen nach dem großen Erfolg letztes Jahr wollte ich Beating Retreat und Trouping The Colours auch dieses Jahr nochmal sehen. Und das Trouping The Colours auch gleich mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr optimieren was die Position beim Buckingham Palace anschließend angeht.

Aber der Reihe nach.

In diesem Juni hatte die Easy Jet die Preisname gegenüber der Germanwings vorne und so ging es ausnahmsweise mal nicht nach Heathrow sondern nach Gatwick. Na da hat sich ja mittlerweile etliches getan. Als ich zuletzt vor vielen Jahren hier war, war das noch ein relativ kleiner Flughafen. Da kann man jetzt nicht mehr von sprechen.

 Vom Flughafen gings per Gatwick Express direkt nach Victoria. Das war eigentlich ganz angenehm. Tickets hatte ich übers Internet schon vorher gekauft. Man konnte durch die Ticketgates mittels Barcodescan eigentlich direkt zum Zug durchgehen. Die Fahrtzeit ist mit einer etwa halben Stunde erfreulich kurz.

 Allerdings kostet der Zug dann doch pro Person noch ein paar Pfund. Ich denke mit dem Zug eingerechnet war ich mit der Easy Jet jetzt preislich wieder bei der Germanwings gleichauf. Na egal.

 In der Victoria Station habe ich noch schnell meine Oyster Card aufgeladen und mich dann in den Untergrund verdrückt für die Fahrt zu Hotel. Ich hatte mal wieder das Marriot West India Qauy gebucht. Ein echt gutes Hotel, wo ich mich eigentlich immer wohlfühle. Warum ich dieses Mal jedoch ein Zimmer mit behindertengerechten Umbau bekommen habe blieb dann doch im Dunklen.

 Da hier die DLR Station unmittelbar am Hotel ist, gings dann mit der DLR und kurz mit der UBahn nach St. Pauls. Dieses Mal hatte ich auch für die St. Pauls Cathedral die Tickets vorher im Internet gekauft um die Warteschlange zu sparen. Und heute war natürlich gerade kein Betrieb. Na egal. Drinnen fand gerade noch ein Gottesdienst mit Abendmahl statt. Wir überlegten noch kurz uns da mal anzuschließen, aber da wir alle nicht wussten, ob man da was bestimmtes tun oder sagen muss haben wirs lieber gelassen.
 
 

Die Kathedrale war schön wie immer und eine ganze Zeit ist wieder draufgegangen beim Bewundern der goldenen und reich verzierten Ausstattung.

Ich hatte ja so ziemlich alles zumindest im Kopf vorgeplant. Aber jeder Plan ist ja immer solange gut bis er auf die Realität trifft. Die Realität traf uns dann in Form von Problemen in der UBahn. Als wir zum Gleis kamen standen da schon hunderte Leute rum. Da war eine Frau zusammengebrochen und die lag dort bewusstlos im Abteil und es waren schon mehrere Leute dort um sich um die Frau zu kümmern. Der Zug fuhr natürlich nicht los und der Bahnsteig wurde immer voller. Nach einer guten viertel Stunde kamen dann sehr energische Durchsagen, das man doch verdammt nochmal jetzt sofort den Bahnsteig räumen solle. Dieser Zug der hier stände, der würde unter keinen Umständen in absehbarer Zeit irgendwo hin fahren. Man sollte sofort woanders hingehen und „alternative routes“ zu seinem Ziel benutzen.

 Als wir vom Bahnsteig weggingen sah ich die Frau immer noch da liegen und von irgendwelchen Rettungskräften war weit und breit nix zu sehen. Wie kommen Sanitäter und allgemein Rettungskräfte eigentlich schnell und zügig in die UBahn wenn es da einen Notfall gibt ? Gibt es da extra Zugänge, Tunnel, Aufzüge für oder ist man da unten zig Stockwerke unter der Erde verratzt und verloren wenn was passiert ? Das ist mir nur so durch den Kopf gegangen.

 Ich hoffe für die Frau ist noch alles gut ausgegangen und ihr ist nichts gröberes zugestoßen.

 Nun. Wir sind dann einfach eine Station in die andere Richtung (Bank) und da in eine Dictrict/Circle und dann bei Temple raus. Da musste man jetzt halt die Planung etwas improvisieren, aber das war ja nicht schlimm. Von Temple aus sind wir erst mal am Somerset House vorbei grob in die Richtung von Covent Garden gegangen. Da war gerade sowas wie ein Markt aufgebaut wo man Unmengen von allem möglichem Essen kriegen konnte. Von pulled pork über Chorizo Sandwiches oder schwedische Fleichbällchen-Nudeln war da alles bei. Ich hab ja schon ganz kurz Hunger bekommen, habe die Essenseinfuhr aber mal auf später verschoben.

 


Von Covent Garden gings dann erst mal die Geschäftsstraße runter Window Shopping. Kurz bevor es dann auf den Piccadilly Circus ging gabs noch ne Station in der M&M World. Ich habe mir das Ding dieses Mal das erste Mal genauer angesehen (also mich mehr als 10 Meter von der Eingangstüre wegbewegt). Man was kann man hier einen Klimbim kriegen. Und die Leute haben das auch tütenweise da rausgeschleppt. Naja. Wers mag.

 Vom Piccadilly ging es nun die Regent Street hoch (auch Window Shoppen) bis wir dann in die Carnaby Street abgebogen sind. Nach einer Begutachtung der Carnaby Street musste ich aber auch sagen, das ich mir da doch einiges mehr drunter vorgestellt hatte. Kann es sein, das diese Ecke hier nur noch sehr viel vom Ruhm vergangener Tage zehrt und es in Wirklichkeit deutlich weniger kultig ist als wie jeder meint ?

 Einzig die vorbeiziehende Hari-Krishna-Hari-Hari-Hari Gruppe war recht lustig. Ansonsten normale Einkaufsstraße. Nun gut. Wurde auf der Liste abgehakt. Man war mal da.

 Wir habe uns wieder Richtung Piccadilly Circus zurücktreiben lassen und nun stand in meinem Stamm-Angus-Steakhouse am Leicester Square erst mal das gute alte 12oz Pepper Steak auf dem Programm. War gut wie immer. Zuerst wollte ich ja in das Steakhouse was bei Piccadilly Circus ist (gegenüber vom Empire Kino) aber das war irgendwie nicht mehr da. Das ganze Haus war irgendwie eingerüstet und entkernt. Da wurde wohl was neu gebaut.

 

So. Jetzt sind wir doch früher fertig als gedacht. Wie vertreiben wir uns die Zeit ? Wir haben uns für einen kurzen Spaziergang durch den Green Park zum Buckingham Palace entschieden. Auf dem Weg durch den Park kamen uns dann alle paar Meter mehr oder weniger kunstvoll aufgedonnerte Frauen mit Abendkleidern und irgendwelchen komischen Gebilden auf dem Kopf entgegen. Aus der Richtung habe ich direkt mal messerscharf geschlossen, das die vom Buckingham Palace kamen.

 Dort habe ich mal einen Polizisten gefragt was hier los sei und der antwortete nur verschwörerisch „Royal Garden Party!“. AHA.

 Hui. Hier war aber echt viel Licht und sehr viel Schatten unterwegs. Da waren wirklich hübsch gekleidete Frauen denen die Kleider und der extravagante Kopfschmuck wirklich verdammt gut gestanden haben. Andersrum waren da aber auch ganz viele Schlachtschiffe die ihre nicht für Abendkleider vorgesehen Körper in ein Form gezwängt hatten und da musste man teilweise schon ein wenig innehalten um nicht laut zu lachen.

Dieses „Leute gucken“ hat dann aber auf jeden Fall dazu geführt, das wir nun durch den Park zur Horse Guard Parade gehen konnten und direkt für das Beating Retreat einchecken konnten.

 

 

Es war heute Abend wieder wirklich sehr gut. Das Programm dieses Jahr waren Gedenken an den ersten Weltkrieg und den DDay. Als Gäste gabs dieses Jahr die französische Fremdenlegion (inklusive französischer Nationalhymne mitten in England) und irgendwelche Pfeifer aus Kanada. Der Abgesandte der Königsfamilie, der „official salute taker“, in diesem Jahr war Prince William (Und er hat mir gewunken :) ).

 

Um 10 wars vorbei und halb 11 waren wir am Hotel. Die Bars da in der Gegend waren alle noch offen, es wurde noch das Eröffnungsspiel der WM übertragen. So war auch noch Zeit für ein gemütliches Bierchen.

Gute Nacht.




13.06.2014 - Flucht ins Grüne und komisches Verhalten Großstädter im Zoo
 
Gestern war Programm das Beating Retreat, morgen gibt’s Trouping The Colour. Heute war sozusagen frei. Nach einem Frühstück in South Kensington habe ich noch einen Blick in die örtliche Lamborghini Filiale riskiert. Da es nun so gegen 11 Uhr doch schon muckelig warm war, haben wir beschlossen, den Tag im Grünen zu beginnen und sind mit der Bahn nach Kew Gardens gefahren.

Dort war es schön und ruhig wie immer und auch nicht so warm. Man konnte ganz wunderbar in der Gegend rum marschieren. Allerdings müsste ich wohl demnächst mal etwas früher im Jahr vorbeischauen denn zum Beispiel der Rosengarten lag gerade in den letzten Zügen und Azaleen und Hortensien waren eigentlich schon verblüht. Würde das gerne mal in voller Pracht sehen.
 
 

 

Die Pfauen haben sich auch wieder hübsch aufgestellt und der Spaziergang durch die Palmenhäuser hat dann noch länger gedauert. Später sind wir dann noch am Bahnhof im schönen Pub hängen geblieben und haben den Flüssigkeitshaushalt bei ein paar Honey Dew aufgefüllt.

 Später in der Stadt zurück wurde dann noch ein wenig rumgetrödelt und ein frühes Dinner in meinem anderen Lieblingshaus bestehend aus viel Steak auf heißem Stein eingenommen.

 Von hier am Leicester Square ging es dann mit der Northern nach Camden Town. So ein Zug über die Camden High Street ist immer interessant und sollte bei jedem Besuch mit dabei gehören. Wie immer wurde man von den Markständen regelrecht eingesaugt und nach diversen Verhandlungen mit Pakistanis und Indern aller Art sind dann auch bei uns der eine oder andere Schal oder Shirt über die Theke gegangen.

 

 

 

Bei einem Laden haben wir für ein paar Schuhe gestoppt. Als ich nach der Größe fragte meinte der Verkäufer „Ja haben wir da“. Mit diesen Worten auf den Lippen hat er dann das Geschäft verlassen und ich habe nur gesehen, wie er schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite einen anderen Schuhladen geentert hat. 5 Minuten später kam er dann mit einem Schuhkarton unter dem Arm wieder zurück. Ich dachte sowas passiert nur in der Türkei auf dem Basar, aber scheinbar geht das in Camden auch.

 Wir sind dann noch die High Street hoch bis zum Lock, kurz über den Foodcourt dort geschaut und auf der anderen Straßenseite wieder die High Street runter. Als ich letztes Mal hier war, wurde man alle drei Meter angehauen man sollte Lederjacken kaufen. Das war heute garnicht mehr der Fall. Die wollten uns diesmal verstärkt irgendwelche Handtaschen andrehen, bevorzugt mit Eulen-Muster drauf. Laut meiner Mutter soll das gerade sehr angesagt sein. Eulen aller Art. Na, gut zu wissen.

 Es sind keine weiteren Shoppingsünden mehr begangen worden und auch aus den vielen Tattoo-Studios haben wir uns erfolgreich rausgehalten.

