Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)

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Hallo zusammen,

da falle ich mal gleich mit der Tür ins Haus und kündige meinen aktuellen Reisebericht an. Zum Raten, wo es genau hingeht, habt ihr nur wenig Zeit, denn der erste Streich der folgt auf dem Fuße :D

Allen Mitfahrern schon jetzt a very warm welcome!

Und? Wohin fahren wir jetzt? :D :D :D

*paula2

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #1 am: 04.06.2013, 21:30 Uhr »
Irgendwo auf der britischen Insel  :D
Ich habe aber keine Ahnung ob das Schottland, England oder was drittes ist. Die Pilcherfilme schaue ich nie, aber auf die Insel fahre ich gerne mit. Perfekte Fortsetzung zu Andreas Schottlandreise!

*Sandra33

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #2 am: 04.06.2013, 21:32 Uhr »
Dahin, wo ich gerade herkomme  :lol:

Bin dabei. Gibt's auch Cream Tea? :essen: :essen: :essen:

*Flicka

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #3 am: 04.06.2013, 21:38 Uhr »
Die Pilcherfilme schaue ich nie, aber auf die Insel fahre ich gerne mit.

Ach, jetzt hatte ich echt total auf dem Schlauch gestanden. Ich dachte, Pilcherpfade, ist das jetzt ein Dialekt oder gar die neue Rechtschreibung für Pilgerpfade?  :shock: :shock: :shock:  :D


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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #4 am: 04.06.2013, 21:39 Uhr »
OK, ihr habt es erraten...

Ja, es gibt auch Cream Tea und wir fahren nach England, erkunden den süd-westlichen Zipfel der Insel.

Und ja, ich finde auch, dass es Andreas Schottland-Reisebericht super ergänzt!

Und wir pilgern zu Frau Pilcher, wie offensichtlich eine Menge Deutsche derzeit, aber ein Dialekt ist´s nicht, nur ein Wortspiel ;)

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #5 am: 04.06.2013, 21:49 Uhr »
Freitag, 17.5.: Gen Westen fliegen und gen Süden fahren

Und wieder mal stand ich zwischen vielen USA-Reisenden mit Weiterflug-Bordkarten nach Washington und sonstwo hin an einem Gate.

Security Check voll und eine Schlange bis zur Passkontrolle, tja, die Reisewelle in Deutschland hatte wohl zu diesem Pfingstwochenende ihren ersten Höhepunkt erreicht.

Aber weiter nach Washington oder sonstwo hin ging es dieses Mal ohne mich. Zwar wollte auch ich (mal wieder) Richtung Westen, aber dieses Mal in den grünen Süd-Westen des Landes, in dem die neuen Häuser so alt waren wie die älteren Häuser in den USA.

Na ja, ich meine, ganz so einen Unterschied wird es nicht machen:

Plymouth, Falmouth und Portsmouth beispielsweise gibt es ja schließlich nicht nur in den USA, sondern auch in? Genau, in England!

Und schlechten Kaffee gibt es hier auch, zumindest verkündete das vor 5 Minuten mein Sitznachbar, als ich mir einen Kaffee bestellte: "Have you ever been to England before?" "Äääääh, yes?" "Well, never do that there!" Sprach's und versank umgehend wieder lautstark im Reich der Träume.

British Airways hieß mich herzlich willkommen und ich saß bequem. Und somit sollte für mich die Anreise schon nach etwa zwei Stunden enden, zwar auch wieder zunächst an einem Rental Car Center bei Hertz, aber dieses Mal sollte ich dann wohl auf der anderen Seite in mein Auto einsteigen.

Genießen wir also wieder mal den Süd-Westen, nur grüner, kühler, sicherlich auch regnerischer, kauziger, enger und mit vielen Küsten, Klippen und Meer. Auf gehts nach Cornwall bis zum Land's End die südliche Küste Englands von London aus bis zum äußersten westlichen Zipfel und dann etwas schneller auf nördlicher Route über Bath und Oxford wieder zurück.

Und kaum waren diese Sätze geschrieben, verkündete ein Flugbegleiter, dessen Gesicht mir bekannt vorkam, musste wohl aus einem Monty Python Film sein, dass ich nun meine Sitzlehne wieder senkrecht stellen und das iPad ausschalten sollte, also mache ich das besser brav.

