Es freut mich, dass es trotz der schlechten Wettervorhersage ein paar Mitreisende gibt.
Die Vorgeschichte:Bei zwei Reisen entlang der Garden Route in den Jahren 2006 und 2008 hatten wir Südafrika kennen und lieben gelernt und wollten nun endlich auch den Krügerpark besuchen. Bisher hatten wir dies wegen der vielen Stunden, die wir im Auto verbringen würden und der notwendigen Malariaprophylaxe aufgeschoben, bis die Kinder etwas älter waren. Nun, mit 11 und 13 Jahren waren sie unserer Meinung nach reif und fit genug für solch eine Reise und im Frühjahr 2012 habe ich Flüge nach Johannesburg gebucht. Die Detailplanung war dann angesichts der Fülle an Möglichkeiten und Informationen nicht ganz einfach. Nach einigem hin- und her und intensivem Familienrat stellte sich raus, dass zwei Wochen Tiere anschauen doch nicht so ganz den Urlaubsvorstellungen aller Familienmitglieder entsprach und wir lieber noch ein paar Tage Badeurlaub anhängen wollten. Daraus wurde dann folgende Route:
Johannesburg (1 ÜN) - Phalaborwa (2 ÜN) - Mopani (Krüger (2 ÜN)) - Skukuza (Krüger (2 ÜN)) - St. Lucia (5 ÜN) - Durban (1 ÜN), von dort Flug über Johannesburg zurück nach Deutschland.
Geflogen sind wir von Hannover nach Paris mit Air France Regional und von Paris nach Johannesburg mit Air France. Die Strecke Durban - Johannesburg wurde auf einem separat gebuchten Ticket von SAA geflogen.
19.10. 2012 FreitagDer Vormittag läuft ganz normal ab, die Kinder sind in der Schule, mein Mann im Büro und ich treffe die letzten Reisevorbereitungen und mache das Haus urlaubklar. Am Nachmittag trudeln dann alle Zuhause ein und nach einer letzten Tasse Tee geht es um 17.30 Uhr mit unserem zuverlässigen Fahrdienst zum Flughafen, wo wir uns noch einmal bei McDonalds stärken und um 20.25 Uhr die Embraer der Air France Regional besteigen, um nach Roissy zu fliegen.
Der Flug dauert nur eine gute Stunde und wir landen pünktlich in Paris. Wir haben 1h50 Minuten zum Umsteigen, die wir auch dringend benötigen. Die Ausschilderung am Flughafen ist eine einzige Katastrophe und wir haben Mühe unser Anschlussgate zu finden. Kaum sind wir am Gate beginnt auch schon das Boarding.
Wir fliegen zum ersten Mal A380 und sind alle gespannt auf den großen Vogel. Unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht, im Vergleich zu anderen Flügen ist der Sitzabstand recht großzügig, die Sitze sehr bequem und die Maschine ist innen extrem leise. Insgesamt wird es ein sehr angenehmer und ruhiger Nachtflug. Es gibt keine unangenehmen Mitreisenden, alle sind sehr leise, alle Lichter sind aus, so dass wir gut schlafen können und entspannt nach nur 09:55 h Flugzeit um 09.25 Uhr in Johannesburg landen.
20.10. 2012 SamstagDa wir relativ weit vorne sitzen, kommen wir schnell raus und sind entsprechend schnell an der Immigration, die hier ganz relaxt vonstattengeht. Keine Fotos, keine Fingerabdrücke, wenige Fragen. Nach ein paar Minuten sind wir durch und können unser Gepäck holen, das nicht lange auf sich warten lässt. Die Mietwagenschalter befinden sich in einem Nebengebäude des Terminals und sind leicht zu finden. Bei Hertz sind wir die einzigen Kunden und können nach Erledigung der üblichen Formalitäten schnell unseren Wagenschlüssel in Empfang nehmen. Wir haben einen SUV gebucht und erwarten einen KIA Sportage. Die Auswahl an Mietwagen ist in Südafrika viel geringer als in den USA und eine Choice Line gibt es auch nicht. Wie erwartet bekommen wir einen KIA, er hat schon 50.000 km auf dem Buckel, ist aber gut in Schuss und wird uns über die gesamte Reise nicht im Stich lassen. Wie bereits beim letzten Mal ist das Verstauen des Gepäcks Millimeterarbeit, 2 Hartschalen und zwei Reisetaschen gehen gerade so in den Kofferraum, zwei Tagesrucksäcke legen wir oben auf, dann ist der Kofferraum bis unters Dach voll. Die Kinder müssen ihre Rucksäcke auf dem Rücksitz unterbringen.
