Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa

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*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #15 am: 07.11.2012, 17:02 Uhr »
Mit schlechtem Wetter sollte eigentlich kein Urlaub beginnen - schade.
... und dabei dachte ich bei den ersten Zeilen noch "23 Grad - na, wenn schon bedeckt, dann wenigstens warm" und das erste Bild ließ mich hoffen... leider vergebens  :(

Bin jetzt gespannt, wie es weiter geht und staune gerade über die Preise dort unten.

Das erste Bild ist eine Mogelpackung, ich habe es an einem der beiden Sonnentage fotografiert. Da ich kein anderes passendes Autobahnbild hatte, habe ich es am ersten Tag eingefügt. Da war es bedeckt bis komplett düster und hat die meiste Zeit gegossen. Die Temperaturen waren trotzdem erstaunlich hoch, die meisten Tage hatten wir so um die 20 Grad, auch wenn es geregnet hat.

Südafrika ist für Deutsche ein relativ preiswertes Reiseland.

Der Wechselkurs steht im Moment ungefähr bei 11 Rand = 1 Euro.

Benzin kostet ca. 12 Rand pro Liter. Die Grundnahrungsmittel sind für uns preiswert, wenn man jedoch in Kettenrestaurants nach westlichem Standard geht, wird es auch teuer. Ein Latte Macciato bei Mug & Beans (ähnlich Starbucks) kostet auch locker 2.70 bis 3.00 Euro. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen der schwarzen Bevölkerung von rund 6000€ (die Zahl habe ich dem Wirtschaftsteil einer großen Tageszeitung in Durban entnommen), ist das ein unvorstellbarer Luxus.

Steffi, willkommen an Bord, wir rücken zusammen.
Viele Grüße
Katrin

*Inspired

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #16 am: 07.11.2012, 20:06 Uhr »
Hallo Katrin,

gefährlich, gefährlich - auch wenn ich Länder mit undurchsichtigen Mautsystemen hasse wie die Pest, habe ich mich gerade dabei ertappt, dass ich die Flugverbindungen auslote :lachen07:

Irgendwann in grauer Vorzeit ums Abi herum hat mein Onkel ein paar Jahre mit seiner Familie in Johannesburg gelebt, da hatte ich dann das Glück, dass wir ihn mit unserer Familie zwei Mal besuchen konnten und auch einiges vom Land gesehen haben, aber nun weiß ich gar nicht so recht, wie es mittlerweile so ist (Stichwort: Allein reisende Frau).

Das, was mein Onkel zu berichten wusste, als er nochmals dort war, war ein Trickdiebstahl am ATM - nicht gerade ermutigend, Was meinst du so?

*Chrissie

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #17 am: 07.11.2012, 20:34 Uhr »
Stichwort: Allein reisende Frau.
Das, was mein Onkel zu berichten wusste, als er nochmals dort war, war ein Trickdiebstahl am ATM - nicht gerade ermutigend, Was meinst du so?

Ich bin zwar nicht Katrin, aber ich kenne mehrere Frauen, die allein - ohne sich einer Reisegruppe anzuschließen - unterwegs in SA waren und es nicht bereut haben  :)
Trickdiebstahl am ATM - ich denke, das kann dir überall passieren. Ich weiß, Südafrika hat - was die Kriminalität betrifft- einen schlechten Ruf, den wir jedoch aus unseren Erfahrungen heraus glücklicherweise nicht bestätigen können. Nun liebäugeln wir, unseren nächsten Urlaub in Costa Rica zu verbringen, jedoch scheint CR  bei (Auto-)Diebstahl auch nicht gerade auf den sichersten Plätzen zu stehen.  :( - sorry Katrin für off topic
Gruß Chrissie
___________

DVD USA-Südwest
Afrika-DVDs

*Inspired

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #18 am: 07.11.2012, 20:43 Uhr »
Danke Chrissie, genau das passt mir gut in den Kram!

*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #19 am: 07.11.2012, 21:05 Uhr »
Ich habe kein Problem mit off topic, nur zu.

