Mich wundert es, wie wenig man hier in Deutschland derzeit von Kritik US-amerikanischer Prominenter an der aktuellen US-Regierung hört. Gerade weil Stimmen aus den USA sonst oft schnell aufgegriffen werden, fällt diese Zurückhaltung auf. Ein Blick zurück auf die Amtszeit von George W. Bush macht den Unterschied besonders deutlich. Damals äußerten sich viele bekannte Künstler sehr offen und deutlich. Der Dokumentarfilmer Michael Moore griff Bush immer wieder scharf an, vor allem wegen des Irakkriegs, und seine Aussagen waren regelmäßig Thema in deutschen Medien. Die Sängerin Pink veröffentlichte 2006 den Song Dear Mr. President, eine direkte Abrechnung mit Bush und das äußerst unverblümt usw.
Solche Beispiele gab es damals zahlreich, und deutsche Medien griffen sie gerne auf. Kritik aus Hollywood oder der Musikszene wurde fast automatisch weiterverbreitet und als Beleg dafür genommen, dass selbst in den USA Widerstand gegen die eigene Regierung existierte.
Heute wirkt das anders. Entweder äußern sich US-Prominente weniger deutlich, oder ihre Kritik findet hier kaum noch Beachtung. Das ist überraschend, denn sonst veröffentlichen deutsche Medien sehr gerne kritische Stimmen aus den USA. Genau dieser Umstand lässt mich ein wenig ratlos zurück.
Vielleicht unterschätzen wir die Unterstützung für Trump auch einmal mehr. Der einfache Bürger sieht die Billionen, die angeblich die Zollpolitik eingebracht hat, er sieht die vielen Ausweisungen von Migranten, er sieht das die USA wieder durchgreifen, eine "harte Hand", Kosten für die Ukraine die komplett auf die EU geschoben wurden... Kann mir schon vorstellen das der ein oder andere "America first" eher positiv bewertet. Um ehrlich zu sein sind wir hierzulande an einem Punkt wo sowas auch nicht mehr komplett unvorstellbar wäre in Deutschland. Von daher ist das alles schwer einzuschätzen was die Zukunft betrifft. Und man darf nicht vergessen, dieser Trump wurde tatsächlich 2x gewählt!! Und das nach dem Capitol Sturm. Eigentlich ist das alein schon unfassbar.