 

Nächster Programmpunkt : Der Zoo. Ich hatte uns Tickets für die sog. „Zoo Lates“ gekauft. Die „Spätöffnungszeiten“ des Zoo. Wobei „Spät“ jetzt heißt, von 18 Uhr bis 22 Uhr. Also weit weg von richtig spät Abends. Aber immerhin, das schien die Attraktion schlechthin zu sein, denn von Camden High Street aus zogen sich wahre Menschenmassen die Straße hoch zum Zoo. Von der Bahnstation Camden Town muss man noch eine ganze Ecke zu Fuß latschen, bis man am Zoo ist. Augenscheinlich haben die es geschafft den Zoo da hin zu bauen, wo in London keine der duppzich UBahn Linien auch nur in die Nähe kommt. Angeblich gibt’s wohl nen Bus der auch den Zoo auf dem Plan hat, den hab ich aber nicht gefunden.

 Ja was soll ich sagen. Die vielen Leute haben sich erst mal im Zoo rund um den Eingangsbereich geknubbelt. Weiter entfernt war aber eigentlich garnix los. Wir haben uns vom Eingang ausgehend die Känguru’s, Emu’s und die Tigerwelt angeschaut.

 Eines der Känguru’s lang in seinem Gehege wie erschlagen auf dem Rücken und hat gepennt. Sehr lustiger Anblick. Bei den Tigern war ein sehr stattliches Exemplar gerade mit der Eigenpflege beschäftigt (hat sich ausführlich selbst abgeleckt) und zwei kleine Tigers spielten auch noch im Gehege rum. Hier konnte man zumindest gut was sehen.

 

 

Aus dem Tigerland raus kommt man bei den Kamelen vorbei. Die sahen irgendwie sehr zottelig und verfranst aus. Haben die gerade Fell abgeworfen ? Nun, im weiteren Verlauf kommt man noch an diversen anderen Sachen vorbei. Affen konnte man noch sehen. Die Gorillas wurden schon recht früh eingeschlossen, so das wir es da nicht mehr hingeschafft haben. Was noch interessant war, war das große Pinguin Außenbecken wo auch noch richtig was los war.

 Ansonsten war ich vom Zoo aber doch ein wenig enttäuscht. So viel mehr interessantes (im Afrikabereich sind wir nicht mehr gewesen muss ich dabei sagen) haben wir nicht gefunden. Ich vermute jetzt einfach mal (weil einen Sinn dahinter muss es ja geben) das man sich ganz bewusst auf wenige und bestimmte Tiere konzentriert, als das man jetzt versucht alles mögliche zu zeigen. Das könnte der Grund sein, warum weitere Großtiere (Elefanten aber auch Bären zum Beispiel) komplett fehlten. Das Areal war jetzt auch nicht unbedingt als riesig zu bezeichnen.

 Die ganze Zeit über hatte ich mich aber dann doch noch gefragt wo denn die ganzen Leute noch abgeblieben sind mit denen wir eben zum Zoo geströmt sind. Fündig wurden wir auf der zentralen Fress- und Saufmeile. Hier waren die alle. Jeder der sehr zahlreich vertretenen Getränke- und Essensbuden war dicht umlagert und die Leute standen Schlange. Dabei hatten die hier richtig amtliche Preise. Da gab es einen Weinstand, der eine Flasche Weißwein (irgendein Chardonnäää) gekühlt in der Karaffe für schlanke 35 Pfund an den Mann/Frau brachte. Und da liefen nicht wirklich wenige mit so einer Karaffe rum !

 Irgendwie versteh ichs nicht. Da zahlen die Leute Eintritt in den Zoo (16 Pfund) nur damit die sich an die Buden stellen können um da noch mehr Geld loszuwerden. Irgendwie hatte ich den Eindruck das dies auch der Hauptgrund war warum die Leute hier waren. Die Tiere waren da eher Nebensache.

 Zumindest gab es in einem Zelt sowas wie eine Standup-Comedy Show. Gerade als wir dieses Zelt betraten sang und sprang eine 3-Mann-Bierbauch-Kombo halb nackig über die Bühne unter dem lauten Gejohle aller Anwesenden. Das war echt lustig. Zwei Nummern spätern waren die Herren auch nochmal da um mit den dicken Bäuchen in engen blauen Glitzerleibchen zu tanzen. Saustark !

 

So um 21 Uhr habe wir uns dann aber auch in den nun schon deutlich sichtbaren Strom der Abreisenden eingereiht und sind in der langen Prozession wieder zurück zur Ubahn marschiert. Spätestens als ich dann im Zug saß hatte ich für heute für Marschieren genug. Das war ein großes Pensum gewesen für heute.

 Es hat dann in den Docklands auch nur noch für nen kurzen Absacker gereicht bis wir um 23 Uhr aus der Kneipe befördert wurden, weil die zugemacht haben. Freitagabend 23 Uhr. Das muss wohl noch einer der Pubs gewesen sein, wo die Verlängerung der Sperrstunde nicht ganz angekommen ist. Gute Nacht.




14.06.2014 - Trouping The Colours, James Bond, Riesenrad, Zauberer und Greenwich
15.06.2014 - Abreise
 
So. Heute war Queen gucken angesagt. Die Idee hatten natürlich auch noch viele andere Leute. War ja klar. Zumindest war ich aber über den Zeitplan informiert und wusste, dass ich mich garnicht wirklich in aller Frühe irgendwo anstellen musste. So bin ich gediegen um 10 Uhr bei der Horse Guard Parade aufgeschlagen. Hier war so viel Betrieb von Leuten das man fast garnicht mehr gehen konnte. Aber hier wollte ich ja auch garnicht hin.

 Das ganze Strammstehen und Exerzieren hatte ich ja im Wesentlichen vorgestern schon gesehen. Somit waren für mich die Geschehnisse auf der Horse Guard Parade selbst garnicht so interessant. Ich wollte mich an der Mall aufstellen um den Vorbeizug der Truppen und der Queen dort zu sehen. Und dabei wollte ich die Fehler vom letzten Jahr vermeiden. Damals hab ich mich einfach falsch angestellt und nachher auch die falsche Entscheidung für den Weg zum Buckingham Palace getroffen. Das sollte dieses Jahr besser funktionieren.
 
 

Ich habe auf ungefähr halber Distanz zwischen Palast und Horse Guard ein schönes Plätzchen am Geländer gefunden was ich auch erfolgreich verteidigen konnte. Pünktlich um 11 kam die Queen mit Mann gefahren und die Parade konnte beginnen. Jetzt auf der Hinfahrt wars noch etwas zügig. Trotzdem habe ich noch ein vernünftiges Foto machen können. Phillip war auch dabei. William und Charles fehlten, die waren, wie ich später gelesen habe, zu Pferde in einer Reitergruppe unterwegs.

 Jetzt war erst einmal wieder Warten angesagt. Eine Stunde wurde jetzt auf dem Paradeplatz marschiert. Aber die Zeit ging schon recht schnell rum. Es gab ja immer wieder was zu sehen entlang der Straße. Gegen 12 wurden die Überwege zu gemacht und die BBC hat die Kameras scharf gemacht. Das war auch das Signal das jetzt die große Parade gleich kommen würde.

 

Und schon kamen mit schmissigen Melodien auf der dicken Trommel die Fußtruppen um die Ecke. Mitten drin dann in gemächlicher Königsgeschwindigkeit eine strahlende und winkende Queen in ihrer offenen Kutsche. Letztes Jahr war sie in einer geschlossenen Kutsche unterwegs gewesen. Da konnte man nur durch die Scheiben Umrisse sehen. Diesmal mit der offenen Kutsche wars schon deutlich besser.

 Irgendwann war der Zug vorbei. Ein paar Minuten später kamen schon die ersten Kehrautos gefahren. Für mich das Signal mich zu einem der Überwege (die aber immer noch gesperrt waren) zu orientieren. Dort angekommen war jetzt erst mal Warten angesagt. Nach ca. einer halben Stunde konnte man dann recht viel Polizei mit noch sehr viel mehr Leuten im Schlepptau sehen, die die Mall herunterkamen. Als ein gutes Stück der Menge an uns vorbeigezogen war wurde der Überweg geöffnet und man konnte sich jetzt gemütlich auf der Mall in die Menge einreihen. Ich bin dann gemütlich mit allen anderen zum Buckingham Palace gegangen. Es verteilte sich sehr gut und ich stand dann am Ende nur ein paar Meter vom Zaun entfernt mit bestem Blick auf den Balkon.

 

 

Ein paar Minuten vor 13 Uhr kam dann die gesammelte Königssippe auf den Balkon und hat sich winkend beklatschen lassen. Ein paar Engländer um uns herum waren ganz aus dem Häuschen und jubelten mit lauten HipHipHooray Rufen.

 Kurz drauf begann der Überflug der Airforce mit dem Finale der Düsenjäger mit den Englandfarben. Mir hat es hier in der Masse wirklich gut gefallen und mit Blick auf den Balkon und mit den Fliegern überm Kopf hätte die ganze Sache auch ruhig noch deutlich länger dauern dürfen.

 

Tja. Nach dem Überflug war dann allgemeine Zerstreuung angesagt. Wir sind in der sich verlierenden Menge wieder die Mall runter gegangen um dann irgendwann Richtung Trafalgar Square abzubiegen.

 Auf dem Platz war wieder mal irgendeine Erweckungsveranstaltung im Gange. Wegen der brüllend lauten Musik sind wir hier auch nicht mehr lange geblieben. Irgendwo an der Straße in Richtung Covent Garden haben wir noch einen Pret gefunden wo die Warteschlange nicht so sehr lang war. So gabs gegen mittlerweile 14 Uhr auch noch sowas wie ein Frühstück.

 Am Covent Garden hatte ich Tickets für die Ausstellung „James Bond In Motion“. Eine Ausstellung von diversen James Bond Fortbewegungsmitteln, die alle in den Filmen benutzt wurden. So gab es vom Goldfinger Rolls Royce über den originalen Aston Martin DB bis zum Minihubschrauber alles mögliche zu sehen. Schwerpunkt waren natürlich die Autos.

 

 

Mir hat die Ausstellung gut gefallen. Es gab viel zu sehen und auch interessante Informationen zu lesen. Allerdings hat es jetzt nicht unbedingt lange aufgehalten. So groß, das man sich hier stundenlang aufhalten konnte, war der Fuhrpark jetzt nicht wirklich.

 

Wer nach dem Besuch dieser Ausstellung noch Bedarf an Fahrzeugen hat der kann ja um die Ecke ins Transport Museum gehen. Ich bin allerdings jetzt erst mal zur UBahn und habe mich zur Southbank orientiert. Southbank ist ungefähr da, wo das Riesenrad ist. Hier am ganzen Ufer entlang war das Udderbelly Festival im Gange. In zig kleinen Häuschen und Zelten gab es unzählige Auftritte von Künstlern unterschiedlichster Art. Im Hauptzelt (sieht aus wie eine auf dem Rücken liegende blaue Kuh!) gab es jetzt am Nachmittag „Morgan And West“. Das ist eine nette Zauber-Show. Morgen And West habe ich schon in Edinburgh beim Fringe Festival gesehen und dort hatte mir das sehr gut gefallen.

 Die Show hier in London war dann so lala. Scheinbar war es ein „Zusammenschnitt“ von mehreren verschiedenen Programmen. Es wurde sehr viel geredet und meiner Meinung nach recht wenig gezeigt. Bei der Show in Edinburgh gabs noch einen tollen „verschwinde-und-wieder-auftauch“-Trick, der hier leider auch fehlte. Schade. Ich muss mir die zwei mal nochmal ansehen, wenn die mit einem ihrer festen Programme unterwegs sind (zum Beispiel Time Travelling Magicians).

 Nachher haben wir auf dem Weg zurück zum Riesenrad noch länger einem Straßenkünstler zugeschaut. Am Riesenrad haben wir uns dann Tickets fürs Böötchen gekauft und sind dann gemütlich nach Greenwich geschippert.

 

Weiterhin gemütlich gings dann hoch zum Observatorium. Hier war natürlich schon zu. Vorteil daran war aber das auch die vielen Leute weg waren, die sonst immer hier zu finden sind. Man konnte endlich mal gemütlich oben sitzen und die Aussicht genießen ohne das ewig viele Leute vor einem rumhopsen und Fotos machen.

