Quebec und Ontario - Indian Summer 2010

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*Biggi

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #75 am: 30.08.2011, 22:11 Uhr »
Die Niagara-Fälle fehlen mir auch noch in meiner Sammlung, sie müssen sehr beeindruckend sein. Euer Abendessen war ja mal wieder äußerst appetitlich angerichtet, sieht lecker aus!

*SusanW

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #76 am: 31.08.2011, 09:42 Uhr »
Ha,

jetzt kommen Gegenden, in denen ich tatsächlich auch schon mal gewesen bin - vor mehr als 30 Jahren mit meiner Oma.  :wink:
Wir haben Verwandte, die in der Nähe von Kitchener gewohnt haben, besucht und einige Ausflüge unternommen. Beeindruckend fand ich damals auch diese ellenlangen geraden Strasse durch Wälder und dann der Strand am Lake Huron, wo mehr Brandung war, als ich es von der Nordsee kannte.   Natürlich auch die Niagara Fälle und Toronto und überhaupt alles dort  :D

Schön, mal einiges davon wieder zu sehen - wenn auch vorerst nur auf Bildern
Liebe Grüße 
Susan

*mrh400

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #77 am: 31.08.2011, 19:41 Uhr »
Hallo,
so richtig los geht es mit den Niagara-Fällen ja erst heute. Kommt mit auf die Maid-of-the-Mist:

 
17. Tag Sonntag, 10.10.2010 Niagara on the Lake – Toronto

Wir schlafen recht lange, was angesichts der späten Frühstückszeit (9:00 gibt es “warmes”) kein Schaden ist. Zum Frühstück gibt es zunächst Beeren mit Joghurt und verschiedene süße Teilchen (superfeine Nußhörnchen, Muffins etc), und als wir alle satt sind, gibt es dann pochierte Eier auf Toast mit rohem Schinken, Tomaten und Pilzen. Wir unterhalten uns ganz gut mit zwei Ehepaaren aus Ohio sowie der Innkeeperin, die in Südafrika aufgewachsen und vor einigen Jahren in die USA ausgewandert ist.


Frühstück im Armarula House

Nachdem wir endlich auf der Straße sind, fahren wir den Niagara Parkway entlang und legen den ersten Stop gemäß Empfehlung der Innkeeperin beim Brocks Monument ein, wo man einen tollen Blick auf den von bunten Bäumen gesäumten River hat. Anschließend fahren wir weiter und müssen, da es bei der Maid oft he Mist keinen Parkplatz hat, bis zum Hauptparkplatz fahren, wo wir 20 USD löhnen, um das Auto abzustellen.


Brocks Monument am Niagara Parkway

Von dort geht es zu Fuß zunächst zum Visitor Center und dann am Ufer entlang bis zum Ticketschalter der Maid of the Mist – ein ganz schön langer Weg, der aber vielfältig wechselnde Blicke auf die Falls eröffnet. Am Ticketschalter ist recht wenig los und auch dahinter geht es relativ zügig weiter, zunächst eine Rampe entlang, dann mit dem Aufzug. Unten bekommt man dann Ganzkörperkondome zum Überziehen gegen die Gischt.


Auf dem Weg zur Anlegestelle mit Blick auf die Horseshoe Falls - darunter klein ein Boot


Oberhalb der Anlegestelle mit Blick auf die American Falls


Mit sowas wollen wir uns das Ganze näher ansehen

Wir können zügig zusteigen und bleiben angesichts unserer Erkältungen (bei mir in fortgeschrittenem Stadium, bei Marianne beginnend) unten, wo man nicht so ganz naß werden soll. Auch von da hat man einen tollen Blick auf die Fälle und wir bleiben tatsächlich relativ trocken. Insgesamt eine Tour, die sich unter allen Umständen gelohnt hat. Zum Fotografieren verwende ich einen wasserdichten Beutel von Hama, der die Kompakte einigermaßen vor Wasser schützt, allerdings etwas mit dem Objektiv im Clinch liegt. Der Guckloch-Effekt mit dem Weitwinkel wird mit  regelmäßigen Schwierigkeiten beim Zoomen bestraft, weil der Tubus erst wieder in die Aussparung des Beutels finden muß.


Blick zurück


Blick nach vorn


Mittendrin


Blick nach oben


Blick getrübt  :lol:


Auf der Rückfahrt Blick auf den Skylon Tower

Beim Rückweg zum Auto wird es dann richtig brutal warm. Nach einer kurzen Fahrtstrecke machen wir eine nur kleine Pause am Whirlpool, wo der Niagara River eine Art Bucht angelegt hat, in der sich die Wasserströmung bricht. Mit der historischen Seilbahn über den Fluß fahren wir nicht, obwohl sie einige Besonderheiten aufzuweisen hat. Das ist zum einen die Art der Aufhängung sowohl von der Seilführung her als auch vom Fahrwerk her, zum anderen der historische offene Wagen und schließlich der Umstand, daß die Bahn auf ihrem Weg zum anderen (kanadischen) Ufer über US-Territorium führt.


Spanish Aero Car am Whirlpool


Whirlpool

Wir fahren wieder den Parkway entlang bis zu einem kleinen Picknickplatz kurz vor dem Brooks Monument – nicht sehr groß, aber völlig leer und mit sehr schönem Blick auf den Fluß. Wir genießen die Ruhe nach dem Trubel an den Falls und essen die süßen Teilchen, die wir bei Farmers Doughter in Huntsville gekauft hatten. Die Füllung der Streuselkuchen stellt sich als Feigenmuß heraus – sehr fein.

