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Nordamerika => Reiseberichte USA & Kanada => Thema gestartet von: Anette am 07.10.2006, 17:48 Uhr
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Hier der Reisebericht unseres Urlaubes in Alaska vom 28. Juli bis 26. August 2006. Nach bereits drei Aufenthalten in Alaska im Sommer und einem Kurzurlaub im Winter, war dies unsere fünfte Reise in den Norden des amerikanischen Kontinents. Wie oft bei unseren Urlauben, stand das „wildlife viewing“ an erster Stelle. In Alaska stellt das, wie wir aus Erfahrung wissen, meistens kein großes Problem da.
Wir besuchten die Kenai Halbinsel, fuhren in den kanadischen Bundesstaat Yukon bis nach Whitehorse, von da wieder zurück nach Anchorage und verbrachten die letzte Woche auf dem Kreuzfahrtschiff Sapphire der Princess Reederei.
Freitag 28.07.2006
Endlich war es soweit!! Nach einigen sehr heißen Wochen zu Hause, freuten wir uns schon auf eine kleine Abkühlung. Wir nahmen die Lufthansa-Abendmaschine um 17 Uhr nach Chicago. Die Maschine war überbucht und es wurden zwei bis fünf Passagiere gesucht, die am nächsten Morgen fliegen. Als Entschädigung gab es 600 Euro in Coupons oder 700 Euro in bar. Leider konnten wir von diesem Angebot keinen Gebrauch machen, denn unser Flug von Chicago nach Anchorage ging schon am Samstag um 10 Uhr ab Chicago und mit der Morgenmaschine ab Frankfurt hätten wir den Anschlussflug nicht erreicht.
Der Flieger startete mit einer Stunde Verspätung, denn über dem Köln/Bonner Raum gingen gerade heftige Gewitter nieder. Die Flugzeit nach Chicago betrug 8.5 Stunden und verlief völlig ruhig.
Die Immigration-Halle im Flughafen Chicago war bei unserem Eintreffen bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir stellten uns auf eine längere Wartezeit ein, hatten aber insofern Glück, dass nicht sehr viele Ausländer einreisen wollten. Der größte Teil der Wartenden waren US-Bürger und die „visitor“ Schalter deshalb ziemlich leer. Die Einreise war innerhalb einer halben Stunde erledigt und wir mussten eh noch einen kleinen Moment auf unser Gepäck warten.
Der Transfer mit dem Shuttle Bus zum Hilton Hotel am Flughafen klappte trotz zweifacher telefonischer Nachfrage nicht, es kam kein Bus. Nach 40 Minuten Wartezeit gingen wir zurück in den Flughafen, fuhren mit dem Flughafenbähnchen zum anderen Terminal und legten den letzten Teil des Weges zu Fuß zurück. Mit unserem gesamten Gepäck war dieser kurze Spazierung nicht sehr angenehm.
Nach dem Duschen gingen wir in die Sportsbar um uns zu stärken. Es war sehr voll und wir bekamen gerade noch den letzten freien Tisch.
Das Hilton Chicago O´Hare widmete sich an diesem Tag der Frage: „Ist es möglich mit der Hotelklimaanlage die Temperatur des absoluten Nullpunktes zu erreichen?“. Und die Antwort auf diese Frage lautete eindeutig: Ja, es ist möglich. :D
Man hätte natürlich auch an einem Tag von Frankfurt nach Anchorage reisen können. Wir entschieden uns für diese Variante, weil wir nach neun Stunden Flug eine Pause einlegen konnten, raus aus dem Flieger, essen, duschen und in einem Bett schlafen. Bei den vorigen Anreisen flogen wir ohne Zwischenstopp, aber es ist schon ein hartes Unternehmen, nach 9 Stunden Flug, 3 Stunden Aufenthalt in Chicago nochmals 6 Stunden nach Anchorage zu fliegen. Und die diesjährige Variante der Reise war viel angenehmer.
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Hallo Anette,
toll, endlich mal wieder ein Alaska-Reisebericht! Da bin ich natürlich gleich dabei, wir planen ja evtl. im nächsten Spätsommer dorthin zu reisen - und da hoffe ich natürlich auf den einen oder anderen interessanten Punkt in Deinem Reisebericht, den wir in unsere Planung gleich mit aufnehmen können.
Grüßle
Elke
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Anette, ich bin SEHR gespannt! :D
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Toll, es geht nach Alaska :) :applaus: ich will mit :lol:
Gruss
Palo
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Klasse, endlich der Alaska Bericht!! :lol: Da bin ich doch sofort mit dabei und total neugierig....
Greetz,
Yvonne
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Hi Anette,
Alaska hört sich gut an, ich hol mir noch meine Winterstiefel und einen Mantel dann kann es weiter gehen :wink:
*fröstel*
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Hallo Anette!
Schön das dein Reisebericht begonnen hat :D
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Hi Anette,
Alaska hört sich gut an, ich hol mir noch meine Winterstiefel und einen Mantel dann kann es weiter gehen :wink:
*fröstel*
Markus, brauchst Du nicht, Regenjacke, Gummistiefel und den Anzug für die Kreuzfahrt, das ist genug.
Anette
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Samstag 29.07.2006
Wie es in den ersten Tagen üblich ist, waren wir recht früh wach. Wir packten unser Gepäck zusammen und gingen an den Flughafen um einzuchecken. Zum Glück gab es im Hotel ein Gepäckwägelchen, auf dem wir unser Gepäck transportieren konnten. Auch mussten wir heute nicht zum internationalen Terminal laufen, sondern nur zum „domestic“ Terminal und das befand sich genau gegenüber vom Hotel. Die Wegstrecke war um einiges kürzer als die Anreise am Abend zuvor. Plätze in der Economy plus Klasse waren reserviert und das einchecken ging fix. Als wir zurück zum Hotel liefen, sahen wir in den Sträuchern des Hotelvorgartens einen kleinen Hasen. Unser erstes „wildlife viewing“ in diesem Urlaub. Von was dieser Geselle lebt, entzog sich allerdings unserer Kenntnis. Wir hatten bis zum Abflug um 10 Uhr noch viel Zeit und frühstückten recht ausgiebig und gemütlich. Mit der Bedienung hatten wir genügend Gesprächsstoff, die Frau war aus Bosnien und wohnte neun Jahre in Mönchenglattbach.
Pünktlich um 10 Uhr starteten wir. Der Flug dauerte 6 Stunden. Im Gang der Maschine wurde es manchmal etwas eng, die vordere Toilette war nur für Männer. Wie hieß es auf dem Schild so schön „standing only“. Dadurch fand eine große Wanderung der Toilettenbesucher von vorne nach hinten und umgekehrt statt. Die Wartezeit an der Damentoilette betrug einige Minuten. Man musste schon gut vorplanen, eilig durfte es nicht werden.
Die Aussicht aus dem Flieger war super, man sah sehr gut den St. Elias National Park, Skagway und den Hubell Gletscher.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/AusDemFlieger.jpg)
Unseren Mietwagen, einen roten Trail Blazer (Meilenstand 29363) erhielten wir sehr schnell und ab ging die Fahrt in unser Lieblingshotel in Anchorage, das Millennium. Wir bekamen das Zimmer 3047 zugewiesen und mir kam diese Zimmernummer bekannt vor. Wohnten wir in diesem Zimmer im März 2004? Das einzige was nicht ganz passte, die Möbel standen spiegelverkehrt. Ok, dann war es doch ein anderes Zimmer.........
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/MilleniumHotel.jpg)
Wir organisierten das Gepäck für die Rundreise um und anschließend fuhren wir zum Wal Mart um uns mit den notwendigsten Lebensmitteln und Getränken zu versorgen.
Unser Abendessen nahmen wir in „Moose´s Tooth Pizzeria and Pub“ ein (3300 Old Seward Highway). Als wir hier vor zwei Jahren zum Essen waren, war die Gaststätte sehr klein und wir mussten damals in einem Zelt Platz nehmen. Mittlerweile ist dieses Zeltlager verschwunden und das nun viel größere Restaurant erstrahlte in neuem Holzglanz. Leider war der Zeitpunkt etwas ungünstig, es war Samstag 18 Uhr und wir mussten ca. 40 Minuten auf einen freien Tisch warten. Die Pizza schmeckte gut und das Bier aus der hauseigenen Brauerei war sehr süffig. Nur das Pale Ale, war für meinen Geschmack etwas zu bitter.
Die Mittagstemperatur lag bei ca. 20°C. Der Pub „Fancy Moose“ im Millennium Hotel hat eine Terrasse mit wunderschönem Blick auf den Lake Spenard, zum Sitzen im Freien war es an diesem Abend zu kalt. Auch am zweiten Urlaubstag waren wir abends sehr müde und gingen recht früh ins Bett.
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Hiho,
das ferne Alaska, ja das würd uns auch noch reizen :) Wir freuen uns aber erstmal auf Eure Erlebnisse!
Schöne Grüße
Cairb
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Sonntag, 30.07.2006
In der Nacht regnete es. Mit dem Jetlag kämpften wir immer noch und deshalb standen wir an diesem Tage ziemlich früh auf. Zum Glück gab es im Restaurant des Millennium Hotels „Flying Machine“ schon Frühstück. Gut gestärkt begaben wir uns auf die erste Etappe unserer Rundfahrt.
Keine Strasse in Amerika sind wir bisher so oft gefahren wie den Seward Highway. Ein kurzer Auszug aus der Milepost zu Meile 107 dieser Strasse:
Windy Corner Scenic Viewpoint. Watch for Dall sheep and mountain goats near the road.
Und zuverlässig sahen wir genau hier zwei Dallschafe hoch in den Felsen. Und jedes Mal, wenn wir hier fahren, sind diese Kletterkünstler hier zu sehen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_DallSheep.jpg)
Von der Höhe des Tidenhubes (größer 27 ft) und vom Stand des Mondes war der heutige Tag ein guter Zeitpunkt für eine „bore tide“ im Turnagain Arm. In der Anchorage Daily News (ausnahmsweise nicht die online Ausgabe, sondern das gute alte Papierwerk) stand keine Meldung, dass heute ein Tag für die „perfekte Welle“ sei.
Wir waren außerdem zwei Stunden vor Einsetzen der Flug am Beobachtungspunkt dem Beluga Point, der Wind blies stark und lud nicht dazu ein, sich längere Zeit im Freien aufzuhalten. Deshalb fuhren wir nach einem kurzen Stopp weiter. Die Stichstraße zum Portage Gletscher ließen wir links liegen, ein Besuch war auf dem Rückweg geplant.
An der Tern Lake Junction bogen wir auf den Sterling Highway Richtung Homer ab.
16 Meilen nach dieser Kreuzung führt eine zwei Meilen lange Straße zum Russian River Trailhead und dem dazugehörigen Campingplatz. Auf dem Parkplatz des Trailheads standen nur zwei Autos, der Weg war nicht stark frequentiert. Der Eintritt in diesen Park betrug 8 Dollar.
Wir liefen zunächst zwei Meilen bis zu den Russian River Falls. Kurz vor den kleinen Wasserfällen gabelt sich der Weg. Die linke Abzweigung führt zu den Wasserfällen und einer Fischleiter. Angeln ist hier verboten. Im Wasser sahen wir keine Lachse und wo keine Lachse sind, sind auf der Kenai Halbinsel keine Bären. Der Weg, der rechts abgeht, führt zum Fluss. Hier darf geangelt werden. Links und rechts des Weges wuchs dichtes Gebüsch und der Weg war sehr schmal. Ich überlegte mir, wo geht man am besten hin, wenn man hier einem Bären begegnet. Eine geeignete Lösung fand ich nicht und benötigte sie zum Glück auch nicht.
Bis zum Lower Russian Lake läuft man eine weitere Meile. In diesem Gebiet sahen wir viele Beerensträucher mit reifen Früchten (hauptsächlich Johannisbeeren) und noch sehr viel Bärenmist.
Gleich am Anfang des Weges stand eine Hinweistafel, dass hier ein Stück Wiese/Wald vor Jahren abgebrannt und dann mit Espen neu aufgeforstet wurde. Elche lieben die Zweige von jungen Espen. Obwohl sich die Elche in diesem Gebiet wie im Schlaraffenland fühlen müssten, sahen wir in dieser Gegend leider keinen einzigen Elch. Erst kurz bevor wir den Lower Russian Lake erreichten, sahen wir unten am Waldesrand ganz kurz einen Elch. Der bemerkte uns allerdings sofort und zog sich in Sekundenschnelle wieder in den Wald zurück. Nix wars mit einem Bild.
Um die Mittagszeit kamen wir wieder am Auto an und fuhren zum Campingplatz. Dort fanden wir mit Müh und Not einen Parkplatz. Es war Sonntag, Lachssaison und hunderte Leute angelten. Über Treppen ging es hinab zum Fluss. Dort waren einige Stege, die direkt in den Fluss führten. Auf einem Steg standen zwei Beamte von der „Fish and Game Behörde“.“Fish and Game“ Leute, Lachse, Angler, da können Bären nicht weit entfernt sein. Kurz geschaut und schon sahen wir an dem gegenüberliegenden Ufer zwei Bärenohren aus dem Gebüsch ragen. Dem Schwarzbären war es am Fluss zu voll zum Fischen und er blieb in seinem Versteck.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_RussianRiverB%E4r.jpg)
Seit diesem Jahr gibt es hier für die Angler neue Regeln. Alle Ausrüstungs-gegenstände dürfen nur auf Armeslänge von der Person entfernt sein. Kommt ein Bär muss man in kürzester Zeit alles zusammenpacken können. Eine weitere Regel: kommt ein Bär, soll man seinen Fisch nicht dem Bären überlassen. Na ja, kommt meiner Meinung nach sehr auf die Situation an, ob ich diese Regel befolgen würde.
Auf dem Campingplatz durfte wegen der vielen Bären in dieser Gegend auch nicht gezeltet werden, erlaubt waren zu diesem Zeitpunkt nur Wohnwagen und Wohnmobile. Die Fischsäuberungstische standen im Fluss. Somit bleibt kein Fischabfall am Land liegen, der die Bären zusätzlich anlockt, sondern die Reste werden gleich weggeschwemmt.
Nach Meile 21 auf dem Sterling Highway (nach der Tern Lake Junction) fuhren wir auf die Silak Lake Road. Diese Straße verläuft parallel zum Sterling Highway und
führt nach 20 Meilen wieder auf den Highway zurück. Ich würde diese Fahrt nicht unbedingt als spektakulär bezeichnen. Es gibt in diesem Gebiet sehr viele Seen und sehr viele Wanderwege.
Wir übernachteten im Best Western in Soldotna, dem King Salmon Hotel. Obwohl das Hotel ziemlich leer war, bekamen wir ein Zimmer im ersten Stock und wir mussten das Gepäck nach oben schleppen.
An Tieren sahen wir heute einen Schwarzbären, eine Ptarmigan Familie und zwei Hörnchen. Die Ptarmigan Familie und ein Hörnchen sahen wir auf der heutigen Wanderung. Das andere Hörnchen leistete uns beim Lunch auf dem Campingplatz Gesellschaft.
In Soldotna gab es keine große Auswahl an Restaurants. Wir gingen zum Abendessen zu Mykels, einem Steakhaus im Soldotna Inn.
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Oh herrlich es geht weiter, freue mich schon auf mehr :)
Gruss
Palo
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Hallo Anette,
ich bin noch kurz hinterher gespurtet und fahre mit. Bis jetzt ist der Bericht sehr interessant.
Gruß
Efty :wink:
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Lachse, Angler, da können Bären nicht weit entfernt sein.
:shock: Tun die sich nix gegenseitig? :shock:
Ich musste so schmunzeln bei Deiner weiteren Beschreibung, dass zwei Bärenohren aus dem Gebüsch ragten :lol:
Aber zurück zu meiner Frage: Das Miteinander von Mensch und Bären ist dort nicht so arg gefährlich?
Sorry für die vielleicht dumme Frage aber Du weißt, die Ecke ist für mich ein unbeflecktes Stückchen auf der Landkarte.
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Ich musste so schmunzeln bei Deiner weiteren Beschreibung, dass zwei Bärenohren aus dem Gebüsch ragten :lol:
Ich auch :wink: :lol:
Der sieht süss aus, auch wenn man grade mal den Kopf sieht :D
Ich hoffe, das noch viele Bären-Fotos (aus sicherer Entfernung) kommen :wink: und auch andere Tiere!
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Oh herrlich es geht weiter, freue mich schon auf mehr :)
Gruss
Palo
Keine Bange, der Bericht hat doch erst angefangen und wir waren 4 Wochen unterwegs.
Hallo Anette,
ich bin noch kurz hinterher gespurtet und fahre mit. Bis jetzt ist der Bericht sehr interessant.
Gruß
Efty :wink:
Platz ist im Auto noch genug, nur später in der Kabine auf dem Schiff könnte es eng werden.Ach, da nehmen wir einfach noch den Balkon dazu.
Aber zurück zu meiner Frage: Das Miteinander von Mensch und Bären ist dort nicht so arg gefährlich?
Sorry für die vielleicht dumme Frage aber Du weißt, die Ecke ist für mich ein unbeflecktes Stückchen auf der Landkarte.
Doch Silke, es gibt durchaus Probleme. Nicht umsonst ist das Zelten zu dieser Zeit in bestimmten Regionen verboten. Vor allen Dingen, die Bären breiten sich in Nordamerika zum Glück wieder ziemlich aus und dringen eben auch in Gebiete vor, die bewohnt sind.
Im Laufe des Berichtes werde ich noch einige Bärenfakten und Bärengeschichten schreiben :D
Ich hoffe, das noch viele Bären-Fotos (aus sicherer Entfernung) kommen :wink: und auch andere Tiere!
Karina, es werden noch sehr viele Bären-Fotos (nicht immer so weit weg) und Fotos von anderen Tieren folgen, mein großes Bärenehrenwort :D
An alle,
den Bären sahen wir wirklich nicht näher, er blieb in seinem Versteck. Wir fanden es auch total witzig, nur die Ohren zu sehen.
Anette
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Montag, 31.07.2006
Nach dem Morgenessen, welches wir im King Salmon Restaurant einnahmen, fuhren wir nach Kenai. Die Holy Assumption of the Virgin Mary Russian Orthodox Church war nicht unbedingt die Wucht. Es ist eine der ältesten russisch-orthodoxen Kirchen in Alaska. Hier befindet sich auch ein kleiner Park mit toller Aussicht auf das Cook Inlet und die umliegenden Berge.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_CookInletKenai.jpg)
Das ganze lag auf einer kleiner Erhebung und unten am Wasser standen sehr viele Angler mit für uns ungewöhnlichen „Fischfangmethoden“. Sie benutzten ein „Dip-Net“. Bevor ich lang erkläre was ein Dip Net ist, hier ein Bild.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_DipNet.jpg)
Einen Weg oder eine Straße nach unten sahen wir nicht und deshalb fuhren wir mit dem Auto quer durch den Ort und fanden schließlich einen Parkplatz nahe am Wasser. Für einen Montag morgen waren sehr viele Leute beim Angeln. Am Strand verteilt lagen in großer Anzahl die Innereien und Köpfe von Lachsen, ein Paradies für Möwen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_M%F6wenKenai.jpg)
Es war sehr interessant den Fischern zuzuschauen und wir verbrachten hier einige Stunden.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_AnglerKenai.jpg)
Vor der Fahrt nach Homer fuhren wir zurück nach Soldotna. Auf der Ski Hill Road liegt das Visitor Center des Kenai National Wildlife Refuge. Wir liefen den Keen Eye Trail zu einem kleinen See. Es gab hier noch einige Wanderwege, die waren uns aber alle zu lang. Vor uns lagen noch 90 Meilen bis Homer, unserem heutigen Ziel. Als nächstes unternahmen wir einen kurzen Spaziergang auf dem Kenai River Classic Fish Walk. Wie an allen Gewässern in Alaska, in denen sich Fische befinden und das Angeln erlaubt ist, waren auch hier eine große Anzahl an Anglern anzutreffen. Und was wir da sahen, fanden wir
a) etwas übertrieben oder b) vielleicht sogar notwendig?
Eine Frau die angelte, trug eine Schutzbrille, damit sie keinen Haken von ihrem Angelnachbarn ins Auge bekommt. Soviel über die „Anglerdichte“ während der Lachssaison.
Unser vacation-lunch nahmen wir am Ufer des Tustumena Sees ein. Kurz nach Soldotna (Richtung Homer) zweigt eine Straße vom Sterling Highway ab, führt an verschiedenen Seen vorbei und endet nach 6.4 Meilen am Tustumena Lake.
Weitere Stopps legten wir an der Clam Gulch State Recreation Area und an der Ninilchik Kirche ein. Diese kleine russisch-orthodoxe Kirche konnte man nur von außen bewundern, der Zutritt war nicht erlaubt. Es war strahlend blauer Himmel und man sah sehr gut die Berge Mt Iliamma, Mt. Redoubt und Mt. Spur. Alle diese Vulkane liegen auf der gegenüberliegenden Uferseite des Cook Inlets.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Ninilchik.jpg)
Kurz vor Homer gab es einen Aussichtspunkt, mit wunderschönem Blick auf Homer und den Homer Spit. Zudem zog ein Weißkopfseeadler über uns seine Kreise.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_BaldEagle.jpg)
Homer und der Homer Spit haben uns nicht sehr gut gefallen. Vor allem auf der Zugangsstraße zum Homer Spit liegt links und rechts der Straße viel Schrott.
Homer gilt als „Halibut Fishing“-Welthauptstadt. Entlang des Homer Spits gibt es auf Bretterstegen unzählige Läden, Restaurants und Fishing-Charter-Anbieter. Einen Parkplatz bekam man hier nicht, es war überall sehr voll.
Als Hotel hatten wir uns das Lands End Resort herausgesucht, welches am Ende des Spits liegt.
Vor dem Abendessen fuhren wir noch bei Homer Air vorbei. Wir hatten für den nächsten Tag einen Flug gebucht und erkundigten uns noch, ob alles klar geht. Zielstrebig sind wir zum Flughafen gefahren, aber Homer Air hatte seinen Schalter bzw. das Gebäude nicht im oder am Terminal, sondern auf der anderen Seite des Flughafens. Das wussten wir nun auch und wir ersparten uns somit die Suche am nächsten Tage in aller Frühe.
Das Dinner nahmen wir im Don Jose´s Restaurant ein. Ein Mexikaner, der eine weitere Zweigstelle in Anchorage besitzt. Die Seafood und Steak Fajitas schmeckten ebenso wie der Margarita hervorragend.
An der Salty Dawg Bar, die berühmteste in dieser Kleinstadt, standen die Leute Schlange und wir fuhren zurück zum Hotel. Dort unternahmen wir noch einen kleinen Strandspazierung und sahen dabei eine See-Otter.
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@ Silke: Wir haben viele Schwarzbaeren in der der Sierra Nevada gesehen aber auch in Städten, wo sie aus den Bergen hingekommen sind.
Jedesmal wenn ich in Mammoth Lakes war habe ich einen Bären gesehen das traurige ist, dass die Tiere, nachdem sie an Zivilisation gewohnt sind und leider oft gefuettert werden getötet werden müssen :( :cry:
Gruß
Palo
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Dienstag, 01.08.2006
Um sechs Uhr klingelte der Wecker. Zuerst packten wir unsere Sachen, die für den Ausflug auf die Silver Salmon Creek Lodge benötigten, in die Seesäcke. Wir würden die folgende Nacht auf dieser Lodge bleiben d.h. wir checkten nach dem Frühstück aus dem Lands End Resort aus und deshalb räumten wir die Koffer mit unseren restlichen Utensilien zusammen. Diese deponierten wir im hoteleigenen Gepäckraum. Nach soviel Arbeit am frühen Morgen stand als nächster Punkt Frühstück auf dem Plan. Im Restaurant des Hotels war es um diese Zeit noch sehr ruhig. Wir bekamen einen Tisch am Fenster mit direktem Blick auf das Meer. Eine Otter (die gleiche wie gestern abend?) konnten wir an diesem Morgen auch schon beobachten. Allerdings wurde die Ruhe zum Sonnenaufgang gestört, denn die Boote die zum Angeln fuhren, liefen aus. Und das waren in der Tat sehr viele Boote. Die spanische Armada wäre von Anzahl her weit unterlegen gewesen. :D
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_FischerbooteAmMorgen.jpg)
Viel Zeit zum Trödeln blieb an diesem Morgen nicht. Das Frühstück ließ lange auf sich warten, wir mussten noch auschecken, das Auto laden und um 9 Uhr startete unser Flug zur Silver Salmon Creek Lodge.
Das Wetter zum Fliegen war sehr gut und Patrick, der finnische Pilot, brachte uns sicher in 40 Minuten zur Lodge. Viel zu sehen gab es auf dem Flug nicht, wir flogen die meiste Zeit über das Cook Inlet. Die Lodge liegt im Lake Clark National Park, auf der westlichen Seite des Inlets. Der Strand diente als Landepiste.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_FliegerSSCL.jpg)
Wolfgang und ich waren die einzigen Gäste, die an diesem Tag anreisten. Eine Angestellte der Lodge (den Name habe ich leider vergessen) holte uns im ATV mit Anhänger ab. Alle Transporte und Ausflüge auf der Lodge unternahmen wir mit dem ATV, das einzige Fortbewegungsmittel hier.
Schon nach einigen Metern sahen wir zwei Braunbären. Es handelte sich um Geschwister, die das erste oder zwei Jahr ohne Mutter unterwegs sind. Viele Bärengeschwister bleiben in den ersten Jahren noch zusammen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_B%E4rengeschwister.jpg)
Sie werden erst später zu Einzelgängern. Einer der Bären humpelte. Es handelte sich um eine frische Verletzung, denn für unseren guide war das Humpeln neu und die guides auf der Lodge kennen die Bären ziemlich genau.
An der Lodge angekommen, brachten wir das Gepäck in unser Zimmer,
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_ZimmerSSCL.jpg)
packten schnell aus, bekamen Gummistiefel für die Ausflüge angepasst und schon gings weiter zur Bärenbeobachtung. Lange Zeit verbrachten wir auf einer Grasfläche in der Nähe eines alten Bärs, der sich durch unsere Anwesenheit beim Essen nicht stören ließ.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Gro%DFerB%E4r.jpg)
Lachse gab es im Fluss zur Zeit noch nicht viele und die Bären ernährten sich deshalb vegetarisch. Wir konnten beobachten, dass sich am Flussufer zwei Bären zu nahe kamen und es gab Zoff. Erst als einer den anderen verjagt hatte, trat wieder Ruhe ein.
Verließen wir beim Stopp das ATV, entfernte der guide die Sitzbank und legte sie umgekehrt (Sitzfläche zum Boden hin) unter das Fahrzeug. Das kam uns doch etwas ungewöhnlich vor, aber die Erklärung ließ nicht lange auf sich warten: Bären kauen unwahrscheinlich gerne auf diesem weichen Material herum.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Werbeschild.jpg)
Mittlerweile knurrte unserer Magen und wir fuhren zurück zur Lodge zum Mittagessen. Das Essen, zubereitet von der Tochter des Hauses, bestand aus Chili und hausgemachten Tortillas. Nach einer kurzen Pause ging es in die zweite Runde Bärengucken. Am Flussufer grasten einige. Wir konnten so nahe an die Bären heran gehen, dass man sie rülpsen hörte. (KEIN WITZ) :D
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_WirMitB%E4r.jpg)
Im Vergleich zur Morgentour war es am Nachmittag recht kühl. Ich war froh, als unser guide nach einer Stunde sagte, wir fahren zurück zur Lodge. Der Besitzer David und seine Frau Joanne würden uns heute mittag begleiten. Wir nutzen die Gelegenheit und holten uns noch einen Pulli.
David fuhr das ATV, seine Frau Joanne nahm hinter ihm Platz und wir im Anhänger.
Nach kurzer Fahrzeit erfolgte der erste Halt. Eine Bärenmutter mit ihren drei 1.5 Jahre alten kids stand neben dem Weg auf einer großen Grasfläche. Sie bemerkten uns, aber alle vier grasten ganz eifrig weiter. Dabei liefen sie näher an uns heran. Und als Heranwachsender muss man doch irgendwann mal austesten, in wie weit man schon den Menschen Furcht einjagen kann. Einer der drei Jungen lief immer weiter auf uns zu. Als er ziemlich nahe vor uns stand, stellte er sich auf die Hinterbeine d.h. er war neugierig. Einmal passte ihm nicht, dass wir hier standen, andererseits hatte er wohl auch ein wenig Angst vor uns.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Fauchb%E4r.jpg)
Uns ist es bis heute unerklärlich, dass dieses Bild verwackelt ist :wink:
Die Geschwister und die Bärenmutter interessierte das Getue des „juvenile“ nicht. Wir zogen uns etwas zurück und stellten uns hinter den Anhänger. Das war dann wohl ok für den kleinen „Fauchbär“, das Kräftemessen war beendet und er beruhigte sich wieder. Nach geraumer Zeit ging die Familie über den Weg und zog sich in den Wald zurück.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_VierB%E4ren.jpg)
David zeigte uns einige Lieblingsgräser und –beeren der Bären. Goose tongue ist ein Gras, welches Menschen auch essen können. Oftmals würde es in der Lodge als Salat oder Gemüse serviert. Weiterhin die Salmonberry, die für uns wie eine sehr große Himbeere, mit Bärenaugen betrachtet, wie Lachskaviar aussieht.
Hier leben auf einem Gebiet von fünf Meilen 80 Bären, die täglich 10 – 15 kg Gras essen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_B%E4rBeimGrasen.jpg)
Weiter ging die Fahrt, wir sahen aber die nächste Stunde keinen Bären mehr. David bog an den Strand ab. Auf den Felsen konnten wir eine Seelöwenkolonie beobachten. Die Rückfahrt führte uns am Strand entlang. Es war sehr kalt und windig.
