"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017

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*BigDADDY

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #30 am: 06.07.2017, 11:09 Uhr »
Der Ort selber – wie die meisten isländischen Orte bisher – gibt nicht viel her (...)

Mh,

noch ein bisschen die Klimaveränderungen abwarten und es machen massenhaft Biergärten auf. - Vielleicht...
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*Anti

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #31 am: 06.07.2017, 11:25 Uhr »
Konntet ihr euch bei euren Unterkünften eigentlich immer selbst versorgen? Soll heißen: Einen Platz im Kühlschrank für Vorräte und Kochgelegenheit? Die Restaurantauswahl auf dem Land wird ja nicht beonders groß sein und teuer sowieso. Lebensmittel werden vermutlich allgemein nicht billig sein?

*lonewolf81

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #32 am: 06.07.2017, 11:56 Uhr »
Konntet ihr euch bei euren Unterkünften eigentlich immer selbst versorgen? Soll heißen: Einen Platz im Kühlschrank für Vorräte und Kochgelegenheit? Die Restaurantauswahl auf dem Land wird ja nicht beonders groß sein und teuer sowieso. Lebensmittel werden vermutlich allgemein nicht billig sein?

Lebensmittel und Restaurant sind deutlich teurer als bei uns, aber das wußten wir im Vorfeld. Wenn wir essen waren, haben wir im Schnitt für uns zwei etwa 50 bis 60 Euro bezahlt. Meistens ohne Vorspeise und Nachtisch. Eigentlich gibt es in fast jedem kleinen Kaff indem es eine Übernachtungsmöglichkeit gibt auch mindestens eine Möglichkeit dort einzukehren. Wir haben das aufgeteilt. Dort, wo wir über AirBnB waren haben wir auf eine Küche geachtet und dann abends selber gekocht, ansonsten sind wir ins Restaurant gegangen. Das ist recht problemlos, Island ist sehr kinderfreundlich. Es gibt überall Hochstühle, Wickeltische, etc.. und man hat uns gerne ein Gläschen für ihn warm gemacht. Für unterwegs haben wir entweder Brei und Fruchtpüree vorbereitet und in der Kühltasche dabei gehabt oder kleine Fruchtbeutel mit Flüssignahrung benutzt. Keiner von uns ist verhungert. :)

*Anti

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #33 am: 06.07.2017, 12:56 Uhr »
Ja, von der der Kinderfreundlichkeit der Nordeuropäer können und sollten wir uns hier mal eine Scheibe abschneiden.

*lonewolf81

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #34 am: 09.07.2017, 12:54 Uhr »
Tag 7 - Montag 08.05. – Reykjavik - Selfoss

Am Morgen verabschieden wir uns von Hildur und ihrer Familie bei der wir uns vier Tage lang sehr wohl gefühlt haben. In kleinen Schritten beginnen wir nun unsere Umrundung der Insel. Zuerst steht dabei die Vervollständigung des Goldenen Kreises an. Bei grauen Wolken und teils dichtem Nebel lassen wir Þingvellir links liegen und fahren bis zum Geothermalgebiet Geysir.


Die heutige Wetterlage unterwegs


Die heutige Wetterlage unterwegs


Dort wird die Sicht zumindest etwas besser und der einzige Nebel steigt aus den Erdlöchern und blubbernden Becken auf. In Geysir gibt es zum einen den großen Geysir – Namensgeber für alle Geysire auf der Welt und auch Taufpate des kleinen Ortes – der aber nur noch unregelmäßig ausbricht und als große Attraktion den Strokkur – Geysir, der alle paar Minuten mit schöner Regelmäßigkeit spektakulär ausbricht. So stellen wir uns zu allen anderen Touristen, die Kamera schussbereit in der Hand und warten bis das auf- und abschwellende Wasser den nächsten Ausbruch ankündigt.


Thermalfeld Geysir


Thermalfeld Geysir


Thermalfeld Geysir


Der große Geysir


Thermalfeld Geysir


So sieht das am Strokkur aus


Warten auf den Ausbruch


Strokkur


Strokkur


Strokkur


Strokkur


Nach ein paar Ausbrüchen haben wir genug und vor allem Simon langweilt das Warten vor einem leise köchelnden Wasserloch. Außerdem müffelt es dezent. Also zurück ins Auto und Weiterfahrt zum Gulfoss, dem bekanntesten Wasserfall Islands bei dem das Wasser laut donnernd über zwei Stufen und insgesamt 31 Meter in eine enge Schlucht stürzt. Simon ist vom Kinderwagen wenig angetan, so gehen wir eben beide abwechselnd zu den Aussichtspunkten. Ganz am Ende kommen sogar erste Sonnenstrahlen durch.


