Call of the wild - Yukon und Alaska

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*partybombe

  • Platin Member
  • Registriert: 27.03.2008
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Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #60 am: 23.04.2019, 11:08 Uhr »
Fein die Begegnung mit den Bären, blöd der bedeckte Himmel, hoffnungsvoll die Wolkenlücken

*finge42

  • Bronze Member
  • Registriert: 07.09.2011
  • 242
Antw:Call of the wild - Yukon und Alaska
« Antwort #61 am: 08.05.2019, 19:20 Uhr »
19. Tag: 30.08.2018      

„Eine andere Welt hatte ihn aufgenommen, eine Welt von Schweigen und Unbeweglichkeit. Nichts regte sich. Der Yukon schlummerte unter einer drei Fuß starken Eisdecke. Nicht ein Windhauch war zu spüren. Selbst der Saft in den Fichtenstämmen an beiden Ufern schien erstarrt zu sein. Die Bäume standen wie versteinert mit der leichten Schneelast auf ihren Zweigen, die der leiseste Hauch herabgeweht hätte, aber es geschah nicht. Daylights Schlitten war der einzige lebendige, bewegliche Punkt inmitten der großen feierlichen Stille, und das raue Scheuern der Kufen verstärkte nur das Schweigen ringsum.“ – Lockruf des Goldes von Jack London

Alle bisher erworbenen Mitbringsel sind schnell verpackt, so dass wir uns etwas eher auf den Weg machen können, als sonst. Das ist auch gut so, denn bis Dawson City haben wir eine lange Fahrt vor uns.

Kurz hinter Tok fahren wir auf den Taylor Highway und dann immer Richtung Norden, bis zur „Weltstadt“ Chicken. Wir halten immer wieder an, um trotz des recht grauen Wetters – hier bei uns sagt man usselig – die grandiose Landschaft auf Fotos zu bannen. Die Stopps fallen allerdings sehr kurz aus.








Zunächst ist die Strecke recht gut ausgebaut, aber nach einiger Zeit sieht die Landschaft deutlich herbstlicher aus, der Sommer im Norden ist wohl zu Ende. Die Temperatur beträgt noch 4 – 5 Grad C.








Nach etwa 60 Meilen erreichen wir Chicken. Die Einwohnerzahl beträgt 23 (im Sommer), es gibt kein fließendes Wasser oder Elektrizität, außer man hat einen Generator. Früher wurde hier Gold gesucht und es war wohl deutlich mehr los. Wir bleiben nur kurz.











Hinter Chicken hört die Asphaltdecke ganz auf und wir fahren über eine Schotterpiste. Die Löcher nehmen zu und werden tiefer. Teilweise ist die Strecke ziemlich rutschig, aber der AWD leistet gute Arbeit. Auch der Riss in der Scheibe wird nicht signifikant größer. Bis zur Grenze nach Kanada sind es noch 40 Meilen. Als wir dort ankommen, haben wir auf den gesamten 100 Meilen des Taylor Highway 58 Autos gezählt, die uns entgegen gekommen sind.








An der im Nirgendwo gelegenen Grenze beantworten wir der freundlichen Grenzbeamtin brav alle Fragen. Das wir etwas zu viel Alkohol dabei haben, ist nicht so schlimm. Wir müssen keinen Zoll bezahlen und dürfen nach Kanada einreisen.








Auf dem Top oft the World Highway wird die Gegend – man soll es kaum glauben – noch einsamer. Wo in den USA noch ein paar vereinzelte Häuser standen, ist jetzt gar nichts mehr zu sehen. Leider ziehen auch immer mehr Wolken auf und man kann die Landschaft nicht mehr gut erkennen. Wir sind zwar wirklich ganz oben unterwegs, aber die Täler bleiben unsichtbar. Bei klarem Wetter muss diese Straße einfach unglaublich sein.











Der Regen verwandelt die Staubpiste in Matsch, die Hinterräder werfen diesen hoch und das Auto ändert seine Farbe langsam von weiß in braun.





Kurz bevor wir Dawson City erreichen, kehrt der Asphalt zurück. Wir haben zwar nicht mehr so genau gezählt, aber seit der Grenze sind uns höchstens noch 20 Autos entgegen gekommen.

Dann müssen wir den Yukon überqueren. Das geht nur mit einer Fähre. Man stellt sich in die Schlange und wird eingewiesen. Allerdings passen nicht besonders viele Fahrzeuge auf die Fähre.








Auf der anderen Seite des Yukon gehen die Matschpisten plötzlich weiter. Das passt zum gesamten Ambiente des Ortes, der so aufgemacht ist, wie im 19. Jahrhundert. Zum Teil sind die Gebäude alt, aber renoviert, andere sind im gleichen Stil neu gebaut. Dazwischen gibt es einige, die langsam verrotten. Im grau-in-grau des Regens sieht der Ort für uns wenig einladend aus, es soll aber Menschen geben, die ihn begeistert immer wieder besuchen.














Im Sommer sind bis zu 25.000 Einwohner in der Stadt, jetzt vielleicht noch 5.000, im Winter höchstens 1.500. Für die Fußgänger gibt es Wege über Holzplanken. Das funktioniert gut, solange man keine Matschpiste – ähm Straße – überqueren muss.

Das Einchecken im Hotel geht schnell, danach kaufen wir im winzigen Supermarkt ein wenig ein, bevor wir uns aufmachen, ein Restaurant zu suchen. Unterwegs spricht uns ein Einheimischer an und erzählt von seinem Claim, den er früher hatte. Er wolle niemals woanders wohnen. Vor dem Winter besorge er sich in Whitehorse 50 DVDs, die er dann anschauen würde. So geht es natürlich auch.

Das im Netz gepriesene Restaurant „Klondike Kate`s“ können wir nicht wirklich empfehlen. Erstmal müssen wir lange auch einen Platz warten und zwar bei 5 Grad vor der Tür und nicht drinnen. Dann ist das Essen auch noch kalt. Nein, das war nichts.

Anschließend laufen wir noch ein bisschen hin und her und machen Fotos, dann fallen wir recht müde ins Bett.














Triple J Hotel, 276,- € für 2 Nächte
Gefahren 128 Meilen und 117 Kilometer