Auch wenn ich keine Erfahrung als Alleinreisende in Südafrika habe, so würde ich die Situation doch so einschätzen, dass es dort nicht gefährlicher ist als in anderen Ländern. Solange Du Dich an die gängigen Spielregeln hältst bist Du relativ sicher, so sicher wie man in Südafrika eben sein kann. Ob man mit verstärkter Anmache rechnen muss, kann ich auch nicht beurteilen. Wenn man mit Mann und zwei Kindern durch die Gegend läuft, sind die Verhältnisse halt klar  :roll:
Viele Grüße
Katrin

*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #20 am: 08.11.2012, 10:43 Uhr »
Ich hoffe, Ihr seid noch an Bord, die Reise geht weiter.

Montag 22.10.



Wir hatten ursprünglich mal geplant, heute eine große Tour zum Blyde River Canyon und den Pilgrim's Rest zu machen. Aber nach der langen Autofahrt gestern war schnell klar, dass wir heute nicht noch einmal 300km im Auto absitzen wollten. Deshalb lassen wir den Tag ruhig angehen, genießen das gute Frühstück im Guesthouse und beschließen dann, Phalaborwa zu erkunden und Einkäufe für die Zeit im Park  zu tätigen. Seit einigen Tagen sind die Angestellten der Restaurants im Park im Streik und wir wissen nicht genau, wie sich die Versorgungslage gestalten wird, deshalb wollen wir uns lieber gut eindecken. Phalaborwa erweist sich als netter kleiner Ort mit einer Minifußgängerzone, typischen Marktständen und einer kleiner Shoppingmall. Wir stöbern ein bisschen in den Geschäften und an den Straßenständen und dann geht es ab in den Supermarkt.



Nachdem wir alle Einkäufe getätigt haben und uns reichlich für den Park eingedeckt haben, müssen wir die Sachen schnellstens nach Hause tragen, denn wir haben für 15.00 Uhr eine Bootsfahrt auf dem Olifants River gebucht. Die Anfahrt über eine dirt road soll laut Dave, unserem Gastgeber, eine gute Stunde dauern, außerdem hat er uns empfohlen, zu einem Aussichtspunkt zu fahren, von dem wir das Minengelände überblicken können. Phalaborwa ist eine Bergbaustadt, es werden hauptsächlich Kupfer und Phosphor abgebaut.

Das Wetter ist übrigens heute bestens, rund 30 Grad und Sonnenschein. Genießt es, das war wettertechnisch der beste Tag des Urlaubs.

Nach einem kurzen Imbiss in der Lodge düsen wir los. Die Fahrt zur Olifants River Lodge führt zu unserem Erstaunen direkt durch das Minengelände, es ist schwer vorstellbar, dass in unmittelbarer Nähe das größte Naturschutzgebiet Afrikas liegen soll. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Abzweig zum Aussichtpunkt und fahren auf einer Abraumhalte den Berg hinauf zum Viewpoint. Oben angekommen gucken wir staunend auf das größte von Menschen gemachte Loch der Welt.





Mit 2000m Durchmessern und ca. 860m Tiefe ist dieses Loch angeblich aus dem Weltraum sichtbar.  Von der anderen Seite des Aussichtpunkt schaut man auf eine große, bläulich schimmernde Wasser- (?) fläche. Wir fragen uns, welche  Chemikalien hier wohl verwendet werden, um die Rohstoffe aus der Erde zu holen. Nachdem wir die Wunder der Technik bestaunt haben, machen wir uns auf den Weg zum Fluss. Dave hatte uns auf der Strecke erste Tiersichtungen in Aussicht gestellt, aber außer einigen Kühen und Ziegen am Wegesrand tat sich nichts - bis wir über eine Brücke fuhren und am Flussufer einige Elefanten sahen, die genüsslich die Bäume zerrupften.





Unsere nagelneue Spiegelreflexkamera, die bisher noch gar nicht zum Einsatz gekommen war, lag auf der Rücksitzbank und so schoss unser Sohn die ersten Elefantenfotos. Ab diesem Zeitpunkt hat er die Kamera nicht mehr hergegeben und als Haus- und Hoffotograf fungiert. Ich habe zur Sicherheit meist mit meiner kleinen Kompaktkamera auch ein paar Bilder gemacht, aber die meisten Tierbilder die ab jetzt kommen, sind von ihm. Die ersten sind teilweise nicht ganz scharf - gut dass wir den Tag in Phalaborwa zum üben hatten - aber dann hatte er raus wie es geht. Entgegen Daves Darstellung brauchten wir für den Weg zur Lodge nur eine knappe halbe Stunde und waren dementsprechend viel zu früh da. Die Olifants Safari Lodge liegt ganz einsam am Flussufer.



