Neuseeland 2018/2019

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*mrh400

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« Antwort #60 am: 09.02.2020, 11:22 Uhr »
Und Ihr habt echt ein Händchen dafür - auch ohne vorherige Recherche - immer so hübsch angerichtete Tellerchen zu bekommen.  :hippie: 
Na ja, ganz ohne Recherche läuft das auch nicht ab. Auch das Einholen von Empfehlungen der Innkeeper ist ja eine Art Recherche - und einen Gegencheck auf TA machen wir auch ab und zu. Nur mittags unterwegs gehen wir auf gut Glück (oder manchmal auch Pech - siehe unten :lol:)


22. Tag, Samstag 12.01.2019: Punakaiki – Franz Josef

Wir schlafen sehr gut und lange. Gerade noch rechtzeitig kommen wir zum Frühstück, wo schon ein holländisches Paar und zwei Schwestern aus Deutschland sitzen. Das Angebot ist sehr vielfältig. Ich beschränke mich auf ein paar Cereals mit Joghurt und Blueberries sowie Brot mit Käse. Marianne benötigt zwei Spiegeleier (von den eigenen Hühnern der Innkeeper).

Alsbald fahren wir los und gehen Peters Empfehlungen folgend ein Stück des Pororari River Track, der an dem Bach entlang durch richtigen Urwald führt. Es gibt Palmen, hohe Farne, dicke Wurzeln. Auch einen Kormoran sichten wir im Fluß, in dem im übrigen etliche Kanuten zugange sind.


Pororari River


Pororari River


Pororari River


Pororari River Track - Wurzelgewirr


Pororari River, Kormoran


Pororari River Track


Pororari River, Kanufahrer

Nach einer knappen halben Stunde kehren wir um und machen uns auf den Weg nach Hokitika, wo uns Teresa, die Partnerin von Peter zwei Einkaufsadressen genannt hat. Wir fahren eine gute Stunde etwas oberhalb der Küste mit immer wieder schönen Ausblicken auf das Meer. Am Motukiekie Beach steigen wir kurz aus und spazieren ein wenig herum. Weniger schön um nicht zu sagen häßlich ist die auf halbem Weg liegende Stadt Greymouth, die aber wenigstens eine Tankstelle für uns hat.

Hokitika ist ein putziges Touristenstädtchen. Wir bummeln herum, schauen an den Strand und fallen in den ersten benannten Laden: Wilderness Gallery. Dort gibt es tolle Fotos, Fußmatten und Tischsets mit echten kleinen Kieselsteinen. Leider sind die zu schwer und unhandlich für Fluggepäck. Wir kaufen schöne Mosaikanhänger aus geschliffenem Stein und Muschelschalen sowie zwei Käsebretter aus Kauri-Holz. Letztere sehen wir später noch in vielen anderen Läden, aber hier waren die Preise trotz des insgesamt eher edlen Ambientes besonders günstig. Der andere benannte Laden, Waewae, ist ein Maori-Geschäft, das auf Jade spezialisiert ist. Die schönen Teile sind uns zu teuer, die – relativ – günstigen sind uns nicht attraktiv genug. So gehen wir mit leeren Händen wieder raus.


Motukiekie Beach


Hwy 6 bei Nine Mile


Hokitika, Straßenmusiker


Hokitika, Beach Access


Hokitika, ohne Worte


Hokitika Beach


Hokitika, Carnegie Building


Hokitika, Regent Theatre

Um unseren Hunger zu stillen, gehen wir in ein ordentlich ausschauendes Cafe, dessen Kuchen allerdings reine Zuckerbomben waren, der Cappuccino (nur einer statt zwei bestellter) ebenso zu süß und der Service drumselig. Vor der Weiterfahrt kaufen wir in einem Liquor Shop noch eine neue Ladung Bier.

Auf halber Strecke nach Franz Josef holen wir das Cappuccino-Defizit in Harakiri (richtig Harihari) nach, wo wir in ein recht ordentliches Cafe geraten, das ein paar nette Stühle im Freien hat. Außerdem gibt es dort ein Stück weiter einen Crafts Shop, den wir letztlich erfolglos durchstöbern. Das auffallendste sind dutzende wenn nicht hunderte ausgelatschter Wanderschuhe, die im Vorgarten als Blumentöpfe dienen.


Waitaha River vor Harihari


Harihari, The Willows


Harihari, The Willows - Pflanzstiefel

Die Straße führt dann von der Küste weg. Kurz vor Franz Josef liegt der malerische Lake Mapourika. In Franz Josef Glacier ist gleich am Ortseingang unser B&B Holly Homestead – ein putziges altes Holzhaus aus den 1920ern. Wir bekommen unser Zimmer nebst Privatbalkon gezeigt und erklärt. Bernie, die Innkeeperin serviert uns Limonaden und gibt uns vielfältige Tips für die Umgebung inklusive Restaurants.


Lake Mapourika


Farne beim Lake Mapourika


Franz Josef, Holly Homestead


Franz Josef, Holly Homestead - Porch

Nach der Erfrischungslimonade machen wir uns auf den Weg durch den Ort, reservieren im empfohlenen Blue Ice Cafe einen Tisch und fahren zum Trailhead zum Franz Josef Gletscher. Um 17:15 marschieren wir los und legen die jeweils 2,5 km wie angeschrieben in insgesamt 1 1/2 Stunden zurück. Es geht an dutzenden Wasserfällen vorbei; man sieht den Gletscher auch schon von unten, aber je weiter man kommt, desto mehr rückt von ihm ins Blickfeld. Der obere Teil des Gletschers und die Berge darüber sind leider in Wolken verhüllt, nur ein kleiner blauer Fleck ist erkennbar. Erst als wir uns auf dem Rückweg ziemlich weit unten mehr oder weniger zufällig nochmals umblicken, sehen wir zu unserer Überraschung, daß es hinter uns über den Bergen total aufgerissen hat und die Berge in aller Pracht zu sehen sind.


Franz Josef Glacier, Trailhead um 17:15


Franz Josef Glacier Walk, Wasserfall


Franz Josef Glacier Walk, Gletscherende 1940 - ganz hinten ahnt man den Gletscher


Franz Josef Glacier Walk, versteinerter Baumstamm


Franz Josef Glacier


Franz Josef Glacier


Franz Josef Glacier, Trailhead um 18:45

Im Blue Ice Cafe nimmt Marianne ein Rib Eye Steak, ich ein Duck Confit, dazu zwei Bier – alles recht gut. Im B&B gibt es auf dem gemeinsamen Balkon in der Abendsonne noch ein zweites Bier und danach in der Gästelounge noch je einen Portwein auf Kosten des Hauses.


Franz Josef, Holly Homestead - Blick

233 km
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« Antwort #61 am: 10.02.2020, 09:05 Uhr »
23. Tag, Sonntag 13.01.2019: Franz Josef – Wanaka

Ich wache gegen 04:30 mit Bäh-Bauch auf, Marianne schläft recht gut. Den Wecker stellen wir vor dem Krähen ab und stehen alsbald auf.

Beim Frühstück sitzen wieder lauter Deutsche – eine Mitarbeiterin des BMA, die zuletzt in Brüssel war und jetzt ein Sabbatical mit dreimonatiger Reise durch Neuseeland hat und die Sozialdezernentin einer Stadt aus dem Rheinland mit ihrem aus Maine stammenden Mann. Marianne nimmt poached eggs, ich ein Omelett mit Tomaten. Draußen ist es grau und kühl und alle rechnen mit Regen.