Kurz vor der Lodge sahen wir eine Bärenmutter mit ihrem Nachwuchs, der ein halbes Jahr alt war. Dieser „Babybär“ hatte sich mit einem Stachelschwein angelegt. Rund um seine Schnauze steckten überall Stachel.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Stachelb%E4r.jpg)
Alle waren zum Glück schon abgebrochen. Dieser kleine Bär tat uns sehr leid, das müssen schlimme Schmerzen für ihn gewesen sein. Andererseits sah er absolut witzig aus, wie eine lebende Comicfigur. Ja, so ein kleiner Bär hat es nicht leicht und es war für ihn bestimmt eine Lektion fürs Leben. Und die Mutter litt bestimmt auch, denn der kleine Stachelbär wurde noch gesäugt!
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Stachelb%E4rMitMutter.jpg)
Vor dem Abendessen ruhten wir uns aus. Von unserem Zimmer im ersten Stock der Lodge genossen wir die Aussicht auf die Umgebung und die Bären. Die Zimmer befanden sich im Haupthaus. Auf dem Gelände befanden sich noch Cabins, in denen man auch wohnen konnte. Unser Zimmer war sehr sauber, aber einfach eingerichtet, Bad und Toilette gab es zentral.
Der Haushund, ein Yorkshire namens Chewy lebt in der Wildnis, normalerweise ein Paradies für Hunde, wären da nur nicht die Bären und Falken, für die ein kleiner Hund eine gute Beute darstellt. Deshalb durfte er nie unangeleint ins Freie. Er besuchte uns im Zimmer, legte sich sofort aufs Bett und fühlte sich merkbar wohl. Während des Essens durfte er natürlich nicht im Zimmer bleiben. Als Wolfgang ihn leicht angestoßen hat, was der Aufforderung gleich kam, das Bett zu verlassen, wurde er sauer. Irgendwie schafften wir es dann doch, ihn aus dem Zimmer zu befördern.
Zum Dinner gab es neben Heilbutt einen Lachs, den ein Ehepaar aus Naples an diesem Tag geangelt hatte. Und der schmeckte hervorragend. Als Beilagen wurde Reis, Brokkoli, Tomaten und Salat serviert. Als Dessert gab es einen selbstgebackenen Kuchen.
Während des Essens fing es an zu regnen. Vom Diningroom beobachten wir während des Essens zwei Bären, die der Lodge immer näher kamen. Als wir später nach draußen gingen, saß einer von ihnen neben einer unbewohnten Cabin auf einem Baumstumpf, pflückte sich Heidelbeeren und aß in aller Gemütsruhe. Seinen Kumpel konnten wir nicht direkt sehen. Weiter hinten im Gebüsch wackelten die Äste trotz Windstille allerdings verdächtig stark...........................
Wegen des schlechten Wetters war es gegen 21 Uhr schon ziemlich duster und wir konnten leider keine Fotos machen. Wir gönnten uns einen Schlummerdrink und gingen anschließend ins Bett. Irgendwann wurde ich durch Stimme und Händeklatschen wach. Mittlerweile war es stockfinster, Nachttischlampe gab es nicht, der Lichtschalter war neben der Tür und unsere Taschenlampe lag nicht in meiner Reichweite. Also blieb ich liegen und schlief sofort wieder ein.
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Hallo Anette,
soooooooo tolle Fotos von den Bären!!!! Das war bestimmt ein ganz besonderes Erlebnis.
Bin gespannt, was sonst noch alles kommt.
Gruß
Efty :wink:
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Genau auf SOLCHE Bilder hab ich gehofft, Anette!
SUUUUUUPER!!! :D (http://www.cheesebuerger.de/images/midi/froehlich/a023.gif) (http://www.cheesebuerger.de/images/midi/froehlich/a025.gif)
Noch gaaaaanz viel davon, bitte! 8)
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Ja - das war anscheinend wieder ein ganz toller Urlaub. Der Bericht fängt ja schon sehr beeindruckend an. Ich bin schon gespannt wie es weiter geht.
Gruss Tom
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Die Photos sind Klasse :groove: :daumen: :daumen:
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Sooo tolle Bärenfotos, ich bin begeistert.
und dann gleich so viele auf so einer kleinen Fläche, das ist ja richitg toll.
Aber auch die Lodge gefällt mir sehr gut, da könnte man es ja echt ein Weilchen aushalten.
Greetz,
Yvonne
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Anette und Wolfgang, was bin ich froh, dass ich Euch noch eingeholt habe und nun mit auf der Reise bin!
Tolle Fotos, reizen mich sehr! Ob ich wohl meine Tourenplanung umstelle und Alaska weiter nach "oben" verschiebe!??? :kratzen: :kratzen: :think: :think:
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Unglaublich :!: :!:
Die Fotos sind einfach ... geil
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Die Photos sind einfach niedlich.
Ich will so einen kleinen Bären haben :herz:
Danke Annette für den Reisebericht. Macht viel Spaß zu lesen!! :lesend:
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(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_WirMitB%E4r.jpg)
Hi Anette!
Also ich hätte hier meine Pampers wechseln müssen ;-) :lol:
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Genialer Bericht :D :!: :D
Anette, nach unserem Telefonat war ich ja schon mega neugierig aber das jetzt so tageweise zu bekommen ist zwar schön aber auch quälend :lol:
Und dann noch die Geschichte von dem "Babybär" :heulend:
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Hi Anette!
Also ich hätte hier meine Pampers wechseln müssen ;-) :lol:
Heiko, wir haben uns in der Umgebung der Lodge nie unsicher gefühlt, naja bis auf den kleinen "Fauchbär". Aber nicht unbedingt vor dem kleinen Halbstarken, sondern eher wie wird die Mutter reagieren.
Und nach dem Aufenthalt auf der Silver Salmon Creek Lodge haben wir sogar unsere "bear bells" weggeworfen. Geht man mit Getöse im Gelände, ist schon schwierig einen Bären zu sehen.
Die Bärbeobachtung auf der Lodge, war eigentlich genau das, was wir uns vorgestellt haben. Ohne dass Parkranger den Bär, ist er in 2.5 km zu sehen, gleich verscheuchen.
Übrigens, am Event wird es einen Vortrag über die Silver Salmon Creek Lodge und die Bären geben :D :D
Genialer Bericht :D :!: :D
Anette, nach unserem Telefonat war ich ja schon mega neugierig aber das jetzt so tageweise zu bekommen ist zwar schön aber auch quälend :lol:
Und dann noch die Geschichte von dem "Babybär" :heulend:
Tja, das ist eben Natur. Silke, auch mir tat dieser Babybär unendlich leid.
Ich habe gerade zu tun, dass ich jeden Tag einen Bericht einstellen kann. Du weißt wie es liebe, in diesem kleinen Fitzelfenster was zu schreiben, die Bilder einzufügen und zu verschieben :D
Sooo tolle Bärenfotos, ich bin begeistert.
und dann gleich so viele auf so einer kleinen Fläche, das ist ja richitg toll.
Aber auch die Lodge gefällt mir sehr gut, da könnte man es ja echt ein Weilchen aushalten.
Greetz,
Yvonne
Die Lodge hat uns auch gefallen und wir hätten kein Problem damit, auch länger zu bleiben, wenn nur der Preis nicht wäre.......
Das mit den Bärenfotos war kein Problem, einfach nur den Foto auspacken und drauf los knipsen :D
An alle, besten Dank für die Komplimente hinsichtlich der Bilder. Auch wir finden unsere Bilder hervorragend. Und das eine oder andere wird bestimmt vergrößert.
Anette
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wann fahren wir weiter? Ich hab mir den Hintern jetzt schon fast platt gesessen und wir stehen immer noch hier rum :cry: :lol: :!:
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Bitte weiterfahren und noch mehr solcher (http://img115.imageshack.us/img115/4297/car00062pg7.gif) (http://imageshack.us) Begegnungen!!
Naja, nicht unbedingt in dieser Form!! :lol: :lol: :lol:
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Mittwoch 02.08.2006
Es regnete die ganze Nacht. Der Regen hörte auch am Morgen nicht auf und es war zudem noch sehr windig. Zum Frühstück gab es Omelettes, welche mit den persönlichen Wunschzutaten gefüllt wurden. Als ich während des Frühstücks von David die folgende Geschichte hörte, ärgerte ich mich mächtig darüber, dass ich in der Nacht nicht doch aufgestanden bin.
Im Erdgeschoss der Lodge befindet sich neben dem allgemeinen Aufenthaltsraum noch der Mudroom und das Büro. Im Mudroom standen die Leihangeln, das „Fisch-Gefriertrocknungsgerät“ und hier wurde von den Hausschuhen in die Gummistiefel für draußen bzw. umgekehrt gewechselt. Das Büro befindet sich neben dem Mudroom und von den zwei Türen führt eine in den Aufenthaltsraum und eine nach draußen. Vom Aufenthaltsraum geht man durch den Mudroom in Freie. Soviel mal zu den räumlichen Gegebenheiten im Erdgeschoss der Silver Salmon Creek Lodge.
In der Nacht versuchte ein großer Bär ins Büro einzubrechen. Es ist davon auszugehen, dass er im Büro keine Rechnungen schreiben wollte, sondern dass er über das Büro in den Mudroom wollte und um sich dort die „Fischtrocknung“ mal anzusehen und bestimmt auch zu testen David merkte den versuchten Einbruch und konnte den Bär verjagen. Aber nur für kurze Zeit, in Bärenkreisen ist man kreativ, wenn es darum geht, Menschen zu ärgern. Er brach zwar nicht mehr ein, sondern setzte sich in ein ATV-Anhängerwägelchen und fing an, die Sitzpolster zu zerkauen. Im Gegensatz zu den Polstern auf dem ATV waren die im Anhänger fest auf der Bank montiert und deshalb nicht „bearsafe“ unterzubringen.
Und bei dieser tollen Bärenshow lag ich im Bett und war zu faul zum aufstehen.
Der Rückflug nach Homer, geplanter Abflug war um 10 Uhr, verzögerte sich wegen des schlechten Wetters.
Weil es stark regnete, gingen wir zunächst nicht mehr nach draußen. Wir räumten unser Zimmer und machten es uns auf der Couch vor dem Kamin im Aufenthaltsraum gemütlich.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_AufenthaltsraumSSCL.jpg)
Als Nackenkissen diente mir Chewy.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Chewy.jpg)
Da sie am Vormittag geduscht hatte, war sie noch leicht nass, roch aber sehr gut nach Shampoo.
Lange blieben wir nicht auf der Couch sitzen. Im Hof lief das Bärengeschwisterpaar herum.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_B%E4rInDerLodge.jpg)
Aus dem Rasen kam ein Rohr, welches bündig mit dem Boden abschloss und mit einem Gummistopfen verschlossen war. Der Zweck dieses Rohres war uns unbekannt. Einer der Halbstarken entfernte die Kappe und fing an, dieses Gummiteil zu zerkauen. Der Bär bekam von David einen Anpfiff und schwups, schon legte er den Verschluss auf das Rohr zurück, genau an die richtige Stelle. Der Bär ließ ihn nicht irgendwo auf den Rasen fallen, sondern dahin, wohin er gehörte. Wir lachten Tränen........
Mittlerweile besserte sich das Wetter, eine neue Rückflugzeit wussten wir allerdings noch nicht. Wir zogen Jacken und die Gummistiefel an und gingen ohne guide los. Wir beobachteten einen großen Bär beim Grasen. Ansonsten war es an diesem Vormittag bärenmäßig sehr ruhig. Um 12 Uhr gab es zum Lunch Kartoffelsuppe mit Clams und Maisbrot.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_Speisesaal.jpg)
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_K%F6cheSSCL.jpg)
Der Flugbetrieb zwischen der Lodge und Homer wurde wieder aufgenommen und um 13.30 Uhr flog uns Patrick nach Homer zurück. Insgesamt reisten an diesem Tag alle Gäste (14) der Lodge ab und elf neue, hauptsächlich Angler, kamen an.
Ein Wort zur Silver Salmon Creek Lodge: Bärenmäßig war der Aufenthalt auf der Lodge das Beste was wir je zum Thema Bärengucken unternommen haben.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_SilverSalmonCreekLodge.jpg)
Die Unterkunft war ok, kein Massentourismus, das Essen reichlich und gut. Unsere guides und David kannten sich hervorragend aus. Besonders lobenswert war auch die Tatsache, dass man auf eigene Faust herum laufen und Bären beobachten konnte. Bei unseren bisherigen Bärentouren waren meisten „Aufsichtspersonen“ oder ein Park Ranger dabei. Der Tagestrip war nicht gerade billig, aber sehr empfehlenswert und jeden einzelnen Dollar wert.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_B%E4rImWasser.jpg)
Zurück in Homer fuhren wir ins Land´s End Resort, checkten ein, holten unsere Koffer und fuhren ins Städtchen zum Waschen. Anschließend unternahmen wir einen kurzen Strandspaziergang.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_StrandspaziergangHomer.jpg)
Wir starteten am Bishop Beach Park und liefen Richtung Westen. Insgesamt kann man hier drei Meilen laufen. Den ganzen Weg schafften wir nicht, denn es war sehr mühsam über die Steine zu laufen und außerdem setzte die Flut ein.
Die East Hill Road führt von Homer auf eine Anhöhe von 300 m. Oben geht diese Straße in den Skyline Drive über. Dieser bietet eine tolle Aussicht auf Homer, den Spit
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_HomerSpit.jpg)
und den Grewingk Glacier im Kachmak Bay State Park.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_GrewingkGlacier.jpg)
Am Ende der Strecke bogen wir auf den West Hill Road ab und kamen zurück nach Homer.
Zum Abendessen gingen wir, wie schon zwei Tage zuvor, zum Mexikaner Don Jose´s.
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Der Bär bekam von David einen Anpfiff und schwups, schon legte er den Verschluss auf das Rohr zurück, genau an die richtige Stelle. Der Bär ließ ihn nicht irgendwo auf den Rasen fallen, sondern dahin, wohin er gehörte. Wir lachten Tränen........
:shock: :lol: :lol: :lol:
Allein die Vorstellung... :D
Schön das es weitergeht!
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Ach herrlich, der Bericht.
Ich glaube, da in dieser Lodge könnte ich es ein paar Tage aushalten. Und dann noch so nah auf Tuchfühlung mit den ganzen Bären gehen zu können.... da fotografiert man sich ja die Finger wund. :lol:
Ich freue mich schon, wenn es weitergeht.
Greetz,
Yvonne
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Donnerstag, 03.08.2006
Heute fuhren wir von Homer nach Seward. Zum Frühstück wollte ich bei Safeway Donuts holen. Leider war die Donutherstellungsmaschine defekt. Deshalb gab es an diesem Morgen zum Kaffee Apfel- und Kirschstückchen. Den ersten Stopp legten wir am Zusammenfluss von Kenai und Russian River ein. Die Anglerdichte war nicht geringer als zwei Tage zuvor.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_1%7E0.jpg)
Zweiter Haltepunkt auf dieser Fahrstrecke war der Tern Lake.
33 Meilen vor Seward befindet sich auf dem Sterling Highway der Trailhead zum Carter Lake. Der Weg steigt auf einer Länge von zwei Meilen um 1000 ft. Begegnungen mit Tieren und Menschen fanden auf diesem Weg nicht statt. Oben angekommen, befanden wir uns in einer hochalpinen Wiese und sahen den Carter Lake. Die Berge, welche den See umrahmten, waren wegen des schlechten Wetters nicht zu sehen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_2.jpg)
Ein großes Stück von uns entfernt, standen am Ufer des Sees zwei Zelte. Wir waren doch nicht die einzigen, die in dieser Gegend unterwegs waren. Zurück auf dem Parkplatz legten wir eine Lunchpause ein. Dass es genau zu diesem Zeitpunkt anfing zu regnen, war nicht gerade optimal.
Vor Seward befand sich eine riesengroße Baustelle und ein noch viel größerer Stau. Bis wir weiterfahren konnten, vergingen 35 Minuten mit quälender Warterei. Kaum eine Geländestrecke kann so schlimm sein, wie diese Baustellendurchfahrt. Vor lauter Schlaglöchern wusste man überhaupt nicht, wo man fahren sollte. Dass hier jeder extrem langsam fuhr, versteht sich von selbst. Ursprünglich wollten wir noch den Kennel von Mitch Seavey (Iditarod Gewinner 2004) besuchen. Die Zufahrtsstraße zum Kennel bog mitten in der Baustelle ab und wir verspürten wenig Lust, an diesem Nachmittag bei der Rückfahrt nochmals im Stau zu stehen. Auch in Seward war es mit der Baustelle noch nicht vorbei. Innerhalb der Stadt wurden einige Straßen aufgerissen und neu geteert. Wie unser Auto ausgesehen hat, kann sich bestimmt jeder vorstellen. In Seward wohnten wir im Edgewater Hotel, welches sich direkt gegenüber des Sea Life Centers befindet.
Zum Abendessen fuhren wir in die Princess Windsong Lodge und dinierten im dazugehörenden Restaurant dem Resurrection Roadhouse. Vom Restaurant hatte man einen guten Blick auf den Resurrection River. Viel mehr von der Landschaft war wegen des starken Regens nichts zu sehen. Wir bekamen sofort einen Tisch und die Steaks schmeckten hervorragend.
Nach dem Essen fuhren wir bei Mitch vorbei. Der Kennel war um diese Uhrzeit leider schon geschlossen. Wir fuhren weiter bis zum Parkplatz des Exit-Gletschers, stiegen allerdings nicht aus (Regen.....) und fuhren zurück nach Seward.
Als wir am Resurrection Roadhouse vorbeikamen, war es drinnen recht dunkel. Wir dachten, Glück gehabt mit dem Essen, das Restaurant schließt pünktlich um 21 Uhr.
Wir waren an diesem Abend noch nicht sehr müde und wollten noch einen Drink genießen. Während Wolfgang die Sachen zurück ins Hotel brachte, erkundete ich die nähere Umgebung nach einer geeigneten Kneipe. Der Saloon gegenüber des Hotels war allerdings wegen illegalen Glücksspiels und Ausschank von Alkohol an betrunkene Personen von der Stadt geschlossen worden.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_3.jpg)
Neben dem Saloon befand sich ein Hotel, das sah von außen menschenleer und dunkel aus. Ich ging zur Hauptstraße und kam an einem Bistro vorbei. Die Leute saßen bei Kerzenschein an den Tischen, mein Gedanke: zu nobel für ein Bier. Auf der anderen Straßenseite sah ich endlich Menschen aus einer Bar kommen. Mittlerweile war Wolfgang wieder da und erzählte mir, im Hotel gebe es keinen Strom. Wir gingen in die Yukon Bar. Drinnen war sehr finster. Wir setzten uns an die Bar und bestellten uns Moose Drool Bier, welches nicht schlecht schmeckte). Nun endlich bekamen wir mit, dass in gesamt Seward und Umgebung der Strom ausgefallen war. Der Ausfall dauerte bestimmt eine Stunde. Die Stimmung in der Bar wurde dadurch überhaupt nicht beeinträchtigt. Die Yukon Bar ist eine typische US-Dorfbar, muffig, überall herrscht Durcheinander, Dollar Noten an der Decke und den Wänden und ein Pool-Tisch in einwandfreiem Zustand. Sonntags abends trat als Stargast Hobo Jim auf. Von diesem Sänger hatten wir noch nie etwas gehört. Aber wie das „normal“ ist, später sahen wir in einigen Geschäften CDs von ihm. Besonders gut gefiel uns ein Mann „Marke Aussteiger“, der seinen Yorkshire-Terrier dabei hatte. Der Hund saß allerdings nicht auf dem Boden. Auf der Theke lag ein rotes Brokatkissen, auf dem der Hund lag. Schlief der Hund, kippte er ein wenig nach links, ziemlich witzig mit anzusehen. Live Musik gab es an diesem Abend nicht, die Kneipe war trotzdem sehr voll. Als wir gingen, regnete es nicht mehr und auch der Wind hatte nachgelassen. Im Hotel steckten die Fahrstühle noch immer fest und wir liefen über die Feuertreppe in den dritten Stock.
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Die Angler müssen ja wirklich diehards sein, was für Fische angeln die denn dort?
Gruß
Palo
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Palo, hier dreht sich alles und ausschließlich um Lachs.
Anette
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Freitag 04.08.2006
Das continentale Frühstück war im Übernachtungspreis eingeschlossen. Deshalb entfiel heute (und auch die nächsten beide Tage) die Suche nach einem Frühstücksrestaurant.
Heute stand der Harding Icefield Trail auf dem Programm. Es war bewölkt, aber zum Glück trocken. Der Weg startet direkt an den Trailheads zum Exit Gletscher. Die gesamte Strecke beträgt vier Meilen, mit einer Höhendifferenz von 1000 m. Bis zur Meile 1.5 war dieser Weg das perfekte Kraftausdauertraining. Und nach der Kraftausdauer kam die Kondition an die Reihe. Außer dass der Weg sehr steil war, gings im unteren Teil über Felsen, die doch sehr hoch waren. Der Boden und auch die Felsen waren wegen des Regens noch naß, was den Aufstieg und vor allen Dingen den späteren Abstieg erschwerte. Zum Glück hatten wir unsere Wanderstöcke dabei, die bei diesem Weg eifrig zum Einsatz kamen. Nach diesen ätzenden Felspassagen im Wald wechselte nach 1.5 Meilen die Umgebung und wir befanden uns auf einer hochalpinen Wiese. Daran änderte sich für den Rest des Weges auch nichts mehr. Als wir am Anfang dieses „Wiesentrails“ waren, konnten wir tief unten ein Bären sehen. Allerdings nicht nur den Bären, auch der Weg war sehr gut einzusehen. Der Bär hielt sich ziemlich nahe am Weg auf. Nur leider kamen im diesem Moment keine Wanderer daher getappst. :wink: Mich hätte sehr interessiert, wie nahe wir am Bären vorbei gelaufen sind.
Je näher wir an das Icefield kamen, um so kälter wurde es. Obwohl wir schwitzten zogen wir bald die dicken Wanderjacken an. Bei Meile 3.8, am Aussichtspunkt Lower Cliffs sah man die gewaltigen Schnee- und Eismassen aus der Nähe.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_4.jpg)
Wir legten hier ein kurze Foto- und Mittagspause ein. Für einen längeren Aufenthalt war es hier zu windig und vor allen Dingen zu kühl. Innerhalb weniger Minuten hatten wir eiskalte Hände. Wir gingen den Trail nicht bis zum zweiten Aussichtspunkt weiter oben, dem Upper Cliffs Point, denn es fing an zu regnen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_5.jpg)
Ein Auszug aus der der Trailbeschreibung:
Be prepared for storms, high winds, intense sunlight and sudden temperature changes – the weather can be unpredictable.
Dies war das erste Mal, dass mir bewußt wurde, wie schnell man sich unterkühlen kann. Eine Gefahr die man nicht unterschätzen sollte.
Wir hatten es nun etwas eilig, in tiefere Lagen zu kommen.Mit jedem Meter, den wir uns vom Eisfeld entfernten, wurde es wärmer und der Wind wurde geringer, leider nicht der Regen :(
Auf dem Rückweg sahen wir einige Leute, die nicht die optimale Wanderkleidung trugen. Zwei Wanderer trugen Motorradklamotten, einer kam uns mit kurzärmeligen Hemd und mit kurzer Hose entgegen. Viele hatten Jeans, Turnschuhe und die typischen US-Plastikregenumhänge an. Mit einer nassen Jeans hätte ich oben nicht am Gletscherrand stehen wollen. Ebenso unangenehm sind meine Meinung nach diese Plastikcapes. Von außen bleibt man zwar trocken, aber von innen..... und dann oben bei diesem Wind und der Kälte.....
Vor Unterkühlung wird in sehr vielen Trailbeschreibungen gewarnt. Dachte immer, da muß es schon mächtig kalt sein, damit das passiert. Es trifft aber schneller ein als man glaubt.
Als wir unten ankamen, legten wir eine kurze Essenspause ein bevor wir zum Ididaride Kennel fuhren. Auf eigene Faust konnte der Kennel nicht besucht werden, wir mußten an einer Tour teilnehmen ($ 25). Zum Glück entstand keine Wartezeit, wir durften uns einer Gruppe anschließen, die zwei Minuten vorher gestartet war. Im Kennel von Mitch leben 100 Rennhunde, pro Jahr gibt es dreißig Puppies, die teilweise verkauft werden. Pro Tag kostet das Essen für einen Hund $ 0.85.
Mitch Seavey hat vier Söhne, Dallas, Danny, Tyrell und Conway.
Dallas (19) nahm 2005 zum ersten Mal am Iditarod teil. Er wurde einen Tag vor dem Start des Rennens 18 und somit jüngster Teilnehmer aller Zeit am Iditarod. Weiterhin war er der erste, der im selben Jahr am Jr. Iditarod und am Iditarod teilnahm.
Danny (23) nahm 2001 zum ersten Mal teil und beendete das Rennen insgesamt schon dreimal.
Tyrells (20) erstes Iditarod Rennen fand im Jahr 2003 statt. Wie alt Conway ist und ob er schon teilnahm weiß ich nicht.
Und selbst ein Filmstar wohnt hier im Kennel. Uns wurde ein Hund vorgestellt, der „Buck“ im Film EIGHT BELOW spielte.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_7.jpg)
Leider haben wir diesen Film bisher nicht gesehen.
Einer der Lead Dogs von Mitch, Tread, ist seit dem Frühjahr in Rente. Er war im März 2006 nochmals im Team, welches den achten Platz belegte. Im Jahr 2004 bekamen er und sein Lead-Partner Zebra den „Golden Harness“-Preis überreicht (vielleicht wäre ein guter Kauknochen doch besser gewesen ?).
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_6.jpg)
Wir konnten/durften natürlich noch zu den Puppies. Mit einem schloß ich gleich dicke Freundschaft. Seine Lieblingsbeschäftigung war es, meine Schnürsenkel von den Wanderschuhen aufzuziehen und an diesen langen Bändern zu zurren. Als ich mich bückte, um die Schnürsenkel wieder zu verknoten, fand er schnell heraus, dass sich unten an meiner Wanderjacke auch Bänder befinden, an denen man super ziehen konnte.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_8.jpg)
Viel zu schnell war die Tour vorbei, wir wären gerne noch geblieben.
Als wir zurück ins Hotel fuhren, lag im Hafen von Seward ein kleines Kreuzfahrtschiff der Holland – America Linie, die Stratendam.
Zum Abendessen fuhren wir wie schon gestern ins Resurrection Roadhouse. Die Chilli Suppe und der frische Lachs aus dem Resurrection River schmeckten hervorragend.
Nach dem Dinner gings zurück ins Hotel, wir stellten das Auto ab und alsbald befanden wir uns auf dem kurzen Fußweg in die Yukon Bar. Genau wie gestern saß der Mann an der Theke und der Hund lag wieder auf dem Brokatkissen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_9.jpg)
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Palo, hier dreht sich alles und ausschließlich um Lachs.
Anette
oh goodie, dann werden wir ja bald auch Baeren sehen die nach Lachsen fischen :)
-
Der Hund auf dem Brokatkissen ist ja zu witzig :lol: 8)
Das waere in den lower 48 nie erlaubt :roll:
Gruss
Palo
-
Anette, dieser Harding Icefield Trail klingt sehr interessant, wenn auch anstrengend.
Das würde mich ja auch mal reizen, trotz Kälte, Wind und der Gefahr von Eishänden. :lol:
Und dieser Puppy ist ja echt knuffig, den würde man ja direkt mitnehmen. :P Und eigentlich dachte ich immer, nur mein Kater zieht mit wachsender Begeisterung an Schnürsenkeln usw.
Greetz,
Yvonne
-
Hallo Anette,
die Berichte sind echt Spitze!!!! Die Wanderung am Gletscher war bestimmt toll, trotz der Anstrengung. Man wundert sich manchmal wirklich, wie schlecht ausgerüstet manche sich auf solche Touren begeben.
Der Puppy ist ja süß, den hätte ich glatt mitgenommen.
Gruß
Efty :wink:
-
Anette,
Was sind denn die Spuren auf dem Gletscher? Fahrzeuge, Schlitten?
Gruß
Palo
-
Der Hund auf dem Brokatkissen ist ja zu witzig :lol: 8)
Das waere in den lower 48 nie erlaubt :roll:
Gruss
Palo
Palo, da gebe ich Dir voll und ganz recht. In Alaska ist eben manches anders als in den anderen Bundesstaaten.
Anette, dieser Harding Icefield Trail klingt sehr interessant, wenn auch anstrengend.
Das würde mich ja auch mal reizen, trotz Kälte, Wind und der Gefahr von Eishänden. :lol:
Und dieser Puppy ist ja echt knuffig, den würde man ja direkt mitnehmen. :P Und eigentlich dachte ich immer, nur mein Kater zieht mit wachsender Begeisterung an Schnürsenkeln usw.
Greetz,
Yvonne
Hallo Anette,
die Berichte sind echt Spitze!!!! Die Wanderung am Gletscher war bestimmt toll, trotz der Anstrengung. Man wundert sich manchmal wirklich, wie schlecht ausgerüstet manche sich auf solche Touren begeben.
Der Puppy ist ja süß, den hätte ich glatt mitgenommen.
Gruß
Efty :wink:
Auch wir hätten gerne ein Welpen mitgenommen. Aber was nicht geht, das geht nicht. Und wenn ich sehe, wieviel Auslauf ein Husky braucht, welches Tempo um ihn einigermaßen auszulastenwie und wie schlecht sie doch mit Hitze oder Wärme zurechtzukommen, da ist es besser sie bleiben bei ihren Kumpels in Alaska.
Wir haben lange überlegt, ob wir den Harding Icefield Trail gehen. Zur Auswahl stand noch der Resurrection River Trail. Den kannten wir allerdings schon und deshalb entschieden wir uns für den Harding Trail.
" A walk in the park" war dies nicht, aber mit festem Schuhwerk, Wanderstöcken und genügend Zeit locker zu bewältigen.
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Anette,
Was sind denn die Spuren auf dem Gletscher? Fahrzeuge, Schlitten?
Gruß
Palo
Palo, jeden Gletscher den ich bisher gesehen habe, sah so aus. Mit irgendwelchen Fahrzeugen habe ich niemand gesehen. Wäre auch eine ziemlich Mühe das Gefährt da hoch zu bringen. Ob das was mit der Geschwindigkeit zu tun, mit der der Gletscher sich vorwärtsbewegt, ob das irgendeine Art von Moräne ist, das kann ich Dir leider nicht sagen.