Da wir das Navi bereits zuhause programmiert haben, kann die Fahrt sofort losgehen. Der Linksverkehr ist wie immer am ersten Tag eine Herausforderung. Bis zum ersten Kreisverkehr meistern wir sie gut, aber am Kreisverkehr kommen wir etwas in grübeln. Normalerweise orientieren wir uns immer daran, was die anderen Autofahrer machen, aber hier ist niemand weit und breit. Also erst einmal stehenbleiben und nachdenken. Dann kommt hinter uns ein Auto und wir müssen weiter. Anscheinend haben wir alles richtig gemacht, der Fahrer hinter uns fährt genauso wie wir durch den Kreisel.
Unser Hotel ist nicht weit vom Flughafen entfernt, und so erreichen wir nach einer knappen 1/4h unser Ziel, das African Footprints Guesthouse in Kempton Park. Ich hatte mich für dieser Guesthouse entschieden, da wir nach dem langen Flug nicht weit fahren wollten und es außerdem in Fahrtrichtung unseres nächsten Zieles lag. Die Kritiken bei booking.com waren durchwachsen, aber auf der Website machten sie Zimmer einen ordentlichen Eindruck und da wir immer zwei Zimmer benötigen, spielt der Preis ja auch eine gewisse Rolle.
http://www.airportaccommodation.co.za/Rooms.aspxLange Rede, kurzer Sinn, es war ein sehr einfaches Guesthouse, in dem wir uns nicht unbedingt wohlgefühlt haben. Es war ok für eine Nacht, mehr aber auch nicht. Die Zimmer waren dunkel und ungemütlich und man hatte die ganze Zeit ein unbehagliches Gefühl. Das schlechte Wetter tat ein Übriges. Bereits Tage vor dem Abflug hatte ich mit wachsender Panik die Wettervorhersagen für Südafrika angeguckt. Regen, Regen, Regen und nochmals Regen an allen unseren Zielen. Da jedoch nicht sein kann, was nicht sein darf, habe ich keine Regenjacken eingepackt, dafür aber reichlich Hochsommerkleidung. Ein Fehler, wie sich noch rausstellen sollte.
Die Regentropfen in Johannesburg waren übrigens äußerst beeindruckend, ich habe noch nie so dicke Tropfen gesehen. Deutlich sichtbar fielen da etwa murmelgroße Tropfen vom Himmel, ein sehr merkwürdiger, aber auch faszinierender Anblick, jedenfalls wenn man geschützt auf dem Balkon stand und nicht unmittelbar nass geregnet wurde.
Nachdem wir uns ein bisschen ausgeruht und frisch gemacht hatten, setzten Hunger und Entdeckergeist ein. Bevor wir aber auf Erkundungstour gehen konnten, mussten wir erst einmal zur Hertzstation am Flughafen zurück. Im Trubel der Ankunft hatten wir vergessen, uns einen Letter of Authority für die Einreise nach Swaziland ausstellen zu lassen. Dieser wird für die Einreise mit einem Mietwagen unbedingt benötigt, heißt es in den Unterlagen…..
Also fuhren wir erst einmal zum Flughafen zurück, besorgten besagtes Stück Papier und suchten uns dann ein Restaurant. Mangels netterer Alternativen landeten wir bei Spur
http://www.spur.co.za/ , einer Restaurantkette ähnlich Denny's in den USA, nur mit viel, viel besserer Qualität. Nachdem wir uns sattgegessen hatten, haben wir im nahegelegenen SuperSpar die ersten Einkäufe erledigt und sind dann zurück ins Hotel, wo wir einen gemütlichen Fernsehabend mit alten James Bond Filmen eingelegt haben.