 Mit beginnender Dämmerung gings wieder zurück. Ausgiebig wurde auch die Cutty Sark noch begutachtet bevor es auf ein wenig gutes Essen zu Frankie And Benny ging. Zurück in die Stadt gings dann später mit der Bahn und der Abend ging im „The Ledger Building“ nahe vom Hotel gemütlich zu ende. Ich bin da schon öfters gewesen aber heute hab ich das erste Mal das Menu in die Finger bekommen und festgestellt, das die eine recht umfangreiche Karte mit solidem Pub Food haben. Muss ich mir mal merken fürs nächste Mal.

 Am Sonntag gabs nur noch die Rückreise. Der Zug zurück nach Gatwick war schnell und pünktlich. Der Flieger war auch pünktlich und es ist nicht erwähnendswertes passiert.


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*playmaker11

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #20 am: 15.08.2014, 11:18 Uhr »
Ach, da bekomm ich auch schon wieder Lust (12x London und kein Ende), aber 2014 wird das nix. Da steht noch 2x USA und 1x Malle an. Irgendwann sind Budget und Urlaub erschöpft.
No retreat, no surrender !

*wolfi

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #21 am: 15.08.2014, 13:15 Uhr »
Sehr schöne Berichte - und phantastische Fotos, danke!

Einiges hätte von mir sein können, Camden ist auch eine Lieblingsecke von mir, da findet man wirklich Kuriositäten ...

London hat einfach was!

*MisterB

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #22 am: 20.07.2015, 12:34 Uhr »
So langsam müsste man das eigentlich mal in London UND UMGEBUNG umbenennen.
Hier mein letzter Besuch von London inkl. Ausflug nach Stonehenge und nach Canterbury.

25.06. - 29.06.2015 - Markets, Viaducts, Steine und Kathedralen

25.06.2015 - Anreise

Nachdem es zuletzt mal in andere englische Städte ging, war jetzt nochmal London ganz dringend dran. Allerdings auch nicht nur London „pur“, sondern auch mit Ausflügen und zwar nach Canterbury und nach Stonehenge. Aber erst mal der Reihe nach.

Anreise war entspannt, obwohl der Flieger ne halbe Stunde Verspätung hatte. Gatwick Express in die City wie immer schnell und zuverlässig. Zum Hotel musste ich jetzt aber noch ein wenig weiter reisen. Das Hilton London Docklands (mittlerweile zu einem Doubletree umfirmiert) ist zwar nicht schlecht, ein großer Nachteil ist aber die Anreise. Weil da kommt man mal nicht so einfach hin. Die haben zwar nen eigenen Bootsanleger, aber sonst kommt man nur mitm Bus hin. Ist einfach unpraktisch.

Ich bin also mit der Ubahn bis nach Canada Water und hier in den C10 Bus zum Hotel.

Ich hatte diesmal eine eigene Penthouse Suite. Naja, nicht direkt. Eher einen kleinen Studioraum aufm Dach mit eigenem Balkon. War echt ganz nett. Klimaanlage ging aber nicht als ich kam. Habe meine Klamotten abgeworfen und bin dann wieder runter um in die Stadt zu fahren. An der Rezeption habe ich kurz wegen der Klima Bescheid gesagt. Ja, es kümmert sich einer. Gut.
 

Mit Bus und Ubahn gings zurück in die City. Ich bin bis Green Park gefahren und von Green Park bis Piccadilly Circus zu Fuß gegangen. Eigentlich habe ich das jetzt schon sehr oft gemacht, heute Abend ist mir das allererste Mal aufgefallen, das hier auch das Kaufhaus „Fortnum & Mason“ ist. Das stand schon länger auf meiner Offene-Punkte-Liste, aber irgendwie jetzt so um 19 Uhr rum hatte ich dann doch keine Lust mich umzuschauen. Aber jetzt weiß ich ja wenigstens wo es ist.

Gemütlich am Piccadilly vorbei gings weiter mit viel stehen bleiben und gucken bis zur Bahnstation Leicester Square.

Hier habe ich mein Stamm-Angus-Steakhouse geentert und mein Stamm-12oz-Peppersteak eingenommen. Traditionen müssen gepflegt werden.

Hier bin ich noch länger sitzen geblieben und am Ende mit einem der Kellner ins Gespräch gekommen. Er sprach mich auf mein Hard Rock Cafe T Shirt an und meinte das er schon überall auf der Welt in HRC’s gearbeitet hätte. In Spanien (er war Spanier) und in Edinburgh. Und im HRC Tokio wäre er gewesen (ob er da auch gearbeitet hat weiß ich nicht, konnte es nicht verstehen. 

Netter Typ. Aber das Spanisch-Englisch war sauschlecht zu verstehen.

Zurück gings per UBahn bis nach Canada Water. Hier habe ich mich kurz umgeschaut und zielsicher einen Sainsbury Local gefunden der für die nächsten Tage meine Versorgung mit Getränken sicherstellen würde. Mit dem C10 gings zum Hotel.

Im Zimmer habe ich dann die nächste relativ lange Zeit damit verbracht zu versuchen der Klimaanlage ein gekühltes Lüftchen zu entlocken. Die Klima ging jetzt zwar grundsätzlich wieder, aber egal was ich eingestellt habe, es kam nur heiße Luft. Als ich sicher war, das ich nicht zu blöd war sondern das das Teil irgendwie kaputt war, habe ich das Ding ausgemacht und meine großen bodentiefen Studiofenster aufgemacht und Durchzug gemacht. Im Schrank habe ich noch einen Ventilator gefunden den ich auch in Betrieb genommen habe. So gings eigentlich ganz gut.



26.06.2015 - Markt, Kaufhaus, Tor, Brücke, Konzert
 
Für heute war Stadtbummel angesagt. Ich hatte erst am Abend was vor in der O2 Arena. Fleetwood Mac. Bis dahin war der Tag nicht verplant und ich hatte sozusagen offenes Programm.

Als erstes bin ich mal zum Borough’s Market gefahren. Dieser Markt ist unter den Eisenbahnbrücken der London Bridge Bahnstation. Praktisch liegt London Bridge auch an der Jubilee Line, so dass ich auch mal ohne Umsteigen irgendwo angekommen bin.

Kommt man aus der Ubahn raus und hält sich in Richtung der Bahn dann kann man den Markt nicht verfehlen. Unterhalb der Brücken sind unzählige Stände aufgebaut, die so gut wie alles essbare anbieten, was man sich vorstellen kann. Da gibt es italienische Ecken, spanische und französische. Deutsch Bratwurst und Pfefferbeisser neben Pulled Pork und türkischem Honig. Viele Obststände gibt’s noch und Bäckereien, Käsereien, Wein, Cider, Ziegenmilch-Eiscreme, Zebraburger und und und.
 


Hier kann man sich echt umschauen und ich denke, das man in den verwinkelten Ecken auch beim zweiten und dritten Mal noch was neues findet.

Neben dem Markt ist noch die Southwark Cathedrale. Wenn man davor steht und der Turm der Kirche vom zigmal so hohen The Shard-Wolkenkratzer überragt wird, wenn man vorne das alte Steingebäude hat und von hinten überragt der Glas-Stahl-Palast, das ist schon ne coole Perspektive.



Und um die Ecke ist auch das „The Old Thameside Inn“ mit dem alten Segelschiff vor der Türe. Hier bin ich sogar schon gewesen. Wenn ich gewusst hätte, das 50 Meter weiter der Markt ist. Tststs.

Nach genug Markt gings dann wieder in die Ubahn und weiter nach Bond Street. Kommt man in Bond Street wieder ans Licht und schaut sich ein wenig um, dann sieht man schon das große imposante Gebäude von Selfridges. Da wollte ich noch hin. Kennt jemand die Fernsehserie „Mr. Selfridge“ ? Also das Gebäude sieht schonmal original aus. Wobei die Umgebung natürlich ca. 100 Jahre weiter ist als in der Serie. War Selfridges in der Serien noch im „unteren und schäbigen Teil“ der Oxford Street angesiedelt, so ist das heute komplett eine feudale Einkaufsstraße mit allen möglichen Kaufhäusern und Markenshops die man sich denken kann.

Die Delikatessenabteilung soll ja sehr sehenswert sein. Wobei ich sagen muss, das ich es nicht so sehr spannend fand. Da gibt’s bei Harrods mehr. Ob man in das Dachrestaurant so einfach hinkommt habe ich nicht ausprobiert. Ich habe mich nur mal ein wenig im Kaufhaus selbst umgesehen. Spielwarenabteilung mit (fast) lebensgroßen Plüschtieren, Klamotten (Anzüge), Uhren (schöne 10.000-Pfund Uhren hatten die da in der Vitrine) und Elektronikabteilung (oh, LCD Fernseher für 25.000 Pfund. Ein Schnäppchen) habe ich begutachtet.



Im Großen und Ganzen ähnlich wie Harrods. Zumindest war ich jetzt mal da. Aber das Gebäude mit den unzähligen Säulen und den feudalen Haupteingang ist trotzdem ein Hingucker.

Mittlerweile wars draußen unglaublich heiß geworden und in der Hitze bin ich nun weiter bis zur Station Oxford Circus gegangen. Mit ein wenig kreuz und quer umsteigen gings von hier nach Farringdon.

Was gibt’s in Farringdon ? Hier steht das St. Johns Gate. Ist jetzt nicht sehr spektakulär. Ist eingezwängt zwischen neuen Häusern ein mittelalterliches Stadttor. Habe ich mal im Lonely Planet gefunden und dachte mir, schau es dir mal an. Das angeschlossene Museum soll (glaubt man den Google Bewertungen) sehenswert sein. Habe ich aber nicht getestet.


Auf dem Rückweg habe ich mal ne kleine Rast eingelegt und bin dann zielsicher auf den riesigen Smithfield Market gestoßen. Auf dem Hinweg hatte ich das garnicht so wahrgenommen. Jetzt aus der Richtung von der ich zurückkam, konnte man aber garnicht zur Bahn ohne auf den Markt zu treffen. Der Smithfield Market ist DER Londoner Großmarkt für alles was sich um Lebensmittel dreht. Natürlich war jetzt nichts mehr los. Laut Reiseführer sollte man für den Riesenbetrieb hier morgens zwischen 6 und 7 Uhr erscheinen. Ich habe noch in einen der Gänge einen Blick riskiert. Hier wurde aber auch nur geputzt und mitm Schlauch abgespritzt. Hier war auch gleich zu.

Ein Blick auf die Karte zeigte mir, das ich hier auch garnicht weit vom Holborn Viaduct war. Das war auch so ein Punkt auf meiner Offene-Punkte-Liste. Ich wusste eigentlich garnicht was genau ich mir da jetzt drunter vorstellen sollte. Vorgefunden habe ich nun eine reichlich verzierte Brücke über die Straße. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, das es sich bei dieser Brücke, verziert mit Löwen und ganz vielen Drachentieren, um eben jenes Viaduct handelt. War nett anzuschauen, aber wie das Gate eben, wars das dann auch. Punkt abgehakt.

Google Maps sagte von hier bis zum Covent Garden einen Fußweg von 1,1 Meilen voraus. Na warum nicht. Spektakulär war der Weg jetzt nicht. Von der Brücke aus geht’s durchs Geschäftsviertel bis man dann später auf die Fleet Street mit den ganzen Gerichtsgebäuden trifft. Bei den „Courts of justice“ habe ich mal einen Blick rein riskiert. Bis zur Sicherheitskontrolle bin ich gekommen dann bin ich rumgedreht. Die Eingangshalle sah aus wie die Westminster Abbey, vom Stil und auch von der Größe.

Später am Covent Garden gabs nochmal eine längere Rast und ich habe dem Schlangenmann zugeschaut, der sich recht gewagt verbiegen konnte.



An der St. Martin Lane bei Steak & Co gabs das ebenfalls traditionelle Heiße-Stein-Steak. Lecker. Und jetzt konnte ich langsam aber sicher auch die Anreise zur O2 Arena aufnehmen.