Anette
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Samstag 05.08.2006
Sonnenschein und blauer Himmel, das ideale Wetter für unseren Bootsauflug in den Kenai Fjords National Park. Wir nahmen an der Tour „Captains Choice“ auf dem Boot Mariah teil. Veranstalter dieser ganztägigen Fahrt war Kenai Fjord Tours. Als wir im Büro unsere Tickets abholten, bekamen wir wegen rauher See folgende Optionen: die Tour für einen anderen Tag umzubuchen, die Reservierung rückgängig zu machen und das bereits gezahlte Deposit zurück zu bekommen oder einfach zu fahren. Die Frage erstaunte uns etwas, denn das Wasser in der Bay sah glatt aus. Es traten während des ganzen Tages kaum Wellen auf. Schätzungsweise wollte der Veranstalter allem Ärger zum Thema „hohe See“ aus dem Wege gehen. Wir entschieden uns natürlich für die dritte Möglichkeit. Um 8.30 Uhr startete das Boot mit ca. 20 Passagieren. Es war ein kleines Boot aber es war genügend Platz für alle. Nach kurzer Fahrt gab es Frühstück, bestehend aus Joghurt mit Nüssen, Obst, Müsli und heißen Getränken. Durch die Resurrection Bay fuhren wir in den Northwestern Fjord. Unterwegs sahen wir sehr viele Tiere
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_10.jpg)
(u.a. Ottern, Steller sea lions, harbour seals, mountain goats und Weißkopfseeadler).
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_11.jpg)
Ziel in diesem Fjord war der North West Gletscher, der an diesem Tag mächtig kalbte.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_12.jpg)
Sowohl der Exit Gletscher als auch der North West Glacier gehören zu den 40 Gletschern, die aus dem Harding Icefield entstehen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_17.jpg)
Hier hielten wir uns sehr lange auf und während des Mittagessens konnte man die gewaltigen Eismassen bewundern.
Zu den Vögeln, die wir sahen, gehörten Murrelets und Puffins. Murrelets (den deutschen Namen weiß ich nicht) sind unspektakuläre Vögel in den Farben schwarz und weiß. Sie ernähren sich von Fischen, brüten allerdings nicht an der Küste, sondern weiter innen im Land. Bemerkenswert an diesen gefiederten Gesellen ist, dass sie bis 600 ft tief tauchen können.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_15.jpg)
Nur Pinguine schaffen es noch tiefer. Bei den Puffins fällt auf, dass sie schlecht fliegen können und der Start nie sehr elegant aussieht. Puffins ernähren sich ebenfalls von Fischen und anderen kleinen Meerestieren. Sie haben massive Knochen und keine hohlen, wie die meisten Vögel. Diese würden nämlich beim Tauchen durch den in der Tiefe entstehenden Wasserdruck brechen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_13.jpg)
Auf dem Rückweg gings an den Chiswell-Islands vorbei. Dort wohnen überwiegend Steller Lions, die durch Kameras ständig beobachtet werden. Die Zahl der Steller sea lions nimmt ständig ab, man weiß allerdings nicht warum (näheres s. in meinen Bericht zum Ididarod 2004).
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_14.jpg)
Am Eingang zur Resurrection Bay konnten wir noch zwei Buckelwale
beobachten.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_16.jpg)
Um 18 Uhr kamen wir wieder im Hafen von Seward an. Es war der perfekte Tag
.... wunderschönes Wetter, viele Tiere, kalbende Gletscher.......
Zum Essen gingen wir heute abend mal nicht ins Resurrection Roadhouse sondern zu Christos Palace. Wir bestellten uns zwei kleine Pizzen. Die Bedienung machte uns darauf aufmerksam, dass zwei kleine Pizzen zuviel seien, wir sollten lieber eine medium size bestellen. Wolfgang und ich konnten uns nicht so schnell auf einen gemeinsamen Belag einigen und der Kellner schlug vor, die medium Pizza würde zur Hälfte mit Wolfgangs Wunschzutaten, die andere Hälfte mit meinen belegt. Ein super Service!!!!! Die Pizza schmeckte sehr gut.
Im Hafen lag an diesem Abend von Celebrity Cruises das Schiff Summit.
Am heutigen Samstag spielte in der Yukon Bar die Gruppe Melefluent. Ok, die Musik war nicht ganz so mein Fall. Dass es rappelvoll war, versteht sich von selbst. Der „Brokatkissenhund“ bekam kurz Besuch von zwei Yorkshire Terriern, die Glitzerhaarspangen trugen. Wie schon gestern fiel uns auf, dass der Besitzer des Yorkshire Terriers die Bierfässer wechselt und auch die Fernseher bedient. Uns stellte sich die Frage, sind dieser Mann und der Yorkshire Terrier die Besitzer dieser Bar??
Uns wunderte, dass in der Yukon Bar sehr viel Pabst Blue Ribbon Bier getrunken wurde. Vor Jahren gewann es den Preis als schlechtestes Bier der Welt. Und das will schon was heißen.
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Ach was für herrliche Bilder ich kann mich garnicht satt sehen und weiterhin ein toller Bericht. Ich muss da irgendwann hin :!: :!:
Jetzt nur das Geld dafür finden :) das ganze ist ja nicht gerade billig
Anette, Du machst mir wirklich den Mund wässerig und ich werde spannend weiter lesen
Gruß
Palo
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:oops: :oops: :oops: Was macht denn ein Gletscher, der kalbt??? :oops: :oops: :oops: :(
Das Otterbild ist süss :D
Das Wal-Bild ist toll, hast du vielleicht noch ein Bild? :mrgreen:
Ne whale-watchingtour muss ich uuuunbedingt irgendwann mal machen....
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:oops: :oops: :oops: Was macht denn ein Gletscher, der kalbt??? :oops: :oops: :oops: :(
Das Abbrechen und ins Meer fallen, kleiner und großer Eisbrocken vom Gletscher nennt man "kalben"!
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Danke Matze, wieder was gelernt. :wink:
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:oops: :oops: :oops: Was macht denn ein Gletscher, der kalbt??? :oops: :oops: :oops: :(
Das Otterbild ist süss :D
Das Wal-Bild ist toll, hast du vielleicht noch ein Bild? :mrgreen:
Ne whale-watchingtour muss ich uuuunbedingt irgendwann mal machen....
Karina, dieses ist das einzige "gescheite" Walbild was ich von dieser Tour habe. Wir haben noch andere Walbilder, die meiner Meinung nach wesentlich besser sind, allerdings sind die aus Australien.
Anette
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Sonntag 06.08.2006
An diesem Morgen war in der Hotellobby die Hölle los. Es übernachtete eine Tourgruppe von Holland-America im Edgewater Hotel (nachmittags gingen die Leute an Bord des Kreuzfahrtschiffes Ryndam). Wir bekamen auf einer Couch in der Lobby noch ein Plätzchen und frühstückten mit dem Tablett auf den Knien. Sehr gemütlich war es nicht und wir verzogen uns recht schnell. Heute beendeten wir unsere Rundfahrt auf der Kenai Halbinsel. Wir verließen diese Gegend in Richtung Yukon.
Einen ersten Stopp legten wir am Portage Glacier Visitor Center ein. Beim Bau des Visitor Centers sah man den Gletscher vom Gebäude aus. Seit 1993 ist dies nicht mehr möglich, denn der Gletscher zog sich zurück (in den letzten 200 Jahren um fünf Meilen). Im Selbstbedienungsrestaurant aßen wir in aller Ruhe einen Teller Suppe. Zum Nachtisch holte ich Fudge in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Dabei kam ich mit dem Verkäufer ins Gespräch. Er merkte, dass meine Muttersprache Deutsch ist und er erzählte mir, dass er im Gymnasium zwei Jahre Deutsch gelernt hat. Er nutzte die seltene Gelegenheit, um diese Sprache zu üben.
Nach dem frühen Mittagessen ging die Fahrt ohne weiteren Aufenthalt am Portage Glacier weiter. Die heutige Tagesetappe betrug 300 Meilen und bis jetzt hatten wir erst ca. 100 Meilen geschafft.
Eine weitere längere Pause legten wir am Matanuska Gletscher Viewpoint ein. Für die kurze Wanderung zum Gletscher war es uns an diesem Nachmittag bereits zu spät.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_18.jpg)
Ursprünglich wollten wir in Copper Center in der Copper Center Lodge übernachten. Das Zimmer sagte uns nicht zu. Die Einrichtung war sehr dürftig, schmutzig war es nicht. Im Raum standen zwei Betten, ein Fernseher an der Wand, ein kleiner runder Tisch (Durchmesser ca. 45 cm) und ein Barhocker aus Holz (Baujahr 1950?) auf dem der Radiowecker stand. Das Zimmer in der Silver Salmon Creek Lodge war auch nicht sehr komfortabel eingerichtet, aber dort fühlten wir uns wohl. Hier fanden wir es total ungemütlich und wir ergriffen die Flucht. Wir fuhren zur Princess Wilderness Lodge, die nur wenige Meilen von Copper Center entfernt lag. Dort bekamen wir das letzte freie Zimmer. Der Zimmerpreis der Wilderness Lodge lag $30 über dem der Copper Center Lodge. Vom Zimmer her überhaupt kein Vergleich. Im Nachhinein gesehen, war der Übernachtungspreis der Cooper Center Lodge ($149) eine Unverschämtheit. Für eine solche Bruchbude soviel Geld zu nehmen......
Im Two River Restaurant der Wilderness Lodge ließen wir uns einen Krabbencocktail und Steaks schmecken.
Direkt an diesem Hotel startet die Klutina Lake Road. In allen Reiseführern stand, dass diese Straße schwierig zu befahren ist. Nach dem Abendessen schauten wir uns die Straße an, um auszuloten wie der Zustand des Tracks ist und ob wir morgen oder in ein paar Tagen auf dem Rückweg zum Klutina Lake fahren. Die Entscheidung fiel ganz schnell, denn die Straße war wegen „extrem safety hazard“ total gesperrt.
Später genossen wir auf der Terrasse unseren Schlummerdrink.
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Tolle Bilder Anette - da bekomme ich direkt wieder Lust den Koffer zu packen.
Gruss Tom
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Tolle Bilder Anette - da bekomme ich direkt wieder Lust den Koffer zu packen.
Gruss Tom
Tom, meinst Du das wäre jetzt die geeignete Zeit für AK? :D :D
Die Bären schlafen, die Lachse sind verschwunden und die Wale sind unterwegs in Richtung Hawaii. Ok, dann nach Haines, wo im Winter sich die bald-eagles versammeln, mehr in den Norden um Nordlichter zu sehen und natürlich sieht man im Winter viel besser die zahlreichen Elche.
Anette
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Montag 07.08.2006
Wir frühstückten in der Princess Lodge und lasen dabei in aller Ruhe die Anchorage Daily News. Am Samstag starb in Seattle im Alter von 51 Jahren die an Leukämie erkrankte Susan Butcher. Susan Butcher war eine erfolgreiche und bekannte Schlittenhundeführerin. Zum ersten Mal nahm die in Boston geborene Susan am Iditarod 1978 teil. Von 1980 bis 1984 war sie jeweils unter den fünf besten Teams. 1985 gewann das Ididarod zum ersten Mal eine Frau. Es war aber nicht Susan Butcher, sondern Libby Riddles. Im Team von Susan wurden zwei Hunde von einem Elch getötet und sechs weitere schwer verletzt. Sie gewann in drei aufeinanderfolgenden Jahren (1986 – 1988) und ein weiteres Mal im Jahr 1990. Damit reihte sie sich mit Martin Buser und Doug Swingley in die Hall of Fame ein. Die drei gewannen das Iditarod jeweils viermal, nur Rick Swenson gewann bisher fünfmal. 1979 nahm sie mit Joe Reddington und drei weiteren Männern an einer Expedition teil, und erreichte den Geipfel des Mt. McKinley mit einem dog-team.
Ein Artikel handelte von einem Bär (wie sollte es in Alaska auch anders sein!) der in Haines lebte und dort von Leuten mit Hundefuttern gefüttert wurde. Im Laufe der Zeit war der Bär richtig „trainiert“, kratzten die Leute mit einem Löffel im Futtertopf, kam er gelaufen. Dass das auf die Dauer nicht gut für Mensch und Tier war, steht außer Frage. Der Bär wurde vom Fish and Game Departement eingefangen und in ein Wildlife Center gebracht. Dort sitzt er nun mit noch einem Bär namens Sadie (über dessen Herkunft und Geschichte ich nichts weiß). Die beiden werden in diesem Center bis 2008 bleiben. Dann wird im Zoo von Minnesota das neue Bärengehege bezugsfertig sein und die beiden dürfen/können/müssen dort einziehen.
Sehr interessant war der Artikel über Bären am Bird Creek. Der Bird Creek ist ein Fluss und eine kleine Ansiedlung ca. zwanzig Minuten südlich von Anchorage. Dieses Jahr tauchten zum ersten Mal zur Lachssaison in diesem Gebiet Braunbären auf. Die Mutter mit ihren beiden Kids konnte natürlich Erfolge erzielen, einem Angler aus Tennessee klauten sie die Fische.
Wir waren nicht hier zum Zeitung lesen, es lag eine weitere 300 Meilen Etappe vor uns und wir brachen unmittelbar nach dem Frühstück auf. Zunächst fuhren wir ins St. Elias/Wrangell National Park Visitor Center. Hierbei handelte es sich um einen ganz neuen Gebäudekomplex. Neben dem Visitor Center stand ein Kino und eine großes Ausstellungsgebäude. Im Visitor Center war um einen offenen Kamin eine gemütliche Sitz- und Lesecke platziert.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_19.jpg)
Wir fanden das Visitor Center toll, aber für die Anzahl der Besucher in diesem Park, war es in unseren Augen etwas überdimensioniert. Nach einem kleinen Morgenspazierung auf dem Nature Trail fuhren wir los.
Aber immerhin sahen wir vor einer Großbaustelle einen Elch, der sehr eilig die Straße überquerte und im Gebüsch verschwand. Wieder wurde es mit einem Bild nichts.
Die Strecke bis Tok (150 Meilen) zog sich gewaltig in die Länge, denn es reihte sich eine Baustelle an die andere. Teilweise betrug die Wartezeit zwanzig Minuten bis das Pilotcar kam und uns sicher durch die Baustelle brachte. Der Straßenzustand im Baustellenbereich war teilweise unter aller Kritik. Extreme Schlaglöcher, Meilenlange Schotterpisten, Matsch, Staub, einfach oberätzend.
Erst gegen 14 Uhr kamen wir in der Weltstadt Tok an. Vor dem Weiterfahren nutzte ich beim Tanken die Gelegenheit, neben Einkäufen die Scheiben gründlich zu reinigen. Kurz nach Tok legten wir auf einem Campingplatz eine Lunchpause ein. Um 18 Uhr amerikanischer bzw. 19 Uhr kanadischer Zeit erreichten wir unser heutiges Etappenziel, das Westmark Hotel in Beaver Creek.
In Beaver Creek gab es genau zwei Restaurants. Zum örtlichen Chinesen gingen wir nicht, es blieb nur noch das Hotelrestaurant.
Nach dem Essen brachen wir zu einem „game drive“ auf. Dieser verlief nicht sehr erfolgreich, wir sahen kein einziges Tier. In der Bar des Westmarks Hotels ließen wir bei heißen Getränken (Erkältung) den Tag ausklingen.
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Hallo Anette,
Weiter so :!:
Gruss
Palo
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Die Bären schlafen, die Lachse sind verschwunden und die Wale sind unterwegs in Richtung Hawaii.
Die Wale sind gestern bereits vor Maui gesichtet worden :!: Ein wenig früh, aber schön für die Touris, die dzt. dort sind.
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Angie, dann auf nach Hawaii!! Du schreibst, es wäre etwas früh. Wann ist der normale Zeitpunkt für das Eintreffen der Wale?
Anette
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Dienstag 08.08.2006
Um neun Uhr starteten wir in Beaver Creek. Im Kluane Village gönnten wir uns ein Frühstück. Das rustikale Restaurant gefiel uns sehr gut. Als wir aus dem Restaurant gingen, fiel Wolfgang auf, dass mit unserem rechten Hinterreifen was nicht stimmt. Das Auto hing schief. Die Fehlersuche dauerte nur Sekunden, der Reifen war platt. Zum Glück befanden sich genau gegenüber vom Roadhouse eine Tankstelle und mit angegliederter Autowerkstatt.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_20.jpg)
Innerhalb von dreißig Minuten war der Reifen zum Preis von CAN$ 21 repariert und wir setzten unsere Fahrt fort. Auf dem Weg zur Dalton Trail Lodge legten wir einen Stopp am Kluane Visitor Center ein. Dort versorgten wir uns mit Infomaterial und einem Wanderbuch. Kurz nach dem Visitor Center befand sich mal wieder eine Großbaustelle und wir durften uns eine halbe Stunde die Landschaft genau anschauen. Solange mussten wir nämlich warten, bis das Pilot-car kam.
In Haines Junction liefen wir den Dezadesh River Trail. Der Wanderung war mit einer Zeit von zwei Stunden veranschlagt. Wir starteten bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Es war warm und die Jacken ließen wir im Auto zurück. Nach einer halben Stunde auf dem trail kam sehr plötzlich ein Gewitter mit starkem Regen auf. Natürlich drehten wir sofort um. Das nutzte nicht sehr viel, bis wir am Auto eintrafen, waren wir klatschnass. Bis zur 40 km entfernten Dalton Trail Lodge fuhren wir mit voll angedrehter Autoheizung.
So, nun zum Thema Dalton Trail Lodge. Das wird eine etwas längere Geschichte werden.
Bei den Urlaubsvorbereitungen entdeckte ich im Internet die HP dieser Lodge. Die Lodge sah sehr gut aus und auch die Aktivitäten sagten uns zu. Der Übernachtungspreis incl. Vollpension betrug pro Person CAN$ 200.
Hier das Zitat von der Homepage der Dalton Trail Lodge:
Frederick Lake
An experience of a lifetime is a 3 day trip to Frederick Lake. We have a romantic cabin at this remote lake. The first day you hike along an old trap-line to the cabin. The second day you explore the area. There are a lot of mountains to climb, you can fish the beautiful lake for trout and grayling, you can watch moose, black bear, grizzly, eagle, go for a boat ride or just enjoy the wilderness. The third day you hike back to the lodge.
Wir schrieben (in englischer Sprache) die Lodge an, buchten fünf Übernachtungen, incl. der Übernachtungen der Frederick Lake Wanderung. Geantwortet wurde in englischer Sprache. Mit den Übernachtungen in der Lodge und auch am See ging alles in Ordnung. „Hardy“ fragte nach, ob wir einen Führer für die Wanderung benötigten. Nachdem wir den Preis für den guide von CAN$ 400 pro Tag wussten, entschlossen wir uns, die Wanderung ohne guide durchzuführen.
Als wir an diesem Dienstag eintrafen, begrüßte uns Thomas in deutscher Sprache. Thomas ist/war Schweizer Staatsbürger und einer der drei Besitzer der Lodge.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_23.jpg)
In der Bar wurde uns ein Getränk und sehr gut schmeckende Lachscreme mit Crackern serviert. Nach dieser Stärkung wies uns Thomas ein u.a. mit einem längeren Vortrag über die Tierwelt und den Umgang damit (spez. Bären) in der Umgebung der Lodge und am Frederick Lake. Bei der Einweisung erfuhren wir, die Wanderung zum Frederick Lake sei ohne guide nicht durchführbar. Wir willigten ein, verkürzten wegen des Preises für den guide die Tour von drei auf zwei Tage. Einen Tag 25 km zum See und der Cabin laufen, am nächsten Tag den gleichen Weg zurück. Der guide würde mit dem ATV fahren und alle Verpflegung und das Gepäck damit transportieren. Thomas schlug uns vor, für die restlichen Tage unseres Aufenthaltes die Tour zum Alsek Lake und eine Tagestour zum Mush Lake mit ihnen zu unternehmen. Wir ließen uns für diese beiden Ausflüge vormerken, buchten beide Touren nicht fest.
Nach all den Formalitäten bezogen wir unser Zimmer. Es war nicht nur ein Zimmer, sondern ein komplettes Haus (das Lake House) mit zwei Schlafzimmern, einem Bad und einer großen Terrasse.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_21.jpg)
Die Einrichtung des Hauses war sehr komfortabel und gemütlich, selbst die Fenster hatten Doppelverglasung.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_22.jpg)
Um 19 Uhr gab es das Abendessen. Neben der Vorspeise, bestehend aus Jakobsmuscheln, wurde als Hauptgericht Wiener Schnitzel serviert. Bisher habe ich kaum ein besseres Schnitzel gegessen, sie waren sehr dünn und die Panade knusprig. Auch die Nachspeise, eine Art Bananas Foster, schmeckte hervorragend.
Nach dem Essen begrüßte uns Trix (ebenfalls eine Schweizerin) und nahm die Getränkewünsche für die nächsten beiden Tage auf. Wir bestellten einen Beutel Orangensaft, sechs Dosen Eistee, sechs kleine Flaschen Wasser und vier Dosen Bier. Später stellte sich uns Hardy, der dritte Schweizer Besitzer der Dalton Trail Lodge, vor. Alle drei sprachen deutsch, warum der e-mail Schriftwechsel auf englisch statt fand, konnten wir uns nicht erklären. Na, ist auch egal.
Hardy erklärte uns einige Details zur morgigen Wanderung. Unser guide sei Lucas. Wir wurden gefragt, ob wir Einwände hätten, wenn Lucas seinen Hund Tyrell mitnehmen würde. Tyrell (Mischung aus Husky, Rottweiler und Labrador) kannten wir schon von der Ankunft auf der Lodge. Wir willigten sofort ein, wenn ein Hund mitkommt, ist das bestimmt ganz lustig. Weiterhin erzählte uns Hardy, Lucas würde Wathosen mitnehmen. Durch den Regen die letzten Tage und Wochen wären einige Stellen auf diesem Weg nur damit passierbar.
Zum Abschluss des Abends spielten wir im „Keller“ der Main Lodge eine Runde Pool Billard am Snooker Tisch. Wir benötigten für ein Spiel sehr lange, denn der Billard Tisch besaß gewaltige Ausmaße :D
Die Gäste, die sich außer uns auf der Lodge aufhielten, stammten bis auf drei alle aus der Schweiz, Männer, die zum Angeln hierher kamen.
Hier ein Bild vom "Wohnzimmer der Main Lodge"
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_24.jpg)
Wir gingen nicht sehr spät ins Bett und waren voller Erwartung, was uns die nächsten beide Tage bringen würden.
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Hallo Anette!
Allein schon wegen der tollen Innen-Bilder eurer verschiedenen Lodges lohnt sich dein Bericht (nicht nur deshalb!!!), alles sieht richtig urgemütlich aus :daumen:
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Angie, dann auf nach Hawaii!!
Meinst du etwa, vom Forentreffen gleich weiter fliegen :?: :lol: :D
Eine gute Idee, die aber leider nicht machbar ist. Hawaii muss noch ein wenig warten, naja, sagen wir - lt. derzeitigem Plan - ein paar Monate :wink:
Du schreibst, es wäre etwas früh. Wann ist der normale Zeitpunkt für das Eintreffen der Wale?
Die Wale sind üblicherweise von Dezember bis Februar, mit etwas Glück März, vor Hawaii. Und deshalb ist der Oktober, auch wenn er bald vorbei ist, früh.
Einzelne Wale werden vor Hawaii fast das ganze Jahr hindurch gesichtet, aber dazu braucht man seeeehr viel Glück.
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Mittwoch 09.08.2006
Das Frühstück schmeckte wie das gestrige Abendessen sehr gut. Neben Müsli, Obst, Eiern, Marmelade und vielem mehr, gab es Salami, Landjäger, Schinken, Käse und frisch gebackenes Brot mit knackiger Kruste. Von den Köstlichkeiten die am Frühstückbüffet serviert wurden, durften sich die Gäste ein Lunchpaket zusammenstellen. Als ich Trix sah, fragte ich nach, ob noch Schnitzel von gestern Abend über seien. Natürlich gab es noch einen Schnitzelvorrat und sie stellte einen Teller mit Schnitzeln an das Büffet. Die fanden reißenden Absatz und ich packte mir das letzte fürs Mittagessen ein.
Gegen 9 Uhr starteten wir. Das ATV befand sich schon auf dem Pick-up. Wir legten unsere Seesäcke auf die Ladefläche, Tyrell sprang auf, wir stiegen ein und die Fahrt ging los. Bis zum Trailhead fuhren wir ca. 15 Minuten. Lucas lud das ATV ab.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_25.jpg)
Tyrell durfte nicht unangeleint gehen. Lucas fragte Wolfgang, ob er Tyrell nehmen würde. Natürlich ging Wolfgang zusammen mit Tyrell. Einen Wanderstock von Wolfgang verstauten wir im Fotorucksack. Und endlich ging es los. Lucas fuhr mit dem ATV immer ein Stück voraus und wartete auf uns. Die Etappenstücke betrugen zu Fuß ca. 10 – 20 Min. So störte uns das Geknatter des Motors nicht. Einen Nachteil hatte das Wandern mit dem angeleinten Tyrell, er zog wie toll. Wolfgang ermahnte ihn oftmals mit „heel“ (bei Fuß). Daran hielt er sich zwanzig Millisekunden und das Ziehen ging erneut los.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_26.jpg)
Der Weg, der durch Wald führte, war in den ersten neunzig Minuten in einem „normaler“ Zustand. Teilweise war es etwas schlammig, aber locker begehbar. Doch dann gelangten wir an eine sehr sumpfige Stelle. Wir zogen die Wathosen an, Lucas fuhr mit dem ATV vor und erklärte uns, wo wir am besten laufen. Für Tyrell stellte das kein Problem da, wir benötigten etwas länger, das Wasser reichte Wolfgang bis über die Knie, mir bis weit zu den Oberschenkeln. Gute Dienste taten auch hier unsere Wanderstöcke. Damit konnten wir den nächsten Schritt gut ausloten. Die Länge dieser Passage betrug ca. 100 m. Lucas kannte sich in der Natur gut aus, redete aber sehr wenig. Es schwirrten einige Mücken um uns herum und er gab uns 3 Stöße Mückenspray, welches wir auftragen konnten. Meine Flasche „Off“ befand sich im Seesack auf dem ATV. Wie schnell oder langsam wir unterwegs waren, wussten wir nicht. Darüber bekamen wir von Lucas keine Infos. Der Weg wies zwar ein paar kleinere Hügel auf, aber alles in allem keine wilden Steigungen und/oder Gefällstrecken. Von der der Landschaft sahen wir im dichten Wald nicht viel. Nach einer weiteren Stunde Wanderzeit kam wieder ein sumpfiger Teil. Den Weg, den Lucas mit dem ATV fuhr, konnten wir nicht laufen. Lucas zeigte uns einen alten ATV Trail, den wir benutzen sollten. Na ja, wir fragten uns, ob das die bessere Alternative sei. Der neue ATV Trail war extrem matschig. Der Weg, den wir einschlugen, war außer matschig noch total zugewachsen und mit umgefallenen Bäumen übersät. Diese Hindernisse stellten für Tyrell keine Probleme da. Locker hüfte er über die Baumstämme oder kroch einfach unten durch. Wir hatten Probleme beim Durchqueren dieses Waldstückes. Außer der Gefahr im unten im Matsch zu versinken, mussten wir auch oben nach den Ästen gucken, wenn wir keinen im Gesicht haben wollten. Aber auch diese zweite Extremstelle meisterten wir letztendlich doch. Nach vier Stunden um 13.30 Uhr legten wir eine Lunchpause ein. Wir kamen aus dem Wald und unter uns lag ein See.
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Tiere hatten wir bisher keine gesehen. Und keine heißt wirklich keine, nicht einen Vogel oder ein Hörnchen. Lucas hielt während der Pause mit dem Fernglas Ausschau, entdeckte aber nichts.
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Ich frage Lucas, welche Wegstrecke wir mittlerweile zurückgelegt haben (vier Stunden unterwegs, Durchschnittsgeschwindigkeit 3-4 km/Stunde, ich schätze 12-15 km). Normalerweise trägt mein Mann bei Wanderungen immer einen Schrittzähler. Genau an diesem Tag, wie sollte es anders sein, gab dieses Teil seinen Geist auf. Große Enttäuschung stellte sich ein, als Lucas sagte, wir hätten noch nicht die Hälfte des Weges geschafft, wir waren bei km zehn angelangt. Nach der Lunchpause führte der Weg sofort wieder in den Wald. Landschaftlich bot der trail bisher null Besonderheiten, nur Wald, Wald, Wald.....
Wir kamen an einer alten Trapperhütte vorbei und uns kamen vier ATVs entgegen. Diese beiden Ereignisse waren die einzigen Abwechselungen, die diese Wanderung bot.
Am Nachmittag erreichten wir die nächste schwierige Sumpfpassage. Diesmal gab es für uns kein „Außenherum“ gehen. Dieser Teil war so sumpfig, dass sich Lucas mit dem ATV fest fuhr. Er befreite das Gefährt mit der eingebauten Seilwinde. Bis wohin wir beim Durchqueren dieser Stelle im Matsch standen, brauche ich nicht weiter auszuführen.
Gegen 16 Uhr sahen wir in weiter Entfernung den Frederick Lake. Wolfgang tat mittlerweile durch das ständige Gezerre von Tyrell die Schulter mächtig weh. Er bat Lucas, den Hund selbst zu nehmen. Wir staunten nicht schlecht, als Lucas den Hund einfach die Leine abnahm und er nun frei laufen konnte. Warum ging das die ganze Zeit nicht? Gleichzeit bat ich bei diesem Stopp Lucas um eine Flasche Wasser. Er gab mir eine, mit der Bemerkung, dies sei die letzte Flasche Wasser. Ich dachte ich höre nicht recht oder litt ich an Halluzinationen?. Wir hatten noch nicht die Hälfte des Weges zurückgelegt und kein Wasser mehr!!!