Das Boot - nicht unbedingt sofort als solches zu erkennen:



Wir genossen die Ruhe und die Aussicht. In der Ferne sehen wir am anderen Flussufer einige Hippos im Wasser und ein großes Krokodil, dass den Fluss hochschwimmt.




Als die Bootstour endlich losgeht fragt uns der Barmann, ob wir vielleicht etwas zu trinken mit an Bord nehmen wollten. Leicht erstaunt kaufen wir noch ein paar Getränke, irgendwie hatten wir erwartet, dass es auf dem Boot zumindest Wasser gäbe. Aber es gab weder Wasser noch einen Führer. Die Fahrgäste wurden auf's Oberdeck des Doppelstockbootes verfrachtet und waren sich dann 3 Stunden lang selbst überlassen. Langsam tuckert das Gefährt los. Schon nach ein paar Minuten sehen wir eine Gruppe Hippos im Wasser.






 Leider sind die Tiere sehr scheu und verschwinden sofort unter Wasser. Das war es dann auch erst einmal für längere Zeit. Nach einer Stunde fragen mein Mann und ich uns, wie wir die weiteren zwei Stunden überstehen sollten, denn trotz schöner Landschaft ist die Fahrt relativ langweilig.  Aber nach kurzer Zeit ändert sich die Landschaft am Ufer und auf einmal wimmelt es am Ufer nur so von Tieren, nacheinander sehen wir Giraffen, Wasserböcke, Krokodile und einen Elefant, der einen relativ steilen Hang hochklettert und die Bäume abfrisst. Dazu kommen noch diverse Vögel. Leider sind aus o.g. Gründen viele Fotos unscharft, ein paar brauchbare stelle ich hier mal ein.





Webervogel mit Nest:











Da es langsam Richtung Sonnenuntergang geht,



nimmt der Himmel eine wunderschöne Farbe an und letztendlich finden wir es richtig schade, als die Fahrt zuende ist. Da es dunkel wird, die Lodge sehr einsam liegt und die Straße teilweise sehr schlecht ist, entscheiden wir uns, nicht in der Lodge zu Abend zu essen, sondern nach Phalaborwa zurückzufahren. Dave empfiehlt uns für heute Abend das Restaurant (fine dining) im in der Sefapane Lodge. Das Restaurant liegt wunderschön im Garten der Lodge, unter einer großen Pergola. Überall stehen Fackeln und große Feuerkörbe, es spielt leise Musik, es ist warm, die Grillen zirpen. Die Atmosphäre ist wunderbar. Das Essen ist vorzüglich, auch wenn es kleine Schwächen im Service gibt. Alles in allem aber ein wunderbarer Abschluss eines sehr schönen Tages und wir freuen uns auf den Krüger Park, in den wir nun morgen endlich fahren werden.

Morgen gibt es dann "the real stuff". Einige schöne, große Tiere in gestochen scharfer Qualität, unser junger Fotograf hatte sich da langsam eingeschossen.
Viele Grüße
Katrin

*andi7435

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #21 am: 08.11.2012, 16:45 Uhr »
@Wilder Löwe

Waren die Elefanten ausserhalb eines Parkes, sprich ohne Umzäunung ?

@Inspired

Zwecks alleinreisende Frauen. Google mal oder suche in diversen Afrikaforen mal nach der Userin M@rie. Sie reist ziemlich oft alleine in diese Gegend und hat eigentlich keine Probleme. Wir hatten auch dieses Jahr absolut keine Sicherheitsbedenken oder haben uns an einer Stelle unsicher gefühlt.

