Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..

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*usa-rookie

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10.04.2014

Angefangen hat diese Geschichte mit der Möglichkeit einer KNFE… nee das heißt nicht Knutschen-nur-für-Eheleute, sondern „kundennahe FahrErprobung“.
Mein Schatz schafft ja beim „Daimlööhr“ und hat bei der Auslosung für die Erprobung der neuen S-Klasse teilgenommen. Durch das Losglück „müssen“ wir jetzt innerhalb von 5 Tagen 2000 Kilometer mit der Karre runterreissen.
War uns Fortuna bei den letzten Vegas-Aufenthalten nicht ganz so hold, so hat Lady Luck es diesmal gut mit uns gemeint, denn es wird nicht eine –ohnehin schon komfortable- S-Klasse, sondern gleich noch ein AMG. Das heiß sportlich, schnell und einfach nur geil  :D



Wohin jetzt also mit dem Wägelchen, wenn man 2000 Kilometer im Mix (Landstrasse, Stadt, Autobahn) fahren muss? Zunächst kam uns Hamburg in den Sinn. Entfernung vom Saarland ca. 750 km. Aber im April..? Hmm.. ein Treffen mit meinem ehemaligen Fitneßtrainer Stefan und seine Worte „fahrt doch an die Côte“ klangen doch wirklich sehr verführerisch. Der Nobelhobel und die Côte d’azur.. das passt doch, wie Merkel und Steuererhöhung.
Den Tipp von Stefan, sich die Homepage von „une nuit a bord“ mal anzusehen, brachte auch gleich die standesgemäße Unterbringung im Hafen von Antibes.
Ein Hotel für die Zwischenübernachtung gebucht und dann ging es am späten Nachmittag des 10.4. auch schon los… also es sollte losgehen.

Gem. Buchungsbestätigung von „une nuit a bord“ sollte ich am Vortag der Anreise „notre agent“ in Antibes wegen der Schlüsselübergabe kontaktieren. Aber eine blecherne Telefon-Stimme klärt mich auf, daß es die von mir gewählte Nr. gar nicht gibt. Also die Reservierungszentrale angebimmelt. Herrje, ist mein Schulfranzösisch eingerostet und Mademoiselle parliert natürlich ausschließlich in francais. Und das auch noch mit ordentlicher Geschwindigkeit. Ich fühle mich plötzlich, wie in einem Film mit Catherine Deneuve und Alain Delon.. nun gut, wild radebrechend, versuche ich in einem wirren franzdenglisch mein Anliegen vorzubringen.
Immerhin kann ich der Dame meine Handy-Nr. aufsagen (franz. = portable, hört sich doch viel freundlicher an) und sie verspricht einen Rückruf. Es ist 12.30 Uhr..
Gegen 16:30 Uhr rufe ich erneut in der Zentrale an. Offensichtlich hat man für die Nervensäge aus Deutschland eine Kollegin eingeflogen, die englisch spricht. Oder zumindest das, was Franzosen für englisch halten  :shock:
Mein eigentliches Problem mit der fehlenden Telefon-Nummer des Kontaktmannes und Hüter des Schlüssels tritt kurzfristig in den Hintergrund, als man mich wissen lässt, daß der Preis für das Schiffchen nicht gilt, wenn man nur mit 2 Personen anreist. Nun – das ist ja wohl nicht mein Problem. Es wird getuschelt und abegwägt und schlußendlich wieder das Telefon-Agenten-Problem hervorgeholt.
Ich soll erneut zurückgerufen werden, damit ich eine korrekte Kontakt-Nr. kriege und die Zugangs-Berechtigung zur Yacht kriege. Mon dieu.. langsam wird es anstrengend!
In spätestens 5-10 Minuten soll mich der Rückruf erreichen. Nach einer halben Stunde merke ich, daß 10 Minuten in Frankreich, denen in Italien sehr ähnlich sind.  Noch eine halbe Stunde später, versuche ich mal wieder anzurufen und… Anrufbeantworter. Die sind einfach heimgegangen!!!
Wutschnaubend verfasse ich mit Hilfe des g**gle-Translaters eine Nachricht auf der Facebook-Seite des Anbieters. Gegen 18:30 Uhr rollen wir mit dem Schlachtschiff vom Hof oder besser wir wollen rollen, denn beim Einsteigen vernehme ich das Schellen des Telefons. Beim Reinrennen breche ich mir fast den Hals und reisse das Telefon hoch. Et voilà – ich habe die Nummer des Boots-Mannes. Ich rufe Eric auch gleich an. Ein Anruf und ich weiß, wo unser Boot liegt und daß ich morgen 10 Minuten vor Ankunft im Hafen nochmal anrufen soll. Jetzt aber los.. Wir wollen heute noch bis nach Dijon kommen.
Gegen 22.30 Uhr erreichen wir mit entspannten Rückenmuskeln (ja die Luxus-Karosse hat Massage-Sitze) unsere Billig-Unterkunft. 1. Klasse fahren und „Premiere classe“ schlafen. Wer die Hotels der Kette in Frankreich kennt, weiss daß die bloß 1. Klasse im sparen und weglassen ist. Den Schlüssel sollen wir an einer Art Geldautomat bekommen. Außer Betrieb – na das passt ja zum Tag  :koch:
Aber es gibt noch einen altmodischen Rezeptionisten. Unser Zimmer ist spartanisch, aber sauber und für eine Zwischenübernachtung durchaus o.k.

