So., 27.5.Frühstück gibt es von 7:30 bis 9:00 Uhr. Da wir Frühaufsteher sind, gehen wir gleich um 7:30 zum Frühstück. Neben der halboffenen Küche steht der Frühstückstisch. 3 andere Gäste sitzen bereits dort und Catherine fordert uns auf, ebenfalls an dem Tisch Platz zu nehmen. Wir bekommen von ihr einen Toast ganz anderer Art angeboten. Es ist ein warmer "Doppeldecker Toast", belegt mit Früchten (Erdbeeren, Bananen, Heidelbeeren) und Cream Cheese
Er schmeckt etwas eigenwillig, aber für mich als bekennendes Süßmaul gerade richtig. Petra probiert bei mir nur ein kleines Stück und freut sich schon auf die riesige Portion Rühreier mit Speck, die Catherine gerade in der Pfanne brutzelt.
Nach dem Frühstück beladen wir unseren Trailblazer und fahren auf der SR 12 ein Stück in Richtung Norden. Nach etwa 6 Meilen biegen wir links auf einen Feldweg ein und folgen ihm für etwa 2 Meilen an den Canyon-Rand des Escalante River. Dort stehen für uns völlig überraschend einige Wagen und sogar einige Zelte. Wie wir später erfahren, starten ab hier Wanderer und Kletterer runter in den Canyon. Wir stellen unseren Wagen dazu, packen unsere Fotoausrüstung und hoffen auf gute Motive entlang des Canyons.
Die Blicke in den Canyon sind nett, mehr auch nicht. Wenigstens können uns ein paar Pflänzchen aufheitern. Etwas enttäuscht treten wir nach ca. 2 km one way den Rückweg an.
Zurück am Highway 12 fahren wir ca. 2 Meilen weiter nördlich zu einem Vista Point, dem Heart of the Rocks.
Es ist bereits 11 Uhr und am Aussichtspunkt scheint uns die Sonne direkt ins Gesicht. Keine guten Voraussetzungen für ein schönes Foto, aber man kann den Urlaub nicht nach dem Sonnenstand planen. Ich schieße ein paar Fotos und dann machen wir uns auf den Weg zur Hole in the Rock Road (HITRR).
Wir wollen zum Broken Bow Arch laufen und dazu müssen wir zuerst 42 Meilen auf der HITRR hinter uns bringen, was gleichzeitig 42 Meilen Rüttelpiste bedeutet. Vor Jahren waren wir hier mit einem Wohnmobil unterwegs und das Fahren auf dem Washboard war grausam, ganz im Gegensatz zu unserem diesjährigen SUV. Wir bringen ihn auf gut 40 mi/h und fliegen sozusagen über die Bodenwellen. Allerdings ist in Kurven Vorsicht geboten, denn der Trailblazer verhält sich auf dem Washboard sehr unwillig und bricht mit dem Heck schnell aus. Landschaftlich hat die HITRR kaum etwas zu bieten. Rechts und links der Straße ist Weideland, also Open Range, was man an den häufig auf der Straße stehenden Kühen sehen kann. Besonders wenn die Rindviecher unerwartet hinter einer Kurve oder einem Hügel auftauchen, ist dies sehr unangenehm und mit einer Vollbremsung verbunden, was auf dem welligen Untergrund nicht so einfach ist. Aber man ist ja lernfähig und an solchen Passagen beim nächsten Mal vorsichtiger.
Dann kommt endlich der ersehnte Abzweig und es sind noch einmal 1,1 Meilen bis zu einem kleinen Parkplatz. Ups, alle Parkplätze sind voll. Ein Amerikaner kommt zu uns an den Wagen und sagt, dass er in wenigen Minuten wegfährt. Nett von ihm. Bevor wir uns auf den Weg machen, gibt's erst ein Schinken-Käse Sandwich. Am Auto ist uns das Essen sowieso lieber, denn jetzt ist es aus der Kühlbox noch frisch. Nach einer Stunde im Rucksack wäre das Sandwich wegen der Hitze wohl weniger genießbar.
Gegen 1 Uhr schultern wir unsere Rucksäcke und steigen den sehr sandigen Weg zum Gulch hinunter. Dabei kommen wir an diesem schönen Hoodoo Exemplar vorbei.
Abstieg in den Seitencanyon
Noch befinden wir uns in einem trockenen Seitencanyon vom Willow Gulch. Der Untergrund wechselt und ist mal sandig, kiesig und mal fest. Nach einigen hundert Metern erreichen wir den Willow Gulch und halten uns links. Der Untergrund ist hier feucht und die Vegetation üppiger. Kurz darauf ist der Boden nicht nur feucht, sondern es fließt tatsächlich ein kleines Bächlein. Dieses queren wir mehrmals, mal hüpfend wenn es schmal ist, oder waten durch wenn es breiter ist.