Bei der Getränkebestellung am Vorabend sind wir davon ausgegangen, dass es sich um die Getränke handelt, die wir zu den Mahlzeiten konsumieren. Dass unser Getränkevorrat für die kompletten zwei Tagen ausreichen mussten, wussten wir nicht. Uns war klar, dazu war es viel zu wenig. Trix hätte uns darauf aufmerksam machen müssen, dass wir viel zu wenig zum Trinken dabei hatten.Ich frage nochmals nach, wie weit es noch sei. Lucas meinte eine Stunde. Wir nahmen noch einen Spritzer Mückenspray und weiter gings. Unsere gute Laune war verflogen, wir waren ziemlich sauer..... keine Tiere, ein total blöder und anstrengender Weg, ein schweigender guide, kein Wasser mehr.......
Natürlich waren wir nach einer Stunde nicht am Ziel, wir brauchten noch 1.5 Stunden bis wir an der Cabin ankamen. Die lag aber nicht am See, wie es in der Beschreibung stand, sondern wie sollte es anders ein, mitten im Wald. Wie weit es zum See war, weiß ich nicht, um die Ecke lag er jedenfalls nicht. Unweit der Cabin floss ein Bach, weder Wolfgang noch ich hatten Lust, Laune und Interesse dorthin zu gehen. Wolfgang schmerzten außer der Schulter noch die Füße. Der gesamte Weg war bisher total für die Katz. Wir liefen diesen Weg nicht um des Laufens wegen, sondern um schöne Landschaften und Tiere zu sehen. Der Weg glich eher einer Aufnahmeprüfung in die Fremdenlegion. Wir wissen natürlich, dass es für Tiere keine Garantie gibt, aber ehrlich, wir hatten in Chicago am Hotel immerhin einen Hasen gesehen und hier nichts. Wolfgang setzte sich in die Hütte und las in seinem Buch. Ich trank eine Dose Bier und fragte nach, wie lange Lucas mit anderen Leuten für diese Tour brauchte. Die Antwort von 5.5 Stunden kann ich einfach nicht glauben. Wir benötigten für 25 km 8 Stunden. Ich holte die Kamera aus der Hütte und knipste ein paar Bilder. Unterwegs hatten wir keine gemacht (es gab nichts) und somit hatten wir wenigstens die Fotoausrüstung nicht umsonst mitgeschleppt.
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Und Tyrell schaffte das Unmögliche, er entdeckte ein Tier. Es handelte sich um ein Hörnchen, welches sich in einem Baum aufhielt. Das Hörnchen zirpte von oben und Tyrell bellte von unten. Dieser Baum war an diesem Abend Typrells Lieblingsplatz.
Lucas grillte am Abend T-Bone Steaks, kochte Bohnen und Kartoffeln.
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Das Abendessen war soweit ok. Wir dinierten im Freien mit einem schweigsamen Lucas. Die Lust auf Konversation mit ihm hielt sich auch bei uns in engen Grenzen. Wir waren müde und wütend. Um 21 Uhr zogen wir uns die Cabin zurück. Lucas und Tyrell schliefen in einem Zelt.
Das Innere der Hütte hätte auch etwas ansprechender sein können.
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Es stand unwahrscheinlich viel Gerümpel drinnen.
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Auch die alten Zeitschriften die stapelweise im Regal lagen, hätte man entsorgen können.
Wir zogen die Schlafsäcke über und schliefen in dieser Nacht sehr gut. Einmal wurde ich durch Geknister geweckt. Ich dachte sofort an ein Tier welches sich draußen aufhält. Wahrscheinlich handelte es sich eher um eine Maus im Inneren der Hütte. Erstaunlicherweise befand sich in der Hütte keine einzige Stechfliege, die unseren Schlaf störte.
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:shock: Anette, obwohl ich diese Story ja schon vom Telefon kannte - das ist gerade der reinste Krimi bzw. Horrorfilm.
Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich erfahren hätte, dass dies die letzte Wasserflasche ist...
Wirklich unglaublich, was Ihr bei dieser Tour erleben musstet :shock: :evil:
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Hallo Anette,
diese Wanderung war ja wohl der absolute Hammer :evil: :evil: . Die Auskunft mit dem Wasser ist einfach nur unglaublich, was haben die sich eigentlich gedacht????
Ich glaube, ich hätte vor Wut nicht schlafen können :twisted: :twisted: .
Wie ist denn dann wohl der Rückweg verlaufen????
Der Preis ist bei dem "Komfort" nur als unverschämt zu bezeichnen.
Gruß
Efty :wink:
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Schade - die Hütte sieht ja von außen noch ganz passabel aus. Da hätte man doch sicherlich etwas raus machen können.
Ich frage mich mittlerweile, wo die ganzen Bären sind, die angeblich in so großer Dichte dort leben sollen wie sonst nirgendwo in Kanada. Bisher habe ich noch keinen Bären dort zu Gesicht bekommen und ihr ja offensichtlich auch nicht. Die Bären müssen ja auch von etwas leben oder handelt es sich nur um ein Gerücht für Touristen?
Gruss Tom
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Ist ja wirklich blöd für so einen Hammerpreis so etwas anzubieten. Gabs am End wenigstens Geld zurück?
Ich frage mich mittlerweile, wo die ganzen Bären sind, die angeblich in so großer Dichte dort leben sollen wie sonst nirgendwo in Kanada. Bisher habe ich noch keinen Bären dort zu Gesicht bekommen und ihr ja offensichtlich auch nicht. Die Bären müssen ja auch von etwas leben oder handelt es sich nur um ein Gerücht für Touristen?
Ich gehe mal davon aus, dass das ATV die mögichen Tiere verscheucht hat. Das jedoch noch nicht mal Vögel zu sehen waren wundert mich extrem :roll:
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Hallo Anette,
puh, da kann man nur hoffen, dass jemand, der diese Wanderung plant, vorher ein bisschen googelt und auf Deinen Bericht trifft.
Wieso habt ihr gedacht, dass die Bestellungen für Getränke nur zum Essen sind? (Bitte nicht als Kritik verstehen, ist einfach nur eine neugierige Frage!) 8)
Ähm, und nächste Frage: Wann geht es weiter??? :lol:
Liebe Grüße, Petra
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Wann gehts weiter?
:groove: :pferd: :pferd: :pferd:
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Hallo Anette,
diese Wanderung war ja wohl der absolute Hammer :evil: :evil: . Die Auskunft mit dem Wasser ist einfach nur unglaublich, was haben die sich eigentlich gedacht????
Ich glaube, ich hätte vor Wut nicht schlafen können :twisted: :twisted: .
Wie ist denn dann wohl der Rückweg verlaufen????
Der Preis ist bei dem "Komfort" nur als unverschämt zu bezeichnen.
Gruß
Efty :wink:
Efty, vor Wut nicht schlafen können, genau diese Befürchtung hatte ich auch. Allerdings diesen Weg unausgeschlafen zurück zu gehen, das hätte ich nicht geschafft.
Schade - die Hütte sieht ja von außen noch ganz passabel aus. Da hätte man doch sicherlich etwas raus machen können.
Ich frage mich mittlerweile, wo die ganzen Bären sind, die angeblich in so großer Dichte dort leben sollen wie sonst nirgendwo in Kanada. Bisher habe ich noch keinen Bären dort zu Gesicht bekommen und ihr ja offensichtlich auch nicht. Die Bären müssen ja auch von etwas leben oder handelt es sich nur um ein Gerücht für Touristen?
Gruss Tom
Tom, von außen sah die Hütte ok aus, ich meine dass man in der Wildnis nicht Luxus erwarten kann, ist mir klar. Wenn der Weg toll gewesen wäre, ob ich dann im Zelt oder in der Hütte schlafe, wäre uns egal gewesen.
Allerdings ob ich in der Wildnis eine Hütte in die Ritzen der Bretter Bauschaum sprühen muß um sie abzudichten möchte ich bezweifeln.
Wenn ich an die Einführung von Thomas auf der Lodge denke, konnte man davon ausgehen, dass es von Bären nur so wimmelt. Wohl in jeder anderen Gegend, außer hier :D :D
Gabs am End wenigstens Geld zurück?
Ich gehe mal davon aus, dass das ATV die mögichen Tiere verscheucht hat. Das jedoch noch nicht mal Vögel zu sehen waren wundert mich extrem :roll:
Geld zurück?????????????????????????????
Thorsten, ich denke das war nicht nur das ATV sondern auch noch Tyrell.
Aber an anderen Orten lassen sich die Bären doch auch nicht vom Lärm eines ATV verscheuchen. Es muß nicht immer Bär sein, allerdings sahen wir wirklich kein einziges Lebewesen. Ehrlich, wir verstehen es bis heute nicht.
Hallo Anette,
puh, da kann man nur hoffen, dass jemand, der diese Wanderung plant, vorher ein bisschen googelt und auf Deinen Bericht trifft.
Wieso habt ihr gedacht, dass die Bestellungen für Getränke nur zum Essen sind? (Bitte nicht als Kritik verstehen, ist einfach nur eine neugierige Frage!) 8)
Ähm, und nächste Frage: Wann geht es weiter??? :lol:
Liebe Grüße, Petra
Petra, wenn ich CAN $400 pro Tag bezahle, kamen wir gar nicht auf die Idee, dass es sich um alle Getränke handelt. Wir haben uns darüber auch keine Gedanken gemacht, sind einfach davon ausgegangen.
Und den größten Vorwurf mache ich Trix, die hätte das wissen und uns unbedingt sagen müssen. Ihr ist doch bestimmt aufgefallen, dass wir anstelle 10 l Wasser nur einen Bruchteil davon dabei hatten.
Anette
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Donnerstag 10.08.2006
Um sieben Uhr standen wir auf. Mich beschäftigten an diesem Morgen zwei Dinge:
1. Die Frage, wie kommen wir an Wasser?
2. Woher die Motivation für den Rückweg nehmen?
Punkt zwei löste ich schnell, einfach das Ziel, den Trailhead, in max. acht Stunden erreicht zu haben. Zu der Wasserfrage fiel mir nicht viel ein.
Tyrell leckte nach dem Aufstehen die noch vorhandenen Spuren der Steaks von dem Grillrost ab. Anschließend gab es für ihn Trockenfutter und für uns bereitete Lucas das Frühstück zu. Es gab Tee, Eier, Speck und Brot. Ah, für die Teezubereitung braucht man Wasser und Lucas holte einen Kanister Wasser aus dem Bach. Was wir vom Frühstück über ließen, lässt sich anschließend Tyrell schmecken.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_34.jpg)
Wolfgang und ich waren nach dem Frühstück starklar für den Rückweg. Lucas gab uns je zwei kleine Flaschen gefüllt mit frischen Wasser (woher?). Vier Flaschen würden uns für den Rückweg nicht reichen. Lucas, heute morgen noch wortkarger als gestern, sagte zu uns, wir sollen unterwegs ganz einfach die Flaschen an den Bächen auffüllen. Wir fragten nach Tabletten zum Entkeimen bzw. nach einem Filter. Beides gab es natürlich nicht. In jedem Wanderbuch steht auf der ersten Seite: Niemals Wasser direkt aus einem Fluss oder Bach trinken.
Wir standen an diesem Morgen vor der Wahl: Entweder Dehydration oder uns evtl. Giardia (beaver fever) einzufangen. Wir wählten, wie nicht schwer zu erraten, die zweite Möglichkeit.
Wolfgang und ich liefen los, Lucas folgte uns mit dem ATV und Tyrell um 9.30 Uhr. Heute vergrößerte er die Abstände auf 45 – 60 Minuten, an denen er auf uns wartete. Sah er uns, fuhr er sofort weiter. Mückenspray gabs heute auch keins mehr. Wolfgang zog sein Moskitonetz über, meines befand sich im Seesack.
Ich bekam allmählich einen Zorn. Ich durfte nämlich ins Gelände, Wasser suchen und die Flaschen auffüllen. Teilweise musste ich eine Böschung hinunter, teilweise durch tiefen Matsch.
Bei dem Tagespreis von CAN $400 für den guide, war das Auffüllen der Flaschen nicht im Preis enthalten. Das zu verlangen, wäre von uns wirklich eine Unverschämtheit gewesen ;-).
Die übrigen Getränke, von denen nur noch das Bier vorhanden war, mussten wir natürlich extra bezahlen.
Vielleicht hätte ich das restliche Bier trinken sollen, dann wäre meine Laune wahrscheinlich besser geworden.
Lucas fuhr sich irgendwann in einem Schlammloch wieder fest. Uns war das mittlerweile vollkommen egal. Wir wollten nur möglichst schnell am Ziel sein.
Nach 3 Stunden und 45 Minuten erreichten wir den Platz, an dem wir gestern die Mittagspause einlegten. Auch heute stand hier eine längere Pause auf dem Plan. Viel aßen wir nicht, der Appetit war uns längst vergangen.
Die Stimmung erreicht den Höhepunkt, als Lucas uns vor dem letzten Sumpfloch wortlos die Wathosen vor die Füße legte. Wir sagten natürlich auch nichts mehr. Er fuhr wie üblich voraus und wir durften uns selbst einen Weg durch den Sumpf suchen.
Ok, ich wusste vom Hinweg, von dieser Stelle bis zum Ziel durften wir noch 1,5 Stunden laufen. Ich verlor jegliches Zeitgefühl und fragte nach Ablauf dieser Zeit bei Lucas nach, wie lange wir zum Trailhead noch laufen müssen. Die Antwort ließ mich fast aus den Schuhen kippen. Ging allerdings nicht, denn die Matsch-Schlammkruste an Schuhen und den Klamotten hielt mich davon ab. Er teilte uns knallhart mit, wir wären sehr langsam unterwegs und er rechne, dass wir bestimmt noch eine Stunde laufen müssen. Ob man so Gäste motiviert, die an zwei Tagen 50 km durch schweres Gelände gelaufen sind, wage ich zu bezweifeln. Wolfgangs Beine und Füße taten sehr weh, er war ziemlich kaputt. Ich war noch etwas frischer und mein Hals wurde dicker und dicker. Ich war dem Platzen nahe. Die Wut und Enttäuschung war das Einzige, was mich noch aufrecht hielt!
Als wir nach ziemlich genau acht Stunden am Auto eintrafen, brachte Lucas kein Wort über die Lippen. Uns war es egal, wir hatten das Ziel erreicht. Das ATV wurde aufgeladen, das Gepäck verstaut und schweigen fuhren wir zur Dalton Trail Lodge zurück.
Landschaftlich bot der Weg null Reize und Tiere sahen wir keine. Den Preis für den guide, fanden wir hinsichtlich dessen, was er tat, eindeutig zu hoch.
Normalerweise wäre zu erwarten gewesen, dass Thomas/Trix/Hardy uns von diesem Ausflug wegen Unbegehbarkeit des Weges abraten.
Aber CAN$ 800 in der Kasse haben oder nicht...... [/size]
Als Gegenbeispiel sei die Silver Salmon Creek Lodge genannt, die guides und die Besitzer taten ihr Bestes, sie boten einen hervorragenden Service. [/u]
Außer auf der Dalton Trail Lodge erlebten wir vor Jahren auf der Tanque Verde Ranch in Tucson ebenfalls total unfreundliche guides. Ob es bei beiden Lodges damit zusammenhängt, dass vorwiegend europäisches Publikum dort absteigt?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Amerikaner oder Kanadier sich eine solche Behandlung gefallen lassen würden.
Und über mich selbst ärgerte ich mich auch. Warum brach ich die Wanderung am ersten Tag, nachdem wir uns auf dem alten ATV-Trail durchs Gebüsch schlagen mussten, nicht einfach ab?
Später zu Hause schaute ich auf der Homepage der Dalton Trail Lodge nach und stellte fest, dass die dort abgebildete Cabin am Frederick Lake nicht die Blockhütte ist, in der wir übernachteten!!![/i]
Während ich diese Zeilen der letzten beiden Tage schrieb, musste ich manchmal lächeln. An diesem Mittwoch und Donnerstag war es uns nicht zum Lachen zumute.
Soviel zu der Wanderung zum Frederick Lake, ich werde später noch ein paar Mal darauf zurückkommen.
An unserem Lake House angekommen, knallten wir die total dreckigen und matschverkrusteten Seesäcke, Schuhe und Klamotten ins Zimmer. Nach einer ausgiebigen Dusche gönnten wir uns vor dem Abendessen eine Ruhepause.
Zum Abendessen gab es Entenbrust, Schweinelende, Reis, Blumenkohl, Sauce Hollandaise und als Nachtisch Apfelstrudel. Während des Essens kam Thomas mit dem morgigen Aktivitätenplan zu uns an den Tisch. Wir ließen alle beiden vorgemerkten Ausflüge von dieser Liste nehmen.
Sowohl der Ausflug ins Alsek Valley, Zitat der Homepage:
Alsek Valley
Another exciting trip follows the Dezadeash River into the Alsek valley. This is the only major river valley flowing from the Yukon to the Pacific and our favorite spot to watch grizzly and dall sheep.
als auch zum Mush Lake, Zitat von der Homepage:
Mush Lake Trail
Mush Lake trail follows an old mining road for 21.6 km through a wide forested valley. Abundant wild flowers and a variety of wildlife are the main attractions of this hike. This is an ideal 3 day trip. We have a motor boat on Mush Lake and a canoe on Bates Lake to explore the area.
konnten uns gestohlen bleiben.
Bemerkenswerter Weise fragte weder Thomas, Trix noch Hardy wie der Zustand des Weges gewesen sei und welchen Tieren wir begegnet sind.
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Oh Gott, hoffentlich hat der da nicht noch das Frühstück zubereitet nachdem der Hund auf dem Grill rumgelekeckt hat
Gruß
Palo
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Tanque Verde überrascht mich ein wenig, wir hatten dort exzellentes Service
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Hallo Anette,
die Beschreibung des Ausflugs auf der HP der Lodge
"Frederick Lake:
An experience of a lifetime is a 3 day trip to Frederick Lake. "
stimmt eigentlich, von positiver Erinnerung ist ja nicht die Rede. :roll: :wink:
Habt ihr Trix nicht gefragt, ob ihr bei der Getränkebestellung für den Trip was aufgefallen ist? Ich hätte ihr das sofort an den Kopf geschmissen, glaube ich.
Jetzt hoffe ich mal, dass Eure nächsten Erlebnisse in Alaska positiver sind und wir wieder Tierbilder bewundern dürfen.
Liebe Grüße, Petra
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Also die Beschreibung Eurer Wanderung liest sich ja ungeheuerlich.
Die nächsten Trips wortlos zu canceln war ja noch eine sehr milde Reaktion.
Ich glaube, ich hätte den Leuten doch einige sehr hochnotpeinliche Fragen an den Kopf geworfen, betreffend des Wassers, des schweigsamen Guides, der nicht am See gelegenen Hütte etc. :evil:
Ich hoffe, daß der weitere verlauf des Urlaubs doch wieder erfreulicher wird...
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Hallo Anette,
zum Glück hat ja jeder Horrortrip mal ein Ende!!!! Ich glaube, ich wäre direkt aus dieser Unterkunft abgereist. Mir hätte das Essen nicht mehr geschmeckt, weil mir jeder Bissen vor Wut im Hals stecken geblieben wäre.
Hygiene scheint ja bei diesen Leuten nicht ganz oben auf der Liste zu stehen. Der Hund leckt den Grill ab, das Wasser aus dem Bach :shock: , haben die einen Vertrag mit einem Krankenhaus aus der Umgebung???
Weitere Ausflüg hätte ich mir dort auch geschenkt, denn die Beschreibungen sind wohl eher fantasievoll als realistisch.
Zum Glück könnt ihr jetzt darüber lachen, aber für ein paar Tage ist der Urlaub erst einmal verhagelt, oder?
Gruß
Efty :wink:
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Tanque Verde überrascht mich ein wenig, wir hatten dort exzellentes Service
Palo, wir waren zweimal dort. Beim ersten Mal war alles soweit ok. Auch beim zweiten Mal wenn der Besitzer der Lodge die Trailrides begleitet hat. Wir hatten zwei guides (einen Engländer und einen Indianer) die brachten auch kein Wort über die Lippen. Deshalb werden wir dort nicht mehr absteigen.
Ich hoffe, daß der weitere verlauf des Urlaubs doch wieder erfreulicher wird...
Es wird die nächsten Tage wieder erfreulicher, wenn auch noch einige Sachen kommen, die man nicht unbedingt braucht :wink:
Hallo Anette,
Hygiene scheint ja bei diesen Leuten nicht ganz oben auf der Liste zu stehen. Der Hund leckt den Grill ab, das Wasser aus dem Bach :shock: , haben die einen Vertrag mit einem Krankenhaus aus der Umgebung???
Weitere Ausflüg hätte ich mir dort auch geschenkt, denn die Beschreibungen sind wohl eher fantasievoll als realistisch.
Zum Glück könnt ihr jetzt darüber lachen, aber für ein paar Tage ist der Urlaub erst einmal verhagelt, oder?
Gruß
Efty :wink:
Efty, das mit dem Grill fanden wir nicht ganz so tragisch. Bevor das nächste Gebruzzelt wird, wird der Rost so heiß, da dürfte nichts passieren.
Genau deshalb haben wir uns die weiteren Ausflüge geschenkt. Wir sind dann lieber auf eigene Faust los gefahren und waren eigentlich sehr erfolgreich :wink:
Die zwei Tage hatten wir recht schnell abgehakt. Das war mal eine Erfahrung aus der man lernen konnte.
Anette
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Freitag 11.08.2006
Heute legten wir einen Ruhetag ein. Wir schliefen uns aus und frühstückten gemütlich und etwas länger. Danach entfernten wir mit Wasser aus einem Wasserschlauch den groben Dreck an den Wanderschuhen und den Seesäcken. Anschließend kam die Wäsche ins Auto und wir fuhren nach Haines Junction ins Alcan Motel zum Waschen. Die Wäscherei war an diesem Vormittag sehr gut besucht. Wir unterhielten uns mit einer Angestellten. Die Frau war 65 Jahre alt, arbeitete 5 Tage in der Woche und wohnte acht Meilen von Haines Junction entfernt. Ein Auto besaß sie nicht und deshalb fuhr sie jeden Tag per Anhalter zu ihrer Arbeitsstelle und zurück. Während des Waschens gingen wir nach nebenan in den Madleys-Supermarkt. Madleys war sehr gut mit europäischen Artikeln wie z.B. Produkte von Knorr und Lindt, Packungen mit Käsefondue und Landjäger-Wurst, bestückt. Anschließend luden wir die Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner um. Bei Fas Gas tankten wir und kauften eine Dose Reifenspray. In der Village Bakery tranken wir einen Kaffee und als wir zurückkamen, war unsere Wäsche fertig.
Wir fuhren einigen Meile ins Alsek Valley.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_35.jpg)
Nach zwei kleinen Flussdurchfahrten wurde der Track sehr schlecht und wir drehten um. Unsere Abenteuerlust war heute auch nicht sehr ausgeprägt.
Die Fahrt nach Silver City am Kluane Lake lohnt sich nicht unbedingt.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_37.jpg)
Viel gab es in dieser Geisterstadt nicht zu sehen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_38.jpg)
Auf dem Rückweg zur Lodge hielten wir am Sulphur und später am Kathleen Lake.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_39.jpg)
Am Sulphur Lake sollten nach Beschreibung zwei Weißkopfseeadler wohnen, die wir jedoch nicht sahen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_36.jpg)
Zum Abendessen wurde Minestrone, Roastbeef, Kartoffelbrei, überbackenes Lauchgemüse und Eis mit heißen Früchten serviert.
Nach dem Essen fuhren wir ein Stück die Straße Richtung Haines.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_40.jpg)
An diesem Abend stürmte es gewaltig. Nach einer Strecke von vierzehn Meilen sahen wir unweit der Straße in der Wiese einen Schwarzbären. Meister Petz gönnte sich zum Abendessen ein paar Blümchen. Wir beobachteten den Bär einige Minuten.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_41.jpg)
Dann kam ein weiteres Auto angefahren und vier Japaner stiegen aus. Ein Japaner ging auf den Bär zu und wollte ihm den Foto unter die Nase halten. Das gefiel Meister Petz nicht sonderlich und er zog sich in den Wald zurück.
Viel weiter fuhren wir nicht mehr. Auf dem Rückweg kamen wir an einem sich auflösenden „Tierstau“ vorbei. Welches Tier hier Aufsehen erregt hat, wissen wir nicht.
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(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_41.jpg)
Dann kam ein weiteres Auto angefahren und vier Japaner stiegen aus. Ein Japaner ging auf den Bär zu und wollte ihm den Foto unter die Nase halten. Das gefiel Meister Petz nicht sonderlich und er zog sich in den Wald zurück.
Wenn ich so etwas lese oder selber erlebe, dann schießen mir immer zwei Gedanken durch den Kopf:
- wie blöd muss man sein, sich einem wilden Tier derart aufzudrängen?
- kein Wunder, dass auch heute noch Touris von Bären angefallen und verletzt, ja vielleicht sogar getötet werden. Und der arme Bär ist dann der dumme, obwohl er sich nur gewehrt hat :cry:
Schön, dass Ihr auf jeden Fall heute einen Bären gesehn habt. Hoffentlich kommen noch mehr solcher tollen Bilder.
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Die lila Bluemchen stehen dem Bären gut im Kontrast zu seinem dunklen Pelz.
Tolles Bild, Anette
Gruß
Palo
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- wie blöd muss man sein, sich einem wilden Tier derart aufzudrängen?
- kein Wunder, dass auch heute noch Touris von Bären angefallen und verletzt, ja vielleicht sogar getötet werden. Und der arme Bär ist dann der dumme, obwohl er sich nur gewehrt hat :cry:
Schön, dass Ihr auf jeden Fall heute einen Bären gesehn habt. Hoffentlich kommen noch mehr solcher tollen Bilder.
Thorsten, ich gehe davon aus, dass die Japaner gar nicht gerafft haben, dass es sich um einen Bären handelt :D :D
Genau das ist immer das Problem, der Bär ist dann der dumme. Der wird markiert und ausgeflogen. Normalerweise sollte dann genau die Touris ausgeflogen werden. Warum dieser Typ dem Bären nachgestiefelt ist, kann ich wirklich nicht verstehen. Für Bilder war er echt nahe genau dran.
Die lila Bluemchen stehen dem Bären gut im Kontrast zu seinem dunklen Pelz.
Tolles Bild, Anette
Gruß
Palo
Danke für das Kompliment :D
Es werden schon noch ein paar schöne Tieraufnahmen folgen.
Anette
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Samstag 12.08.2006
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Haines. Auf dem Haines Summit, in nur 1000 m Höhe, wächst kein Baum mehr. Hier oben sahen wir nicht viel, es war total zugezogen und außerdem auch bitter kalt. Nur die vielen Arctic Ground Squirrels fühlten sich hier sehr wohl. Die kleinen Tiere turnten nicht nur am Straßenrand und in der hochalpinen Wiese, sondern mit Vorliebe mitten auf der Straße herum. Beim Fahren musste man höllisch aufpassen, damit keins unter die Räder geriet.
In Haines bogen wir Richtung Chilkoot Lake ab. Im Chilkoot Lake wanderten die Lachse und entsprechend viele Angler standen am Flussufer bzw. mitten im Fluss.
Kurz hinter einer Brücke fließt ein kleiner Bach vom Berg. Dieser Bach wird durch ein Drainagerohr unter der Straße durch in den Chilkoot River geleitet. An dieser Stelle im Fluss verirrten sich einige Lachse und schwammen nicht gerade aus, sondern bogen in Richtung des kleinen Baches ab. Auch kamen sie locker durch das Drainage Rohr. Oberhalb hatte sich ein kleiner Pool gebildet und genau an dieser Stelle saß ein Braunbär und fing einige dieser vom richtigen Weg abgekommenen Lachse. Wir stiegen aus, nahmen nur den Foto mit und fotografierten eifrig.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_42.jpg)
Nach ein paar Minuten ging ich die wenigen Schritte zum Auto zurück, um die Videokamera zu holen. Ich hörte es zischen, dachte: läuft am Auto läuft was nach?, Hm, solange, ist das normal? Noch nicht ausgedacht und schon sah ich es, im linken Hinterreifen fehlte ein wenig Luft. Und genau da hatte das Zischen seinen Ursprung. :D Ich ging fix zu Wolfgang zurück, erzählte ihm die Misere, wir schossen noch ein paar Last-Minute-Bilder und fuhren acht Meilen nach Haines in eine Autowerkstatt (Acme Repairs). Dort kamen wir mit ziemlich plattem Reifen an.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_45.jpg)
Während wir eine Tasse Kaffee tranken, wurde der Reife repariert. Der Preis lag mit CAN$ 25 etwas höher als vor einigen Tagen in der Werkstatt :D
Allerdings konnten wir gleich darauf Geld sparen, beim Tanken wurde die Barzahlung mit 3% Rabatt belohnt.
Zwei platte Reifen innerhalb von vier Tagen, das war wirklich genug.
Wir fuhren nach diesem unfreiwilligen Aufenthalt im Ort zum Fluss zurück. Der Bär war mittlerweile nicht mehr zu sehen. Wir suchten uns einen Parkplatz am Straßenrand, liefen hinunter zum Fluss und schauten den Anglern zu. Am gegenüberliegenden Ufer saß auf einem Stein ein bald-eagle, der auf seine Angelchance wartete.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_43.jpg)
Dieser Vogel war natürlich nicht der einzige seiner Art. In den Bäumen sahen wir noch einige sitzen. Leider konnten wir keinen beim Fangen eines Lachses beobachten.
Unser Lunch nahmen wir in Haines im Fogcutter Saloon ein und fuhren danach wieder zum Fluss zurück.
Gäste der Dalton Trail Lodge hatten uns empfohlen, im Fluss bei Flut nach seals Ausschau zu halten. Die Flut hatte eingesetzt und tatsächlich sahen wir zwei der lustigen Gesellen.