Den weiteren Weg nach Toronto legen wir über die Autobahn zurück, meist dreispurig mit mehr oder weniger konstant knapp über 100 km/h, mal kurze Staus, dann wieder zügig. Ausnahmsweise sind sich beide Navis bei der Suche nach dem Hotel einig – und zwar richtig und sehr sinnvoll.


Burlington Bridge auf dem Weg nach Toronto


Toronto mit CN-Tower in Sicht

Das Cambridge Inn & Suites ist ein sehr schönes Hotel, wir bekommen eine upgrade-suite im 20. Stock mit zwei Zimmern, Küche und einem tollen Blick – und einem ganz hervorragenden King-Bett. In dieser Etage ist auch das Internet frei, und das Auto kann man selbst parken, so daß es jederzeit zugänglich ist.

Nach einer kurzen Erholungspause machen wir uns auf den Weg in die Stadt, und zwar marschieren wir die Younge Street nach Downtown Richtung Eaton Center, recht lebhaft und viele Geschäfte, die auch noch offen haben. Am Dundas Square findet eine Basketball-Promotion statt. Wir bekommen nicht heraus, was genau dahintersteht, aber es ist jedenfalls ganz unterhaltsam. Bei der College Street kehren wir in großem Bogen um, kommen durch ein paar Straßen mit sehr hübschen kleinen Wohnhäusern und gehen schließlich noch ein Stück in den Market-Bereich, um die King Street nach Westen an Bankhochhäusern und dann Theatern entlang zu marschieren.


Toronto, Eaton Center


Basketball am Dundas Square


Toronto, Old City Hall


Toronto, Sun Life Tower


Toronto, CN Tower mit Roy Thompson Hall im Vordergrund

Das im Internet gefundene Restaurant KitKat hat geschlossen – Thanksgiving-Holiday -, so daß wir uns entscheiden, zurück zum Hotel zu gehen und unsere 10-CAD-Coupons einzulösen, zumal Mariannes Erkältung stärker und sie sehr müde wird.

Nach einem kleinen Bierchen als Aperitif (aus unseren Vorräten) gehen wir zum Hotelrestaurant, das auch geschlossen hat. Aber im Barbereich wird die volle Küche serviert. Marianne nimmt das Holiday-Special, am Thanksgiving natürlich stuffed turkey (den sie nicht ganz schafft), mir ist ein leichter Fisch – Bass – mit viel Gemüse lieber. Dazu gibt es je ein Glas Wein aus Ontario – Chardonnay bzw. Shiraz – sowie ein Badoit (erstmals in Nordamerika).

Auf dem Zimmer nehmen wir dann das restliche Bier zu uns und lassen den Tag ausklingen.

168 km
Gruß
mrh400

*Biggi

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #78 am: 31.08.2011, 22:14 Uhr »
Hi,

tolle Fotos von den Niagara-Fällen! Und dann noch mit der schönen Laubfärbung im Hintergrund, wunderbar.

*KarinaNYC

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #79 am: 01.09.2011, 07:15 Uhr »
Hi,

tolle Fotos von den Niagara-Fällen! Und dann noch mit der schönen Laubfärbung im Hintergrund, wunderbar.

Dem schließe ich mich an!  :lol:

*winki

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #80 am: 01.09.2011, 20:22 Uhr »
.....übrigens, wir waren heuer am 12. - 14. August in Niagara (auf der Kanadischen Seite).


Hier ein Bericht, was man dort, wegen einem coolen Foto, auf keinen Fall  :D  machen sollte! Bericht vom 16. August.




PS:  Erzähle Du mir nichts mehr, was man unter einem "guten" Essen zu verstehen hat!!!! :wink:

*mrh400

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #81 am: 01.09.2011, 21:03 Uhr »
Hallo,
Hier ein Bericht, was man dort, wegen einem coolen Foto, auf keinen Fall  :D  machen sollte! Bericht vom 16. August.
habe ich auch schon gelesen - schlimm

PS:  Erzähle Du mir nichts mehr, was man unter einem "guten" Essen zu verstehen hat!!!! :wink:
Ich erbitte um Aufklärung, wo der Stein des Anstoßes liegt :? (es kommen ja noch ein paar Folgen  :lol: - außerdem bezeichne ich ja nicht jede unserer Mahlzeiten als "gutes Essen" :wink: - das jetzt kommende aber schon  :lol:)

18. Tag Montag, 11.10.2010 – Toronto

Die Kombination von Nyquil und Codein-Hustentropfen war offenbar zuviel auf einmal und/oder der grippale Infekt hat mich jetzt voll im Griff. Wie auch immer, der Schlaf war saumäßig und mit viel Schwitzerei und am Morgen bin ich total schlapp und zu gar nichts zu gebrauchen. Daher wird das Tagesprogramm radikal reduziert und zunächst einmal nur Erholung betrieben. Irgendwann geht es allmählich wieder besser und wir nehmen zur Stärkung einen Tee aus der Maschine im Zimmer und vertilgen dazu ein paar süße Teilchen, die wir gestern nach dem Frühstück als Wegzehrung mitbekommen hatten.