Andreas

*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #22 am: 08.11.2012, 21:38 Uhr »
Meiner Meinung nach ja, sie waren in einem trockenen Flußbett unterwegs, ich kann mich nicht daran erinnern, dass da Zäune gewesen wären, und wenn, dann wären die kein Hindernis für einen Elefant gewesen. 100% sicher bin ich mir aber nicht.

Viele Grüße
Katrin

*Kauschthaus

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #23 am: 08.11.2012, 22:56 Uhr »
Hallo Katrin,

ich sitze auch mit im Auto, genieße die Landschaft und halte Abstand zu den Krokodilen.  :lol:

Viele Grüße, Petra
Wenn DAS die Lösung ist, dann will ich mein Problem zurück!

*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #24 am: 09.11.2012, 09:25 Uhr »
Petra, schön dass Du mitfährst. Deine Vorsicht ist berechtigt, obwohl ich mir habe sagen lassen, dass die Hippos weitaus gefährlicher wären als die Krokodile. Ausgetestet haben wir das natürlich nicht  :lol:
Viele Grüße
Katrin

*Manwi72

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #25 am: 09.11.2012, 10:56 Uhr »
Hallo Katrin,
bin noch schnell hinterher geflitzt und zugestiegen! Freu mich auf den Reisebericht. Wir haben uns Januar 2011 gegen Südafrika und für Thailand entschieden weil es uns sehr teuer erschien.

Deswegen ist es jetzt doch interessant zu lesen, dass es gar nicht so ist (gut im Vergleich zu Thailand vielleicht schon). Und schon steht Südafrika auch wieder auf der To-Do-Liste!!!

Freue mich schon auf die Tiere!

Viele Grüße, Manu

*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #26 am: 09.11.2012, 12:53 Uhr »
Hallo Manu, willkommen, ich hoffe Du hast nicht viel Gepäck dabei, es wird eng.

Südafrika ist nicht wirklich billig, aber etwas billiger als USA bei höherem Niveau der Unterkunft und des Essens. Man kann sehr preiswert essen gehen und die Übernachtungspreise in einem vernünftigen B&B liegen so um die 70 bis 100€ plus. Dafür bekommt man dann aber auch ein (meist) geschmackvoll eingerichtetes Zimmer in einer kleinen Pension (selten mehr als 5-6 Zimmer) mit gutem englischen Frühstück und (falls gewünscht) quasi Familienanschluss. Die Gespräche mit den Gastgebern sind immer sehr interessant und lehrreich. Es ist alles sehr persönlich, nicht so anonym wie in einem Hotel, aber auch nicht aufdringlich.
Mietwagen sind etwas teurer als in den USA, wobei wir für unseren SUV für 2 Wochen 754.- Euro plus 45 Euro Einwegmiete gezahlt haben.
Das fand ich jetzt gar nicht mal so schlecht. Eintritte sind im Vergleich zu den USA (außer Wildcard) sehr billig, da kann man wirklich Geld sparen.

Wir fliegen im März nach Thailand, da hab ich dann den direkten Vergleich und werde berichten.
 
23.10. Dienstag

Wie vorausgesagt war's das mit dem guten Wetter. Über Nacht sind die Temperaturen auf vergleichsweise kühle 22 Grad gefallen, der Himmel ist grau in grau. Wir frühstücken, packen und fahren den kurzen Weg (ca. 1km) zum Gate.



Die Einfahrt in den Park ist ziemlich bürokratisch. Obwohl wir bereits von zuhause aus eine Wildcard (Jahreskarte für viele Nationalparks in Südafrika gekauft haben, ca. 260€ für 3 Erwachsene und 1 Kind) gekauft haben, müssen wir parken, in ein Häuschen gehen und ein Formular mit allen Personen- und PKW-Daten ausfüllen. Danach erhalten wir ein Permit für die Einfahrt in den Park. Im letzten Camp vor der Ausreise muss man sich dann noch ein Exit Permit besorgen. Zum Glück ist an diesem Tag nicht viel los und wir müssen nicht warten. Ich möchte nicht wissen, wie lange dieses Procedere in der Hauptsaison dauert.