Wir fahren gegen 10:00 los und zweigen in Richtung Lake Matheson ab. Dort gehen wir bis zum ersten Lookout, der für seine Spiegelungen der Berge im Wasser berühmt ist. Mit Spiegelung ist bei dem Wind natürlich nichts, aber man sieht wenigstens ein wenig von den Bergen. Es beginnt allmählich zu regnen, aber den Weg zurück überstehen wir noch ohne Durchnässung. Im Shop treffen wir die Kölner und kaufen einen mit einem Kiwi bemalten Kieselstein.


Lake Matheson, Mt Tasman und Mt Cook


Farn am Lake Matheson Walk

Auf der Weiterfahrt wird der Regen zunehmend stärker, so daß wir wenig Genuß von der Landschaft haben. In Haast Junction fallen wir in das erstbeste (=einzige) Restaurant und essen Salt & Pepper Calamari – nichts besonderes, aber erträglich. Den Kaffee sparen wir uns für später auf.


Bruce Bay vor Haast Junction


Hwy 6 bei Bruce Bay

"Später" dauert dann gut 1 ½ Stunden bis zum Cafe in Makarora, wo wir zimtsüßen Cappuccino erhalten. Auf dem Weg dorthin vertreten wir uns bei den Fantail Falls ein wenig die Füße; sie liegen direkt am Hast Pass Highway, so daß man nicht weit durch den Regen laufen muß. Von der eigentlich recht schön anmutenden Hochebene am Makarora River bekommen wir wegen des Wetters wenig mit.


Landsborough River


Fantail Falls


Cairnbaum bei den Fantail Falls

Richtig toll wird es dann aber, als wir den Lake Wanaka erreichen. Mehrere Stops an Lookouts sind hier Pflicht, ebenso wie danach am Lake Hawea. Hier haben wir mit dem Wetter richtig Glück – am Lake Wanaka reißt es allmählich auf. Zwar dräuen zunächst noch dunkle Wolken am Himmel und es geht ein heftiger Wind mit entsprechenden Wellen. Aber die Sonne kämpft sich zunehmend durch. Ein schöner Aussichtspunkt ist "The Neck", zwischen dem Lake Wanaka und dem Lake Hawea. Da wird es hinter uns schon wieder düsterer. Als wir später den Lake Hawea erreichen, sehen wir, daß hinter uns wieder dichte Regenwolken aufziehen.


Lake Wanaka


Lake Wanaka


Hwy 6 am Lake Wanaka


The Neck, Blick auf den Lake Wanaka


Lake Hawea


Lake Hawea

In Wanaka zweigen wir vor dem eigentlichen Ort ab und fahren zunächst am Distinction vorbei – es handelt sich um eine einigermaßen gesichtslose Ferienwohnungsanlage. Die Dame am Empfang ist sehr freundlich und weist uns ein. Wir bekommen eine Dreizimmerwohnung mit Garage. Zunächst lassen wir das Auto draußen und machen kurz in Erholung, während es draußen richtig heftig stürmt und regnet.

Später zirkele ich das Auto durch das enge Tor in die Garage und wir packen aus. Gegen 18:30 ist wieder ziemlich schönes Wetter. So entscheiden wir uns, das Auto wieder rauszurangieren und in den Ort zu fahren und das von der Empfangsdame empfohlene Restaurant zu suchen. Es heißt Kika und tut so, als ob es ein Italiener wäre – es ist aber besser, denn es gibt lauter Gerichte zum Teilen. Wir nehmen drei Vorspeisen und verzichten zum Erstaunen der Bedienung auf den Hauptgang – roher Lachs, Anjovis und ein Fidji-Gericht, das sich auch als roher Fisch mit feinen Zutaten entpuppt. Dann gehen wir unmittelbar zum Nachtisch über: Schokoladenmoussetorte mit Kirscheis und Aprikosenkäsekuchen (eher -mousse) mit Aprikoseneis. Dazu je ein großes und ein kleines Hausbier. Wir sind hochzufrieden.


Wanaka, Lake Wanaka


Wanaka, Kika - Lachs


Wanaka, Kika - Anjovis


Wanaka, Kika - Chocolate Mousse Cake

Bevor wir zurückkehren, gehen wir noch ein paar Schritte herum. An der Lodge wird das Auto wieder in die Garage manövriert, Marianne widmet sich dem Fernseher und ich dem PC.


Wanaka, Freimaurertempel


Wanaka

305 km
Gruß
mrh400

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« Antwort #62 am: 11.02.2020, 16:09 Uhr »
24. Tag, Montag 14.01.2019: Wanaka – Queenstown
Part I Wanaka - Crown Range Road

Wir schlafen insgesamt recht gut. Aufgestanden wird gegen 08:00. Marianne kocht Kaffee und Toasts und wir nehmen das gestern Abend gebrachte Kontinental Frühstück zu uns. Der Check-out geht besonders einfach: Schlüssel abgeben – das wars.

Als erstes gehen wir heute die sportliche Aktivität an. Wir fahren wenige km zum Parkplatz am Mt. Iron Trail und wandern die 240 Meter Höhenunterschied hinauf. Schon unterwegs hat man tolle Ausblicke auf den Lake Wanaka und später den Lake Hawea sowie die umgebenden Berge. Der Weg steigt stellenweise ganz schön heftig an, ist insgesamt aber ganz gut zu gehen. In einer 3/4-Stunde sind wir oben und genießen die tolle Rundumsicht.


Wanaka, Mt. Iron Track


Wanaka, Mt. Iron Track


Wanaka, Mt. Iron Track - Lake Wanaka


Wanaka, Mt. Iron Track - Lake Wanaka und Lake Hawea


Wanaka, Mt. Iron Track


Wanaka, Mt. Iron Track - Lake Wanaka


Wanaka, Mt. Iron Track - Lake Wanaka und Lake Hawea


Wanaka, Hagebutten am Mt. Iron Track

Runterwärts gehen wir denselben Weg und nicht die Loop, weil uns die Aussicht auf See und Gebirge interessanter erscheint als auf Ort und Tal. Unten angekommen fahren wir in den Ort, wo ein ausgiebiger Einkaufsbummel ansteht, der typischerweise einen anderen als den angestrebten Erfolg zeitigt: Wieder einmal ein paar Untersetzer (aber eben nicht die eigentlich gesuchten) und eine köstliche Reisetasche für Kinder mit Disney-Motiven - viel ansprechender als die schrillen Teile in den Disney-Shops, wo wir später nach vergleichbaren Teilen gesucht haben. Mal sehen, wer die bekommt und wer dann beleidigt ist.

Da Kika nur abends geöffnet ist, essen wir anschließend bei Relishes eine Kleinigkeit zu Mittag: eine Salmon poke bowl – ponzu marinated salmon, avocado, kewpie mayonnaise, cucumber & chilli pickled cabbage, edamame beans on sesame brown rice und ein Blueberry, cucumber and cherry tomato tabbouleh – with black garlic hummus, beetroot tzatziki and tostada crisps. Das Essen ist sehr gut, aber im Schatten ist es empfindlich kalt, so daß wir schnellstmöglich unseren Platz wieder räumen.


Wanaka, Relishes - Salmon Poke Bowl


Wanaka, Lake Wanaka

Auf der Weiterfahrt stoppen wir in Cardrona, einem kleinen Toristenort. Dort befindet sich ein schönes altes Hotel – zum Teil noch in Betrieb – mit ein paar hergerichteten historischen Nebengebäuden. In den Schuppen stehen ein paar alte Autos. Im Garten herrscht reger Restaurantbetrieb und wir gönnen uns unseren Cappuccino zum Aufwärmen und genießen wieder einmal ein herrlich entspanntes Ambiente.