Fazit: Anstrengender erster Tag dieses Kurzurlaubs..

*Anti

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #1 am: 29.04.2014, 23:18 Uhr »
Ach du meine Güte!

Bin dabei  :lol:

*Inspired

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #2 am: 29.04.2014, 23:28 Uhr »
Oh, das passt irgendwie zu euch. Endlich erfahre ich mehr.

Zum Glück werde ich nicht seekrank, es kann also losgehen! :D

*usa-rookie

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #3 am: 30.04.2014, 08:08 Uhr »
Schön dass ihr dabei seid.  Die Weiterfahrt verzögert sich etwas,  weil ich am Wochenende dem Frühlingsfest in Stuttgart meine Aufwartung mache  :D
Aber auf den hinteren Plätzen hat der Wagen in-seat-entertainment  :wink:

LG romy

*Saguaro

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #4 am: 30.04.2014, 08:42 Uhr »
Na, dann setz ich mich in die hintere Reihe und schaue ein paar DVD's bis du ausgefeiert hast  :groove:.

Haben die hinteren Sitze eigentlich auch so ne Massagefunktion?

LG,

Ilona
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat." (Erich Kästner)


*NähkreisSteffi

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #5 am: 03.05.2014, 08:55 Uhr »
Hallo Romani,

das kann ich mir nicht entgehen lassen.

Mit euch ist ´s immer spannend.

Viele Grüße  :rotor:

Steffi

*snowtigger

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #6 am: 05.05.2014, 11:55 Uhr »
Aha, beim Daimler ... da habe ich ferienjobtechnisch meine Schulferien vergoldet. Hach, das waren noch Zeiten.  :D

Frankreich ist zwar nicht gerade mein Lieblingsreiseziel (also eigentlich GAR nicht, da wohnen zu viel Franzosen, die Lanschaft ist ok ...  :wink: ), aber ich komm mit.
Weil ich so gerne mit euch virtuell unterwegs bin.

September 2012: WoMo-USA-Ersttäter: Nicht ganz Der Ganze Westen vom 12.9. bis 3.10.2012
September 2014: Yellowstone & the Highlights of Utah
August 2015: SFO > LAX > LAS Honeymoon USA

*Kirkesgaard

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #7 am: 06.05.2014, 09:01 Uhr »
oh, das verspricht witzig zu werden, da nehme ich doch auch noch Platz. Mach doch noch ein bisschen Werbung für den S-AMG ... :)

*Antje

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #8 am: 06.05.2014, 17:14 Uhr »
Hehe - beim Daimler hab ich meine Ausbildung gemacht - aber nicht im Werk, sondern in einer Niederlassung.

Ich fahr mit - rutscht mal etwas auf der Rückbank!

*usa-rookie als Gast

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #9 am: 06.05.2014, 21:00 Uhr »
Uihh... da sind ja noch einige auf die Massagesitze gekrabbelt. Bienvenue a tous!

Leider kann ich mich gerade nicht einloggen und deshalb auch leider keine Bilder hochladen  :( Keine Ahnung, ob das mit dem allgemeinen, technischen Problem der Webseite zusammenhängt oder an meinem Browser liegt..  :shock:

Ich versuche es auf jeden Fall später bzw. morgen nochmal!

LG romy

*McC

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #10 am: 06.05.2014, 21:12 Uhr »
Niemals einen Daimler........ aber auf der AB macht es Spaß die zu jagen  :wink:

*usa-rookie als Gast

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #11 am: 06.05.2014, 21:56 Uhr »
Oooooch Clausi, der V8-Biturbomotor mit seinen 430kw (585 PS) bei 900 Newtonmeter Drehmoment hat gerade so für uns gereicht  :lol:
Und so viele Jäger gibt's bei 4,4 s von 0 - 100 km/h dann auch nicht  :P
Ich hätte das Wägelchen jedenfalls behalten.

*usa-rookie

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #12 am: 07.05.2014, 21:24 Uhr »
11.04.2014

Die Betten im 1er classe sind wider Erwarten echt bequem und ich habe wohl geruht. Die Nasszelle hingegen ist typisch für französische Kettenhotels… komplett aus Plastik (lässt sich sicher einfacher reinigen mit dem Gartenschlauch) und so winzig, daß  nur kachektische Kleinwüchsige ohne Klaustrophopie hier ohne Probleme duschen können. Das Frühstück für 4,90 € punktet wieder… es ist alles da, was mein Morgen-Frühstücker-Herz begehrt.
Um 9:30 Uhr sind wir auf der Autoroute de soleil und reisen, wie Gott in Frankreich unserem Ziel Antibes entgegen. Wer jemals die Autobahn Richtung Süden bereist hat, weiß daß die Strecke wirklich sehr langweilig ist… Gegend – braune Kühe – Gegend – rot-braune Kühe – Gegend – schwarz-weisse Kühe … *schnarch*
Zwischendurch darf ich auch mal dem AMG die Sporen geben, obwohl sich das auf Frankreichs Autobahnen „dank“ Tempolimit, nur auf Geschwindigkeits-Duelle aus den Mautstationen raus beschränkt. Das macht dann aber richtig Spaß… fast, wie beim Fliegen  :D

