Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020

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*Doreen & Andreas

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Das vergangene Jahr war für viele urlaubsmäßig ein Desaster.
Wie so oft wurden Reisen geplant, gebucht, angezahlt und die Vorfreude war groß. Am Ende hieß es aber "außer Spesen nichts gewesen". Keine Reise, oft musste man seinem Geld noch hinterherrennen oder es gar ganz abschreiben. Und statt seeliger Urlaubserinnerung blieb nur Enttäuschung und Frust.

Wir zählten zu den Glücklichen, die ihren geplanten Urlaub exakt so verleben konnten, wie wir uns das vorgestellt hatten. Ja, man muss auch mal Glück haben  :wink: 8)
Angeregt durch Anja & Danilos Reisebericht 18 Tage planlos in Schweden 2020 habe ich mich mal aufgerafft und unsere Urlaubserinnerungen in Wort und Bild zusammengetragen.

Wenn es euch interessiert, wie es uns im letzten Jahr mit dem Wohnmobil in Norwegen ergangen ist, seid ihr herzlich eingeladen, unserem Bericht zu folgen.



Über Kommentare und Rückmeldungen freue ich mich immer, die sind sogar ausdrücklich erwünscht.

Viele Grüße,
Andreas
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*freddykr

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #1 am: 01.03.2021, 09:40 Uhr »
Bin dabei :)
Viele Grüße,
Danilo


*mrh400

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #2 am: 01.03.2021, 10:20 Uhr »
Bin zwar kein WoMo-Fan, aber trotzdem gerne dabei.
Gruß
mrh400

*U2LS

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #3 am: 01.03.2021, 11:04 Uhr »
Sehr schön, schon jetzt ein großes Dankeschön für einen Reisebericht in dieser trostlosen Corona Zeit!
Gruß
Lothar

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*partybombe

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #4 am: 01.03.2021, 11:21 Uhr »
Dein Bericht wird Erinnerungen in mir auslösen auf unseren Wohnwagenurlaub durch das Land der Fjorde, herrliche Landschaften, kleine Städte und Stabskirchen vor über 30 Jahren.
Ich freue mich schon auf deine Fotos und Erläuterungen!

*Doreen & Andreas

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #5 am: 01.03.2021, 11:24 Uhr »
Schön, dass schon die ersten Mitfahrer dabei sind. Dann will ich Euch mal gar nicht so lange warten lassen...

Ein Wort zuvor:

Nach unserer Reise durch die Niederlande und Belgien im vergangenen Jahr war unser Sohn anschließend erstmals allein mit seinen Kumpels auf Tour. Zu dritt reisten sie nach bestandenem Abitur per Interrail-Ticket kreuz und quer durch Europa.
Auf unsere Frage, ob er künftig überhaupt noch einmal gemeinsam mit uns Urlaub machen möchte, war seine prompte Antwort „ja“. Und er hatte auch schon eine Vorstellung, wohin es gehen könnte: Norwegen sollte es noch einmal sein.
Bereits im Jahr 2008 waren wir mit dem Wohnmobil durch Norwegen gefahren, doch daran hatte unser Sohn leider nicht sehr viele Erinnerungen. Damals war er gerade sechs Jahre alt.
Nun gut, die Idee fiel bei uns auf fruchtbaren Boden. Und da in Norwegen ja eigentlich der Weg das Ziel ist, stand auch die Art des Reisens schnell fest: Es sollte erneut das Wohnmobil sein.
Die Reiseplanung machten Vater und Sohn gemeinsam. Es wurden Reiseführer besorgt, gelesen und weiterführende Informationen dazu recherchiert. Anfangs stand eine sehr interessante Tour über Schweden und Finnland zum Nordkap und durch Norwegen zurück im Raum.



Mit täglichen Fahrstrecken zwischen 130km und 425km schien dies durchaus realisierbar. Beim Blick auf Fahrzeiten von bis zu 5:30 Stunden verwarfen wir diesen Plan jedoch wieder, denn wir wollten ja nicht nur im Wohnmobil sitzen und Straße sehen, nur um auf Gedeih und Verderb einmal am Nordkap zu stehen. Wir planten daher um, setzten uns Trondheim als nördlichstes Ziel, hielten uns aber die Option offen, noch bis zum Polarkreis zu fahren, wenn wir zwischendurch geplante Ruhe- und Reservetage nicht benötigen würden.