Cardrona Hotel


Cardrona Hotel, General Merchant


Cardrona Hotel, Gartenschuppen


Cardrona Hotel, Lobby


Cardrona Hotel, Bar


Cardrona Hotel, Garten


Cardrona Hotel, Schuppen


Cardrona Hotel, Oldtimer


Cardrona Hotel, FAQ

Danach geht es über eine richtige Paßstraße, die Crown Range Road, weiter in Richtung Queenstown. An der Paßhöhe steht eine Tafel, die darauf hinweist, daß es sich mit 1076 m um die höchste geteerte Straße von Neuseeland handele. Das GPS zeigt am Parkplatz sogar 1085 m an. Allerdings waren wir auf der Nordinsel in Whakapapa ca. 1130 m hoch (und die Straße ging noch weiter) und am Turoa Skigebiet bei etwa 1633 m, jeweils auf geteerten Straßen. Die Angabe stimmt daher wohl nur für durchgehende Paßstraßen. Die Umgebung macht einen richtig alpinen Eindruck, obwohl wir ja eigentlich gar nicht sehr hoch sind. Die Ausblicke sind herrlich, die Kehren der Straße richtig hochalpin. Der Blick auf die Restreichweite des Benzins ist allerdings weniger erbaulich. Aber bis Arrowtown, wohin wir auf der Schlußetappe einen kleinen Umweg einlegen, reicht es dann doch bequem.


Crown Range Road, Lake Wakatipu


Crown Range Road, Lake Wakatipu
Gruß
mrh400

*partybombe

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« Antwort #63 am: 12.02.2020, 07:41 Uhr »
Zwischendurch einmal einen lieben Dank für den umfangreichen Bericht; da bleibt man gerne dabei

*mrh400

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« Antwort #64 am: 12.02.2020, 09:48 Uhr »
Zwischendurch einmal einen lieben Dank für den umfangreichen Bericht; da bleibt man gerne dabei
freut mich :D

24. Tag, Montag 14.01.2019: Wanaka – Queenstown
Part II Arrowtown und Queenstown

In Arrowtown finden wir recht schnell mithilfe des Navi eine Tankstelle. Es handelt sich um eine reine Selbstbedienungsveranstaltung ohne jedes Personal. Nicht einmal eine Quittung auszugeben ist das Ding in der Lage. Angesichts des ziemlich leeren Tanks riskieren wir es dennoch und machen den Tank randvoll.

Arrowtown ist eine alte Goldgräberstadt mit einer zentralen Ladenzeile, die dem 19. Jahrhundert nachempfunden ist und sehr ansprechend ausschaut. Die Straßen und Grundstücke haben - mit Ausnahme der Haupteinkaufsstraße - viele große grüne Bäume. Die Hauptstraße hat schön hergerichtete historische Gebäude mit vielen Läden - die Geschäfte sind allerdings für unseren Geschmack reinster Touri-Nepp. Da macht sich offensichtlich die Nähe zum Touristenzentrum Queenstown bemerkbar.


Arrowtown, Buckingham Street


Arrowtown, Berkshire Street - St. Pauls Church


Arrowtown, Dudley's Cottage


Arrowtown, Buckingham Street


Arrowtown, Buckingham Street


Arrowtown, Postschließfächer

Eine Besonderheit ist das Chinese Settlement. Chinesen waren offenbar als Helfer bei der Goldgewinnung zunächst hochwillkommen. Später, als etliche von ihnen zu einem mehr oder weniger bescheidenen Wohlstand gekommen sind, kippte aber die Stimmung - sie wurden dann höchst unbeliebt und auch aus dem Land gemobbt. Die Helfer der Goldminen hausten in kleinen Hütten, von denen ein paar rekonstruiert sind. Außerdem gibt es einen noch weitgehend originalen Laden, der bis ca. 1920 in Betrieb war. Aus den ganzen Beschreibungstafeln ergibt sich der Eindruck, daß hier eine offenbar länger überfällige Geschichtsbewältigung betrieben wird.


Arrowtown, Chinese Settlement - Ah Lum's Store


Arrowtown, Chinese Settlement - Ah Lum's Store


Arrowtown, Chinese Settlement - Hütten


Arrowtown, Chinese Settlement - Hütte

Danach fahren wir die paar letzten Kilometer bis Queenstown, wo das Chalet Queenstown, unser B&B, am Hang liegt. Nach kurzem Warten taucht die Innkeeperin auf, eine Inderin namens Isha. Sie gibt uns natürlich das von uns im Vorfeld explizit abgelehnte (das RB hatte uns auf unseren Einwand hin zugesichert, daß wir ein anderes Zimmer bekommen) Zimmer Nr. 7 neben dem Parkplatz. Dort muß man die Vorhänge zuziehen, daß nicht jeder, der ins oder aus dem Haus geht, hineinschauen kann. Auch an der kleinen Terrasse, die davor ist, latscht halt jeder vorbei. Aussicht hat man natürlich auch keine. Aber wenigstens ist es groß (nach Berichten viel größer als die anderen Zimmer) und hat ein drittes Bett, das wir als Gepäckablage nutzen können. Zudem müssen wir unser Gepäck nicht die Treppe hinaufwuchten. So finden wir uns dann doch schnell damit ab.

Ich buche per Internet für morgen nachmittag eine Schifferlfahrt mit der Earnslaw und checke die von Isha benannten Lokale – nur eines kommt wirklich in Betracht: Flame.

Da für dort so kurz vor knapp online keine Reservierung mehr möglich ist, gehen wir aufs Geradewohl los. Unterwegs queren wir einen hübschen Park, um dann an der Ufer-/Strandpromenade herauszukommen. Dort herrscht reger Betrieb. Wir gehen die Beach Street auf und ab (erst in die falsche Richtung) und schauen bei ein paar Läden vorbei. Als wir dann endlich Bei Flame ankommen, nimmt uns eine Deutsche am Eingang in Empfang. Der Laden ist recht voll, doch wir bekommen glücklicherweise schon zwei Minuten nach Ankunft zwei Sitzplätze an der Bar, wo wir Bier und je ein Lamm-Bar-B-Q bestellen. Das Lammfleisch ist geradezu phänomenal und eine ganze Menge (die Portionen von anderen Gerichten, die im Lokal verzehrt werden, könnten wir nicht im entferntesten zu zweit verputzen).


Queenstown, Lake Wakatipu


Queenstown, Eichardts Hotel

Danach stromern wir nochmals durch die Läden. Marianne will bei Kathmandu T-Shirts für die Neffen kaufen – doch die Kreditkartenmaschine verweigert die Akzeptanz. So lassen wir sie für morgen zurücklegen und wackeln nach Hause.

Marianne nimmt auf der kleinen Terrasse vor dem Zimmer noch ein Bier und ich arbeite am PC etc.

82 km
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mrh400

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« Antwort #65 am: 13.02.2020, 09:18 Uhr »
25. Tag, Dienstag 15.01.2019: Queenstown

Marianne schläft ganz gut, ich weniger – die Matratze ist für mich viel zu weich und ohne jeden Halt. So sind wir vor dem Krähen des Weckers wach. Das Aufstehen gestaltet sich gemächlich. Draußen ist es noch ziemlich überzogen.