An einem Wehr, welches Nachts geschlossen wurde, fand eine Fischzählung statt. Von zwei Fish und Game Angestellten wurden alle Fische gezählt, die die Durchgangsstelle im Wehr passierten.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_44.jpg)
Auf einem Schild war nachzulesen, dass seit Anfang Juni 58000 Lachse diese Stelle überwunden haben. Zur Zeit unseres Aufenthaltes wanderte der Pink Salmon zu den Laichplätzen. Rechts und links des Wehrs durfte innerhalb von 100 m nicht geangelt werden. Witzig daran war, dass sich nicht nur die Angler, sondern auch die bald-eagles an diese Vorschrift hielten. Keiner der Vögel saß auf einem Baum oder Stein innerhalb dieser „Sperrzone“
Als wir am Nachmittag zur Lodge zurückfuhren, schien die Sonne und es regnete. Dieser Mix ergab ein wunderschönes Licht, speziell auf dem Haines Summit, wo wir zwei komplette Regenbögen sahen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_46.jpg)
Am Abend gab es als Vorspeise Crevetten und Artischockensalat, gegrillte Steaks, Kartoffelsalat (leicht angewärmt, schmeckte hervorragend!!!), Zwiebel-Pilz Gemüse und als Nachtisch einen Ananaskuchen.
Tyrell (der übrigens vier Jahre alt ist) lag, wie sollte es auch anders sein, in unmittelbarer Nähe des Grills. Heute abend war Hundebesuch anwesend. Der 8jährige Hund des Koches lief auf dem Lodgegelände herum. Dieser war zwar nicht so witzig und schlau wie Tyrell, dafür sah er mit seinem marmorierten Fell wunderschön aus.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_47.jpg)
Wie gestern abend, wehte der Wind sehr stark. Bevor wir uns in der Bar niederließen, schauten wir im Internet nach, was es Neues in der Welt gibt und lasen von den versuchten Terroranschlägen in London.
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Hallo Anette,
warum nur lese ich immer Euer Abendmenue, wenn ich gerade Hunger habe? :evil: :lol:
Das sind ja tolle Aufnahmen!
Eine off topic Zwischenfrage hätte ich:
Du sagst immer, dass es recht kalt ist. Wenn ich das richtig verstehe, ist Alaska, bzw. die Gegend wo ihr wart, nicht unbedingt zum Zelten geeignet? Auch im August?
Liebe Grüße, Petra
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Mit eurem Wagen habt ihr ja nicht allzuviel Glück gehabt. Gut das der Platten nicht auf dem Abschnitt zwischen Dalton Post der Grenze zu den USA aufgetreten ist. Gerade am frühen Abend ist dort nicht mehr allzuviel Verkehr. Ich stelle mir dies dann unangenehm vor.
Gruss Tom
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Hallo Anette,
warum nur lese ich immer Euer Abendmenue, wenn ich gerade Hunger habe? :evil: :lol:
Das sind ja tolle Aufnahmen!
Eine off topic Zwischenfrage hätte ich:
Du sagst immer, dass es recht kalt ist. Wenn ich das richtig verstehe, ist Alaska, bzw. die Gegend wo ihr wart, nicht unbedingt zum Zelten geeignet? Auch im August?
Liebe Grüße, Petra
Petra, der Sommer 2006 war in Alaska total verregnet und kühl. Wir besuchten AK nicht das erste Mal und es gab schon Urlaube, da hatten wir im August tageweise 30°C, also total warm. Allerdings einmal in Whitehorse morgens sogar Frost d.h. die Straßen waren mit einer Eisschicht überzogen. Ich würde das "normale" Sommerwetter in AK so bzeichnen, tagsüber kommt man mit T-Shirt aus, abends einen Pulli.
Aber dieses Jahr ging ohne Pulli tagsüber bis auf wenig Ausnahmen nicht sehr viel.
Mit eurem Wagen habt ihr ja nicht allzuviel Glück gehabt. Gut das der Platten nicht auf dem Abschnitt zwischen Dalton Post der Grenze zu den USA aufgetreten ist. Gerade am frühen Abend ist dort nicht mehr allzuviel Verkehr. Ich stelle mir dies dann unangenehm vor.
Gruss Tom
Tom, die Geschichte mit dem Auto ist noch nicht fertig :wink:
Aber wir hatten wirklich Glück, den Platten niemals in total unbewohnter Gegend oder spät abends zu haben. Beim ersten Mal war es ja "nahezu" ideal mit der Werkstatt gegenüber und das mit den acht Meilen in Haines war auch zu händeln. Zumal an diesem Samstag am Chilkoot River viele Angler waren. Zur Not hätte uns vielleicht auch ein Bär geholfen :D :D
Anette
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Sonntag 13.08.2006
An diesem Tag reisten wir von der Dalton Trail Lodge ab. Trix gab uns nach dem Frühstück die Rechnung. Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn während des Morgenessens wäre mir bestimmt das Brot im Hals stecken geblieben. Wir waren doch sehr erstaunt, dass uns die fünf Spraystöße Mückenspray, die wir während der Wanderung zum Frederick Lake von Lucas erhielten, mit CAN$ 8.75 berechnet wurden!!!! (um genau zu sein, uns wurde eine Dose „Off“ berechnet).
Nach dem Auschecken fuhren wir ins 200 Meilen entfernte Whitehorse. Der Name Whitehorse stammt von Stromschnellen ab, die an die Mähne eines weißen Pferdes erinnern.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_56.jpg)
Diese Stromschnellen gibt es heutzutage nicht mehr. Wir bezogen um die Mittagszeit unser Zimmer im Edgewater Hotel. Zum Auspacken blieb keine Zeit, um Viertel vor eins mussten wir im Muktuk Kennel sein.
Bisher schrieb ich in meinen Reiseberichten über das Iditarod Schlittenhunderennen. Natürlich gibt es noch andere Rennen dieser Art. Ein weiteres, sehr bekanntes, ist der alljährlich stattfindende Yukon Quest.
Das Rennen wurde nach dem „Highway des Nordens“, dem Yukon benannt und ist wird als „toughest sled dog race in the world“ bezeichnet. Das Rennen wurde vom Schlittenhundeführer LeRoy Shank und dem Historiker Roger Williams 1984 ins Leben gerufen. Frank Turner, der Besitzer des Muktuk Kennels, nahm am Quest bisher zwanzigmal teil, vom ersten Rennen bis 2005.
Die Strecke verläuft über tausend Meilen zwischen Fairbanks und Whitehorse. In ungeraden Jahren wird in Whitehorse gestartet, in geraden Jahren in Fairbanks. Der Trail folgt einer historischen Goldgräber-, Handels- und Postroute. Das Rennen findet jedes Jahr Mitte Februar, in der kältesten Zeit des Winters statt. Beim Quest wird das Leistungsvermögen von Menschen und Hunden getestet. Fairbanks liegt auf einer Höhe von 400 ft, Dawson auf 1200 ft und Whitehorse auf 2300 ft. Während des Rennens müssen die Teams vier Bergpässe überwinden: Rosebud 3480 ft, Eagle Summit 3650 ft, America Summit 3420 ft und den King Salomonos Dome mit immerhin 3800 ft. Während des Rennens ist mit Temperaturen im Bereich von –40°F zu rechnen. Steigt die Temperatur am Tage über 25°F, ruhen viel Teams während der „Hitze des Tages“ und laufen in der Nacht, wenn es kühler ist.
Entlang der gesamten Strecke gibt es zehn checkpoints, die bis zu 200 Meilen voneinander entfernt liegen. Man ist also sehr lange Zeit auf sich selbst angewiesen.
Im Gegensatz zum Iditarod dürfen die musher ihre Schlitten, wenn sie kaputt sind, nicht austauschen. Weiterhin können sie Hilfe von außen nur beim geforderten 36stündigen Stopp in Dawson City annehmen. Außer dieser vorgeschriebenen Pause gibt es zwei weitere „Zwangspausen“. Eine kurz nach dem Start (2 Stunden Pause) und eine weitere nochmals kurz vor dem Ziel (8 Stunden Pause). Bei der ersten können sich die Verantwortlichen und Tierärzte davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist. Mit dem Stopp vor dem Ziel, will man eine Überforderung von Mensch und Tier vermeiden.
Frank Turner stellte 1995 mit 10 Tagen, 16 Stunden und 18 Minuten die Bestzeit auf. Diese wurde erst 2006 von Lance Mackey ( 10 Tage, 7 Stunden und 47 Minuten) gebrochen.
Aliy Zirkle war die erste Frau, die im Jahr 2000 das Rennen gewann. 2001 wurde Frank Turner siebter, gewann in diesem Jahr den „Vet Award“. Diese Auszeichnung wird dem Musher verliehen, er während des Rennens sein Hundeteam am besten behandelt.
Wir wurden von Frank, der ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift „Freistaat Bayern“ trug, begrüßt.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_51.jpg)
Außer uns beiden nahmen noch zwei weitere Personen an der Führung teil.
Im Kennel leben hundert Hunde.
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Zuerst durften wir natürlich mit ihnen Bekanntschaft machen. Mein neuer Freund wurde Rimsky, mit dem ich mich auf Anhieb blendend verstand.
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Außer Rimsky wohnen hier u.a. Schubert, Beethoven und Mozart. Wir staunten nicht schlecht, als wir einen Hund im Laufrad rennen sahen, Richtig, genau wie man es oft bei Hamstern sieht. Wohlgemerkt, der Hund tat das absolut freiwillig. Rennen ist nun mal ihr Leben.
Frank züchtet keine Hunde zum Verkauf. Am Ende der Rennkarriere dürfen die Hunde im Kennel bleiben (und im hohen Alter sogar mit ins Haus gehen).
Bozo, der Leithund des Teams von 1985 und Louise sind die zur Zeit ältesten Hunde die auf Muktuk leben. Natürlich sind sie nicht mehr ganz so flink und wendig wie die jungen Artgenossen. Besonders Louise hat Probleme beim Laufen. Frank erzählte uns, ihr geht es gut, am Tag vor unserem Besuch schwamm sie sogar im Takhini River.
Anschließend nahmen wir unter einem Sonnenschirm auf Gartenmöbeln Platz und Frank führte uns in die Gedankenwelt von Schlittenhundeführern ein. In seinem Vortrag ging es um das Erkennen der persönlichen Stärken und Schwächen, bei Hunden genauso wie bei Menschen. Dadurch lernt Frank die Eigenschaften eines jeden Hundes kennen. Diese Faktoren helfen ihm wesentlich bei der Zusammenstellung seines Rennteams.
Manchmal wurden die vielen Hunde während des interessanten Vortrags etwas laut. Frank pfiff einmal kräftig, gefolgt von einem lauten und langgezogenem „QUIET“ und schon war es mucksmäuschen still. Allerdings nicht für lange Zeit, dann ging das Getöse wieder los. Die Hunde wussten wohl, welcher Programmpunkt bald dran kommt.
Im Anschluß an den Vortrag gingen wir zu den Puppies. „Glaciers“ Nachwuchs war erst elf Tage alt. Frank wartete jeden Tag darauf, dass sie die Augen öffnen. Jeder der Besucher durfte einen Welpen im Arm halten. Es ist wichtig für Rennhunde, dass sie von klein auf an den Kontakt mit verschiedenen Menschen gewöhnt werden. Dieser menschliche Kontakt wird für sie in ihrem späteren „Berufleben“ zum Alltag werden und mit dem Training dazu soll möglichst früh begonnen werden. Die Hundemutter Glacier störte es überhaupt nicht, dass wir ihre kids hielten. Sie tänzelte munter zwischen uns herum.
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Wir legten die Welpen in die Hütte zurück und gingen zu den ausgewachsenen Hunden. Sie durften nun mit uns einen kurzen Spazierung zum Takhini River unternehmen. Wurden sie von ihren Ketten befreit, rannten die Hunde wie wahnsinnig,gerade so, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Wir hatten an diesem Spaziergang genau so viel Freude wie die Vierbeiner. Natürlich nutzten die Hunde die Chance, im Fluss ein Bad zu nehmen und sich abzukühlen.
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Nach diesem „Gassi“ gehen, gab es im Haus für uns heiße Getränke und Muffins. Dort lernten wir Mathias aus dem Sauerland kennen. Er studiert in Deutschland und arbeitete im Sommer bei Frank. Begeistert erzählte er uns, wie man hier ganz von selbst und ohne stundenlange Folienvorträge bzw. Powerpoint-Präsentationen was zum Thema Zeitmanagement lernt. Die Aufgabe von Mathias bestand in der Versorgung der Hunde und der Aufstellung eines Stammbaumes.
Er fand diese Stelle über die Organisation WWOOF (World Wide Opportunities on Organic Farms).
Nach der Stärkung sahen wir einen Videofilm vom Yukon Quest 2003. Es war ein „Film mit Fehlern“ hinsichtlich des Verhaltens der Musher und unsere Aufgabe bestand darin, die Fehler zu finden.
Im Anschluss an den Film zeigte uns Frank einige Ausrüstungsgegenstände eines Mushers.
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Frank bevorzugt die dicken Musherschuhe aus Plastik. Sind diese Schuhe innen nass, einfach das Wasser rauskippen, Füße abtrocknen, neue Socken anziehen, rein in die Schuhe und die Füße bleiben warm. Gortex bzw. die anderen Hightech-Materialien bleiben viel zu lange nass und wärmen nicht.
Gortex „arbeitet“ bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht und deshalb steht Merino Wolle ganz oben auf Franks Liste der Kleidungsmaterialien.
Hält man sich bei sehr niedrigen Temperaturen draußen auf und strengt sich an, muss man unbedingt vermeiden, dass man schwitzt. Die Kleidung wird nass und wärmt anschließend nicht mehr. Deshalb soll man sich nicht wundern, wenn man z.B. während eines Schlittenhunderennens bei Temperaturen um –40°F einen musher ohne Kopfbedeckung oder Pullover sieht.
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Während des Yukon Quest Rennen schläft Frank im Schlafsack auf dem Schlitten. Seine Begründung: darin schläft man nicht zu lange. Ist man durchgefroren wacht man automatisch auf. Die ganze Demonstration der letzten Stunde wurde von einem Husky sehr genau überwacht. :D
Die Zeit verflog und im Nu war es achtzehn Uhr und somit das Ende der Tour erreicht. Es war ein total interessanter, witziger und auch lehrreicher Nachmittag. Frank und seine Angestellten waren sehr nett, hilfsbereit und beantworteten alle Fragen. Und nicht zu vergessen, die freundlichen Hunde........................
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_48.jpg)
Diese Tour kann ich jedem, der sich Whitehorse aufhält, empfehlen. Es gibt sowohl kürzere als auch länger Touren. Montags ist der Kennel für Besucher geschlossen.
www.muktuk.com
Wir fuhren zurück ins Hotel und packten unsere Sachen aus. Das Edgewater ist ein nicht mehr ganz neues, dafür ein umso gemütlicheres Hotel. Nicht zu vergleichen mit den beiden Westmark Hotels, die überhaupt keine Atmosphäre ausstrahlen.
Abendessen gabs bei Boston Pizza. Ein sehr großes und vor allen Dingen beliebtes Restaurant. Die Pizza dort schmeckt sehr gut.
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Montag 14.08.2006
Heute morgen nahmen wir an einer walking tour teil. Die „historic walking tour“ fiel wegen Erkrankung des guides aus und wir meldeten uns für die einstündige Pioneer Cemetery Tour ein. Der Tourguide erzählte u.a. diese Geschichte: Der örtliche Leichenbestatter begrub seinen Hund auf dem Pioneer cemetery und setzte ihm das größte Grabmal des Friedhofes. Die Bürger von Whitehorse regten sich sowohl über das Grabmal auf, als auch über die Tatsache, dass hier ein Hund begraben wurde. Der Leichenbestatter gab als Argument für seine „Tat“ an, der Friedhof sei ohnehin heruntergekommen und verwahrlost und daher spielte es keine Rolle, ob hier ein Tier begraben sei. Die Stadt Whitehorse ließ sich das nicht bieten und übernahm den Friedhof, der seit diesem Zeitpunkt gepflegt ist.
Um 14 Uhr nahmen wir an der Gold Rush Float Tour teil. Zwischen beiden Touren war gerade noch Zeit, die SS Klondike zu besichtigen. Wir besichtigten die Klondike schon bei einem früheren Aufenthalt, deshalb war uns dieser Besichtigungspunkt nicht mehr ganz so wichtig.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_57.jpg)
Die SS Klondike I wurde 1929 in Whitehorse gebaut und fuhr bis 1936. 1936 lief sie zwischen dem Teslin River und dem Lake Laberge auf Grund und war unbrauchbar geworden. Als genau Kopie des Originals wurde die SS Klondike II gebaut. Von 1937 bis 1952 fuhr sie als Versorgungsschiff zwischen Whitehorse und Dawson City. Die Fahrt flussabwärts von Whitehorse nach Dawson, eine Strecke von 450 Meilen, dauerte 36 Stunden, mit ein bis zwei Stopps zum Holz laden. Flussaufwärts hielt das Schiff u.a. in Stewart Landing an. Dort nahm es Silbererz auf. Für die Fahrt Richtung Whitehorse benötigte das Schiff nun immerhin vier bis fünf Tage und musste bis zu sechsmal Holz nachladen. Mit dem Bau einer Straße zwischen Whitehorse und Mayo kam das Ende für die SS Klondike II.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_58.jpg)
Der Gütertransport erfolgte nun jahreszeitunabhängig mit LKWs. Der Yukon war im allgemeinen nur max. fünf Monate im Jahr schiffbar. Von 1935 bis 1955 konnten Touristen mit dem Schiff fahren. Das Geschäft mit der Flusskreuzfahrt lief allerdings nicht sehr gut. 1955 wurde die Klondike II endgültig außer Betrieb genommen. Die Besitzer schenkten das Schiff dem Staat Canada und Parks Canada restaurierte es.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_59.jpg)
Die SS Klondike wurde durch die Straßen von Whitehorse transportiert, um ihren endgültigen und heutigen Liegeplatz zu erreichen. Auf dem Yukon konnte das Schiff nicht mehr zu dieser Stelle fahren, denn über den Yukon wurde eine Brücke gebaut und das Schiff war zu groß um darunter durchzupassen.
Nach der Führung hielten wir uns nicht mehr am Schiff auf, wir fuhren zurück ins Städtchen. Zum Glück startete die Tour genau gegenüber des Edgewater Hotels und wir verloren keine Zeit mit der Parkplatzsuche.
Eine kurze Busfahrt brachte uns zunächst zu einem Aussichtspunkt auf den Miles Canyon und den Yukon River.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_60.jpg)
Nach wenigen Minuten erreichten wir das Ufer des Flusses wo das Floß bereitstand. Mein erster Gedanke als ich es sah: das Floß sieht aus, wie das von Klaus Kinski, in einem meiner Lieblingsfilme „Aguirre, der Zorn Gottes“.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_61.jpg)
Bevor wir durch den Miles Canyon schipperten, legten wir einen kurzen Stopp in Canyon City ein.
Canyon City, sechs Meilen außerhalb von Whitehorse, liegt flussaufwärts am Eingang des Miles Canyon. Bereits vor einigen tausend Jahren lebten in der Gegend um den Miles Canyon „first nation people“. Frederick Schwatka entdeckte 1883 einen trail, der als Bypass um den Miles Canyon führte, und schon von den Ureinwohnern als Transportweg genutzt wurde. Vier Jahre später entdeckte George Dawson den Fischreichtum in der Umgebung des Canyons. Für die Ureinwohner war Lachs eine der Hauptnahrungsquellen.
In der Goldrauschzeit um 1898 stoppten viele Goldgräber auf dem Weg nach Dawson City in Canyon City. Der Miles Canyon und die Whitehorse Rapids stellten für sie ein sehr großes Hindernis da. Deshalb hielten viele in dieser Stadt an, um ihr weiteres Vorgehen für das Passieren der beiden Hindernisse zu planen. 1898 kam es in den Stromschnellen zu einem großen Unglück. Dreihundert Boote behinderten sich gegenseitig, hatten sich verkeilt und steckten im Canyon fest. Dass dabei nur fünf Leute ertranken, ist schon sehr verwunderlich.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_62.jpg)
Ein schlauer Geschäftsmann baute später am Hang eines Berges eine Bahn von Canyon City nach Whitehorse. So konnte man locker die Stromschnellen und den Canyon umgehen. Der Preis für die Ladung betrug 3 cent /pound. Dass der Betreiber der Bahn sich dumm und dämlich verdiente, steht außer Frage. Ein Konkurrent baute auf der anderen Flussseite eine zweite Tramway.
Um 1900, nach dem Bau der Bahnstrecke nach Whitehorse, wurde Canyon City zur Geisterstadt.
Nach dem Besuch von Canyon City stand als nächster Programmpunkt Goldwaschen an. Natürlich fand jeder eine Minimenge des wertvollen Edelmetalls.
Die Fahrt durch den Miles Canyon war sehr schön und nicht allzu wild.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_63.jpg)
Um fünf Uhr kamen wir wieder in Whitehorse an.
Anschließend fuhren wir in die Yukon Brewery. Eine Tour fand am späten Nachmittag nicht mehr statt. Der gift shop bot nicht sehr viel Interessantes, wir hielten uns hier nicht sehr lange auf und fuhren weiter zur „Fischleiter“.
Die Fischleiter ist mit 350 m Länge und 2 m Tiefe die weltweit größte. Sie wurde 1959 nach dem Bau des Whitehorse Damms gebaut. Hauptsächlich wandert hier chinook (king) salmon zu seinen Laichplätzen. Als besonderen Gag baute man seitlich in die Fischleiter einige Fenster ein. Im Public Fishway Building kann man einen Blick auf die flussaufwärts schwimmenden Lachse werfen. Wir hatten Glück und konnten einige Exemplare bewundern. Die Hauptsaison der Lachswanderung findet hier von Ende Juli bis an Anfang September statt. Der Chinook Lachs ist weltweit der größte Lachs. 2004 wurde eine Webcam installiert und während des salmon runs kann man unter:
http://www.yukonenergy.ca/community/mulitmedia/fishcam
ebenfalls die Lachse bewundern.
Heute abend gab es im Urlaubsspeiseplan eine Abwechslung. Kein Steak, kein Fisch und keine Pizza. Wir fuhren zu Wolf´s Den Restaurant, 20 km südlich von Whitehorse bei Meile 873 am Alaska Highway. Das Restaurant und der Caribou RV Park stehen unter Leitung von Herbert und Evi, einem Ehepaar aus der Schweiz. Wie es in Schweizer Restaurants üblich, stand neben Raclette und Käsefondue Fondue Bourgignonne auf der Speisekarte, welches wir auch auswählten. Allerdings stand dabei, dass es Fondue nur auf Vorbestellung gibt. Nach einem kurzen Zutatencheck von Herbert, genannt Hardy, bekamen wir doch Fondue serviert. Es schmeckte hervorragend. Die Bratwurst, die anderen Gästen serviert wurde, sah auch sehr lecker aus. Nur die Hintergrundmusik entsprach nicht unserem Geschmack. Es lief Musik von Wolfgang Petry und ausserdem kamen rheinische Schunkelgesänge aus den Lautsprechern. An diesem milden Abend gönnten uns nach dem Essen auf der Terasse einen Grappa. Es wurde ein richtig gemütlicher Abend. Beim Bezahlen erfuhr ich, dass das Restaurant die Bratwurst von einem schottischen Metzger bezog. Sehr gut besucht war weder das Restaurant noch der Campground. Bevor wir zurück fuhren, drehten wir noch eine Runde auf dem Campingplatz. Auf dem Gelände stand eine sogenannte „Recreation hut“ mit Holzbänken und Holzstühlen. Feuerholz lag in großer Menge bereit. Die Camper konnten ihr Geschirr an einer großen Spüle, die im Freien stand, reinigen. Natürlich standen hier alle Zutaten für einen ordentlichen Abwasch bereit.
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Schöne Beschreibung eines gelungenen Tages
Interessanter Bericht :!: :!: :!:
Gruß
Palo
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Es schmeckte hervorragend. Die Bratwurst, die anderen Gästen serviert wurde, sah auch sehr lecker aus. Nur die Hintergrundmusik entsprach nicht unserem Geschmack. Es lief Musik von Wolfgang Petry und ausserdem kamen rheinische Schunkelgesänge aus den Lautsprechern.
Das Restaurant scheint ja ein echter Karnevalgeheimtip zu sein. Vieleicht lohnt sich ja mal ein Rosenmontagsauflug dorthin. :smiledance: .
Habt ihr eigentlich dem Guide der "Dalton Trail Lodge" auch noch ein Trinkgeld geben müssen?
Gruss Tom
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Habt ihr eigentlich dem Guide der "Dalton Trail Lodge" auch noch ein Trinkgeld geben müssen?
Gruss Tom
Das war vermutlich mit der restlichen Flasche Off abgegolten ... :lol:
Viele Grüße, Petra
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Tom, Petra, wir haben dem guide der Dalton Trail keinen Cent Trinkgeld gegeben. Das sahen wir nicht ein, ich wüßte nicht für was ich hätte Trinkgeld geben sollen.
Anette
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nana, er hat schließlich Euer Gepäck gefahren, Euch das Essen zubereitet, in einer falschen Hütte schlafen lassen, Euch mitgeteilt, dass ihr ziemlich langsame Wanderer seit ...
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nana, er hat schließlich Euer Gepäck gefahren, Euch das Essen zubereitet, in einer falschen Hütte schlafen lassen, Euch mitgeteilt, dass ihr ziemlich langsame Wanderer seit ...
... wortlos die Wathosen bereit gehalten, Euch nicht durch unnötiges Geplauder in der andächtigen Stille gestört und den ziehenden Hund stundenlang halten lassen, für 8 $ Off verteilt und ... und :lol:
Ich finde auch, das ist ein dickes Trinkgeld wert. :wink:
Liebe Grüße, Petra
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Hallo Anette,
bin gerade erst zum Nachlesen der letzten Tage gekommen - das ist ja echt der Hammer mit der Tour zur Hütte am See! Mensch, da hätt ich mich ja geärgert...!
Aber dafür bin ich ganz begeistert von Deinen Bären- und Landschaftsphotos und freu mich schon auf die Weiterreise!
Grüßle
Elke
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nana, er hat schließlich Euer Gepäck gefahren, Euch das Essen zubereitet, in einer falschen Hütte schlafen lassen, Euch mitgeteilt, dass ihr ziemlich langsame Wanderer seit ...
... wortlos die Wathosen bereit gehalten, Euch nicht durch unnötiges Geplauder in der andächtigen Stille gestört und den ziehenden Hund stundenlang halten lassen, für 8 $ Off verteilt und ... und :lol:
Ich finde auch, das ist ein dickes Trinkgeld wert. :wink:
Liebe Grüße, Petra
Wenn ich mir das so überlege, habt Ihr natürlich recht. Irgendwie sahen wir die verschiedenen Situationen doch ganz falsch. :oops: :oops: Aber ein herzliches Dankeschön an Euch, dass Ihr uns die Augen geöffnet habt :wink: :wink: Für was so ein Reisebericht nützlich sein kann :D :D :D
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Dienstag, 15.08.2006
Heute stand ein Fahrtag an. Vor uns lagen vierhundert Meilen mit nur einer Großbaustelle. Das Fahrziel des Tages hieß Tok. Wir starteten um 8.30 Uhr in Whitehorse und fuhren zunächst bis Haines Junction. Dort die gleiche Prozedur wie vor wenigen Tagen. Zum Alcan Motel, Wäsche in die Waschmaschine, getankt und zur Village Bakery zum späten Frühstück. Die Cheese and Garlic Stixs, sowie die Apfeltaschen kann ich empfehlen. Zwischendurch fuhr ich zum Alcan Motel und lud die Wäsche in den Trockner. Nach dieser Pause ging die Fahrt weiter. Wir kamen gerade vom Frühstück, die Arbeiter an der Baustelle am Kluane Lake gingen in die Mittagspause. Auf der Baustelle wurde deshalb nicht gearbeitet und wir konnten ohne längere Wartezeiten und Pilotcar die Baustelle passieren.
Der allgemeine Straßenzustand des Alaska Highways war in diesem Jahr sehr schlecht. Teilweise nur Schotter, auf Teerstücken Schlaglöcher von immenser Vielzahl und unwahrscheinlich viele Dips.
Auf dem Highway sahen wir sehr viele große Wohnmobile, von denen die meisten Busausmaße besaßen. Die meisten zogen einen PKW nach und die Fahrräder und das Kanus fehlten auch nicht.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_64.jpg)
Beim Tanken in Beaver Creek standen wir neben einem solchen gigantisch großen Womo. Cool fanden wir die Scheibe der „Eingangstür“, die mit einer Bleiverglasung verziert war.
Um 16.30 Uhr erreichten wir Tok. Wir stiegen diesmal nicht im Westmark Hotel ab, sondern in Youngs Motel. Youngs Motel gehört zu dem Restaurant „Fast Eddy“, unserer Lieblingskneipe in Tok. Das Motel war neu, Fenster mit Doppelverglasung und die Fenster ließen sich sogar wie bei uns in Deutschland öffnen. Youngs Motel lag preislich unter dem Westmark Hotel. Zum Glück hatten wir das Motel von zu Hause über ............. vorgebucht, an diesem Nachmittag war bereits kein Zimmer mehr zu haben.
Das Abendessen nahmen wir natürlich bei „Fast Eddy“ ein.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_65.jpg)
Wir gönnten uns eine 15´´ große Pizza. Nach dem Abendessen gingen wir über den Campingplatz, der sich neben dem Motel befand. An diesem Abend war es recht warm und wir ließen uns auf einer Bank nieder und ließen den Tag ausklingen.
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Anette, endlich hattet ihr mal einen Tag ohne Aufregungen :lol: :prost: :rotor:
Freue mich schon drauf wie es weiter geht. Hoffentlich bald :)
Gruss
Palo
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Anette, endlich hattet ihr mal einen Tag ohne Aufregungen :lol: :prost: :rotor:
Freue mich schon drauf wie es weiter geht. Hoffentlich bald :)
Gruss
Palo
Ja Palo, das war ein ganz gemütlicher Tag. Aber keine Bange, morgen kommt wieder ein "highlight". Mist kann sich sogar verdoppeln :wink:
Anette
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[quote="Anette"
Ja Palo, das war ein ganz gemütlicher Tag. Aber keine Bange, morgen kommt wieder ein "highlight". Mist kann sich sogar verdoppeln :wink:
Anette[/quote]
:lol: :lol: da bin ich jetzt doppelt gespannt :wink:
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Mensch Anette, das war ja wirklich ein heftiger Urlaub bis jetzt.