Am Nachmittag raffe ich mich auf und wir gehen ein wenig in den Market-Bezirk spazieren, wo es ein paar ganz hübsche ältere Häuser gibt. Anschließend bewegen wir uns zur Union-Station - von außen ein Gebäude in ziemlicher Brachial-Architektur à la Mussolini-Tempel. Von dort geht es weiter auf den völlig menschenleeren und insoweit fast etwas beklemmenden Skywalk bis zum CN-Tower, unserem heutigen Abend-Ziel.


Toronto, Trompe l'Oeil am Gooderham Building


Toronto, Front Street


Toronto, Blick von der Esplanade zum Bankenviertel


Toronto, Union Station


Toronto, CN Tower

Für 19:00 haben wir von zuhause aus per Internet einen Tisch reserviert. Da wir schon gegen 18:00 ankommen, fragen wir, ob wir schon hoch und etwas umhergucken dürfen, was uns selbstverständlich gewährt wird. Außerdem wird uns ein besonders kundenfreundlicher Tip zuteil. Ich hatte nämlich zunächst Tickets für den Lift per Internet gekauft. Erst später kam der Gedanke auf, dort oben essen zu wollen, was eine entsprechende Internetreservierung zur Folge hatte.  Nun wäre aber damit bei einer bestimmten Verzehrsumme die Liftfahrt bis zur Restaurantplattform inbegriffen gewesen, so daß ich den Lift doppelt bezahlt hatte. Wir bekommen somit den Ratschlag, uns erstens an der (kürzeren) Liftschlange für das Restaurant anzustellen und zweitens, mit unserer Essensquittung anschließend den Fahrpreis (teilweise) zurückzuverlangen.

Oben gehen wir unterhalb des Restaurants die Aussichtsplattform ab, dann noch einen Stock tiefer auf die Glasplattform mit senkrechtem Blick nach unten, die Marianne nicht sonderlich behagt, und auf die Außenplattform, wo leider viel Maschendraht die (Foto-)Aussicht behindert. Dennoch ist der Blick überwältiigend.


Toronto, Inner Harbor vom CN-Tower


Toronto, Bankenviertel vom CN-Tower; fast genau in der Mitte die Roy-Thompson-Hall von der gestrigen Aufnahme


Toronto, CN-Tower, Blick nach unten

Wir haben noch Zeit für ein Bier in der Bar, dann geht es wieder hinauf ins Restaurant 360°, wo wir ein Festpreismenu mit geeister Kartoffelsuppe mit Räucherlachs, (schon wieder) Lachs mit Gemüse und Wasabi-Reis und Früchtetörtchen mit Vanilleeis zu uns nehmen. Beim Sparkling Water gibt es hier nur Voss für den ebenso stolzen wie eigentlich ungerechtfertigten Preis von 8 CAD (das modische Zeug ist aber überall auf der Welt überteuert). Dafür ist die halbe Flasche organic Chardonnay aus Ontario noch um ein mehrfaches teurer :shock:. Das Essen ist übrigens sehr gut.


Toronto, CN-Tower, Horizons-Bar


Toronto, CN-Tower, Blick nach Westen


Toronto, CN-Tower, geeiste Kartoffelsuppe

Während des Essens drehen wir uns etwa zweimal um den Turm herum, so daß wir schöne Ausblicke auf die nächtlich beleuchtete Stadt genießen können. Leider läßt sich das wegen der Spiegelungen an der Scheibe und natürlich der Drehbewegung nicht wirklich gut fotografieren.

Wieder unten angekommen holen wir die Fotos ab, die vor der Hochfahrt aufgenommen wurden (selten genug, daß uns diese Art von Fotos gefällt - aber die waren wirkllich recht gut). Außerdem bekommen wir unter Vorlage der Essensquittung tatsächlich die Kosten für die Liftfahrt erstattet. Das sind immerhin um die 46 CAD, womit wir die Getränke nebst anteiligem Tip wieder ausgeglichen hatten (was bei den horrenden Gesamtkosten des Essens dennoch nur ein Bruchteil war - aber der Ausblick war es uns letztlich wert).

Zurück gehen wir zu Fuß, um die Verdauung anzuregen. Der Skywalk ist wieder praktisch Menschenleer, auch die Straßen zu unserem Hotel sind teilweise nicht sehr belebt. Dennoch fühlen wir uns keinen Moment wirklich unsicher. Ach ja, fast hätte ich es vergessen - offenbar habe ich mit dem heutigen Tag die Erkältung einigermaßen überwunden, auch Marianne geht es wieder besser.

0 km
Gruß
mrh400

*mrh400

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #82 am: 02.09.2011, 22:12 Uhr »
19. Tag Dienstag, 12.10.2010 Toronto – Brighton

Heute haben wir endlich einigermaßen gut geschlafen - die Erkältung scheint jetzt wirklich überwunden zu sein. Der Blick aus dem Hotelfenster verheißt einen sehr schönen Tag.

Von dem recht gut ausgestatteten Frühstücksbuffet nehmen wir nicht allzu viel, weil der Hunger nicht allzu ausgeprägt ist. Da wir gestern nicht gerade viel von der Stadt hatten, wollen wir die Zeit bis zum Checkout (Limit 13:00!) ausnutzen und marschieren los zur nächsten U-Bahn-Station. Nach 100 Metern beschließe ich, zurückzugehen und für uns beide wärmere Jacken zu holen, die wir recht gut brauchen werden. In der U-Bahn-Station streben wir erst die falsche Fahrtrichtung an – macht aber nichts, weil uns ein Angestellter so hat reingehen lassen, nachdem der Ticketschalter geschlossen war („pay at the next station“?!). Wir gehen wieder raus und finden beim Zugang zur richtigen Richtung einen funktionierenden Automaten, der uns für einen 10-Dollar-Schein 4 Tokens verkauft (eine Einzelfahrt hätte 3 CAD gekostet).