Das Frühstück ist bemerkenswert appetitlich hergerichtet. Wir nehmen beide Hot Cake – nur der Maple Syrup kommt unter vielfältiger Entschuldigung etwas zu spät.

Wir lassen das Auto stehen und marschieren zu Fuß los Richtung Stadt. Unterwegs sehen wir einen Wegweiser „Queenstown Gardens“, dem wir folgen. Wir kommen in einen sehr hübsch gestalteten Park mit uralten Bäumen, kleinem Teich, Bowling-Platz, Tennisplatz, Rosengarten, Memorials für Bergsteiger sowie für Robert Scott. Wir gehen weiter zum Uferweg und setzen uns dort in die Sonne und beäugen die heftigen Wellen auf dem Lake Wakatipu.


Queenstown, Brisbane Street


Queenstown Gardens


Queenstown Gardens, Bowling Club


Queenstown Gardens, Gedenkstein für Robert F. Scott


Queenstown Gardens, Lake Wakatipu

Der Garten ist offenbar recht beliebt, denn auf dem Weiterweg in Richtung Stadt begegnen uns viele Leute. Wir gehen an der Uferpromenade entlang und durchbummeln eine Vielzahl von Geschäften. Nach einem Abstecher zur Kirche St. Peters machen wir uns auf den Weg zur Bergbahn „Queenstown Skyline“, die auf Bobs Peak führt. An der Station herrscht ein ziemlicher Andrang. Viele Leute nehmen Mountain Bikes mit, die außen an den Gondeln befestigt werden.


Queenstown, Hafen - Blick auf Bob's Peak


Queenstwon, The Bathhouse an der Uferpromenade


Queenstown, Lake Wakatipu mit Mt. Turnbull


Queenstown, Haus an der Marine Parade


Queenstown, St. Peters


Queenstown, Skyline Gondola - Fahrradtransport

Oben hat man einen tollen Blick in die Landschaft und auf den See. Im Hafen drehen die Jetboote ihre U-Turns. Auch auf die TSS Earnslaw, mit der wir heute Nachmittag einen Ausflug unternehmen wollen, können wir entdecken. Außerdem können wir eine Bungee-Springerin beobachten, die offenbar etwas Nachhilfe benötigt – sie wird regelrecht hinuntergeschubst und schreit dann auch ziemlich laut. Unterhalb der Station ist ein Lift für Schlitten des "Luge", einer Kreuzung von Sommerrodelbahn und Seifenkisten, an dem ebenfalls viele Leute anstehen.


Queenstown, Bob's Peak - Lake Wakatipu


Queenstown, Bob's Peak, Lake Wakatipu


Queenstown, Bob's Peak - Blick auf die TSS Earnslaw


Queenstown, Bob's Peak - Lake Wakatipu


Queenstown, Bob's Peak - Blick auf den Hafen


Queenstown, Bob's Peak - Bungeespringerin


Queenstown, Bob's Peak - Warteschlange am "Luge"

Wir enthalten uns aber jedweder sportlichen Betätigung. Da uns die Restauration an der Bergstation nicht sonderlich anspricht, fahren wir nach ausgiebigem Genuß des Panoramas wieder runter und suchen unten eine Verpflegungsmöglichkeit. Wir landen in der Fußhängerzone beim Fat Lamb, wo es Tische in der Sonne im Freien gibt. Marianne ißt eine garnierte Avocado auf Toast, ich einen Salat mit Lammstreifen, dazu je ein Lager – gestern war's besser. Danach sind nochmals etliche Geschäfte dran; auch holen wir die zurückgelegten T-Shirts ab; heute funktioniert die Kreditkarte.

Dann steigen wir zu unserem B&B hoch; Marianne kocht Kaffee bzw. Schokolade und ich mache eine erste PC-Runde mit Fotos und Notizen.

Nach der Erholungspause nehmen wir unsere warmen Jacken mit und dackeln wieder in den Ort. Am Hafen steht schon eine Schlange Chinesen am Pier für unser Boot. Wir checken ein, erhalten unsere Tickets sowie je einen Gutschein für einen Drink und stellen uns in die Reihe.

Als das Boot kommt und wir zusteigen dürfen, sind natürlich die besten Plätze schon belegt, bis wir endlich an der Reihe sind. Dennoch bekommen wir ganz erträgliche Plätze am Fenster - die Sicht ist allerdings durch ein Rettungsboot etwas eingeschränkt. Vor der Abfahrt und während der ersten halben Stunde der Fahrt bewundern wie die Seabreacher, eine Art Tauch-Schnellboote, die mit irrem Tempo über die Wasseroberfläche fahren, dann kurz untertauchen, um schließlich senkrecht stehend aus dem Wasser aufzutauchen.


TSS Earnslaw


Queenstown, Seabreacher

Die TSS Earnslaw ist ein echtes Dampfschiff, das noch heute mit Kohle befeuert wird. Der Maschinenraum ist oben offen, so daß man hineinsehen kann. Die Mannschaft schippt Kohlen in den Kessel und die Wärme zieht auch zu uns herauf. Zwei nach oben über das Deck hinausführende Rohre haben quasi die Funktion als Klimaanlage: Immer wieder machen die kohleschaufelnden Männer Pause darunter, um frische Luft zu schnappen.


TSS Earnslaw, Maschinenraum


TSS Earnslaw, Maschinensteuerung


TSS Earnslaw, Armaturen

Eine Dreiviertelstunde fahren wir bis zur Anlegestelle Walter Peak Farm. Wir haben tolle Blicke auf die Berge und zurück nach Queenstown. Das Ganze wird begleitet von einem Bier bzw. einem Glas Rose. An der Anlegestelle Walter Peak Farm steigen 95% der Passagiere aus, um dort ein Bar-B-Q zu essen – eine wahre Karawane bewegt sich zum Restaurant. Selbst die nicht wenigen fernöstlichen Fahrgäste, die unterwegs keinen Blick auf die Umgebung verschwendet hatten, sondern nur in ihre Smartphones vertieft waren, schrecken kurz auf, steigen aus und nehmen Kurs auf zum Restaurant. Wir haben damit das Boot auf der Rückfahrt ziemlich für uns alleine. Mit einem Orangenkuchen von der Bordbar genießen wir die Ausblicke.


TSS Earnslaw, Lake Wakatipu


TSS Earnslaw, Lake Wakatipu


Lake Wakatipu, Walter Peak


Lake Wakatipu, Walter Peak Farm


Lake Wakatipu, Essenskarawane zur Walter Peak Farm


Lake Wakatipu, Walter Peak Farm


Lake Wakatipu


Lake Wakatipu


Queenstown, Hafen

Auf dem Weg zum B&B müssen wir nochmals bei Kathmandu rein und einkaufen – zwei Hemden für mich, eine Bluse und ein Shirt für Marianne. Die Preise sind nochmals gefallen. Morgen werden wir allerdings nicht austesten, ob es dann wieder billiger wird.

Im B&B setzen wir uns auf unsere kleine Terrasse, essen unseren Käse und genießen dazu je ein Glas von unserem Rosé aus Napier.

0 km
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*lonewolf81

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« Antwort #66 am: 13.02.2020, 10:51 Uhr »
Queenstown ist doch ein sehr touristischer Ort. Ansonsten weiterhin ein schöner Bericht, auch wenn ihr gefühlt ziemlich schnell an der Westküste durchgerauscht seid. Aber irgendwo muss man ja eh immer kürzen.