Dabei wollten wir so wenig wie möglich bereits 2008 gefahrene Strecken berühren. Und wir legten die Vogelinsel Runde sowie der Orte Ålesund und Trondheim als Fixpunkte der Reise fest, bei allem anderen wollten wir flexibel bleiben.
Im Dezember 2019, zwischen Weihnachten und Neujahr, schauten wir uns nach einem passenden Gefährt um. Doch die zahlreichen, in den letzten Jahren neu empor gewachsenen Anbieter hatten nichts im Angebot, was unseren Vorstellungen entsprach. Und bei unserem Stamm-Vermieter, bei dem wir schon 2004, 2008, 2010 und 2014 gebucht hatten, war für die Sommerferien 2020 bereits alles ausgebucht, was uns von Größe und Ausstattung her gefallen hätte. Immerhin, sie hatten noch einen privaten Anbieter in ihrem Adressbuch stehen, der genau ein Wohnmobil, wie es uns zusagen würde, im betreffenden Zeitraum frei hatte.
Kurz darauf standen wie bei diesem auf dem Hof, schauten uns das Gefährt persönlich an und wurden uns daraufhin auch schnell einig.
Was für ein Riesenglück wir damals hatten, wurde uns erst später bewusst. Denn durch die Corona-Krise begann nur wenige Tage später der Run auf alles, womit man einen Campingurlaub machen könnte, und die Nachfrage nach Wohnmobilen und Wohnwagen stieg sprungartig an. Mit der Buchung der Fähren nach Norwegen und zurück warteten wir allerdings noch, weil zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar war, ob der Fährverkehr weiterhin aufrechterhalten werden würde.
Die folgenden Monate bangten wir, ob wir die Tour in den Sommerferien überhaupt wie geplant fahren könnten. Internationale Reisen waren aufgrund der Pandemie lange Zeit gar nicht möglich und erst wenige Tage vor unserer geplanten Abfahrt öffnete Norwegen seine Grenzen für Reisende aus dem Schengen-Raum. Die ursprünglich ins Auge gefasste Anreise über die Øresundbrücke und durch Schweden planten wir sicherheitshalber noch einmal um und verlegten die Route so, dass wir quer durch Dänemark nach Hirtshals fahren und dann mit der Fähre nach Larvik übersetzen würden. Auch diese Änderung sollte uns noch einmal einige Turbulenzen ersparen…
Viele Grüße,
Andreas
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*partybombe

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #6 am: 01.03.2021, 19:19 Uhr »
Glück gehabt (....“wenige Tage vor unserer geplanten Abfahrt öffnete Norwegen seine Grenzen für Reisende aus dem Schengen-Raum.“) !
In 3 Wochen gut 5000 km gemäß Plan (wohl zuzüglich Fahrten vor Ort - wir rechnen in den USA mit 17%), ist schon stramm, wäre aber auch für uns möglich. Bin gespannt, was am Ende auf dem Tachometer steht.

*Doreen & Andreas

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #7 am: 02.03.2021, 07:46 Uhr »
Glück gehabt (....“wenige Tage vor unserer geplanten Abfahrt öffnete Norwegen seine Grenzen für Reisende aus dem Schengen-Raum.“) !
Ja, Glück gehabt. Wobei wir schon fast täglich die Entwicklung beobachtet haben. Ich war bereits Ostern der Meinung, dass wir mit dem gebuchten Wohnmobil wohl andere Ziele im Inland, statt Norwegen, bereisen werden. Unser Sohn war aber stets optimistisch, meinte immer, dass es ja durchaus noch klappen könnte und Norwegen ja Ende Juli entscheinden wollte, ob Einreisen aus anderen Ländern zugelassen werden. Und er sollte am Ende Recht behalten...
In 3 Wochen gut 5000 km gemäß Plan (wohl zuzüglich Fahrten vor Ort - wir rechnen in den USA mit 17%), ist schon stramm, wäre aber auch für uns möglich. Bin gespannt, was am Ende auf dem Tachometer steht.
Naja, bei Norwegen muss man aber auch je 2-3 Tage An- und Abreise rechnen, wo man einfach nur Kilometer macht. Wenn Du mal auf die Kartendarstellung schaust, ist das fast schon die Hälfte der Strecke. In die USA reist Du halt mit dem Flugzeug an und bist dann mittendrin.
Wir haben ja gegenüber der ursprünglichen Tour schon zusammengestrichen und, wenn ich ein wenig vorgreifen darf, auch dabei ist es letztlich nicht geblieben  :wink:
Viele Grüße,
Andreas
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*Doreen & Andreas