Fleetwood Mac haben hier heute Abend Konzert Nummer 6 gespielt. Und natürlich wars wie immer ausverkauft. Konzert war fast 2,5 Stunden lang und auch recht gut. Nur wenige Längen. Allerdings hatte ich mir vom einheimischen Publikum etwas mehr erhofft. Sehr viele Leute kamen später und sehr viele Leute sind schon bei Beginn der Zugaben gegangen. Verstehe ich ja nicht sowas.

Eine kurze UBahn-Bus-Fahrt später war ich dann auch wieder am Hotel. Mit was zu trinken und dem Ipad habe ich mich noch ein Stündchen auf den Balkon gesetzt. Jetzt in der Nacht wars auch schön kühl. Nach der Hitze des Tages (so oft durchgeschwitzt wie heute war ich schon länger nicht mehr) eine sehr angenehme Abwechslung.






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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #23 am: 20.07.2015, 14:20 Uhr »
Toll, wieder mal etwas von meiner Lieblingsstadt zu "hören"!

Ich habe übrigens mal im Ibis London Docklands genächtigt; ist auch etwas weiter weg vom Schuss aber liegt direkt an der Station Blackwall. Preislich für Londoner Verhältnisse noch akzeptabel und das separat zu zahlende Frühstück ist ausgezeichnet!
Gruß
Lothar

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #24 am: 21.07.2015, 10:32 Uhr »
Ah interessant. Es gibt ein Ibis London Docklands und ein Ibis London Excel Docklands.
Das Excel Docklands ist bei de DLR Royal Victoria (gegenüber der Seilbahn). Da habe ich mal gegenüber im Crown Plaza genächtigt. Das war ganz OK.
Für Konzerte im O2 sehr praktisch. Kann man zum Beginn schnell mit der Seilbahn rüber fahren.
Das Ibis Docklands bei DLR Blackwall kenne ich nicht. Fahre da immer nur mit der DLR vorbei. Wie ist die Gegend da ? Sieht aus der Bahn nicht so dolle aus stellenweise.

Genug Londontown. Heute geht's aufs Land ......

27.06.2015 - To the stones
  
Als ich letztes Mal zu alten Steinen wollte, da bin ich zum Konzert der Rolling Stones nach Düsseldorf gefahren. Heute wars leicht anders, heute wollte ich zwar auch antike Steine sehen, aber doch lieber in Stonehenge.

Im Vorfeld hatte ich mich internetschlau gemacht. Von London muss man nach Salisbury fahren. Von dort gibt es dann eine Company die einen per Bus zu den Steinen bringt. Ticket für die Steine kann man auch im Internet kaufen. Dazu muss man ein Datum und eine Uhrzeit angeben. Die Karten werden in Slots halbstündlich gezeitet.

Das Bahnticket hatte ich auch vorher im Internet schon gekauft. Das musste ich jetzt noch am Automaten abholen. Ob ich das jetzt unbedingt vorher hätte kaufen müssen weiß ich nicht. Die Züge sind ja nie voll. Ich denke das hätte auch am Tag noch geklappt. Wie das mit den Preisen ist, also ob die Tickets teurer werden je näher der Reisetag rückt, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich mir ne lange Warteschlange am Schalter erspart dadurch. Zugticket hat mich jetzt übers Internet ca. 30 Pfund gekostet.

Die Anreise zum Bahnhof Waterloo wäre eigentlich recht einfach gewesen. Die Jubilee Line hält dort. Und eigentlich war ich auch recht zeitig unterwegs. Nur leider meinte der Bus am Hotel mal aussetzen zu müssen. Also musste ich wohl oder übel warten, und warten, und warten.

Zum Glück kommt man von der Jubilee in Waterloo schnell raus in die Bahnstation. Kurz vor knapp war ich dann doch noch pünktlich da. Als ich am Zug war hatte der dann auch 15 Minuten Verspätung. Die verdammt beste Gelegenheit um noch nen Kaffee und ein Croissant zu kaufen. Frühstück hat dann im Zug stattgefunden.

Der Zug fährt etwas über eine Stunde nach Salisbury. Bahnhof ist übersichtlich. Direkt vor der Türe wartet schon der Bus der Stonehenge Bustour. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann fährt der Bus alle halbe Stunde. Das Busticket kostet übrigens 14 Pfund. Man kann auch Bus und Eintritt Stonehenge direkt zusammen im Bus kaufen. Ob man dabei was spart habe ich nicht gesehen.

Vom Bahnhof aus geht es erst einmal in einer Runde durch die Stadt und danach durch viele grüne Felder bis zu Stonehenge.

 

 

Was man bei Ankunft zuerst sieht ist der riesige Autoparkplatz und daneben der riesige Busparkplatz. Beides natürlich voll. Am Visitor Center standen die Leute auch schon zur Türe raus an für Karten. Zum Glück konnte ich die Schlange links liegen lassen und direkt zum Prepaid Pick Up marschieren. Gute Idee das Ticket vorher übers Internet zu kaufen.

Ach ja. Und um die vorher ausgesuchte Zeit (ich hatte ein Ticket für 12:30 und jetzt waren es auch schon 13 Uhr) hat sich auch niemand mehr gekümmert. Egal was für ne Zeit auf der Karte steht, man kann da kommen wann man will.

Das Visitor Center ist ca. 2 Kilometer von den Steinen weg. Es fahren alle 5 Minuten Shuttle Busse die einen dann vom Visitor Center aus hinbringen.

Wieso habe ich eigentlich jetzt 14,50 Pfund bezahlt ? Um mit dem Shuttlebus zu fahren ? Irgendwie schon. Denn wenn ich die Beine in die Hand genommen hätte und wäre zu Fuß der Straße entlang gegangen, dann hätte ich auch so zu den Steinen gehen können. Hm.

Egal. Mit meinem Audio Guide ausgerüstet (nochmal 2 Pfund) bin ich nun im Verlauf der nächsten Stunde um die Steine rummarschiert. In den Steinkreis rein kommt man nicht (mehr), das ist abgesperrt. Man kann also nur außen drumherumgehen und sich die Steine anschauen und den Audioguide anhören. Was allerdings auch wirklich interessant ist. Wenn man sich durch die Nummern des Audioguide klimpert dann erfährt man schon sehr viel interessante Sachen über die Steine und allgemein drumherum.

 

 

Heute fand irgendeine obskure Zeremonie im Steinkreis statt. Viele verkleidete Leute (sollte wohl Priester oder Druiden darstellen) tanzten zu Schellen- und Trommelmusik zwischen den Steinen herum. Schamanenhochzeit ?

Irgendwann hat man dann alle Positionen des Guide gehört und alle Steine mal von vier Seiten gesehen. Dann geht’s mit dem Bus zurück.

Mir hats gefallen und ich fand die Informationen vom Audio Guide interessant. Mich hat es ca. ne Stunde aufgehalten. Hätte ich den Audio Guide nicht gekauft, wäre ich wohl in ein paar Minuten rumgegangen und wieder gefahren.

Kurzfazit : Kann man mal machen und ist für einmal auch sehr interessant. Jetzt nochmal müsste ich aber echt nicht hin.

Wieder mit dem Stonehenge-Bus-Tour-Bus zurück, kann man auf der Strecke noch in einem historischen Dorf Old Barum aussteigen. Das habe ich aber seinlassen und mich stattdessen direkt in der Stadt rauswerfen lassen. Ich wollte mir die Kathedrale noch anschauen. Dorthin zu finden ist jetzt auch kein Problem. Ich denke den sehr hohen Kirchturm sieht man von fast jeder Stelle der Stadt aus. Auf dem Weg dorthin bin ich durch ein paar nette Fußgängerzonen und (scheinbar) Wohnviertel gekommen. Alles sehr nett gemacht.

 

 

 

An der Kathedrale war ich erst etwas verwirrt, weil ich dachte das die Eintritt haben wollen. Dann hat sich das aber nur als Aufforderung zum Spenden entpuppt. Die Kathedrale ist wie solche Riesendinger in England nun mal so sind erst einmal sehr riesig und dann ziemlich leer und dann ziemlich „unprunkvoll“. Attraktion war das interessante Wasserbecken mitten im Weg und die ganzen hölzernen Chorgestühle.

Die Kathedrale in Salisbury beherbergt auch ihre eigene Ausgabe der Magna Charta. Der Text von diesem Exemplar hier ist in ca. 2 Millimeter großen Buchstaben auf irgendeine Lederhaut geschrieben, die sich die ganzen Jahrhunderte erstaunlich gut gehalten hat. Was alles lesbar. Leider durfte man keine Fotos machen.

Mittlerweile wars jetzt auch schon hübsch spät. Wenn ich noch bis 19 Uhr in London zurück sein wollte, dann musste ich jetzt aber wirklich los und den Zug kriegen. So hat es auch nur noch für ein schnelles Essen beim örtlichen Burger King gereicht. Muss/kann/darf auch mal sein.

Das Beeilen hat dann aber nix genützt, weil der nächste Zug eben weg war und ich jetzt noch ne dreiviertelstunde für den nächsten Zug warten musste. Der war aber wenigstens pünktlich und so war ich dann auch wieder so gegen 18 Uhr in London.

Ich hatte für heute ein Ticket für die Beatles Show Let It Be im Garrick Theatre. Die passende Bahnstation dafür ist Leicester Square. Da kommt man von Waterloo idealerweise mit der Northern direkt hin. Um die Ecke vom nächsten Theater habe ich in einer kleinen Seitenstraße noch nen Pub beehrt und ein wenig die Ciders durchprobiert. Während dieser Zeit kamen auch immer mal wieder die letzten Überbleibsel der Schwulen- und Lesbenparade vorbei, die früher am Abend ihr Ende am Trafalger Square gefunden hatte. Huihuihui. Da waren ja doch ein par männliche …äh… Models dabei, die fast schon nicht mehr jugendfrei kostümiert waren. Behaarte Herren im mittleren Alter mit einem kleinen Leder-Lendenschurz und bunten Federn auf dem Kopf waren da scheinbar echt angesagt.

 

 

Jetzt wars aber Zeit für die Beatles. Die Show hatte ich ja schon einmal vor 2 Jahren gesehen. Im Vergleich zu damals wurde dezent renoviert und viele Sachen anders gemacht. Es gibt ja auch genug Auswahl an Stücken, so das man nicht wirklich gezwungen ist, jahrelang die gleichen Sachen zu spielen.

Ich meine allerdings das die Band nicht unbedingt einen vorderen Platz im Lookalike-Wettbewerb gewonnen hätte. Am ehesten konnte man noch Paule erkennen. Der John Lennon wurde spätestens als „später“ Lennon mit Langhaarperücke eher zur Lennon Karikatur.  

Aber klasse Musik hamse gemacht. Die Show war mit Pause ca. 2,5 Stunden lang und gegen Ende als die größten Gassenhauer rausgehauen wurden, hielt es das Publikum auch nicht mehr auf den Stühlen. War ein sehr schöner Abend.

 

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, dann habe ich ja heute sowohl Stones als auch Beatles gesehen. Man verzeihe mir das miese Wortspiel.

Jetzt am späten Samstag Abend war die Bahnstation Leicester Square unmittelbar vor Überfüllung. Man was war ein Betrieb. Irgendwie hab ichs aber doch noch in den Zug geschafft. Ich bin sogar noch ca. 5 Minuten vor Torschluss in den Sainsburys bei Canada Water gekommen um was zu kaufen.

Auch heute habe ich mich in der Nachtkühle mit nem schönen Cider erst noch ein wenig auf meinen Balkon gesetzt. Im Hotel war heute Abend scheinbar ne Party. Bis um 1 Uhr wars noch recht laut. Hat aber dann nicht mehr gestört.