An einigen Stellen haben sich kleine Seen gebildet, die man umgehen muss. Auf einem Zwischenstück kann man den Bachlauf für einige hundert Meter verlassen und über einen Trampelpfad ein paar Schleifen abkürzen, was wir auch machen. Nach etwa 3,5 km sehen wir den Broken Bow Arch. Der eigentliche Weg hierher war nun nichts besonderes, der Broken Bow Arch hingegen schon. Petra bleibt vorerst im Schatten auf einem Baumstamm sitzen, während ich dem Arch mit der Kamera näher auf die Pelle rücke. Ich gehe einen kleinen Hügel hinauf und fotografiere den riesigen Arch frontal.
Dann steige ich den Hügel wieder hinab und stelle mein Stativ an einer trockenen Stelle im Bachbett auf.
Zu guter letzt noch aus dem Wash direkt hoch zum Arch, aber aus dieser Position kommt der Steinbogen gar nicht zur Geltung. Nach meiner Fotoorgie gehe ich zu Petra zurück, die gut erholt auch einige Fotos geschossen hat.
Wir gehen den gleichen Weg zurück, allerdings sind mehr Pausen nötig, denn Petra bekommt Probleme mit der Hitze. Zum Glück haben wir genügend Wasser dabei. Zusätzlich tauche ich eine Baseball Kappe in den kleinen Bach und setze sie Petra auf. Das kühlt zumindest eine Zeitlang den Kopf. Im Seitencanyon übernehme ich Petras Rucksack, damit es für sie etwas leichter ist. Der schwierigste Teil liegt aber noch vor uns, der Ausstieg aus dem Canyon. Allein schon der tiefe Sand ist beim Aufstieg unangenehm, doch heute kommen die Temperaturen von deutlich über 30 Grad hinzu und Null Schatten. Bei jedem Schritt rutschen wir im Sand einen halben Schritt wieder zurück. Petra trinkt noch häufiger und kühlt Kopf und Nacken. Langsam aber stetig kommen wir voran. Nach insgesamt 4 Stunden erreichen wir wieder unseren Wagen und somit kalte Getränke und Schatten.
Schnell kehren die Lebensgeister zurück und wir fliegen auf der HITRR wieder Richtung Highway 12. Schon bald ist dank der Klimaanlage der Innenraum sowie auch Petra auf Normaltemperatur. Unser nächster Stopp ist Devils Garden, wo wir Grillen und den Sonnenuntergang fotografieren wollen. Kurz vor unserem Ziel geraten wir in einen Viehtrieb. Einer der Cowboys meint zwar, wir sollen durch die Herde fahren, doch das haben die Rindviecher leider nicht gehört. Die machen gar keine Anstalten uns aus dem Weg zu gehen. Klasse fanden wir das kleine Kerlchen auf dem großen Pferd. Nicht nur dass er gut reiten kann, sondern er treibt auch die Nachzügler an oder geht mit seinem Pferd dazwischen, wenn sich zwei Kühe uneins sind. Dabei schätzen wir den Knirps vielleicht auf 5 oder 6 Jahre.
So schleichen wir eine zeitlang dem Tross hinterher, bis sich endlich eine Lücke auftut. Zügig, aber immer bremsbereit geht’s durch die Herde. Zum Glück sind wir das erste Fahrzeug hinter den Viechern, denn jetzt mit freier Fahrt schlucken die hinter uns fahrenden Autos unseren Staub.
Am Devils Garden stellen wir den Wagen ab und suchen uns einen schönen Picknickplatz mit Grill. Schnell ist die Holzkohle eingefüllt und angezündet. Während ich die Steaks brutzle, hat sich Petra unter einem kleinen Baum mit einer Eidechse angefreundet. Nicht nur Petra findet das interessant, nein auch der Eidechse muss es gefallen haben, denn beide verbringen fast 15 Minuten miteinander. Die kleine Eidechse hat sich zwischendurch ein oder zwei Fliegen geschnappt und nach meinem Ruf "Steaks sind fertig", bekommt auch Petras Magen Beschäftigung.
Nach dem Essen verstauen wir wieder alles im Auto, schnappen uns die Kameras und gehen getrennt auf Motivsuche. Für die vielen Motive vergeht der Sonnenuntergang eigentlich viel zu schnell.
Am Metate Arch springen einige Kiddies um den Steinbogen herum und die Eltern latschen auch noch durchs Bild. Da geht wertvolle Zeit durch Warten verloren. Was soll's. Soll man sich im Urlaub aufregen
Um kurz nach 8 Uhr ist der Zauber vorbei.
Petra und ich treffen uns zufällig und gehen gemeinsam zum Auto. Bis zu Highway sind es nur 11 Meilen und auf der SR 12 geht‘s nach Escalante zu unserem B&B zum Duschen, Fotos sichern und Reiseberichtnotizen schreiben.
Gefahrene Meilen: 103
Übernachtung: Rainbow Country B&B, 79 $ + Tax