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #8 am: 02.03.2021, 07:53 Uhr »
10. August 2020: Taucha – Rendsburg

Das lange Warten war vorbei. Die Fährverbindungen hatten wir vor drei Wochen, gleich nach der offiziellen Öffnung Norwegens für den Schengen-Raum, fest gebucht. Dabei konnten wir sogar ein kostenloses Upgrade für die Rückfahrt vom nicht stornierbaren Standard- auf ein jederzeit umbuchbares Flex-Ticket nutzen. Gestern Vormittag waren wir das Wohnmobil bei unserem Vermieter abholen und im Laufe des Tages wurde es allmählich beladen.



Heute Morgen waren nur noch einige Restarbeiten zu erledigen, die sich aber erwartungsgemäß noch einmal ziemlich hinzogen.
Gegen 11:30 Uhr kamen wir endlich los und starteten in Taucha auf die A14 in Richtung Nordwesten. Über Magdeburg kamen wir der A2 näher, wo aber bereits die ersten Staus gemeldet wurden. Kurz entschlossen wählten wir die Autobahnroute über Hannover ab und fuhren stattdessen über Landstraßen in Richtung Lüneburg. Das stellte sich als recht gute Entscheidung heraus, doch kurz vor Hamburg mussten wir uns dann doch noch auf der A7 vor dem Elbtunnel anstellen. Irgendwann war aber auch das überstanden und wir kamen gegen 19:30 Uhr im Raum Rendsburg an, wo wir eine Zwischenübernachtung geplant hatten. Auf unserem anvisierten Campingplatz gab es leider keine freien Stellplätze mehr, aber im nahegelegenen Schacht-Audorf wurden wir fündig und konnten einen ganz passablen Platz am Nord-Ostsee-Kanal für ganze 12,50€ ergattern. Sogar Strom konnten wir noch gratis aus dem nicht verbrauchten Kontingent der Vormieter nutzen, perfekt!



Bei einem kleinen Abendspaziergang am Nord-Ostsee-Kanal fanden Andreas und Vincent noch einen Geocache.





Anschließend gab es Abendbrot und nach ein paar Spielrunden „Agent undercover“ verkrochen wir uns in die Betten…

Gefahrene Strecke: 468 km
Übernachtung: Wohnmobilpark Schacht-Audorf (12,50€)
Viele Grüße,
Andreas
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*Culifrog

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #9 am: 02.03.2021, 09:19 Uhr »
Hallo
Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, in einem Wohnwagen zu reisen, nehme ich gemütlich platz und freue mich auf den Bericht und die Bilder. Norwegen steht auf meiner Bucket List ziemlich weit oben.
Liebe Grüsse
Gaby

*Doreen & Andreas

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #10 am: 03.03.2021, 08:16 Uhr »
11. August 2020: Rendsburg – Hirtshals

Gegen 9:00 Uhr krochen wir aus den Betten, frühstückten zum ersten Mal draußen vor unserem Wohnmobil und packten anschließend alles zusammen. Wir spazierten dann noch einmal am Kanal entlang, um einen Blick auf die Eisenbahn-Hochbrücke Rendsburg zu werfen.