Morgen geht's nach Canterbury. Mal kucken was der Erzbischof so treibt.
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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #25 am: 22.07.2015, 10:49 Uhr »
28.06.2015 - Hallo Erzbischof

Heute wollte ich dem Erzbischof von Canterbury mal nen Besuch abstatten. Warum genau ? Keine Ahnung. Bei der Suche nach Ausflugszielen rund um London war ich irgendwie auf Canterbury gestoßen. Und weil immer, wenn irgendwas mit den Royals los ist und da die Kirche die Finger im Spiel hat, ist immer der Erzbischof von Canterbury dabei. Entweder gibt’s da nur einen oder die Kirchenzentrale in Canterbury ist besonders wichtig. Und den Dienstsitz vom Herrn Bischof musste ich mir mal anschauen.

Vom Hotel los ging es heute ausnahmsweise mal recht zügig mit dem Bus. Per weiterer UBahn bin ich auch recht zügig in Kings Cross – St. Pancras angekommen. Mein Zug sollte von St. Pancras International fahren. Bei dieser Gelegenheit habe ich jetzt das allererste Mal festgestellt, das Kings Cross und St. Pancras zwei verschiedene Bahnhöfe sind. War hier und jetzt ne völlig neue Erkenntnis (Harry Potter Gleis 9 3/4 ist auf jeden Fall in Kings Cross).
 
 

Ticket habe ich wieder am Automaten abgeholt. Leider stand auf den Anzeigetafeln jetzt nix erhellendes, wo mein Zug nun abfahren sollte. Kurz online bei „thetrainline“ nachgeschaut, sagte es mir, das heute kein Zug fahren würde. Häääh ? Ich habe mich dann direkt mal vorsorglich in die Schlange vom Auskunftsschalter eingefügt und weiter auf der trainline-Seite geschaut. Dort habe ich dann die Info gefunden, das heute am Sonntag mal wieder ganz wichtige „works“ stattfinden und daher ein großer Teil der Strecke nicht befahrbar ist.

Nach Canterbury West fuhr heute mal gerade garkein Zug. Ich durfte jetzt in den Schnellzug (sah aus wie ein anders lackierter ICE) bis nach „Ashford International“ fahren und dort in den „Replacement Bus“ steigen. Das können die Engländer auch ganz gut. Was bei uns der „Schienenersatzverkehr“ ist, das ist in England der irgendwie allgegenwärtige Replacement Bus.

Cool war, das der Zug von St. Pancras aus über Stratford International nach Ashford International mal eben ¾ der Strecke unterirdisch fuhr. Also zumindest der komplette Großraum London war getunnelt. Der Zug hat auch ziemlich Tempo gemacht. Laut Plan sollte der Bus dann noch ne halbe Stunde fahren bis Canterbury West. Leider war diese Angabe allerdings Schall und Rauch. Im echt dichten Verkehr (wo wollten die Leute am Sonntag alle hin???) ist der Bus ne gute Stunde gefahren.

 

 

Beim Bahnhof Canterbury West losgegangen steht man nach ein paar Metern vorm etwas angebröckelten „Westgate“. Scheinbar war hier noch die auch angebröckelte Stadtmauer angebaut, die den historischen Kern der Stadt (keine Ahnung obs jetzt historisch ist, ist zumindest alt) einrahmt. Ein Kanal mit Wasser (der alte Burggraben?) und hübsche Grünanlagen rundeten das Bild ab. Also für den ersten Empfang war das mal nicht schlecht hier. Fast schon idyllisch.

Nahe vom Westgate zweigt die Fußgängerzone ab. Ob die Gebäude nun alle alt sind, wage ich nicht zu sagen, zumindest war es alles auf alt und historisch getrimmt. Irgendwo auf ner Brücke konnte man auch noch irgendwelche Kahnfahrten buchen. Ich fand das die Fußgängerzone und auch die Seitenstraßen die von hier abgehen sahen alle sehr schön aus. Hat Flair. So auf der Hälfte der Straße einmal links abgebogen am kleinen Dorfplatz vorbei stößt man direkt auf die Kathedrale.

Der Besuch hier kostet Geld. Einmal 10,50 Pfund pro Adult.

 

 

Die Kathedrale ist recht eingebaut in die Umgebung und die umgebenden Häuser und Gärten und Grünanlagen, so das man garkeinen richtigen Blick mit viel Abstand nehmen kann. Schon von draußen siehts mit den vielen Türmen recht groß aus. An den Eingangsportalen draußen sind sehr viele recht detaillierte Steinstatuen eingebaut. Stehen auch überall Namen dran. Offenbar alles echte Personen.

Drinnen war es dann eigentlich ein fast gewohnter Anblick. Sehr groß, sehr leer und recht prunklos. Die Kathedrale ist unterteilt in zwei Hälften, einen direkten Durchblick von Anfang bis Ende gibt’s nicht. In den vielen Seitenschiffen sind kleine Kapellen oder Grabstätten eingebaut. Nach hinten raus kann man nach draußen in den Garten und die Grünanlagen gehen. Teilweise sind die Anlagen schon recht verfallen. Offenbar wird nur das was unmittelbar zur Kathedrale gehört in Schuss gehalten. Der Rest bröckelt vor sich hin.

Die Grünanlage mit den Arkadengängen drumherum ist nett angelegt. Direkt um die Kathedrale herum gibt es diverse Häuser, die offenbar mit zum Inventar gehören. Je nachdem wo man aus der Kathedrale rausgeht, steht man bei den Leuten im Vorgarten. Durch die großen Außenanlagen und die verwinkelte Größe der Kathedrale selbst, kann man sich doch ne ganze Zeit damit aufhalten alle Ecken zu erkunden.

Etwas zu Essen und Trinken zu kriegen ist im Umfeld der Kathedrale und der Fußgängerzonen garkein Problem. Gefühlt jedes dritte Haus ist ein Pub. Ich bin auch in einer kleinen Seitenstraße in ein kleines Inn eingekehrt. Die hatten ihr eigenes Bier (Canterbury Lager, Canterbury Pale Ale). Bestellung hat zwar etwas länger gedauert (die hatten mich bestimmt vergessen zwischendurch) aber für die lange Wartezeit habe ich sogar noch das Bier umsonst bekommen.

 

 

Durch die Wartezeit wars jetzt dann doch am Ende recht spät als ich mich zum Bahnhof Canterbury East aufgemacht habe. Vom Ende der Fußgängerzone geht ein interessanter Weg auf alten Befestigungsanlagen an einem Park vorbei. Hier kommt man direkt zum Bahnhof. Im Park wollte gerade das Canterbury Folk Festival anlaufen. Ich bin noch ein wenig stehen geblieben. Aber als nach ner viertel Stunde immer noch die Musiker ratlos rumstanden und Techniker versuchten einen Ton aus der Anlage zu kriegen bin ich weiter. Ein wenig nach dem Abzweig zum Bahnhof steht noch eine alte Ritterburg in der Gegend rum. Sah aus wie ein Wohngebiet. Ist bestimmt interessant, wenn man in seiner Straße als Nebenhaus ne alte Burg stehen hat.

Der Zug kam zügig und pünktlich. Leider war das aber nicht mehr so ein Schnellzug wie auf dem Weg hin. Die Bimmelbahn ist gute 1,5 Stunden zurück nach London gegondelt.

Ich hatte für heute Abend Karten für das Theaterstück „The Play That Goes Wrong“. Ein Theaterstück über ein Theaterstück, wo beim Spiel so ziemlich alles schiefgeht bei der Aufführung was man sich vorstellen kann. Da wird falsche Musik eingespielt, Einsätze kommen nicht, Text vergessen, Kulissen gehen kaputt und fallen um, Schauspieler werden ausgeknockt und müssen quasi live ersetzt werden ….. und die aktiven Schauspieler überspielen jede Panne gekonnt mit einem Lächeln. War irgendwie so ein wenig wie The Mouse Trap in der Monty Python Version.

 

 

Ich kann nur so viel sagen, dass ich lange nicht mehr so viel und zwei Stunden am Stück gelacht habe. Ich habe mich so gut amüsiert wie schon seit einer ganzen Ewigkeit nicht. Ich kann dieses Stück nur empfehlen. Wer man in London ist, der sollte mal ins „Duchess Theatre“ gehen und die Jungs anschauen. Man mus auch nicht unbedingt bis aufs letzte Wort alles verstehen (habe ich auch nicht). Alleine schon die Situationskomik macht schon einen großen Teil aus.

Dieselbe Truppe hat auch noch ein anderes Programm. Zu ein paar wenigen Terminen machen die eine Art Spontantheater, wo auf Zuruf aus dem Publikum beliebige Filmszenen aus Kinofilmen gespielt werden. Das könnte ich mir auch saulustig vorstellen.

Das Dutchess Theatre ist übrigens ein wenig zwischen allen Bahnstationen. Ich bin am Abend nach Temple gefahren und von dort das Stück Strand zu Fuß gegangen. Das Theater ist eine Straße vor dem Wellington Pub. Direkt gegenüber ist Mama Mia.

Da „The Play“ heute schon um 19 Uhr losging, war ich relativ zeitig schon fertig. Heute am frühen Sonntag Abend war so gut wie garnichts mehr los in der Stadt. So wie gestern und vorgestern das brüllende Leben in der Stadt war, so war es heute ruhig und gemütlich am Abend. Ich habe noch im Wellington Pub etwas getrunken (Essen ging nicht mehr, entweder war die Küche schon zu oder ausverkauft, ich konnte den ausländischen Azubi hinterm Tresen nicht so recht verstehen) und mich dann später so um 10 aufgemacht in Richtung Hotel. Das Balkonsitzen fiel heute auch etwas kürzer aus, so das ich heut recht zeitig (also mal vor Mitternacht, nämlich so um 11) ins die Kiste gesprungen bin.

Morgen geht’s wieder heim.



29.06.2015 - Long way home 

Montag Mittag in London. Der Bus versucht durch den Verkehr zu kommen. Fehlanzeige. Das kann man gerade mal vergessen. Natürlich hatte ich genau die falsche Entscheidung getroffen. Ich hätte die Wahl gehabt zwischen dem Bus zur UBahn und mit der UBahn nach Victoria oder den Bus in die andere Richtung nehmen, der direkt nach Victoria fährt.

Dachte mir, fahr mal mit dem Bus durch nach Victoria, kann ja nicht so lange dauern. Offenbar geht in London der morgendliche Berufsverkehr nahtlos in den Mittagverkehr und in den Feierabendverkehr über. Der Bus ist in der nächsten Stunde eventuell mal ein viertel der Strecke nach Victoria gekommen. Wenn wir mal nicht mehrere Ampelphasen am Stück auf dem Fleck standen, war eine typische Fahrstrecke des Bus ca. 4 Autolängen.

Als ich nach ca. einer Stunde aus dem Fenster die UBahn Station Borough sehen konte (also noch gaaanz weit weg von Victoria) war ichs leid. Ich hab den Busfahrer gebeten mich rauszulassen damit ich zu Ubahn konnte. Und siehe da. Schwupps war ich ne viertel Stunde später im Bahnhof. Zeit hat noch gereicht für nen Kaffee, dann gings mit dem Gatwick Express zum Flughafen.

Soweit alles gut. Im Flughafen war erst mal alles normal. Nur ein paar Rolltreppen waren abgesperrt und ich musste mit nem altersschwachen Aufzug zur Abflughalle. Mit mir war noch ein Pilot "an Board", der sehr redsam direkt mitteilte, das man ja froh sein müsse das der Aufzug schon wieder fahre, in der Nacht sei hier im ganzen Flughafen komplett  der Strom weggewesen. Sogar die Lichter auf der Landebahn wären stundenlang ausgefallen. Der Flughafen käme gerade wieder in die Spur und alle Systeme kämen jetzt  gerade so nach und nach wieder ins Leben.
 
