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Autor Thema: Unerfreuliche Erfahrungen mit Sixt in Florida  (Gelesen 203 mal)

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Microbi

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Unerfreuliche Erfahrungen mit Sixt in Florida
« am: 21.09.2022, 09:05 Uhr »
Die folgenden Zeilen werden eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich je mit einem Vermieter gemacht habe, beschreiben.

Wir haben heuer für Florida bei Sixt einen SFAR reserviert. Es war eine Platinum Anmietung. D.h. u.a. dass alle Daten bereits hinterlegt waren, inkl. Führerscheinkopien des Mieters und des zusätzlichen Fahrers, Zahlungsdaten usw.

Als wir in Miami ankamen und zum Schalter von Sixt gingen kam es mir schon komisch vor. Der MA von Sixt schien verwirrt, suchte lange im Computer nach der Reservierung. Er fand sie dann, denn er sagte gleich, dass das System eine so lange Reservierung (34 Tage) nicht verarbeiten kann (bei Alamo ist es kein Problem), deswegen werden wir nach 30 Tagen eine E-Mail erhalten, mit der Option zur Verlängerung und wir sollen nur bejahen und fertig. (diese E-Mail kam nie) Er kopierte alle Ausweise usw. nochmal (wie gesagt, alles schon hinterlegt) und meine KK wurde gleich mit 1.500,- USD belastet.
Wir haben die Aktivierung für Toll Roads verneint, da wir einen eigenen SunPass haben. Wir haben keinen Ausdruck des Vertrages erhalten. Alles wurde auf die Rückseite eines Prospektes gekritzelt.

Als wir dann zum Parkdeck gingen, haben wir einen Chevy Equinox bekommen. Das kam mir komisch vor, denn es standen definitiv auch größere Autos herum, die ich noch zu SFAR gezählt hätte. Aber früher war ein Equinox tatsächlich ein SFAR, so weit ich mich erinnere. Man sagte auf dem Parkdeck, dass für uns nichts anderes verfügbar sei. Aha.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Wir haben absolut nichts Ausgedrucktes bekommen! D.h. man konnte Einzelheiten gar nicht prüfen. Und: Weder auf dem Auto, noch auf dem Schlüssel stand die Wagenklasse. Das finde ich schon irgendwie schräg. Ich denke, die meisten Kunden werden die Wagenklassen nicht so gut kennen, dass sie falsche Zuweisungen gleich erkennen können. Weder weiß man so ggf. ob man einen Downgrade bekommen hat, noch kann man sich über einen Upgrade freuen, denn man weiß einfach nicht, was man bekommen hat.

Als wir dann im nahem Hotel angekommen sind und gegessen, uns ein wenig ausgeruht haben, habe ich in meiner Sixt-App geschaut, was denn da über die Anmietung steht. Gleich oben stand, dass ich ein IFAR erhalten habe. Wieso das denn?
Gleich am nächsten Tag fuhren wir also zum Flughafen und reklamierten bei Sixt. Der MA war komplett verwirrt und meinte, als er die Reservierungsnummer angeschaut hat, dass wir den Wagen noch gar nicht abgeholt hätten. Ich konnte diese Bemerkung damals noch nicht zuordnen.
Wir bekamen dann einen 4Runner zugeteilt. Dieser roch so stark nach Teppichreiniger, dass wir anfangs Kopfweh davon bekommen haben. Wir fuhren, wann immer es möglich war, mit offenem Fenster, aber im August in Florida ist das nicht gerade angenehm.
Über das Auto nur so viel: Ich hätte nie gedacht, dass Toyota sowas Kunden zumutet. Ich habe selbst schon dreimal LandCruiser gefahren und mein erster war BJ '89, aber dieser 4Runner kam mir wie ein rollender Anachronismus vor. Träge, durstig, manuelle Klimanalage, altmodische Inneneinrichtung, Wendekreis eines LKWs. Bei Zuschaltung des Antriebs der vorderen Räder fuhr der Wagen eher noch unruhiger und es fühlte sich so steif an, als ob ich die Differentialsperre - die es nicht gab - aktiviert hätte. Alles auf dem Stand von vor mind. 15-20 Jahren.

Wenigstens war er groß. So sind wir mit dem Wagen dann zur Westküste Floridas gefahren.