Kann doch eigentlich nur besser oder? :D
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Mittwoch 16.08.2006
Nach dem Frühstück bei „Fast Eddy“ (Riesenportionen), fuhren wir zum Burnt Paw Gift Shop. Dieser Laden liegt genau gegenüber dem Westmark Hotel. Hinter dem Geschäft, dessen Inhaber Bill Arpino ist, ein Musher, der u.a. 1973 am Iditarod teilnahm, befindet sich ein Kennel mit Welpen zum Verkauf. Ein Puppy kostet $ 200 mit allen Impfungen und Papieren. Natürlich gehörte auch ein genauer Stammbaum dazu.
Auf dem Gelände befinden sich noch Cabins, die man buchen kann. Die Burnt Paw Cabins sind neu und sahen von außen und innen sehr gut aus. Allerdings lagen sie preislich weit über dem Übernachtungspreis unseres Motels.
Wir setzten unsere Fahrt Richtung Westen fort. Die nächsten zweihundert Meilen durchfuhren wir, wie schon auf dem Hinweg, eine Baustelle nach der anderen. Zum Glück hatten wir heute nicht allzu viel im Besichtungsprogramm stehen. Über die Nabesna Road fuhren wir in den Wrangell-St.Elias National Park. Die gravel road ist zweiundvierzig Meilen lang und führt von Slana nach Nabesna. Diese Straße wurde 1933 als Versorgungstrasse zur Nabesna Mine gebaut. Die ersten dreißig Meilen sind mit einem normalen PKW befahrbar, die restlich zwölf Meilen wegen einiger Flussdurchfahrten nur mit einem Allradauto. Wir fuhren bis zum Caribou Creek Trailhead bei Meile neunzehn und liefen diesen Wanderweg für ca. eine Stunde. Außer uns war auf diesem Weg niemand mehr unterwegs. Überhaupt sahen wir auf Nabesna Road nur sehr wenige Fahrzeuge.
Auf der Rückfahrt hielten wir bei Meile siebzehn. An dieser Stelle stand ein Holztisch mit zwei Holzbänken. Während des Essens genossen wir den Ausblick auf den Kettle Lake.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_67.jpg)
Wie so oft in diesem Urlaub, sah man von den Bergen wegen starker Bewölkung nicht sehr viel.
In Glenallen ergänzten wir unsere Vorräte. Dreißig Meilen westlich von Glenallen hatten wir am Lake Louise in der dortigen Lodge ein Zimmer gebucht. Nach Angaben in der Milepost handelte es sich bei der „Lake Louise Road“ um eine ungeteerte Straße. In diesem Jahr wurden die zwanzig Meilen lange Straße gerade geteert. Zuerst konnten wir noch außerhalb der Baustelle an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Tazhina Gletscher anhalten.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_66.jpg)
Innerhalb der Baustellen war kein Anhalten mehr möglich. Nachdem wir heute schon sehr viel Zeit vor „flag-men bzw. flag-women“ mit Stopp Schild zugebracht hatten, fiel es uns sehr schwer die Geduld zu bewahren, als wir hier mal wieder fünfzehn Minuten auf das pilot-car warten mussten grrr................
Die Lake Louise Lodge stand zum Verkauf (4 Lakeside acres zum Preis von $ 195000).
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_68.jpg)
Die Lodge liegt direkt am See und der Ausblick war großartig.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_70.jpg)
Der Speisesaal war ok, die Zimmer, na ja, sehr klein und etwas spartanisch eingerichtet.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_69.jpg)
Für eine Nacht ging es. Leider konnten wir von den Liegestühlen auf der Wiese keinen Gebrauch machen, denn mittlerweile schüttete es draußen.
Wir gingen ins Restaurant zum Essen. Das Essen schmeckte ganz gut. Während des Essens kam ein Angestellter der Lodge zu uns an den Tisch und fragte, welches Auto wir fuhren. Nachdem wir unseren Trailblazer beschrieben hatten, teilte er uns mit, dass unser linker Vorderreifen platt sei. Mit der „Reifenplatt-Situation“ waren wir ja mittlerweile bestens vertraut, so dass mein Mann beschloss, erst zu essen und dann nach dem Auto zu schauen. Ich wollte nicht nass werden und blieb im Restaurant. Nach wenigen Nanosekunden erschien Wolfgang zurück im Restaurant und erzählte, dass nicht nur vorne links, sondern zusätzlich auch noch hinten rechts der Reifen platt sei.
Oh Mann, so eine Sch......, das darf doch nicht wahr sein, von Dienstag Woche 1 bis Mittwoch Woche 2 hatte das Auto insgesamt vier Plattfüße. Wir können uns diese Tatsache bis heute nicht erklären. Mittlerweile gehen wir davon aus, dass auf dem Auto überlagerte Reifen waren.
Ein platter Reifen ist noch zu händeln, aber bei zweien wird die Sache schon schwieriger. Wir riefen beim AAA an und ließen uns die Telefonnummer der nächstgelegenen Werkstatt geben. Die Frau des Besitzers von Grizzly Country Towing sagte uns am Telefon, ihr Mann sei unterwegs und käme erst am nächsten Morgen zurück. An diesem Abend unternahmen wir nichts mehr. Einen Reifen im strömenden Regen zu wechseln, dazu hielt sich unsere Lust in engen Grenzen. Das Reifenspray konnten wir auch nicht in den Reifen sprühen, dann hätten wir sofort fahren müssen, damit sich die Masse gut im Reifen verteilt.
Und wie sagte schon damals Scarlett O´Hara: Schließlich, morgen ist auch ein Tag.
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Hoffentlich war das Eurer letzter Platten. :!:
Ich hätte mir vor Wut in den Hintern gebissen. :evil:
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Ach du liebe Zeit, ihr seid ja Pechvögel. Zwei Platte auf einmal und kein AAA Service. Na ja in Alaska ist halt alles anders, wenn die Männer unterwegs sind, sind sie unterwegs
Hoffentlich konnte das Problem am nächsten morgen schnell behoben werden.
Gruß
Palo
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Hallo Anette
Was habt Ihr den für ein"Geschwür"bekommen? Habt Ihr die Reifen bei der Uebernahme angeschaut?
Das darf es es eigentlich gar nicht geben. Ich hoffe Ihr habt nach der Rückgabe zünftig auf den Putz gehauen.
@ Tom22
Das Restaurant scheint ja ein echter Karnevalgeheimtip zu sein. Vieleicht lohnt sich ja mal ein Rosenmontagsauflug dorthin
Ich hoffe Tom, du hast das nicht ersthaft gemeint? Solche Sprüche liebe ich nicht besonders! Warst Du schon einmal dort?
Der Cariboo CG hat mir schon bei 3 Reisen als Ausgangs CG einen guten Eindruck hinterlassen, wie auch das Wolf's Den Restaurant. Der CG ist ausserordentlich sauber, wie ich es von Schweizer Owner gewohnt bin, wie auch das Essen war jedesmal ausgezeichnet.
Auch die Background Musik passte jeweils genau in diese Gegend.(Country)
Gruss
Eagle
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Hallo Anette,
schon wieder ein besser gesagt zwei Plattfüße :shock: :shock: , ich kann verstehen, dass ihr erst einmal die Nerven behalten und gegessen habt.
Ich bin ja mal gespannt, was es zu dem Thema bei der Rückgabe des Wagens zu lesen gibt.
Gruß
Efty :wink:
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... ich kann verstehen, dass ihr erst einmal die Nerven behalten und gegessen habt.
Gruß
Efty :wink:
Irgendwann wird auch sowas zur Routine ;-)
@Anette
So viel Pech kann man eigentlich nicht haben, ich hoffe du berührst im Dezember keinen Spielautomaten :lol: ;-)
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@Anette
So viel Pech kann man eigentlich nicht haben, ich hoffe du berührst im Dezember keinen Spielautomaten :lol: ;-)
Oder gerade und dann klingelt es heftig ....!!! :lol: :lol:
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Hallo Anette
Was habt Ihr den für ein"Geschwür"bekommen? Habt Ihr die Reifen bei der Uebernahme angeschaut?
Wir schauen uns die Reifen bei Übernahme eines Autos an. An diesen Reifen war absolut nichts auffälliges.
... ich kann verstehen, dass ihr erst einmal die Nerven behalten und gegessen habt.
Gruß
Efty :wink:
Irgendwann wird auch sowas zur Routine ;-)
@Anette
So viel Pech kann man eigentlich nicht haben, ich hoffe du berührst im Dezember keinen Spielautomaten :lol: ;-)
Stimmt Heiko, an so was gewöhnt man sich recht schnell :D :D
Ich sehe das mit den Automaten in LV eher so wie Matze!!!!!
Anette
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Donnerstag, 17.08.2006
Bevor wir mit der Arbeit starteten, frühstückten wir in der Lodge. Der Werkstattmann von Grizzly Repair war noch nicht nach Hause zurückgekehrt. Die längste Zeit beim Wechseln des Hinterrades nahm das „Herunterleiern“ des Reserverades in Anspruch. Die Befestigung des Reserverades hinten unter der Karosserie erfolgte mittels eines komplizierten Seil-Mechanismus. Wir zogen, das zum Glück im Handschuhfach liegende Handbuch zu Rate. Durch Zusammensetzen des Schraubenschlüssels mit verschiedenen Verlängerungsteilen erhielten wir eine lange Stange. Diese wurde durch ein Loch in der Stoßstange gesteckt, in den Tiefen des Untergrundes irgendwo geheimnisvoll eingerastet und durch Drehen kam das Reserverad heruntergeschwebt. Wir wechselten das Hinterrad und verstauten den platten Reifen an der Stelle des Reserverades. So, nun kam Rad zwei an die Reihe. Wir spritzten das Reifenflickspray durchs Ventil hinein. Was ich beim Kauf des Sprays nicht wusste: Es gibt zwei Größen dieses Sprays, eine kleinere Dose für compact cars und eine große Dose für SUVs und Trucks. Ob es in der Tankstelle in der ich das Spray kaufte, zwei verschiedene Größen gab, wusste ich nicht mehr, jedenfalls hatten wir das Spray für compact cars. Ok, der Reifen vorne links war nun zur Hälfte aufgepumpt und die Dose leer. Was nun tun? Zeit stand uns nur begrenzt zur Verfügung, ist das Zeugs im Reifen, muss man möglichst bald losfahren. Wolfgang ging in die Lodge und organisierte einen Kompressors. Es vergingen einige Minuten bis wir endlich den Reifen vollständig aufpumpen konnten. Die Besitzer der Lodge bzw. die Angestellten waren in dieser Angelegenheit übrigens nicht besonders hilfsbereit.
Nun hofften wir, dass der Reifen für eine Strecke von dreißig Meilen durchhalten würde. Zwanzig Meilen bis zum Highway, anschließend weitere zehn Meilen bis zur Werkstatt. Gut fanden wir, dass wir vor der Baustelle auf der Lake Louise Road nicht anhalten mussten, sondern das pilot car uns sofort durch die Baustelle leitete. Zum Glück hielt der Reifen bis zur Werkstatt durch. Chris, der Inhaber, war mittlerweile von seinem 600 Meilen langen Abschlepptrip zurück. Er checkte beide Reifen und teilte uns mit, der Reifen vorne links brauche nicht geflickt zu werden. Wenn der Reifen dreißig Meilen in Ordnung war, sah er keine Notwendigkeit was zu tun. Ich kaufte eine Dose Reifenspray, diesmal die richtige Größe. Chris fand das etwas unsinnig, da wir das Auto übermorgen abgaben und wir auch keine einsamen Seitenstraßen mehr fahren wollten. Er konnte nicht ganz verstehen, dass ich darauf bestand, diese Dose als „Sicherheitsmaßnahme“ im Auto zu haben.
.....Tja, auf der Dalton Trail Lodge ließen wir viele Dollars und uns wurde das Mückenspray mit $ 8.75 berechnet. Die Einnahmen von Chris mit seiner Werkstatt betrugen bestimmt nur einen Bruchteil der der Dalton Trail Lodge. Das Geschäft mit dem Reifenspray hätte er locker machen können. Aber nein, er riet uns davon ab und hätte auf die Einnahme verzichtet. Mal ganz egal, dass ich das Spray eh kaufte........
Chris und seine Frau Marie lebten einige Zeit in Deutschland. Er war in Mannheim stationiert. Wir unterhielten uns lange mit ihnen. Sie kramten Bilder von Heidelberg und Mannheim herbei, die wir uns zusammen anschauten. Natürlich wurden wir vom Haushund, einem sieben Monate alten Bernhardiner begrüßt.
Nach einem längeren Aufenthalt setzten wir unsere Fahrt fort. Wir fuhren bis kurz vor Palmer in die Musk Ox Farm. Genauso wenig wie das in den Südstaaten vorkommende „spanish moss“ was mit Spanien oder Moos zu tun hat, haben Moschusochsen was mit Moschus bzw. Ochsen zu tun. Moschusochsen haben keine Moschusdrüse und auch keine Ochsen. Obwohl sie im Aussehen sehr Bisons ähneln, zählen sie zur Ziegen/Schaf Familie.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_71.jpg)
Die Moschusochsen wanderten über die Bering Land Brücke nach Nordamerika ein. In der letzten Eiszeit konnte man sie bis in Ohio finden, sie waren sehr weit in den Süden vorgedrungen. In Alaska waren sie um das Jahr 1800 ausgerottet. 1930 wurden einige aus Grönland wieder in Alaska angesiedelt. Heute gibt es in Alaska 3500, weltweit ca. 150000 Tiere. Man findet sie hauptssächlich in den nördlichen Regionen: Grönland, Alaska, Canada und Sibirien. Die größte freilebende Population ist in Canada auf Banks und Victoria Island im Northwest Territory zu finden.
Einmal im Jahr wird auf der Farm die Unterwolle ausgekämmt. Diesen Rohstoff bezeichnet man als Qiviut. Das Material wird an eine Art „Eskimo Genossenschaft“ geliefert. Die Eskimos können allerdings nicht spinnen und schicken deshalb die Rohwolle z.B. nach Rhode Island in eine Spinnerei. Die gesponnene Wolle wird den Eskimos geliefert und daraus werden Schals, Tücher, Handschuhe und Mützen hergestellt, die extrem warm halten. Verkauft wird das alles einem eigenen Laden in Anchorage. Der Namen des Geschäftes lautet Qiviut und befindet sich an der Ecke Fünfte und H Straße. Jedes Eskimodorf hat seine traditionellen Muster, die in diesen Stücken wieder zu finden sind.
Die Farm konnte nur mit einer Tour besichtigt werden. Nach den allgemeinen Infos gingen wir an den verschiedenen Gehegen vorbei. Die Moschusochsen sind schon beeindruckende große und zottelige Tiere. Im Tour Center lagen auch Qiviut Produkte zum Verkauf (teuer!).
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_72.jpg)
Als wir nach draußen kamen, zeigte unser linker Vorderreifen eine Delle. Wir fuhren sofort zu Midas nach Palmer und ließen den Reifen flicken. Die Werkstatt war gut besucht und wir mussten ca. eine halbe Stunde warten. Wir nahmen uns einen Becher Kaffe und lasen in unserer Urlaubslieblingszeitung, der Anchorage Daily News. Und wie nicht anders zu erwarten, das Thema der Titelseite handelte von Bären. Genau die richtige Lektüre für uns. In der Nähe von Anchorage am Bird und Indian Creek trieben sich sehr viele Braunbären herum. Bird und Indian Creek sind sowohl kleine Flüsse als auch kleine Ansiedlungen, die bis zum Sommer 2006 braunbärenfreie Zone waren. Ein halbstarker Braunbär räumte auf einem Campingplatz zwei Zelte aus. Er wurde allerdings von der Fish and Game Behörde eingefangen. Um weitere Camper-Bären Konflikte zu vermeiden, wurde in dieser Gegend das Zelten verboten.
...... in Las Vegas gab es einen Spielautomaten, dessen Thema „Happy Camper“ ist. Und das Bonusspiel, welches man gewinnen kann hat den Titel: Bear Raid Bonus. Ein Bär dringt ins Camp ein und plündert. So wie im richtigen Leben.........
Einem Bewohner dieser Gegend wurden von Bären zwei Zwergziegen und ein Reindeer getötet.
Wie Cooler zu öffnen sind, lernten die Bären im Laufe der Zeit. Nun stehen in vielen amerikanischen Haushalten mehr Gefriertruhen als Gefrierschränke. Oftmals stehen die Geräte aus Platzgründen draußen. Und Bären sind nun einmal schlau. Sie fanden schnell heraus, dass diese mit lauter Leckereien gefüllten Kisten genau in der gleichen Weise zu öffnen sind wie die herkömmlichen Cooler. An Beute ist meist all das drinnen, was ein Bärenherz begehrt: Eis, Beeren und vor allen Dingen Fisch. In diesem Gebiet drücken sich wirklich die Bären die Nasen an den Terrassentüren platt.
Als unser Auto fertig war, legten wir die spannende Lektüre zur Seite und ich ging zur Kasse. Mit $ 19 für das Flicken des Reifens war Midas die billigste aller von uns besuchten Werkstätten. An diesem Abend übernachteten wir in der Sheep Mountain Lodge. Wir fuhren dreiundfünfzig Meilen zurück Richtung Glenallen. Von den Dall Sheeps, die man von hier aus sehen sollte, befand sich an diesem Tag wohl gerade keines im Dienst.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_73.jpg)
Die Cabins waren neu, sehr schön, gemütlich eingerichtet und sehr groß. Einziger kleiner Nachteil, es stand nur ein Bett im Zimmer. Die Lodge lag in großartiger Umgebung, eingerahmt von Bergen.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_74.jpg)
Einen Kennel gab es hier ebenfalls. Dieses war nicht weiter verwunderlich, denn die Sheep Mountain Lodge gehört Zack Steer, einem 33 jährigen Alaskaner, der 1997 mit dem Schlittenhundefahren begann. Er nahm bereits am Yukon Quest und am Iditarod teil. Außerdem veranstaltet er jedes Jahr im Dezember ein Rennen. Start und Ziel dieses 150 Meilen langen Rundkurses ist die Sheep Mountain Lodge.
Im Restaurant hingen viele Bilder mit Autogrammen von mushern. Das Abendessen schmeckte sehr gut. Wider besseren Wissens bestellten wir uns vor dem Hauptgericht eine Vorspeise. Unsere Hauptgerichte schafften wir anschließend nicht mehr ganz. Aber das Brot mit einer Art Lachspastete und die Quesadillas waren einfach zu verlockend.
Was wir bisher in den vergangenen drei Wochen zwar sahen, aber nicht fotografieren konnten: einen Elch. Die Umgebung der Lodge müsste sich dafür eignen, denn es war typisches Elchgelände.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_75.jpg)
Nach dem Essen setzten wir uns bis zum Einbruch der Dunkelheit auf der Terrasse. Danach begaben wir uns auf die Elchsuche und liefen ein Stück eines Wanderweges. Leider bekamen wir an an diesem Abend keinen Elch zu sehen.
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Meine Güte, Anette:
Die tollen Tierbeobachtungen auf der Reise habt Ihr aber mit der verkorksten Wanderung und vielen Plattfüssen relativ teuer bezahlt... :shock:
Kann man echt so viel Pech haben :kratz:
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Meine Güte, Anette:
Die tollen Tierbeobachtungen auf der Reise habt Ihr aber mit der verkorksten Wanderung und vielen Plattfüssen relativ teuer bezahlt... :shock:
Kann man echt so viel Pech haben :kratz:
Wir haben alle nicht sehr angenehmen Ereignisse schnell hinter uns gelassen. Geärgert hat uns das mit den vier Platten schon, aber es war zum Glück immer recht schnell erledigt. Wir verloren keinen einzigen Urlaubstag und konnten auch alle unsere geplanten Aktivitäten durchführen. Gelitten hat unser Urlaub ganz und gar nicht, es war unwahrscheinlich toll.
Anette
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Freitag 18.08.2006
Nach dem reichhaltigen Abendessen gestern verspürten wir nach dem Aufstehen keinen Hunger. Erster Besichtigungspunkt des heutigen Tages war eine Reindeer Farm. Diese befindet sich sieben Meilen südlich von Palmer. An diesem Morgen standen uns die Reindeers voll und ganz zur Verfügung, wir waren zu dieser frühen Stunde die einzigen Besucher. Mittlerweile schüttete es mal wieder wie aus Eimern. Wir zogen unsere Regenjacke an, bekamen Gummistiefel zur Verfügung gestellt und los ging die Tour. Natürlich bekamen wir von der Angestellten zwei Beutel mit Reindeer-Futter. Sie erklärte uns noch, wir sollen die Beutel mit den Pellets nicht in die Jackentasche stecken, dieses Versteck würden die Tiere kennen. Sehen oder merken sie die Pellets in der Jacktasche, würden die Tiere aufdringlich werden. Wir stampften durch den Matsch in das der Öffentlichkeit zugänglichem Gehege. Die Tiere warteten auf ihr Frühstück und kamen gleich auf uns zugelaufen. Nicht nur das Jackentaschenversteck war ihnen bekannt, auch der Rucksack und die Hände wurden gleich unter die Lupe genommen. Wir hatten großen Spaß mit den sehr netten Tieren. Reindeer besitzen im übrigen keine oberen Schneidezähne.
Auf dem Gelände wohnten noch mehr Tiere wie z.B. zwei Elche, ein Bison, Elk und Deer. Einem der Elche ging der Regen wohl genauso auf den Nerv wie uns. Er lag in seinem Gehäuse, schlief und wollte uns nicht sehen . Am Wohnhaus standen zwei „Hausreindeer“, deren Lieblingsaufenthaltsort die dortige Terrasse war.
Nachdem wir die Tiere versorgt und uns umgeschaut hatten, knurrte doch uns der Magen. Wir fuhren nach Glenallen in den „Fred Meyer“ Supermarkt und kauften ein. Ich entdeckte im Supermarkt eine Sushi Theke und konnte nicht widerstehen, einige der leckeren frischen Teilchen zu kaufen. Dazu noch einige Scheiben Käse, frisches Brot und zwei Becher frisch gebrauter Starbucks Kaffee.
Bei strömendem Regen genossen wir im Auto unser Frühstück. Anschließend fuhren wir nach Wasilla ins Iditarod Headquarter. Fahrten in von Schlittenhunden gezogenen Wägelchen fanden wegen des starken Regens nicht statt. Und wenn keine erwachsenen Hunde im Dienst sind, fehlen auch die Puppies, die sich bei schönem Wetter mit den Touris vergnügen. Wir hielten uns nicht sehr lange auf und setzten unsere Fahrt nach Anchorage fort. Im Millennium Hotel wurde uns Zimmer 2047 zugewiesen (bis auf das Stockwerk genau die gleiche Nummer wie vor drei Wochen). Da wir am nächsten Tag das Auto zurückgaben, räumten wir es an diesem Mittag vollständig aus.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_76.jpg)
Vor dem Abendessen fuhren wir zum Bird bzw. Indian Creek (laut Anchorage Daily News die Flüsse bzw. Orte mit den vielen Bären). Im Bird Creek standen keine Angler, also wanderten keine Lachse und wo keine Lachse wandern, sind keine Bären. Und genauso war es, wir sahen keinen einzigen Bären, obwohl wir uns lange Zeit in diesem Gebiet aufhielten.
Ursprünglich wollten wir ins beliebte Glacier Brewhouse zum Essen. Die Wartezeit von einer Stunde und vierzig Minuten war uns doch etwas zu lang. Wir nahmen das Abendessen im Snow Goose Restaurant and Lady Brewery ein.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_77.jpg)
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Oh ihr seid in Anchorage jetzt könnt ihr endlich das Auto loswerden
Gruß
Palo
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Oh ihr seid in Anchorage jetzt könnt ihr endlich das Auto loswerden
Gruß
Palo
Richtig Palo, einen Tag später gaben wir das Auto ab :D Und da wir dann aufs Schiff gingen, war eins sicher: einen platten Reifen werden wir in den nächsten 7 Tagen garantiert nicht haben :D :D
Anette
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Jetzt freue ich mich schon auf die Cruise (und vielleicht etwas ueber Anchorage)
Gruss
Palo
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Palo, über Anchorage werde ich nichts schreiben. Wir hielten uns dieses Mal hier nicht auf. Falls Du was spez. zu Anchorage wissen willst, schicke mir eine PN.
Anette
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Samstag 19.08.2006
Nach dem Aufstehen packte ich die Koffer und Seesäcke, Wolfgang fuhr zum Flughafen und gab das Auto ab. Der Transfer nach Whittier mit dem „Magic Bus“ erfolgte erst um 10.45 Uhr und wir nutzten die Zeit für ein ausgiebiges Frühstück im „Flying Machine Restaurant“ des Millennium Hotels...... weil es die nächsten sieben Tage garantiert nichts zum Essen geben würde :D .......
Wir wurden fast pünktlich abgeholt und um 11 Uhr ging es ab Richtung Whittier. Mit uns im Bus waren keine weiteren Kreuzfahrtpassagiere, sondern ein Gruppe von Leuten, die in Whittier an einem Ausflug (26 Glacier cruise) teilnahmen.
Und es kam, wie es kommen musste: Bei Meile 116 auf dem Seward Highway sahen wir einen Elch. Der stand ganz gemütlich am Rande eines kleinen Tümpels. Ideal zum Fotografieren, nur leider hielt der Bus an dieser Stelle nicht an. So ein Schrott.....
Der Busfahrer legte eine Pause von zehn Minuten am Bird Point ein, bevor wir um 12.30 Uhr durch den Tunnel nach Whittier fahren konnten.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_78.jpg)
Der Tunnel wird von Autos und Zügen genutzt, allerdings nicht gleichzeitig, dazu ist die Durchfahrtsbreite zu gering. Der Tunnel wird nicht durchgehend für den Autoverkehr frei gegeben, es gibt bestimmte Durchfahrzeiten für die beiden Richtungen und für Züge.
Und nach dem Tunnel sahen wir unser „Zuhause“ für die nächsten acht Tage, das Kreuzfahrschiff „Sapphire Princess“.
.... Auf unseren bisherigen Reisen sahen wir oft in den verschiedensten Häfen weltweit diese sehr großen Schiffe. Und es kam der Wunsch auf, irgendwann an einer Kreuzfahrt teilzunehmen. Uns war klar, dass das eine vollkommene andere Art des Reisens ist. Deshalb beschlossen wir, die Inside Passage einmal auf diese Art zu bereisen. Durch die Inside Passage fuhren wir vor einigen Jahren mit einer Alaska Fähre. Dabei legten wir mehrtägige Stopps in einigen Städtchen entlang des Panhandles ein, z.B. Sitka, Juneau, Ketchikan. Den Panhandle besuchten wir ein zweites Mal vor sechs Jahren. Für uns stand während dieser Kreuzfahrt nicht das Kennenlernen dieses Teils von Alaska im Vordergrund, sondern die Annehmlichkeiten, die ein solches Schiff bietet. Natürlich buchten wir einige Landausflüge bereits von zu Hause aus. Dabei stellten wir fest, dass sehr interessante Touren angeboten werden, die nicht nur die absoluten Highlights und einkaufen beinhalteten.....
Die Koffer und Seesäcke gaben wir am Gepäck-Check-In ab. Diese Abgabestelle war nicht sehr groß, denn es gab nur wenige Individualtouristen, die an Bord gingen. Die Teilnehmer unternahmen meistens mit dem Reiseveranstalter Princess eine Landtour und zum Schluss dieser Rundreise eine Kreuzfahrt. Das Gepäck wurde hier gleich nach Ankunft des Busses in große Container geladen.
Das Gepäckpersonal sagte, wir hätten die schwersten Koffer der Saison 2006. Das Einchecken am Terminal verlief reibungslos. Ab 12 Uhr konnte man an Bord gehen und somit befanden wir uns unter den ersten Passagieren.
Uns überwältigte die Größe des Schiffes. Unser stateroom lag auf dem Caribe (10) Deck. Zimmer C753, mit Balkon, lag ganz hinten rechts.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_79.jpg)
Gerado, der Steward aus Mexiko, begrüßte uns und teilte uns mit, dass das Gepäck im Laufe des Nachmittags in die Kabine geliefert wird. „Leinen los“ war für 21.30 Uhr geplant.
Bevor wir uns das Schiff ansahen, fuhren wir mit dem Fahrstuhl auf das Lido Deck (14) und gingen an das Büffet Restaurant Horizon Court. Dieses ist das Restaurant an Bord, welches vierundzwanzig Stunden geöffnet hat. Kaffee, Tee, Wasser und Iced Tea kosteten nichts, all inklusive soft drinks gab es für $ 3.75 pro Tag. Für die anderen Getränke musste bezahlt werden. Nach dem Essen begutachten wir ausgiebig unser schwimmendes Hotel.
Als wir in unserem Zimmer ankamen, standen nur die zwei Seesäcke im Schrank, die Koffer wurden erst viel später geliefert. Wir weihten sofort unseren Balkon ein, setzten uns nach draußen und beobachteten das Treiben in Whittier.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_80.jpg)
Zum Glück war der Balkon überdacht, denn es regnete mal wieder. Bei den späteren Streifzügen übers Schiff stellten wir fest, dass es nur wenige überdachte Balkone gibt.
Als Essensoption wählten wir bei der Buchung der Kreuzfahrt nicht das „traditional dining“ sondern „anytime dining“. Wir konnten in jedes Restaurant des Schiffes gehen, wann immer wir wollten. Auch natürlich in einen Diningroom, allerdings hätten wir uns dazu am jeweiligen Tag anmelden müssen.
Ausnahme war der erste Abend. Der international dining room war für alle geöffnet. Die Essenswahl war sehr groß und das Essen schmeckte hervorragend. Allzu lange konnten wir nach dem Essen nicht sitzen bleiben, denn um 20 Uhr fand die Rettungsübung statt.
