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Nordamerika => Reiseberichte USA & Kanada => Thema gestartet von: Markus(Wien) am 01.11.2010, 11:21 Uhr

Titel: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 01.11.2010, 11:21 Uhr
Prolog

Also, dann fangen wir mal ganz von vorne an :) Ich hoffe es wird euch nicht zu lange, aber ich denk mir, wenn schon Reisebericht, dann auch ausführlich.

Wer sind wir: B., 61, reiselustige Fußgeherin, und Markus, 27, auf vier Rädern im Rollstuhl unterwegs.
Woher sind wir: Wien, Österreich
Was wollen wir: Natur pur; Tiere, Gletscher, Einsamkeit
Wann: 12. Juni - 12. Juli 2010

Wie kam es dazu?

Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen. Bereits nach unserer letzten Mietwagentour, eine fantastische Reise im im Cowboyland rund um den Yellowstone Nationapark bei traumhaftem spätsommerlichem Wetter, im August und September 2009, keimte in uns der Gedanke, weiter in den Norden zu reisen.

Soll es Westkanada per rollstuhlgerechtem Wohmobil werden, oder doch lieber der hohe Norden, das Land der Mitternachtssonne, also Alaska?

Es vergingen einige Wochen und Monate und wir entschieden uns für den nördlichsten Bundesstaat der USA, Alaska, und verschoben den Wohnmobiltrip auf ein anders Mal. Es gibt nur ganz wenige rollstuhlgerechte Wohnmobile, und die müssen natürlich dementsprechend frühzeitig gebucht werden. 2011 here we come ;)

Die Intensivvorbereitungen begannen

Anfang November den Urlaub beantragt, Flüge gebucht, Mietwagen gebucht und schon ging's ans Route zusammenstellen (durch Reiseberichte und mit Hilfe dieses Forums und der Milepost). Ich habe in den diversen Foren und Reiseberichten immer wieder gelesen, dass es wenige Unterkünfte gibt und man unbedingt vorbuchen sollte.

Da ich aufgrund des Rollstuhls zumindest ein Zimmer im Erdgeschoß, besser noch, ohne Stufen und mit Duschsitz benötige war es also einiges an Aufwand. Aufgrund diverser Fixtermine wie ein Ausflug zu einer Bärenlodge und Großveranstaltungen mussten wir unsere geplante Route mehrmals umplanen, sodass der ein oder andere Tag etwas lang wird. Besonders die ersten Tage.

Während es in den Lower 48 sehr einfach ist, passende Zimmer zu finden anhand der Beschreibungen im Internet, war dies in Alaska ganz anders. Oft waren es 1-Mann/Frau Betriebe mit keinem (oder schlechtem) Internetauftritt und auf E-Mails wurde oft nicht geantwortet und Faxe kamen oft erst nach tagelangem versuchen an. Manchesmal blieb nichts anderes übrig als anzurufen. Viel Auswahl hatte man ohnedies nicht, oft waren wir schon froh, überhaupt ein Bett zu bekommen.

Aber so ist das halt im Buschalaska ;) Im Januar 2010 waren dann alle Hotelbuchungen und Fährfahrten die wir machen wollten unter Dach und Fach. Jetzt ging es ans Zusammensuchen aller rollstuhlrelevanten Informationen. Das spart vor Ort dann sehr viel Zeit.

Das Abenteuer kann also beginnen, vom 12. Juni - 12. Juli 2010 von Anchorage aus, mehr oder weniger die "Touristen 8". Ich war schon sehr gespannt wie die Rollstuhltauglichkeit im Vergleich zu den Lower 48 ausfallen wird, die ich ja schon öfters bereist habe. Schließlich liest man immer Alaska und der Yukon sind "wildes" Land.

Und so verlief unsere Reise:

Tag   Strecke
1   Anchorage (Ankunft 11:25) - Palmer
2   Palmer - Independence Mine SP - Talkeetna - Healy
3   Denali NP
4   Denali NP - Cantwell
5   Cantwell - Denali Highway - Delta Junction
6   Delta Junction - Taylor Highway - Top of the World Highway -  Dawson City
7   Dawson City
8   Dawson City - Dempster Highway / Eagle Plains
9   Dempster Highway - Inuvik
10   Inuvik - Tuktoyaktuk - Inuvik
11   Inuvik - Dempster Highway / Eagle Plains
12   Dempster Highway - Klondike River Lodge (KM 0)
13   Dawson City - Whitehorse
14   Whitehorse - Skagway
15   Skagway - Haines
16   Haines - Haines Junction
17   Haines Junction
18   Haines Junction - Beaver Creek
19   Beaver Creek - Glenallen
20   Glenallen - McCarthy Road - McCarthy
21   McCarthy - Kennicott Mines - McCarthy
22   McCarthy - McCarthy Road - Valdez
23   Valdez - Whittier (Fähre) - Exit Glacier - Seward
24   Seward - Kenai Fjords NP - Seward
25   Seward - East End Road (Homer) - Homer
26   Homer - Ninilchik - Kenai - Soldotna
27   Silver Salmon Creek Lodge Bear Viewing Overnight
28   Soldotna - Beluga Point - Anchorage
29   Anchorage
30   Anchorage (Abflug 13:15)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: joke am 01.11.2010, 12:35 Uhr


Moin

Dann setz ich mich mal dazu , bin sehr neugierig .

Freue mich auf den Bericht und  hoffentlich schöne Bilder

gruß

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: KatJen am 01.11.2010, 12:50 Uhr
Hallöle,

da Alaska / Yukon auch auf meiner Wunschliste stehen, fahre ich gerne mit. Bin schon sehr gespannt was ihr alles erlebt habt und besonders auf den Besuch der Silver Salmon Creek Lodge.!

Freue mich auf die Weiterfahrt,
Grüße Katja
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 01.11.2010, 15:18 Uhr

Hallo Markus,


auf deinen Reisebericht bin ich sehr gespannt. Ich habe es mir schon bequem gemacht, von mir aus kann es losgehen :D


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 01.11.2010, 15:24 Uhr
Danke joke und Katjen, dass ihr bereits mit dabei seid. Na dann stell ich heut noch einen Tag rein. Geschrieben hab ich ja bereits 11, aber man soll ja nur 1 Reisetag pro Tag einstellen.


Tag 1 12. Juni / Anreise

Am Vortag noch die letzten Sachen in einpacken, diesmal später als sonst. Wir reisen allerdings immer relativ leicht im Vergleich zu manchen anderen, 2 Reisetaschen + 2 Rucksäcke (als Handgepäck) müssen reichen, obwohl wir noch nach der alten Regelung gebucht haben (2 Gepäckstücke pro Person).

Endlich geht es los!

Da es aus Österreich keine Direktflüge gibt, entschieden wir uns für Condor, da sie die für uns angenehmsten Flugzeiten haben. Das heißt wir flogen von Wien nach Frankfurt, und von Frankfurt nach Anchorage.

Der Flieger startete pünktlich in Wien um 07:05, unser Tag begann also schon sehr zeitig um 04:30. Der Condorflug in Frankfurt hatte 1h Verspätung aufgrund vieler Passagiere die sich nicht rechtzeitig um ihre Bordingkarten kümmerten. Landung in Anchorage kurz nach 12:00 Ortszeit mit 20 Minuten Verspätung.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/01/01.jpg)

Der Flug verlief ruhig, mit schönen Ausblicken auf Grönland. Wir flogen nördlich von Grönland, und ca. bei Fairbanks dann über das Festland entlang dem Parks Highway folgend Richtung Anchorage.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/01/02.jpg)

Das internationale Ankunfsterminal in Anchorage ist sehr überschaubar, man kommt sich fast wie in einem bisschen größeren Wohnzimmer vor. Für internationale Flüge gibt es, soweit ich mich erinnere, überhaupt nur 1 Gepäckband. Anschließend gleich die Immigration und man steht schon beim Ausgang.

Wir sind dann zu Fuß, war doch relativ weit mit Gepäck, zum Domestic Terminal gegangen, wo auch die Mietwagenfirmen untergebracht sind. Es gibt auch einen Bus, die sind aber nicht eindeutig gekennzeichnet. Wir gingen gleich zielstrebig zum Nationalschalter, 2 Personen waren vor uns noch an der Reihe.

Gebucht hatten wir Standard-SUV, bekommen haben wir einen silbernen Chevrolet Equinox LT AWD mit den Worten "Here is your key to your brand new (extra betont) car!" Wir also schnurstracks in die Parkgarage zum zugewiesenen Auto. 21 Meilen am Tacho, wirklich nagelneu.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/01/03.jpg)

Nach einem kurzen Einkauf bei Walmart; Wasser, Käse, Brot, Fix-a-Flat Reifenspray, Weiterfahrt nach Palmer zu unserer Unterkunft.

Unterkunft: Alaska Choice Inn Motel, Palmer, AK (gutes Internet, netter Eigentümer)
gefahrene Meilen: ca. 60
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Redwingfan am 01.11.2010, 15:25 Uhr
Hallo,

Da bin ich auch mit bei!!!

Gruß
Stephan
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 01.11.2010, 15:31 Uhr
Hallo Markus,

aber man soll ja nur 1 Reisetag pro Tag einstellen.

das ist keine fixe Regel, sondern nur eine Empfehlung. Wenn du möchtest, kannst du auch 2 Reiseberichtstage/Tag einstellen.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: joke am 01.11.2010, 15:45 Uhr


Da geht ja Fix los hier , hatte mich noch nichtmal angeschnallt

aber jetzt bin ich bereit

Nach 2 X USA  und   nächstes Jahr zum dritten
und 1 X Kanada eine schöne Altenative


Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 01.11.2010, 16:17 Uhr
Entspannte Anreise und ein nagelneues Autochen  :daumen:. Da setz ich mich gleich auf den Rücksitz  :groove: und lass mich chauffieren.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: tom22 am 01.11.2010, 16:23 Uhr
Gebucht hatten wir Standard-SUV, bekommen haben wir einen silbernen Chevrolet Equinox LT AWD mit den Worten "Here is your key to your brand new (extra betont) car!" Wir also schnurstracks in die Parkgarage zum zugewiesenen Auto. 21 Meilen am Tacho, wirklich nagelneu.

Hallo,

ich fahre auch mal mit, obwohl sich die Sache mit dem Mietwagen nach einem downgrad anhört. Dies ist uns aber auch schon einige Male wiederfahren und wenn man nicht allzuviel Gepäck mit hat, ist es vieleicht egal.

Gruss Tom
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Stefanie_GZ am 01.11.2010, 16:35 Uhr
Ich fahre auch mit, die Ecke finde ich auch spannend.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 01.11.2010, 16:45 Uhr
Danke an alle Mitfahrer!

Bitte entschuldigt die eher trüben Bilder der ersten paar Tage, es war fast durchgehend bewölkt mit tiefhängenden Wolken. Das Wetter hat sich aber bald gebessert. Ich verrate schon mal soviel, wir sahen den Mt. McKinley komplett wolkenlos!  8)

Achja, das Auto hatte Satellitenradio, wir hatten allerdings praktisch keinen akzeptablen Empfang in Alaska. Als wir in dann in den Yukon kamen ging es, allerdings lief die Lizenz dann nach 2 Tagen ab :(. Das Auto war 3 Monate alt und hatte trotzdem nur 21 Meilen am Tacho.

@Angie: ok, dann stell ich heute noch 1 Tag rein für euch. Die nächsten Tage kommen wahrscheinlich leider erst wieder ab Samstag oder Sonntag.

@tom: Die Mietwagenkategorien wurden ca. 2 Wochen vor unserer Anreise geändert. Equinox ist nun SFAR. War allerdings ok für uns, sonst wäre es eventuell beim einsteigen anstrengend geworden wegen der Sitzhöhe. Wegen dem Platz: er war ziemlich angeräumt. :) Wir haben es allerdings auch geschafft, einen Cadillac DTS mir riesen Kofferaum inkl. hinterer Sitzreihe voll zu packen. Der Rollstuhl braucht einfach viel Platz wenn man ihn nicht jedes Mal hineinschlichten möchte. Wir waren, bis auf den Umstand, dass nur ein schmaler Ersatzreifen dabei war, sehr zufrieden.




Tag 2 13. Juni / Palmer - Independence Mine - Healy

Nach einem kleinen Frühstück mit Brot und Käse, Fahrt entlang der Hatcher Pass Road zum Independence Gold Mine State Park, 12°C, windig.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/01.jpg)

Bei der Mine angekommen ist es, wie auch die meiste Zeit an diesem Tag durchgehend bewölkt mit tiefhängenden Wolken und frischem Wind.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/02.jpg)


Wir spazieren zwischen den verfallenen und teilweise restaurierten Häusern der ehemaligen Mine umher. Die meiste Zeit sind wir ganz alleine, was eine sehr mystische Stimmung aufkommen lässt. Die tiefhängenden Wolken, der Neuschnee auf den umliegenden Bergen und der kalte Wind, mittlerweile hatten wir nur noch ca. 7°C, trugen ihr Restliches dazu bei. Man ist hier eben doch bereits auf ca. 1100 Metern Seehöhe.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/03.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/04.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/05.jpg)

Mit dicken Jacken, Haube und Handschuhen genießen wir unsere erste Station dieses Urlaubs.

Die Weiterfahrt sollte uns entlang der Hatcher Pass Road in den Osten bis zum Parks Highway führen. Laut Plan sollte die Straße bereits seit knapp zwei Wochen wieder geöffnet sein, allerdings hat es zwei Tage zuvor nochmals geschneit.

Wir nehmen also den längeren Weg unten herum über Palmer und Wasilla. Bei der Fahrt Richtung Norden bleiben wir nicht oft stehen, die Wolken verdecken die meiste Zeit die Sicht auf die, laut Milepost, imposanten Berge. Wir können es nur anhand der steil aufragenden Felswände erahnen.

Mittags Ankunft in Talkeetna, wir fühlen uns wie auf einem Volksfest, hier war richtig etwas los. Überall gehen Leute auf der Straße und viele kleine Geschäfte bieten ihre Waren zum Verkauf an.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/06.jpg)

Im West Rib Cafe and Pub entdecken wir an einer Wand diesen Pullover mit der Aufschrift: „ALASKA where men are men and women win the IDATAROD 1985 - 1988“ und einem Autogramm von Susan Butcher. Sie gewann das härteste Schlittenhunderennen der Welt 1986, 1987, 1988 und 1990.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/07.jpg)


Das kommt für uns, trotz unserem Vorwissen über den Ort, für uns sehr unerwartet, sind wir doch den ganzen Tag bisher mehr oder weniger allein gewesen, davon die meiste Zeit nur Wald um uns herum.

Gerade rechtzeitig zu unserer Mittagspause lässt sich auch die Sonne blicken. Mittagessen bei West Rib Cafe, Caribouburger und Caribou meat loaf. Nach dem üppigen Essen spazieren wir durch Talkeetna.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/08.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/02/09.jpg)


Nach einem kurzem Spaziergang entschließen wir uns, wieder weiter zu fahren. 160 Meilen lagen noch vor uns, wir wussten, dass dieser Tag ein reiner Fahrtag würde.

Unser Tagesziel ist Healy, 15 Minuten vom Denali National Park entfernt.

Wir gehen früh schlafen, am nächsten Tag steht eine Bustour in den Denali National Park auf dem Programm. Aufstehen 04:45 in der Früh  :shock:

Unterkunft: White Moose Lodge, Healy, AK
gefahrene Meilen: 279
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 01.11.2010, 17:24 Uhr
Bitte entschuldigt die eher trüben Bilder der ersten paar Tage, es war fast durchgehend bewölkt mit tiefhängenden Wolken. Das Wetter hat sich aber bald gebessert. Ich verrate schon mal soviel, wir sahen den Mt. McKinley komplett wolkenlos!  8)

Ich wollte schon fragen, ob uns das stark bewölkte Wetter erhalten bleibt :wink:

Wir spazieren zwischen den verfallenen und teilweise restaurierten Häusern der ehemaligen Mine umher.

Die kleinen Häuser sehen fast wie Spielzeug aus, irgendwie unwirklich.

Caribouburger und Caribou meat loaf.

Markus, was kann ich mir darunter vorstellen? :think:


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 01.11.2010, 17:33 Uhr

Wir spazieren zwischen den verfallenen und teilweise restaurierten Häusern der ehemaligen Mine umher.

Die kleinen Häuser sehen fast wie Spielzeug aus, irgendwie unwirklich.

Caribouburger und Caribou meat loaf.

Markus, was kann ich mir darunter vorstellen? :think:


Caribous = Rentiere. Geschmacklich würde ich sagen sehr ähnlich zu Reh / Hirsch. Einen Burger brauch ich glaub ich nicht erklären, und ein Meat loaf heißt in Deutschland glaub ich Hackbraten.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 01.11.2010, 17:37 Uhr
Caribous = Rentiere. Geschmacklich würde ich sagen sehr ähnlich zu Reh / Hirsch. Einen Burger brauch ich glaub ich nicht erklären

Nein, den Burger musst du nicht erklären ;-), Caribous war mir nicht klar. Danke für die Erläuterung, beim nächsten Mal für mich bitte ein Caribous Meat loaf :D

und ein Meat loaf heißt in Deutschland glaub ich Hackbraten.

Mit mir kannst du österreichisch reden, ursprünglich komme ich von Linz :wink:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 01.11.2010, 18:09 Uhr
Hallo,
ich möchte auch noch mit. Das hört sich total interessant an.
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Manatee am 01.11.2010, 18:22 Uhr
Hallo Markus,
da steige ich aber auch noch ganz schnell zu.

Bin schon sehr gespannt und freue mch auf euren Bericht, insbesondere da ich gerade an der (Fein-)Planung fürs nächste Jahr sitze, wo es zur gleichen Zeit, in der ihr unterwegs ward, in die gleiche Ecke gehen soll, allerdings ab Whitehorse.
Flüge und Truck-Camper sind schon gebucht  :D

Gruß
Manatee

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: SusanW am 01.11.2010, 19:30 Uhr
Hallo Markus,

da Alaska eines der Reiseziele ist, zu dem ich meine Family wohl nie überzeugen kann, steige ich gern noch in den Reiseberichtsbus ein  :)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 01.11.2010, 19:40 Uhr
Bin auch dabei!

Fragt man mich, mag ich es gerne warm, und doch reise ich dann gerne in die subpolaren Regionen.. :lol:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: metalbishop am 01.11.2010, 20:38 Uhr
Ich spring auch noch schnell auf, die Route hört sich interessant an! Bin schon gespannt was da noch alles kommt  8)

LG Marie
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 02.11.2010, 00:56 Uhr
Bin auch dabei :D


Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: carolklein am 02.11.2010, 07:25 Uhr
Ich auch  :)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Buffalo Bill am 02.11.2010, 09:36 Uhr
Bin ebenfalls dabei!!!  :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: ziony am 03.11.2010, 07:30 Uhr
Möchte auch noch mit! Die Mystik des Gold Mine State Park hat mich doch sehr inspiriert!  :usa:

Gruß von ziony   :)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 07.11.2010, 19:59 Uhr
Morgen am Abend geht es weiter, ich hatte eine Arbeitsintensive Woche mit einigen Abendveranstaltungen die jetzt vorbei sind. Ich hoffe, jetzt jeden Tag einen weiteren Reisetag online stellen zu können.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: joke am 07.11.2010, 20:10 Uhr

Da freuen wir uns doch auf Morgen Abend   :P
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 08.11.2010, 03:26 Uhr
dann werde ich weiterhin geduldig warten
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 08.11.2010, 17:56 Uhr
Tag 3 14. Juni / Denali National Park Shuttlebus

Morgenwache: 4:45 AM

Aufgrund des schlechten Wetters vom Vortag waren wir schon sehr gespannt, ob wir den Denali (Mount McKinley) heute wohl sehen werden. Vorsichtig, den Vorhang beiseite geschoben, 2 Mal die Augen gerieben und gelächelt. Wolkenloser Himmel :)

Aufbruch zum Denali National Park. Beim Warten auf den Shuttlebus vor dem Wilderness Access Center merken wir, dass wir meine (Markus) Haube und Handschuhe in den falschen Rucksack (beide sind rot) gepackt haben, nämlich den, den wir absichtlich im Zimmer zurückgelassen haben. Keine Zeit mehr zurück zu fahren, der Shuttlebus kommt gleich (Abfahrt 06:16).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/01.jpg)

Hoffen wir auf warmes Wetter, die Fahrt ca. 12h dauert und alle paar Minuten werden die Fenster geöffnet um die Tiere und die Landschaft zu fotografieren.

Unsere Tour heute führt uns bis zum Wonderlake, 85 Meilen auf einer Schotterpiste in das Herz des Parks.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/02.jpg)

Im Jahr 2010 war ca. jeder 2. bis 3. Bus rollstuhlgerecht mit Hublift ausgestattet laut Fahrplan.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/03.jpg)

Die Fahrerin meint beim Einsteigen, ob ich mich eventuell vom Rollstuhl auf die Bank umsetzen möchte/kann, denn es werde ein "bumpy ride". Also setz ich mich um, die Bank wirkt sowieso komfortabler als der Rollstuhl. Sie hat nicht zuviel versprochen, es war in der Tat "bumpy", sprich holprig. Die Lederbänke waren zwar sehr bequem, wenn man allerdings nicht sehr schwer ist, so wie ich, kann sie schon mal zum Trampolin werden :)

Die ganze Fahrt über haben wir traumhaftes Wetter, keine einzige Wolke schafft es über die Berge in den Park hinein.

So kommt es, dass wir schon nach ein paar Kilometern Denali (Mount McKinley) mit seinen 6.192 Metern in voller Größe, bottom to top, sehen können. Sehr beeindruckend, den ganzen Berg, der durch seine gewaltige Höhe fast komplett mit Schnee bedeckt ist, vor einem zu sehen. Ein richtiger Bilderbuchtag.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/04.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/05.jpg)

Hier ein Bild von uns, das sind wir noch schuldig:
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/06.jpg)

Während der Fahrt können wir insgesamt 9 Braunbären beobachten (relativ weit weg, mit Fernglas gut sichtbar), Caribous, Dallschafe, Golden Eagle und Falken. Ein Caribou ist uns dabei fast vor den Bus gelaufen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/07.jpg)

2 Caribous (Rentiere)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/10.jpg)

Bei Meile 66 gibt es einen längeren Zwischenstopp am Eielson Visitor Center. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf den Denali sowie umliegende Bergketten. Trotz wolkenlosem Himmel sehr frischer Wind.

Elchgeweihe
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/08.jpg)

Unser Umkehrpunkt ist der Wonder Lake, an dem wir Schwäne im Wasser beobachten konnten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/09.jpg)


Der Polychrome Pass bei unserer Rückfahrt zum Visitor Center

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/03/11.jpg)

Am späten Rückkehr nach Healy. Früh schlafen gegangen.

Unterkunft: White Moose Lodge, Healy, AK
gefahrene Meilen: 35
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 08.11.2010, 18:09 Uhr
Was hattet Ihr für ein Glück, den Mt McKinley wolkenfrei zu sehen  :daumen:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 08.11.2010, 21:02 Uhr
Das sind ja schon mal tolle Eindrücke! Und toll, dass du solch eine Reise machst. Ist bestimmt nicht immer ganz einfach. Aber ich denke, du hast die richtige Einstellung.
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 09.11.2010, 09:49 Uhr
Ja, diese Reise war wirklich außergewöhnlich! Besonders, dass es während der ganzen Reise nie wirklich dunkel wurde. :) Der Tag mit der Busfahrt im Denali NP war der sonnigste Tag der ganzen Reise.