Pünktlich zur Einfahrt in den Park fängt es an regnen. Na toll! Da unsere heutige Fahrstecke nur ca. 80km beträgt, beschließen wir, nicht auf der geteerten Hauptstraße zu fahren (max. 50 km/h) sondern die unbefestigten Nebenstraßen zu nutzen (max. 40 km/h). Auch bei Regen lassen sich diese Strecken gut fahren, da der Boden festgefahren und leicht felsig ist.  Natürlich warten alle mit Spannung auf die ersten Tiere, doch unsere Geduld wird erst einmal auf eine harte Probe gestellt. Dies war unsere erste Tiersichtung:



Nach und nach werden dann die Tiere allerdings größer. Als nächstes begrüßt uns eine Gruppe Impalas am Straßenrand.







Impalas sind im Krüger die am häufigsten vertretene Tierart, rund 150.000  soll es geben. Laut offizieller Statistik gab es im  Jahr 2003 ca. 12.000 Elefanten, 9.000 Giraffen, 25.000 Büffel, 5.000 Nashörner aber nur 1.500 Löwen, 1.000 Leoparden und 200 Geparden. Entsprechend selten sind dann auch Sichtungen von Großkatzen. Im nördlichen Teil des Parks, wo wir uns im Moment aufhalten, sind sie seltener zu finden als im Südteil. Genauso verhält es sich mit dem Touristenaufkommen. Wir sind fast alleine unterwegs. Am 2. Tag im Park, wo wir noch weiter nach Norden fahren werden, treffen wir maximal 15 andere Fahrzeuge, über weite Strecken und lange Zeiträume sind wir alleine unterwegs, was auf den unbefestigten Straßen, bei düsterem Himmel und in unmittelbarer Grenznähe zu Mozambik (1-2km) mir manchmal etwas unheimlich ist.  Aber dazu später mehr.

Diese schöne Schildkröte trieb sich auch noch auf der Straße rum:




Nacheinander sehen wir dann eine Giraffe und endlich auch die mit Spannung erwarteten Elefanten.













Büffel und Impalas sind ständige Begleiter, wobei die Büffel gerne mal auf der Straße stehenbleiben und uns anstarren.



Dieser hier steckt uns sogar die Zunge raus:



und ein Büffelkälbchen



Wir starren zurück und irgendwann trotten sie dann weiter. Nach rund 2h erreichen wir dann endlich das Mopani Restcamp. Das Einchecken ist schnell erledigt und wir fahren zu unserem Häuschen.




Die Restcamps werden von der staatlichen Sanpark Organisation geführt und erlauben einen vergleichsweise preiswerten Aufenthalt in dem Parks. Vergleichsweise preiswert deshalb, weil sie erheblich preiswerter sind als die privaten Restcamps in den Game Reserves an den Grenzen zum Krügerpark. Während wir dort als 4-köpfige Familie mindestens mit 500€ pro Nacht (das ist dann die billige private Variante, nach oben gibt es keine Grenze; allerdings mit HP und 2 Game Drives) dabei gewesen wären, kostet ein Bungalow im Restcamp bescheidene 100€ für 4 Personen ohne Nebenleistungen. Wer sich mal die Preise anschauen möchte, findet sie hier:

http://www.sanparks.org/parks/kruger/camps/mopani/tourism/availability.php?camp_id=36

Die Bungalows sind einfach eingerichtet, aber sauber und haben eine gute Küchenausstattung. Alle Häuser haben einen stabilen, sauberen Grill, der jeden Morgen vom Putzpersonal gereinigt wird.

So muss man sich das ganze vorstellen:





Gemeinschaftspool



Leider habe ich nur Bilder vom Kinderschlafzimmer, im Elternschlafzimmer stand ein normales Doppelbett. Die Kinderbetten sind wirklich Kinderbetten, als Erwachsener würde ich darin nicht schlafen wollen, das obere Doppelbett hat total gewackelt.

