"""Und mich wundert es sehr stark das dieser Umstand, nämlich die Abkehr von treuen und traditionellen Verbündeten der USA in der westlichen Welt mit gemeinsamen demokratischen Strukturen und Werten, so ganz ohne deutlich spürbaren Wiederstand von den US Bürgern hingenommen wird."""
Das wundert mich auch. Aber ich glaube, die meisten Amerikaner denken gar nicht so weit. Für sie gilt einzig und ausschließlich, was die Eier oder Steaks morgen im Supermarkt kosten. Klar, auch in Deutschland ist das für viele das Wichtigste. Aber die Amerikaner werden ein böses Erwachen haben, wenn sie sich weiter so isolieren. (Habt Ihr gelesen, dass Amerika aus über 60 internationalen Organisationen ausgetreten ist????)
In meinen Gesprächen mit konservativen verwandtschaftlichen Kreisen wurde in der Vergangenheit stets beklagt, dass US „überall“ aktiv sei, die „Welt retten würde“ und all dies von den Menschen der USA bezahlt würde. Von MAGA, America First und DT wurde das aufgenommen, so dass für mich vor allem die erste Wahl von DT nicht überraschend kam. Viele dieser Wähler interessieren sich tatsächlich lediglich für das eigene Wohlergehen, welches natürlich auch durch die Inflation beeinflusst wird; man denke nur an die Diskussion dort um die Benzinpreise bereits vor Jahren.
Und natürlich hat DT einen Punkt, dass Europa und wir sich recht gut mit dem „Weltpolizisten“ arrangiert hat und auch ganz bei der Verteidigung gespart hat; er ist auch nicht der erste Präsident, der dies ansprach.
Also hat DT versprochen das er alle Kriege der Demokraten beendet, die Mittel der unnützen UN reduziert, die Kosten fürs Klima reduziert, die Inflation eindämmt, seinem (!) Volk von Amerika halt ein besseres Leben verschafft, alle Migranten rauswirft und so weiter. Daneben soll noch etwas für seine Unterstützer abfallen und er den Friedensnobelpreis bekommen.
Inzwischen haben auch seine Unterstützer gemerkt, dass dies nicht ganz so einfach ist, manches auch vielleicht nicht wirklich geplant oder gut durchdacht war.
Von daher könnten die militärischen Einsätze wegen der Kosten bzw. Verlusten für die „Bewegung“ ebenso gefährlich werden, wie mangelnde Erfolge in Wirtschaftsfragen, hier ist insbesondere die Inflation zu nennen. Bei den Ereignissen wie in Minneapolis bin ich skeptischer.
Mit der Strategie ständig eine neue „Sau durchs Dorf zu treiben“, stets neue Schlagzeilen zu produzieren - man denke nur an die Hotelanlagen am Gazastrand, die Beendigung unzähliger Kriege -, aussenpolitisch vom Iran nach Gaza und weiter nach Venezuela und Grönland zu hüpfen, verändert man stets die Aufmerksamkeitsfelder.
Doch wie in Deutschland, fragen sich seine Wählerschichten irgendwann auch, was habe ICH davon. Und irgendwann gibt es auch keine Ausreden mehr, das das der Vorgänger alles verschuldet hat und das „Aufräumen“ noch etwa dauert und die Ablenkungen ermüden nur noch.
Noch sind jedoch die meisten seiner Unterstützer allerdings vor dem Kipppunkt. Dies ist in meinen Diskussionen klar zu spüren, obwohl die Stimmen deutlicher werden und fordern, das DT sich um das Inland kümmern sollte. Man muss bei der Reaktionszeit auch bedenken, welche Kommunikationskanäle diese Anhänger nutzen, woher sie ihre Infos beziehen, denn diese sind noch voll auf Linie.
Europa müsste sich besser vernetzen, damit wir die geregelte Weltordnung als Basis unseres Wohlstandes nicht komplett an eine Machtpolitik verlieren. Wir haben mit 450 Millionen eine große wirtschaftliche Macht, welche eigentlich weder die kommerziellen Techkonzerne noch die Außenpolitik (Grönland, Zölle usw.) ignorieren können.