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Die Übung entsprach nicht ganz meinen Erwartungen. Ich hatte mir vorgestellt, dass sich alle Passagiere mit angezogener Schwimmweste an der Reling aufreihen, so wie man es eben im Film sehen kann :D . Nichts mit Reling, jeder musste zu seinem Sammelplatz, der Muster Station. Wir durften in den Club Fusion gehen, der im Normalfall als Bar und Disco diente.
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Vor dem Abendessen teilte der Kapitän über die Bordlautsprecher mit, wegen schlechten Wetters in Alaska seien viele Passagiere noch nicht an Bord und die Abfahrt wurde von 21.30 Uhr auf Mitternacht verschoben.
Beim mittäglichen Erkundungsgang hatten wir die Wheelhouse Bar entdeckt.
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Eine total gemütliche Bar, duster, braune Ledersessel und alte Bilder an der Wand. Die Einrichtung erinnerte stark an eine alte englische Bibliothek. Unsere Bedienung hieß Allitayo und kam aus Thailand. Mit diesem sehr netten Mann kamen wir schnell ins Gespräch und zu erzählen gab es genug. Gegen 23 Uhr wechselten wir die location und gingen in den Skywalker Nightclub auf dem Sky Deck.
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Hier war es total leer. Die Wände des sich ganz hinten auf dem Schiff befindlichen Skywalker waren aus Glas. Von hier oben genossen wir den tollen Blick entlang des gesamten Schiffes.
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Wir suchten uns einen Platz, von dem wir das Ablegen gut beobachten konnten. Allerdings tat sich um Mitternacht und auch danach gar nichts. Wir harrten bis kurz vor eins aus und gingen in unser Zimmer zurück. Wir erfuhren am nächsten Tag, dass das Schiff erst gegen 3 Uhr startete.
Kapitän Attilio Guerrini ist Italiener, in der Toskana geboren. Er war schon Chef auf einigen Schiffen der Princess Cruiseline, wie z.B. der Star, Crown und Regal Princess. Die Regal Princess ist das Schwesterschiff der Sapphire Princess.
Die Lieblingsurlaubsgebiete des Kapitäns sind das Mittelmeer und der Südpazifik.
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Danke Anette :) :)
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Hallo Anette,
wann legt das Schifff denn nun ab :roll: :)
Gruss
Palo
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Dann bin ich mal gespannt, was Ihr auf der Kreuzfahrt so erleben werdet :wink:
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ich hab fast die Befürchtung, dass der Kahn schon vor dem Ablegen abgesoffen ist. Von daher sollten wir uns nach einem Auto umsehen. :lol:
Aus der Perspektive der Reiseberichtleser ist so ein WE-Event echt kontraproduktiv. Sollte verboten werden!!!!!
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Aus der Perspektive der Reiseberichtleser ist so ein WE-Event echt kontraproduktiv. Sollte verboten werden!!!!!
:dozent: :evil: :koch: :kloppen: :bang: :teufel: :wut54: :never:
:klo: :protest: :dagegen:
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Hab ich irgendwas falsch gemacht??? :roll: :shock: :zuck:
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Hab ich irgendwas falsch gemacht??? :roll: :shock: :zuck:
Ja, Du wolltest das WE-Event verbieten :wink: :lol: 8)
Aber genug OT, könnte jetzt mit dem Bericht weitergehen...
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ich hab fast die Befürchtung, dass der Kahn schon vor dem Ablegen abgesoffen ist. Von daher sollten wir uns nach einem Auto umsehen. :lol:
Aber bitte alle Reifen kontrollieren :wink: :wink:
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Richtig, wie jedes Jahr das WE-Event. Da kommt nicht gerade ausgeruht nach Hause :wink: Mit dem RB wird es nächste Woche weitergehen, muß noch ein paar Bilder raussuchen und in die Fotogalerie laden.
Sorry für die Verzögerung :oops:
Anette
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Sonntag 20.08.2006
Nach dem Aufstehen um halb acht begaben wir uns unverzüglich auf den Balkon. Bis neun Uhr kreuzte die Sapphire Princess im College Fjord.
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Als wir diesen verließen, setzten wir unseren Schiffsorientierungsgang fort. Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Der Sonntag war ein Seetag und es wurden die verschiedensten Programme und Kurse angeboten (Schatzsuche, Tischtennisturnier, Bridgeturnier, Line Dance Class, Gemäldeversteigerung, Jeopardy, Fotografiekurs, Word, Excel, Powerpoint, Papierfalten, Töpfern, ein Weinseminar und die verschiedensten Sportkurse: Yoga, Power walking, Streching, Spinning, heavy work out).
Wir entschieden uns für die um 12.15 Uhr stattfindende Vorführung: Martini and Cocktail Demonstration.
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Hier wurde von drei Barkeepern unter Einbeziehung des Publikums die Herstellung von Cocktails gezeigt. Mir schmeckte am besten der Ultimate Cooler, eine Mischung aus Vodka, Wassermelonen- und Passionsfruchtsaft die mit einem Schuss Cranberrysaft geflutet wurde.
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Am Horizon Court Büffet gab es täglich von:
4 – 6 Uhr continental breakfast
6 –11 Uhr breakfast
11 – 14 Uhr lunch
14 – 18 Uhr light snacks
18 – 23 Uhr dinner
23 – 4 Uhr bistro style dinner
Zusätzlich zum Lunch Büffet gab es jeden Tag am Pool ein „special“ Lunch Büffet. Das Thema am heutigen Tage: California Sushi Bar.
Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und nahmen unser Mittagessen am Pool ein. Das Dach über dem Pool bzw. über großen Teilen von Deck 14 war geschlossen.
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Leider wurde das Wetter mit der Zeit immer schlechter und Wind kam auf. Wir nahmen Kurs auf den Golf von Alaska.
Um 14.30 Uhr fand im Atrium die „fruit and vegetable carving“ show statt. Die Vorführung, dargeboten von vier Köchen des Schiffes, war Weltklasse.
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Super schöne Tiere und Figuren schnitzten sie aus Obst und Gemüse.
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Nicht nur die verschiedensten Schnitzereien begeisterten uns, sondern zusätzlich die Geschwindigkeit mit der diese kleinen Kunstwerke hergestellt wurden.
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Während dieser beeindruckenden Vorführung nahm der Seegang beträchtlich zu. Nach der Show gingen wir zunächst in unsere Kabine zurück. Mit herumlaufen war nicht viel drin, das Schiff schwankte zu stark. Aber zum Glück gibt es auf den langen Fluren rechts und links an der Wand ein Geländer, an dem man sich festhalten kann.
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Ca. zwei Stunden später kam vom Kapitän eine Durchsage, mit der die Passagiere beruhigte (ein Versuch war es wert :D ). Das sei alles ganz normal, ein kleines Schlechtwettergebiet mit leichtem Seegang und überhaupt kein Grund zur Beunruhigung. Der Seegang sollte den gesamten Abend und die kommende Nacht anhalten. Die Höhe der Wellen lag bei sechs Metern.
...... Wir hatten uns zu Hause vor der Kreuzfahrt oft überlegt, ab welcher Wellenhöhe merkt man auf einem Schiff mit diesen großen Ausmaßen was vom Seegang. Mit allen Stabilisatoren müssten da bestimmt schon sehr hohe Wellen kommen (allerdings halte ich Wellen von 6 Metern nicht für sehr hoch :? ). Dies war eine große Überraschung für uns, dass man diesen Seegang auf dem Schiff so stark merkte..........
Meine Vorfahren waren Klabauter und deshalb bin ich eine stürmische See gewohnt. Wolfgang machte es zwar auch nichts aus, aber ganz wohl war ihm nicht, sein Appetit hielt sich in Grenzen.
Heute Abend sollte der erste „formal evening“ sein. In den dining rooms und in den Restaurants war große Abendgarderobe angesagt. Weiterer Programmpunkt des heutigen Abends war die „welcome aboard cocktail party“, die Ansprache des Kapitäns im Atrium und die Vorstellung der Offiziere.
Alle diese drei Sachen schenkten wir uns an diesem Abend. Sehr verwunderlich war die „Statusanzeige der Seebedingungen“ im Fernseher. Da wurde nur eine Wellenhöhe von 2,5 Metern angezeigt, also fast glatte See :roll:
Sehr viele Leute sahen wir nicht, als wir später in die Wheelhouse Bar gingen. Anstelle mit Ballkleid und Anzug über das Schiff zu flanieren, lagen viele Passagiere in ihren Kabinen und litten an Seekrankheit. Auch die Bar war nicht überfüllt. Immerhin saß der Kapitän und ein paar Offiziere in der Bar.
...... wenn der Kapitän hier gemütlich sitzt, kann es so schlimm nicht sein. Ob er eine kleine Flasche Wasser oder ein Piccolo vor sich stehen hatte, kann ich nicht sagen :prost: .........
Überall lagen diskret versteckt Kotzbeutel herum. An jedem Mülleimer hing kunstvoll als Deko angebracht eine weiße Tüte. Sehr viele Schiffsangestellte standen mit einem Körbchen in der Hand an den verschiedensten Stelle im Schiff. Im Körbchen befanden sich zahlreiche Lappen, Beutel und Reinigungssprays jeglicher Art. Warum das wohl zum Einsatz kam?.... :wink:
Bevor wir an diesem Abend zurück ins Zimmer gingen, fuhren wir nach oben und schauten, was am Horizon Court Büffet los war. Eine Seite des Restaurants war geschlossen und das andere musste nicht wegen Überfüllung schließen. Die tollen Eisfiguren schmolzen dahin.....
Ich konnte aus drei verschiedenen Gründen nicht einschlafen:
1. Die Gischt verursachte einen Höllenlärm. Die Schiebetür schlossen wir nicht, frische Meeresluft in der Nacht musste schon sein.
2. Jeder kennt das Gefühl, wenn man im Flugzeug sitzt und die Maschine sackt etwas ab. Genauso war es an diesem Abend im Bett. Unsere stateroom hatte bei diesem Wetter den Nachteil, dass er hinten und weit oben lag. Das ist eine Stelle des Schiffes, an der man die Bewegungen stark spürt. In der Bar unten war es weitaus angenehmer gewesen. Zum Glück wohnten wir in einer Außenkabine. Ich fragte mich, wie es den Passagieren in einer Vier-Bett-Innen-Kabine ergehen mag.
3. Ich hatte Zorn auf den Kapitän. Warum fuhr er mit dem Schiff genau durch dieses Wetter und wählte keine Alternativroute.
Um halb zwölf stand wieder ich auf, zog mich an und ging in die Wheelhouse Bar. Wolfgang schlief tief und fest. Logischerweise war die Bar schwach besetzt. Außer dem Theaterorchester und mir waren keine weiteren Gäste hier unten.
Bei ein paar Drinks unterhielt ich mich lange mit Allitayo. Hier erfuhr ich, dass die Crew in den Decks drei, vier und fünf, also unter der Wasseroberfläche wohnt. Die meisten wohnten in keinem Einzelzimmer, zwei Angestellte teilen sich ein Zimmer.
Während einer Saison wechseln die Angestellten zwischen den verschiedenen Schiffen nur in Ausnahmefällen. Man bewirbt sich pro Saison für ein bestimmtes Schiff.
Gegen ein Uhr schloss die Bar, ich trank aus und ging nach oben. Ich lief über die Treppen, denn einen Fahrstuhl getraute ich mir wegen des Geschaukels nicht zu benutzen. Soviel Vertrauen in die Technik besaß ich nun doch nicht.
Ich legte mich ins Bett, schlief sofort ein und bis zum nächsten Morgen durch.
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Hallo Anette,
schön, daß Du weiter schreibst.
Wir entschieden uns für die um 12.15 Uhr stattfindende Vorführung: Martini and Cocktail Demonstration.
Warum wundert mich das jetzt nicht... :lol:
Aber ich glaube, die hätte ich auch gewählt, obwohl Weinseminar auch gut klingt.
...... wenn der Kapitän hier gemütlich sitzt, kann es so schlimm nicht sein.
So ähnliches wird -glaube ich- auch von der Titanic berichtet... :twisted:
Die Beschreibung der Kreuzfahrt finde ich toll. Ich dachte bisher immer, für sowas wären wir noch zu jung... *g* :roll: :wink:
Aber bisher liest sich das wirklich sehr interessant...
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Die Beschreibung der Schiffsreise gefällt mir auch sehr gut, schöne Fotos vom Schiff und ein interessantes Programm!
Wundere mich auch, dass der Seegang bei diesem großen Schiff zu spüren war!
Jetzt muß ich aufpassen, dass Martina das nicht liest - bekomme sie sonst gar nicht mehr auf ein Schiff! :lol:
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Ein tolle Kreuzfahrt trotz des Seegangs!!! Ich bin ja leider auch nicht seefest
(http://www.world-of-smilies.com/wos_krank/puke.gif) (http://www.World-of-Smilies.com), aber eine Kreuzfahrt würde mich trotzdem sehr reizen!!!! :lol:
Gruß
Efty :wink:
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Bei dem Seegang wäre ich "satt" gewesen! :sprachlos:
Die Obstfiguren sehn aber echt toll aus! :D
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Hallo Anette,
Du hast es ja wohl überlebt sonst würdest Du diesen Bericht nicht schreiben :D :D
Die kleinen Gemüse / Obst Figuren sind ja herzig.
Hoffentlich konntet ihr die Kreuzfahrt bei etwas ruhigerer See fortsetzen.
Freue mich schon auf die nächste Fortsetzung
Gruß
Palo
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Warum wundert mich das jetzt nicht... :lol:
Aber ich glaube, die hätte ich auch gewählt, obwohl Weinseminar auch gut klingt.
...... wenn der Kapitän hier gemütlich sitzt, kann es so schlimm nicht sein.
So ähnliches wird -glaube ich- auch von der Titanic berichtet... :twisted:
Die Beschreibung der Kreuzfahrt finde ich toll. Ich dachte bisher immer, für sowas wären wir noch zu jung... *g* :roll: :wink:
Aber bisher liest sich das wirklich sehr interessant...
Andreas, der Kurs war wirklich sehr gut. Wein trinke ich keinen, deshalb fiel mir die Wahl nicht besonders schwert.
Natürlich waren wir bei den jüngeren Passagieren an Bord. Die Kreuzfahrt fanden wir ganz toll. Auf dem Schiff kann man soviel unternehmen, da blieb kaum Zeit zum Entspannen :D
Wundere mich auch, dass der Seegang bei diesem großen Schiff zu spüren war!
Matze, das hätten wir auch nie und nimmer gedacht dass man auf so einem gigantisch großen Schiff den Seegang merkt. Natürlich hat alles seine Grenze, das war mir auch klar, aber Wellen von 6 m, da hätte ich doch einiges gewettet, dass das im Zeitalter von Stabilisatoren nicht solche Ausmaße annimmt.
Bei dem Seegang wäre ich "satt" gewesen! :sprachlos:
Die Obstfiguren sehn aber echt toll aus! :D
Karina, das wärst Du in bester Gesellschaft gewesen. Zum Glück macht mir das absolut nichts aus.
Ja, die Obstfiguren die waren echt toll. Und wenn man bedenkt, dass die Rosen auf den Bildern aus Kohlrabi hergestellt wurden, welcher dann eingefärbt wurde, einfach Spitzenmäßig.
Hallo Anette,
Du hast es ja wohl überlebt sonst würdest Du diesen Bericht nicht schreiben :D :D
Palo, ich habe die ätzenden Seegangstunden gut überstanden. Und was mich nicht umbringt........
Anette
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Montag 21.08.2006
Die Sapphire Princess nahm Kurs auf den Glacier Bay National Park.
Princess Cruises besitzt 14 Schiffe mit 700000 Passagiere pro Jahr. Bekannt wurde die Reederei im Jahre 1977 durch die Serie „Love Boat“, die auf einem Schiff von Princess gedreht wurde. Princess bietet 150 verschiedene Kreuzfahrten in aller Welt an und läuft weltweit 260 Häfen an. Die kürzeste Reise dauert 7 Tage, die längste 72 Tage.
Registriert ist die Sapphire Princess auf den Bermudas. Es können 2670 Passagiere transportiert werden. Auf dem Schiff befinden sich 1337 Zimmer, davon 748 mit Balkon. Die Länge beträgt 290 m, die Breite 50 m. Es können 3400 Tonnen Treibstoff und 3500 Tonnen Wasser geladen werden. Die Anzahl der Crewmitglieder beträgt 1120.
Zum Glück war der Spuk des vergangen Abends und der Nacht vorüber und das Meer glatt. Im Frühstücksrestaurant war es heute morgen auffallend leer. Viele Passagiere kämpften noch mit den Auswirkungen der Seekrankheit.
Nach dem Frühstück schauten wir uns im Atrium die Show: „it´s a floral world“ an. Ein Florist band Blumensträuße und gab allgemeine Tipps zur Deko mit Blumen. Besonders gut gefiel mir die rote Staudenblume „red ginger“ und das dunkelrote Füllwerk „sapphire sunset“.
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An diesem Morgen fand weiterhin ein Vortrag mit dem Titel „Gold, gold, gold in the Klondike“ statt. Leider liefen diese beide Programme zur gleichen Zeit und wir entschieden uns für das Thema Blumen.
Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und bei Temperaturen um 20°C trafen wir in der Glacier Bay. In Bartlett Cove gingen zwei Park Ranger an Bord. Wir legten nicht an, sondern die Ranger kamen mit einem Motorboot an die Sapphire gefahren und stiegen um. Wo und wie die beiden einstiegen, weiß ich nicht.
Den gesamten Tag verbrachten wir auf dem Balkon. Wir räumten Fotos, Videokamera und Ferngläser nach draußen und genossen von unseren Liegestühlen das Naturwunder Glacier Bay. Es war ein unbeschreiblich schöner Tag. Zwischendurch ging ich nach oben auf Deck 14 und holte einige Kleinigkeiten zum Essen und Trinken.
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Zum regulären Lunchbüffet gab es heute ein Pasta Büffet. Dieses ließen wir ausfallen. Wir wollten keine Minute des spektakulären Ausblickes versäumen. Ab 13 Uhr gab es über den Bordkanal im Fernseher von einem der Park Ranger Infos zum National Park und zu den einzelnen Punkten die das Schiff anlief. Das einzige was nicht ganz so toll war die Tatsache, dass es auf dem Balkon keinen Lautsprecher gab. Deshalb mussten wir den Fernseher im Zimmer doch relativ laut stellen, um die Kommentare der Ranger zu hören.
Der NPS baute auf dem Pool Deck ein kleines „visitor center“ und einen kleinen „gift shop“ auf. Wir gingen im Laufe des Nachmittags natürlich auch mal hin. Mich interessierte, ob wir beim Verlassen der Glacier Bay am Point Adolphus vorbei fahren würden. Point Adolphus ist eine Stelle, die für ihren Walreichtum bekannt ist.
Die Park Rangerin gab mir genaue Uhrzeiten an, wo wir heute am späten Nachmittag und am frühen Abend nach welchen Tieren Ausschau halten sollten.
Point Aldolphus liegt südlich von Gustavus in der Nähe der Chichagof Inseln.
Vor Jahren wurden zum Point Adolphus nur Kanutouren angeboten. Ob man heute von Bartlett Cove mit einem „normalen“ Touriboot Point Adolphus besuchen kann, weiß ich nicht.
In der Glacier Bay fuhren wir an Russell Island vorbei bis vor den Grand Pacific Glacier. Der ist voller Geröll und deshalb nicht mehr weiß, sondern schwarz.
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Gleichzeitig sah man von diesem Stopp auch den Margerie Gletscher.
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Einen zweiten Halt legte der Kapitän im John Hopkins Inlet ein. Von hier sah man den John Hopkins und den Lamplugh Gletscher. Das Schiff durfte nicht sehr weit in das Inlet fahren, denn ein großer Teil war gesperrt. Im Inlet leben eine große Anzahl an Robben, die im August ihren Nachwuchs aufziehen. Damit sie nicht unnötig gestört werden, ist einige Woche dieses Inlet nicht schiffbar.
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Schon seit Jahren gibt es im National Park eine strenge Regelung, es dürfen pro Tag nur zwei Kreuzfahrtschiffe hier cruisen.
Im Gegensatz zu anderen Teilen Alaskas nimmt in der Glacier Bay die Anzahl der Steller Sea Lions zu.
Die Glacier Bay ist nicht nur National Park, 1986 erklärte es die UNESCO zum Biosphere Reserve und ab 1992 ist Glacier Bay noch eine World Heritage Site.
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Für den heutigen Abend hatten wir keine Lust auf Büffet und reservierten einen Tisch im Restaurant Sabatinies. Allerdings erst für 21.30 Uhr, denn vorher wollten wir nach den Tieren Ausschau halten.
Und tatsächlich sahen wir einige whales, seals, otter und puffins. Fürs Fotografieren war es leider schon zu dunkel. Um 21 Uhr erreichten wir das Gebiet um Bartlett Cove, die Park Ranger wurden mit einem Motorboot am Schiff abgeholt.
Sabatinis war um diese späte Uhrzeit noch gut besucht. Für das Essen in diesem Restaurant bezahlten wir pro Person $ 20. Wir suchten uns das Hauptgericht aus, bei den anderen Gängen gab es keine Auswahl. Serviert wurden uns Unmengen an Essen von hervorragender Qualität. Zunächst einen italienischen Vorspeisenteller, gefolgt von verschiedenen Nudelgerichten. Im Anschluss daran gab es eine Suppe und vor dem Hauptgang wurde Salat serviert. Dass wir beim Hauptgang schon kaum mehr etwas essen konnten, versteht sich von selbst. Der Abschluss des Essens bestand in einem Nachspeisenteller mit drei süßen verschiedenen Kreationen.
Nach dem Essen gingen wir in die Wheelhouse Bar und gönnten uns einen Verdauungsdrink. Im Skywalker Club war es wie jeden Abend sehr leer. Gespielt wurde in dieser Nacht Hip-Hop und House. Ob es für das doch etwas ältere Publikum auf dem Kreuzfahrtschiff die geeignete Musik war, möchte ich stark bezweifeln.
Falls ich mal meinen Job wechsele und später Manager auf der Sapphire Princess bin, werde ich den Skywalker Club in eine gemütliche Bar ala Wheelhouse umwandeln. Auf der Sapphire gab es einfach kein Publikum für einen Nachtclub und somit blieb dieser wunderschöne Platz ungenutzt. Schade für diese großartige location, sie hätte viel mehr Gäste verdient....
Auf dem Schiff gab es übrigens einen Showroom,
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ein Casino, verschiedene Bars wie z.B. die Explorer Lounge, Crooner Lounge, Club Fusion und die Wakebar.
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Eine Hochzeitskapelle fehlte natürlich nicht. Lagen keine Trauungen an, fanden in diesem Raum die Computerkurse statt :D
Durch die Icy Strait und den Lynn Canal nahm die Sapphire Princess am späten Abend Kurs Richtung Skagway.
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Hallo Anette,
der Ausblick von Eurem Balkon war ja phantastisch. Da hätte ich mich auch den ganzen Tag aufgehalten.
Was für eine schöne Gegend ...
Viele Grüße, Petra
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Anette, das ist hochinteressant :D
Ich hab mir das gespeichert und werde es morgen alles nochmal ganz in Ruhe lesen :D
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Hallo Anette,
das waren ja tolle Ausblicke von eurem Balkon, das hätte ich auch ewig genossen!!! :lol:
Gruß
Efty :wink:
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Hallo Anette,
der Ausblick von Eurem Balkon war ja phantastisch. Da hätte ich mich auch den ganzen Tag aufgehalten.
Was für eine schöne Gegend ...
Viele Grüße, Petra
Hallo Anette,
das waren ja tolle Ausblicke von eurem Balkon, das hätte ich auch ewig genossen!!! :lol:
Gruß
Efty :wink:
Petra, Efty, Silke, das war wirklich ein perfekter Urlaubstag. Und das mit dem Balkon fanden wir sehr praktisch. Gegen abend haben wir zwar draußen auf den Liegestühlen ein Decke benutzt, wie bereits geschrieben, der Ausblick war einfach zu schön um sich irgendwo anders als auf dem Balkon aufzuhalten.
Anette
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Dienstag 22.08.2006
Computerlogbuch der Sapphire Princess: early this morning we will sail north through Lynn Canal and Taiya Inlet towards Skagway, passing the City of Haines on our Port side about 2.30 am. We expect to be all fast and alongside by 6 am.
Um halb sieben weckte uns lautes Geblöke aus Lautsprechern. Allerdings kamen diese fürchterlichen Geräusche nicht aus den Bordlautsprechern, sondern draußen vom Anlegesteg. Die Stadt Skagway begrüßte die Passagiere.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_109.jpg)
Das wäre bestimmt leiser und vor allen Dingen später noch möglich gewesen.
Aber halt, wir mussten eh aufstehen, um 7.15 Uhr startete unser erster Landausflug dieser Kreuzfahrt.
Im Hafen von Skagway lagen an diesem Dienstag außer unserem Schiff noch die Dawn Princess,
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_110.jpg)
die Zuiderdam (Holland-America Cruises), die Radiance of the Sea und das relativ kleine Schiff Spirit of Oceans.
Wir wurden am Pier von unserem guide Eric abgeholt. Mit dem Bus fuhren wir nach Dyea und begaben uns auf eine kurze Wanderung entlang des Chilkoot Trails. Der Chilkoot Trail ist 33 Meilen lang. Die Goldgräber nutzten diesen Weg um von Dyea über den Chilkoot Pass zum Lake Bennett zu gelangen. Heute laufen ca. 1500 Wanderer pro Jahr diesen schwierigen Weg.
Eric, der in Skagway für den Tourveranstalter Chilkaat Guides arbeitet, führt außer diesen Minitouren auch größere Expeditionen z. B. in die Arktis, durch.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_106.jpg)
Er wusste unwahrscheinlich viel und war ausgesprochen nett. Den Chilkoot Trail lief er in Rekordzeit von 6 Stunden 45 Minuten und hält somit die Bestzeit. Die „normale“ Wanderzeit beträgt drei bis fünf Tage. Sein nächstes großes Ziel ist die Teilnahme am Death-Valley-Ultramarathon. Die Renndistanz beträgt 135 Meilen. Startpunkt ist Bad Water (-85 m), das Ziel liegt am Mt. Whitney. Natürlich wird das Rennen in einem Monat durchgeführt, der ideal ist, um durch die Gluthitze im Death Valley zu laufen: im Juli
Zwei Sätze von Eric blieben mir sehr gut in Erinnerung.
Einer zum Thema Wetter in Skagway (welches super war).
- die Wolkendecke weist heute einen Fehler auf, die Sonne ist zu sehen.
- und zweitens: Was man in Skagway und Whitehorse nicht kaufen kann, braucht man nicht.
Wir liefen 2.5 Meilen den Chilkoot Trail und bekamen von Eric mehr oder minder jedes Moos, jede Beere, jeden Baum und jede Spur erklärt.
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Der erste Teil des Trails (von der ersten bis zur zweiten Brücke) war ideales Bärengelände. Eric erzählte, hier in diesem Gebiet wohnt zur Zeit eine Schwarzbärin mit ihren beiden kids. Das besondere daran, ein kleiner sei schwarz und der andere blau. Leider bekamen wir diese interessante Familie nicht zu sehen.
Zurück nach Dyea fuhren wir mit einem Schlauchboot auf dem Taiya River.
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Unterwegs sahen wir ein bald eagle Nest. Auf dem Rand saßen zwei Jungvögel, die gerade dabei waren, flügge zu werden. Dass zwei Kleinvögel heranwachsen, ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise beißt der stärkere der zwei den schwächeren aus dem Nest und nur einer überlebt.
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Gegen 12 Uhr treffen wir wieder am Hafen ein, gingen zurück aufs Schiff und aßen zu Mittag.
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Am Nebentisch saß Kapitän Guerrini und unterhielt sich während des Essens mit einem italienischen Kollegen.
Am Nachmittag unternahmen wir einen Stadtbummel in Skagway.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_112.jpg)
1898 während des Goldrausches war Skagway mit 20000 Einwohnern die größte Stadt in Alaska. Weitere 1000 Leute lebten in der damaligen Zeltstadt Dyea. Die kürzeste Route zu den Goldfeldern am Klondike führte über Skagway. Einmal gab es die Route über den White Pass und zum anderen den kürzeren, aber viel steileren Chilkoot Trail.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_114.jpg)
Um 1900 als der Goldrausch in dieser Gegend vorüber war und neues Gold in der Nähe von Nome gefunden wurde, sank die Einwohnerzahl von Skagway dramatisch. Heute wohnen ca. 850 Einwohner in Skagway.
(http://www.usa-reise.net/galerie/albums/userpics/10920/normal_113.jpg)
Auf dem Rückweg liefen wir in Richtung der Zuiderdam. In der Nähe der Anlegestelle mündet der Pullen Creek. Flussaufwärts sahen wir im Flüsschen zahlreiche Lachse und Angler. Und nicht nur Bären lieben Lachse, auch bei Seelöwen sind diese Fische sehr beliebt. Tatsächlich sahen wir im Gebiet der Mündung zwei Seelöwen. Die beiden hatten im Moment allerdings keinen Hunger und hielten Siesta. Einer schwamm ganz entspannt und gemütlich auf dem Rücken und ließ sich das Bäuchlein von der Sonne wärmen.
Vor dem Abendessen schauten wir zu, wie die Sapphire um 20 Uhr ablegte. Als wir unser Zimmer verließen, um zum Essen zu gehen, kam schon Gerado, der Stewart, für den turn-down Service. Gerado war sehr freundlich, nett und hilfsbereit. Und immer wenn man ihn für irgendwas betreffend des Zimmers brauchte, fand man ihn auf dem Flur.
Am Büffet sprach uns ein Besatzungsmitglied (1 Streifen an der Uniform) auf deutsch an. Wir sahen den Mann schon gestern Abend bei Sabatinis. Er saß mit einer Kollegin am Nebentisch. Er ist aus Nürnberg und arbeitet auf dem Schiff in der „Restaurantabrechnungsabteilung“. Sein Arbeitstag beginnt täglich um 20 Uhr. Wir unterhielten uns lange mit ihm. Ich fragte ich, ob man als Angestellter mit immerhin „einem Streifen“ in einer Einzelkabine wohnt. Aber auch in dieser Stellung teilt man sich das Zimmer mit einem Kollegen.