 

Uiuiui. Bei der Security (ich durfte diesmal durch ohne Gürtel aus und ohne Schuhe aus, sehr ungewöhnlich. Waren die Geräte noch nicht wieder online?) war ich in Rekordtempo durch und durch den Duty Free Shop aus. Nur um dann auf der großen Anzeigetafel zu lesen, das mein Flug nach Köln mit 3 Stunden Verspätung geführt wurde. Arrrrrgh. Na zumindest wurde aber eine neue Abflugzeit angezeigt. 16:45 anstatt 13:30. Soviel Glück hatten andere nicht. Bei einer Maschine nach Cancun, die am Morgen um 9 hätte fliegen sollen, stand um 15 Uhr immer noch "look for new information".

Tja. Jetzt hatte ich Zeit was zu Essen (also außer dem Classic Super Sub beim Pret finde ich in letzter Zeit nicht mehr so viele Sandwiches bei denen die mir wirklich schmecken) und mein Ipad sowie mein IPhone einmal komplett leer zu spielen.

Der Flug war letztlich deshalb so verspätet, weil beim Flughafen wirklich erst mal alle Systeme wieder in die Spur kommen mussten und dann alles was in der Zwischenzeit stehen geblieben war, dann wieder in irgendeine Reihenfolge gesetzt und in die Luft gebracht werden musste. Da konnte diesmal Easy Jet (ausnahmsweise) mal gerade garnix für das die nicht fliegen konnten. Beim Boarden wurde sich aber trotzdem viele tausend Mal entschuldigt das man jetzt so ne Verspätung hatte. Das fand ich jetzt auch wieder nett.

Tja. Und anstatt so um 15 Uhr war ich nun so um 19 Uhr in Köln und dann so um 20 Uhr zuhause, ziemlich kaputt von dem ganzen Tag "Reisen". Hätte ich mir jetzt auch einen angenehmeren Ausklang der Tour vorstellen können.

London, wir sehen uns im Oktober wieder. Bis denn.
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*Marthe

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #26 am: 25.07.2015, 00:08 Uhr »
Ja, London ist wirklich eine (oder zwei oder.......) Reisen wert :D
Danke für den informativen Bericht und die tollen Bilder!

LG
Marthe

*MisterB

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #27 am: 27.11.2015, 13:30 Uhr »
Es wird ja verdammt nochmal Zeit, das der Thread hier mal weitergeführt wird.
Aus diesem Grund war ich auch im Oktober nochmal ne Woche auf der Insel um mir noch ein paar Sachen anzuschauen. Ok. Die Tatsache das zufällig zur selben Zeit U2 in London spielten hatte auch ein kleinwenig damit zu tun.

Da ich London ja nun ein wenig kenne habe ich noch jeweils einen Ausflug nach Oxford und Nottingham mit eingebaut.

Also los :



25.10. - 31.10.2015 - Friedhöfe, T-Rexe, Robin Hoods und Bonos
25.10.2015 - Anreise und gleich ein Konzert
 
Die diesjährige Konzertreihe in London wurde diesmal bestritten von U2. Die Jungs hatten sich 6 mal in der O2 Arena einquartiert. Eigentlich die verdammt beste Gelegenheit mal ein paar Tage in London mit möglichst vielen U2 Konzerten zu verbinden.

Allerdings legen die alten Herren mittlerweile immer nach 2 Konzerten zwei Tage Pause ein. Hätte bedeutet für 6 Konzerte 4 Tage Pause mitzunehmen. Da ich beim besten Willen diese ganzen Tage nicht mehr mit Sachen füllen konnte, die ich mir unbedingt noch angucken muss, habe ich es diesmal verkürzt und "nur" 4 Konzerte mitgenommen. Schon diese 6 Tage haben mich planerisch vor eine große Aufgabe gestellt, mir in London und Umgebung Sachen herauszukramen, die ich noch nicht gesehen hab.

Zumindest ging es mal gemütlich los. So ein Flug am Sonntag um 14 Uhr ist schon recht bequem. Offenbar wollten heute garnicht so viele Leute nach England, denn im Flieger waren fast alle Mittelplätze leer (außer vorne bei den „More Legroom“ die man für teuer Geld kaufen muss).

In Heathrow war fast alles beim alten. Nur das Germanwings mittlerweile das Terminal gewechselt hat. Sind jetzt im Terminal 2. Im Queen’s Terminal. Hui. Das ist aber alles neu und modern hier. Lange Wege zu gehen gibt’s aber trotzdem.

In der UBahn kurz meine gute alte Oystercard wieder in Aktion gebracht und schon war ich im Zug in die Stadt. Nach ein paar Stationen gabs dann irgendwelche Durchsagen, das irgendwas gesperrt sei und von Piccadilly und District hat er auch was gefaselt. Hm. Ich habe es nicht wirklich mitgekriegt. Beziehungsweise hatte ich irgendwas verstanden das an der Piccadilly was gesperrt sei und man doch in die District Line umsteigen solle. Das habe ich dann bei erster Gelegenheit in Acton Town auch versucht. Nur das da keine District Line kam. Hm. Nach ein paar Minuten warten bin ich dann doch wieder mit der Piccadilly weiter. Und siehe da. Die is doch ganz durchgefahren.
 

South Kenn raus und in die Circle und in Westminster raus in die Jubillee. Schon jetzt war ich ne ganze Zeit unterwegs und gerade mal auf der Hälfte. Jubilee nach Canada Water und nun in die DLR und hier noch ein paar Stationen gefahren. Das Hotel für dieses Mal, das Ramada Hotel and Suites Docklands war noch hinter den Messehallen fast in Höhe des City Airports. Ich hatte zwar schon vor bestimmt nem dreiviertel Jahr gebucht, aber trotzdem war das damals noch mit das letzte was noch bezahlbar zu kriegen war. Ich sage nur : Rugby Weltmeisterschaft in der Stadt.

Als ich am Ende im Zimmer stand wusste ich dann auch das man locker 2 Stunden von Heathrow zu seinem Hotel brauchen kann.

 

Da ich heute noch nicht genug Bahn gefahren war bin ich direkt wieder zurück und nach Canary Wharf gefahren. Dort bin ich beim West India Quay zum Ledger Building marschiert. Hier in diesen Pub wollte ich schon länger mal zum Essen hin. Diesmal hats dann auch mal geklappt. Wenn ich das richtig mitgekriegt habe ist dieser Pub an keine der bekannten Ketten angeschlossen (Nicholsons, Wetherspoons …) und es waren recht vernünftige Dinge auf der Karte.

Nach einem schönen Mahl und Bierchen wurde es nun auch langsam Zeit zur O2 zu fahren. Taktischerweise hatte ich am heutigen Abend einen Sitzplatz, konnte mir also bequem Zeit lassen und ganz dekadent 5 Minuten vor Beginn eintrudeln. Bisschen früher ist es dann doch geworden. Ca. 30 Minuten vor Beginn.

Tja. Konzert war wie erwartet. Gut und laut. Ein wenig habe ich mich an diesem Abend dann doch noch abgelenkt beim Ausprobieren all der Einstellungen meiner neuen Kamera. So ganz zufrieden war ich am Ende noch nicht. Ich hatte glaube ich noch nicht die richtige Killer-Einstellung gefunden um scharfe und gut belichtete Fotos mit Zoom einmal quer durch die Halle zu machen. Das muss morgen noch optimiert werden. War heute deutlich zuviel Ausschuss dabei.

 

Für die Abreise nach dem Konzert hatte das Hotel in den hinteren Docklands natürlich seinen Vorteil. Ich musste mal gerade in die entgegengesetzte Richtung als der riesige Betrieb fahren.



26.10.2015 - Fulham, Brompton, Stadtpalast und Friedhof ... und ein Konzert
 
Für heute hatte ich meinen ersten Termin um 12 Uhr bei den Sky Gardens. Da dachte ich ich könnte ein wenig liegen bleiben. Aber da haben mir dann Bauarbeiten im Hotel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ab 7 Uhr wurde gehämmert und gebohrt. Als dann irgendwann in meiner Nähe mit der Schlagbohrmaschine gearbeitet wurde habe ich aufgegeben und habe das Haus schnell verlassen. So war ich jetzt doch früher unterwegs als gedacht. Laut Karte ist diese Fenchurch Street wo das superneue moderne Haus ist von allen infrage kommenden UBahnstationen gleich weit weg. Also bin ich in der DLR sitzen geblieben und bis Tower Gateway gefahren und habe mich von da zu Fuß durchgeschlagen.
 
 

Das war auch garnicht mal so eine schlechte Idee. Ich habe mich erst einmal grob in Richtung der Gurke orientiert (the gerkin ist ja der Spitzname dieses riesigen Zäpfchens das weitum sichtbar da rumsteht). Dabei kommt man noch an diversen anderen Hochhäusern vorbei.

Hier ist tiefstes Finanzviertel. So ziemlich jeder der nicht als Tourist zu erkennen war, lief in Anzug geschniegelt und hektisch in der Gegend herum. Nahe der Gurke ist noch ein anderes imposantes Haus (das Leadenhall Building) und da direkt neben das markante Lloyd’s Hochhaus, wo sämtliche Installationen wie Lüftung oder Aufzugsschächte draußen am Haus angebracht sind. Sieht aus wie umgestülpt. Das Innere nach außen.

Auf meinem Weg zu den Sky Gardens habe ich dann wie durch Zufall eine kleine Passage zwischen den Hochhäusern gefunden die fast wie antik aussah und noch ein paar Geschäften Unterschlupf bot. Wenn ich es bei Google Maps richtig gefunden habe, dann sind das die Leadenhall Markets gewesen. Schöne Abwechslung zwischen den Glas- und Stahlklötzen.

 

 

Von hier ist es nicht mehr weit zum Gebäude mit den Sky Gardens. Die Besonderheit dieses Hochhauses ist, das die Fläche der Etagen nach oben hin größer wird. Die obere Etage hat um zig Prozent mehr Grundfläche als das Erdgeschoss. Die Fassade des Gebäudes ist auch nicht gerade sondern geschwungen. Nach Neubau haben die Fenster durch die Krümmung der Fassade wie Brenngläser das Sonnenlicht reflektiert und gebündelt und bei so manchem geparkten Auto unten das Gummi weggeschmolzen. Das ist glaube ich der Grund warum auf einer Seite des Gebäudes die Fassade nochmal zusätzlich mit irgendwelchen Panels verkleidet wurde.

Als ich so um die Ecke bog war es eigentlich für meinen 12 Uhr Termin noch zu früh. Eigentlich wollte ich nur rein um zu fragen wann ich mich mit meinem 12 Uhr Ticket anstellen konnte. Da wurde ich aber direkt in die Schlange geschickt. Das war auch schon gut so da ich jetzt noch mindestens ne halbe Stunde gewartet habe, bis ich hochkam. Inkl. Passkontrolle und Flughafenscanner.

Oben ist es erst einmal … groß. Wirklich. Der große offene Platz da oben überrascht beim ersten Mal wirklich. Den meisten Platz nimmt eine Freifläche vor dem Cafe und ein Balkon ein. Der begrünte Teil beschränkt sich nur auf die beiden Seiten wo man über Treppen noch eine Etage höher steigen kann.

 

 

Alles in allem ist es sehr schön, nach der Werbung auf der Webseite hätte ich mir aber eigentlich mehr vorgestellt. Zumindest die Aussicht ist erstklassig. Man kann eigentlich in jede Himmelsrichtung rundherum gut sehen. Jetzt um kurz nach 12 war es nicht allzu diesig. Ich konnte sogar weit draußen das Wembley Stadion sehen (zumindest den markanten Stahlbogen).

Nach ausgiebigem in-die-Ferne-schauen bin ich wieder runtergefahren. War ne gute Entscheidung für 12 Uhr. Als ich um 13 Uhr wieder unten war ging die Warteschlange mal gerade einmal halb ums Haus.