Auf dem Weg zum Gulfoss


Gulfoss


Gulfoss


Gulfoss


Gulfoss


Gulfoss


Die Weiterfahrt in Richtung Selfoss wird durch immer besser werdendes Wetter gekennzeichnet, am ehemaligen Bischofssitz Skálholt strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Skálholt ist längst nicht mehr so bedeutend wie im Mittelalter, aber die Skálholtsdómkirkja ist verhältnismäßig groß und hat tolle bunte Fenster, die ein schönes Farbenspiel ins Innere projizieren.


Das Wetter wird besser


Skálholt


Skálholtsdómkirkja


Skálholt mit Ruinen im Vordergrund


Wieder ist es dann Simon, der vorgibt, dass mit Besichtigen für heute Schluss ist. Also fahren wir nur noch die kurze Strecke nach Selfoss und nehmen im Kaffi Krús in Selfoss ein sehr frühes Abendessen ein – Pizza Eyjafjallajökull und Fish & Chips sind sehr lecker und zudem für einen fairen Preis zu haben. Simon bekommt das erste und für den Urlaub auch letzte Stück Pommes in seinem Leben.


Unsere nächste Übernachtung ist in Kálfholt, dort sind wir für zwei Tage auf einem Pferdehof (endlich Islandpferde) mit angeschlossenem Gästehaus – einsam gelegen, 15 Kilometer östlich von Selfoss und mit tollem Ausblick auf das weite Land. Nach der kurzen Begrüßung packen wir unseren müden Krieger nochmal in den Kinderwagen und gehen auf einen einstündigen sehr windigen und sonnenreichen Spaziergang. Dann folgt das Abendprogramm mit einer extra Portion Spielzeit nach der längeren Fahrt heute.


Islandpferde


Panoramablick vom Hof


Kálfholtskirkja


Spaziergang auf einsamen Straßen



*lonewolf81

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« Antwort #35 am: 11.07.2017, 18:36 Uhr »
Tag 8 - Dienstag 09.05. – Selfoss

Nachdem uns Simon gestern mehr oder weniger klar gemacht hat, dass es ihm etwas viel Fahrerei war, haben wir ihm für heute einen ruhigeren Tag versprochen. Also darf er nach dem Frühstück spielen und toben bis er müde ist. Dass er seit einigen Tagen zunehmend besser vom Sitzen in den Vierfüßlerstand kommt, hatten wir schon gemerkt – heute zeigt er uns, dass man sich mit abwechselnden Bewegungen nach links und rechts auf dem Hintern rutschend vorwärts bewegen kann.

Irgendwann ist er dann müde und wir packen ihn in den Kinderwagen und gehen gut anderthalb Stunden bei durch die Wolken lugender Sonne zwischen den einsamen Bauernhöfen spazieren. Den zahlreichen Islandpferden mit ihrer weichen Mähne begegnet er dabei mit gebührendem Respekt. Sind doch große Tiere.


Hallo Islandpferdchen


Weites Land


Spaziergang


Weites Land


Diese Pferde haben eine kleine Galoppshow für uns abgezogen


Diese Pferde haben eine kleine Galoppshow für uns abgezogen


Diese Pferde haben eine kleine Galoppshow für uns abgezogen


Diese Pferde haben eine kleine Galoppshow für uns abgezogen


Diese Pferde haben eine kleine Galoppshow für uns abgezogen


Auch Fohlen waren auf den Weiden


Nach dem Mittagessen machen wir dann trotzdem noch einen kleinen Ausflug und fahren Richtung Küste und zuerst nach Stokkseyri, einem verschlafenen Fischerdorf, dass mit einem Art Deco Leuchtturm und einer begehbaren Fischerhütte in der Dorfmitte aufwarten kann.


Stokkseyri Leuchtturm


Stokkseyri Fischerhütte


Stokkseyri Fischerhütte


Weiter an der Küste entlang fahren wir bis Þorlákshöfn, einer eher tristen Hafenstadt mit einer architektonisch interessanten Kirche. Für eine Strandwanderung ist es uns eindeutig zu windig. Da Simon weiter fleißig die Fahrt verschläft, fahren wir wieder zurück und stoppen in Eyrarbakki, ebenfalls einem verschlafenen Fischernest, dass seine frühere Bedeutung als Hafenstadt an Þorlákshöfn verloren hat. Die Stadt hat im Kern einige alte Häuser, teilweise wieder schön hergerichtet und verströmt den Charme vergangener Zeiten.