Haaaach, da habe ich nun einen wunderbaren Tag hinter mich gebracht, leider mit eher bescheidenen Fotos. Irgendwie sind die Fotos so langweilig wie die aus meinen Englischbüchern, die mich von der 5. Klasse ab begleitet habe.

Aber, ich verrate es gerne: In Wirklichkeit ist nämlich alles ganz anders. England ist keineswegs schwarz-weiß und fast unkenntlich wie die Bilder in meinen Englischbüchern aus den 70ern, nein!

England ist grün und bunt. Die Landschaft hügelig wie in Deutschen Mittelgebirgen, ebenso erinnern die vielen Rapsfelder an Deutschland, aber der Himmel ist nicht eng, sondern weit wie an der See und aufgeschlossen und offen wie die Bevölkerung, eben eine Insel.

Die Einreise ein Klacks, sodass ich 20 Minuten nach der pünktlichen Landung bereits mit frisch gekauften britischen Pfund an der Haltestelle des Mietwagenshuttles stand. Und so fuhr mich der Hertz Shuttle zum Autovermieter und dort wartete in Bay 26 das von mir gemietete Auto auf mich. Der laut Ankündigung gemietete Vauxhall irgendwas (auf gut Deutsch Opel Meriva) oder ähnlich entpuppte sich als schnuckeliger, schwarzer, fast neuer Nissan Juke.

Übrigens, soooo einfach war die Autoanmietung noch nie. Dank Gold Service von Hertz musste ich ja nur einsteigen und losfahren. An der Ausfahrt stand ein Schild, ich solle meinen unterschriebenen Mietvertrag vorzeigen. Mangels Stift hatte ich das nicht getan. Nun ja, einen Stift würde er mir schon reichen, also kramte ich Führerschein, Pass und Kreditkarte raus. Aber was passierte? Vertrag abgeben, vorerst ohne Ausweis und das ganze andere Zeug, "Are you Birgit?" Auf mein Bejahen ging die Schranke auf. Wahnsinn!

So stieg ich also in die Jukebox und gehorchte der Navi, immer schön links bleibend. Na bitte, das funktionierte doch wunderbar! Ich Weltreisende,ich mit allen Wassern der sieben Ozeane Gewaschene sollte doch wohl mit einem britischen Schaltwagen klar kommen? Und rummmmmmms machte es und das erste Mal hatte ich mich verschätzt und war mit den linken Reifen über die Bordsteinkante gerappelt. Dass ich beim Einsteigen erst einmal auf den Beifahrersitz steigen wollte, vertuschte ich im letzten Moment vornehm, indem ich nur meine Jacke darauf ablegte und dass ich zumindest heute permanent nach links oben ins Leere griff, wenn ich mich anschnallen wollte, verschweige ich mal gleich.

Und so ging es erst einmal nach Eton, wo reiche Eltern und die Eltern kluger Stipendiaten ihre Kinder zur Schule gehen lassen. Leider war die Schule heute nicht öffentlich zugänglich. Und auf der anderen Seite der Themse wartete Windsor Castle. Dazwischen Dreizehnjährige in einer Art Frack mit weißem Hemd und weißer Fliege, Geschäfte für Golfbedarf (der Sport, nicht das Auto) und jede Menge Pubs.

Irgendwie erwartete ich nur noch, dass Harry Potter und Hermine Granger gleich um die Ecke bogen oder doch zumindest Hugh Grant mir vor die Füße lief, aber das geschah nicht. Dafür fuhren eine Menge anderer Engländer wie aus dem Bilderbuch hier in Oldtimern umher oder liefen in Fracks durch die Gegend.