Ich hab die Fotos des letzten Tages wieder verkleinert, es gab Probleme bei kleineren Bildschirmauflösungen. Am Abend folgt der nächste Tag.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Stefanie_GZ am 09.11.2010, 11:36 Uhr
Wow, super Eindrücke aus Alaska.
Bin gespannt was ihr noch so erleben werdet. Die vielen Tiere sind ja schon mal toll.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 09.11.2010, 20:14 Uhr
Tag 4 15. Juni / Denali National Park Wandertag

Nach dem gestrigen Tag, an dem wir die ganze Zeit über nur Kaiserwetter (http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserwetter) hatten, sind wir beim ersten Blick aus dem Fenster sehr überrascht, wieder tiefhängende Wolken zu erspähen. Die Berge sind fast nicht sichtbar. Temperatur 10-12°C. Also gleich noch eine Schicht mehr anziehen. An das wechselhafte Wetter in Alaska haben wir uns noch nicht gewöhnt.

Unser Frühstück besteht wieder (wie so oft), aus Brot, Butter und Marmelade. Wir sind keine wirklichen Frühstücksmenschen, also dauert es nur ein paar Minuten.

Erster geplanter Stopp: das Denali National Park Visitor Center. Kurzer Rundgang durch die Ausstellung im Keller über die Flora und Fauna der Region, die wir ja gestern schon in natura sehen konnten.

Rangertalk Schlittenhunde

Durch Zufall sehen wir, dass gerade ein Rangertalk über Schlittenhundetouren im Denali stattfindet. Es war eine Diashow über das Leben mit Schlittenhunden, als roter Faden der Wechsel der Jahreszeiten.

Winter / Frühling

Die Fotos beginnen im Winter, mit Erklärungen und Fragespielen, was man alles benötigt, um auf eine 1-2 wöchige Tour in die Wildnis aufzubrechen. Definitiv kein Honigschlecken, auch wenn es sehr romantisch klingt. Täglich 30-50 km Trails mit den Schlitten fahren oder den Trail brechen. Den Trail brechen bedeutet, der Musher (Schlittenhundeführer) geht vor den Hunden mit Schneeschuhen im Tiefschnee und tritt einen Weg aus, den die Hunde dann entlang laufen können. Und das ganze oft bei 20 bis 40 Grad Celsius unter Null.

Am Ende des Tages kommt man dann, wenn man Glück hat, bei einer Selbstversorger Hütte an. Jetzt werden erst einmal die Hund gefüttert. Ca. 1 kg Fleisch pro Hund / Tag. Ein Hundegspann besteht normalerweise aus 6-12 Hunden. Man schleppt also ganz schön viel Proviant mit. Erst nachdem die Hunde versorgt sind, kann sich der Musher um sein eigenes Wohlergehen kümmern. Schnee schmelzen, Holz hacken, den Ofen einheizen und kochen. Danach ist man dann sowieso meist so müde, dass man sofort einschläft.

Ein sonniger Tag, der Schnee glitzert, ein fester Trail unter den Kufen, alleine mit seinen Hunden in der Natur, und man weis wieso man diese Strapazen auf sich nimmt.

Frühling / Sommer

Jetzt ist Paarungszeit für die Hunde, ansonsten steht nur Faulenzen auf der Tagesordnung. Die Hunde legen an Gewicht zu. Im Sommer kommen dann die Welpen zur Welt.

Herbst

Das erste leichte Training beginnt, die Hunde müssen wieder zu ihrer Topform kommen. Begonnen wird mit einem 1-wöchigem Trainingsplan, bei dem Geschwindigkeit und Distanzen kontinuierlich erhöht werden. Zuerst nur frei, dann mit einem langsam fahrenden ATV als Gewicht, später folgt ein Hundeschlitten mit Rädern.

Die Junghunde sind in das Training noch nicht eingebunden, sie schauen nur zu und spielen.

Winter

Der Winter bricht wieder herein, die Hunde sind schon ganz wild auf‘s ziehen, später dürfen auch die Junghunde ihre ersten kürzeren Trails laufen.


Wir verlassen nach der äußerst informativen Vorführung das Visitor Center und weil wir für die Hundeschlittenvorführung noch viel zu früh sind, gehen wir den Roadside Trail (der nur so heißt, aber meist nicht direkt an der Straße entlang führt, nicht rollstuhlgerecht, sehr steil aber guter Untergrund zum Schieben, ca. 3 KM) zu den Sled Dog Kennels, der Hundezucht im Denali National Park. Mit diesen Hunden werden im Winter in etwa 3000 Meilen Trails patroulliert. Wir wollen uns das ganze auch in der Praxis ansehen.

Nach einer kurzen, für uns mittlerweile bekannten, Einführung in das Thema, werden 5 Hunde ausgesucht die einen Schlichten eine Runde ziehen dürfen um dann vor den Besuchern zum stehen zu kommen. Alle Hunde in der Hundezucht werden wie auf Kommando ganz nervös als es ans Aussuchen der Hunde geht, jeder möchte genommen werden.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/04/01.jpg)

Die wichtigsten Hundekommandos lauten:

   -   Hike! (selten Mush!) = Los geht‘s (so gut wie nie nötig, die Hunde machen nichts lieber als das)
   -   Gee = Nach rechts
   -   Haw = Nach links
   -   Whoa = Stehen bleiben


Anschließend darf man auf den Schlitten steigen und Fotos mit den Hunden machen und die Hunde die nicht eingespannt waren, streicheln.

Beim Savage River, dort wo die Straße für private Fahrzeuge abgesperrt ist, gehen wir einen kurzen Trail, auf dem wir auch ein Ptarmigan, Schneehuhn, entdecken. Es ist gerade im Federkleidwechsel von Winter (weiß) auf Sommer (braun).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/04/02.jpg)

Am späten Nachmittag verlassen wir den Denali National Park, da wir heute noch bis Cantwell (ca. 50 km südlich des Parks, an der Kreuzung zum Denali Highway) fahren wollen. Kurz vor dem Parkausgang der erste kleine Verkehrsstau des Urlaubs. Nur 5-6 Meter vor uns kreuzte auf einmal ein junger Elchbulle und ein Elchkuh die Straße. Wir beobachten sie ein paar Minuten beim Grasen, bis übermütige / dumme Touristen aussteigen und unbedingt immer näher gehen müssen.

Die Elchkuh findet das nicht sehr lustig und verfolgt die Touristen. Sie verlor aber schon nach kurzer Zeit das Interesse an den Menschen und beide Elche zogen sich in den Wald zurück. Manchmal fragt man sich wirklich, wo der gesunde Hausverstand bleibt.

Der Elchbulle:
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/04/03.jpg)

Übernachtung in einer Cabin im Cantwell RV Park, sehr nett, aber kalt und extrem harte Betten. Wir gehen relativ früh schlafen, da uns der Jetlag noch im Griff hat. Trotz Heizlüfter war uns die ganze Nacht sehr kalt, obwohl wir komplett bekleidet mit jeweils 3 Decken geschlafen haben. Haben noch nie so schlecht geschlafen, nicht einmal als wir in New York beim Blackout 2003 am Steinboden schlafen mussten.

In der Ecke der kleine Heizlüfter zu sehen. Weiters wird man bemerken wie hell es war trotz Vorhänge
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/04/04.jpg)

Die Rampe wurde einen Tag vor unserer Ankunft fertiggestellt extra für mich, da mir "max. 1 Stufe" zugesagt wurde, es aber doch 2 waren, wie sie bei ihrer Rückkehr im Frühling bemerkten. Als wir um 22 Uhr endlich fast eingeschlafen sind, montierte der Mann der Eigentümerin noch die letzten Bretter :(
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/04/05.jpg)

Unterkunft: in einer Cabin im Cantwell RV Park, Cantwell
gefahrene Meilen: 73
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 10.11.2010, 00:21 Uhr

Das Schneehuhnfoto ist super gelungen!
Mir lief gerade ein Schauer über den Rücken, wie kalt euch in der Nacht war, ist fast unvorstellbar *bibber*

Toll finde ich, dass die Rampe für dich gebaut wurde, nur hätte es nicht unbedingt soooo spät sein müssen.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 10.11.2010, 18:05 Uhr
Tag 5 16. Juni / Denali Highway

Nach der unruhigen Nacht sind wir um 7:30 morgens aufgestanden. Frühstück gibt es im Restaurant der Tankstelle des Ortes bei einem sehr netten American Native, der Koch und Kellner in Personalunion ist. Das Restaurant und die Tankstelle machen einen trostlosen Eindruck, mir gefällt das irgendwie. Spiegeleier und Gravy (nicht gemeinsam) bilden das Frühstück. Nach einem wirklich gemütlichen und ausgiebigen Frühstück geht es um 10:00 zum Denali Highway.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/01.jpg)

Heute erwartet uns unsere erste Gravelroad in diesem Urlaub. Der Denali Highway (http://de.wikipedia.org/wiki/Denali_Highway), 218 Kilometer, führt durch unberührte Natur. Da die Straße heute keine Hauptverkehrsstraße mehr ist wie früher, als sie die einzige Straße zum Denali National Park war, begegnen wir hier kaum anderen Autos.

Straßenzustand: sehr gut
Wetter: Anfangs Nieselregen, bald besserte sich die Aussicht aber.


Nach einer Stunde unsere erste Wildsichtung an diesem Tag, bei Meile 23, fahren wir gerade über eine kleine Anhöhe und sind am höchsten Punkt. Vor uns kreuzt der Seattle Creek die Straße, und kurz danach läuft eine Elchkuh gemächlich über die Straße, ich vermute 200 Meter von uns entfernt. Wir bleiben stehen. Sie sieht uns aus der Ferne, bleibt in der Straßenmitte stehen, schaut für kurze Zeit in unsere Richtung, und ist sogleich wieder im Wald verschwunden. Wir sind sehr erfreut, scheinbar meint es das Glück gut mit uns in punkto Tiersichtungen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/02.jpg)


Rund um uns wechseln sich laufend Flüße, Seen, Gletscher, Wald und weitläufige Graslandschaften (Tundra) ab. Alle 50-60 Minuten werden wir durch ein entgegenkommendes Auto daran erinnert, dass wir doch nicht ganz alleine sind auf dieser Welt.

Typische Szenerie am Denali Highway
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/03.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/06.jpg)

Für die 218 Kilometer benötigen wir in etwa sechseinhalb Stunden Zeit, den Großteil davon um die Natur zu genießen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/08.jpg)

Wir bekommen die Möglichkeit noch einige weitere Tiere zu beobachten wie etwa Schwäne, viele verschieden Vogelarten, eine Elchkuh mit 2 Jungtieren die wir aus einiger Entfernung für eine halbe Stunde beobachten können.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/09.jpg)

Genau so haben wir uns Alaska vorgestellt!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/10.jpg)

Um 18 Uhr bogen wir Richtung Norden ab, unser Weg führt uns heute noch bis Delta Junction. Entlang des Richardson Highways und der Transalaska Pipeline.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/05/11.jpg)

Die Transalaskapipeline finden wir sehr interessant, besonders unter welchen Umständen die Arbeiter oft „gezwungen“ waren zu arbeiten, aber dafür gab es ja auch eine entsprechende Entlohnung. Die Pipeline selbst gefiel uns nicht sehr, da sie der Natur ihre Unberührtheit nimmt.

Je später es wird, desto stärker kommt die Sonne zum Vorschein. Um 20:30 kurz vor unserer Ankuft in Delta Junction, wieder eine Elchkuh am Straßenrand. Was sollen wir sagen, Elche stehen auf uns in diesem Urlaub :). Es ist so sonnig, man könnte glauben es ist früher Nachmittag. Auch das haben wir schon mit Spannung erwartet, das „Land der Mitternachtssonne“. Ich kann vorweg nehmen, während unserer Reise wurde es nie  dunkel.

Abendessen im Auto am Flußufer in Delta Junction gegen 21:45, kaum noch eine Wolke am Himmel zu sehen. Temperatur 18 Grad Celsius.

Wir übernachten im Alaska 7 Motel, eine der günstigeren Unterkünfte im Ort, aber ich würde es nicht weiter empfehlen, obwohl es uns gereicht hat für die Nacht. Die Betten  waren zwar sauber, aber sonst kaum etwas im Zimmer. Die Heizung (es war zum Glück warm an diesem Abend) lag in mehreren Teilen am Boden, der Tisch und der Nachttisch hatten Colakreise vom Vormieter, die Dusche war schon ziemlich „abgefuckt“ und zu guter letzt funktionierte auch das Schloss an der Zimmertür nicht. Die Betten waren allerdings angenehm weich, aber nicht durchgelegen.

Unterkunft: Alaska 7 Motel, Delta Junction, AK
gefahrene Meilen: 230
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: joke am 10.11.2010, 18:20 Uhr


 Schöner Bericht , Super Bilder

 Wie seit Ihr damit klargekommen das es nicht Dunkel wurde ?
 Gewöhnt man sich daran ?

Johann
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 10.11.2010, 19:18 Uhr
Schöne, einsame Ecke dort, gefällt mir... :)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 10.11.2010, 19:29 Uhr

 Schöner Bericht , Super Bilder

 Wie seit Ihr damit klargekommen das es nicht Dunkel wurde ?
 Gewöhnt man sich daran ?

Johann

Danke für das Lob, leider kann man ja nicht soviele Bilder herzeigen wie man möchte, sonst würden es wohl einige Hundert werden. ;)

Wir kamen wirklich gut damit zurecht. So um 22/23 Uhr wurden wir dann noch einmal aktiv und motiviert, haben aber versucht einen normalen Rythmus beizubehalten wegen den Öffnungszeiten der Restaurants etc. Die Helligkeit selbst beim schlafen störte uns nicht, da wir sowieso meist sehr müde waren :) War es mal zu hell (wie z.B. in der Hütte im Cantwell RV Park) weil Vorhänge fehlten, dann zogen wir uns die Decken über den Kopf, aber nach ein paar Tagen wollte ich gar keine Finsterheit mehr, auch beim schlafen war sie nicht mehr notwendig.

Nach so einer "langen" Zeit, 30 Tage, kam ich zu Hause mit den dunklen Nächten in den ersten paar Tagen nicht sehr gut zurecht, ich hatte immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Meine Mutter hatte keine Umstellungsprobleme.

Schöne, einsame Ecke dort, gefällt mir... :)

Ja, es war wirklich sehr schön und einsam, dabei waren wir bis jetzt noch in den eher "volleren" und dichter besiedelten Gegenden. :)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 10.11.2010, 22:20 Uhr
Ganz tolle Reise, die gefällt mir!

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 11.11.2010, 16:58 Uhr
Die Einsamkeit und die tolle Landschaft haben schon was  :groove:.

Allerdings möchte ich in keinem Urlaub frieren und mit mehreren Lagen Kleidung schlafen müssen  :grins:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 11.11.2010, 19:42 Uhr
Tag 6 17. Juni / Top of the World Highway

Heute führt uns unser Weg über Tok, dem Taylor Highway in den Yukon, dort dem Top of The World Highway folgend nach Dawson City, Yukon Territories (Kanada). Bedingt durch ein paar Änderungen unserer Route eine ganz schön lange Strecke, vor allem wenn man bedenkt, dass mehr als 200 Kilometer davon auf Schotter zurück zu legen sind.

Wir gehen den Tag trotzdem gemächlich an, schließlich hatten wir unser Quartier in Dawson bereits reserviert und mit einbrechender Dunkelheit ist auch nicht zu rechnen :)

Um 8:30 geht es also wieder on the road, Temperatur ca. 12-13 Grad Celsius, bedeckter Himmel, wie meistens in diesem Urlaub.

Unser Essenvorrat war aufgebraucht, wir haben in Anchorage viel zu wenig eingekauft. Da in der Nähe, ohne 30km Umweg, keine Essenmöglichkeit auffindbar war, fahren wir los in Richtung Tok. Schon nach wenigen Kilometern entdecken wir wieder eine Elchkuh am Straßenrand. Der Tag beginnt ja schon gut!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/01.jpg)

Nach 160 Kilometern, knapp zwei Stunden, kommen wir hungrig und müde in Tok an. Frühstücken gehen wir im Grumpy Grizz Cafe, das uns wegen seinem alten, familiären Charme und natürlich dem guten Essen sehr gefällt.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/02.jpg)

Frisch gestärkt mit Eierspeis, Spiegeleiern und voll getankt (das Auto) machen wir uns auf den Weg zum Taylor Highway. Der Taylorhighway ist eine sehr hügelige Straße, die nach einiger Zeit zur Schotterstraße wird. Von Oktober bis April ist sie nur für Schneemobile geöffnet.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/03.jpg)

Einer unserer heutigen Fixpunkte ist Chicken, eine ehemalige Goldgräberstadt. Sie sollte ursprünglich Ptarmigan (Schneehuhn) heißen, das stellte die damaligen Bewohner allerdings vor grammatikalische Probleme und so bekam der Ort den Namen Chicken (Huhn). Heute leben 20 Einwohner in Chicken.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/05.jpg)

Wir bestaunen den Pedro Dredge von außen, da heute leider keine Führung mehr stattfindet. Der Pedro Dredge ist ein Flußbagger, erbaut 1938, der hier nach Gold grub. Kurzer Rundgang durch Downtown Chicken,  3 Häuser :), unzählige Fotos später und wir fahren wieder weiter.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/07.jpg)

Kurz vor der Grenze kommen wir zu ein paar halbverfallenen Häusern die auf den Namen „Boundary“ (Grenze) hören. Es handelt sich um eine ehemaliges Roadhouse.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/08.jpg)

Nach ein paar Fotos bemerken wir den Spruch „best coffee in Boundary“ und öffnen die Tür. Wir gehen in das Gebäude hinein und stehen sofort am Tresen an. Nach einer kurzen Tischsuche (es gibt nur 2 ;) ) setzen wir uns. Sofort kommen wir ins Gespräch mit den einzigen Kunden, einer netten amerikanischen Familie (den Bundesstaat weis ich leider nicht mehr) und dem Besitzer. Er war sowieso gerade dabei, ihnen seinen Laden zu zeigen.

Nachdem die Familie gegangen ist, unterhalten wir uns noch über Gott und die Welt. Von Schlittenhunderennen, er fuhr das Yukon Quest, musste allerdings aufgeben, bis hin zu seinen Goldclaims. Nach einer guten Stunde, in der wir uns auch ins Gästebuch eingetragen haben (670 Gäste kamen hierher im Vorjahr) und ihm Gold abgekauft hatten, kam ein „Nachbar“ zu Besuch, der noch einiges mit dem Besitzer zu bereden hatte.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/09.jpg)

Nach zwei sehr angenehmen Gesprächstunden mussten wir uns auf den Weg machen, um noch rechtzeitig vor 20 Uhr über die Grenze nach Kanada zu kommen bevor sie schließt, sonst sitzen wir hier mehr oder weniger fest.

Ach, hab ich schon erwähnt, dass Boundary nur 2 Einwohner hat? Den Geschäftsbesitzer und seinen Sohn.

Top of the World Highway:
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/10.jpg)

Die Einreise nach Kanada geht schnell von statten, zwei Fragen ob wir Alkohol oder Tabak dabei haben, ein Stempel in den Pass und schon heißt es: „Welcome to Canada!“ Hinweisschilder erinnern uns an die Überquerung einer Zeitzone, Licht auch am Tag und den Wechsel von Meilen auf Kilometerangaben. Die Uhren müssen eine Stunde nach vorne gedreht werden wenn man aus Alaska kommt.

Kaum sind wir in Kanada, bessert sich das Wetter schlagartig. Hier sind wir nun also, im Yukon, viel haben wir darüber gelesen, Sehnsüchte von Einsamkeit wurden geweckt. Im Yukon leben ca. 30.000 Menschen, zwei Drittel davon in Whitehorse, der Hauptstadt. Es gibt 0,06 Einwohner / km2. Auf Österreich umgelegt würde das bedeuten, es gäbe nur 4800 Einwohner in ganz Österreich.

Den Top of The World Highway fahren wir bis Dawson City, Lupinien säumen den Straßenrand. Ankunft kurz nach 22 Uhr in Dawson City. So kamen wir auch gleich zu unserer ersten Fährfahrt über den Yukon. Es führt nämlich keine Brücke vom Top of The World Highway nach Dawson City.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/11.jpg)

Die Unterkunft liegt 2km außerhalb von Dawson. Wir bekamen ein nett eingerichtetes, geräumiges, rollstuhlgerechtes Zimmer. Kurze Fahrt zurück in die Stadt, wir haben Hunger. Vor dem Casino hat noch ein Hotdogstand offen, überall wuseln junge Erwachsene durch die Straßen rund um das Casino. Es ist bereits 23:15, schnell noch zwei Hot Dogs essen und erschöpft ab ins Bett.

Abendessen um 23:15, man beachte die Helligkeit:
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/06/12.jpg)

Unterkunft: Bonanza Gold Motel & RV Park, Dawson City, YT
gefahrene Meilen / Kilometer: 320 / 512
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 14.11.2010, 17:39 Uhr
Tag 7 18. Juni / Dawson City

Heute schliefen wir uns mal aus, denn die letzten Tage waren doch ziemlich intensiv und lang.


Um 10 Uhr fahren wir von unserer Unterkunft die 2 Kilometer nach Dawson City.

Wir parken in der Nähe der S.S. Keno, einem alten Schaufelraddampfer der hier trocken liegt und besichtigt werden kann. Heute findet leider keine Führung statt. Wir werden allerdings später in Whitehorse noch einmal eine Gelegenheit haben, einen Schaufelraddampfer zu besichtigen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/01.jpg)

Im Visitor Center entscheiden wir uns für die selbstgeführte Audiotour mittels MP3-Player und Karte. Das Wetter ist ideales Spazierwetter, sonnig bei 20° C.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/02.jpg)

Dabei erfahren wir Näheres über die Goldrauschzeit und die Entstehung der Stadt. Wie immer bisher in Kanada und USA ist die Audiotour sehr liebevoll und fesselnd gestaltet. Dass in Dawson City nur die Hauptstraße asphaltiert ist weil es ein Highway ist, und die hölzernen Gehsteige tragen weiters zum Flair bei.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/04.jpg)

Auch kommt man vorbei an Häusern aus der Gründungszeit, die nur schnell, schnell erbaut wurden ohne Bedacht auf den Permafrostboden. Mittlerweile die Häuser den Boden aufgetaut und stehen ganz windschief.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/03.jpg)

Nach dem Mittagessen entscheiden wir uns, unsere Nahrungsreserven aufzufüllen im Supermarkt. Kaufen heute das teuerste Wasser unserer Reise, 6 Kanadische Dollar für 4 Liter Kanister, wir kaufen gleich 5 davon, es bleibt uns ja nichts anderes übrig. Die nächsten Tage geht es noch weiter in die Wildnis. Bezahlen also über 30 Dollar (inkl. Steuern) nur für unser Wasser.

Beim Visitor Centre der Northwest Territories Holen wir uns noch ein paar Informationen für unseren Trip auf dem Dempster Highway. Unter anderem auch einen "Dempster Highway Passport, eine Art Stempelkarte für die verschiedenen Stationen entlang der Strecke mit anschließendem Gewinnspiel.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/05.jpg)

Der Nachmittag, verläuft gemütlich im Hotelzimmer. Wir sortieren Fotos, enstpannen uns und durchstöbern die Prospekte des Visitor Centers. Draußen regnet es.