Wir fahren bis zum Start des Stadtrundgangs Chinatown und Kensington Market. Dort besuchen wir zunächst die St Patricks Church (trotz des Namens eine deutsche katholische Gemeinde). In der Dundas Avenue steht die Art Gallery, ein Bau, der von Gehry sein könnte. Später stellen wir fest, daß er nicht könnte, sondern von Gehry ist. Dann gehen wir um das Center of Design herum, ein eigenartiger Bau auf Stelzen, der uns schon gestern vom CN-Tower aus aufgefallen war - erinnert irgendwie an das Design der 50er Jahre. Dazu gehört ein danebenstehenes Gebäude mit hellblauer Metallfassade.


Auch dort dominiert der CN Tower


Toronto, Art Gallery von Gehry


In der Kneipe mit dem schönen Namen Sin & Redemption gibt es Weihenstephaner Bier


Toronto, OCAD (Ontario College of Art and Design)


Toronto, OCAD

Hinter der OCAD ist eine Straßenzeile mit victorianischen Wohnhäusern, die genauso in San Franciso stehen könnte. Anschließend gehen wir durch zwei Geschäftsstraßen in Chinatown, insgesamt ziemlich verhaut mit vielen Lebensmittel- und noch mehr Kruschtläden, wie man sie eigentlich in allen Chinatowns findet. In einem kauft Marianne eine Glückstrommel. Mir erschließt sich der besondere Reiz der Chinatowns mit ihren vielen Plastikkruschtläden nicht wirklich, so auch nicht hier. Besonders kurios sind die aus der Straße ragenden Wasserleitungen für die Hausanschlüsse.


Toronto, Beverley Street


Toronto, Mural in Chinatown


Toronto, Hausanschluß in Chinatown

Kensington Ave. und Place sind ein noch größerer Verhau – zwar ursprünglich wunderschöne viktorianische Häuser, aber gefüllt mit den kuriosesten Läden und leider teilweise ziemlich heruntergekommen. Dennoch für mich insgesamt mit mehr Flair und reizvoller als Chinatown. Wir gehen noch ein wenig kreuz und quer.


Toronto, Kensington Ave


trägt natürlich auch zum Flair bei: Buick Special Eight


Toronto, Mural in der Augusta Ave

Da wir mit unseren U-Bahn-Tokens zurückwollen, gehen wir die College Street entlang und bekommen dabei einige der alten Universitätsgebäude zu sehen, aber auch einen interessanten spiegelnden halbrunden Wolkenkratzer, in dem die Universitätsaugenklinik untergebracht ist. Nicht weit entfernt ist das Provinzparlament.


Toronto, University Eye Clinic


Toronto, Provincial Parliament

Wir fahren mit der U-Bahn bis zur King Street, die wir diesmal ein Stück in Richtung Osten gehen. Zunächst machen wir einen Besuch in der imposanten St James Cathedral mit einer interessanten Deckenkonstruktion. An der Lawrence Hall vorbei kommen wir zum Lawrence Market – und finden die Halle geschlossen vor. An der nächsten Ecke sehen wir aber, daß es sich nur um eine Erweiterung gehandelt hat und die Haupthalle geöffnet hat. Die hat innen ein sehr appetitliches Angebot.


Toronto, St. Lawwrence Market, Mural


Toronto, St Lawrence Market, Markthalle

Im Zickzack gehen wir zurück zum Hotel, wo wir noch Zeit haben, einen Tee zu kochen und unsere Bananen sowie das letzte Muffin von Niagara on the Lake als Mittagssnack zu essen. Unterwegs treffen wir auf die Vorderseite des Flatiron Building an der Front Street, dessen Rückseite das gestern abgebildete Trompe l'Oeil ziert.


Toronto, Gooderham Building

Wir checken aus und machen uns auf die Reise, auf dem Hwy 2 zu unserem nächsten Quartier nach Brighton zu fahren. Auf eine Strecke von immerhin etwa 60 km haben wir Siedlungsbrei mit stop-and-go-Verkehr, zumal die Ampeln mit garantierter Sicherheit auf rot schalten, wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält (wie in München :lol:).

Dann wird es ländlicher und z.T. recht hübsch. Auch die Orte, durch die wir kommen wie Port Hope und Cobourg sind sehr hübsch und reizvoll, z.T. allerdings auch touristisch angehaucht.


Mural an der Kingston Road in den Außenbezirken von Toronto


Port Hope, Walton Street

Unser B&B in Brighton finden wir auf Anhieb. Wir bekommen eine Auswahlkarte für das Frühstück und machen uns im Salon breit, wo wir einen selbstgebrühten Tee mit ein paar Plätzchen genießen. Der Innkeeper bringt einen Heizlüfter, den wir später unter dem Vorwand, ihn für das Bad zu benötigen, mit nach oben nehmen, auch um das saukalte Zimmer erträglich zu gestalten.

Bevor wir zum Abendessen gehen, machen wir noch einen kurzen Ausflug zum See, wo wir die Sonnenuntergangsstimmung genießen. Auf der Rückfahrt suchen wir das vom Innkeeper empfohlene Restaurant „The Gables“ und finden es trotz seiner Beschreibung erst nach ein wenig Herumkurven. Wir bringen das Auto zum B&B und gehen zu Fuß rüber.