Nach ca. 10 Tagen haben wir dann eine E-Mail von Sixt bekommen, wo wir denn bleiben mit dem Wagen, den wir hätten nach 7 Tagen abgeben müssen. Wie bitte?!?  :shock: Ich musste dann gleich an die Leute denken, die unschuldig verhaftet wurden, weil Hertz sie beschuldigt hat Fahrzeuge nicht zurückgegeben zu haben.
Wir haben dann versucht den Kundendienst anzurufen, aber wir kamen nach 20 Versuchen immer noch nicht durch. So sind wir dann zur Sixt Station am Flughafen Fort Myers gefahren, die von uns ca. 1-1,5 Std. entfernt war. Dort wollte uns zunächst der MA einfach wegschicken, er könne nichts machen, wir sollen den Kundendienst anrufen. Wir sagten, dass wir das gerade nicht können und bestanden darauf den Stationsmanager zu sprechen.
Was er aber herausbekommen hat, dass der MA in MIA statt unsere Reservierung zu aktivieren, uns einen "walk up" Vertrag gegeben hat und den auch nur für eine Woche. Alle Parameter waren falsch.
Der GM kam dann auch und rief selbt beim Kundendienst an, denn, wie er sagte, er könne den Vertrag nicht korrigieren. Der Kundendienst am Telefon sagte dann, wir müssten nach MIA fahren, um es dort zu klären. Der GM wurde dann en wenig ungehalten und meinte, es kommt nicht in Frage, dass die Kunden nach MIA fahren, schließlich stehen sie schon bei einer Sixt Station und ließ sich den Namen des Kundendienstmitarbeiters geben.
Der GM von Ft. Myers versprach dann den GM von MIA zu kontaktieren, die Sache zu schildern und er soll uns zurückrufen.
An dieser Stelle ein "Dankeschön" an den GM in Ft. Myers, der sich wirklich bemüht hat uns zu helfen.

Der rief dann tatsächlich zwei Tage später an und meinte, es sei jetzt alles in Ordung. Hat sich aber mit keinem Wort entschuldigt.

Bei der Rückgabe dann waren wir misstrauisch und verweigerten die Unterschrift. Statt dessen gingen wir gleich wieder zur Station, denn auch der Endbetrag stimmte nicht. Der war höher, als in der Reservierung.
Erst hier hat sich dann der MA entschuldigt. U.a. hat man die die Option Toll Roads doch aktiviert, was gleich 200,- USD mehr ausgemacht hat. (Da ich auch die Abrechnung von SunPass schon hatte, sah ich, dass wir noch nicht mal für 10,- USD Toll Roads gefahren sind. Also, besser die Toll Roads Option meiden!)
Man versprach die Rechnung zu korrigieren und plus 200,- USD zu erstatten - für die Unannehmlichkeiten. Darauf warte ich noch immer.

Ich möchte anmerken, dass der Kundendienst von Sixt USA und Deutschland auf keine der E-Mails, die wir während und nach der Reise, in dieser Sache geschrieben haben, reagiert hat. Mit keinem Wort!

Insgesamt war das alles sehr unerfeulich. Nichts lief so ab, wie es hätte ablaufen sollen. Eine Platinum Anmietung ist sonst sehr entspannt, denn alle Daten sind hinterlegt und normalerweise bekommt man einen Upgrade. Das erwarte ich gar nicht, denn ich buche, was ich brauche, aber ein Downgrade!?!
Beim Fahrzeugtausch hätte der MA schon erkennen müssen, dass der Vertrag falsch ist. Es war ihm aber egal. Und dass die Station Fort Myers nichts machen konnte? Ich meine, man stelle sich das auf einer Rundreise vor! Man fährt zu einer Station des Vermieters und diese kann nichts machen?!? Man wird auf die Abholstation verwiesen, die mittlerweile auch 1000 Meilen entfernt sein kann? Im Westen hat man 1000 Meilen schnell beieinander.

Nach dieser Erfahrung kann ich mir nicht vorstellen in den USA nochmal bei Sixt zu mieten und empfehlen kann ich Sixt - nach dieser Erfahrung - erst recht nicht!
Mindestens zwei halbe Tage sind draufgegangen nur um zu den Stationen zu fahren. Plus die Zeit, die man am Telefon und am Computer verbracht hat.
Und obwohl die meisten Leute doch des Englischen mächtig sind, will ich die Schwierigkeiten, die mit der Schilderung solcher Sachverhalte verbunden sind, nicht unterschätzen.

Das war Sixt in Florida.

Mic

AustrianTraveller

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Antw: Unerfreuliche Erfahrungen mit Sixt in Florida
« Antwort #1 am: 21.09.2022, 09:28 Uhr »
Das ist heftig  :shock:

Thomas

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Antw: Unerfreuliche Erfahrungen mit Sixt in Florida
« Antwort #2 am: 21.09.2022, 09:50 Uhr »
Hallo Mic,

wow, was für eine Erfahrung, danke für den Bericht.

Ein Arbeitskollege ist vor einigen Tagen aus den USA zurückgekehrt (Westküste, Las Vegas, LA, etc.) und hatte auch einige Mietwagen-Geschichten erlebt. Er musste das Auto in den 3 Wochen 4x tauschen wegen Problemen, teilweise hatten die Fahrzeuge 60.000 Meilen auf dem Tacho und zeitweise musste er sich auch mit einem kleineren Auto mangels Verfügbarkeit begnügen.

Er hatte bei Alamo gebucht, mit denen hatte ich bislang eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht. Scheint mit den Mietwagen aktuell wirklich ziemlich übel zu sein.
Viele Grüße,

Thomas (webmaster@usa-reise.de)
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