*mrh400

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« Antwort #67 am: 15.02.2020, 10:06 Uhr »
Nachdem ich gestern eine Pause einlegen mußte, geht es heute weiter:

26. Tag, Mittwoch 16.01.2019: Queenstown – Te Anau

Wir schlafen heute beide gut und stehen gegen 08:00 auf. Das Wetter ist heute noch besser als gestern. Zum Frühstück nimmt Marianne das Chalet Big Breakfast mit Schinken, Ei, Tomate und Kartoffelplätzchen, ich wieder den Hot Cake. Die Innkeeper sind sehr freundlich bemüht um ihre Gäste.

Nach dem Auschecken fahren wir Richtung Te Anau, erst den ganzen Südteil des Lake Wakatipu entlang. Kurz nach Queenstown machen wir einen Abstecher zum Jacks Point, wo sich nicht nur ein Golfplatz befindet, sondern eine große Feriensiedlung mit sehr ansehnlich gebauten kleinen Häusern – ganz im Gegensatz zur unmittelbaren Umgebung von Queenstown, wo man den Eindruck hat, daß das Ortsbild am Kippen ist, weil jede freie Fläche mit unschönen Appartements zugeklotzt wird. Landschaftlich bringt dieser Abstecher allerdings nicht sehr viel.

Lohnender sind ein paar Blicke vom weiteren Verlauf der Straße aus auf den See sowie ein Rückblick von Kingston am Südende des Sees. Dort fahren wir kurz ab in Richtung Ort, setzen uns auf eine Bank und lassen den Blick auf uns wirken. Kurz nach Kingston machen wir noch einen Fotostop am Fairland Railway Terminus, einer alten Eisenbahnstation. Außer uns sind dort noch Neuseeländer unterwegs mit einem Wohnanhänger, der gut zu dem historischen Ambiente paßt. Die Weiterfahrt ist im wesentlichen ereignislos mit wechselnden Landschaftseindrücken: Mittelgebirge, Hochebenen, hohe Berge in der Ferne, Schafe und Rinder in der Nähe.


Lake Wakatipu


Lake Wakatipu, Rückblick auf Queenstown


Kingston, Lake Wakatipu


Fairlight Railway Terminus


Fairland Railway Terminus


Farm bei Parawa


Schafe und Rinder bei Parawa


Hwy 94 bei The Key

In Te Anau kommen wir viel zu früh an, um unser B&B aufzusuchen. Wir suchen daher zunächst einen Parkplatz im Ort und gehen ins Sandfly Cafe, wo Marianne den Salad of the Day und ich ein Steak Sandwich essen – zum Nachtisch gibt es dann je einen Cappo.

Danach gehen wir zum Visitor Center von Real Journeys, um das morgige Procedere für die Fahrt in den Doubtful Sound abzuklären. Anders als auf der Internetseite des Touranbieters verzeichnet, wird man nicht am Quartier abgeholt. Man muß zum Visitor Center am Lake Te Anau kommen, wo der Bus abfährt, der uns nach Manapouri bringen wird. Dort beginnt dann die eigentliche Tour. Da es an Bord offenbar keine Verköstigung gibt, buchen wir ein Lunch-Picknick zu unserer Tour dazu, das man dann am Bootspier entgegennehmen muß. Vom Visitor Center gehen wir ein Stück den See entlang und setzen uns auf einen Baumstumpf, wo wir schwimmenden Kindern zusehen. Der Himmel überzieht sich und es kommt ein ziemlicher Wind auf – Wetter, das mich per se müde macht.


Te Anau, Fordson Traktor am Ortseingang als Museumswerbung


Te Anau, Sandfly Cafe - Cappuccino


Lake Te Anau


Badebetrieb am Lake Te Anau

Auf dem Rückweg klappern wir alle Geschäfte erfolglos nach Coasters ab. Inzwischen ist es spät genug, um zu unserem Quartier zu fahren, das etwas außerhalb vom Ortskern liegt. In der Te Anau Lodge begrüßt uns der Mark, Innkeeper auf englisch mit der Frage, ob Bayern nicht selbständig sei. Er erklärt uns dann in perfektem Deutsch alles Notwendige und die Historie des B&B, das früher an anderer Stelle als Nonnenkloster stand.

Das B&B ist von einem riesigen Garten umgeben, der mit einem Pavillon, einem großen Schachspiel und allerlei Kuriositäten bestückt ist. Die Zimmer haben klösterliche Bezeichnungen, die allerdings nicht alle einen Bezug zur früheren Verwendung haben. Unseres, das „Baptistry“, ist in einem Anbau, der bei der Verlegung des Gebäudes hinzugefügt wurde, und leider relativ klein. Dafür hat es von einem Zwischengang aus einen eigenen Zugang ins Freie.

Mark reserviert uns einen Tisch im nach seiner Aussage besten Restaurant des Ortes. Zu den vielen Unternehmungen, die er empfiehlt, können wir uns nicht aufraffen. Statt dessen kochen wir uns einen Tee und setzen uns in die als „Scriptorium“ bezeichnete Library, wo die erste PC-Runde erledigt wird.


Te Anau Lodge


Te Anau Lodge, Garten


Te Anau Lodge, "Chapel" (Frühstücksraum)

Dann raffen wir uns doch noch auf, vor dem Essen etwas zu unternehmen, und fahren ins Bird Sanctuary, das am Südende des Sees liegt. Dort sehen wir einen Kuckuckskauz, ein Pärchen Takahe, die bis vor nicht allzu langer Zeit als ausgestorben galten, einige Kakas – größere Papageien – sowie etliche verschiedene Enten. Nach einer unterhaltsamen halben Stunde fahren wir zum Restaurant – Redcliff Cafe.


Te Anau, Bird Sanctuary - Takahe


Te Anau, Bird Sanctuary - Paradise Shelduck


Te Anau, Bird Sanctuary - Paradise Shelduck


Te Anau, Bird Sanctuary - Kaka


Ta Anau, Bird Sanctuary - Kakariki

Unterwegs reservieren wir noch im Restaurant vom Distinct Hotel einen Tisch für morgen. Das Restaurant hatte uns Mark als Alternative empfohlen.

Das Redcliff Cafe ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Marianne ißt einen Salmon, ich riskiere einen White Hare medium rare. Beides schmeckt sehr gut und ist auch reichlich. Wie üblich gibt es ein Bier dazu.


Te Anau, Redcliff Cafe


Te Anau, Redcliff Cafe - White Hare

Nach Rückkehr setzen wir uns noch auf ein Bier aus dem Kühlschrank des B&B in das "Scriptorium".


Te Anau Lodge, Blick

190 km
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« Antwort #68 am: 15.02.2020, 15:32 Uhr »
Eure Speiseteller sehen immer sehr gut aus

*mrh400

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« Antwort #69 am: 16.02.2020, 13:22 Uhr »
Eure Speiseteller sehen immer sehr gut aus
Essen ist der Sex des Alters  :wink: :lol:

27. Tag, Donnerstag 17.01.2019: Te Anau – Doubtful Sound - Te Anau

Geschlafen haben wir zwar mit einigen Unterbrechungen, aber insgesamt sehr gut. Zum Frühstück in der ehemaligen Kapelle finden wir uns um 08:00 ein. In Relation zum Gesamteindruck des B&B fällt das Frühstück leider etwas ab: keine individuelle Zubereitung, sondern Rührei/Süßkartoffelplätzchen etc. aus großen Behältern wie in einem Hotelbuffet, Joghurts in Plastikbechern. Insgesamt gibt es aber nichts zu meckern.