Þorlákshöfn Kirche


Þorlákshöfn Kirche


Þorlákshöfn Kirche


Þorlákshöfn Kirche


Þorlákshöfn Kirche


Þorlákshöfn


Küste bei Eyrarbakki


Eyrarbakki


Unsere kleine Tour für diesen Tag ist in Selfoss zu Ende und wir kehren wieder im Kaffi Krús ein – Burger und Pizza sind genauso gut wie gestern. Danach noch einkaufen und zurück zum Hof wo Barbara sich noch für einen einstündigen Ausritt auf einem sehr gemütlichen Islandpferd entscheidet. Matthias spielt derweil mit Simon, der uns erfreut zeigt, dass er gelernt hat in die Hände zu klatschen.



*Anti

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #36 am: 11.07.2017, 22:13 Uhr »
Die Erlebnisse mit eurem Sohn sind fast spannender zu lesen als der eigentliche Bericht  :wink:

Vor Pferden habe ich übrigens auch Respekt, nachdem mich eines als Kind mal gepackt hat und hochgehoben und ich nicht wusste, wie ich mich befreien sollte. Mit dabei war mein kleiner Bruder, der total Panik bekam und mir entsprechend auch keine Hilfe. Seitdem bin ich sehr zurückhaltend bei Pferden, die größer als ein Pony sind  :lol:

*lonewolf81

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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #37 am: 13.07.2017, 21:36 Uhr »
Tag 9 - Mittwoch 10.05. – Selfoss - Skógafoss

Der Morgen begrüßt uns – wie angesagt – mit starkem Regen und noch stärkerem Wind. Im Laufe des Tages soll sich das zu einem richtigen Sturm mit Böen über 120 km/h ausweiten. Na mal sehen. Wir gehen es langsam an, lassen Simon nach dem Frühstück noch spielen und haben angesichts des ungemütlichen Wetters keinen großen Drang aufzubrechen.


Typische Verkehrsschilder wenn es von der Hauptstraße abgeht


Schließlich tun wir es aber doch, denn es klart etwas auf und wird zumindest zeitweise trocken. Von der Ringstraße biegen wir ziemlich schnell auf die Straße ab, die zum Vulkan Hekla führt. Die Hekla zeigt sich nicht in voller Pracht, aber die Fahrt ist ganz nett und zeigt in der Ferne immer wieder schneebedeckte Berggipfel im Sonnenlicht. Auch schön den Übergang von fruchtbarem Farmland zu immer öderem Lavagestein unterwegs zu sehen.


Wetter auf dem Weg zur Hekla


Wetter auf dem Weg zur Hekla


Die Hekla


Die Hekla


Zurück auf der Ringstraße besuchen wir in Hvolsvöllur das Saga-Zentrum, ein kleines Museum das sich mit einer der bekanntesten isländischen Sagas beschäftigt. Die Njáls Saga aus dem 13. Jahrhundert beschreibt die Fehde zwischen zwei Familien in Süd-island und ist die längste isländiche Saga und wird inzwischen als Weltliteratur anerkannt. Inhaltlich erinnert es an Daily Soaps. Das Museum stellt die Saga dar und ordnet sie in die damaligen Lebensverhältnisse ein. Es ist ganz nett gemacht und Simon lässt sich breitwillig als kleiner Wikinger verkleiden.


Im Saga-Zentrum


Im Saga-Zentrum


Im Museum befindet sich auch die Tourist-Information und wir erfahren, dass die Ringstraße ab 14 Uhr ein Stück vor uns aufgrund des Sturms gesperrt werden wird und man legt uns nahe zügig loszufahren. Den Seljalandsfoss – und die vielen anderen Wasserfälle am Hang – bewundern wir nur von der Straße aus und auch das Informationszentrum zum in den Wolken verborgenen Eyjafallajökull lassen wir rechts liegen. Sollte das Wetter morgen besser werden, können wir nochmal dorthin.