Am Abend, es regnete nicht mehr, besuchen wir eine CanCan-Show in der Gambling Hall, dem Casino von Dawson City. Anschließend kurzer Rundgang durchs Casino.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/06.jpg)

Da wir nicht die großen Spieler sind, sind wir schnell durch. Es gibt rund 5-6 Spieltische und ein paar Reihen Automaten. Beim Verlassen des Casinos, in dem es ja sehr dunkel ist, bin ich etwas irritiert, als es draußen hell ist, es ist bereits kurz vor 22 Uhr.

Ich muss dazu sagen, zu dieser Zeit hatten wir meistens am späten Abend das beste Wetter des Tages. Schnell fällt mir wieder ein, dass wir ja ziemlich weit im Norden sind und die Helligkeit normal ist.
 
Heute findet um Mitternacht ein Golfturnier statt, das wir uns ansehen wollen, am Weg dorthin müssen wir wieder mit der Fähre den Yukon überqueren und zurück in Richtung Alaska ein paar Kilometer den Top of The World Highway fahren. Am Weg zum Golfplatz gibt es einen sehr schönen Aussichtspunkt mit Blick auf Dawson City.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/07.jpg)

Hier bleiben wir stehen, genießen den Anblick und überlegen, ob es sich wirklich auszahlt zum Golfturnier zu fahren. Wir entscheiden uns dafür.

Dort angekommen ist es für uns reichlich unspektakulär, das Turnier beginnt erst in einer Stunde, es sind kaum Zuschauer hier, und wir sind nicht wirklich an Golf interessiert. Also beschließen wir, den zweiten Aussichtspunkt von Dawson City, den Midnight Dome zu besuchen. Hier soll am 21. Juni die Sonne nie untergehen.

Als wir also wieder auf unserem Rückweg sind kommt uns auf einmal eine dünne Gestalt auf der Straße entgegen. Wir erkennen es noch nicht genau, vermuten aber einen sträunenden Hund. Als wir es erkennen, es ist ein schwarzweißer Polarfuchs, greifen wir zum Fotoapparat, doch leider erwischen wir ihn nur noch von hinten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/08.jpg)

Beim Midnight Dome angekommen ist es bereits kurz vor Mitternacht, aber wir treffen auch zu solch fortgeschrittener Stunde noch auf zwei andere Touristen“gruppen“.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/09.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/10.jpg)

Nach einigen Fotos (die Mosquitos vertreiben uns relativ schnell) in der noch immer sehr hellen Mitternachtssonne fahren wir wieder bergab. Es ist kaum eine Wolke am Himmel zu sehen, die Umgebung beinahe taghell erleuchtet fahren wir bei 13° C zum Bonanza Motel zurück, wir fahren morgen ja den Dempster Highway und wollen früh los fahren.

In Wirklichkeit war es heller.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/07/11.jpg)

Unterkunft: Bonanza Gold Motel & RV Park, Dawson City, YT
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 14.11.2010, 17:45 Uhr
Der Schaufelraddampfer passt irgendwie eher in die Südstaaten  :grins:, ist aber dennoch ein Highlight.

Bestimmt war der Eintritt im Gegensatz zum Wasser fast geschenkt :lolsign:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 14.11.2010, 18:00 Uhr
Tolle Landschaften. Da würde es mir auch gefallen.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 14.11.2010, 18:17 Uhr
Der Schaufelraddampfer passt irgendwie eher in die Südstaaten  :grins:, ist aber dennoch ein Highlight.

Bestimmt war der Eintritt im Gegensatz zum Wasser fast geschenkt :lolsign:.

LG,

Ilona

:)  Ja mag man meinen, dass Schaufelraddampfer eher zum Süden gehören. Sie waren allerdings das einzige Tranportmittel zwischen Dawson City und Whitehorse bis ca. zum 2. Weltkrieg, als immer mehr Straßen gebaut wurden.

Da war es dann üblich, dass die letzte Lieferung nach Dawson vor dem Winter nur aus Alkohol bestand! :)

Wie gesagt, wir konnten die SS Keno leider nicht besichtigen, und kennen deshalb auch die Eintrittsgebühren nicht.

Das Kasino war sehr provinziell wenn man Las Vegas Casinos kennt, und hätten mich nicht zum Spielen animiert. Es kam kein wirkliches Casinoflair auf fanden wir.

Tolle Landschaften. Da würde es mir auch gefallen.

Ja da lässt es sich schon aushalten wenn einem die Einsamkeit nichts ausmacht. Nur Dawson bildet da unserer Meinung nach eine Ausnahme. Hier leben sehr viele Junge Leute und es ist eine sehr pulsierende Stadt.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 14.11.2010, 21:38 Uhr
Wird man eigentlich abends, wenn es solange hell ist, nicht so müde wie sonst?

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 15.11.2010, 02:48 Uhr
Hallo Markus,


auch wenn ich mich hier nur selten zu Wort melde, bin ich von deinem Reisebericht echt begeistert! :D

Unseren Nachbarn träumen von einer ähnliche Reise, ihr Enkel ist aus offenbar demselben Grund an den Rollstuhl gebunden wie du und sie trauen sich nicht drüber.

Weiteres per PN, wenn ich darf.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 15.11.2010, 17:11 Uhr
Da war es dann üblich, dass die letzte Lieferung nach Dawson vor dem Winter nur aus Alkohol bestand! :)

Whiskey friert eben nicht ein  :lolsign:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 15.11.2010, 17:50 Uhr
Wird man eigentlich abends, wenn es solange hell ist, nicht so müde wie sonst?

Es kommt einem so vor als ob man nicht müde wird. Man verliert das Zeitgefühl durch den fast immer gleichbleibenden Sonnenstand.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 15.11.2010, 18:11 Uhr
Und wie ist das mit den Mosquitos, war das ein lokales Problem an dem einen Ort oder ein eher ständiges?
Mücken gehen ja gerade noch, wenn sie einfach nur rumschwirren, aber wenn überall, zahlreich + stechend, dann ist so ein Ziel doch nichts für uns.  :verquer:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 15.11.2010, 18:28 Uhr
Was die Mosquitos betrifft war ich eher positiv überrascht, es betraf nur einzelne Orte, bzw. wir arrangierten uns damit, obwohl sie sehr lästig waren. Wir haben sofort nach unserer Ankunft  Mosquitonetze gekauft, aber nie verwendet. Entweder weil es erträglich war, oder wir sie im Auto vergessen haben :)

Wir wurden schon einige Male gestochen, die Mückeneinstiche (österreichisch: Gelsendippel) waren allerdings viel angenehmer als in Österreich und juckten so gut wie gar nicht.

Aber wie immer: Es handelt sich um persönliches Empfinden.

An Manchen Orten waren sie unerträglich, an anderen nur lästig und an wieder anderen gar nicht da.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 15.11.2010, 18:58 Uhr
Tag 8 19. Juni / Dempster Highway bis Eagle Plains

Trotz des langen Tages gestern stehen wir heute wieder zeitig auf, 7:30 Abfahrt.

Neben unserem Auto parkt dieser Kleinwagen :eek: Man beachte auch die typische Dempster Highway Lackierung.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/01.jpg)

Die Nächsten 5 Tage sind für uns etwas, auf das wir uns ganz besonders gefreut haben bei der Vorbereitung der Reise.

Der Dempster Highway. Ein einsamer Highway der auf knapp 740 Kilometern Schotterstraße im Sommer bis nach Inuvik, 200 Kilometer über dem Polarkreis, führt. Wir waren sehr unsicher, in welchem Zustand wir die Straße vorfinden werden, da sie zumeist als sehr reifenmordend und fast lebensbedrohlich beschrieben wird. Wir wollten uns selbst ein Bild davon machen. Unser heutiges Ziel, das Eagle Plains Hotel in den Eagle Plains.

Fahrt zur Klondike River Lodge, wo wir für unsere Rückfahrt ein Zimmer reservieren. Sie liegt günstig, genau am Anfang des Dempster Highways. Dort gab es auch gleich den zweiten Stempel nach dem Visitor Center von Dawson City in unseren Dempster Highway Passports. Stempelhefte wie man es von Berggipfeln etc. kennt. Hat man alle Stempel bekommt man ein Zertifikat, dass man die ganze Strecke gefahren ist und nimmt an einer Verlosung um einen Diamanten teil.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/03.jpg)

Dempster Highway

Zuerst für ein paar Kilometer noch asphaltiert, dann sehr harter Erdboden, sehr gut zu fahren, trockenes Wetter. Die Umgebung besteht aus Wald, in der Entfernung können wir die Richardson Mountains ausmachen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/05.jpg)

Je weiter  wir vordringen, desto regnerischer wird es. Es fängt mit einem leichten Nieselregen an und wächst sich zu einem richtigen Hagelschauer aus. Die Strecke wird zur Schlammpiste, sehr rutschig, der Scheibenwischer kommt allerdings kaum noch nach. Unser Auto ist bereits mit einer dunkelbraunen Schlammschicht vollständig überzogen. Wir vergessen völlig auf's Fotografieren und so gibt es kein einziges Foto während dem Regen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/06.jpg)

Die Seen sind oft noch von Schnee und Eis bedeckt, aber ich lasse am Dempster Highway lieber Bilder sprechen, was ich nicht in Worte fassen kann.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/08.jpg)

Wir können Schafe, einen Falken, Hasen und Squirrels beobachten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/09.jpg)

18 Uhr Ankunft im Eagle Plains Hotel. Beim Eingang steht zu lesen „eine Oase in der Wildnis“, so empfinden wir es auch. Nach 379 Kilometern (Fahrzeit 9 1/2 Stunden) auf Schotter unter widrigsten Bedingungen sind wir froh, endlich angekommen zu sein. Der Parkplatz ist allerdings schon fast ein kleiner Teich. Mit Mühe und Hilfe zweier freundlicher Biker, die selbst schon wie panierte Schnitzel aussehen vom Schlamm, schaffen wir es, auszusteigen ohne dass der Rollstuhl voll Schlamm ist.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/12.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/11.jpg)

Der Parkplatz, nachdem er schon einige Stunden auftrocknen konnte

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/10.jpg)

Wer den Dempster Highway bei diesen Bedingungen auf dem Motorrad bezwingt, hat unseren tiefsten Respekt. Die Motorradfahrer haben sich vor dem Eingang des Hotels mit Gartenschläuchen gegenseitig abgespritzt um den gröbsten Dreck abzuwaschen.

Gemütliches Abendessen, und nachher E-Mails an die Familie schicken. Wir sind äußerst überrascht, hier, fast 200 Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt, fast 400 Kilometer zur nächsten asphaltierten Straße, WLAN und Internetempfang zu haben. Zwar nicht besonders schnell, aber für E-Mails ausreichend.

Eagle Plains liegt in etwa 35 Kilometer unterhalb des Polarkreises.

Der Polarkreis ist jene gedachte Linie, nördlich derer am 21. Juni die Sonne nie untergeht.

Unterkunft: Eagle Plains Hotel, Eagle Plains, YT
gefahrene Kilometer: 411
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 15.11.2010, 22:50 Uhr

Au weia! :lol: Euer Auto sah vielleicht schön aus :lol:
Ihr seid aber wirklich mutig :daumen: Wo ihr euch überall hin wagt, Respekt!

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 19.11.2010, 17:25 Uhr
Ich muss mich schon wieder entschuldigen für die unregelmäßigen Berichte, es geht im Moment beruflich wie privat recht stressig zu.

Tag 9 20. Juni / Dempster Highway bis Inuvik

Dieses Mal gibt es kaum etwas zu schreiben, wir haben uns auch fast keine Audionotizen für diesen Tag aufgezeichnet.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/01.jpg)

Heute geht es nördlich des Polarkreises! Einige Kilometer nach Eagle Plains gibt es Erklärungstafeln zum Polarkreis, wir müssen natürlich Fotos machen. Es ist das erstes Mal in diesem Urlaub, dass wir das Mosquitospray benützen müssen, selbst für einen kurzen Fotostopp ist es sonst kaum auszuhalten.

Ein freundlicher älterer Herr hat uns ca. 10 mal fotografiert, 8 mal davon hat er den Zoom so eingesetzt, dass man nur unsere Gesichter sah. :) Deshalb hier das "Beste" von uns.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/03.jpg)

Heute haben wir überwiegend sonniges Wetter, abgesehen von der schönen Landschaft gibt es nicht viel zu erzählen.

Plötzlicher dichter Nebel für ein paar hundert Meter...

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/05.jpg)

…danach sofort wieder sonnig!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/06.jpg)

Nach 100 Kilometern erreichen wir die Grenze zu den Nordwest-Territorien, 1,3 Mio. km² aber nur 41 tausend Einwohner = Bevölkerungsdichte 0,03 Ew./km²

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/07.jpg)

Wir erreichen die zweite Fähre am Dempster Highway, hier bei Tsiigehtchic

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/08.jpg)

Die Fähre fährt hier 3 Punkte an, die 2 Enden des Dempster Highways und Tsiigehtchic, das wir in ein paar Tagen noch besuchen werden.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/09.jpg)

Typische Szene, Ein Truck brettert über den Schotter bei 100-120 km/h. 90 km/h sind erlaubt. Die meisten LKW-Fahrer bremsen bei Gegenverkehr leicht ab um Steinschläge zu vermeiden, aber eben nicht alle. Vorsicht!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/10.jpg)

Ankuft in Inuvik um 18:15 (NWT-Zeit, 8 Stunden Zeitverschiebung zu Österreich).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/09/11.jpg)

Fotos überspielen auf das Netbook. Essen gehen, gar nicht so einfach abends in Inuvik am Sonntag Abend, es gab nur 1 Restaurant das geöffnet hatte.

Tiersichtungen: Squirrel, Hasen, Adler, Wolf, Rotfuchs

Unterkunft: Nova Inn, Inuwik, NWT
gefahrene Kilometer: 370
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Buffalo Bill am 19.11.2010, 18:07 Uhr
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/08/11.jpg)

So müsste man das Auto mal zu Alamo zurückbringen...  :daumen: :groove: :lachroll:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 19.11.2010, 18:22 Uhr
Herrlicher Reisebericht!!. Es ist schön zu lesen, dass du auch im Rollstuhl die Welt sehen kannst. Gut dass du so eine liebe Mutti hast.

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 19.11.2010, 19:03 Uhr
Zitat
...die selbst schon wie panierte Schnitzel aussehen vom Schlamm...

 :lachroll: :mrgreen:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: bowiepit am 19.11.2010, 20:11 Uhr
Ein schöner Reisebericht. Respekt wo Ihr Euch überall hintraut!!!!
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 19.11.2010, 21:11 Uhr

Auch ich bin von deinem Reisebericht fasziniert. Echt klass, wo ihr überall herum kurvt! Einfach toll!
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 20.11.2010, 16:54 Uhr
Echt klass, wo ihr überall herum kurvt! Einfach toll!

Vor allem ist das Wägelchen mehr als getarnt  :lolsign:. Es ist fast unsichtbar, da es sich dem Schlamm angepasst hat  :lachroll:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 20.11.2010, 18:24 Uhr
Vor allem ist das Wägelchen mehr als getarnt  :lolsign:. Es ist fast unsichtbar, da es sich dem Schlamm angepasst hat  :lachroll:.

Ich muss da eher still sein :lol:, denn ich habe es auch schon geschafft, innerhalb von nur 2 Stunden unserem (Miet-)Auto ein ähnliches Aussehen zu verleihen :lol: Wir waren damals also auch mit einer Tarnkappe unterwegs :lol:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 22.11.2010, 14:31 Uhr
Beeindruckender Bericht und tolle Bilder - bin gespannt wie's weiter geht  :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 26.11.2010, 18:06 Uhr
So, hab' euch lang genug auf die Folter gespannt!  :oops:

Tag 10 21. Juni / Inuvik und Tuktoyaktuk


Der längste Tag des Jahres. In Inuvik wird es Ende Mai hell und das erste Mal wieder dunkel Mitte Juli. Knapp 60 Tag Sonne. Inuvik hat zirka 3500 Einwohner.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/01.jpg)

Rohre werden hier oberirdisch geführt um den Permafrost nicht aufzutauen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/03.jpg)

Nach dem Frühstück buchen wir unseren Ausflug nach Tuktoyaktuk, das am 69° 27‘ liegt. Um 16 Uhr wird es los gehen. Buchen konnten wir direkt im Hotel, da dort auch das Büro der Firma ist.
Anschließend besuchen wir das Visitor Centre und geben unsere Dempster Highway Pässe ab. Das ist ein Stempelheft mit 8 Stationen entlang des Highways. Anhand der Stempel kann man nachweisen, dass man den Dempster wirklich gefahren ist, bekommt eine „I drove the Dempster Highway“ Urkunde und nimmt an einer Verlosung um einen Diamanten gewinnen kann.

Unser nächster und einziger Fixpunkt in Inuvik ist die bekannte Igloo Church, eine Kirche im Stil eines Igloos, leider an diesem Tag auch nicht geöffnet. Deshalb wieder nur von außen Fotos.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/02.jpg)

Am 21. Juni wird in Kanada der Aboriginal Day zu Ehren der First Nations gefeiert, da sind zumindest hier in den Nordwest-Territorien nicht alle Geschäfte geöffnet auch wenn es kein arbeitsfreier Tag ist.

Wir nehmen an der großen Feier Mitten im Ort teil, die den ganzen Tag über andauert. Es werden Suppen und Hamburger verteilt. Zwischendurch immer wieder traditionelle Spezialitäten, die allerdings schnell aus sind.

In der Mitte des Platzes gibt es Live-Musik und später auch Tanzwettbewerbe in traditionellen Gewändern.

Hier sehen wir unseren ersten „Mountie“!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/04.jpg)

Zurück im Zimmer noch schnell ein Marmeladenbrot essen und wir gehen hinunter in die Lobby zum Treffpunkt für unseren Tuktoyaktuk Trip. Wir sind pünktlich, trotzdem die letzten unserer Gruppe. Wir sind insgesamt zu fünft. Wir werden mit einem Van zum Flughafen gebracht. Die Stossdämpfer sind komplett kaputt und wir schaukeln dutzende cm hinauf und hinunter. Sehr angenehme Fahrt aber nicht sehr verkehrstüchtig. Am nächsten Tag soll er repariert werden, sie haben ihn gerade erst neu (gebraucht) gekauft.

Am Flughafen kurzes durchgeben der Flugroute und dann gehen wir direkt zum Flugzeug. Ein 6 Sitzer. Die Maschine war bereits älteren Baujahrs, auch bei geschlossenen Türen kam sehr stark der Wind durch die geschlossenen Türen und Fenster. Zum Teil waren die Löcher mit Klopapier gestopft. Ich fand es sehr urig, meine Mutter eher beunruhigend. Wenigstens die Ledersitze waren sehr bequem.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/05.jpg)

So sind wir dann ca. 45 Minuten lang bei sonnigem Wetter über das McKenzie River Delta, das eher aussieht wie tausende kleine Seen, nach Tuktoyaktuk geflogen. Es ist sehr beeindruckend, all die kleinen Seen von oben zu sehen. Im Hintergrund noch Reste des Eises, das von der Arktis bis hier eine geschlossene Decke bildet im Winter.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/06.jpg)

Wir können auch einige Pingos sehen, ein Naturphänomen, das wir bis vor kurzem noch gar nicht kannten. Die Schönheit der Natur überwältigt uns.

Wikipedia: „Ein Pingo (Plural: Pingos; Inuktitut für Hügel, schwangere Frau) ist eine isoliert stehende, rundliche Bodenerhebung (bzw. ein Hügel) in Gebieten mit Permafrost, die durch eine im Boden befindliche Eislinse entsteht.“

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/07.jpg)

Blick auf Tuk
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/08.jpg)

Nach unserer Ankunft in Tuk (ausgesprochen: Tak) nütze ich die Gelegenheit während die anderen eine Klopause einschieben und komme mit 2 Frauen ins Gespräch, die mir anhand von ausgestellten Fotos zeigten, wo ihre Großeltern lebten, bevor sie von der Regierung zur Umsiedelung in moderne Häuser gezwungen wurden.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/10.jpg)

Unsere Rundfahrt führt Joanne durch, der auch das hiesige Taxiunternehmen gehört.

In Tuk leben 900-1000 Einwohner. Hier beginnt der Sommer gerade erst. Das Eis hat sich bereits fast ganz zurückgezogen, jetzt beginnt die Heringsaison.

Während der Rundfahrt durch den Ort, erklärt sie uns die Funktion der einzelnen Gebäude. Sehr viel handelt über die Missionierung im 19. Jahrhundert. Immer wieder gibt es Pausen, in denen wir aussteigen und Fotos machen können, wie z.B. eine alte Kirche und frische Felle, die zum Trocknen draußen hängen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/16.jpg)

Bei der Beaufort-See, ein Teil des arktischen Ozeans, machen wir kurz Halt für ein obligatorisches „Zehen eintauchen“ Foto. Es ist sehr kalt :)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/11.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/12.jpg)


Ein Highlight der Tour ist der sogenannte Gemeinschaftskühlschrank, ein großer Tunnel mit vielen Kammern, der 10 Meter unter der Erde liegt. Durch den Permafrost bleibt alles gefroren. In der heutigen Zeit wird er nur noch von einigen Personen benützt, und wenn große Tiere erjagt wurden.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/13.jpg)

Dort unten ist es wie in einer anderen Welt, alles ist überseht von großen Eiskristallen und riecht sehr stark nach Tran. In einer Kammer liegt ein Wolf eingelagert.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/14.jpg)

Unsere Tour ist sehr kurzweilig, wir erfahren interessante Details, wie z.B. dass der praktisch Arzt 1x im Monat, ein Zahnarzt alle 3 Monate und der Augenarzt 2 mal im Jahr hierher kommt. Den Rest der Zeit sind 3 Krankenschwestern hier stationiert.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/15.jpg)

Viel zu früh, müssen wir zwei Stunden später zu unserem Flugzeug zurückkehren.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/17.jpg)

Der Rückflug verläuft sehr unruhig, wir schafften es gerade noch vor einer Schlechtwetterfront von Tuk wegzukommen. Wir können eine Caribouherde von oben beobachten, während sie gerade einen See durchkreuzt!

Wir gehen noch einmal zurück zum Hauptplatz um an den Feierlichkeiten teilzunehmen und essen noch einen Hamburger. Die Sonne wärmte uns auch noch um 22 Uhr :)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/10/18.jpg)

Inuvik finden wir sehr trostlos, daran ändern auch ein paar bunte Häuser nichts.

Unterkunft: Nova Inn, Inuvik, NWT
gefahrene Kilometer: 10
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 26.11.2010, 18:17 Uhr
Einfach nur beeindruckend! Nicht nur das Land, sondern auch ihr
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 27.11.2010, 16:57 Uhr
Nun weiß ich auch was Pingo's sind  :groove:. Ich dachte zuerst, das wäre ne Abkürzung für (http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_282.gif) (http://www.smilies.4-user.de).

Ich bin mir nicht sicher, ob ich in das kleine Fluggerät eingestiegen wäre  :kratz:. Wahrscheinlich wäre ich wieder ausgestiegen, wenn ich die mit Klopapier ausgestopfen Löcher gesehen hätte  :lolsign:. Das war auf jeden Fall erlebnisreich :daumen:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 27.11.2010, 17:26 Uhr
...... Die Stossdämpfer sind komplett kaputt und wir schaukeln dutzende cm hinauf und hinunter. Sehr angenehme Fahrt aber nicht sehr verkehrstüchtig..... auch bei geschlossenen Türen kam sehr stark der Wind durch die geschlossenen Türen und Fenster. Zum Teil waren die Löcher mit Klopapier gestopft. Ich fand es sehr urig,....

