Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie die Höhe der Bezahlung der Piloten - zumal ein Pilot im Forum anwesend ist - Thema einer Diskussion sein kann.
Wer das hier so gründlich seziert, der erlaubt sicher auch die Prüfung der Angemessenheit seines Gehaltes, oder?
Ich fange erst gar nicht damit an, dass hier einige, deren Orthografiekenntnisse nicht mal mit denen meiner Tochter (10Jh) mithalten können, immerhin genug verdienen, um regelmäßig in den USA Urlaub zu machen.
Das wäre doch unhöflich. Manche verkaufen sich eben über Wert - Glückwunsch.
Aber jeder Golffahrer fühlt sich hier kompetent genug beurteilen zu können, wie angemessen Pilotengehälter sind.
Führen andere Gewerkschaften keine Tarifverhandlungen? Und wenn man sich dort ohne Streiks einigen kann, haben dann immer die AN nachgegeben?
D.h. für Streiks ist immer der AN verantwortlich? Sicher, die AG streiken ja nicht.
Und was bedeutet es "die Zeiten haben sich geändert"? Der Pilot fliegt das Flugzeug. Wenn er Fehler macht, stürzt das Flugzeug ab. Aber so viele Flugzeuge sind bei der LH nicht abgestürzt. Also haben die Piloten nicht viel falsch gemacht und sie erbrachten alle Leistungen, die sie aus ihren Verträgen schulden.
Und dann gibt es da noch die ehrenwerte Firmenleitung, die in den letzten Jahren ein paarmal ausgetauscht wurde, weil die Gewinne (!) nicht so gestiegen sind, wie man (wer auch immer "man" ist) erwartet hatte.
Und weil neue Strategien zu entwickeln mühsam ist, greift man zum ultimativen Mittel der Gewinnoptimierung: Senken der Personalkosten.
Ich bin selbst Arbeitgeber. Wenn ich einige Aufträge verhaue, weil
ich mich nicht gründlich genug vorbereitet habe, oder mich nicht um neue Aufträge gekümmert habe, dann kürze ich mal eben die Gehälter meiner Mitarbeiter, damit ich meinen Lebensstandard halten kann. Anschließend sage ich dann, Schuld sei die Globalisierung und der veränderte Markt. Das ist ein adäquates Dankeschön für Loyalität und tadellose Arbeit.
Freilich, der Teufel steckt im Detail. Anpassungen müssen möglich und verhandelbar sein. Aber verhandeln heißt nicht, dass die stärkere Seite etwas vorlegt nach dem Prinzip "friss oder strib".
Eigentlich wollte ich nichts mehr zu diesem Thema schreiben - es wird ja parallel auch schon diskutiert. Und dort sind die Standpunkte auch schon verhärtet.
Wer die Gründe dieser Streiks nicht verstehen will, der weiß sicher, dass eines Tages für seine Belange ebenso wenig Solidarität gezeigt wird.
Mic