Dann machen wir uns auf den Weg in den Ort und parken das Auto gleich vor unserem Abendrestaurant, denn wir sind ja heute mit Bus und Schiff unterwegs. Im Visitor Center müssen wir noch eine Viertelstunde warten, bis der klapprige Bus kommt, der uns nach Manapouri bringt. Dort holen wir im Visitor Center an der Anlegestelle unsere Lunchpakete ab und besteigen das erste Boot unserer Tour, das uns über den Lake Manapouri fahren wird.


Hwy 95 Richtung Manapouri


Manapouri, Boot an der Anlegestelle


Manapouri, Möwe

Noch ist die Sicht ganz passabel. Imposante Berge rahmen den See. Aber man sieht schon, daß sie sich allmählich einhüllen. Dennoch ist der See mit seinen verzweigten Armen sehr beeindruckend. Unterwegs gibt es am Ufer bemerkenswerte Formationen im Gestein zu bewundern. Leider haben wir nicht recht verstanden, wie sie entstanden sind.


Lake Manapouri


Lake Manapouri


Lake Manapouri


Lake Manapouri, Gesteinsformation


Lake Manapouri, Gesteinsformation


Lake Manapouri

Am anderen Ende des Sees erwartet uns wieder ein Visitor Center, das sich mit der Elektrizitätsgewinnung beschäftigt. Dort steigen wir zur Abwechslung erneut  in einen Bus, dessen Fahrerin uns über den Wilmot Pass zum Doubtful Sound bringt. Unterwegs erklärt sie viel, es gibt auch ein paar Stops zur Bewunderung von Wasserfällen und Moosen, die als Grundlage für die gesamte Flora unentbehrlich sind.

Links und rechts der Schotterstraße erstreckt sich Regenwald; der Paß ist weitgehend in Nebel gehüllt. Auf beiden Seiten kann man etliche Wasserfälle entdecken.


Straße zum Wilmot Pass


Wilmot Pass, Moos


Wilmot Pass, Wasserfall


Doubtful Sound, Wasserfall

Am Doubtful Sound wird erneut das Transportmittel gewechselt. Wieder geht es auf ein Schiff, das uns durch den Doubtful Sound bis zur Tasmanischen See befördert. Die den Fjord begrenzenden Berge sind leider ab etwa 300 m in Wolken gehüllt und an etlichen Stellen wabern die Nebel. Auch dies ist natürlich ein besonderer Eindruck. Da es nicht regnet, sind wir statistisch ohnehin vom Wetter begünstigt. Schon wenige Tage ohne Regen gelten als Trockenperiode, zwei Wochen als Dürre. Unterwegs verköstigen wir uns aus dem Lunchpaket.

Wir fahren eine ganze Weile an vielen Nebenarmen und Inseln vorbei, die mit Regenwald bewachsen sind, bis zu einer Inselgruppe, den Nee Islets, am Übergang zwischen Sound und offener See. Dort schwankt das Boot schon ganz nett. Auf einer der kleinen Inseln gibt es eine Seelöwenkolonie, die wir ausgiebig bewundern dürfen.


Doubtful Sound, auf so einem Segelboot kann man Übernachtungstouren buchen - nichts für uns


Doubtful Sound, Insel


Doubtful Sound


Doubtful Sound


Doubtful Sound


Doubtful Sound, ganz da vorne liegen die Nee Islets, unser Ziel


Doubtful Sound, Nee Islets und Kreuzfahrtschiff


Doubtful Sound, Nee Islets - Seelöwen


Doubtful Sound, Nee Islets, Seelöwen


Doubtful Sound, Nee Islets - Höhle

Auf dem Rückweg begleiten uns in einiger Entfernung am Ufer vor dem Regenwald ein paar Delfine. Ein wenig später turnen ein paar von den Delfinen z.T. unmittelbar vor dem Boot herum. Angeblich ist das ein relativ seltenes Ereignis. Fotografieren lassen sich die Tiere nur schwer, weil sie ganz nahe am Boot sind und das Publikum ein großes Knäuel an der Reling bildet. Schließlich hält das Boot noch in einer Bucht in einem Nebenarm, wo wir bei abgeschaltetem Motor die Stille genießen können, nachdem die chinesischen Gäste nach mehrfacher Aufforderung endlich mal den Schnabel halten. Je weiter wir ins Landesinnere kommen, desto mehr lockern sich die Wolken auf - von Aufklaren oder gar Sonne kann aber noch keine Rede sein.


Doubtful Sound, Nee Islets


Doubtful Sound


Doubtful Sound


Doubtful Sound, Wasserfälle


Doubtful Sound, Regenwald und Delfine


Doubtful Sound, Regenwald in der Bucht der Stillle


Doubtful Sound, Farnbäume

Dann geht es wieder im Bus über den Wilmot Pass zum Lake Manapouri. Unterwegs bessert sich das Wetter allmählich weiter – an der Anlegestelle am Lake Manapouri kommt sogar blauer Himmel auf. So haben wir bei der Überfahrt über den Lake Manapouri schon fast schönes Wetter. Derselbe Bus wie am Morgen bringt uns dann nach Te Anau zurück. Es handelt sich um einen uralten Volvo, laut Typenschild 1987, vom Eindruck her eher nochmals 20 Jahre älter.


Lake Manapouri


Lake Manapouri


Lake Manapouri


Volvo Bus von Manapouri nach Te Anau

In Te Anau setzen wir uns noch ein wenig auf eine Bank und beobachten Kitesurfer, damit wir nicht gar zu früh zum Essen kommen.

Wir bekommen einen schönen Platz am Fenster. Das Restaurant gibt sich recht vornehm. Das Essen ist allerdings optisch schöner als wirklich gut. Mariannes Lammkeule ist eher banal, mein Venison (Damwild) zwar ganz gut, aber nicht herausragend. Mark bestätigt nach unserer Rückkehr unseren Eindruck und meint, er habe uns ja auf das Risiko hingewiesen, gestern mit dem besten Restaurant im Ort zu beginnen - danach könne man ja nur noch enttäuscht werden.

Zum Schluß setzen wir uns noch ein wenig ins Scriptorium für Bier und Wein und PC.

5 km
Gruß
mrh400

*lonewolf81

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« Antwort #70 am: 16.02.2020, 21:36 Uhr »
Schade mit dem Wetter. Aber ich finde es spricht für das Reisebüro, wenn sie euch zum Doubtful Sound und nicht zum Milford Sound schicken.

*mrh400

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« Antwort #71 am: 17.02.2020, 10:20 Uhr »
Aber ich finde es spricht für das Reisebüro, wenn sie euch zum Doubtful Sound und nicht zum Milford Sound schicken.
Mir fehlt natürlich der Vergleich und ich habe bei der Auswahl mich voll auf das RB verlassen und war mit dem Ergebnis voll zufrieden. Allerdings hatte ich die ursprünglich geplante "Frühtour" auf die spätere verlegen lassen, um das Ganze entspannter zu halten. Sonst hätten wir 2 1/2 Stunden früher starten müssen - das wäre nichts für uns gewesen.

28. Tag, Freitag 18.01.2019: Te Anau – Catlins

Wir sind schon recht früh ausgeschlafen, so daß wir den Wecker abstellen können. Es ist trübe und wir stehen gemächlich auf.

Das Frühstück ist wie gestern. Vor der Abreise gehen wir noch einmal um das Haus herum, um uns über die Lage der Räume zu orientieren, was uns innen immer wieder schwer gefallen ist.