Um 11:30 Uhr verließen wir unseren Stellplatz, tankten noch einmal voll und besorgten einige Kleinigkeiten im nahegelegenen Einkaufscenter. Dann ging es auf der A7 in Richtung Dänemark. An der Grenze gab es keinerlei Probleme, kein Stau, keine genaueren Kontrollen; wir wurden einfach durchgewunken. Da waren uns im Vorfeld bereits ganz andere Geschichten erzählt worden…
Entlang der E45 ging es nun über Kolding und Randers bis nach Aalborg, wo wir auf die E39 nach Hirtshals abzweigten. Gegen 17:30 Uhr erreichten wir den Campingplatz an der Küste, wo wir für 455DKK einen Stellplatz in zweiter Reihe zum Meer inklusive Stromanschluss und vier Duschmarken bekamen. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber neben der Ausstattung bezahlt man hier vor allem die großartige Lage  und natürlich die direkte Nähe zum Fähranleger.



Nachdem wir uns entsprechend eingerichtet hatten, machten wir noch einen Spaziergang hinauf zum Leuchtturm und den darunter liegenden Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg.









Anschließend bummelten wir getrennt noch etwas am Strand entlang und trafen uns zum Abendbrot wieder am Wohnmobil.



Den phantastischen Sonnenuntergang genossen wir oben an der Steilküste und Lisa und Andreas gingen auch nochmal hinunter zum Strand.







Danach wurde noch rasch geduscht und gegen 22:00 Uhr ging es für alle in die Betten…

Gefahrene Strecke: 427 km
Übernachtung: Hirtshals Camping (455DKK / ≈61€)

Viele Grüße,
Andreas
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*Doreen & Andreas

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #11 am: 04.03.2021, 08:52 Uhr »
12. August 2020: Hirtshals – Sandefjord

Andreas war als erstes wach und während die Familie noch schlief, ging er noch einmal hinauf zum Leuchtturm, um einen Geocache zu suchen. Damit war nun auch Dänemark in seiner Fundstatistik vertreten.
Zurück am Wohnmobil wurde die Familie geweckt, gemeinsam gefrühstückt und gegen 10:30 Uhr waren wir abfahrbereit. Wir fuhren zum Fähranleger und nach kurzem Ticket- und Dokumentencheck durften wir unser Wohnmobil in die Reihen der Wartenden einfügen.



Dort tat sich lange Zeit gar nichts, bis etwa eine halbe Stunde vor unserer Abfahrtszeit die Fähre ankam. Innerhalb von fünfzehn Minuten war sie tatsächlich komplett entladen, um 12:30 Uhr begann das Boarding und pünktlich 12:45 Uhr hieß es „Leinen los“! Eine logistische Meisterleistung!



An Bord bestand die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, nur zum Essen und Trinken durfte dieser kurzzeitig abgenommen werden. Wir beobachteten zunächst vom Oberdeck aus das Ablegen und hielten dann eine Weile die Nase in den Wind. Im Gegensatz zu unserer Überfahrt im Jahr 2008, wo ein kräftiger Wind meterhohe Wellen aufpeitschte, war das Meer heute spiegelglatt bei blauem Himmel und Sonnenschein.



Wir bummelten ein wenig über alle Decks, suchten uns irgendwann einen freien Tisch und spielten einige Runden Stirnraten. Dabei wechselten wir uns im Uhrzeigersinn ab, tauschten dafür reihum die Plätze und erregten dadurch die Aufmerksamkeit einiger anderer Passagiere, die sich später nach diesem, offensichtlich sehr heiteren Spiel erkundigten…
Anschließend schauten wir uns noch ein wenig in den Duty Free Shops um und bald darauf kam auch schon die norwegische Küste in Sicht.
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir Larvik, fuhren von der Fähre und konnten ohne weitere Kontrolle nach Norwegen einreisen. Wir folgten der Fv303 nach Sandefjord und checkten um 17 Uhr auf dem Granholmen Camping Platz ein. Dieser liegt malerisch auf einer kleinen Halbinsel und wir bekamen einen wunderschönen Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluß sowie Blick auf den Fjord mit seinen vielen Schären und Inselchen.