Ein paar Fotos des grauen Kastens Windsor Castle von außen, sehen genau so aus wie im Englischbuch 7. Klasse, und weiter ging es. Schließlich lag Stonehenge am Wegesrand. Es wird an diversen Stellen im Internet diskutiert, ob man dort gewesen sein muss. Ja, wenn es wie bei mir am Wegesrand liegt, dann sollte man halten. Die Felsen fallen ohnehin bereits aus der Ferne ins Auge, wie sie auf dem grünen Hügel stehen. Die 8 Pfund Eintritt allerdings habe ich mir gespart. Mir reicht ein Beweisfoto durch den Maschendrahtzaun, ohnehin lässt die Völkerwanderung dort keine mystischen Bilder zu, selbst wenn man das Talent hätte diese zu knipsen. Die Schafe drumherum allerdings blieben sichtlich unbeeindruckt sowohl von der Mystik als auch vom Rummel.



Salisbury liegt nur ein paar Meilen weiter, dann nehme ich das auch noch mit. Eine total schöne, belebte Stadt mit Riverwalk und Kathedrale und netten Lädchen und Cafés. Auch hier wieder alles bunt, gar nix in schwarz-Weiß, oh Wunder! Eine Stunde muss reichen, schließlich möchte ich gerne noch bei Tageslicht das Meer sehen. Und so geht es auf und ab über Hügel und mit der einen oder anderen Berührung des linken Fahrbahnrandes über eher schmale Straßen und unzählige Kreisverkehre linksrum im Uhrzeigersinn, also DIE beherrsche ich nun!





Der erste Blick aufs Meer, gleich bin ich da, an meinem ersten Ziel Lyme Regis an der Jurassic Coast. Wow, wirklich fast wie das Original in New England an der Küste nördlich von Boston! Sehr gut kopiert!

Und nun komme ich in meinem ersten Bed and Breakfast an, dem Devonia Guest House mit sehr "possierlicher" Wirtin, Typ immer gut gelaunte und etwas alternativ angehauchte agile Hausfrau um die 50, die sicher auch in mindestens 5 Vereinen tätig ist. Sehr schön, als erstes bekomme ich Kaffee (von wegen "never do that in England"), bewundere mein kleines Zimmer mit dem Mini-Bad und besonders den Blick auf das Meer in der Ferne und allem Schnick-Schnack um sich wie ein willkommener Gast zu fühlen. Kein Vergleich zu dem Hotel gestern in Frankfurt, wo man drei bis fünf routinierte Sätze ohne Luftholen direkt nach dem "Guten Abend" abspulte.

Ich gehe dann ziemlich fix die steilen Straßen runter zum Meer, direkt in ein Public House mit Fishpie mit Salat und zwei Pints des guten Palmers 200. Laut meiner Wirtin schließen die Lokale hier früh und ich habe nach einem Tag mit nix als Keksen nach dem Frühstück nun Kohldampf.











Booaaaaah, warum immer in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist, so meine bierseligen Gedanken, als ich voll korrekt die genaue Marke und Größe des gewünschten Bieres angebe, die Nummer für das Essen entgegennehme, das dann später an den Tisch gebracht wird und alles gleich zahle. Sogar Reeses gibt es schließlich hier in England zu kaufen und einen SUV als Mietwagen, wenn auch nur in der Miniversion, gab es schließlich auch.

So, und nun geht es zurück in das Zimmer mit dem quietschenden englischen Bett mit den blütenweißen Laken, und morgen wird an der Küste gewandert und nach Fossilien gesucht!

In England regnet es immer? Heute einmal drei Tropfen und einmal eine viertel Stunde, während ich im Auto saß.

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #6 am: 04.06.2013, 21:53 Uhr »
Hier noch der Link zum geplanten Reiseverlauf, den ich dann in Form von Tagestouren und einigen Umwegen ein wenig abgeändert habe, im wesentlichen stimmt es aber so:

Pilcherpfade


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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #7 am: 04.06.2013, 21:59 Uhr »
Dahin, wo ich gerade herkomme  :lol:


Könnten wir uns irgendwo über den Weg gelaufen sein, Sandra?

*Sandra33

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #8 am: 04.06.2013, 22:47 Uhr »
Dahin, wo ich gerade herkomme  :lol:


Könnten wir uns irgendwo über den Weg gelaufen sein, Sandra?

Vielleicht. Ich bin vom 25.5. bis 3.6. da gewesen.