Wir fahren bei trübem Wetter los und es wird praktisch während der ganzen Fahrt durch das Landesinnere nicht besser. Zeitweise haben wir auch Sprühregen. Die Landschaft wird eher flach und langweilig, die Ortschaften trostlos. Das Navi lotst uns eine etwas andere Route, als ich zuhause ausgeguckt hatte und ziemlich nahe an Invercargill heran. In einem heruntergekommenen Kaff namens Winton tanken wir – zu einem weiteren Aufenthalt reizt es nicht, obwohl es durchaus ein Westernstädtchen hätte hergeben können, wenn die Häuser nicht alle so verwahrlost gewesen wären.

Kurz vor der Küste reißt dann der Himmel auf und wir sehen bei Fortrose mit großen Augen das türkisfarbene Meer und die Mündung des Mataura River davor. Wir gehen ein Wenig am Mataura River umher und genießen die eigenartige Lichtstimmung: in Richtung Meer herrscht schönster Sonnenschein, in Richtung Land dräuen dunkle Wolken.


Hwy 94 bei Centre Hill


Schafe bei Fortrose


Mataura River bei Fortrose


Mataura River


Mataura River

Mit einem Blick in unseren Reiseführer entdecke ich drei Punkte, die sehenswert sein sollen (aber das Navi nicht kennt). Wir orientieren uns an der Straßenkarte und fahren den ersten Punkt an: Waipapa Point, einen alten Leuchtturm am Meer mit wunderschönem Blick. Vom Parkplatz aus müssen wir ein paar Minuten laufen. Am Standort des früheren Wärterhäuschens stehen ein paar uralte Wacholderbüsche mit mehreren Metern dicken Stämmen. Auch hier derselbe Effekt wie in Fortrose: Blickt man nach Südwesten aufs Meer, hat man den Eindruck eines ungetrübten Sonnentages – blickt man nach Nordosten oder Nordwesten der Küstenlinie entlang, wirkt es grau und dräuend.


Waipapa Point Lighthouse


Waipapa Point, Junipers


Waipapa Point, Küste


Waipapa Point, Küste


Waipapa Point Lighthouse

Am Parkplatz zurück meint eine Dame, eine Katze miauen zu hören. Sie kann sie aber nicht finden und wir können es auch nicht deuten.

Wir fahren zum nächsten Ziel, dem Slope Point. Das ist der südlichste Punkt der Südinsel. Auch dort ist vom Parkplatz ein kurzer Weg zum eigentlichen Ziel angesagt. Beim Aussteigen hören wir jetzt auch ein eindeutiges Miauen im Frontbereich des Autos. Beim Öffnen der Haube schaut mich ein junges Kätzchen an, das auf der Batterie sitzt. Anstatt sich herausholen zu lassen, hüpft es nach unten, irgendwo im Umfeld des Radkastens, so daß wir es nicht mehr erreichen können. Wir versuchen mit allen möglichen Mitteln – Lärm, Wanderstöcke, Zuschlagen der Haube, das Tier zur Flucht aus dem Auto zu bewegen – ob mit Erfolg, können wir nicht feststellen. Bevor wir losgehen, essen wir noch etwas von den Resten aus dem gestrigen Lunchpaket. Der Weg zum Slope Point ist auf weichem, fast torfigem Boden. Das Meer ist türkis und wir bewundern die Wellen.


Windzerzauste Bäume am Slope Point


Slope Point, Küste


Slope Point, Wegweiser


Slope Point


Slope Point, Felsengesicht

Zurück am Auto ist nichts mehr zu hören oder zu sehen, so daß wir die Weiterfahrt wagen. Wir fahren an der Bucht Walkawa Harbour entlang zum Niagara Cafe, das im Reiseführer erwähnt ist, und stillen unseren Kaffeebedarf mit einem Cappo. Marianne kauft noch eine ganze Herde kleiner Wollschafe. Da es das einzige Restaurant weit und breit zu sein scheint, reservieren wir gleich für 06:30 einen Tisch – um 07:00 macht die Küche nämlich zu.


Walkawa Harbour

Dann fahren wir wieder ein Stück zurück und zum Curio Point. Auf dem Weg liegt ein Info-Center mit Museum, wo ich mich vorsichtshalber nach der Lage unseres B&B erkundigen möchte. Zwei uralte Damen haben nur wenig Ahnung, können mir dann aber doch den Weg auf einer Karte zeigen. Beim Niagara Cafe (ausgesprochen "keifi", was zu einer gewissen Begriffsstutzigkeit meinerseits führt, wovon sie denn redet) müssen wir abzweigen.

Am Curio Point gehen wir den Pinguinweg bis zum Petrified Forest. Hier hat ein Lavastrom einen ganzen Wald umgelegt und durch den hohen Silikatanteil versteinern lassen. Man sieht noch richtig die Baumstümpfe und auch noch etliche Stämme. So am Meeresufer schaut das völlig irreal aus.


Curio Bay


Curio Bay


Curio Bay, versteinerte Baumstümpfe und Baumstämme


Curio Bay, versteinerte Baumstümpfe


Curio Bay, versteinerter Wald

Anschließend gehen wir noch eine knappe Stunde im Spätnachmittagslicht auf der anderen Seite des Visitor Center an der Porpoise Bay am Strand entlang und genießen die Einsamkeit – außer uns sind nur ganz wenige Leute unterwegs. Schließlich suchen wir unser B&B auf, das über eine Schotterstraße zu erreichen ist. Es liegt in einem riesigen parkartigen Garten, den wir gleich ausgiebig inspizieren. Das Zimmer ist geräumig und alles macht einen properen Eindruck.


Porpoise Bay


Porpoise Bay, Strand


Porpoise Bay, Strand


Catlins Farmstay, Zimmer


Catlins Farmstay, Garten


Catlins Farmstay, Dahlie im Garten


Catlins Farmstay

Mit der Innkeeperin vereinbaren wir Frühstück um 08:30. Da will sie uns dann alle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach Dunedin erklären. Für heute empfiehlt sie uns, in der Dämmerung die Gelbaugenpinguine am Curio Point aufzusuchen.

Nach kurzer Pause fahren wir zum Niagara Cafe, essen je eine Blue Cod und zusammen eine Portion Fritten, dazu 1 1/2 Bier und kaufen weitere Schafe. Der junge Mann, der uns bedient, ist von geradezu ansteckender Freundlichkeit.

Am Curio Point sitzen und stehen schon gut zwei Dutzend Leute, etliche mit großen Kameras und Stativen. Der Bereich, in dem die Pinguine zu erwarten sind, ist weiträumig mit auf dem Boden liegenden Seilen abgegrenzt, damit die Besucher die Vögel nicht stören. Nach einer halben Stunde Wartezeit zeigt sich dann tatsächlich in der Ferne ein Pinguin, der sich spreizt und produziert – genau einer, kein Wunder, daß die Tiere so selten sind. Nach einiger Zeit verlieren wir die Lust und gehen zurück. Oben an der Treppe zeigt uns eine Frau ein zweites Tier an einer ganz anderen Stelle – noch ein Stückchen weiter weg als der erste.


Cusio Point, Birdwatchers


Curio Point, Infotafel


Curio Point, Gelbaugenpinguin


Curio Point, Gelbaugenpinguin

Dann fahren wir zügig nach Hause. Am Parkplatz beim B&B bilde ich mir ein, beim Auto wieder ein Miauen zu hören, kann aber auch mit Taschenlampe und genauer Inspektion nichts entdecken – und auch nichts mehr hören.