An der Ringstraße entlang


Seljalandsfoss aus der Ferne


Doch so sind wir rechtzeitig am Hotel Skógafoss, direkt am gleichnamigen Wasserfall gelegen. Wir können schon einchecken und spielen erstmal auf dem Zimmer, bewegen uns dann noch zum Wasserfall Skógafoss durch den immer stärker werdenden Wind. Der ist beeindruckend, ein nebenan liegender kleinerer Wasserfall wird durch den Sturm sogar nach oben geblasen.


Skógafoss


Skógafoss


Skógafoss obere Kante


Blick ins Land hinein Richtung Meer


Der nach oben geblasene Wasserfall


Danach beratschlagen wir, was mit dem angefangenen Tag noch zu tun ist. In Skógar, dem kleinen Örtchen am Skógafoss gibt es noch das Skógar Museum, sehr bekannt und eine Mischung aus Heimat-, Freilicht- und Technikmuseum, zusammengetragen von einem leidenschaftlichen Sammler. Wir nutzen das schlechte Wetter und schauen uns zumindest die innen liegenden Teile an, die viele – fast zuviele – Gegenstände aus dem Island der früheren Jahre zeigen. Herzstück der Sammlung ist dabei ein großes Fischerboot aus dem 19. Jahrhundert. Da die Tickets auch morgen noch gelten verzichten wir auf das Außengelände und begeben uns zurück im Hotel. Im zugehörigen Restaurant erfreuen wir uns an Lamm und Seesaibling (Arctic Char – die hiesige Fischspezialität), beobachten wie draußen zwei Unentwegte ihr Zelt aufbauen und hoffen, dass das Wetter morgen besser wird und die Straßen wieder offen sind. Sonst müssen wir eben umplanen.


Skógar Museum


Skógar Museum


Skógar Museum


Skógar Museum


Skógar Museum


Skógar Museum



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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #38 am: 13.07.2017, 21:39 Uhr »
Mh,

ja, mit "weites Land" triffst Du den Punkt!
Selbst in den Klamotten ist keiner mehr, unglaublich, wo sind die alle? - Gibt's irgendwo Freibier?
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*lonewolf81

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« Antwort #39 am: 15.07.2017, 19:58 Uhr »
Tag 10 - Donnerstag 11.05. – Skógafoss - Kirkjubæjarklaustur

Gegen Morgen hat der Sturm ein wenig nachgelassen, es ist auch trocken und die Straßen sind zumindest wieder offen. Trotzdem ist es noch sehr windig. Nach dem Aufstehen und dem Frühstücken im Hotel beschließen wir zuerst zum Seljalandsfoss zurückzufahren. Unterwegs halten wir diesmal auch für kleine Felshütten, Wasserfälle und tolle Blicke auf den berüchtigten Eyjafallajökull. Das sieht doch schon viel besser aus gestern.


Skógafoss mit Bergen


Kleine Hütten im Fels


Die Sicht wird besser


Eyjafallajökull


On the road


Am Seljalandsfoss gibt es die Besonderheit, dass man auf einem Rundweg hinter dem Fall hergehen kann. Eine kalte und nasse, aber auf jeden Fall lohnenswerte Angelegenheit. Neben dem Seljalandsfoss geht es an der Steilwand einen kleinen Weg entlang zu weiteren Fällen, ganz am Ende der Gljúfurárfoss der sich in einem kleinen Canyon versteckt und sich nicht in voller Pracht präsentieren möchte. Am Ende kommt sogar die Sonne heraus und Simon gefallen die Wasserfälle auch.


Seljalandsfoss


Seljalandsfoss


Seljalandsfoss


Seljalandsfoss


Seljalandsfoss


Die Wand der Wasserfälle


Gljúfurárfoss


Gljúfurárfoss


Gljúfurárfoss


Danach geht es wieder in die eigentliche Richtung nach Osten bis zum Skógafoss, dort gehen wir noch einmal zum Museum und nehmen den Außenteil mit alten Häusern und Holzhütten noch mit. Die Tickets gelten zum Glück für beide Tage. In der angeschlossenen Cafeteria machen wir dann eine kleine Pause bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel nach Kirkjubæjarklaustur machen. Der Ort wird in Kurzform nur Klaustur genannt, das behalte ich der Einfachheit halber bei.