Während wir uns einrichteten, entdeckten wir schräg gegenüber einen Wohnanhänger aus Bad Düben, der Platz war also bereits fest in sächsischer Hand.
Wir spazierten noch einmal vor zur Hauptstraße, denn da hatten wir einen kleinen Supermarkt gesehen, wo wir noch paar Lebensmittel kaufen wollten. Dabei stießen wir eher zufällig auf eine norwegische Spezialität: Lomper. Das sind Teigfladen aus Kartoffeln und Weizenmehl, die als dünnes Brot gebacken oder auch zu einem Wrap verarbeitet werden können. Aus lauter Neugier kauften wir probehalber eine Packung. Im Verlauf der Reise sollten sich Lomper zum ultimativen Snack zwischendurch entwickeln…
Zurück auf dem Campingplatz schauten sich Lisa und Andreas mal etwas genauer auf dem Gelände um. Neben dem kleinen Kiosk, an dem wir unseren Stellplatz bezahlt haben, gab es noch ein nettes Restaurant mit Freisitz, welches ganz leckere Burger und andere Kleinigkeiten anbot. Der naheliegende Strand war offensichtlich auch ein öffentliches Strandbad, dazu gab es Picknicktische und einen großen Grillplatz. Daher gab es neben den Campingästen noch eine ganze Reihe Tages-Besucher, die sich aber ganz gut verteilten.





Beim Bummel über den Platz entdeckten wir ein Volleyballfeld, auf dem unsere Bad Dübener Nachbarn gerade spielten. Wir fragten kurzerhand, ob wir mitspielen dürfen und als Vincent auch noch dazu kam, wurde daraus ein richtges, kleines Familienturnier.
Als es allmählich zu dämmern begann, verabschiedeten wir uns. Unsere Nachbarn wollten noch ein wenig angeln, während wir uns zum Abendbrot vor unser Wohnmobil setzten.
Für die anschließende Spielerunde zogen wir uns dann aber nach drinnen zurück, da mit der Dunkelheit auch die Mücken in großer Zahl erschienen.
Nach ein paar Runden „Lügen“ und „Agent undercover“ waren wir alle ziemlich platt und verkrochen uns rasch in den Betten.
Übrigens: Während Andreas mit den Kindern Volleyball spielte, bekam Doreen eine Nachricht aufs Handy, dass die Einreise nach Norwegen über Dänemark ab dem Wochenende etwas komplizierter werden würde: Ab dem kommenden Wochenende war für die Einreise nach einem Aufenthalt in Süd-Dänemark, welches inzwischen als Risikogebiet betrachtet wurde, ein negativer Corona-Test oder eine zehntägige Quarantäne erforderlich. Da hatten wir offensichtlich wieder mal ein optimales Timing. Auch, wenn wir keinen Zwischenstop in Süd-Dänemark gemacht hatten, ersparte  uns unser heutiger Einreisetermin doch einige unangenehme Fragen und ggfs. Formalitäten...

Gefahrene Strecke: 18 km
Übernachtung: Granholmen Camping (300NOK / ≈28,50€)
Viele Grüße,
Andreas
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*Doreen & Andreas

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Antw: Urlaub im Zeichen der Krone - Norwegen mit dem Wohnmobil 2020
« Antwort #12 am: 05.03.2021, 07:52 Uhr »
13. August 2020: Sandefjord – Fagernes

Andreas war gegen 8 Uhr als erstes wieder munter, machte einen kleinen Morgenspaziergang um die Halbinsel und fand dabei einen Geocache. Als dann die Familie aufwachte, frühstückten wir in aller Ruhe vor dem Wohnmobil und begannen dann allmählich, zusammenzupacken. Anschließend wurde noch  Frischwasser aufgefüllt und der Abwassertank geleert und gegen 11:30 Uhr verließen wir den Platz.
Wir fuhren in Richtung des Ortszentrums von Sandefjord, welches uns schon beim ersten Blick recht gut gefiel.



An der Waterfront gab es einen Wohnmobilstellplatz, auf dem es noch freie Plätze gab. Allerdings stellten wir schnell fest, dass man dort nur Tagestickets inklusive Strom- und Wasseranschluss erwerben konnte und sich die meisten der dort stehenden Camper auf dem Betomplatz häuslich eingerichtet hatten. Na, da hatten wir aber einen weitaus schöneren Platz gehabt, wenngleich wir dadurch jetzt ein Exta-Parkticket benötigten. Die Tagesmiete war dann doch mehr, als wir ausgeben wollten und so suchten wir weiter, bis wir einen großen, öffentlichen Parkplatz fanden. Da unser Wohnmobil zwei Plätze hintereinander belegte, lösten wir auch zwei Tickets am Automaten und platzierten diese gut sichtbar hinter der Frontscheibe. Dann begannen wir unseren Stadtrundgang und schauten uns zunächst das nahegelegene Whalers Monument an.