Mittlerweile wussten wir, warum es am ersten Abend beim Ablegen so viel Verspätung gab. Die Passagiere, die mit Princess vor der Kreuzfahrt eine mehrtägige Landtour unternahmen, saßen wegen eines Erdrutsches in Fairbanks fest. Der Bus konnte wegen einer Straßensperrung nicht von Fairbanks nach Whittier fahren. Man brachte die Gäste in einem Hotel in Fairbanks unter. Während des Abendessens bekamen sie die Mitteilung, nun alles stehen und liegen zu lassen, in einem Flieger nach Anchorage seien Plätze frei. Zunächst gab es wegen des Gepäcks Gezurre. Da es schnell gehen musste, sollten sie ihr Gepäck zurücklassen. Dieses würde ihnen nach drei Tagen auf See nachgeliefert. Dass damit die Leute nicht einverstanden waren, kann man sich denken. Letztendlich konnten sie das Gepäck doch mitnehmen. Sie kamen zu später Stunde am Flughafen von Anchorage an. Dort standen die Busse, die die Passagiere nach Whittier fuhren, schon bereit. Probleme bereitete nun der Tunnel, welcher Nachts geschlossen ist. Also musste Princess nun dafür sorgen, dass der Tunnel wieder geöffnet wurde und man mit den Bussen durchfahren konnte. Es verging nochmals viel Zeit, bis diese Angelegenheit geregelt war. Viele Passagiere gingen erst weit nach Mitternacht an Bord.
......nachdem sie Samstag/Sonntag diese Aufregung und Strapazen hinter sich hatten, kam dann am Montag gleich der Tag mit der hohen See...............
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Wow, nur 850 Einwohner in Skagway und dann stürmen tausende von Touristen in die Stadt.
Konnte man sich denn da überhaupt bewegen.?
Klasse Bilder von den alten Gebäuden in Skagway!!!
Gruß
Palo
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Palo, bewegen konnte man sich gerade noch.Wir wollten bevor wir aufs Schiff zurück gingen uns einen Drink im Red Onion Saloon gönnen. Da einen Platz zu bekommen, war ein Ding der Unmöglichkeit.
Genauso sieht es mit der White Pass Railroad aus. Als Individualtouri da ein Ticket zu erhaschen ist äußert schwierig.
Wir waren schon einige Male in Skagway, allerdings eben ohne Kreuzfahrt. Bei der White Pass Tour kamen wir kurz vor Abfahrt und konnten tatsächlich mitfahren. Das ganze ohne vorherige Reservierung würde ich allerdings nicht mehr machen.
Abends wenn die Kreuzfahrttouris weg sind, ist es total gemütlich in Skagway.
Übrigens im Winter wohnen noch viel weniger Leute in Skagway.
Anette
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Mittwoch 23. 08.2006
In the early hours of the morning the Sapphire Princess will enter the Gastineau Channel and from here she will make her final approach into Juneau. We expect to be alongside shortly before 6.00 am.
1880 fanden unter großer Anstrengung und Mühe Joe Juneau und Richard Harris mit Hilfe von Indianern hier Gold „as large as beans“.
Was sie damals nicht wussten und erst aus ihrer Entdeckung hervorging: die drei größten Goldminen der Welt. Bis Ende 1945 wurde hier Gold im Wert von 150 Millionen $ geschürft
Am Ende des zweiten Weltkrieges zogen die Goldgräber ab und aus der von Joe Juneau gegründeten Stadt wurde die Hauptstadt des Staates Alaska. In Juneau wohnen 30000 Einwohnern und die Gesamtfläche macht Juneau zur drittgrößten Stadt weltweit. Nur Kiruna in Schweden und Sitka, Alaska sind größer.
Heute durften wir wieder sehr früh, um 6 Uhr, aufstehen. Um 7.15 Uhr startete die von uns gebuchte „Land and Sea Photo Tour“. Leider schüttete es an diesem Vormittag recht heftig. Insgesamt nahmen nur insgesamt neun Leute an dieser Tour teil. Durchgeführt wurde die Tour vom Veranstalter Gastineau Guides. Mit einem kleinen Bus fuhren wir zum Hafen. Dort wartete Kapitän Andy mit seinem Boot auf uns.
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Schon am Pier sahen wir auf einem Masten einen bald-eagle sitzen. Dem schien der Regen gar nichts auszumachen, als wir nach zwei Stunden zurückkamen saß er immer noch an der gleichen Stelle.
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Auf der Bootsfahrt sahen wir Buckelwale, Steller Sea Lions und seals.
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Das Boot war sehr praktisch. Es besaß große Fenster, die man nach innen zur Decke wegklappen konnte. Man konnte dadurch sehr gut fotografieren und stand im Trockenen. Fuhren wir weiter, wurden einfach die Fenster wieder geschlossen und es zog nicht.
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Nach dieser Fahrt fuhren wir mit dem Bus zum Mendenhall Gletscher. Der Forest Service errichtete über dem Fluss, in der Nähe des Parkplatzes, einen Boardwalk. Unten können so die Bären Lachse fangen und die Menschen die Bären dabei beobachten, ohne dass es zu „close encounters“ kommt. Unser guide erzählte uns, hier hätte sich bis vor wenigen Minuten ein Bär aufgehalten. Wir mussten über den kurzen Brettersteg hetzen, ein Bär war leider nicht zu sehen.. Aufenthalt hatten wir keinen, es war eine kurze Wanderung durch den Regenwald geplant. Einer der Tourteilnehmer, Ed, konnte schlecht laufen und wollte/konnte nicht mit auf die Wanderung gehen. Der Tourguide brachte ihn ins Visitor Center und bat ihn, hier auf unsere Rückkehr zu warten. Wir liefen ein Stück des East Glacier Trail, der sich durch üppige Vegetation auszeichnete.
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Es gab viele Fotomotive im Makrobereich,
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wegen des starken Regens ließen wir die Fotos jedoch lieber im Rucksack. Weiterhin sah man gut den Mendenhall Gletscher. Diesen Weg möchten wir in Zukunft mal bei schönem Wetter und mit viel Zeit laufen.
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Als wir zurück ins Visitor Center, wer war nicht mehr auffindbar? Ausgerechnet Ed, der kaum laufen konnte. Der Tourguide sagte zu uns allen, wir sollen in den Bus zurück gehen, sie würde ihn suchen. Wir saßen im Bus und mir kam eine gute Idee! Wenn wir schon auf Mr. Ed warten müssen, dann kann der Bus notfalls auch ein paar Minuten auf Wolfgang und mich warten. Schnell zogen wir die Regenjacken an und gingen zurück zum Boardwalk. Das Glück war uns hold und wir sahen tatsächlich einen Schwarzbären. Für ein paar Minuten leisteten wir ihm beim Lachsessen Gesellschaft. Als wir zurück an den Bus kamen, war Mr. Ed noch immer nicht aufgetaucht und wir nutzten die Chance nochmals zum Fluss zu gehen. Leider war Meister Petz mittlerweile im Gebüsch verschwunden und für uns somit unsichtbar. :D
Als wir zum zweiten Mal am Bus eintrafen, kam gerade der guide und Ed zurück. Wo er sich versteckt hatte, bekam ich nicht mit und wollte es auch gar nicht wissen.
Die Tour in Skagway war wunderschön, dieser Ausflug in Juneau gefiel uns nicht sehr gut. Das mit der Bootsfahrt und den Tieren war ganz toll, aber der weitere Ablauf war genau das, was wir uns unter einer „Bustour“ vorstellten. Überhaupt nicht unser Geschmack.
Zurück auf dem Schiff gönnten wir uns nach dem Essen eine längere Pause. Das „special“ Lunchbüffet hieß heute: Fish Cookout.
Im Hafen lagen außer unserem schwimmenden Hotel noch die Veendam, die Westerdam, die Norwegian Wind und die Sun Princess.
Um 14 Uhr fand im Theater ein Vortrag von Libby Riddles statt.
So, wenn Ihr meinen Reisebereicht aufmerksam gelesen habt, wovon ich ausgehe, dann müsstest Ihr wissen, wer Libby Riddles ist :!: :!: Zurückblättern und nachlesen ist ungülitg und gibt Note 6 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Zu diesem Vortrag gingen wir nicht, wir wollten während des Mittagessens nicht hetzen. Wir legten um 15.30 Uhr in Juneau ab und um 16.30 Uhr fand auf dem Pooldeck die „ice carving demonstration“ statt. John und Red, zwei Köche, fertigten innerhalb von 30 Minuten zwei Eisfiguren an.
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Die Vorführung war hinsichtlich der Skulpturen, die innerhalb einer halben Stunden hergestellt wurden, sehr beeindruckend. Jeden Tag standen zur Deko am Büffet diese „coolen“ Kunstwerke. Nicht zu vergessen, die kleinen Schnitzereien aus Gemüse und Obst, welche ebenfalls nie fehlten.
Um 20 Uhr trat im Theater Garry Carson auf. Die Show, Comedy-Magic, war Klasse!!! Übrigens gastierte Garry Carson zwei Jahre im MGM in Las Vegas.
Nach der Show gingen wir zum Essen ans Büffet. Im Skywalker fand heute eine Rock´n Roll Nacht statt. An diesem Abend besuchten einige Passagiere den Club, wegen Überfüllung musste allerdings nicht geschlossen werden.
Außer dieser Rock´n Roll Nacht interessierte uns auch die in der Wheelhouse Bar stattfindende Jazz-Jam Session.
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Wir wechselten deshalb zu später Stunde vom Skywalker in die Wheelhouse Bar.
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Wann schiffen wir weiter?
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Donnerstag 24.08.2006
Um 10 Uhr erreichten wir Ketchikan, die viertgrößte Stadt Alaskas. Die Stadt Ketchikan entstand aus einem früheren fish camp der Indianer. Der Name stammt von den Tlingit ab und bedeutet „eagle with spread-out wings“, in Anlehnung an einen Wasserfall in der Nähe der Stadt. Nach dem Goldrausch wurde die Fischerei- und Holzfällerindustrie zur Haupteinnahmequelle von Ketchikan. In dieser Gegend lebten sehr viele Tlingit, Haida und Tsimshian. Deshalb findet man hier im Totem Heritage Park die weltweit größte Sammlung von Totempfählen.
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Endlich konnten wir etwas länger schlafen und mussten nicht schon um 7 Uhr fix und fertig auf der Matte stehen. In Ketchikan regnet es an 240 Tagen im Jahr. Und wir erwischten einen der wenigen wunderschönen Sonnentage.
Ein Schlepper zog die Sapphire in den Hafen von Ketchikan. Das erste Mal während unsere Kreuzfahrt, konnte das Schiff nicht direkt anlegen. Ein Hund auf dem Schlepperschiff überwachte genau das Manöver.
Weiterhin lagen im Hafen die Oosterdam und Zuiderdam.
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Weiter draußen parkte die Dawn Princess, die Nachmittags von der Summit (Celebrity Cruises) abgelöst wurde.
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Mit Tenderbooten fuhren die Passagiere dieser beiden Schiffe an Land. Neben der Sapphire lag der Schaufelraddampfer Empress of the North.
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In Ketchikan unternahmen wir eine Kajak Tour mit dem Veranstalter Southeast Exposure. Ein Bus brachte die Teilnehmer zum Büro des Tourveranstalters.. Nach einer kurzen Einweisung zogen wir uns um und die Fahrt im Doppelkajak ging los.
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Erstaunlicherweise klappte das Rudern und Steuern des Bootes recht gut, viel besser als beim Kanufahren. Wir umrundeten eine kleine Insel der Eagle Islands. Und wie schon der Name vermuten lässt, wohnen auf diesen kleinen Inseln sehr viel Weißkopfseeadler. Wir konnten einige beim Lachsessen beobachten. Sowohl Fotos als auch die Videokamera nahmen wir nicht mit. Vor drei Jahren kenterten wir in Florida beim Kanufahren und seit diesem Zeitpunkt bleiben die “technischen“ Geräte lieber im Trockenen zurück.
Ein sehr interessanter Hinweis unseres guides:
Viele junge bald-eagles sterben durch Ertrinken. Fangen sie einen Lachs, bleibt dieser in den Krallen hängen und ist vom Adler nicht mehr zu entfernen, außer er isst ihn.
Können die jungen Vögel wegen des Gewichtes ihrer Beute den Fisch nicht aus dem Wasser ziehen, probieren sie an Land zu schwimmen. Oftmals ist das rettende Ufer zu weit entfernt, die Kraft reicht über längere Strecken nicht aus und sie ertrinken. :shock:
Um 14.30 Uhr kamen wir zurück ans Schiff.
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Schnell holten wir die Fotoausrüstung und bis kurz vor der Abfahrt um 17.30 Uhr bummelten wir durch Ketchikan.
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Vom Balkon aus schauten wir bei der Abfahrt zu. Und wie auch heute morgen, wurde die Sapphire vom Anlegesteg mit einem Schlepper weggezogen. Im Hafen von Ketchikan herrschte Hochbetrieb. Einige Kreuzfahrtschiffe im Hafen und schönes Wetter, da waren alle Kanus, Kleinflugzeuge und Tenderboote im Einsatz. Selbst die Anzahl der Möwen war beträchtlich.
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....... this evening dresscode was formal..................
Um 20 Uhr besuchten wir im Theater die “Piano Man” Show. Von verschiedenen Künstlern wurden Musikstücke von Neil Sedaka, Liberace, Billy Joel und Elton John dargeboten.
Nach der Show gingen wir zum Essen ins Sterling Steakhouse. Wir zahlten hier einen Aufschlag von $ 15 pro Person für das Dinner. Die Steaks schmeckten hervorragend, ebenso wie meine Vorspeise, eine Papaya Quesadilla.
Die Zeit bis zur Champagner-Waterfall-Party überbrückten wir im Skywalker. Das Motto heute abend: Latino Sounds.
Die Champagner Party fand um Mitternacht im Atrium statt. Es spielte eine Band zum Tanz auf. Hunderte von Sektgläsern waren in Form einer Kaskade aufgebaut.
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Zum Füllen der ersten Gläser wurde vom „social staff“ ein junges Pärchen ausgesucht. Das geschah meiner Meinung nach nicht ganz zufällig, denn bevor beide mit dem Füllen begannen, machte er ihr einen Heiratsantrag, den sie natürlich annahm. ..... wie man es aus der Serie „Love Boat“ kennt .........:liebe:
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Dass wir in dieser Party-Nacht nicht früh ins Bett kamen, versteht sich von selbst.
Heute fiel uns erneut auf, dass Besatzungsmitglieder im Restaurant aßen. Später fragten wir in der Wheelhouse Bar Allitayo, wie die Regelung auf dem Schiff hinsichtlich des Essens der Angestellten ist. Genau wie die Passagiere essen die Besatzungsmitglieder vom Büffet. Weiterhin dürfen sie die Restaurants besuchen wenn Tische verfügbar sind und zahlen für das Essen den gleichen Aufpreis wie die Passagiere.
Allitayo schmeckte das Essen an Bord nicht. Jedes Mal wenn er auf einem Schiff einen Vertrag hat, nimmt er ab. Legt das Schiff in einer Stadt an und er hat Freizeit, geht er von Bord, sucht sich das örtliche asiatische Restaurant und isst sich dort satt.
Einerseits kann ich es nicht verstehen, wie jemand das Büffetessen nicht schmecken kann. Andererseits, wenn ich an meinen Aufenthalt in Taiwan denke, kann ich es nachvollziehen. Allein die Vorstellung, sich in Asien mehrere Monate von asiatischen Gerichten ernähren zu müssen, lässt mich abnehmen :zuberge: .
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Freitag 25.08.2006
FAREWELL!!
From the navigator: Throughout the night and morning, Sapphire Princess sailed in a southerly direction through Hecate Strait and past the Queen Charlotte Islands. At about 11 am today, we will make landfall at the northern end of Vancouver Island
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where we will embark our Canadian Pilots and continue south through Blackney Passage and Johnstone Strait and head towards Discovery Passage and its beautiful scenery. Later this afternoon, we will naviagte through the Seymour Narrows and on through Discovery Passage and The Strait of Georgia as we make our way towards Vancouver. We anticipate passing under the Lions Gate Bridge around 6.15 am tomorrow morning and should be alongside and securley moored at our berth at Canada Place by 7.30 am.
Wie die meisten Passagiere schliefen wir heute morgen etwas länger. Das Frühstücksbüffet war spät am Vormittag noch sehr gut besucht. Morgens fanden zwei Kurse/Shows statt. Zu den jeweiligen Anfangszeiten schliefen wir tief und fest.
Einmal gab es einen Serviettenfaltkurs, an dem ich gerne teilgenommen hätte und zum anderen fand um 10 Uhr im Theater eine von drei Köchen durchgeführte „culinary demonstration“ statt. Im Anschluss stand eine Besichtung der Küche statt. Aber man kann (leider) nicht auf allen Hochzeiten tanzen.................
Überhaupt wurde heute sehr viele Aktivitäten angeboten und die Entscheidung an welchem Programm man teilnehmen sollte, welches man sich ansehen oder anhören sollte, war nicht ganz einfach.
Ein Vortrag war wie für uns geschaffen, mit dem Thema „Alaskas super sized bears“. Nicht schwer zu erraten, dass wir uns diesen anhörten.
Ein paar sehr interessante Details zu Bären und Alaska:
In Alaska leben 32000 Grizzlys. Die Durchschnittsgröße (Fuß-Rücken) beträgt 5 ft (Schwarzbär 4 ft, Eisbär 6 ft). Im Staat Washington leben nur im North Cassades National Park Grizzlys. Grizzyls essen während der „Lachssaison“ 80 – 90 pounds pro Tag.
Zoologen nahmen eine neue Eintailung der Klasse Säugetiere vor. Demnach zählen Eisbären jetzt aufgrund ihrer Lebensweise zu den Meeressäugern wie z.B. Wale und Robben.
In Ketchikan dürfen die Einwohner die Mülltonnen nur max. 15 Minuten vor der Entleerung auf die Straßen stellen. Wird diese Vorschrift nicht beachtet, kostet das die stolze Summe von 2000 $ Strafe. Man will mit dieser Maßnahmen verhindern, dass sich die Bären in der Innenstadt wohlfühlen und was zum Essen finden.
In den letzten Jahren fielen in Ketchikan Bären auf, die keinen „richtigen“ Winterschlaf mehr halten. Diese Bären bauen sich keine Höhle mehr, in die sie sich Ende Herbst zurückziehen. Sie legen sich auf den Schnee und schlafen einige Tage. Sind sie wach, stehen sie auf, suchen sich was zum Essen und schlafen dann für einige Tage weiter, bis zur nächsten Warmfront bzw. bis der Magen knurrt. Ob die globale Erwärmung ein Grund für dieses Verhalten ist, wird erforscht. Auch die Tatsache, dass bei Drillingsgeburten oftmals alle drei das Erwachsenenalter erreichen, ist sehr ungewöhnlich.
Werden Geschwister miteinander groß, bekommt jeder junge Bär für den Winter eine eigene Höhle. Verbringen sie den Winterschlaf zusammen in einem Bau „gibt es keine Ruhe“.
Besonders gut gefielen uns diese beiden Geschichten:
- Eine Bärenmutter zeigte ihren kids das Fangen von Lachsen. Unglücklicherweise hinkte sie wegen einer Verletzung des linken Hinterbeines während diesen Unterrichtsstunden. Die Schüler sahen das allerdings als einen Bestandteil der Übung an und machten das Hinken nach. Für sie gehört seit dieser Zeit das Hinken zur Taktik des Lachsfanges. Leider sagte der Naturalist nicht, in welcher Gegend von Alaska diese Bären leben. Aber die nachfolgenden Generationen jagen seither mit dieser doch etwas ungewöhnlichen „Hinktechnik“.
- die Gegend am Mc Neil River ist durch die Bärendichte bei der Lachswanderung berühmt. Man muss als Besucher an einem Losverfahren teilnehmen, um einen Beobachtungsplatz zu erhalten.
Angler beschwerten sich, dass dieses Gebiet für ihren Sport gesperrt war Der jahrelange Protest war erfolgreich und es darf nun im Gebiet des Flusses geangelt werden. Allerdings mit ganz ungewöhnlichen Richtlinien: :wink:
Befindet sich ein Fisch an der Angelleine und ein Bär kommt seines Weges daher getrottet und will diesen Fisch haben, muss der Angler die Leine durchschneiden und dem Bär den Lachs überlassen :frech: Seit diesem Zeitpunkt hört man in dieser Gegend vom Aufsichtspersonal sehr oft den Satz: Sir, please cut the line!!!
Im Anschluss an diesen sehr guten Vortrag gingen wir zur Backstage Tour des Showrooms. Geführt wurde die Tour von zwei Mitgliedern des Showteams. Innerhalb von 35 Tagen müssen die Tänzer fünf Shows einstudieren. Das bedeutet für jeden bis zu 70 verschiedenen Tanzelemente. Eingeübt wird eine Show in Los Angeles.
Das Musikteam besteht aus 15 Amerikanern, 3 Kanadiern, 6 Engländern, 2 Australiern und 4 Polen.
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Im dreistöckigen Kostümraum werden 1500 Kostüme gelagert. Mindestens zehn Kostümwechsel muss ein/e Tänzer/in pro Show durchführen. Die Zeit für einen Wechsel liegt manchmal unter 30 Sekunden.
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Die Zimmer der Jungs und Mädels vom Showteam liegen gleich hinter der Bühne. Auch hier gibt es keine Einzelzimmer, sondern zwei Personen sind in einer Innenkabine untergebracht.
Nach dieser Führung gingen wir in unseren stateroom zurück.
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Mittlerweile war es später Nachmittag und wir hatten noch eine sehr nette Aufgabe, nämlich das Packen der Koffer. Bis 22 Uhr musste das Gepäck vor der Tür zur Abholung bereit stehen. Weiterhin stand das Ausfüllen von einigen Formularen (Einreise nach Kanada, Kofferanhänger etc.) auf dem Plan. Deshalb konnte ich nicht den „Geschenkverpackungskurs“ besuchen und auch für den bestimmt sehr interessanten Vortrag „Global Climate Change – the Artic´s criticale role“ war einfach keine Zeit mehr. Langeweile kam an diesem See-Tag ebenso wenig, wie an den vergangenen sechs Tagen zuvor, auf.
Um 19 Uhr besuchten wir im Theater die Farewell Variety Show. Diese Show bestand aus Einzelelementen aller Shows der vergangenen Woche. Die abendlichen Shows im Theater waren übrigens immer sehr gut besucht.
Am letzten Abend gönnten wir uns nochmals ein Essen bei Sabatinis.
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Und wie auch bei unserem ersten Besuch waren wir begeistert.
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Anschließend tranken wir einen Cocktail in der Wheelhouse Bar und verabschiedeten uns von Allitayo. Der Thailänder freute sich sehr auf die Fahrt nach Asien. Im Anschluss an diese Kreuzfahrtroute fuhr die Sapphire Princes noch dreimal die Inside Passage, bevor sie den „Winterfahrplan“ in Asien, Australien und der Südsee aufnahm.
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Anette :shock:
Kannst Du mir mal bitte verständlich erklären, was am Kofferpacken für die Heimreise schön ist :?: :shock: :?: :flennen2:
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Ok Silke, ich hätte nette Aufgabe in "" setzen sollen. So toll finde ich es nun auch nicht!!!
Anette
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Samstag 26.08.2006
Sehr früh mussten wir heute nicht aufstehen. Unsere Ausstiegszeit war mit 9.15 Uhr angegeben.
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Es gingen nicht alle Passagiere gleichzeitig von Bord, sondern es erfolgte eine Gruppeneinteilung. In welche Gruppe man kam, hing vom Anschlussprogramm bzw. den persönlichen Flugzeiten zusammen. Um 9.15 ertönte durch den Bordlautsprecher, dass nun die Passagiere mit dem dunkelblauen Kofferanhänger von Bord gehen dürfen. Die Auscheckprozedur lief schon seit 7 Uhr und wir gingen ziemlich zum Schluss von Bord. Durch diese Gruppenaufteilung gab es in der Immigration Halle nach Kanada kein Gezurre, die Koffer standen bereits zum Abholen bereit und wir reisten ohne Wartezeit ein.
Die Sapphire Princess legte innerhalb der letzten Woche 1592 Nautical Miles ( 1 NM = 1.85 km) zurück. Die größte Strecke ohne Stopp lag zwischen Ketchikan und Vancouver mit 543 NM.
Im Pan America Hotel holten wir einen Leihwagen
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und fuhren in den Stanley Park. Dort schnupperten wir noch 3 Stunden die kanadische Luft, bevor wir um 12 Uhr nun endgültig Abschied nehmen mussten.
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Wir fuhren zum Flughafen. Ursprünglich wollten wir uns auf dem Weg zum Flughafen ein Restaurant zum Mittagessen suchen. Leider war an diesem Mittag in Vancouver sehr viel Verkehr und Parkplätze waren Mangelware. Deshalb stoppten wir unterwegs nicht, sondern fuhren direkt zum Flughafen. Wir gaben das Auto ab, checkten ein und gingen in das Fairmont Hotel, welches über das Terminal zu erreichen ist. Neben einer Suppe als Vorspeise gönnten wir uns einen Burger. Die Burger schmeckten fantastisch, es waren eigentlich die besten die wir je gegessen haben.
Um 16.30 Uhr brachte uns Flug LH 493 wieder in die Heimat zurück. Wir trafen nach 9 Stunden Flugzeit am Sonntag morgen um 10 Uhr in Frankfurt ein.
Trotz der vier platten Reifen und der enttäuschenden Zweitageswanderung konnten wir unser geplantes Programm durchführen. Auch das doch relativ schlechte Wetter beeinflusste unsere Aktivitäten nicht. Wir wurden eigentlich nur einmal in Haines Junction bei der Kurzwanderung so richtig nass.
Die Kreuzfahrt gefiel uns ausgesprochen gut und es war für uns mit Sicherheit nicht das letzte Mal, auf diese Art und Weise zu reisen und zu entspannen.
(Den folgenden Absatz bitte nicht allzu ernst nehmen)
Für mich persönlich gab es während des Aufenthaltes auf der Sapphire Princess vier kleine Enttäuschungen :D :D :D (abweichend zu einschlägigen Filmen wie z.B. Love-Boat, Traumschiff)
- es gab kein Mitternachtsbüffet
- es wurde kein Handtuchfaltkurs angeboten
- an den Büffets wurden keine Crablegs serviert
und ganz wichtig (finde ich :shock: )
- bei den Landausflügen erhielten wir keinen Namenssticker zum Aufkleben auf die Kleidung
Und was waren doch Punkte, auf die ich mich zu Hause so gefreut hatte :D :roll: :flennen: :D
Alles in allem, es war ein ganz toller Urlaub mit unwahrscheinlich vielen Erlebnissen. Vor allen Dingen sahen wir sehr viele Tiere, was uns doch wichtig ist.
......Und wir sind schon ganz vorsichtig an der Planung eines weiteren Aufenthaltes in Alaska.................
E N D E
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Toller Bericht Anette :D und Gratulation zu Posting 2500 - tolles und passendes Jubiläum :lol:
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Anette, danke für den tollen Bericht. Die letzten Tage habe ich alle in einem Rutsch gelesen und muß sagen, eure Kreuzfahrt klang richtig interessant. Ich habe mir da immer sowas Langweiliges drunter vorgestellt, aber ihr hattet da ja echt gut Programm.
Alaska ist ja auch noch ein Reiseziel, was ich irgendwann mal in ANgriff nehmen möchte und dein toller Bericht hat diesen Wunsch nur noch bestätigt.
Greetz,
Yvonne
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Hallo Anette,
ein wirklich klasse Bericht mit tollen Fotos.
Alaska steht bei uns irgendwann auch mal an, aber wir sind ja noch jung und haben Zeit.
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Hallo Anette!
Vielen Dank für deinen Bericht :applaus: , bin auch nicht mehr Seekrank ;-)
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Toller Bericht ich hoffe ich kann bei der nächsten Reise noch mal mit :)
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Anette, danke für den tollen Bericht. Die letzten Tage habe ich alle in einem Rutsch gelesen und muß sagen, eure Kreuzfahrt klang richtig interessant. Ich habe mir da immer sowas Langweiliges drunter vorgestellt, aber ihr hattet da ja echt gut Programm.
Yvonne, die Kreuzfahrt war keine Sekunde langweilig. Wie Du ja gelesen hast, ganz im Gegenteil, man mußte gar nicht was man alles machen sollte. Und dabei wollten wir die letzte Woche nur relaxen :D :D
Hallo Anette,
ein wirklich klasse Bericht mit tollen Fotos.
Alaska steht bei uns irgendwann auch mal an, aber wir sind ja noch jung und haben Zeit.
Danilo, wir waren bereits mehrere Male in Alaska. Alaska ist und bleibt unser Favorit.
Hallo Anette!
Vielen Dank für deinen Bericht :applaus: , bin auch nicht mehr Seekrank ;-)
Ich weiß nun nicht was besser ist, seekrank oder zwei platte Reifen auf einmal :D :D
Toller Bericht ich hoffe ich kann bei der nächsten Reise noch mal mit :)
Naja, bis zum nächsten Reisebericht mußt Du Dich schon noch 6-8 Wochen gedulden. Diesmal liegt das Ziel etwas weiter südlich.
Anette
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Hallo Anette,
so, jetzt hab ichs nach dem Urlaub auch mal geschafft, mir noch am Stück den Rest Deines Reiseberichts durchzulesen - ich bin begeistert! Super Photos (v.a. die Bären!) und obwohl mich Kreuzfahrten bisher gar nicht reizen, macht Dein Bericht Lust drauf.
Auf jeden Fall schon ein Grund mehr, zu hoffen, dass wir im (Spät-)sommer nächsten Jahes hoffentlich unsere Alaska-Reise durchführen können.
Grüßle
cleoxx