Und weil sich Kirk noch ein bisschen Werbung gewünscht hat, hier mal die Mittel-Armlehne mit eingeprägtem Wappen von Affalterbach





Übrigens stelle ich fest, daß die Franzosen (im Gegensatz zum deutschen Durchschnitts-Autobahn-Nutzer) das Rechtsfahr-Gebot konsequent umsetzen. Sehr löblich!
An einer Raststätte schwappt uns dann auch endlich der Geruch des Südens nach würzigen Pinienzweigen und irgendwas Blühendem entgegen.. *hmmm*

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir Port Vauban, den Yachthafen von Antibes.



Kaum sind wir der S-Klasse entstiegen, werden wir auch schon auf 1€ angehauen. Hey, sehen wir etwa aus, wie die Geissens?  :?


Ich bimmele Eric an und er meint, wir können schon zu unserem Boot „Le Phoenix“ gehen. Ein nettes Segelschiff, mit dem wir zwar gem. Bedingungen nicht rausfahren dürfen, uns aber trotzdem schnell wie die Könige der Weltmeere fühlen  :D







Als ich das Bötchen über den kleinen Steg entere, dudelt mir leise Jazz-Musik entgegen und im Kühlschrank wartet auch schon eine Flasche Côte du Provence auf uns. Ja, sie verstehen schon zu leben die Franzosen.. Eric kommt auf einem Roller angebraust und erklärt uns Landratten die Besonderheiten des Yachtlebens. Ich will eigentlich nur wissen, ob wir denn auch genügend Wasser an Bord haben.. Stichwort duschen, Toilette usw. Alles ist da.. Herd, Mikrowelle, 2 Bäder, 3 Kabinen.. o.k. wo muss ich den Kaufvertrag unterschreiben? Klasse das Ding!








Schnell wollen wir in der Stadt noch was zum Abendbrot besorgen. Mir steht da der Sinn nach den typischen, französischen Leckereien.. Baguette, Käse, Wein.. Leider gestaltet sich das in der Vorsaison eher schwierig bzw. die Läden haben um 18 Uhr bereits geschlossen. Hmm… schließlich werden wir in einer schnuckeligen Bäckerei fündig. Hier gibt es sogar ein Kombi-Angebot aus belegtem Baguette, Softdrink und Dessert. Das ist nach meinem Geschmack.. ich nehme ein Käse/Schinken-Sandwich, Patrick kriegt eins mit Salami und dazu 2 Schoko-Eclair als Nachtisch. Leggggaaa!
An Deck genießen wir den späten Nachmittag mit einem Glas des bereitgestellten Rosé. La vie est belle!!



Dann geht’s noch eine Runde zu den Schönen und Reichen und ganz schön Reichen – Yacht-Sight-Seeing ist angesagt! Vorbei an tollen Booten, die so groß sind, wie das Städtische Krankenhaus in Neunkirchen  :shock:
Schließlich kommen wir zur sogenannten Straße der Milliadäre.. boah.. was macht man mit einem solchen „Klopper“? Seine eigene Kreuzfahrt? Die Härte, welche Werte hier liegen.



Le Nomade im Hafen von Antibes:












Kultauto "Ente" oder Dö-sche-woohh





In der Altstadt gibt’s eine schöne Promenade, wo wir den nächsten Rosé kippen. Dieser Côte de Provence ist echt lecker.



Noch ein paar Sonnenuntergangs-Yacht-Bilder





Zurück an Bord lassen wir uns die belegten Baguettes schmecken und bereiten uns auf „une nuit a bord“ vor.







Fazit: Vornehm geht die Welt zugrunde  :D und: Ich liebe Frankreich!

*lurvig

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #13 am: 07.05.2014, 21:26 Uhr »
Niemals einen Daimler........ aber auf der AB macht es Spaß die zu jagen  :wink:

*gähn*


*McC

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Re: Une nuit a bord oder vornehm geht die Welt zugrunde..
« Antwort #14 am: 07.05.2014, 21:34 Uhr »
Oooooch Clausi, der V8-Biturbomotor mit seinen 430kw (585 PS) bei 900 Newtonmeter Drehmoment hat gerade so für uns gereicht  :lol:
Und so viele Jäger gibt's bei 4,4 s von 0 - 100 km/h dann auch nicht  :P
Ich hätte das Wägelchen jedenfalls behalten.

Glaube ich Dir gerne, dass so ein Wagen Spaß macht. Nun ja...... ich mach's wenn es darauf ankommt in 2,9 Sek. Mir reichen dazu 180 PS bei 200 kg Gesamtgewicht. Wobei der AMG sicherlich den längeren Atem hat.