So gibt es im Zimmer nur noch Bier, Wein und PC.

320 km
Gruß
mrh400

*partybombe

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« Antwort #72 am: 17.02.2020, 10:46 Uhr »
Das Wetter war nicht immer gut.
Die Curio Bay sieht dafür schön aus.

*lonewolf81

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« Antwort #73 am: 17.02.2020, 15:38 Uhr »
Jetzt bin ich aber gespannt, ob Euch die Katze weiter verfolgt und beim Rückflug aus dem Handgepäck winkt ;-)

*mrh400

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« Antwort #74 am: 18.02.2020, 10:46 Uhr »
Jetzt bin ich aber gespannt, ob Euch die Katze weiter verfolgt und beim Rückflug aus dem Handgepäck winkt ;-)
Wir hatten eher die Sorge, daß es aus der Motorhaube irgendwann nach verschmurgeltem Fleisch riecht ...  :angst: - aber wir bekamen Hilfe:


29. Tag, Samstag 19.01.2019: Catlins – Dunedin
Part I: Catlins - Dunedin

Wir schlafen gut mit kurzen Unterbrechungen, nicht zuletzt durch den prasselnden Regen. Da es in der Nacht ziemlich kalt wird, stelle ich den – sehr wirksamen – Heizkörper an. Wir stehen so auf, daß wir gegen 08:30 beim Frühstück eintreffen. Dort treffen wir ein Paar, das in Washington DC lebt; er war früher im diplomatischen Dienst für Seerechtsfragen zuständig, sie ist Kiwi und hat sich um Entwicklungsbanken gekümmert. Das Gespräch ist recht interessant und wird schnell politisch. Er gibt Trump keine zweite Chance, sondern hofft auf O’Rourke (damit lag er ja offensichtlich schon mal falsch). Außerdem prophezeit er uns in absehbarer Zeit einen türkisch- oder syrischstämmigen Bundeskanzler.

Wir fahren bei mäßigem Wetter los – es regnet immer wieder mit unterschiedlicher Intensität. Einen kurzen Fotostop legen wir am Florence Hill Lookout ein. Kurz bevor wir weiterfahren, kommen ein paar Schafe angewackelt – die sind wenigstens der Witterung angepaßt gekleidet.


Chaslands Hwy


Florence Hill Lookout, Tatuku Bay


Florence Hill Lookout, Tatuku Bay


Florence Hill Lookout, Schafe

Am Ortseingang von Papatowai machen wir halt bei der Lost Gipsy Gallery, die uns die Innkeeperin empfohlen hatte. Als wir aussteigen, miaut es wieder aus dem Auto. Nachdem ich die Haube geöffnet habe, sehen wir die kleine Katze wieder auf der Batterie sitzen, aber bei der ersten Annäherung verschwindet sie nach unten und verkriecht sich in eine Höhlung zwischen Radlauf und Federbein. Angesichts der geöffneten Motorhaube kommt der Galeriebesitzer und erkundigt sich, was los ist. Prompt bietet er Hilfe an und holt seine Freundin, die mit Tieren besser umgehen könne. Er versucht, die Katze mit einer Art Teleskopantenne mit Spiegel und einer Wasserflasche aus ihrem Versteck zu vertreiben, seine Freundin sitzt auf der vorderen Querstrebe, um die Katze abzufangen. Nach etlichen Fehlversuchen gelingt es tatsächlich. Das Tierchen wird festgehalten und in einen Karton gesteckt, wo es später was zu futtern bekommen soll.

Zum Dank "for the show" bekommen wir einen gratis Kaffee (wer verdankt eigentlich wem was?). Wir zahlen statt dem Eintritt von 8 NZD/Person einen 20er und schauen uns die Galerie an – und die ist wirklich köstlich. Eine Unzahl kleiner und größerer Artefakte, die hauptsächlich darauf beruhen, daß man an kleinen Kurbeln dreht und dann irgendetwas passiert. Man kann sich gar nicht satt sehen und spielen. In einem alten Bus sind ganz überwiegend kleine Miniaturen. Im Freigelände und ein paar Hüttchen gibt es dann ein paar größere Objekte. Einer der Höhepunkte ist ein Fahrradergometer, auf dem man schnell kurbeln muß – dann sieht man sich selbst auf einem alten Fernsehschirm und purzelt vor Lachen fast vom Radl. Viele Bilder gibt es auf der Webseite: https://www.thelostgypsy.com/ - allerdings leider nicht animiert.


Papatowai, Lost Gipsy Gallery


Papatowai, Lost Gipsy Gallery


Papatowai, Lost Gipsy Gallery


Papatowai, Lost Gipsy Gallery

Anschießend zweigen wir bei Owaka ab in Richtung Meer. Wir wollen zur Surat Bay, wo es eine Seelöwenkolonie geben soll. Wir finden erst im zweiten Anlauf die schmale Brücke über den Catlins River, über die wir hinüber müssen. Zunächst fahren wir irrtümlicherweise bis Pounawea und müssen daher wieder ein ganzes Stück umkehren. Vom Ende der Surat Bay Road gehen wir bei trübem, aber nach leichtem Sprühregen halbwegs trockenem Wetter ein wenig am Strand entlang. Bis zu irgendwelchen Seals schaffen wir es allerdings nicht. Aber auch so ist der Strand traumhaft schön.


New Haven, Turnschuhbaum


Surat Bay


Surat Bay


Surat Bay

Mittagspause machen wir im The Point Cafe in Kaka Point. Wir essen Blue Cod battered – nicht wirklich überzeugend. Dafür können wir danach Paddelkurse in großen Booten beobachten, die sich durch die hohen Brecher kämpfen und sich mit großer Beschleunigung wieder ans Ufer tragen lassen. Nicht alle haben Glück dabei - ein Boot kentert bei der Veranstaltung. Ich stelle mir das ziemlich ungemütlich und gefährlich vor, wenn einem in diesen Brechern ein Boot um die Ohren fliegt.


Kaka Point


Kaka Point, Paddelkurs


Kaka Point, Paddelkurs


Kaka Point, gekentertes Boot

Weiter – bzw. eigentlich erst ein Stück zurück und dann mittels einer Abzweigung geht es zum Nugget Point, wo wir etwa eine Viertelstunde zu einem Leuchtturm auf einer Felsspitze laufen. Dort hat man von einer Art Rundumbalkon eine tolle Aussicht auf Meer, Strand und Steilküste mit vielen Felsen im Wasser. Die Felsen bestehen aus ähnlich flachen Schichten sind wie die Pancake Rocks - hier aber senkrecht. Da müssen ganz schöne Kräfte am Werk gewesen sein, die Felsen um 90° zu drehen. Wenn jetzt noch blauer Himmel mit Sonne wäre ...


Nugget Point Lighthouse


Nugget Point Lighthouse


Nugget Point Lighthouse


Felsinseln vor dem Nugget Point Lighthouse


Felsinsel vor dem Nugget Point Lighthouse

Anschließend fahren wir zügig durch bis Dunedin. Das Hotel finden wir auf den zweiten Anlauf, weil wir beim ersten versäumen, so die Spur zu wechseln, daß wir auch abbiegen dürfen. Das Zimmer ist riesig, das Auto wird valet-geparkt.


Dunedin, Crwaford Street


Dunedin, Moray Place


Dunedin, Scenic Hotel - Zimmer


Dunedin, Scenic Hotel - Blick

Gruß
mrh400

 

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