Anschließend bummelten wir am Hafen entlang, wo die Restaurants gut besucht waren, auch wenn überall natürlich auf ausreichend Abstand geachtet wurde. Uns selbst stand der Sinn noch nicht auf Nahrungsaufnahme, denn wir hatten ja recht spät gefrühstückt.



Auf dem weiteren Weg ins Zentrum fielen uns einige sehr schöne Murals auf.





Die Innenstadt selbst gefiel uns gut, wirkte jedoch aufgrund der aktuellen Gegebenheiten recht verlassen.







Doreen und Lisa gönnten sich ein großes Softeis und dabei kamen wir auf den Gedanken, dass es sicher nicht schaden kann, sich für die nächsten Tage mit etwas Bargeld einzudecken. Also zogen wir am nächsten Automaten ein paar Scheine und beeilten uns dann, um vor Ablauf unserer Parkzeit zurück am Wohnmobil zu sein. Doch schon von Weitem leuchtete uns ein gelber Zettel unter dem Scheibenwischer entgegen, da hatten wir offensichtlich trotz zweier Tickets einen Strafzettel bekommen. Nach einer etwas holprigen Übersetzung wussten wir, dass die Politesse wohl der Auffassung war, wir hätten die Markierung der Parklücke überschritten. Man könne sich aber unter der angegebenen Telefonnummer bezüglich der Details erkundigen und gegebenenfalls Einspruch erheben. Da wir der Meinung waren, die beiden Parklücken durch die beiden Tickets auch ausreichend bezahlt zu haben, machten wir von dem Angebot Gebrauch und Andreas rief auf dem Amt an. Die Verständigung in einem Mix aus Norwegisch und Englisch ging erstaunlich gut und es wurde uns erklärt, dass wir über einer durchgezogenen Linie gestanden hätten. Auch wenn wir für beide Parklücken bezahlt hätten, sei dies eine Ordnungswidrigkeit und der Strafzettel über 600 NOK gerechtfertigt. Der Parkplatz sei, auch wenn dies nirgends explizit stünde, nicht für Wohnmobile und andere derart große Fahrzeuge gedacht.
Weitere Diskussionen hatten offensichtlich wenig Sinn, also beließen wir es dabei, überlegten aber immerhin noch, ob wir den Betrag für die beiden per Kreditkarte bezahlten Parktickets einfach zurück buchen lassen. Letztlich verzichteten wir auch darauf, denn dann hätten wir uns ja durch Parken ohne Parkschein eines anderen Vergehens schuldig gemacht; wer weiß, was das gekostet hätte.
Die Stimmung sackte jedenfalls ein wenig ab und auch, wenn sich nun doch allmählich der Hunger meldete, entschieden wir, in Sandefjord keinen weiteren Umsatz zu machen und weiter zu fahren. So gab es nur einen kleinen Snack aus unseren Vorräten. Dann schauten wir auf die Karte, ob es auf unserer Route ein lohnendes Ziel gäbe, welches sich mit einem kleinen Picknick verbinden ließe. Dabei stießen wir auf Drammen; an sich kein wirklich sehenswerter Ort. Zu offensichtlich ist ihre Bedeutung als Bergbau- und Metallurgiezentrum; von ihrer ruhmreicheren Vergangenheit hat ein Stadtbrand im 19. Jahrhundert leider nicht viel übrig gelassen. Der etwa 200m hohe Hausberg des Ortes bietet jedoch eine interessante Besonderheit. Die Straße zum Aussichtspunkt führt im Inneren des Berges in Form eines 1650m langen Spiraltunnels nach oben. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und dann auf dem Gipfel bei einem Picknick die Aussicht genießen.
Wir folgten also der E18 nach Norden, erreichten Drammen nach einer guten Stunde Fahrt und nachdem wir uns in der rush hour durch das Zentrum gekämpft hatten, standen wir vor der Einfahrt in den Tunnel. Dort wies ein Schild auf eine maximale Fahrzeughöhe von 3,50m hin, unser Wohnmobil hatte laut einem Aufkleber an der Frontscheibe eine Gesamthöhe von 3,66m. Etwas ungläubig sahen wir uns an, hatten wir doch in einem Reisebericht ein Video von einer Fahrt mit einem Wohnmobil gefunden. Allerdings hatte dieses keinen so hohen Alkoven und letztlich war unser Gefährt auch nur 16cm zu hoch. Wie wir es auch drehten, die Fahrt nach oben würde uns wohl oder übel verwehrt bleiben; irgendwie schien das heute ein komplett gebrauchter Tag zu sein…
Dennoch war es an der Zeit, etwas gegen unseren Hunger zu tun und auch das Wohnmobil musste nach 2 ½ Tagen mal wieder an eine Tränke. Also steuerten wir ein nahegelegenes Einkaufszentrum an, wo wir zunächst die sehr sauberen Toiletten nutzten, anschließend ein paar heiße Snacks besorgten und dann an eine Tankstelle ranrollten.
Frisch gestärkt waren wir gleich wieder besser gelaunt und setzten unsere Fahrt fort. Über die E18 und die E16 ging es weiter nach Norden, ab Hønefoss durch ein landschaftlich sehr schönes Tal, zunächst am Fluss Ådalselva und dann am Ufer des Sees Sperillen entlang.