Köstlich.  :mrgreen:

Hat was von Grönland, die Gegend, auch die Namen. Und so schön Island in Teilen ist, genauso viele trostlose Ecken gibts auch da, ähnlich wie hier im Beispiel Inuvik.
Bin gespannt, wie's weitergeht.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 27.11.2010, 18:08 Uhr

Der Ausflug nach Tuk wäre etwas für mich, das liest sich auch so interessant, wie eigentlich dein ganzer Reisebericht :daumen:

Bei den Pingos habe ich zuerst auch an die Abkürzung von den Pinguinen gedacht :lol: Man lernt nie aus.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 28.11.2010, 18:16 Uhr
Tag 10/11, 22./23. Juni / Dempster Highway / Inuvik -> Klondike River Lodge

So schön der Dempster Highway auch ist, wir haben beim Rückweg nur ganz wenige Fotos gemacht, da 1500 Kilometer Schotterpiste ganz schön anstrengend waren und wir beim zurückfahren eine Gewisse Müdigkeit, was das visuelle Aufnehmen der Gegend angeht, spürten.

22. Juni - Von Inuvik nach Eagle Plains

Heute geht es wieder Richtung Süden, wir verlassen Inuvik, unser Endpunkt heute wird Eagle Plains sein.

Bei traumhaftem Sonnenschein starten wir in den Tag.

Die ersten paar Kilometer verlaufen ereignislos. Bei der Mackkenzie River Fähre, setzen wir nach Tsiigehtchic über. Wir fahren durch den ausgestorben wirkenden Ort mit netten Häusern in ruhiger Lage, der auf einer schönen Anhöhe über dem Mackenzie River liegt und parken hinter der Kirche um eine Fahrpause einzulegen und den Ausblick zu genießen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/03.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/02.jpg)

Da entdecken wir einen jungen Weißkopfseeadler der ganz in der Nähe immer wieder Kreise fliegt, im passenden Fotomoment aber hinter einem Hügel verschwindet. Wir geben schon fast die Hoffnung auf ein Foto auf, als er wieder zu uns zurückfliegt und ganz in unserer Nähe im Gras landet und für ein Foto posiert. Kurze Zeit später fliegt er endgültig weg ans andere Flußufer.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/01.jpg)

Die zweite Fährfahrt beim Peel River genießen wir als einziges Fahrzeug auf der Fähre.

Danach fahren wir recht zügig ;) durch bis zum Polarkreis, also ca. 340 km von Inuvik entfernt. Hier müssen wir noch einmal Fotos machen, die ja beim letzen Mal leider nicht so toll geworden sind. Die Mosquitos sind sehr, sehr lästig, deshalb bleiben wir nicht lange hier.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/04.jpg)

Nach einem Toilettengang kommen wir zurück zum Auto, und als der Zündschlüssel umgedreht wird beginnt das Gepiepse. Ein Reifen verlor Luft. Wir haben noch ca. 2/3 des normalen Reifenluftdrucks im Reifen. Zum Glück ist es kein Reifenplatzer, und so versuchen wir so wie möglich zu fahren bevor wir Reifen wechseln müsssen.

Wir sind nur noch 35 km von Eagle Plains entfernt, und so hoffen wir, mit vorsichtiger Fahrweise bis zur Werkstatt zu kommen. Bei jeder Kurve überprüfen wir den Reifendruck.

Mit halbem Reifendruck kommen wir in Eagle Plains an und fuhren direkt in die Werkstatt. Wir waren sehr erleichtert, der Reifenwechsel hätte doch einiges an Zeit gekostet.

Der Mechaniker nimmt den Reifen mit dem Schrauber herunter, wirft ihn 3-4 mal mit voller Wucht auf den Boden um den gröbsten Dreck runter zu bekommen, es bleiben große Schlammbrocken am Boden liegen. Der Reifen wird Stück für Stück durch eine Seifenlösung gedreht, um die undichte Stell zu finden. Als er den Reifen schon fast komplett befeuchtet hat und noch immer keine Undichte Stelle sichtbar wurde, wundern wir uns wo den die Luft entweicht. Auf dem letzen Zentimeter der vollen Umdrehung war dann das Loch.

Die Reparatur dauert nicht länger als 10 Minuten inklusive wuchten. Wir bezahlen $31,50 und erfahren, dass der Mechaniker früher, als die Straße noch in schlechterem Zustand war, 30-50 Mal pro Tag Reifen reparierte. Nun kommt das nur noch 10-15 Mal am Tag vor.

Beim Einchecken treffen wir zufällig auf das Ehepaar, das gemeinsam mit uns in Tuktoyaktuk war, sie nutzten die Telefonzelle in Eagle Plains bevor sie mit ihrem 5th Wheeler wieder weiter fuhren. Sie hatten bis jetzt keine Reifenpanne am Dempster Highway.

Ein bisschen Fußballweltmeisterschaft schauen im Fernsehen, dann Abendessen. So geht dieser Tag dem Ende zu.

23. Juni - Von Eagle Plains bis KM 0 Dempster Highway

Der heutige Tag verläuft sehr unspektakulär. Irgendwann während der Fahrt sehen wir einen sehr mächtigen Elchbullen mit großem Geweih, und beobachten ihn kurze Zeit bis er nicht mehr sichtbar ist. Obwohl Elche sehr große Tiere sind, sind sie sehr schwer in der Tundra zu sichten. Wir fragen uns, welche Tiere uns wohl sehen, wir sie aber nicht weil sie zu gut getarnt sind.

Schon von weitem sieht man wenn sich Fahrzeuge nähern

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/07.jpg)

Hier liegt immer noch viel Schnee und Eis

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/08.jpg)


20 Km vor der Klondike River Lodge beginnt auf einmal wieder sehr starker Regen und wir sehen einige Arbeiter, die die Straße reparieren. Hier muss es wohl heftig geregnet haben, wir hatten den ganzen Tag sehr sonniges Wetter.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/09.jpg)

Müde kommen wir bei Kilometer 0 an, 1500 Kilometer Dempster Highway liegen hinter uns.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/11/10.jpg)

Die Klondike River Lodge ist ein altes Gebäude mit Holzaustattung, das früher sicher sehr schön war. Es ist allerdings in die Jahre gekommen und neue Umbauten wurden mit den üblichen grauen Wänden errichtet.

Die Lodge liegt genau bei KM 0 des Dempster Highways, und dadurch optimal für die Weiterfahrt nach Whitehorse. Es gibt sonst nur Unterkünfte in Dawson City (40 Km entfernt), das aber in der gegengesetzen Richtung zu Whitehorse liegt.

Das Restaurant ist unterdurchschnittlich, das Personal zwar sehr nett, aber macht keinen Hehl daraus, dass es nur ein ganz kurzfristiger Job ist, bis sie etwas Besseres finden. Wir kommen mit einer jungen deutschen Frau ins Gespräch, die mit ihrem Freund für 1 Jahr in Kanada lebt und mit Gelegenheitsjob den Unterhalt finanziert. Sie haben schon viel erlebt, und werden in ein paar Wochen nach Deutschland zurückkehren.


Unterkunft: Klondike River Lodge, YT
gefahrene Kilometer: 370
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 28.11.2010, 18:20 Uhr
Schöne Gegend, schön versaute Karre mal wieder.  :)
Aber wieder die Mücken... :shock:

Schön, dass ihr so ein Glück hattet bei der Panne, wie wir neulich... :roll:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 28.11.2010, 21:18 Uhr

Mit der Reifenpanne hattet ihr aber wirklich großes Glück.

Beim Anblick des Autos musste ich aber gerade hellauf lachen :lol: DAS habe ich noch nicht geschafft, also ein klein wenig zivillisierter war ich schon :wink:


LG, Angie
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 04.12.2010, 19:52 Uhr
Tag 12 24. Juni / Auf nach Whitehorse

Der heutige Tag ist als reiner Fahrtag mit kleineren Zwischenstopps geplant, es sind ca. 500 Kilometer bis Whitehorse.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/01.jpg)

Immer wieder entdecken wir wunderschöne, kleine Seen entlang der Straße, und halten sie auf Fotos fest. Das Wetter ist heute wieder einmal sehr abwechslungsreich, doch meistens bleibt es trocken und sonnig.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/02.jpg)

Um 11 Uhr Vormittags fahren wir bei ein paar Wohnhäusern vorbei, als meine Mutter in einem Vorgarten ein Pferd erspähte, das wie angewurzelt da stand. Als wir näher kamen, entpuppte sich das Pferd als Elch ;)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/03.jpg)

Eine Stunde später, wir fahren gerade auf einem sehr geraden Stück den Alaska Highway entlang, als wir entfernt einen schwarzen Fleck von links nach rechts die Straße kreuzen sehen. Wir wissen sofort, das kann nur ein Bär sein. Den Fotoapparat blind aus der Mittelkonsole geangelt und einen schnellen Schnappschuss abgefeuert. Für mehr blieb keine Zeit.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/04.jpg)

Wir freuten uns so sehr, den ersten Bären abseits des Denali National Parks zu sehen, und redeten noch zig Kilometer weiter darüber.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/05.jpg)

Etliche Kilometer später kommen wir zu den früher gefürchteten Five Finger Rapids, Stromschnellen, die sehr schwierig zu durchfahren waren mit den Schaufelraddampfern. Sie mussten mit Seilen durchgezogen werden.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/06.jpg)

Bei einer Pause am Yukon treffen wir auf eine Frau, deren Hund nicht ganz folgsam war und zu uns gelaufen kam, ins Gespräch. Sie wurde hier von ihrem Mann mit Kanus und Gepäck zurückgelassen, der inzwischen mit dem Auto weiter bis nach Dawson City fuhr, um dort als Anhalter wieder zurück zu dieser Stelle zu fahren. Von hier wollen sie auf dem Yukon bis Dawson City paddeln. Die Frau war sehr ängstlich auf Bären zu treffen, und hatte das Bärenspray immer griffbereit.

Wie meistens in diesem Urlaub, fahren wir Stundenlang durch bewaldete Gebiete, sehr schön anzusehen, allerdings äußerst schwer zu beschreiben.

Beim ehemaligen Montague Roadhouse, dass nur noch in Resten besteht, machen wir eine Fotopause.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/08.jpg)

Am frühen Abend kommen wir in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon, an. Unser Hotelzimmer ist sehr hell und großzügig. Wir beschließen, unsere Vorräte aufzubrauchen und wärmen uns eine Fertignudelsuppe. Es war ein sehr lustiges Abendessen, denn wir hatten überhaupt kein Besteck und mussten so gut es geht, improvisieren. Anscheinend haben wir irrtümlich unseren letzten Löffel entsorgt. Von Strohhalmen als „Esstäbchen“, Kaffeetassen bis hin zu einem Korkenzieher vom Schweizermesser haben wir so ziemlich alles Verwertbare ausprobiert.

Das Hotel lag sehr zentral, so entscheiden wir uns zu Fuß die Umgebung zu erkunden. Whitehorse wirkt zwar quirlig, allerdings mit Kleinstadtcharakter. Wir genossen die Abendsonne und ließen den Tag Revue passieren.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/09.jpg)

Die alte Blockhauskirche von Whitehorse.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/10.jpg)

Unterkunft: Canadas Best Value Inn Whitehorse, YT
gefahrene Kilometer: ca. 500
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 05.12.2010, 01:07 Uhr

Hallo Markus,


die heute beschriebene Fahrt stelle ich mir sehr schön vor - stundenlang durch diese herrliche Landschaft fahren, das hat was. Die Bärenbegegnung war auch toll.

Auf diesem Foto

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/12/02.jpg)

ist die Spiegelung wunderbar eingefangen, das gefällt mir total gut.

Es war ein sehr lustiges Abendessen, denn wir hatten überhaupt kein Besteck und mussten so gut es geht, improvisieren. Anscheinend haben wir irrtümlich unseren letzten Löffel entsorgt. Von Strohhalmen als „Esstäbchen“, Kaffeetassen bis hin zu einem Korkenzieher vom Schweizermesser haben wir so ziemlich alles Verwertbare ausprobiert.

Köstlich! :lachroll: Ich stelle mir das gerade bildlich vor :lachroll:
Ja-ja, Not macht erfinderisch :lol:


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 05.12.2010, 17:18 Uhr
Tag 13 25. Juni / Whitehorse - Skagway

So sonnig es gestern war, so bewölkt war es heute in der Früh. In der Nacht muss es geregnet haben, es war auch deutlich kühler, in etwa 10° C.

Heute haben wir endlich das Glück, einen Schaufelraddampfer auch von Innen besichten zu können. Die S.S. Klondike (National Historic Site). Gebaut 1929, gesunken 1936. Ein Jahr später mit gleichem Motor weder neu gebaut. Die Innenaustattung entspricht jetzt der Zeit von 1937-1940.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/01.jpg)

Wir entschieden uns für die Self-guided Tour in Englisch und Deutsch. Die deutsche Tour war insofern witzig, als sie sich eigentlich an Reisegruppenführer wendet. Da stehen dann auch Informationen drinnen, wann man wo welche Witze machen soll und wie man Gäste begrüsst. :)

Die englische Tour ist nur ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen, während die deutsche Führung allerlei Hintergrundgeschichten und Fakten liefert.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/03.jpg)

Im unteren Deck des Schiffs befindet sich der Frachtraum, der zugleich auch die 2. Klasse beherbergte. Man musste also versuchen zu schlafen, während rings um einen die Einheizer Holz in die Öfen warfen. Nur Frauen und Kinder durften einen Stock höher schlafen, damit sie nicht von den Männern bedrängt werden.

Für mich ist hier die Tour zu Ende, meine Mutter geht auch die Treppen hinauf zu der 1. Klasse, dem Speisesaal und dem „Steuerhaus“. Dabei trifft sie auf eine Enkelin eines früheren Kapitäns des Schiffes. Sie wird umringt von einigen Journalisten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/04.jpg)

Wir sehen uns noch einen sehr stimmungsvollen Videofilm mit Aufnahmen der Flussfahrt aus den 40er und 50er Jahren an, als uns eine Parkmitarbeiterin darauf aufmerksam macht, dass bald das Nebelhorn der S.S. Klondike betätigt wird von der Enkelin des Kapitäns. Deshalb ist sie hier.

Das Horn wird das erste Mal seit 1955 ertönen. Vor kurzem haben sie einen Sponsor gefunden, der es restaurieren ließ.

Nebelhornvideo bei YouTube:


Wenn wir schon in Whitehorse sind, fahren wir natürlich auch zur längsten hölzernen Fischleiter (der Welt). Die Lachswanderung begann erst, deswegen waren hier noch kaum Lachse zu sehen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/07.jpg)

Von der längsten Fischleiter ging es mit dem Auto weiter Richtung Skagway, wo wir an der Carcross Dessert vorbei kommen, angeblich der kleinste Wüste der Welt. Durch starke Winde wird hier alles verweht und es bleibt nur Sand übrig.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/08.jpg)

Den Wind spüren wir, es ist merklich kühler geworden, 7-8° C.

Bei der weiteren Fahrt reiht sich wieder ein See an den Nächsten, im Hintergrund schneebedeckte Berge.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/09.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/10.jpg)

Wir kommen nach British Columbia, unser dritter kanadischer Bundesstaat.

Bei der Yukon Suspension Bridge (Baujahr 2005) gibt es auf den Eintritt -50%, das sind trotzdem ungefähr 10$ pro Person. Bei der Brück selbst gibt es Stufen, auf die uns keiner hingewiesen hat, sonst hätten wir uns den Eintritt vielleicht gespart. Der Ausblick ist trotzdem sehr schön.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/11.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/12.jpg)

Bald schon erreichen wir wieder Alaska, unproblematischer Grenzübertritt. Die einzige Frage war, ob wir nur heute in Alaska sind.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/13.jpg)

Skagway selbst ist ein netter Ort mit vielen jungen Leuten, allerdings komplett auf Kreuzfahrtschiffe ausgerichtet. Wir zählten auf den ersten 200 Metern vom Hafen weg 5 Juweliere!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/14.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/13/15.jpg)

Wir entscheiden uns, zuerst einzuchecken und danach erst essen zu gehen. Sgt. Prestons Lodge wird von Leuten geführt, die sehr eigenartig waren. Die Besitzer sind scheinbar nicht sonderlich an Gästen interessiert. Ihre Hunde bellen die Kunden extrem an und stinken sehr stark. Das haben wir nicht einmal bei Billigstunterkünften im Südwesten der USA um 40$ gehabt bis jetzt.

Das bestellte rollstuhlgerechte Zimmer mit befahrbarer Dusche haben wir nicht bekommen, aber auch nicht reklamiert, da die Leute zu eigenartig waren und wir am nächsten Morgen schon um 4:30 Uhr wieder wegfahren werden für die Fährfahrt nach Haines.

Ganz in der Nähe haben wir ein kleines indisches Restaurant ausgemacht, das wir zu Fuß erreichen. Wir waren bisher noch nie in den USA indisch Essen, das wollten wir ausprobieren.

Was sollen wir sagen, es hat sich gelohnt! Das Essen schmeckt ausgezeichnet, die Angestellten sind sehr nett und es ist sehr warm. In unserer Nähe hängt ein Thermometer, deshalb sehen wir die Temperatur. Beim bestellen der Getränke hat es 23° C, als wir das Lokal verlassen schon über 30° C. Zusammen mit dem scharfen Essen war es eine heiße Angelegenheit.

Besonders nett war, dass sich alle Gäste im Lokal kannten und über die Tische hinweg unterhalten haben. Wir wurden auch miteinbezogen in die Gespräche. Da gab es dann auch keine Scheu und man fragte einander was bestellt wurde. Die Gäste direkt neben uns sagten einfach nur „wir wollen alles haben was sie auch haben“. :)

Unterkunft: Sgt. Prestons Lodge, AK
gefahrene Kilometer: ca. 180
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 05.12.2010, 17:28 Uhr
Nun habe ich schnell die letzten Reisetage nachgelesen und bin weiterhin begeistert  :applaus:.

Auf die Hängebrücke hätte ich mich wohl nicht getraut. Ich fand es witzig, dass die Leute einfach das Essen vom Nachbartisch bestellen  :grins:. Gibt's dort überhaupt Speisekarten?

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 05.12.2010, 17:34 Uhr
Nun habe ich schnell die letzten Reisetage nachgelesen und bin weiterhin begeistert  :applaus:.

Auf die Hängebrücke hätte ich mich wohl nicht getraut. Ich fand es witzig, dass die Leute einfach das Essen vom Nachbartisch bestellen  :grins:. Gibt's dort überhaupt Speisekarten?

LG,

Ilona

Es war eigentlich ein ganz gewöhnliches Restaurant (8 Tische) mit Wandtafeln mit den Specials, Speisekarten etc.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 05.12.2010, 18:32 Uhr
Tolle Landschaft da oben, die ihr mit wirklich schönen Fotos festgehalten habt. Ich finde die Straße mit den Staubwolken von den fahrenden Autos toll!  :)
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 05.12.2010, 18:37 Uhr
Oh, ich hab vergessen, das YouTube-Video einzufügen, könnte das bitte ein Administrator für mich machen? Danke!

Am Besten beim Satz: "Das Horn wird das erste Mal seit 1955 ertönen. Vor kurzem haben sie einen Sponsor gefunden, der es restaurieren ließ."

Nebelhornvideo bei YouTube:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 05.12.2010, 18:46 Uhr

Hallo Markus,

Oh, ich hab vergessen, das YouTube-Video einzufügen, könnte das bitte ein Administrator für mich machen? Danke!

Am Besten beim Satz: "Das Horn wird das erste Mal seit 1955 ertönen. Vor kurzem haben sie einen Sponsor gefunden, der es restaurieren ließ."

Nebelhornvideo bei YouTube:

aber klar doch, habe ich schon eingefügt, dort, wo du es haben möchtest.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 05.12.2010, 19:11 Uhr
@Angie: Danke! Dann kommt gleich der nächste Tag, und dann ist wieder für 2-3 Tage Pause.


Tag 14 26. Juni / Skagway - Haines

Wir mussten heute um 4:30 aufstehen, um rechtzeitig (1 1/2 vor Abfahrt) bei der Fähre zu sein. *gähn* Der Hafen ist zum Glück nur 3-4 Minuten entfernt.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/01.jpg)

Um 7 Uhr legt die Fähre endlich ab. Sie war zu 90% mit Wohnmobilen/Truckcamper belegt, der Rest PKWs. Unsere Fahrzeit wird 1 Stunde betragen. Auf dem Seeweg sind die Städte Skagway und Haines soweit ich mich erinnere 15 Kilometer voneinander entfernt, mit dem Landweg allerdings mehr als 550 Kilometer.

Bei leichtem Nieselregen fahren wir entlang bewaldeter Steilhängen, vorbei an vielen Wasserfällen, Richtung Haines. Ein Weißkopfseeadler fliegt eine Runde in der Nähe der Fähre. Ich blieb als einziger draußen im Regen und genoss den Ausblick.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/03.jpg)

Um 8 Uhr kommen wir in Haines an und sind als erstes Auto wieder an Land. Da wir so zeitig aufstehen mussten, führt uns unser erster Weg in Haines zu einer Bäckerei wo wir Frühstück und Mittagessen einnehmen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/05.jpg)

Anschließend sind wir ein paar Kilometer außerhalb von Haines gefahren, da dort im Winter und Frühling Sammelplätze für Weißkopfseeadler sein sollen. Der Ort friert im Winter nicht zu und so finden sie auch in dieser Jahreszeit leicht Nahrung.

Wir sind zwar nicht überrascht, jedoch leicht enttäuscht, keine Adler zu sehen. Als wir uns wieder auf den Rückweg machen entdecken wir jedoch 4 Weißkopfseeadler. Später sehen wir dann auch immer wieder vereinzelt welche.

In Haines soll es auch einen Ort geben, an dem man mit hoher Wahrscheinlichkeit Bären beobachten kann, und zwar die Chilkoot State Recreation Site. Dorthin fahren wir. Wieder einmal sehen wir zwar sehr viel Bärenkot (frisch), aber keine Bären.

Bei einem See schauen wir den sehr erfolgreichen Anglern zu, als ein netter Herr uns darauf aufmerksam macht, dass unweit von hier ein Braunbär zu beobachten sei. Wir machen uns natürlich sofort auf den Weg.

An einer Brücke halten wir und steigen aus, von dort beobachten wir für 15-20 Minuten einen Braunbären beim Grasfressen. Es ist allerdings nur der Rücken und Kopf zu sehen.

Jetzt kommt wieder der gleiche Herr vorbei, der uns schon vorher den Hinweis gegeben hat und meint, von weiter vorne hätten wir einen besseren Blick. Wir versuchen es.

Unser neuer Standort ist genau gegenüber des Bären, nur durch einen Fluß getrennt, maximal 50-100 Meter entfernt, das Gras stört allerdings auch hier den Blick. Wir steigen gerade aus dem Auto aus, als uns der  Herr von vorher einlädt, von seiner kleinen Lodge (4 Zimmer) aus den Bären zu beobachten. Sie liegt auf einer Anhöhe, sodass man über das Gras hinweg sieht.