Skógar Museum


Skógar Museum


Skógar Museum


Skógar Museum


Zuvor biegen wir jedoch kurz vor Vik auf eine Nebenstraße zur Halbinsel Dyrhólaey ab, bekannt für seinen tollen Blick über die Nehrung bis zu den Felsnadeln von Vik und den Dyrhólaey Arch. In der Tat, es gibt eine Aussicht, aber dafür muss man festen Stand beweisen, denn der Wind bläst dort oben so kräftig, dass man echte Standprobleme hat. Am Ende des Tages lesen wir von Böen weit über 100 km/h.


Dyrhólaey Arch Aussichtspunkt


Dyrhólaey Arch Aussichtspunkt


In Vik selber tanken wir den Wagen nochmal auf – auch das bei Sturm in Orkanstärke ein Abenteuer, wenn die Kraft nicht ausreicht um die Autotür zu öffnen – und werfen einen kurzen Blick aus dem Auto auf den schwarzen Strand und die Felsnadeln. Der Legende nach handelt es sich dabei um versteinerte Trolle.


Kirche von Vik


Der schwarze Strand von Vik


Die weitere Fahrt bis Klaustur – knapp 70 Kilometer – ist überwiegend öde, da es durch völlig unbewohnte Landstriche geht. Zuerst 50 Kilometer durch eine Sandwüste, die zum Glück weitestgehend bepflanzt ist, so kommen wir um ein sandgestrahltes Auto herum. Danach geht es durch das Lavafeld Eldhraun, das dafür bekannt ist, dass die Lava überwiegend mit Moos bewachsen ist. Das sieht schon wieder netter aus und der Wind lässt auch ein wenig nach und im Hintergrund kann man die ersten Berge und Gletscher des Vatnajökull Nationalparks erahnen.


Lavafeld Eldhraun


Lavafeld Eldhraun


Blick Richtung Vatnajökull Nationalpark


Klaustur selber ist ein verschlafenes Nest mit 150 Einwohnern, wir sind im Guesthouse Bjork untergebracht und sind gegen 15 Uhr da. Simon darf jetzt ausgiebig spielen und wir unterhalten uns mit den anderen Gästen, die gestern teilweise durch die Straßensperrungen umplanen mussten. Dabei erfahren wir vom Fjaðrárgljúfur, einem Canyon der kurz vor Klaustur liegt und bei uns im Reiseführer nicht erwähnt wird. Da es trocken ist beschließen wir vor dem Abendessen noch dahin zu fahren und das hat sich definitiv gelohnt. Wir wandern eine knappe Stunde am Canyon entlang und genießen die tollen Blicke in den Canyon, der bis zu 100 Meter tief ist.


Fjaðrárgljúfur


Fjaðrárgljúfur


Fjaðrárgljúfur


Fjaðrárgljúfur


Fjaðrárgljúfur


Auf dem Rückweg nehmen wir auch noch den örtlichen Wasserfall mit, den Systrafoss, bei dem das Wasser in vielen kleinen Kaskaden fast gemächlich zu Boden stürzt. Abendessen gibt es im Systrakaffi – Burger und Pizza, unspektakulär. Ein Blick auf den Wetterbericht heißt nichts Gutes, eigentlich wollten wir morgen nach Skaftafell fahren, aber es sind Windböen bis über 150 km/h angekündigt und man rechnet damit, dass die Ringstrasse ab morgens wieder gesperrt wird. Nun denn, wir harren der Dinge die da kommen und wenn es allzu schlecht wird gehen wir eben ins Schwimmbad.


Systrafoss



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Antw:"Mit Baby um die Insel" - Island im Mai 2017
« Antwort #40 am: 16.07.2017, 09:50 Uhr »
Mh,

irgendwie lese ich manchmal zwischen den Zeilen, dass Ihr vom Wetter nicht so begeistert ward...
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*lonewolf81

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« Antwort #41 am: 16.07.2017, 10:09 Uhr »
Mh,

irgendwie lese ich manchmal zwischen den Zeilen, dass Ihr vom Wetter nicht so begeistert ward...

Da man das Wetter nicht ändern kann, muss man es sowieso so nehmen wie es kommt und das Beste daraus machen. Aber ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass wir auf den Sturm und Regen auch hätten verzichten können. Es wird aber auch noch wieder besser. Das Kind erweist sich bei schlechtem Wetter übrigens als echter Vorteil, da man dann eine sehr schöne Beschäftigung hat. Und die meisten Guesthouses und Co. haben schön große Aufenthaltsräume.