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #9 am: 04.06.2013, 22:55 Uhr »
Na, da hatten wir dann nicht viel Möglichkeit uns zu begegnen... Wo warst du denn genau? Bist du auch geflogen?

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #10 am: 04.06.2013, 23:01 Uhr »
Hey, ihr könnt doch nicht ohne mich los! Nagut, den Flieger brauchte ich ja nicht, komme direkt aus Schottland runter...  :wink:

Schon ein sehr schöner erster Tag - das Grinsen ist schon ins Gesicht gemalt. Kann so weiter gehen!

Andrea

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #11 am: 04.06.2013, 23:17 Uhr »
Na, da hatten wir dann nicht viel Möglichkeit uns zu begegnen... Wo warst du denn genau? Bist du auch geflogen?

Nach Deiner Karte wäre die einzige Möglichkeit am 25.5. in Bridgwater gewesen. Aber da fährt der normale Tourist normalerweise nur vorbei ;-)

Wir waren in Bridgewater (Freunde besuchen), Swanage, Hayle und Newquay.

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #12 am: 05.06.2013, 19:48 Uhr »
Samstag, 18.5.: Grüne Küste, blaues Meer, ein Städtchen und ein Fischerdorf

Früh war die Nacht herum, es wird doch wohl wegen der einen popeligen Stunde kein Jetlag sein? Wahrscheinlich bin ich einfach nur ausgeschlafen!

Und versuche ich es doch mal mit dem Rennen hier, also ab in die Schuhe und dann ab zum Coastpath west. (Außer)Pustekuchen - schlammig ists und nass und außerdem steil ohne Ende. Na ja, das war dann eben eine halbe Stunde Trailrunning, soll ja auch sehr förderlich sein... Als Dreckspatz komme ich zurück und überlege, wie ich mich wohl in dem winzigen Bad am besten in die Dusche bugsiere ohne gleichzeitig irgendwas herunterzureißen.

Und nun Frühstück. Gestern schon durfte ich ankreuzen, was es heute sein sollte und entschieden hatte ich mich für Rührei mit Lachs auf gebuttertem Muffin. Sehr lecker! Noch ein Schälchen Obst und viel Kaffee (never do that in England?)

Und dann ging es los. Nochmals durch das nette Örtchen, das sich bei strahlend blauem Himmel von seiner besten Seite präsentierte.

So suchte ich also den Einstieg zum Coastpath und fand ihn. Irgendwie steht hier an jeder Ecke ein Engländer in grüner gewachster Barbour-Jacke mit mittelgroßem Hund. Ist mir deutlich lieber als fränkische Oberförster in grünem Loden mit sehr großem Hund oder Rauhaardackel und freundlicher sind sie auch, nur leider verstehe ich kaum etwas, wenn die reden, na ja, das würde einem Engländer in Franken wohl ähnlich ergehen...

Auf und ab über Wiesen und durch Wald, mitten über einen Golfplatz (Achtung vor fliegenden Bällen!) und ein kleines Stück durch Charmouth und dann bin ich an der Jurassic Coast mit steilem Hang auf der einen Seite und spiegelglatter See auf der anderen Seite. Große und kleine Paläontologen hauen hier mit Hämmern auf Steine ein und hoffen ein Dinosaurier-Skelett darin zu finden.















Nun geht es hoch und ich sehe mir dieselbe Küste von oben an. Hier kann man nun stundenlang weiter gehen, auf und ab geht es. Irgendwann habe ich keine Lust mehr, drehe um und gehe wieder nach Lyme Regis. Schließlich ist es noch früh, da ich ja so früh auf war und in mir ruft die übliche Ungeduld, will Abwechslung haben, jetzt! Sofort!

Also bin ich gegen 14 Uhr wieder an meinem Startpunkt, werfe mich ins Auto und mache mich auf die etwa einstündige Fahrt nach Exeter, soll eine nette mittelalterliche Stadt mit vielen jungen Leuten sein.