Im Eingangsbereich fallen mir ein paar Setzkästen mit vielen z.T. ziemlich historischen Wiking-Modellen auf. Der Wirt, der uns warten sieht und heranstrebt, bezweifelt Mariannes Aussage, daß ich die alle auch habe. Als er auf Nachfrage erfährt, daß wir aus Deutschland kommen und ich seit 55 Jahren sammle, glaubt er es dann doch. Er ist Hamburger und seine Frau ist zwar in Montreal geboren, hat aber ebenfalls familiäre Wurzeln in Deutschland.

Wir bekommen eine Kürbissuppe und Jakobsmuscheln – fünf Stück an der Zahl mit feinen Bohnen, Blumenkohl und Reis. Dazu trinken wir einen Chardonnay aus Südafrika (kanadische Weine sind offen sehr selten zu bekommen und eine ganze Flasche ist uns zuviel) und zur Abwechslung mal wieder ein anderes Mineralwasser: Gerolsteiner.


The Gables in Brighton,Jakobsmuscheln

Zurück im B&B nehmen wir im Zimmer unser Absacker-Bier zu uns, heizen ein wenig und lauschen dem Getute der Eisenbahn.

159 km
Gruß
mrh400

*Biggi

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #83 am: 03.09.2011, 11:25 Uhr »
Mmmhhh, die Jakobsmuscheln sehen ja köstlich aus. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen...

Toronto scheint eine interessante Stadt zu sein, es kommt auf jeden Fall mit auf meinen Reisewunschzettel!

*mrh400

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #84 am: 03.09.2011, 21:54 Uhr »
Hallo,

Toronto scheint eine interessante Stadt zu sein, es kommt auf jeden Fall mit auf meinen Reisewunschzettel!
Toronto hat mir sehgr gut gefallen. Leider war ich ja einen Tag etwas angeschlagen, so daß ich weniger als geplant sehen konnte. Ich kann mir aber gut vorstellen, da mal wieder hinzufahren.

20. Tag Mittwoch, 13.10.2010 Brighton – Gananoque

Wir haben in dem ungeheizten und daher verhältnismäßig kühlen Zimmer sehr gut geschlafen, sind aber doch froh, für den Morgen im Bad den Heizlüfter erbeten zu haben.

Zum Frühstück bekommen wir sehr gute Croissants, einen enorm starken Kaffee und Crêpes in Zitronensauce mit frischem Obst. Der Innkeeper meinte, uns für zwei Tage beherbergen zu wollen, macht aber aus dem Mißverständnis kein Thema, so daß wir nicht auf die Buchungsunterlagen zurückgreifen müssen.

Die Fahrt führt uns heute zunächst in Richtung King Edward County, eine hübsche Halbinsel mit Weinbau, Landwirtschaft und traumhaft bunten Bäumen. Wir folgen dem Loyalist Parkway und machen in Wellington am Strand einen kurzen Morgenspaziergang. Von dort geht es weiter über die kleine Touristenstadt Picton nach Genora, wo wir mit einer - kostenfreien - Fähre übersetzen, um wieder an „Festland“ zu kommen.


Prince Edward County


Wellington, am Hafen


Wellington, Kormoran


Fähre bei Glenora

Es folgen ein paar hübsche Touristenorte, bevor wir in Kingston (von unserem Navi immer King-Schtohn ausgesprochen) eintreffen. Das muß eine sehr heilige Stadt sein, denn so viele Kirchen auf engstem Raum haben wir noch nicht einmal in Rom gesehen. Dort ist allerdings auch fast alles dieselbe "Firma", während hier eine rege Konkurrenz herrscht :lol:. Wir parken direkt neben St Andrew, die wir kurz besichtigen. In St. Mary’s Cathedral (katholisch, Sitz eines Archbishop) findet am hellichten Mittwochmittag gerade eine Messe statt. Auch in der anglikanischen Cathedral St. George wird vorne für ein paar wenige Teilnehmer eine Messe abgehalten. In unmittelbarer Nähe sind noch die griechisch-orthodoxe Kirche, St. James sowie die Sydenham Street United Church - diese Aufzählung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wir gehen noch ein paar Nebenstraßen mit sehr hübschen Häusern, um nochmals bei der nunmehr besuchbaren St Mary’s vorbeizuschauen und einigermaßen rechtzeitig (=kurz nach Ablauf der Parkzeit) das Auto wieder in Beschlag zu nehmen.


Hineman Pavilion in Bath


Kingston, Johnson Street mit St. Marys

Wir fahren ein paar hundert Meter weiter zum Zentrum und finden nach kurzer Suche einen Parkplatz neben dem Tourist Office. Nach einem nochmaligen kurzen Rundgang mit Blick auf historische Befestigungen erkundigen wir uns nach 1000-Island-Cruises und erfahren, daß in Kingston mit Thanksgiving die Saison zu Ende ist. In Gananoque geht zwar theoretisch noch etwas, aber die heutige 2 ½-Stunden-Nachmittagstour sei mangels Nachfrage abgesagt worden. Es gebe dort aber noch andere Chartertouren, bei denen man mitfahren kann – aber man solle sich vorher dort erkundigen.