Gerne kommen wir der Einladung nach und beobachten von der Terrasse der Lodge mit seinem Sohn gemeinsam den Bären. Für ca. 1 Stunde können wir ungestört und dann ganz alleine den Bären beobachten. Es war eine nicht alltägliche Gelegenheit für uns, solange einen Bären beobachten zu können.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/06.jpg)

Als der Bär im Wald verschwunden war machen wir uns auf ins Zentrum von Haines um die alten Gebäude zu fotografieren. Frischer, geräucherter Lachs wird natürlich auch noch gekauft. :)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/14/07.jpg)

Wir sind früh schlafen gegangen, wie man sicher verstehen kann.


Unterkunft: Captain‘s Choice Motel, AK
gefahrene Kilometer: ca. 40
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 06.12.2010, 00:10 Uhr

Die Einladung vom großen unbekannten Herrn finde ich total nett! Nur dadurch hattet ihr das Glück, die Bären besser sehen zu können.
Bei geräuchterem Lachs könnte ich auch nicht widerstehen :D


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 06.12.2010, 06:25 Uhr
Wirklich sehr schöner Bericht mit den vielen Fotos von euch!
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 08.12.2010, 18:11 Uhr
Tag 15 27. Juni / Haines - Haines Junction

Vom Hotel aus haben wir einen Schönen Ausblick auf die umliegenden Berge.

Wir machen uns auf den Weg nach Haines Junction, der Sonnenschein weicht immer mehr dem Regen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/01.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/03.jpg)

Auf der Fahrt nach Haines Junction machen wir immer wieder kleine Spaziergänge im Kluane National Park, unter anderem zum Rock Glacier.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/05.jpg)

Nach vielen Zwischenstopps kommen wir am frühen Abend in Haines Junction an und checken bei Paddle/Wheel Adventures ein. Für $60 ein richtiges Schnäppchen in dieser Gegend.

Wir bekommen eine sehr nette Cabin (Wolf Den) zugewiesen die innen zwar sehr klein aber total gemütlich ist mit Fernsehecke (nicht benötigt), verdunkeltem Schlafbereich, Küche, Esstisch mit Dachfenster! :) und Holzofen. Einzig die Toilette und Duschräume sind in einem anderen Gebäude, sonst wär es perfekt. Wir hatten allerdings die kommenden 2 Nächte keine Nachbarn, somit war es eigentlich ein privates Badezimmer.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/11.jpg)

Im Visitor Centre von Haines Junction decken wir uns mit Materialen über die Umgebung ein und holen uns Werbeprospekte der Flightseeinganbieter.

Auf dem Parkplatz haben wir dieses Gefährt entdeckt
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/06.jpg)

Wir sind zu einer Firma hingefahren und die Pilotin empfahl uns, lieber morgen in der Früh zu fliegen, wenn das Wetter besser ist, wir fixieren also für morgen einen Rundflug und zahlen schon einen Teil an.

Im Anschluss fahren wir noch einmal zur Cabin zurück um bei der gegenüberliegenden italienischen Bäckerei etwas zu essen und uns auf der Terasse zu sonnen.

Am Weg entdecken wir ein Stachelschwein im Gras.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/10.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/09.jpg)

Wir nehmen am Abend zum ersten Mal in diesem Urlaub an einem Rangertalk mit heißem Tee teil. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, da wir Rangertalks bis jetzt nur in der Dunkelheit kannten. Wir erfahren interessante Fakten zu Bären (in den Umgebung) wie z.B. dass Bären 50 km/h schnell laufen können. Der Rest ist uns schon weitgehend bekannt, da wir in allen Visitor Centres die Broschüren studiert haben.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/08.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/15/07.jpg)

Zurück in der Cabin sichern wir noch unsere Fotos auf den Laptop, schreiben 1-2 E-Mails über das WLAN der Bäckerei und gehen schlafen.

Die Cabin von Innen:


P.S.: Die Weißkopfseeadler erwähne ich nun nicht mehr einzeln, da wir jeden Tag einige sehen.

Unterkunft: Cabin bei Paddle/Wheel Adventures, Haines Junction, YT
gefahrene Kilometer: ca. 240
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 08.12.2010, 19:22 Uhr
Tag 16 28. Juni / Haines Junction / Kluane National Park

Nach einem guten Frühstück von der Bäckerei vis-à-vis sind wir wie vereinbart um 8:30 beim Flugfeld für unseren Gletscherrundflug im Kluane National Park. Er ist, zusammen mit dem Wrangell-St.Elias National Park, wie er auf Alaskaseite heißt, so groß wie Österreich. Er beherbergt auch Kanadas höchsten Berg, den Mount Logan (5959 m).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/01.jpg)

Wir entscheiden uns für eine Tour mittlerer Länge (ca. 2h 15 Minuten), da eine längere aufgrund der Wolken keinen Sinn machen würde.

Das Flugzeug ist noch einmal kleiner als nach Tukotoyaktuk, allerdings in sehr gutem Zustand. Wir bekommen Kopfhörer, um uns während des Fluges unterhalten zu können.

Unser Flugzeug (http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/13.jpg)

Die Pilotin schätze ich auf knappe 30 Jahre, sie ist Fluglehrerin und einige Jahre für die Feuerwehr als Pilotin bei Waldbränden tätig gewesen.

Eine Wolkenfront von der Seite (http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/03.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/04.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/05.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/06.jpg)

Und so flogen wir über einige Gletscher

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/07.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/08.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/09.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/10.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/11.jpg)

Der Flughafen von Haines Junction

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/12.jpg)

Nach dem Flug stärken wir uns wieder in der Bäckerei mit Pizza.

Wir fahren nach Silver City, einer Geisterstadt. Sie ist schon sehr verfallen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/15.jpg)

Wir fahren weiter zum Kluane Lake. Wo genau weiß ich nicht mehr, der Strand war jedenfalls sehr weitläufig und wir waren wie meistens, ganz alleine.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/14.jpg)

Idyllischer See (http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/16.jpg)

Am Abend nehmen wir an einer geführten Wanderung mit einer Rangerin teil. Wir treffen wieder auf sehr frischen Bärenkot, nicht älter als 1 Stunde. Außerdem sehen wir einen Kratzspuren und einen Kratzbaum, den Bären verwenden, um sich ihren Rücken zu kratzen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/17.jpg)
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/16/18.jpg)

Unterkunft: Cabin bei Paddle/Wheel Adventures, Haines Junction, YT
gefahrene Kilometer: ca. 80
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 08.12.2010, 19:44 Uhr
 :daumen: wie geil, ganz mein Geschmack! Klasse!
Und wie wars mit den Mücken in letzter Zeit? 
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 08.12.2010, 20:33 Uhr
Hallo Markus,

mit wem seid Ihr da geflogen und was hat das gekostet ?

Die Aufnahmen in Deinem Bericht sind so schon außergewöhnlich stark aber die Fotos aus dem Flugzeug sind der absolute Hammer ! :D

Wenn der Bericht keine Lust auf Alaska macht, dann weiß ich's nicht ......
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Buffalo Bill am 08.12.2010, 20:42 Uhr
Die Fotos sind einfach spitze!!!  :daumen:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: mannimanta am 08.12.2010, 21:24 Uhr
mit wem seid Ihr da geflogen und was hat das gekostet ?

Hi,
genau das würde ich auch gerne wissen...

Einfach genial, die Bilder!

Gruss,
Manni
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 08.12.2010, 21:51 Uhr

Hallo Markus,


ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Fotos vom Flug sind Weltklasse!


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 09.12.2010, 10:17 Uhr
Danke für das ganze Lob!  :oops:

Ja, der Flug war außergewöhnlich. Wir werden noch einige Gletscher in diesem Reisebericht sehen, aber die Gletscher von oben zu sehen und ihre Größe ein bisschen zu erahnen ist schon sehr gewaltig. Aber ich wiederhole mich schön langsam. :)

Ich hab nun doch noch herausfinden können, wie die Firma hieß (steh auf dem Flugzeug).
http://www.kluaneglacierairtours.com/ (betrieben von Whitehorse Air)

Die Tourlängen dürften nicht mehr ganz stimmen glaube ich.

Und: Wir haben natürlich viel viel mehr Fotos der Gletscher gemacht, als ich hier zeigen kann. Es war für mich schon schwer genug, mich auf diese Auswahl zu beschränken.

Wir müssen uns an dieser Stelle nochmals bei allen tollen Alaska/Yukon Reiseberichtschreiber. Allen voran Anette (besonders für die Silver Salmon Creek Lodge, wir wollten ursprünglich nach Katmai weil wir nichts anderes kannten, das wäre sogar noch teurer gewesen) und AndyOne (tolle Fotos) und frank-man.

Ja, Alaska ist schon etwas Spezielles. Leider gibt es noch relativ wenige Reiseberichte.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 09.12.2010, 16:39 Uhr
Alaska ist einfach herrlich  :applaus: und ganz besonders aus der Luft  :daumen:. Da würde sogar ich meine Flugangst überwinden, um die vielen Gletscher von oben zu sehen.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Rattus am 09.12.2010, 18:46 Uhr
Huhu,
ich schaue schon 'ne ganze Weile die Bilder mit an, aber jetzt muss ich doch mal was dazu schreiben: Die Gletscherbilder sind der Wahnsinn!! :respekt:

Gruß
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 10.12.2010, 00:38 Uhr
Ja, Alaska ist schon etwas Spezielles. Leider gibt es noch relativ wenige Reiseberichte.

Und weil es so wenige Reiseberichte über Alaska gibt, freuen wir uns ganz besonders, dass du uns deinen wirklich tollen Reisebericht spendierst :D

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Cruiser am 11.12.2010, 08:47 Uhr
Hallo Markus,

wow! Respekt das sind echt Hammer Fotos.  :verneig:
Wenn man die Gltscherbilder ansieht ist klar, ein Flug mit Kluaneglacierairtours steht bei uns nächstes Jahr auch fix auf dem Programm. :D

LG
Heidi und Gottfried
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 11.12.2010, 18:05 Uhr
Tag 17 29. Juni / Haines Junction - Beaver Creek

Heute geht es nach Beaver Creek. Nein, nicht das bekannte Beaver Creek in Colorado wo alpine Skiweltcuprennen stattfinden, sondern in das urbane Beaver Creek im Yukon mit 112 Einwohnern (Stand: 2006). Es ist für uns nicht mehr als eine Zwischenstation bei der Fahrt rund um den Kluane und Wrangell-St. Elias National Park herum.

Nach einem letzten guten Frühstück von der Bäckerei nebenan ging es auch schon wieder los. Bei sonnigen 5° C steigen wir ins Auto.

Unser erster Fixpunkt war das Dallsheep Visitor Centre, das am Fuße eines Berghangs gebaut ist. Hier soll man immer wieder Dallschafe beobachten können. Wir haben Glück (wie sehr oft möchte ich anmerken) und können gleich bei unserer Ankunft eine Gruppe Dallschafe beobachten. Selbst mit Ferngläsern waren sie relativ weit weg, deshalb gibt es auch leider keine Fotos. Es ist sehr windig und kalt. Die Beobachtungsplattform liegt im Schatten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/01.jpg)

Nach einiger Zeit, wir fahren gerade den Kluane Lake entlang, er ist übrigens der größte See im Yukon mit 1035 km², 70 km Länge, entdeckt meine Mutter einen braunen Fleck aus dem Augenwinkel. Wir bleiben sofort stehen weil das nur eines heißen kann!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/03.jpg)


Ein Braunbär. Unser Erster, der so nahe an der Straße ist. Den starken Autoverkehr ignoriert er völlig. Er frisst Gräser und man hört ihn immer wieder rülpsen!

Unser Video:



Wir sind maximal 4-5 Meter entfernt, auch wenn dies nicht empfohlen wird, um die Bären nicht an Menschen zu gewöhnen. Aber ich gebe offen zu, einfach vorbei zu fahren ist mental nicht einfach. Wir machen schnell ein paar Fotos und ein Kurzvideo und lassen ihn wieder in Ruhe.

Typische Landschaft der letzten Tage

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/06.jpg)

Das Wetter ist überaus angenehm, bei 21° C.

Wir können wieder einmal einen Adler fotografieren.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/05.jpg)

Der Alaskahighway (eine der kleineren Spurrillen, bei den großen kann man ja nicht stehenbleiben weil es sonst keine Ausweichmöglichkeit gibt)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/17/07.jpg)

Wir kommen zeitig in Beaver Creek an und nützen die Gelegenheit, unsere Kleidung zu waschen. Ganz schön teuer, 4 Loonies (Kanadische $1 Münzen). Wir waschen das erste Mal in einem Münzautomaten. Nachher geben wir die Maschine in den Trockner (8 Quarter), aber sie wird irgendwie nicht trocken. Frage an alle Mitleser: Was haben wir falsch gemacht oder ist das einfach so in Nordamerika?

Als Unterkunft haben wir uns das Westmark Inn Beaver Creek ausgesucht, weil es als einziges stufenlos erreichbare Zimmer hat. Es gibt ohnehin nur 2 oder 3 Unterkünfte in Beaver Creek.

Nach einem Kurzbesuch im hoteleigenen Restaurant (hohe Preise, Schulkantinenflair) entschließen wir uns, wieder zu gehen. Entweder hohe Preise oder Schulkantine, aber bitte nicht beides!

Abendessen gehen wir zu Buckshot Betty‘s, einer Mischung aus Greislerladen und Restaurant. Es gibt zwei 8er Tische als Restaurantbereich. Nach einer Stunde warten erhalten wir unser Essen. Die Portionen sind relativ klein, Qualität sehr durchschnittlich. Hohe Ansprüche darf man sowieso nicht stellen, viel Auswahl gibt es nicht.

Das Westmark Inn Beaver Creek ist ein von den Reisegruppen bevorzugtes Hotel.

Unterkunft: Westmark Inn Beaver Creek, Beaver Creek, YT
gefahrene Kilometer: ca. 300
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 11.12.2010, 19:16 Uhr
Tag 18 30. Juni / Beaver Creek - Glennallen

Es heißt nun „Goodbye Canada!“, unsere letze Kanadaausreise steht bevor. Der Grenzbeamte schenkt uns noch eine Kanadaflagge und Kanadpins zum Anstecken für den morgigen Canada Day (Nationalfeiertag am 1. Juli)

Kurz nach Beaver Creek befindet sich bereits die Grenze.

Die Grenze verläuft am 141. Längengrad, der optisch sichtbar gemacht wurde durch eine 6 Meter breite Abholzung des Waldes.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/01.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/02.jpg)

Wir sehen schneebedeckte Berge.

Wir haben sehr, sehr lange ein langsam fahrendes Motorhome vor uns, dass zudem auch noch über beide Fahrspuren zick-zack fährt. Das ist manchmal einfach nötig wegen den Spurrillen. Um noch eins draufzusetzen bremst es oft unerwartet sehr heftig ab, wir gehen auf Nummer sicher und halten einen großen Abstand, um auch die Umgebung zu sehen. Vorbeikommen ist nicht möglich.

Der Alaskahighway ist in noch schlechterem Zustand als bei der gestrigen Strecke, zu den Spurrillen kommen jetzt auch noch tiefe Löcher hinzu. Wenn man nicht aufpasst, kann man sich hier das Auto ganz schön beschädigen. Der Premafrost setzt der Straße sehr zu.

In einem kleinen See können wir Trompeterschwäne beobachten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/03.jpg)

Es folgt wieder einmal eine Wildlifesichtung. Eine Elchkuh mit Kalb, nur ca. 10 Meter von der Straße entfernt.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/05.jpg)

Wie jeden Tag, halten wir an besonders idyllischen Seen an und genießen die Ruhe.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/07.jpg)

Irgendwann gibt es kein Halten mehr und ich bilde mir ein, den Alaskahighway im Rollstuhl berollen zu müssen ;)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/08.jpg)

Sind das „normale“ Schlittenhunde? Sie gehörten nicht zum Fahrzeug im Hintergrund, und Besitzer war keiner sichtbar. Liefen der Straße entlang.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/09.jpg)

Am Ende unserer Fahrt, kurz vor Glennallen, erspähen wir mitten auf einer Wiese wieder eine Elchkuh. Schön!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/18/10.jpg)

Wieder kein Internet im Hotel, der WLAN-Router ist gerade heute defekt, wird aber morgen im Laufe des Vormittags repariert. Nützt uns aber leider nichts.

Unterkunft:  Caribou Hotel, Glennallen, AK
gefahrene Kilometer: ca. 400
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 11.12.2010, 22:20 Uhr

Hallo Markus,


die Begegnung mit dem Bären war toll!! Ich habe mir auch das Video angeguckt, Wahnsinn, wie nahe ihr an dem Bären wart oder umgekehrt, der Bär an euch.

Nachher geben wir die Maschine in den Trockner (8 Quarter), aber sie wird irgendwie nicht trocken. Frage an alle Mitleser: Was haben wir falsch gemacht oder ist das einfach so in Nordamerika?

Aus eigenen früheren Erfahrungen weiß ich, dass meist völlig verschmutzte Filter Schuld sind. Daher nehme ich seit Jahren, bevor ich die Wäsche in den Trockner gebe, den Filter heraus (geht ganz einfach) und entferne das meist dichte Fuselzeugs. Mit dem anschließenden Trocknen gab es seither nie wieder ein Problem.


LG, Angie
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 12.12.2010, 10:54 Uhr
Aus eigenen früheren Erfahrungen weiß ich, dass meist völlig verschmutzte Filter Schuld sind. Daher nehme ich seit Jahren, bevor ich die Wäsche in den Trockner gebe, den Filter heraus (geht ganz einfach) und entferne das meist dichte Fuselzeugs. Mit dem anschließenden Trocknen gab es seither nie wieder ein Problem.


LG, Angie


Danke, den Tipp werde ich mir merken!
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 12.12.2010, 13:17 Uhr
Hallo,
der Reisebericht macht unheimlich Lust auf den hohen Norden. Hammerfotos!
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 12.12.2010, 16:48 Uhr
Mir ist ein Fehler unterlaufen, könnte bitte ein Moderator bei den Überschriften der Tage 10/11 bis 18 um jeweils 1 erhöhen? Also 10/11 wird 11/12 und so weiter. Sonst gibt es "Tag 10" 2 mal.

Tag 20 1. Juli / McCarthy Road nach McCarthy

Wetter: In der Früh leichter Nieselregen, ab Anfang McCarthy Road immer besser werdendes Wetter bis hin zu wolkenlos 21° C-

Die kommenden 2 Tage waren wieder etwas Spezielles für uns, es soll nach McCarthy, einer Stadt im Herzen des Wrangell - St. Elias National Parks gehen. Früher war es eine Boomtown. im 5 Meilen entfernten Kennicott befand sich die Kennecott Kupfermine. Es ist kein Tippfehler von mir, dass der Ort und die Mine unterschiedlich heißen. Dieser Fehler geschah schon bei der Besiedelung.

Im Sommer leben ca. 40 Menschen in der Stadt, im Winter 10-15. Die Stadt hat keinen Anschluss ans Stromnetz, das heißt alles muss mit Generatoren oder Solarpanelen versorgt werden.

Wir halten beim Visitor Center des Parks für einen kleinen Spaziergang entlang des Lehrpfades zu Laub und Nadelwäldern, die Grenze verläuft ca. in der Mitte des Weges. Obwohl der Weg gleich hinter dem Besucherzentrum beginnt und nur 800 Meter lang ist, sind wir wieder völlig alleine.

 Wir erreichen den Anfang der McCarthy Road.

Die Schotterstraße wurde über die alte Eisenbahngeleise gebaut, einfach durch Aufschüttung. So kann es auch heute noch passieren, dass Nägel, Schienen und Holzplanken an der Fahrbahnoberfläche sind. Sie ist ca. 90 Kilometer lang und führt von Chitina bis kurz vor McCarthy.

Am Ende der Straße muss man sein Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abstellen, und dann auf einer schmalen  Fußgängerbrücke einen Fluss überqueren. Am anderen Ende der Brücke wird man dann von einem gratis Shuttle den letzten Kilometer nach McCarthy gebracht. Bis vor ca. 10 Jahren musste man sich noch mit Seilgondeln von einer zweiten Person am anderen Flussufer hinüberziehen lassen!

Wir sind also gespannt. :)

Bei Kilometer 0 gibt es eine sehr schmale Stelle durch die nur 1 Auto gleichzeitig passt. Es muss stark geregnet haben, denn wir sehen noch Arbeiter, die die letzten Reste einer Steinlawine beseitigen.

Das Foto entstand zwei Tage später bei der Ausfahrt.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/00.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/01.jpg)

Ein Fischrad neben dem anderen wartet auf Lachse

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/02.jpg)

Die ersten Kilometer sind übelstes Washboard (Wellblechpiste). Mehr als 10-15 mph sind nicht angenehm zu fahren. Uns überholen Zwei Cruise America Wohnmobile mit 30 mph. Das Geschirr möchte ich nicht sehen nachher. Wir haben sie aber bald wieder eingeholt, nachdem sie wohl gemerkt haben, dass sie eindeutig zu schnell unterwegs sind.

Der Straßenbelag bessert sich, es gibt ein 2009 verbessertes Stück, und wir können die Geschwindigkeit auf 20-30 mph erhöhen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/03.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/05.jpg)

Überall entlang der Straße und darunter findet man die Spuren der alten Eisenbahn, wie z.B. die Kuskulana River Bridge und die Gillahina Trestle (Gerüstbrücke).

Die Brücke hatte bis 1988 nur 45 cm hohe Leitplanken und viele Holzplanken fehlten, sodass man durch die Brücke 70 Meter bis zum Fluss abwärts sehen konnte. Es war "the biggest thrill on McCarthy Road"!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/07.jpg)

Gilahina Trestle (Gerüstbrücke)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/10.jpg)

Das Wetter wird immer sonniger und wir machen soviele Fotos wie möglich, wer weiß wie das Wetter bei der Rückfahrt wird (Es wurde regnerisch und wir machten nur 5 Fotos).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/08.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/09.jpg)

Der Weg ins "Nichts"

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/11.jpg)

Das Long Lake Post Office, ein Scherz der Anwohner, bitte keine Post einwerfen!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/12.jpg)

Unsere Unterkunft ist das Ma Johnson‘s. Das Hotel wurde 1923 gebaut. Die einzelnen Zimmer besitzen keine Steckdosen und nur ein Waschbecken neben den Betten. Doch auch dieses Hotel hat eine Rampe für Rollstuhlfahrer (an der Rückseite).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/19/13.jpg)

Die Leute in McCarthy sind noch einmal eine Spur netter als bisher (wenn das überhaupt geht), man wird fast als Teil der Familie behandelt.

Am Abend findet eine Open Mic Night im Golden Sallon statt, das heißt jeder kann seine musikalischen Fähigkeiten präsentieren. Es ist eine wirklich tolle Sängerin dabei mit einer sehr wandlungsfähigen Stimme. Der Saloon ist bis auf den letzten Platz belegt. Wir bleiben bis 23 Uhr als die Stimmung ein bisschen einschläft weil sich niemand neuer mehr musizieren traut.

Unterkunft:  Ma Johnson‘s Hotel, McCarthy, AK
gefahrene Kilometer: ca. 200
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 12.12.2010, 17:50 Uhr
Wieder tolle Eindrücke  :applaus: und ich bin erstaunt, dass ein Braunbär gar nicht so braun ist, sondern auch beige sein kann  :grins:.