Nächster Programmpunkt Fulham bzw. der Fulham Palace. Dazu muss man in die District Line die praktischerweise in der nahen Station Monument verfügbar ist. Bis nach Fulham sinds jetzt doch noch eine Handvoll Stationen. Ausgestiegen bin ich in Putney Bridge. Von hier bin ich nicht direkt zu dem Palace gegangen sondern erst einmal über eben die Putney Bridge auf die andere Seite. Dort habe ich kleinen Spaziergang gemacht und mich am Wasser nach oben vorgearbeitet zur Straßenbrücke in Sichtweite. Also das haben die hier am Wasser recht schön gemacht. Alte Hafenanlagen schön hergerichtet, neue (aber passende) Gebäude hingesetzt und Wohnungen und Pubs eingebaut. Hier konnte man schön hergehen.

 

Geht man über die erwähnte Straßenbrücke wieder  zurück dann steht man eigentlich schon fast in dem Park der zu dem Fulham Palace gehört. Irgendwie habe ich den Abzweig nicht gefunden und bin daher erst einmal durch den ganzen Park durch praktisch zum Hintereingang dieses Palastes gegangen. Das war aber kein Problem. Da war auch ein Eingang und man konnte durch das Gebäude durch zur Hauptseite gelangen.

Ich habe mich jetzt nicht damit beschäftigt welcher Earl oder was auch immer hier residiert hat und was das Besondere an dem Haus ist. Man kann durch das Haus gehen, die Räumlichkeiten begutachten und dann später draußen in der großen Grünanlage und den angeschlossenen Gärten flanieren. War schön. Für einmal kann man das auf jeden Fall machen. Nochmal extra hin müsste ich jetzt aber auch nicht.

Zurück in der UBahn bin ich nun nach Fulham Broadway gefahren. Das ist von unten am nächsten am Brompton Cemetery dran der nun meiner Begutachtung bedurfte.

 

Von der Bahn kommend muss man erst einmal komplett um das Stadion des FC Chelsea (Stamford Bridge) vorbei und dann noch der Straße weiter folgen um den Cemetery an der Südostecke zu betreten. Sofort wird man von der Aura des verwilderten Friedhofes mit schiefen und verwitterten Grabsteinen und Statuen und Säulen umarmt. Als ich ein wenig eingetaucht war habe ich mich erst einmal irgendwo gesetzt und es richtig wirken lassen.


Der Friedhof hat an der zentralen Allee ein Gebiet mit Gebäuden (ob die große runde Kuppelhalle die Friedhofshalle ist?) wo auch unendlich viele Steinkreuze stehen. Das war jetzt im Gegensatz zum Rest in verwitterter Natur eine mindestens ebenso sehenswerte Szene.

Ich hatte dem Brompton Cemetery diesmal auf die Liste genommen weil dort auch Szenen vom letzten Mission Impossible gedreht wurden. An zwei anderen Stellen habe ich noch Rast gemacht, mich dann danach nach oben Richtung Earls Court orientiert.

 

 

Ein wenig ging es nun noch durch die Gegend bis ich dann von der UBahn Earls Court zum Leicester Square gefahren bin. Dort habe ich erst einmal beim Odeon Kino meine Kinokarte für den James Bond am Mittwoch abgeholt und dann gabs das verdiente Steak beim Angus.

Später bin ich noch beim Steakhaus gegenüber im Brewmaster Pub ein wenig hängen geblieben, so dass ich recht spät auf dem Weg zur O2 Arena war. War aber eigentlich garnicht so schlimm. Ich war um halb 8 da und hatte noch genug Zeit mich anzustellen. Heute gabs Stehplatz.

Da es bei dieser Tour garnicht so gut ist direkt an der Bühne zu stehen (weil da sieht man nix auf dem riesigen Screen) habe ich mich auch eher im Hintergrund gehalten und mir den Luxus erlaubt während des Konzertes ein wenig rumzugehen und mir alles von verschiedenen Innenraumpositionen anzusehen. Das hat mir gut gefallen.

Später im Hotel gabs noch ne Bar die offen hatte und nach nem Gute Nacht Bier war ich dann auch mal so gegen 1 Uhr in der Kiste.

 

 

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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #28 am: 30.11.2015, 10:20 Uhr »
27.10.2015 - Oxford, Colleges und Dinos
 
Heute ging es mal aus der Stadt raus. Ich hatte mir für heute Oxford vorgenommen. Der Zug ging 11 Uhr ab Paddington. Miss Marple lässt grüßen. Paddington hatte ich bisher eigentlich nie auf dem Schirm beim Bahnfahren. Im Bahnhof wurde groß gebaut. Ob man da ein neues Einkaufszentrum drangebaut hat oder ein vorhandenes modernisiert,  das konnte ich nicht genau ausmachen. Es wurde auf jeden Fall viel gebaut. Irgendwo am Rande des Bahnsteiges habe ich noch einen Costa gefunden der heute fürs Frühstück herhalten musste.

Die Bahngesellschaft mit dem Direktzug nach Oxford heißt Great Western Railroad. Eine Eisenbahngesellschaft mit solch einem Namen hätte ich jetzt eher im Wilden Westen von Amerika erwartet. Auf jeden Fall hatte die GWR aber umsonst Internet im Zug. Da sollten sich andere mal ein Beispiel dran nehmen.

Die Fahrt nach Oxford dauert ca. eine Stunde. Am Bahnhof stand ich erst einmal in ner großen Baustelle. Hier werden derzeit scheinbar diverse Plätze neu gepflastert und Straßen verlegt. Man musste mehrmals die Straßenseiten wechseln und Umleitungen gehen bis man endlich auf Nicht-Baustellen-Terrain kam. Eigentlich muss man vom Bahnhof nur die „Park End Street“ hochgehen und kommt zum interessanten Teil der Stadt. Die Park End Street ist die rechte Straße die vom Bahnhof abgeht, die mit weniger Verkehr.
 
 

Als erstes gelangt man zum Oxford Castle, bzw. dem was davon übrig ist. Eigentlich, wenn man ehrlich ist, sieht man erst einmal nur nen grasbewachsenen Hügel. Ob die anderen Gebäude ringsherum aus neurer Zeit stammen konnte ich jetzt nicht feststellen. Es gibt hier nen ganzen Komplex an Gebäuden die alle über kleine Innenhöfe miteinander verbunden sind. Da hat man viele Geschäfte, Antikläden, Galerien und Pubs eingebaut. Ich bin einmal quer durch. Ist ganz nett, haut einen aber auch nicht von den Socken. Da wo ich jetzt rausgekommen war stand ich direkt vor nem dicken Shoppingcenter. Einmal linkerhand um das Gebäude rum trifft man dann auf die ersten Ausläufer der Fußgängerzone (Achtung ist zwar Fußgängerzone aber Busse fahren trotzdem durch !). Ab hier und spätestens ab dem Carfax Tower (ein alter Uhrenturm den man auch besteigen kann) sehen die Gebäude auch so aus wie ich mir das vorgestellt hatte. Alt, alte Architektur, verschnörkelt, verspielt, hier nochn Türmchen und hier noch ein Spitzchen.

 

Vom Tower aus in Sichtweite ist die Townhall und ein kleines Stück weiter runter das Christ Church College. Der Besuchereingang zum College ist noch ein Stückchen weiter die Straße runter beim Garteneingang. Auch hier die Gebäude wunderschön. Das College selbst kostet Eintritt (7 Pfund). Man kann sich die Kirche, den großen Saal und noch ein zwei Dinge anschauen. Ob das jetzt unbedingt 7 Pfund wert ist, naja. Egal. Die große Halle zumindest soll ja angeblich als Vorlage für die große Halle bei Harry Potter gedient haben. Wenn man sich die schwere Holzdecke und die vielen großen Bilder an den Wänden so ansieht, dann könnte das sogar stimmen. Trotzdem behauptet aber scheinbar jedes College von sich mindestens irgendein Teil zu haben, was als Vorlage für irgendein Harry Potter Ding gedient hat. Wenn man sich die ganzen Colleges so anschaut, dann wird man den Verdacht nicht los, das das sogar garnicht so weit hergeholt ist.

 

 

Ich hab das College Gelände nach hinten raus verlassen und mich durch die Gassen wieder langsam zur Straße auf Höhe der St. Mary Kirche vorgearbeitet. Dort kann man durch kleine Gassen weiter zur „Radcliffe Camera“ gehen. Diese Camera (warum heißt das eigentlich Camera?) ist eine Bibliothek. Schönes feudales und kreisrundes Kuppelgebäude. Wenn ich es richtig gesehen habe aber leider nur Zutritt für Studenten.

Folgt man der Straße, dann kommt man an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei. Die sog. Seufzer Brücke, Bodleian Library, weitere Colleges, Sheldonian Theatre …. . Das ist wirklich ein sehr lohnenswertes Stück Weg.

Wem noch nach mehr Fußweg ist, der kann der Parks Road noch tapfer weiter folgen (links und rechts noch weitere Colleges und schöne Grünanlagen) und kommt dann zum „Oxford University Museum of Natural History“ mit dem angeschlossenen Pitt Rivers Museum.

 

 

Die Museen sind umsonst. Auch wenn es auf den ersten Blick ein kleinwenig altbacken aussieht (die Schaukästen mit den Exponaten sahen teilweise recht alt aus) ist das Museum garnicht schlecht. Schon alleine das Gebäude selbst ist sehenswert. Und natürlich die Dino Skelette. Und die anderen Skelette und das Krokodil und und und ….. Ich würde sagen das man da schön rumschlendern kann und sich vieles anschauen kann, ohne jedoch zugeschüttet zu werden, weil so groß isses dann auch wieder nicht.

Interessant ist noch das angeschlossene Pitt Rivers Museum, das ich jetzt erst mal als Sammelsurium von allem und jedem was man zusammentragen und in Schaukästen packen kann beschreiben würde. Das standen dann alte Gewänder neben Modellschiffen neben Totempfählen neben Äxten und Speeren neben Vasen neben Essgeschirr. Einen wirklichen Sinn im Aufbau des ganzen konnte ich nicht erkennen. Aber vielleicht ist das ja schon der Reiz daran. Kann ja auch sein.

Als ich mich dann vom T-Rex losreißen konnte (er heißt übrigens Stan) bin ich gegenüber vom Museum durch die Museum Road und kleinen Gassen an vielen College Gebäuden vorbei auf die „St. Giles‘“, ihrerseits eine fette Hauptstraße, gekommen.  Beim Ashmolean Museum knickt die Straße ab und weiter geradeaus fängt die Fußgängerzone an. Hier sind dann auch neben Debenhams alle Flagship Stores vertreten, die man als übliche Verdächtige in Fußgängerzonen so findet. An Pubs gibt’s auch keinen Mangel.

 

 

Irgendwo gehts noch ab zu den sog. Covered Markets. Da hatte ich mir aber deutlich mehr drunter vorgestellt. Mehr und andere Läden. Vielleicht wars auch die falsche Zeit. Keine Ahnung. Als ich nach ner ganzen Zeit dann letzlich wieder Ecke Cornmarket/Highstreet vor dem Carfax Tower stand hatte ich jetzt eine große Runde durch die Stadt gedreht.

Nach einer Rast zum Füße abkühlen und Leute beobachten habe ich dann was zum Futtern gesucht. Meine Wahl fiel auf einen Laden an der Straße zum Bahnhof (The Bell and Compass) die mit „New Menu“ warben und ein wenig mexikanisch angehaucht waren. Nette Abwechslung, Burger mit Salsa und viel scharf und Chorizowürstl.

Am Bahnhof war ich dann ganz pünktlich, nur um festzustellen, das irgendwie alles Mögliche verspätet war. Auf den Bahnsteigen war ein Betrieb als wie wenn halb England unterwegs wäre. Es wurde noch ein Zug angezeigt auch nach Paddington, der zeitlich eigentlich der „ein-Zug-früher – Zug“ hätte sein sollen. Irgendwie sollte der zur gleichen Zeit ankommen wie meiner. Dann wurde mein Zug mit 15 Minuten Verspätung angezeigt. Nach ner ganzen Zeit kam dann aber doch „mein“ Zug an und der andere wurde weiter nach hinten geschoben. Irgendwie ein wenig Chaos. Also schafft das nicht nur die deutsche Bahn, das können andere auch. Bin ich schon ein wenig froh drüber.