Kingston Shoal Tower

So setzen wir uns ins Auto und picknicken dort mit unserem gestern gekauften Salat und Obstsalat. Die Weiterfahrt nach Gananoque ist schnell hinter uns gebracht. Dort fahren wir erst kurz zu einem Zugang zum Wasser beim Gananoque Inn. Auf dem Weg zum Tourist Office entdecken wir eine kleine Brücke, mit der wir den Weg zur Landestelle abkürzen, wo wir uns direkt erkundigen wollen. Während Marianne im Auto wartet, erhalte ich im Ticket-Office ohne weiteres 2 Karten für eine 1-Stunden-Tour um 15:00, die für eine Busreise gechartert ist – Boarding um 14:45. Die nicht allzu lange Zwischenzeit verbringen wir im Shop (ohne Einkauf) und auf einer Bank neben dem Boot.

Der erhoffte Bus kommt tatsächlich, so daß die Rundfahrt stattfindet. Das Boot ist in einem wesentlich ungepflegteren Zustand als das in Parry Sound, aber das stört uns wenig, zumal auch hier die Besetzung weit unter der Kapazitätsgrenze liegt, so daß man sich ziemlich frei bewegen kann. Nachdem wir unseren Kaffee von der Bordbar vertilgt haben, halten wir uns die meiste Zeit auf dem Zwischendeck hinten im Freien auf, wo es kaum windig und somit noch recht warm ist.

Die Fahrt führt durch eine Vielzahl von Inseln, zum größten Teil auch hier mit privaten Häuschen bis Villen bebaut, zum Teil aber auch reine „Picknickinseln“ für vorüberkommende Bootstouristen. Insgesamt eine recht erholsame Stunde mit hübschen Anblicken. Es folgt eine kleine Auswahl an Liegenschaften  :wink:


1000 Islands Cruise


1000 Island Cruise - verstecktes Häuschen


1000 Islands Cruise - Villa mit Veranda und Liegestühlen


1000 Islands Cruise - kleines Häuschen


1000 Islands Cruise - kleiner Leuchtturm


1000 Islands Cruise - gestylte Villa


1000 Islands Cruise - Haus ohne Schatten


1000 Islands Cruise - Picknickinsel

Nach dem Deboarden fahren wir zu unserem B&B, einer schönen alten großbürgerlichen Villa von 1877 mit dem schönen Namen Woodview Villa. Dort können wir ein wirklich sehr schönes Zimmer beziehen. Nach einer Erholungspause von einer guten Stunde fahren wir zum Old English Pub, das uns die Innkeeperin genannt hat (leider hat das allseits hochgelobte Restaurant des Inn nämlich heute geschlossen). Als wir dort ankommen, kommt uns gerade ein Paar entgegen, das wir fragen „On peut recommander?“ ("empfehlenswert?" - das Auto war aus Quebec). Die Antwort ist  bemerkenswert: „on mange“ ("na ja, es gibt was zum Essen") und „très anglais“ ("sehr englisch"). Nun gut, letzteres erwarten wir eigentlich von einem Old English Pub. Wir versuchen es daher trotz des kritischen Untertons. Fish & Chips für Marianne bzw. Shrimps & Chips für mich sind durchaus gute Hausmannskost, dazu zwei kleine Perrier und ein halber Liter Wein zu einem sehr fairen Preis (53 CAD inkl. großzügigem Tip).


Gananoque - Athlone Inn (Woodview Villa)

Zurück im B&B trinken wir unser Absacker-Bier, lesen bzw. werkeln am PC.

160 km
Gruß
mrh400

*SusanW

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #85 am: 04.09.2011, 13:28 Uhr »
Schade, dass ihr in Toronto aufgrund der Grippe nicht mehr sehen konntet.

Interessant zu sehen, wie es jetzt dort so ausschaut  :D Das Drehrestaurant im CN Tower habe ich auch noch in guter Erinnerung - aber auf die Glasboden-Plattform würde mich keiner rauf kriegen  :zuberge:
Liebe Grüße 
Susan

*mrh400

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #86 am: 04.09.2011, 21:29 Uhr »
21. Tag Donnerstag, 14.10.2010 Gananoque – Montreal

Da es erst um 09:00 Frühstück gibt, lassen wir den Tag langsam angehen. Geschlafen haben wir nicht allzu gut, die kunststoffgefüllten Decken heizen zu sehr auf und mir ist das Bett etwas zu weich, so daß der Rücken schmerzt.

Das Frühstück ist hervorragend, ein Flan aus Ziegenkäse und Spargel sowie Waffeln mit Zimtsahne (wer’s mag) und Heidelbeeren. Dazu ein höllenstarker Kaffee.


Athlone Inn, Frühstück


Athlone Inn, Heizkörperverkleidung

Zuerst besichtigen wir die Kirchen und ein paar schöne Häuser in Gananoque. Wir stehen mit dem Auto vor dem respektablen (gewesenen) Post Office. Daneben ist der 1903 erbaute Turm, den der Brückenarchitekt McDonald seiner Geburtsstadt geschenkt hat.


Gananoque, St Andrews (St Johns wäre zwar imposanter, hat aber keinen so hübschen Baum davor)

Anschließend fahren wir auf den 1000 Islands Parkway (lt. Navi zunächst der eins-null-null-null-is-lands Parkway – später war die Ansage komischerweise korrekt mit hübschen Ausblicken auf den Fluß und vielen schönen Bäumen. In Brooksville machen wir einen kurzen Spaziergehstop, Das Städtchen verfügt wieder einmal über mehr Kirchen als Einwohner – wie üblich alle geschlossen – und einige brachiale öffentliche Gebäude aus der vorigen Jahrhundertwende. Außerdem ist hier der älteste Eisenbahntunnel von Kanada zu bewundern.