*Anti

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« Antwort #42 am: 16.07.2017, 21:58 Uhr »
Dass der Wasserfall eurem Sohn Spaß gemacht hat, glaube ich sehr gerne. Aber trocken bleibt man doch bestimmt nicht, wenn man den Weg hinter den Fällen lang geht? Ich stelle mir das Wasser recht "erfrischend" vor - naja, eher eisig  :wink:

*lonewolf81

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« Antwort #43 am: 17.07.2017, 08:06 Uhr »
Man musste ein bißchen auf den Wind achten, dann gab es zwei Abschnitte in denen einen die Gischt traf. Und ja, zusammen mit dem Wind war das gefühlt knapp über dem Gefrierpunkt. Aber mit Regenhose und Regenjacke machbar, war man dann einmal direkt hinter dem Wasserfall in der Höhle war es trocken. Dort haben wir Simon übrigens auch nicht mitgenommen, sondern sind nacheinander hinter den Wasserfall gegangen, der andere hat am Auto gewartet.

*lonewolf81

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« Antwort #44 am: 18.07.2017, 19:18 Uhr »
Tag 11 - Freitag 12.05. – Kirkjubæjarklaustur

Es kommt in Teilen wie angekündigt, die Ringstraße ist ab morgens bis in den späten Nachmittag im Südosten in weiten Teilen gesperrt und auch hier pfeifft es ganz ordentlich ums Haus. Das Frühstück ist als Start in den Tag sehr gut, denn Valur, der Inhaber des Guesthouses, macht frische Pancakes und so sitzen alle gemütlich zusammen. Viel Fahrerei wollen wir bei dem Wetter nicht machen, also darf Simon erstmal spielen. Nach einer unruhigen Nacht für ihn genau das Richtige.

Solange es trocken ist wollen wir aber ein bißchen noch raus und als Simon schlafen soll fahren wir zuerst die Nebenstraße etwas weiter, die zum Guesthouse geführt hat. Die Landschaft verändert sich von Farmland zu zunehmend karger werdender Lavalandschaft. Als aber ordentlich Sand über die Straße geblasen wird drehen wir lieber um, einen sandgestrahlten Mietwagen wollen wir auch heute nicht haben.


Die Wetterlage


Zurück Richtung Ort klappern wir die Sehenswürdigkeiten von Klaustur ab. Zuerst geht es zu Kirkjugólf, einer willkürlich auf der Wiese vorzufindenden Fläche mit Basaltstelen, die aussehen als würde es sich um einen Kirchenboden handeln. Auf der Straße dorthin nehmen wir auch noch zwei kleine Wasserfälle mit.


Kirkjugólf


Kirkjugólf


Wasserfall I


Wasserfall II


Anschließend statten wir der echten Kirche von Klaustur einen Besuch ab, diese ist wie inzwischen gewohnt verschlossen und von moderner Art. Zu guter Letzt fahren wir dann nochmal zum Systrafoss und wagen nacheinander den Aufstieg zum Beginn des Falles und zum See Systravatn. Dort oben bläst es richtig – das wäre nichts für Simon gewesen – aber die Aussicht kann begeistern. Zum See gibt es noch die Geschichte, dass es zur Zeit eines früheren Nonnenklosters ein beliebter Badeort für die Nonnen war bis eines Tag eine Hand mit Gold aus dem Wasser ragte, zwei Nonnen gierig danach griffen und in den See gezogen wurden.


Kirche von Klaustur


Kirche von Klaustur


Hochebene oberhalb des Systrafoss - Blick über Ort und Land


Hochebene oberhalb des Systrafoss - Blick über Ort und Land


Auf der Hochebene


Der Systravatn


Danach geht es zurück zur Unterkunft, Simon kriegt sein Mittagessen und freundet sich danach mit dem zweijährigen Henry aus Kansas City, Missouri an. Im Detail sieht das so aus, dass sich beide gegenseitig das Spielzeug wegnehmen. Aber es macht beiden Spaß und so kann man den Nachmittag auch verbringen, denn es wird zunehmend stürmischer und regnerischer und das Wetter wird so schlecht, dass selbst ein Schwimmbadbesuch uns nicht mehr begeistern kann.

Wir spielen also im großen Wohnzimmer, gehen gegen Abend wieder ins Systrakaffi zu Burger und Fish & Chips und hoffen, dass es morgen besser wird. Die Vorhersage ist gut, aber wie meinte Valur beim Frühstück: „Die Vorhersage ist in Island immer zu 100% richtig, nur leider hält sich das Wetter nicht dran.“