Naja. Mein Zug kam und fuhr in der folgenden Stunde nach London ne gute halbe Stunde Verspätung ein. Jetzt wurde es doch ein wenig knapp für den Anschlusstermin. Ich wollte noch zu „Dynamo“ ins Hammersmith Apollo (mittlerweile Eventim Apollo).

 


Dynamo ? Who the f…. is Dynamo ? Der Herr Dynamo ist ein wohl hauptsächlich in England bekannter Magier. Wenn man auf youtube ein wenig schaut, dann kann man seine großen Tricks dort sehen. Sowas wie über der Spitze vom The Shard-Hochhaus schweben oder auf der Themse über Wasser laufen.

 Vom Bahnsteig musste ich jetzt erst mal in die Hammersmith Tube und bis zum Ende nach, eben, Hammersmith fahren. Natürlich musste ich noch ewig marschieren bis ich in der Station war, dann kam der Zug nicht und dann hat es noch ewig lange gedauert die paar Stationen bis nach Hammerschmitt abzuklappern.

Naja. Was soll ich sagen. Kurz vor knapp (will sagen 5 vor 8) war ich dann doch da.

Die Show unseres englischen Copperfields war, naja, ich sage es mal wohlwollend, nicht wirklich spektakulär. Alles, aber auch wirklich alles, hatte ich irgendwo anders schonmal und auch eigentlich besser gesehen. Vielleicht war ich auch zu weit weg vom Geschehen (aufgrund des Preises hatte ich nen Sitz ganz hinten ganz oben), aber die Show hat bei mir nicht gezündet. Sorry menschliches Dynamo, mir hats nicht gefallen.

Nach gerade mal anderthalb Stunden wars vorbei und ich habe mich auf den Heimweg gemacht.

Morgen geht’s nach Nottingham und am Abend gibt’s James Bond.

Gute Nacht.
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Re: London - kreuz und quer und hoch und runter
« Antwort #29 am: 01.12.2015, 14:53 Uhr »
28.10.2015 - Nottingham, Robin Hood, Nottingham Castle & Co
 
Heute ging es wieder früh los. Gott sei Dank, denn wegen der Bauarbeiten im Hotel hätte ich auch nicht länger im Zimmer bleiben wollen. Im Aufzug hing übrigens ein Aushang, das man sich „for any inconvenience caused“ schonmal entschuldigen würde. Ich überleg ja immer noch ob ich mich nicht noch nachträglich mal dolle beschweren soll. Na egal. Heute geht’s nach Nottingham.

Nottingham. Robin Hood, Sheriff von Nottingham, Guy of Gisborne, Nottingham Forest, Bruder Tuck. Das sprudelt aus mir heraus wenn ich an Nottingham denke. Irgendwann zuletzt hab ich im Fernsehen nochmal was von Robin Hood gesehen und da war spontan der Gedanke geboren doch da mal kurz vorbeizuschauen. Kurz vorbei ist allerdings etwas hochgestapelt. Mit dem direkten Zug ist die schnellste Verbindung 1 Stunde 40 Minuten. Also lange An/Abreise. 10 Uhr Zug hin und 17 Uhr Zug zurück. Sollte mir genug Zeit geben mich da umzuschauen. Und sollte mich noch pünktlich zum James Bond heute Abend zurück sein lassen (wenn der Zug pünktlich ist).

Zug ging ab St. Pancras mit Southwest. Im Gegensatz zu Great Western gestern wollte Southwest Geld fürs Internet im Zug. Ne. So ein Tagespass für zig Pfund war mir dann doch zu teuer. Ankunft halb 12 Nottingham. Regen. Mit einer rudimentären Karte ausgestattet habe ich vom Bahnhof aus mal die grobe Richtung zum Nottingham Castle angeschlagen. Ich bin an einem Kanal vorbeigekommen und hier war auch in alten Lagerhäusern das „Canalhouse“ untergebracht. Netter Pub von dem ich schon gelesen hatte. Kann man sogar mit dem Kanalboot reinfahren. Den hatte ich mir für den Abend schon vorgemerkt.
 
 

 

Nottingham und irgendwie die ganze Region definiert sich sehr stark mit und durch Robin Hood. Schon in der Stadt merkt man das, wenn man zum Beispiel die Maid Marian Road entlang geht oder an Wandbildern mit Szenen aus Robin Hood, etwa vom Kampf auf der Brücke oder Richard Löwenherz der Robin und Marian traut vorbeikommt.

Nebenbei, der Nottingham Forest ist nicht bei Nottingham. Ich musste mittels google Maps auch erst lernen das DER Nottingham Forest (oder was über die Jahrhunderte von dem riesigen Waldgebiet übrig geblieben ist) noch ne ganze Ecke weiter von Nottingham Stadt weg ist (wenn ichs richtig im Kopf habe 30 Meilen oder so). Jetzt im Oktober war dort auch gerade ein Robin Hood Festival. Naja. Vielleicht irgendwann mal. Bleiben wir erst mal bei der Stadt.

Vom Bahnhof aus ist das Nottingham Castle jetzt garnicht weit weg und über Canal und Castle Road auch schnell erreicht. Man kommt sozusagen von unten zur Burg hoch. Also erstes kommt man am angeblich ältesten Pub Englands, dem „Ye Olde Trip to Jerusalem“ vorbei. Ein Stück weiter die Straße hoch steht am Fuß der Burgmauern die Robin Hood Statue.

Der Castle Road um die Kurve weiter bergauf gefolgt steht man dann vor den beiden massiven Türmen mit Eingangstor. Das Castle kostet Eintritt (6 Pfund). Das Castle, welches man dann betritt, hat nicht mehr wirklich viel gemein mit dem original Nottingham Castle zu Robin Hood Zeiten. Das Teil wurde wohl schon mehrfach zerstört und geschliffen und neu gebaut. Ein großer Teil der ursprünglichen Größe wird nur noch auf Schautafeln angedeutet.

 

 

In die noch existierenden Räume hat man ein Museum und ein Café eingebaut. Mich interessierten auch erst mal die Aussichten im Park und von der Terrasse auf die Stadt. Von der Terrasse beim Café hat man einen guten Rundblick über die Stadt. Allerdings gibt’s nix wirklich spektakuläres zu sehen.

Im Museum kann man Tickets für die sog. Cave Tours kaufen (5 Pfund). Die ganze Burg steht auf Sandstein. Also der ganze Hügel bzw. der Sockel ist bröckeliger Sandstein und in diesen hat man in all den Jahren Gänge und Höhlen und Cavernen und Lagerräume reingegraben. Im Rahmen solch einer Cave Tour die im Castle beginnen und unten beim alten Jerusalem Pub enden solle man durch diese Gänge und Höhlen geführt werden. Na, warum nicht. Könnte ganz interessant werden. Dazu kam noch das, als ich mit Umgebung schauen fertig war und beim Museum gefragt hatte, eine Tour knapp 10 Minuten später losging. Passte gut.

 

Die Gruppe von ca. 15 Leuten wurde dann von einer leicht kostümierten Person mit Zylinder und neckischem Spitzbärtchen abgeholt. Der Herr stellte sich als irgendeine historische Figur vor die vor etwa 200 Jahren gelebt hätte und viele Erlebnisse in der Geschichte der Burg selbst erlebt hätte. Und er wolle nun von seinen Erlebnissen erzählen. Ooo K. So ein Historien-Ding hatte ich jetzt nicht erwartet, aber der gute Mann war von Beginn an mit vollstem Elan dabei und hat alle schier mitgerissen.

Zuerst ging es mal raus auf die Terrasse und es wurden viele lange Geschichten rund um das Castle, wer wann was abgerissen und was aufgebaut hat und wer wann warum von welchem wütenden Mob oder bewaffneten Feinden hier gelyncht wurde. Dabei ist er immer zwischen den Leuten hin und her marschiert und hatte alle irgendwie eingebunden. Echt cool. Dann ging es in die Tunnel und in der nächsten halben Stunde ist die Truppe durch enge und sandige Gänge marschiert, immer wieder unterbrochen von diversen historischen Anekdoten des 200 Jahre alten dynamischen Herrn.

Irgendwann standen wir dann alle unten am Fuß der Burg und bekamen noch alle ans Herz gelegt doch unbedingt ins „Jerusalem“ einzukehren. Danach ist er mit den verbleibenden Leuten wieder hoch beim Robin Hood vorbei zur Burg zurückgegangen. Und dabei hat er noch weiter erzählt.

 

Cool. So einen engagierten „Schauspieler“ für ne Führung irgendwo hatte ich bisher noch nicht gesehen. Klasse, bravo, Applaus.

Mit dem Ticket fürs Castle kann man nach der Tour auch nochmal rein. Ich habe das genutzt und noch ein kleine Runde durch die Anlage zu drehen. Als ich mich dann vom Castle verabschiedet habe hatte ich nun doch deutlich mehr Zeit hier verbracht als ursprünglich vermutet.

Wenn man vom Castle die Friar (Tuck?) Lane schnurstracks durchgeht kommt man direkt zum zentralen Platz Nottinghams, dem Old Market Square. Allerdings habe ich nen kleinen Schlenker gemacht und beim Maid Marian Way abgebogen. Schließlich bin ich beim Playhouse und dem Sky Mirror gelandet. Der Sky Mirror ist eine riesige silberne Schüssel, die schräg in der Gegend steht und sich spiegelt. Naja. Ordnen wir das mal in „nett“ ein. Von hier oben habe ich mich dann mal zum Market Square orientiert.

Der große Kuppelbau vom City Council, der aber auch eigentlich Shopping Center zu sein scheint, dominiert den Platz. Vor dem Gebäude sind zwei große Löwenstatuen. „Meet at the left lion“ ist in Nottingham der Standardsatz wenn man sich irgendwo treffen will. Den linken Löwen kennt jeder.

 

Die ganze Gegend ist eine riesige Fußgängerzone. Ich habe mich da auch mal treiben lassen und bin bis zum großen Victoria Shopping Center mit hohem Uhrenturm gegangen. Zurück habe ich mich dann durch die Gassen zum Lace Market orientiert. Da hatte ich aber wohl irgendwie den Reiseführer falsch interpretiert. Ich war davon ausgegangen das der Lace Market irgendwas sehenswertes sei. In Realität wars aber nur ne große Kreuzung und ein Tram Stop. Hier und jetzt wars jetzt auch Zeit sich mal wieder in Richtung Bahnhof zu orientieren, da beim Marschieren nun doch die Uhr schnell vorgelaufen ist.

Wie geplant gabs dann einen Stopp im Canalhouse. Ein par Vorspeisen wie Knobibrot, heiße Kartoffeln und Dip und sowas sind dann neben leckeren Honey Dew Bier in den Magen gewandert. Nett hier. Hier kann man es echt aushalten.

Letztlich bin ich dann sehr pünktlich 5 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof gewesen. Zeit voll ausgenutzt. Der Zug zurück war auch überpünktlich. Wir sind sogar ein paar Minuten früher in St. Pancras angekommen.

 

Eine kurze Ubahn Fahrt später war ich dann auch am Leicester Square. Heute war im Vue Kino ne Premiere. Da war der rote Teppich für Bradley Cooper ausgerollt und die versammelte Damenschaft scharrte schon mit den Füßen. Das habe ich mir nicht lange angesehen. Nebenan im Odeon wartete ja schon der Bond auf mich.

Das Odeon ist übrigens ein echt klasse Kino. Klassischer Kinosaal mit Balkon. Unten sind die "Stalls" und oben die sog. "Circles". Insgesamt hat das Kino knapp 1.700 Plätze. Und sogar noch Personal welches als Platzanweiser fungiert.

Beim Film war die Soundanlage dermaßen gewaltig das bei Explosionen der Sitz vibriert hat. So muss das sein. Das ist klasse Kino.

Später nach dem Film habe ich es nicht mehr in nen Laden geschafft so das ich den Abend in der Hotelbar habe ausklingen lassen.

 

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