1000 Islands Parkway, St Lawrence


Brockville - hier herrscht Kommunalwahlkampf


Brockville - Trompe-l'Oeil, das für eine Anwaltskanzlei wirbt


Brockville, Courthouse


Brockville, St Pauls

Wir wechseln auf den Hwy 2, der weiter am Ufer führt, nunmehr mit wechselnden Landschaften, oft sehr hübsch, manchmal etwas vernachlässigt, manchmal weniger schöne Industrieanlagen. In einem kleinen Parkgelände finden wir einen Picknickplatz, wo wir unsere Reste vertilgen.

Der Long Sault Parkway mit seinen Inseln, den ich eigentlich einbauen wollte, ist geschlossen. Da die angezeigte Restfahrstrecke gerade 20 – 30 km über der angezeigten zum Hotel liegt, tanke ich in Long Sault bei einer günstig scheinenden Tankstelle nochmals 5 Liter als Reserve. Nach dem Wechsel auf die Autobahn wird die Restfahrstrecke plötzlich auf 100 km plus anwachsen – na ja, besser als umgekehrt.

Montreal ist bald erreicht. Mit Hilfe beider Navis finden wir auch das Hotel wieder – wobei ich mich am Schluß hier erstmals besser auf das im Jeep verlassen kann.


Montreal, Blick von der Dachterrasse des Hotels zum Olympiastadion


Montreal, Christ Church Cathedral und KPMG Tower von der Dachterrasse des Hotels

Nach einer kurzen Erholungspause im Hotel marschieren wir einfach los, Beaver Hall runter, am Kongreßzentrum vorbei, zur Basilique Notre Dame, die schon geschlossen ist. Das vielgerühmte Restaurant Garde Mange realisieren wir erst beim zweiten Umlauf um das Kirchenviertel, weil es uns beim erstenmal zu seltsam vorkam. Natürlich ist kein Platz zu haben. Also gehen wir ein wenig kreuz und quer, an der Wasserfront entlang bis zur N.D. de Bonsecours, und die Rue St Paul zurück.


Montreal, Palais des Congrès


Montreal, La Joute


Montreal, Basilique Notre Dame


Montreal, Place des Armes


Montreal, Notre Dame des Bonsecours

in der Rue St Paul suchen wir nach einem Restaurant und entscheiden uns für die Brasserie du Vieux Port, wo wir eine gute Table d’Hôte mit Spargelsalat als Vorspeise und gegrilltem Kabeljau als Hauptgang bekommen.

Anschließend marschieren wir die Rue St Paul bis zum Ende, McGill und Beaver Hall zurück zum Hotel. Alles in allem ein sehr schönes Stadtbild mit einer gelungenen Mischung von älteren und modernen Bauten.

Für ilnyc und winki nochmals ein "Freßbild" für heute  :wink::


Montreal, Salade d'Asperges in der Brasserie du Vieux Port

264 km
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mrh400

*Sedona

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #87 am: 05.09.2011, 11:37 Uhr »
Deine vielen Murals und Trompe-l'Oeil Fotos sind echt interessant!
Faszinieren mich mindestens so wie die Herbstfarben in dieser Gegend!  :D

*ilnyc

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #88 am: 05.09.2011, 12:42 Uhr »
So, musste heute ein paar Tage aufholen, d. h. ich hatte die geballte Ladung Fressbilder...  :lol:

Jakobsmuscheln.... sabber!!!!

Bei den B&B-Frühstücken darf man's auch nicht eilig haben, oder? Die Inn-Keeper verköstigen Euch ja scheinbar nach Strich und Faden. Wieviel Zeit kalkuliert Ihr letztlich für Plausch & Mahl?

*mrh400

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Re: Quebec und Ontario - Indian Summer 2010
« Antwort #89 am: 05.09.2011, 22:11 Uhr »
Hallo,
Bei den B&B-Frühstücken darf man's auch nicht eilig haben, oder? Die Inn-Keeper verköstigen Euch ja scheinbar nach Strich und Faden. Wieviel Zeit kalkuliert Ihr letztlich für Plausch & Mahl?
na ja, wenn man vor 10:00 wegkommen möchte, wird es manchmal schwierig (oder unhöflich  :wink:)

Aber jetzt sind wir ja im Hotel (aber wegen des Wetters gar nicht wild auf frühen Start):

22. Tag Freitag, 15.10.2010 Montreal

Wir schlafen tief und fest bis gegen 7:00 Uhr, kommen aber dennoch nur mühsam in die Gänge. Der Blick aus dem Fenster verheißt Regen. Bevor wir zum Frühstück gehen, packen wir mal um, um zu sehen, ob wir alles in die Koffer bekommen – und siehe da, es geht.

Zum Frühstück brutzeln wir uns die vorgefertigten Waffeln, diesmal, ohne die Maschine zu beschädigen. Insgesamt ist das Frühstücksangebot nicht allzu berauschend, aber für uns ausreichend.

Wir beschließen, zunächst in das nahegelegene Kaufhaus La Baie zu gehen. Es regnet mäßig, Marianne hofft noch auf Auflockerungen. Innen hat das Kaufhaus von der Struktur des Angebots im Eingangsbereich viel (zu viel) Ähnlichkeit mit Karstadt. Wir marschieren durch die vielfältigen Kosmetika und Parfümerien, bis wir die Schirme genau dort finden, wo sie bei uns auch wären. Einen kleinen billigen Taschenschirm erwerben wir als Grundausstattung gegen den Regen.