Na, wie fährt es sich so auf dem Alaska-Highway :zwinker: ? Den Spaß musstest du dir auf jeden Fall gönnen :groove:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: EDVM96 am 12.12.2010, 18:06 Uhr
Bis vor ca. 10 Jahren musste man sich noch mit Seilgondeln von einer zweiten Person am anderen Flussufer hinüberziehen lassen!
Die Cable Tram ist bereits 1997 durch die Fußgängerbrücke ersetzt worden. Und im Winter kommt man sogar mit dem Auto rüber: Und zwar über den zugefrorenen Kennicott River.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: amerika-spezi am 14.12.2010, 18:43 Uhr
Hallo Markus

zuerst einmal ganz viel Lob für diesen wunderbaren Reisebericht und die noch tolleren Bilder.
da wir auch bereits die Planungen für eine Alaska und Yukon Reise begonnen haben, hätte ich
eine Frage bezüglich der McCarthy Road. Habt Ihr vom Autovermieter die Freigabe für diese Strasse bekommen
oder seid Ihr sie auf "eigene Verantwortung" gefahren. Ich habe leider bis jetzt noch keinen Vermieter gefunden,
der das Befahren dieser Strasse erlaubt hätte. :D

Ich danke Dir schon mal

Helmut
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 14.12.2010, 18:57 Uhr
Ich habe leider bis jetzt noch keinen Vermieter gefunden, der das Befahren dieser Strasse erlaubt hätte. :D

Das beantwortet deine Frage schon ;)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 17.12.2010, 20:02 Uhr
Tag 21 2. Juli / McCarthy - Kennecott Copper Mine

McCarthy ist ein kleines Dorf, und so begannen wir den Tag auch gleich ganz gemütlich bei Eiern und Toast.

Unser einzige Aktivität für heute ist der Besuch der Kennecott Copper Mine in Kennicott, 7 Kilometer von McCarthy entfernt. Wir nehmen das kostenpflichtige Shuttle dorthin.

Die Kupfermine war eins die ergiebigste weltweit und konnte einen sehr hohen Reinheitsgrad bei der Kupfergewinnung erzielen. Sie erstreckte sich über 14 Stockwerke, bei denen oben das Rohmaterial (Steinbrocken) angeliefert wurde, und Stockwerk für Stockwerk feiner vom Stein extrahiert wurde.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/02.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/01.jpg)

Gleich wenn man nach Kennicott kommt, kommt man bei einem Tourenanbieter vorbei, der als Einziger eine Führung in die Mine selbst anbietet (der Nationalpark bietet dies nicht an). Aus verständlichen Gründen, es sind 14 Stockwerke, von denen die Obersten sehr rutschig sind weil es kein Dach mehr gibt und hinein regnet, buchten wir diese Tour nicht.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/04.jpg)

Im Visitor Center besorgen wir uns einen Plan für die Mine und sehen uns den sehr gut gemachten Film über die Mine an. Anschließend erkunden wir Haus um Haus. Ein paar darf man auch betreten.

In Zukunft werden es wahrscheinlich mehr werden, es wird überall renoviert. Der Eigentümer der Mine beauftragte eine Person, die Gebäude zu demolieren und soweit wie geht abzureissen, da immer wieder unberechtigte Personen auf dem Gelände wohnten.

Die Arbeit war ihm wohl zu anstrengend und hörte bald wieder mit den Abrissarbeiten auf. Ihm verdanken wir es, dass doch noch einige Gebäude stehen und „nur“ die Dächer fehlen. Der Lauf der Jahrzehnte hat dann noch weitere Gebäude gefordert zum Beispiel durch einen reissenden Wildbach.  

Nach Mittagessen vertreiben wir uns noch ein bisschen die Zeit und entspannen, bis um 15:30 die Geschichtstour des National Park Service beginnt.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/06.jpg)

Wir hören über verschieden Gesteine die hier vorkommen, in dem einen befinden sich bis zu 80% Kupfer, dies machte die Mine sehr profitabel, sodass extra eine 315km lange Eisenbahnstrecke hier her gelegt wurde.

Die Führung bringt uns auch in das Kraftwerk. Das ursprüngliche Bauwerk brannte als einziges Gebäude von Kennicott ab und wurde binnen 3 Monaten in Rekordzeit wieder aufgebaut. Die Dampfkessel waren früher mit 30 cm dicken Asbestwänden ummantelt, um Feuer zu vermeiden. Gebracht hat es schlussendlich wenig.

Die Dampfkessel
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/03.jpg)

Da das Wetter immer besser wurde entscheiden wir uns, die Strecke nach McCarthy zu Fuß zurück zu gehen. Besonders praktisch war, dass der Weg immer leicht bergab geht, dadurch benötigte es kaum Kraft, den Rollstuhl zu schieben.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/07.jpg)

Wir genießen die Ruhe, die nur durch die regelmäßig fahrenden Shuttles unterbrochen wird.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/08.jpg)

Zurück in McCarthy besuchen wir das McCarthy Museum mit Fundstücken aus früherer Zeit. Unter anderem auch Eislaufschuhe, mit denen meine Mutter auch zum ersten Mal gefahren ist. :)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/09.jpg)

Es ist jetzt früher Abend.

Während meine Mutter unter der Dusche ist, sitze ich in auf der sonnigen Veranda vor unserem Hotel und werfe einen ersten Blick auf unsere Fotos. Nach einiger Zeit kommt eine Familie aus Anchorage an, die den 4. Juli hier verbringen wird. Es ist der soziale Höhepunkt des Jahres in McCarthy. Alle Geschäfte sind geschlossen und es gibt den ganzen Tag eine Blockparty.

Schade, dass wir das nicht wussten, es lässt sich leider nicht mit unserer Fährfahrt in 2 Tagen verbinden.

Ein paar Minuten später kommt das Ehepaar der Familie von vorher wieder vorbei und lädt mich auf ein Bier, Coors Light, ein. Das Bier muss getrunken werden, sie haben eine ganze Kühlbox, aber keine Gelegenheit, sie zu kühlen. Es ergeben sich nette Gespräche über alles Mögliche. Sie bereisen fast jedes Jahr Europa, waren auch schon mehrmals in Österreich zum Skifahren und haben Ötzi gesehen.

Das Abendessen findet wieder im Golden Saloon statt.

Hier noch Downtown McCarthy

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/20/10.jpg)

Unterkunft:  Ma Johnson‘s Hotel, McCarthy, AK
gefahrene Kilometer: 0
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 17.12.2010, 22:06 Uhr

Ein Tag, wie für mich gemacht :D Kupfermine, Kraftwerk, ein schöner Spaziergang - das wär's :D

Deine Mutter sehe ich in einem kurzärmeligen T-Shirt? Brrrrr.... :wink:


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 18.12.2010, 19:31 Uhr
Tag 22 3. Juli / McCarthy - Valdez

Die Vorbereitungen für den 4. Juli sind in vollem Gange und jeder Einwohner schmückt sein Haus.

Der Golden Saloon
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/01.jpg)

Die Fußgängerbrücke, Blickrichtung McCarthy. Fahrräder, Motorräder und Quas sind auch erlaubt
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/02.jpg)

Am späten Vormittag verließen wir bei Nieselregen McCarthy.

So sieht die McCarthy Road unter dem Schotter aus. Manchmal sieht man auch noch die Eisenbahngleise.
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/03.jpg)

Das Wetter ist nicht sehr motivierend und so fahren wir fast ohne Zwischenstopp bis zum Richardson Highway. Von dort geht es in den Süden nach Valdez.

Die Wolken hängen tief, trotzdem erahnen wir wie imposant die uns umringenden Berge und Gletscher sind.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/05.jpg)

Der rollstuhlgerechte Weg zu den Aussichtsplattformen wurde erst vor 1 Woche vom Schnee freigeschaufelt. So sieht Sommerurlaub aus ;)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/06.jpg)

Weiter geht es entlang des Richardson Highways. Hier in Küstennähe sieht man alle paar Meter Wasserfälle

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/10.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/21/09.jpg)

Bei Einchecken im Downtown B&B werde ich gleich mit Vornamen begrüßt noch bevor ich mich vorstelle. Woran das wohl liegt? ;)

Beim Kleinboothafen suchen wir auf Empfehlung des Motelbesitzers „Mike‘s Tavern“, finden sich aber nicht. Wir entscheiden uns für ein kleines italienisches Lokal („Alaska‘s Bistro“). Das Essen ist sehr gut, aber der Besitzer ist ein sehr unguter Typ. Die Mitarbeiter schreit er an, und die Gäste sind auch nur Bittsteller.

Ein Paar wollte den Tisch wechseln und am Fenster sitzen, darauf entgegnet er nur „definitely not“ in einem Tonfall, als ob man ihn gerade persönlich beleidigt hätte. Essen überteuert, dafür gibt es gratis WLAN. Eine Empfehlung ist das Lokal trotzdem nicht.


Unterkunft:  Downtown B&B Inn, Valdez, AK
gefahrene Kilometer: ca. 290
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 18.12.2010, 20:05 Uhr
Herrliche Gletscher mal wieder, einfach schön! Eine Übersicht/Landkarte eurer Tour würde ich gerne mal sehen.


Wir entscheiden uns für ein kleines italienisches Lokal („Alaska‘s Bistro“). Das Essen ist sehr gut, aber der Besitzer ist ein sehr unguter Typ. Die Mitarbeiter schreit er an, und die Gäste sind auch nur Bittsteller.

Ein Paar wollte den Tisch wechseln und am Fenster sitzen, darauf entgegnet er nur „definitely not“ in einem Tonfall, als ob man ihn gerade persönlich beleidigt hätte.

 :shock: übel. Ich hoffe, die Warnung kommt bei denen an, die sie brauchen.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 19.12.2010, 13:58 Uhr
Hallo Stephan!

Eine Übersichtkarte liefere ich gerne nach. Hätte ich wohl besser am Anfang einfügen sollen.

Hier der Link zu Google Maps: http://bit.ly/eqZmON

Als Bild wäre es so klein (durch die lange Strecke nach Invuik in Richtung Norden), dass man nichts mehr lesen kann.

Der nächste Tag wird sehr von Bären geprägt :)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 19.12.2010, 15:18 Uhr
Beim Kleinboothafen suchen wir auf Empfehlung des Motelbesitzers „Mike‘s Tavern“, finden sich aber nicht.

Schade, dass Ihr Mike's Tavern nicht gefunden habt und gut, dass du so offen über Alaska's Bistro berichtet hast  :daumen:. Solche Erfahrungen registriere ich immer und versuche sie - so weit möglich - bei einem Besuch zu vermeiden.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 19.12.2010, 19:17 Uhr
Tag 23 3. Juli / Valdez - Seward

Wir haben Tickets für die Fähre nach Whittier um 12:15.

Da nach dem Frühstück noch ein bisschen Zeit bis zur Fährfahrt bleibt, fahren wir in Seward Richtung Pipeline-Terminal dem Wasser entlang um uns die Umgebung anzusehen.

Wir kommen bei einer Lachsaufzuchtanlage vorbei, wo wir viele Angler am Ufer entdecken. Ich glaube zwar, fischen ist dort nicht erlaubt, aber das schien keinen zu  kümmern. Sie standen Rücken an Rücken und holten Lachs um Lachs aus dem Wasser. Sogenanntes „combat fishing“ = Kampffischen

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/02.jpg)

Überall Lachse

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/03.jpg)

Natürlich waren da auch die Weißkopfseeadler nicht weit und wir konnten Lachse und Adler gut beobachten. Es war herrlich den Adlern beim Kreisen zuzusehen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/01.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/04.jpg)

Weißkopfseeadler im Flug


Als wir uns einen anderen Aussichtspunkt suchten gingen wir über eine Brücke, von der aus man in eine kleine Felsschlucht sehen kann, bei der ganz am Ende ein Wasserfall plätschert. Andere Touristen erzählen uns, sie hätten genau an dieser Stelle gestern einen Schwarzbären gesehen. Meine Mutter meint: „Das Non plus ultra wäre jetzt noch ein Bär!“.
Da wir nur noch gut 1 Stunde Zeit haben fahren wir die Sackgasse Richtung Pipeline-Terminal weiter, als auf einmal am Straßenrand 3-4 Autos stehen. Wir kombinieren sofort richtig und parken unser Auto auch. Es kann sich nur um eine Tiersichtung handeln.

Und was sehen wir, eine ausgewachsene Braunbärin mit 3 Jungen Gras fressend und spielend. Die Mosquitos sind hier zwar besonders lästig, aber die Gelegenheit muss genützt werden für Fotos und Videos. Das Autofenster ganz herunter gefahren fangen wir uns ein paar Stiche ein.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/08.jpg)

Zwei der Bären spielen miteinander, während das Dritte lieber Gras frisst.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/09.jpg)

Eines unserer Lieblingsvideos des Urlaubs, die spielenden Bären


Wir sind total entzückt und können unser Glück kaum glauben. Irgendwann müssen wir uns wieder losreissen und fahren zum Fährterminal das Auto verladen.

Als Fähre haben wir uns die Expressvariante, sie braucht 2h 45 Minuten, ausgesucht.

Wir sehen Seerobben, Weißkopfseeadler, viele Wasserfälle und Eisberge.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/10.jpg)

Ganz Whittier auf einem Foto
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/11.jpg)

In Whittier geht es durch den Anton Anderson Memorial Tunnel, einspurig und abwechseln von Güterzügen und Autos genutzt. Länge 4050 Meter. Das Auto vor uns fährt starke Schlangenlinien und kommt immer wieder sehr knapp an die seitlichen Randsteine heran. Zum Glück verursacht es keinen Unfall direkt vor uns.

Jetzt sind wir also bereits auf der Kenai Halbinsel angekommen, das heisst unser Urlaub geht in die letzte Etappe über.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/14.jpg)

Das Wetter ist weiterhin sehr bewölkt, trotzdem beeindruckt uns die Landschaft sehr.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/12.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/22/13.jpg)

Unterkunft:  Salmon Bake Cabins, Seward, AK
gefahrene Kilometer: ca. 180
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Mig am 19.12.2010, 20:12 Uhr
SENSATIONELL!!!
danke für den tollen Reisebericht und die grandiosen Fotos und Videos!!!!!!!!!!!!!!!!
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 19.12.2010, 21:20 Uhr
Hallo Stephan!

Eine Übersichtkarte liefere ich gerne nach. Hätte ich wohl besser am Anfang einfügen sollen.

Hier der Link zu Google Maps: http://bit.ly/eqZmON



Perfekt, Danke!  :daumen:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 19.12.2010, 21:45 Uhr
Hallo Markus,

nach wie vor grandioser Bericht und für mich persönlich der letzte Tritt den ich schon lange mal gebraucht habe um endlich mal nach Alaska zu gehen. :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 20.12.2010, 17:56 Uhr
Hallo,
wie immer tolle Fotos. Bei den Bären kann ich euch verstehen. Wir haben dieses Jahr auch eine Schwarzbärin mit 2 Kleinen gesehen (MN, SD, WY und zurück - mein abgeschlossener Reisebericht) im Grand Teton NP. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: joke am 20.12.2010, 18:40 Uhr
Bin immer noch dabei

Ein genialer Bericht mit traumhaften Fotos

Danke

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 20.12.2010, 23:46 Uhr

Hallo Markus,


jetzt bin ich wieder auf dem Laufenden.
Ich bin hin und weg und vor allen Dingen das Video mit den Bären hat es mir angetan :D Echt klasse!


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 01.01.2011, 17:42 Uhr
Entschuldigung für die lange Pause, zuerst keine Zeit, dann nach Weihnachten krank geworden. Jetzt geht es aber wieder jeden Tag weiter!


Tag 24 4. Juli / Seward

Kalbende Gletscher, Wale und Papageientaucher kommen uns in den Sinn, wenn wir an den Kenai Fjords National Park denken. Der Großteil ist nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Wir entscheiden uns für eine Tour mit Kenai Fjords Tours zum Northwestern Glacier.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/01.jpg)

Beim Büro am Hafen erkundigen wir uns, ob die Tour stattfindet, da es regnet und windet. Ja sie findet statt, es kann allerdings sein, dass das Boot am Golf von Alaska (offenes Meer)  wieder umdrehen muss aufgrund des Seegangs. In diesem Fall würden wir einen Anteil des Geldes zurück bekommen. Die Differenz auf die kurze Tour um genau zu sein. Wir hätten uns auch entscheiden können, die Tour zu stornieren.

Unser Boot
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/02.jpg)

Kurz vor der Fahrt lässt sich die Sonne blicken, und so entscheiden wir uns für die Fahrt mit Risiko. Risiko deshalb, da wir bei einer verkürzten Route nicht zu einem Gletscher kommen.

Als wir ein paar Minuten auf dem Wasser unterwegs sind, versteckt sich die Sonne wieder und es beginnt wieder zu regnen. Das sind keine optimalen Voraussetzungen.

Doch schon bald können wir Seeotter, Weißkopfseeadler und Papageientaucher (Puffins) beobachten. Bei Fox Island lassen wir ein paar Kanufahrer an Land gehen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/03.jpg)

Die Fotos sind kaum brauchbar, da unser Apparat bei diesen Bedingungen einfach keine entsprechend kurzen Verschlusszeiten schafft ohne extrem verrauschte Bilder zu haben.

Der Seegang wird immer rauer, je näher wir dem Golf von Alaska kommen. Die Wellen werden immer höher, betragen jetzt teilweise schon 1-2 Meter. Die Spucktüten sind schon eifrig in Verwendung. Wir haben gefallen daran gefunden und wären gerne weiter gefahren.

Kleinere Wellen, denn bei den großen mussten wir uns anhalten und konnten nicht fotografieren

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/04.jpg)

Eine Familie mit kleinen Kindern meint unbedingt, trotzdem im Boot herum wandern zu müssen und zahlt dafür den Preis. Der Vater stürzt 2 mal und verletzt sich.

Der Kapitän entscheidet sich, Kehrt zu machen und zwischen kleineren Inseln den Rückweg anzutreten.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/06.jpg)

Auf einmal ertönt es durch die Lautsprecher, es seien Wale gesichtet worden, nicht weit weg von uns, wir machen uns auf den Weg dorthin.

Bald entdecken wir die Wale, Buckelwale um genau zu sein, und bleiben ca. 1 Stunde in ihrer Nähe. Da es noch immer stark regnet, sind die Fotos nicht besonders toll geworden.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/08.jpg)

Zurück in Seward nützen wir die gewonnene Zeit durch die kürzere Tour und gehen ins Alaska SeaLife Center. Es ist zum bersten voll, wir sind nicht die einzigen, die diese Idee hatten.

Wir sind fasziniert von den Papageientauchern. Sie können 70-80 Meter tief tauchen und benützen ihre Flügel als Flossen. Ein großer Seelöwe hat es uns besonders angetan.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/09.jpg)

Anschließend fahren wir zum Exit Glacier, der einzige Gletscher im Kenai Fjords National Park, der per Landweg erreichbar ist.

Kurz vor dem Begrüßungsschild des Nationalparks läuft uns ein Braunbär über die Straße, wir sind entzückt! Wir melden es einer Rangerin, da darum gebeten wird, Wildtiersichtungen zu melden. Es ist das erste Mal, dass wir eine Wildtiersichtungskarte ausfüllen können.

Wir gehen den sehr kurzen Weg zum Gletscher Viewpoint (ca. 700 Meter).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/10.jpg)

Weil uns das noch zu weit entfernt ist, versuchen wir den „End of Trail“-Trail, bei dem wir aber sehr oft die Hilfe anderer benötigen. Irgendwann geht es mit dem Rollstuhl einfach nicht mehr weiter und meine Mutter geht alleine weiter zum Gletscher, da es nicht mehr soweit sein konnte. Sie war dann doch noch 30 Minuten unterwegs.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/23/11.jpg)

Temperatur ganztägig 10-12° C

Unterkunft:  Salmon Bake Cabins, Seward, AK
gefahrene Kilometer: ca. 30
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 01.01.2011, 18:10 Uhr
Zitat
Eine Familie mit kleinen Kindern meint unbedingt, trotzdem im Boot herum wandern zu müssen und zahlt dafür den Preis. Der Vater stürzt 2 mal und verletzt sich.
  :shit:  :platsch: :grins:

Schöne Gletscher-Bilder mal wieder...
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 01.01.2011, 19:34 Uhr

Hallo Markus,


erstmal alles Gute für 2011. Ich hoffe, du bist jetzt wieder vollkommen gesund.

Für das, wie schlecht das Wetter während der Bootsfahrt war, sind die Bilder aber hervorragend gelungen, wobei mir die Buckelwale, die Papageientaucher und die Gletscher am besten gefallen.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 02.01.2011, 11:18 Uhr
Die Spucktüten sind schon eifrig in Verwendung. Wir haben gefallen daran gefunden und wären gerne weiter gefahren.

Ja wie, an der Verwendung der Spucktüten habt ihr Gefallen gefunden  :zwinker: :grins:? Der Seegang hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn ihr habt die Gletscher gesehen  :daumen:. Ich wäre bei der Aussicht auf Seegang bestimmt nicht an Board gegangen  :grins:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 02.01.2011, 12:13 Uhr
Die Spucktüten sind schon eifrig in Verwendung. Wir haben gefallen daran gefunden und wären gerne weiter gefahren.

Ja wie, an der Verwendung der Spucktüten habt ihr Gefallen gefunden  :zwinker: :grins:? D

Da hätte ich lieber noch einmal Korrekturlesen sollen.  :oops:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 02.01.2011, 19:52 Uhr
Tag 25 5. Juli / Seward - Homer

Der Tag startet mit Regen. Bei einem Einkauf bei Safeway nützen wir erstmal die prepaid Kreditkarte, die wir als Refundierung für die kürzere Bootstour bekommen haben. Den Rest des Geldes heben wir dann am Bankomaten ab.

Bald jedoch haben wir Glück und es wird sonnig. Wir fahren die Skilak Lake Road, eine landschaftlich reizvolle Alternative entlang des Sterling Highways.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/01.jpg)

Hier finden wir auch diese bezaubernde Cabin des U.S. Fish & Wildlife Services, die Upper Ohmer Lake Cabin (http://kenai.fws.gov/VisitorsEducators/cabin/Ohmer/upperohmer.htm)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/02.jpg)

Idyllisch gelegen an einem kleinen See inklusive Boot. Laut Cabin-Gästebuch baden sehr oft Elche in diesem Teich. Hier würden wir gerne übernachten, nur haben wir weder Schlafsäcke, noch reserviert und wollen ja viel weiter in den Süden fahren.

Wir kommen an vielen Seen vorbei.

Zurück am Sterling Highway fahren wir mit Blick auf das Meer in Richtung Süden. Bei Clam Gulch fahren wir bis zum Strand, beobachten Muschelsucher und badende Jugendliche.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/03.jpg)

Nächster Stopp Ninilchik um die berühmte russisch-orthodoxe Kirche „Transfiguration of our Lord Church“ zu fotografieren. Sie liegt auf einer Anhöhe, umgeben vom Friedhof.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/05.jpg)

Der Stil der Türme gefällt uns sehr gut. Beim Verlassen des Geländes taucht wie aus dem Nichts ein Weißkopfseeadler auf, der nur 3-4 Meter über unseren Köpfen hinweg gleitet. Für ein Foto reicht die Zeit natürlich nicht.

Die restlichen Kilometer genießen wir einfach nur den Ausblick.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/06.jpg)

In Homer, der selbsternannten „Halibut Fishing Capital of the World“, also der Welthauptstadt des Heilbutfischfangs schlendern wir zuerst einmal dem Kleinboothafen entlang.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/07.jpg)

Anschließend erkunden wir die Umgebung des sogenannten Homer Spit, einer künstlich angelegten Landzunge, auf der sich einige Geschäfte und auch unsere Unterkunft, befinden.