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, machen wir erst einmal einen kurzen Erkundungsgang durch's Camp und suchen das Restaurant auf. Aufgrund des Streiks ist die Speisekarte stark eingeschränkt und beschränkt sich auf Pizza und Hamburger. Man arbeitet mit einer Notbesatzung. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden die meisten streikenden Mitarbeiter gefeuert und neue Leute eingestellt. Wir entscheiden uns, nur ein Muffin zu essen und Kaffee zu trinken, schließlich haben wir genug eigene Lebensmittel und wollen abends grillen. Gestärkt begeben wir uns auf Nachmittagspirsch. Leider fängt es schon nach kurzer Fahrzeit an zu regnen, nein eher zu schütten und außer ein paar pudelnassen Impalas sehen wir nur eine durstige Leopardenschildkröte:



Nachdem wir zwei Stunden im strömenden Regen rumgekurvt sind - wir befanden uns auf einem Loop und hatten keine Möglichkeit, die Sache schneller zu beenden, fahren wir zurück ins Camp. Es goss wie aus Kübeln, an Grillen war nicht zu denken, die Grillkohle wäre nicht verbrannt sondern eher ersoffen. Zum Glück hatten wir ein paar Bratwürstchen in unseren Vorräten, die ich dann kurzerhand in der Pfanne gebraten habe. Dazu gab es eine Tütennudelsuppe - bei meinen Kindern eine äußerst beliebte Delikatesse - und Pellkartoffeln.

 

Da es trotz des Regens nicht wirklich kalt war, haben wir auf der überdachten Terrasse gegessen. Dabei hatten wir Zuschauer, einmal eine sehr scheue Ginsterkatze





Sowie unzählige Motten von stattlicher Größe, ich schätze, diese hier hatte ca. 10 cm Spannweite



und eine ganze Kompanie weißer Tausendfüßler, die für ca. eine Stunde rund um die Terrasse krabbelten und dann plötzlich alle wieder verschwunden waren. Ich fand die Tiere äußerst interessant, besonders weil sie ziemlich groß waren. Zum Vergleich habe ich mal einen Suppenlöffel neben ein Tier gelegt, leider hat es sich aber im Moment des Fotos zusammengerollt, aber ich denke, man kann trotzdem ganz gut erkennen, dass das Tier gute 15 cm lang war:








Nachdem wir den Abwasch erledigt hatten sind wir dann mehr oder weniger mit den Hühnern ins Bett gegangen.  Kein Fernseher, kein Internet und keine Gesellschaftsspiele! Ich nehme eigentlich in jeden Urlaub zumindest Kniffel und Uno mit und ausgerechnet dieses Mal, wo wir sie wirklich gebraucht hätten, habe ich die Spiele vergessen!
Viele Grüße
Katrin

*Anne05

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #27 am: 09.11.2012, 13:37 Uhr »
Na, das sind ja wirklich gelungene Tierbilder ... Gratulation an den jungen Fotografen  :respekt:

Sag mal - gab es eigentlich (große) Spinnen dort?
... und Internet gab es nur im Park nicht oder grundsätzlich nicht?
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub :-)

*Anti

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #28 am: 09.11.2012, 18:42 Uhr »
Interessante Tierchen und schöne Tiere!  :wink: Ich liebe Giraffen und die Fotos davon sind wirklich hervorragend!

*Wilder Löwe

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Re: Südafrika Okt. 2012 oder Rains down in Africa
« Antwort #29 am: 09.11.2012, 20:28 Uhr »
Na, das sind ja wirklich gelungene Tierbilder ... Gratulation an den jungen Fotografen  :respekt:

Sag mal - gab es eigentlich (große) Spinnen dort?
... und Internet gab es nur im Park nicht oder grundsätzlich nicht?


Keine Ahnung, ob es da Spinnen gab, ich habe zumindest keine gesehen.

In den B&B gab es meist Wifi, im Krügerpark hätte man in den Camps gegen eine Gebühr Internet haben können (ich vermute allerdings, nur in der Lobby und nicht in den Bungalows, aber das weiß ich nicht sicher). Wifi in Restaurants etc. war sehr selten. In einer Kaffee-Kette ähnlich Starbucks (Vida e caffè) hatten wir mal Internet, aber das war eine ziemliche Hühnerei, man musste ein Account anlegen und eine südafrikanische Handynummer angeben. Diese Mühe für eine 1/4h daddeln hat nur unser 13-jähriger Sohn auf sich genommen.  :lol:

Anti: bleib an Bord, es kommen noch ein paar Giraffen
Viele Grüße
Katrin

 

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