Allmählich verfinstert sich der Himmel und über den Bergen tobt ein mächtiges Gewitter. Unten im Tal regnet es zum Glück nur etwas und irgendwann haben wir die Wetterfront hinter uns gelassen. Im kleinen Ort Nes halten wir einmal kurz an, um einen Blick auf die schöne Stabkirche zu werfen.



Auch an den Kirchen Begndal und Aurdal machen wir noch jeweils einen kleinen Fotostop.





Gegen 20 Uhr erreichen wir schließlich unser heutiges Tagesziel Fagernes. Der Ort an sich ist recht klein, durch seine Lage am Schnittpunkt der E16 und der Fv51 jedoch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Durch seine Lage am Strondalfjord und viele Ausflugs- und Wandermöglichkeiten in der Umgebung ist Fagernes auch ein beliebter Ferien- und Übernachtungsort. Für 350NOK bekamen wir auf dem Campingplatz einen wunderschönen Stellplatz direkt am Wasser, mit Strom- und Wasseranschluß und einem kleinen Steg direkt vor der Wohnmobiltür.



Wir richteten uns ein, bummelten anschließend noch ein wenig über den Platz und genossen beim Blick zum gegenüberliegenden Ufer, welches von den letzten Sonnenstrahlen in ein wunderbar warmes Licht getaucht wurden.



Danach richteten wir unser Abendbrot im Camper, denn es wurde allmählich empfindlich kalt und gingen dann der Reihe nach Duschen. Andreas setzte sich warm eingepackt noch mit einem Bier vor den Camper, sicherte die Fotos auf dem Notebook und verfolgte nebenbei den Championsleague-Ticker (RB Leipzig gewann an diesem Abend mit 2:1 gegen Athletico Madrid und zog damit ins Halbfinale ein).



Doreen und die Kinder gingen schließlich gegen 0 Uhr ins Bett, Andreas schrieb noch bis fast 1 Uhr Reisebericht und legte sich dann endlich auch zur Ruhe.

Gefahrene Strecke: 285 km
Übernachtung: Fagernes Camping (355NOK / ≈33,70€)
Viele Grüße,
Andreas
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« Antwort #13 am: 05.03.2021, 09:01 Uhr »
schöne Bilder, fahre gerne weiter mit

... der Strafzettel über 600 NOK ...
Auch hier sieht man wieder einmal, daß Falschparken in D ein absolutes Schnäppchen ist.
Gruß
mrh400

*Culifrog

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« Antwort #14 am: 05.03.2021, 09:25 Uhr »
Wirklich sehr schöne Fotos und der Bericht ist auch interessant geschrieben. Ich bleibe auch dabei 😊.
Liebe Grüsse
Gaby

 

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