Am Abend beobachten wir noch die unzähligen Möwen und Adler.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/08.jpg)

Ein Adler ärgert uns besonders, wir beobachten ihn in Summe sicherlich 30 Minuten, er bewegt sich aber immer erst wenn wir die Hoffnung schon aufgegeben haben und die Kamera ausschalten.


(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/09.jpg)

Ein Schwarm Dickschnabellummen (Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Dickschnabellumme))

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/10.jpg)

Hier in Homer merkt man um 23 Uhr schon so etwas wie eine leichte Abenddämmerung. Sind wir gar nicht mehr gewohnt.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/11.jpg)

Meine Mutter nützt noch den außen liegenden Whirlpool. Ich sichere in der Zwischenzeit die Fotos und hol noch ein paar Informationen über die Umgebung ein anhand der Werbebroschüren, als meine Mutter plötzlich ganz aufgeregt ins Zimmer stürmt und aufgeregt nach dem Fotoapparat verlangt. Es kreisten über dem Whirlpool einige Seekopfadler in unmittelbarer Nähe (weil Angler am Ufer standen). Leider waren die Adler schon wieder verschwunden als sie den Fotoapparat hatte.

Temperatur bis zu 17° C mit mäßigem Wind.

Unterkunft: Land‘s End Resort, Homer, AK
gefahrene Kilometer: ca. 30
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 02.01.2011, 20:50 Uhr
Hallo Markus,

wieder ein toller Tag !

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 02.01.2011, 21:02 Uhr

...nützen wir erstmal die prepaid Kreditkarte, die wir als Refundierung für die kürzere Bootstour bekommen haben.


Eine Kreditkarte quasi als Wechselgeld, amerikanischer gehts nicht.  :lol:


Das Foto ist sehr cool  8)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/24/02.jpg)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 02.01.2011, 23:48 Uhr

Hallo Markus,


das war ja insgesamt ein toller Tag, auch wettertechnisch gesehen.
Schade, dass die Zeit nicht reichte, um den Seekopfadler zu fotografieren.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 03.01.2011, 09:55 Uhr

Eine Kreditkarte quasi als Wechselgeld, amerikanischer gehts nicht.  :lol:

Richtig. Allerdings wirklich eine gute Lösung (für den Betreiber) da die Karten erst bei der Refundierung aufgeladen werden. So müssen keine großen Geldbeträge gelagert werden. Wenn dann pro Tag vielleicht 100 Leute jeweils 100-150 Dollars zurückbekommen, summiert sich das.



Hallo Markus,

das war ja insgesamt ein toller Tag, auch wettertechnisch gesehen.
Schade, dass die Zeit nicht reichte, um den Seekopfadler zu fotografieren.


LG, Angie



Ja, wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Die Zeit für den Seeadler hatten wir schon, allerdings spielte er Spiele mit uns. Hat uns immer genau beobachtet. Da hätten wir vermutlich auch Stunden auf der Lauer liegen können.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 03.01.2011, 13:51 Uhr
Tag 26 7. Juli / Homer - Soldotna

Wir hatten vor, heute noch den Großteil des Tages in Homer zu verbringen, der Regen und Wind haben Homer aber seines Charmes beraubt.

Da wir schon in einer der Top Regionen des Fischfanges sind, möchten wir natürlich auch gern Fisch mit nach Hause nach Österreich nehmen. Beim Durchrechnen der Kosten (für die Kühlbox) und der Wahrscheinlichkeit, dass der Fisch die lange Reise trotzdem nicht übersteht, kaufen wir nur bereits geräucherten Lachs.

Weil das Wetter nicht gerade einladend ist, sich draußen aufzuhalten, besuchen wir ein Visitor Center über die Aleuten, den westlichsten Inseln Alaskas.

Als sich das Wetter bessert, entscheiden wir uns, die East End Road zu fahren. Sie führt auf einen Hügel, und wie ich im Internet recherchiert habe, soll man gute Ausblickspunkte auf Homer vorfinden. Wir fahren und fahren, wirklich gut wird die Aussicht allerdings nicht, außerdem sind wir fast die ganze Zeit von Bäumen umgeben.

Irgendwann wechselt der Fahrbahnbelag von Asphalt zu Schotter, wir fahren weiter und weiter. Doch was passiert jetzt, der Weg führt auf einmal wieder einspurig bergab. Im Wissen, dass wir hier keine gute Aussicht auf Homer finden werden, fahren wir trotzdem weiter, als auf einmal der Weg noch steiler bergab geht, und nach 6 oder 7 Spitzkehren sind wir wieder auf Meeresspiegel. Als uns vom Strand ein Quadbikefahrer mit Kopfschütteln entgegen kommt, wissen wir, die Straße ist wohl eher eine Quadbike-Strecke. Es beginnt leicht zu regnen. Wir schauen das wir wieder nach oben kommen, sollte die Strecke nass werden, wird es eventuell unmöglich.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/02.jpg)

Also umdrehen, 1. Gang einlegen, Geländeuntersetzung aktivieren und zügig Gas geben. Oben angekommen können wir uns über den Spaß gut amüsieren.

Bei der Fahrt Richtung Homer schauen wir aus dem Fenster um die Umgebung zu begutachten, als auf einmal etwas unseren Blick einfängt. Steht da wirklich ein ganzer Schwarm Kraniche? Weil sie sich kaum bewegen sind wir uns erst beim zweiten Blick sicher.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/01.jpg)

Wir fahren auch beim Seafarer's Memorial, Einer Statue zu Ehren der gestorbenen Seefahrer.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/03.jpg)

Zurück in Homer schauen wir noch einmal beim Strand vorbei und entdecken viele Weißkopfseeadler. Endlich gelingt es uns, sie ausgiebig zu fotografieren.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/07.jpg)

Den Rest der Strecke fahren wir im Regen bis nach Soldotna und machen gar keine Fotos.

Kurz vor Soldotna schalten wir das Navi ein um uns ins Stadtzentrum von Soldotna führen zu lassen. Wir haben nämlich keine Adresse unserer Unterkunft, und auf der Internetseite steht auch keine, nur eine Postfachadresse? mit der unser Navi nichts anfängt. Laut Internet und diversen E-Mails dürfte es ein echtes Schnäppchen werden. Eine Cabin mit 2 seperaten Betten, Klo und Dusche integriert um $67,50. Für Alaska fast zu günstig um wahr zu sein. Soviel kosten normalerweise die Cabins mit Klo und Dusche außerhalb.

Wir folgen also dem Navi und landen mitten im Wald, typisch denken wir uns. Eigentlich wollten wir ja noch tanken weil der Tank komplett leer ist, aber hier im Wald sehen wir nicht einmal Häuser geschweige denn eine Tankstelle. Wir fahren und fahren eine gefühlte Ewigkeit die Schotterpisten durch den Wald, als uns endlich ein Auto entgegen kommt. Wir halten es an.

Nach der ersten Skepsis warum wir es aufhalten, kurbeln sie dann doch die Fensterscheiben herunter. Ein älteres Ehepaar, dass hier in der Umgebung wohnt. Wir erklären unsere Lage und sie wollen uns helfen. Den Namen „Alaska Cozy Cabins“ haben sie schon gehört, wo das genau sei wissen sie jetzt nicht, weil sie ja selbst kein Motel brauchen, aber wir sollen ihnen zu ihrem Haus folgen.

Mitten im Wald biegen wir ab und stehen auf einmal auf einer großen Lichtung (ihr Grundstück). Sie holen aus dem Haus ihr Schnurlostelefon. Zum Glück haben wir eine Telefonnummer (aber kein Telefon). Mein iPhone möchte ich nicht aktivieren, um keine hohen Roamingkosten zu verursachen.

Am anderen Ende der Telefonleitung spricht ein älterer Herr. Weil die Wegbeschreibung so kompliziert ist, bringt uns unser Helfer direkt hin und überzeugt sich auch noch, ob die Cabin in Ordnung ist, bevor er uns verlässt.

Die Cabin selbst überzeugt uns nicht auf den ersten Blick, weder ist Bettzeug hergerichtet, noch kennt sich der ältere Herr, der im Moment seine Tochter (die Eigentümerin) vertritt aus, wie das Bett zu öffnen sei. Kalt ist es auch.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/10.jpg)

Nach einer halben Stunde, während der wir ein paar Sachen aus dem Auto holen für den morgigen Bärenausflug die wir in eine extra Tasche packen müssen, ist es auch endlich warm in der Cabin. Nur wie man von der Dusche und Spüle das Warmwasser aufdreht wusste der alte Herr nicht, naja, man kann ja improvisieren und Wasser wärmen (mit Hilfe des Herdes und Mikrowellenherd).

Alles in allem ist es eine nette kleine Cabin, die wirklich gemütlich ist und sogar über Internet per WLAN verfügt. 1 Bett ist im Erdgeschoß, das zweite in so einer Art erstem Stock, der auch als Spielecke für Kinder genutzt werden kann (Holzgitterzaun verhindert ein Abstürzen). Nur die Beschilderung um hin zu finden hätte besser sein können.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/08.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/25/09.jpg)

Wir freuen uns schon riesig auf Morgen, wenn wir zur Silver Salmon Creek Lodge fliegen werden. Wir können uns noch nicht richtig vorstellen, was uns erwarten wird.

Wir essen all unsere übrig gebliebenen Vorräte auf, ab jetzt werden wir keine mehr brauchen. Übermorgen sind wir schon wieder in Anchorage.

Unterkunft: Alaska Cozy Cabins, Soldotna, AK
gefahrene Kilometer: ca. 160
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 03.01.2011, 15:56 Uhr
Die Zeit für den Seeadler hatten wir schon, allerdings spielte er Spiele mit uns. Hat uns immer genau beobachtet. Da hätten wir vermutlich auch Stunden auf der Lauer liegen können.

Ich meinte die Seekopfadler am Abend, als deine Mutter alleine draußen war und rasch den Fotoapparat holen wollte. Und dann waren die Seekopfadler aber weg.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 04.01.2011, 16:45 Uhr
Bitte entschuldigt die vielen Fotos, ich glaube jedoch ihr werdet es verstehen. Einige haben ja schon auf unsere Erfahrungen mit der Silver Salmon Creek Lodge gewartet.


Tag 27 8. Juli / Bärentour Silver Salmon Creek Lodge

Ich fasse diesen Tag und den darauf folgenden Vormittag zu einem Bericht zusammen.

Auch wenn unser bisheriger Urlaub kaum zu übertreffen ist, wissen wir, der Ausflug in den Lake Clark National Park wird das Highlight des Urlaubs werden. Bereits im Vorfeld habe ich einen regen E-Mail-Verkehr mit dem Inhaber der Lodge, David Corray, gehabt, ob es möglich ist, mit dem Rollstuhl an so einer Tour teilzunehmen. Nach ein paar abklärenden Fragen entschieden wir uns einen Overnight Bearviewing Trip zu buchen.

Auf sehr kleinem Raum leben in der Nähe der Silver Salmon Creek Lodge zirka 80 Bären, die sich nicht um die Nahrung streiten müssen weil es reichlich davon gibt. Im Frühling Gräser im Überfluss, im Hochsommer Lachse in den zahlreichen Flüssen und im Herbst Beeren und Lachse.

Hier werden wir also den heutigen Tag verbringen und bis morgen am Vormittag bleiben.

Wir fahren zum Soldotna Airport, wo unser Trip beginnt und verschonten dabei sogar die Flugzeuglandebahn direkt neben der Cabin, die eine erhebliche Abkürzung wäre!

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/01.jpg)

Unser Transport wird von Natron Air durchgeführt. Bei dichter Wolkendecke und leichtem Regen fliegen wir über das Cook Inlet etwa 40 Minuten zur Lodge. Schon kurz vor dem Landeanflug sehe ich auf meiner Seite (rechts) 3 Braunbären, wow!

Beim Landeanflug sehen wir bereits Fotografen, die weiter drinnen im Meer stehen und Bären fotografieren. Wir landen sehr sanft am Strand.

Schon kurze Zeit später kommt unsere Limousine, wie sie der Pilot nannte. Ein ATV (Quadbike) mit einem Anhänger mit zwei Sitzbänken.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/03.jpg)

Der erste Weg führt uns zur Lodge, wo wir unser Gepäck abladen können. Schon am Weg dorthin haben wir wieder ein paar Bären gesehen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/02.jpg)

Wir bekommen ein Zimmer im Hauptgebäude im Erdgeschoß, wenn man das Wohnzimmer Richtung Stiegen verlässt, das erste Zimmer gerade aus. Wir können vom Zimmer aus direkt an den Strand sehen.

Unser Guide heißt Jenny (sie hat Biologie studiert), sie wird uns auch den ganzen Tag durch die Gegend führen.

Bereits vor dem Mittagessen gibt es einige besondere Highlights, stillende Bärenmütter mit Jungen und einen jungen Bären der von seiner Mutter verstossen wird und sich trotzdem selbst durchschlägt. Einmal wurde er erschrocken durch die Annäherung eines erwachsenen männlichen Bären und hat die Flucht ergriffen, direkt bei uns vorbei. Wir waren maximal 1-2 Meter von einander entfernt (siehe auch Video weiter unten).

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/05.jpg)

Um 12:30 kehren wir zur Lodge zurück. Jetzt können wir uns ein bisschen aufwärmen und die Jacken trocknen. Ich nehme gleich vorweg, es hat den ganzen Tag durchgeregnet bei 13°C. Unserem Spaß tat das keinen Abbruch und den Bären war der Regen egal, es war windstill und das ist den Bären am angenehmsten.

Um 13:00 Uhr gibt es Mittagessen, Sheppards Pie. Als Nachspeise Windbeutel mit Schlagobersfüllung. Wir essen oben im Esszimmer, von wo aus man auf der einen Seite an den Strand sieht und beim Essen die Bären beobachten kann und auf der anderen in den Garten zwischen den Cabins sieht. Wie im Kino! :) Nach der Hauptspeise entscheidet sich ein Bär, den Garten näher zu erkunden. Die Skulptur vom stehenden Bären gefällt ihm besonders und er wirft sich in die gleiche Pose wie die Statue, leider dauerte das nur einen Augenblick und wir haben nur ein Foto, wie er „normal“ davor steht und sie mustert.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/06.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/08.jpg)

Gleich nach dem Mittagessen ziehen wir uns wieder all unsere warmen Sachen an, die inzwischen am Holzofen zum Trocknen lagen und gehen mit Jenny auf Bärenbeobachtung.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/09.jpg)

Die Beobachtung läuft meist so ab, dass man Bären findet und sich dann zu Fuß nähert. Da ich das nicht kann, sind wir im Anhänger sitzen geblieben, hatten aber Glück, dass die Bären das wussten und deshalb zu uns kamen. ;)

Einmal näherte sich meine Mutter mit Jenny zu Fuß bis auf vielleicht 10 Meter, sie beschrieb es als ein Gefühl, mit der Natur eins zu sein. Später sehen wir kleine Bären mit ihrer Mutter spielen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/10.jpg)

Weitere Bären

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/12.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/13.jpg)

Um 18:30 bemerkte Jenny, dass wir eigentlich schon wieder zurück in die Lodge fahren sollten um zu Abend zu essen. Wir waren schon wieder 5 Stunden draußen ohne jeglichem Zeitgefühl.

Das Abendessen bestand aus Huhn mit Gemüse, Kartoffeln und Brot. Als Nachspeise ein guter Pudding. Wir essen wieder oben im Esszimmer.

Nach dem Essen bleiben wir noch bei 22:30 sitzen und beobachten die Bären am Strand, einfach herrlich.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/14.jpg)

Auch Adler können wir beobachten, die sich den Nestern von Möwen nähern wollen, dann aber von den Möwen so stark attackiert werden, dass sie landen müssen um nicht aus der Luft zu fallen. Die Möwen knabbern an den Flügeln der Adler, das wirft sie aus der Flugbahn.

Alle Gäste einigen sich darauf, das morgige Frühstück um eine Stunde nach hinten zu verlegen (9 Uhr) um vorher an den Strand zu fahren um die Bären beim Muschelsuchen zu beobachten. Das ergibt sich nämlich sehr gut mit der stattfindenden Ebbe.

9. Juli Vormittag

Schon beim Aufstehen sehen wir von unserem Zimmerfenster aus einen Bären.

Um 7:00 in der Früh verlassen wir die Lodge und brechen zum Strand auf. Dieser Tag ist so gänzlich anders als der vorherige, die Sonne scheint und es sind nur ein paar Wolken am Himmel zu sehen.

Die Fotografen mit den Riesenobjektiven (400mm/2.8 aufwärts) sind alle mit hüfthohen Gummistiefeln raus ins Meer gewandert, da die Bären bei Ebbe zuerst ganz hinaus zum Meer gehen und dann Stück um Stück wieder zum Strand.

Ich kann ja nicht gehen, daher entschied sich Jennys Mann, der auch Guide bei David ist, dass es auch möglich sein müsste durch den Schluff (sehr schlammartiger Sand, fast Treibsand) zu fahren. Jenny soll allerdings vorsichtig sein und nur dort fahren wo ihr Mann   sagt. Für Jenny ist diese Fahrt ein Novum, ihr Mann hat das schon öfter gemacht und weiß aus leidvoller Erfahrung, wie es ist, ein ATV bis zur Sitzbank im Schlamm versinken zu sehen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/15.jpg)

Auf diese Art fahren wir also gute 200 Meter auf sehr weichem Sand und nähern uns den Bären. Sie sind zu diesem Zeitpunkt immer noch gute 100-200 Meter entfernt, wir haben allerdings das Meer auf unserer Seite und mit der Zeit kommen die Bären immer näher bis auf 10 Meter an uns heran. Man hört  deutlich wie sie die Muscheln knacken und beim Fressen laute Schmatzgeräusche. Manche Bären lernen von ihren Müttern, die Muscheln im Sand zu riechen und finden sie so bis zu einer Tiefe von 40 cm. Allerdings beherrschen nicht alle Bären diese Technik.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/18.jpg)

Fotografen links, Bär rechts

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/17.jpg)

Jetzt mussten wir uns schön langsam wieder auf den Weg zurück zur Lodge machen, für das Frühstück. Kurz vorher sehen wir noch einen sehr großen Bären grasen. Jenny sagte, sie habe ihn schon lange nicht mehr gesehen.

Die Lodge
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/26/19.jpg)

Gefüllte Käseomeletts mit frisch gebackenen Weckerln und Hashbrowns stärken uns für den Rückflug. Gefrühstückt haben wir im Wohnzimmer zusammen mit den Guides. Generell ist im Haus eine sehr familiäre Atmosphäre, man fühlt sich sehr willkommen. Während unseres Aufenthaltes waren noch 6 weiter Gäste in der Lodge. Für bis zu 15 ist sie ausgelegt, es werden allerdings gerade noch 2 oder 3 Cabins errichtet.

Beim Rückflug haben wir wolkenlosen Himmel und sehen ganz entfernt sogar Mt. McKinley (Denali).

Video unseres Trips


Fazit

Wir haben lange überlegt ob wir diesen nicht ganz billigen Ausflug machen wollen, im Nachhinein betrachtet war es das Juwel des ganzen Urlaubs. Wir hatten das Glück, dass der Lachswanderung kurz bevor stand. Das bedeutete, dass die meisten Bären schon an den Strand gekommen sind in Erwartung der Lachse, aber noch Gras fressen mussten, und dadurch lange sichtbar blieben.

Während der Lachswanderung fressen sie angeblich die Fische und verstecken sich ein paar Minuten später wieder im Wald.

Ohne zu übertreiben und auch wenn es unglaubwürdig klingt können wir sagen, dass die ganze Zeit kaum eine Minute verging, in der wir keinen Bären gesehen haben!

Für mich war es einer der besten Tage meines Lebens!

Danke an das ganze Team der Silver Salmon Creek Lodge, allen voran David und unserer Führerin Jenny!

Achja, man kann sich im Freien gänzlich selbständig bewegen wenn man möchte.

Unterkunft: Silver Salmon Creek Lodge, Lake Clark National Park, AK
gefahrene Kilometer: ca. 20
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 04.01.2011, 16:58 Uhr
Phänomenal, die Tierfotos! Besonders das von dem echten vor dem falschen Bären, und die mit den Babys...  :daumen: :lachen07:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 04.01.2011, 17:30 Uhr
Wow!
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 04.01.2011, 21:50 Uhr

An den Fotos wäre ich jetzt fast festgeklebt :D Die sind ja der Wahnsinn pur!!! Die ganze Zeit Bären über Bären, in jeder Größe, ich bin schwer beeindruckt :D

Deine Mutter scheut auch keinerlei Straßen und Pisten, stimmt's? :wink:


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 04.01.2011, 22:05 Uhr
Hallo Markus,
noch mal Fragen hinterher:

wie viel Zeit hattet Ihr am Vormittag des zweiten Tages bis zum Rückflug - also ging es nach dem Frühstück noch mal zu den Bären oder stand dann der Rückflug an ?

Hattet Ihr auch über Katmai nachgedacht und falls ja - was gab den Ausschlag für Salmon Creek (daß es so super werden würde konntet Ihr ja vorher nicht wissen)?
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Dreamer am 04.01.2011, 23:42 Uhr
Wahnsinn!!!!

Ein tolles Erlebnis. ...... ich finde übrigens das Bild aus dem Video mit dem Bären und den vier? Möwen dahinter total lustig.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 05.01.2011, 10:20 Uhr
Hallo Markus,
noch mal Fragen hinterher:

wie viel Zeit hattet Ihr am Vormittag des zweiten Tages bis zum Rückflug - also ging es nach dem Frühstück noch mal zu den Bären oder stand dann der Rückflug an ?

Hattet Ihr auch über Katmai nachgedacht und falls ja - was gab den Ausschlag für Salmon Creek (daß es so super werden würde konntet Ihr ja vorher nicht wissen)?

Hallo,

Gern beantworte ich zusätzliche Fragen zur Lodge. Am Vormittag hat man ca. 2 Stunden Zeit für Beobachtungen, wir nutzten sie am Strand, mussten also nach dem Frühstück relativ zügig zum Strand fahren (nur einmal kurz stehen geblieben für 2-3 Minuten für einen Bären) um unseren Rückflug zu erwischen (um 9:45 oder 10 Uhr)

Ja wir haben auch über den Katmai nachgedacht, uns hat es allerdings weniger gefallen, dass es dort Beobachtungsplattformen mit Zeitbeschränkungen gibt, und die typischen Bär fängt Lachs Fotos vom Katmai hätten wir zu dieser Zeit vermutlich sowieso nicht machen können mangels Lachse. Außerdem ist Katmai noch teurer für (unserer Meinung nach) weniger Leistung und mehr Besucher, außer man bleibt mehrere Tage, dann wird es im Katmai günstiger. Das liegt wahrscheinlich zum Teil daran, dass man zum Katmai National Park fast doppelt solange fliegen muss und Flugstunden teuer sind.