Dann wühlen wir uns unterirdisch vor in Richtung der Kirche Marie Reine du Monde. In diesem Bereich ist die Untergrund-Welt gespickt von Geschäften und Fast-Food-Läden, deren Gerüche nicht unbedingt aufbauend sind.

Nicht allzu weit von der Kirche, die dem Petersdom nachempfunden ist, kommen wir an die Oberfläche, müssen aber doch noch eine Kreuzung im heftiger gewordenen Regen überwinden. Innen ist die Kirche durchaus beeindruckend und einen Besuch wert.


Montreal, Cathedrale Sainte Marie Reine du Monde


Montreal, Cathedrale Sainte Marie Reine du Monde


Montreal, Sun Life Building gegenüber der Cathedrale

Nach einer kurzen Trocknungspause in der Kirche gehen (bzw. angesichts des Regens hetzen) wir wieder über die Kreuzung und retten uns ins Hilton Hotel, wo wir wieder in den Untergrund verschwinden können und weiter zur Gare Centrale kommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bahnhöfen in Nordamerika erscheint uns der relativ banal.


Montreal, Gare Centrale

Beim Weiterweg verpassen wir irgendwie den richtigen Anschluß und überqueren im Freien (und Nassen) die nächste Straße und finden erst im dritten Anlauf einen Zugang zum nächsten Bürogebäude, der einen Zugang nach unten erhoffen läßt (es hätte natürlich schon vorher Eingänge gegeben, die uns aber nicht zielführend erschienen).

Durch nunmehr eher kahle, dafür aber überheizte Gänge kommen wir zunächst zum Centre de Commerce Mondial (World Trade Center). Das verfügt innen über eine  große Galerie mit ein paar Läden und Restaurants, einen Brunnen und ... ein Stück Berliner Mauer!


Montreal, Ville Interieure - weite Teile der Stadt sind durch ein unterirdisches Wegesystem erschlossen


Montreal, Berliner Mauer im Centre du Commerce Mondial

Von dort geht es wieder unterirdisch weiter zum Interconti, wo wir schließlich nach einer kurzen Orientierungsphase den zur Basilique Notre Dame nächstgelegenen Ausgang finden. Durch den waagrecht daherpeitschenden Regen kämpfen wir uns die drei oder vier Blocks bis zur Kirche. Außenaufnahmen gibt es daher keine (dafür war ja gestern eine dabei). Die Kirche kostet 5 CAD Eintritt, ist ihn aber wert. Innen ist diese Kirche (mehr noch als die in Ottawa) der Sainte Chapelle nachempfunden und sehr imposant.


Montreal, Basilique Notre Dame


Montreal, Basilique Notre Dame

Da wir inzwischen trotz unserer Anoraks und des nur wenig hilfreichem Schirmchen pitschnaß sind, haben wir unseren Plan aufgegeben, in der Nähe ein Bistro zu suchen. Wir marschieren zur nächsten U-Bahn-Station und werden noch nasser. Mit einmal Umsteigen kommen wir zu McGill in der Nähe des Hotels.

Das Zimmer ist noch nicht gemacht. Wir ziehen uns um und suchen ein Lokal in der Nähe, wo wir gestern an etlichen vobeigekommen sind. Leider schauen viele nach Fast Food aus, doch dann entdecken wir Andiamo mit mediterraner Küche und sehr freundlichem Personal. Die Table d’Hôte bietet uns Calamari, Lachstartar und Tiramisu – dazu einen nicht ganz leichten Wein und eine Flasche Pellegrino. Zurück im Hotel finden wir dann ein doch gerichtetes Zimmer vor und verfaulenzen den Nachmittag, nachdem das Wetter zu keinerlei Aufenthalt im Freien verlockt (im TV sehen wir, daß 60.000 Haushalte in Montreal wegen sturmbedingten Leitungsschäden ohne Strom sind).


Montreal, Lachstartar im Andiamo

Da es nicht mehr gar so stark zu regnen scheint, machen wir uns zu Fuß bzw. per U-Bahn auf den Weg zu unserem Restaurant (Chez l’Epicier, bereits bei unserem ersten Besuch am Ankunftstag reserviert). Marianne schaut in La Baie schon, was sie morgen alles kaufen will. Dann funktioniert ihre U-Bahn-Karte nicht, aber der Mann am Schalter macht ihr einfach auf.

Von der Station Champs de Mars sind es nur wenige 100 Meter bei immer noch heftigem Wind, aber glücklicherweise begrenzter Regenmenge. Wir essen wiederum sehr gut, beide eine Hummersuppe, Marianne „nur“ eine Vorspeise (foie gras!), ich nochmals die Spargelvariationen. Dazu trinken wir einen etwas eigenartigen Riesling aus Niagara.


Montreal, Chez l'Epicier, Spargelvariationen


Montreal, Chez l'Epicier, Foie Gras

Zurück gehen wir zur Station Place des Armes, weitgehend wenig Wind und Regen, aber manchmal heftige Böen. Unterwegs kaufen wir noch eine große Flasche Bier (0,75 l). Wieder durch La Baie, die bis 21:00 offen haben, gehen wir zurück zum Hotel und trinken unser letztes Abendbier in Canada.

0 km
Gruß
mrh400

 

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