Zuverlässig lotst die Navi mich zur Stadtmitte und als sie mir eine Entfernung von nur noch 400 Metern zur Kathedrale anzeigt, werfe ich an einem großen Parkplatz das Lenkrad herum und fahre mit quietschenden Reifen.... äh, nee, eher übervorsichtig mit der noch immer ungewohnten Perspektive (was die Engländer stets mit Engelsgeduld und ohne zu hupen ertragen) in die nächste Parklücke, werfe brav ein paar Pfund Geld in den Automaten und mache mich auf die letzten 400 Meter zur Kathedrale. Die ganzen jungen Leute, die der Reiseführer angepriesen hat, scheinen sich zum Beweis, dass es sie wirklich gibt,hier versammelt zu haben. Von irgendwo her schallt Musik, ein bisschen Stimmung wie auf einem Festival, scheint aber nur ein ganz normaler Samstag an einem sonnigen Tag zu sein.

Sonniger Tag übrigens bedeutet für das Empfinden der englischen Damen Minirock an den fleischigen rosa Beinen und Flip Flops und Spaghetti-Top, ich hingegen wage es so gerade eben die Strickjacke in die Tasche zu stecken und im T-Shirt herumzulaufen, ganz davon abgesehen, dass weder Flip Flops noch Spaghetti-Tops in meinem Kleiderschrank zu finden wären. Well, 17 Grad sind eben doch nicht soooo viel.

Ich marschiere beherzt in einige Läden und finde eine weiße Strickjacke im angesagten Lochmuster, eine dünne flieder-grau-farbene Fleecejacke und ein Kleidchen mit blauen Blumen drauf und marschiere glücklich mit meinen Tüten noch etwas durch die Stadt, in der ich zwar nicht viel, aber immerhin etwas Mittelalter gefunden habe.







Nun soll es noch in das schmucke Örtchen mit dem verheißungsvollen Namen "Beer" gehen. Hier sind jede Menge entspannte Menschen unterwegs, die wohl den Nachmittag am Kiesstrand verbracht haben, Spaziergänger, die von den Klippen die Aussicht genießen, eine freundliche Katze. Der Fish and Chips Laden platzt aus allen Nähten, es ist schließlich Abendbrotzeit.

Fish and Chips will ich mir zwar auch irgendwann noch geben, aber hier lacht mich eher das gegenüber liegende indische Lokal an. Na ja, besser als in Erfurt war es hier allemal, aber wirklich spicy, wie bestellt, schmeckte es nicht. Das gibt eindeutig Abzüge in der A-Note. Abzüge in der B-Note gab es dafür, dass ich ewig auf die Rechnung warten musste, die mit dann betont im Laufschritt gebracht wurde. Na gut, das was die Italiener in Deutschland sind, die man an jeder Ecke findet, sind hier wohl die Inder - zum Glück - und ich werde England diesbezüglich sicher noch öfter als Trainingslager für den Herbst nutzen können.

Jedenfalls fand ich hier doch noch ein Fossil, wenn es nicht ein Stückchen vom hiesigen  Tourismusbüro hier verstreuten Gipses in Fossilienform ist.













Und zwei Fitbit-Abzeichen habe ich heute verdient: Eins, weil ich über 40.000 Schritte gegangen bin und eins, weil ich über 200 Stockwerke (600 Höhenmeter) marschiert bin. Voller Stolz auf meine neuen Abzeichen und mit etwas wehen Beinen lege ich mich ins Bett, habe keine Lust mehr noch mehr Schritte und Höhenmeter ins örtliche Public House zu machen, auch wenn es mir eventuell sogar das 45.000-Schritte-Abzeichen und das 300-Stockwerke-Abzeichen eingebracht hätte...

In England regnet es immer? Nö, heute keinen einzigen Tropfen!

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #13 am: 05.06.2013, 20:12 Uhr »
Quer über einen Golfplatz? Die spinnen die Briten... sagte schon Obelix. Aber Exeter ist ja wohl der Hammer - soooo viele Leute! Man meint man sei in Rom oder so. Aber hübsch ist es dort!

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Re: Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden (England 2013)
« Antwort #14 am: 05.06.2013, 20:19 Uhr »
In Exeter war es total hübsch und entspannt, alle waren gut drauf, vielleicht auch wegen des guten Wetters: Das Wetter sei so gut, da sei alles Schlechte vergeben und vergessen, meinte eine Verkäuferin :)

 

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