Uns gefiel einfach das Gesamtkonzept der Silver Salmon Lake Lodge besser. Einzig die Fahrt in diesen Anhängern ist sehr holprig, da sie nicht gefedert sind :)

Das der Ausflug zur Silver Salmon Lake Lodge sehr toll werden würde ahnten wir schon anhand von Reiseberichten in diesem und anderen Foren. Wie toll, das kann man im vorhinein nie wissen, es ist ja zum Glück kein Zoo. :)

Meine Mutter möchte noch anmerken, dass zu wenige Fotos und Videos im Bericht sind ;)
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 05.01.2011, 13:23 Uhr

Meine Mutter möchte noch anmerken, dass zu wenige Fotos und Videos im Bericht sind ;)

Da hat deine Mutter Recht!! Von euren Fotos kann man nicht genug bekommen. Echt der Wahnsinn was ihr erlebt habt!
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 05.01.2011, 14:06 Uhr
Hallo Markus,

vielen Dank für Deine Antwort. :D

und auch ich finde - es hätten gerne noch mehr Bilder sein können !

Vorschlag: mach doch am Ende noch mal einen Mix Bilder die wir noch nicht gesehen haben so ein "Querbeet" von der Reise :D



 
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 05.01.2011, 17:31 Uhr
Wie nahe ihr den Bären ward ist phänomenal (http://www.smilies.4-user.de/include/Optimismus/smilie_op_031.gif) (http://www.smilies.4-user.de).

Mich würde interessieren, wie ihr die Reise mit diesen interessanten Stationen geplant habt. Durch Lesen von Reiseführern und Internet?

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 05.01.2011, 17:51 Uhr
Wie nahe ihr den Bären ward ist phänomenal (http://www.smilies.4-user.de/include/Optimismus/smilie_op_031.gif) (http://www.smilies.4-user.de).

Mich würde interessieren, wie ihr die Reise mit diesen interessanten Stationen geplant habt. Durch Lesen von Reiseführern und Internet?

LG,

Ilona

Zum Großteil mithilfe dieses Forums, der Nationalparksseite nps.gov und dem Reiseführer Alaska & Kanadas Yukon (https://www.amazon.de/Alaska-Kanadas-Yukon-Territory-Columbia/dp/3868711031/ref=sr_1_11?ie=UTF8&qid=1294246108&sr=8-11)

Aber außer dem Bärentrip sind unsere Station so ziemlich die üblichen Alaska/Yukon Stationen die in den meisten Reiseführern stehen. Es gibt ja auch nur ganz wenige Straßen, da kommt man notgedrungen auch an den selben Highlights vorbei. :) Nur die Tiersichtungen sind dann noch Glückssache.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 05.01.2011, 21:19 Uhr

Hallo Markus,

und auch ich finde - es hätten gerne noch mehr Bilder sein können !

Vorschlag: mach doch am Ende noch mal einen Mix Bilder die wir noch nicht gesehen haben so ein "Querbeet" von der Reise :D

ergänzend könntest du im Bildermix auch weitere Videos einfügen :D


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 06.01.2011, 11:01 Uhr
Achja, sehr hilfreich bei der Planung war natürlich auch die "Milepost", DAS Buch für Alaska, in dem jeder Meter Straße inklusive der dazugehörigen Sightseeingmöglichkeiten beschrieben ist.


Hallo Markus,

ergänzend könntest du im Bildermix auch weitere Videos einfügen :D

LG, Angie


Ich kann am Schluss gerne noch weiter Fotos verlinken, Videos gibt es leider nicht viel mehr, wir haben uns hauptsächlich auf Fotos konzentriert.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 06.01.2011, 11:01 Uhr
Tag 28 9. Juli / Soldotna - Anchorage

Den Vormittag verbringen wir noch bei der Silver Salmon Creek Lodge (siehe Reisebericht vorheriger Tag). Zurück geflogen sind wir bei wolkenlosem Himmel.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/01.jpg)

Nach der Landung fahren wir nach Old Town Kenai und besichtigen die russisch-orthodoxe Kirche Holy Assumption of the Virgin Mary, erbaut 1894-95, die uns von einem Geistlichen gezeigt wird.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/03.jpg)

Als wir bei einem Campingplatz (RV Park) vorbei kommen, sehen wir uns kurz an, wie wir in unserem nächsten Urlaub (erstes mal Wohnmobil) nicht nächtigen wollen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/02.jpg)

Weiterfahrt entlang des Kenai River und Cook Inlets. Es ist der wärmste Tag des Urlaubs bei bis zu 22° C.

Ein letztes Mal die schneebedeckten Berge
(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/05.jpg)

Da wir bis jetzt keine Moschusochsen gesehen haben und ich unbedingt noch welche sehen wollten, besuchen wir einen Zoo (den Namen kann ich beim besten Willen leider nicht mehr herausfinden) der verletzte und von den Müttern im Stich gelassene Tiere aufnimmt.

Moschusochsen

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/06.jpg)

Es gibt von Hirschen bis hin zu Elchen, Weißkopfseeadlern, Schwarz-/Braunbären und Moschusochsen fast alle Tiere die in Alaska leben, zu sehen. Einen Bären haben sie sogar ein bisschen dressiert und er fängt auf Kommando an zu „singen“ und aufzustehen. Es stimmt uns allerdings etwas traurig die eingesperrten Tiere zu sehen, wenn wir daran denken, dass wir vor ein paar Stunden die Bären noch in freier Wildbahn sehen konnten. Die Tiere wirken nicht sehr glücklich.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/08.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/27/09.jpg)

Am frühen Abend kommen wir in Anchorage an, erkunden zu Fuß die nähere Umgebung und gehen Essen.

Unterkunft: Howard Johnson Plaza (via Priceline sehr günstig), Anchorage, AK
gefahrene Kilometer: ca. 250
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 06.01.2011, 22:35 Uhr
Ich kann am Schluss gerne noch weiter Fotos verlinken, Videos gibt es leider nicht viel mehr, wir haben uns hauptsächlich auf Fotos konzentriert.

Gerne weitere Fotos. Ich dachte aber, ihr hättet noch mehr Videos, da deine Mutter anmerkte, dass du zu wenig Fotos UND Videos im Reisebericht eingebunden hast. Egal, wir freuen uns über Fotos genauso!

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 06.01.2011, 23:29 Uhr
und dem Reiseführer Alaska & Kanadas Yukon (https://www.amazon.de/Alaska-Kanadas-Yukon-Territory-Columbia/dp/3868711031/ref=sr_1_11?ie=UTF8&qid=1294246108&sr=8-11)
Das Buch von Wolfgang Weber ist Kult !
Toller Autor - tolles Buch - das ist bei mir über viele Jahre schon so abgegriffen und das, obwohl ich es noch nie nördlicher als Hyder geschafft habe..... zumindest bis zu diesem Jahr.

Wieder ein sehr gut in Wort und Bild eingefangener Tag. Besonders das letzte Bild mit dem Bärenkopf hinter dem Zaun geht einem fast nach .....
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 07.01.2011, 16:04 Uhr
Tag 29 10. Juli / Anchorage

Dies ist nun unser letzter kompletter Tag in Alaska, ein bisschen Wehmut macht sich breit.

Nachdem die meisten Sachen wieder in die Koffer verpackt sind, genehmigen wir uns 1 gemeinsame Topfengolatsche (Quarktasche).

Wir versuchen auszumachen, woher wir die amerikanische Nationalhymne hören und begeben uns auf die Straße. Nur einen Häuserblock entfernt findet ein wöchentlich stattfindendes Sommerfestival statt mit Verkaufsständen, Musik und Essen.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/01.jpg)

Bei leichtem Nieselregen schlendern wir durch die Verkaufsgassen, kaufen diverse Souvenirs und finden  auch einen typischen Schlittenhund ;)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/02.jpg)

Wir stärken uns mit einem Funnel cake. Sehr gut!

Anschließend fahren wir zur Lake Hood Seaplane Base, dem angeblich größten Wasserflughafen der Welt. Entlang des Lake Hood beobachten wir Starts und Landungen. Für uns als Österreicher sehr interessant, da nicht alltäglich.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/03.jpg)


Einen Einheimischen der gerade ein Flugzeug wäscht fragen wir nach einem noch besseren Aussichtspunkt. Wir versuchen mit dem Auto seiner Beschreibung zu folgen verfahren uns aber, da man am Flughafengelände nicht überall abbiegen darf.

Meine Mutter ist gerade damit beschäftigt aus dem Auto heraus Flugzeuge zu fotografieren als uns von vorne ganz plötzlich ein Flugzeug auf der Straße entgegen kommt. Meine Mutter war wie geschockt und wollte Fotos von dem entgegenkommenden Flugzeug machen (sind nichts geworden), als ich sie leicht dazu gedrängt habe doch die Fahrbahn zu verlassen. Nach diesem Erlebnis war sie wirklich sehr nervös und wollte nicht länger am Flughafengelände umher fahren. Es war übrigens erlaubt dort zu fahren, Schilder wiesen darauf hin, dass sich Flugzeuge und Autos die Straße teilen müssen.

Wir fahren weiter zum Belugapoint um eventuell Wale beobachten zu können. Als wir ankommen ist gerade Ebbe, wir richten uns also auf eine längere Wartezeit ein. Es soll auch möglich sein, hier eine  sogenannte Bore Tide zu beobachten, eine kleine Welle konnten wir beobachten, ob das alles war, wissen wir nicht. Laut Gezeitenkalender war es ein guter Tag zum Beobachten. Wir haben es uns allerdings spektakulärer vorgestellt.

Kurz bevor wir den Aussichtspunkt verlassen trifft eine Hochzeitsgesellschaft zum Fotografieren ein mitsamt Stretchlimousine.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/05.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/04.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/06.jpg)

Bei unserer Rückfahrt nach Anchorage besuchen wir auch noch das Potter Marsh, ein Wildlife Refugium in dem viele Vögel nisten. Vögel sehen wir zwar kaum welche, dafür aber einen Elchbullen aus nächster Nähe. Es wird unser letzter bleiben. Als ein Vater mit seinem schreien Kleinkind näher kommt, verzieht sich der Elch wieder in die Büsche.

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/07.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/08.jpg)


In Anchorage spazieren wir noch am Visitor Center vorbei (geschlossen) und essen ein letztes Mal Alaskalachs. :)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/28/09.jpg)

Anchorage ist wirklich keine Stadt die man gesehen haben muss.

Unterkunft: Howard Johnson Plaza, Anchorage, AK
gefahrene Kilometer: ca. 150
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Matze am 07.01.2011, 16:48 Uhr
Ich habe jetzt bis hierher die Tour verfolgt und bin hellauf begeistert.

Du hast tolle Tier-, Berg- und andere Landschaftsfotos hier gezeigt, überhaupt diese ganze Tour. Ganz toll das Erlebnis mit der Bärin und den 3 kleinen Bären :daumen:

Alaska steht ja bei mir auf der "Reise-Wunsch-Liste" ganz weit oben und nach diesem Bericht noch mehr. Eigentlich wollten wir ja schon dieses Jahr dorthin, aber es gibt Gründe, dass es wohl erst 2012 werden wird.

Früher habe ich die Geschichten von J. London verschlungen, deshalb bin ich besonders gespannt auf Yukon, Dawson usw.

Schön, dass Ihr so eine Reise gemacht habt.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 07.01.2011, 22:41 Uhr
Hallo Markus,


sag' mal, wie stelle ich mir denn einen Funnel cake vor? :think:

Meine Mutter ist gerade damit beschäftigt aus dem Auto heraus Flugzeuge zu fotografieren als uns von vorne ganz plötzlich ein Flugzeug auf der Straße entgegen kommt. Meine Mutter war wie geschockt und wollte Fotos von dem entgegenkommenden Flugzeug machen (sind nichts geworden), als ich sie leicht dazu gedrängt habe doch die Fahrbahn zu verlassen. Nach diesem Erlebnis war sie wirklich sehr nervös und wollte nicht länger am Flughafengelände umher fahren. Es war übrigens erlaubt dort zu fahren, Schilder wiesen darauf hin, dass sich Flugzeuge und Autos die Straße teilen müssen.

:zuberge: :zuberge: :zuberge: Beim ersten Satz ist mir fast das Herz stehen geblieben :shock: Wenn man allerdings weiß, dass einem dort Flugzeuge entgegen kommen können, ist es vielleicht nicht ganz so schlimm. Obwohl - geschockt war deine Mutter ja trotzdem. Gut, dass du sie gedrängt hast, doch ein wenig weiter zu fahren :wink:

Das Video von den Wasserflugzeugen ist klasse, in natura habe ich so etwas noch nie gesehen. Gleiches trifft auf das Video mit dem Elchbullen zu, spitzenmäßig! :daumen:


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 08.01.2011, 09:12 Uhr
Danke, danke für das Lob.

So sah der Funnel Cake aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Funnel_cake
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 08.01.2011, 11:07 Uhr
Hallo Markus,

nach dem Funnel Cake wollte ich auch gerade fragen :grins:. Das im schwimmenden Fett ausgebackene Teil wäre mir dann doch zu mächtig  :zwinker:.

Euer letzter Tag in Anchorage war auf jeden Fall interessant: der kleine süße Hund, deine Mutter auf Kollisionskurs mit Flugzeugen :zwinker: und die Hochzeitsgesellschaft. Der Bräutigam mit seinem Gefolge Hand in Hand aufs Meer rausblickend  :kratz: - den Brauch kann ich allerdings nicht einordnen  :grins:.

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 08.01.2011, 11:17 Uhr
Saguaro: Oh, das hab ich vergessen dazu zu schreiben. Das war kein Brauch sondern eine Formation für Hochzeitsfotos vom Fotografen angeordnet.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 08.01.2011, 22:27 Uhr
So sah der Funnel Cake aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Funnel_cake

Danke, aber in diesem Fall möchte ich doch lieber ablehnen :wink:


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 09.01.2011, 17:49 Uhr
Tag 30 11. Juli / Abflug und Fazit

Alles Schöne hat ein Ende...

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/29/03.jpg)

Kofferpacken, frühstücken und wir fahren zum Flughafen. Um 13 Uhr geht unser Flug nach Frankfurt und wir sagen „Good bye Alaska & Canda!“

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/29/01.jpg)

(http://www.markusladstaetter.at/fotos/alaska/29/02.jpg)

Fazit

Wir haben diese Reise geplant um möglichst viele Tiere zu sehen. Sehr gespannt waren wir auch auf die Mitternachtssonne.

Was die Tiersichtungen angeht, glaube ich, dass dieser Urlaub nur sehr schwer zu übertreffen ist. Alaska und Nordkanada beherbergen zum Glück noch so viele Bären, dass man fast eine „Bärsichtungsgarantie“ abgeben kann. Wir haben gar nicht gewagt zu träumen, je so viele Bären zu sehen! Auch andere Tiere bekamen wir sehr häufig zu Gesicht (Elche, Adler).

Unbeschreiblich schön waren auch die vielen Gletscher und Seen entlang der Straße und die Moment in denen man das Gefühl hat, ganz alleine zu sein. Während unserer ganzen Reise kam nie das Gefühl auf, dass es Abend wird, Anfangs sehr irritierend auch wenn man keine Schlafschwierigkeiten hat, wenn man sich dann allerdings daran gewöhnt hat ist es sehr angenehm.

Wenn man Alaska wirklich erleben möchte, muss man sich auf seinen Rhythmus einlassen. Das kann dann heissen, dass es ab 20:30 nichts mehr zu essen gibt und alle Geschäfte (sofern vorhanden) geschlossen sind oder noch nach Mitternacht die Straßen voller Leben sind weil es im Spätjuni nicht dunkel wird. Für Städtereisende ist es sicherlich das falsche Pflaster, wer allerdings Einsamkeit und Natur sucht, wird reichlich belohnt.

Ein paar weitere Fotos unserer Reise findet ihr hier: http://www.flickr.com/photos/weasel-on-wheels/sets/72157623934831233/

Eines steht fest: Wir haben das Alaskafieber!

Abschließen möchte ich deshalb unseren Reisebericht mit einem Lied von Jim Reeves, Spell of the Yukon, das aber auch auf Alaska zutrifft und sehr treffend formuliert ist.



Ich hoffe euch hat unser Reisebericht gefallen. Unsere nächste Reise startet im Juni 2011 in den Westen Kanadas per Wohnmobil. Wir sind schon sehr gespannt auf unsere erste Wohnmobilreise.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: joke am 09.01.2011, 18:14 Uhr


Super Bericht

Werde euch vermissen  :( , bis zum Juni  :P :P :P :P

Johann
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: stephan65 am 09.01.2011, 18:17 Uhr
Vielen Dank für diesen unterhaltsamen, schönen Bericht! Er macht Lust auf Alaska, landschaftlich ein Traum, klimatisch im Sommer sicher erträglich. Einzig Mücken und etwas häufiger Regen halten mich derzeit noch vom Buchen ab.  :mrgreen:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: nordlicht am 09.01.2011, 18:21 Uhr
Ich muss gestehen, ganz leise bin ich auch mitgefahren und war besonders von Euren Baerenbildern schwer beeindruckt.
Vielen Dank fuer diesen wunderbaren Reisebericht.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Buffalo Bill am 09.01.2011, 18:45 Uhr
Vielen Dank für den genialen Reisebericht!  :daumen:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Mig am 09.01.2011, 18:46 Uhr
hallo Markus!

toller Reisebericht mit wundervollen Fotos und Videos!!!!
vielen, vielen Dank dafür!
und viele Grüße auch an Deine Mutter  :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Angie am 09.01.2011, 18:51 Uhr

Hallo Markus,


auch von mir ganz herzlichen Dank für den tollen Reisebericht mit den ebenso tollen Fotos und Videos :daumen: :respekt:
Ich bin sehr gerne mitgefahren und habe schon jedes Mal darauf gewartet, wann es weiter geht. Dass eure Tiersichtigungen kaum mehr übertroffen werden können, glaube ich sofort bzw. es ist zumindest nur schwer vorstellbar.

Toll, dass euer nächster Urlaub schon in Planung ist und das mit Wohnmobil! Da bin ich jetzt schon ganz gespannt auf deinen (hoffentlich kommenden) Bericht.


LG, Angie

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Easy Going am 09.01.2011, 21:35 Uhr
Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht - es hat großen Spaß gemacht bei Euch mitzufahren !  :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Palo am 09.01.2011, 23:47 Uhr
Vielen vielen Dank für diesen tollen Bericht!
Es hat sehr viel Spaß gemacht mitzureisen!!!

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Saguaro am 10.01.2011, 11:52 Uhr
(http://www.smilies.4-user.de/include/Schilder/smilie_schild_033.gif) (http://www.smilies.4-user.de) Markus für diesen tollen und absolut interessanten Reisebericht  :applaus: :applaus: :applaus:.

Alaska wäre auch ein Reiseziel für mich. Wenn es mal soweit ist, dann lese ich deinen Reisebericht nochmals :groove:.

Wir dürfen doch auch auf einen Reisebericht von Kanada hoffen :grins: ?!

LG,

Ilona
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: sil1969 am 10.01.2011, 12:42 Uhr
Hallo Markus,
auch ich sage DANKE für diesen tollen Bericht und die wunderschönen Fotos. Wir möchten nächstes Jahr nach Kanada, evtl. auch mit dem Wohnmobil, also bin ich auf deinen nächsten Bericht gespannt - den es doch wohl hoffentlich gibt?!
LG Silvia
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Matze am 10.01.2011, 12:44 Uhr
Ein wirklich toller Bericht  :clap: :clap: :clap:

Das steigert meine Freude auf Alaska ... wenn es irgendwann mal klappt. :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Dreamer am 10.01.2011, 17:03 Uhr
Vielen Dank für den tollen Bericht und die Bilder  - habe mir gerade auch noch die ganzen Bilder, die du verlinkt hast, als Diashow angeschaut.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: SusanW am 11.01.2011, 12:03 Uhr
Hallo Markus,

hatte nicht immer Zeit und Ruhe für Kommentare zu den Reiseetappen, habe diesen tollen Reisebericht aber sehr genossen.

Herzlichen Dank dafür !

Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: captsamson am 11.01.2011, 20:09 Uhr
Danke für diesen wunderbaren Reisebericht. Habe nun alles auf einmal "verschlungen"!

 :respekt:
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Katja am 12.01.2011, 19:55 Uhr
Hallo Markus,
ich bin auch noch schnell hinterhergereist. Das war eine beeindruckende Tour!
Vielen Dank für den Bericht!

Ich hätte noch eine Frage zu den Unterkünften. Ich weiß nicht, ob du dazu schon was geschrieben hast, vielleicht habe ich es überlesen. Habt ihr die alle vorgebucht? Kurzfristig ist es sicher nicht so einfach, dort immer etwas zu bekommen. Und was kostet dort im Schnitt ein Zimmer in so einer Lodge?

Viele Grüße
Katja
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: ziony am 14.01.2011, 14:11 Uhr
Hallo Markus,
herzlichen Dank für den super-tollen RB und das viele Film- und Fotomaterial. :respekt:

Bei Eurer 1. Womo-Tour bin ich gerne dabei!  :hippie:

LG, ziony  :D
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 14.01.2011, 15:33 Uhr
Danke für das Lob, freut uns sehr!

Katja: Ja wir haben alles vorgebucht. Schon aus dem Grund, weil die Suche nach eine passenden Motel in Alaska gar nicht so leicht ist wenn man Also das kommt ganz darauf an, ich sag mal wenn der Preis nicht so wichtig ist, kommt man zur Not immer irgendwo unter. Die meiste Zeit waren wir allerdings in maximal halbvollen Motels. McCarthy war eine Ausnahme, da war zufällig gerade eine Reisegruppe bei unserer ersten Nacht auch dort, die das ganze Hotel in dem wir waren (bis auf 1 Zimmer) gebucht haben. Dies kann im Juli/August aber wieder ganz anders sein.

Auch sind Motels nicht immer leicht zu finden, anders als im Rest der USA liegen sie sehr oft versteckt im Wald.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Katja am 14.01.2011, 20:18 Uhr
Ja, das habe ich mir gedacht, dass es die Motels nicht an jeder Ecke dort gibt. Und da wir auch nicht auf das letzte teure Zimmer angewiesen sein wollten, ist eine Buchung sicher besser. Nachteil ist halt, dass man dann kaum flexibel ist, wenn das Wetter nicht passt o.ä.
Andererseits, wenn die Motels meist nur halbvoll waren, hätte man vielleicht doch eine Chance, wenn man nicht gerade zur Hauptreisezeit unterwegs ist...
Gruß
Katja
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Markus(Wien) am 15.01.2011, 10:19 Uhr
Also ich denke es sollte schon möglich sein. Vorteilhaft wäre, wenn man sich Informationen einholt welche Unterkünfte es gibt, damit man sie dann auch findet. Unser Problem war in Alaska (im Rest der USA kaum ein Thema), dass es noch viele Unterkünfte gibt, wo man mit dem Rollstuhl gar nicht hinein kommt. Das schränkte unsere Auswahl teils enorm ein. Ist man darauf aber nicht angewiesen findet sich sicherlich eine Unterkunft.
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: biene22666 am 16.01.2011, 13:03 Uhr
Hallo Markus,

ganz still und leise habe ich heute Deinen Reisebericht verschlungen und bin
sehr beeindruckt, was Du und Deine Mutter erlebt habt.
Tolle Fotos und Erlebnisse, ich wünsche Dir, dass Du noch viele solche Reisen
mit Deiner Mutter erleben kannst.Einfach nur schön!

Lieber Gruß
Sabine
Titel: Re: Wo die wilden Bären wohnen - Alaska / Yukon im Juni und Juli 2010
Beitrag von: Salzgitter am 08.07.2015, 11:15 Uhr
Toller Bericht - hat mir sehr viel Spaß gemacht zu lesen...