You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014

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*decowoman

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Hallo ihr Lieben,

Nun möchte ich auch endlich meinen zweiten Bericht von meiner zweiten Reise nach Texas beginnen und euch wieder an meinen Erlebnissen, die ich zusammen mit meiner so gastfreundlichen Freundin Sally erlebt habe, teilhaben lassen. Denen, die meinen ersten Reisebericht „Deep in the heart of Texas - der etwas andere, erste USA-Urlaub“ von 2012 noch nicht gelesen haben, würde ich dies empfehlen, da dort nochmal ein bisschen klarer wird, wie ich Sally kennengelernt und das erste Mal in ihrer Heimat besucht habe.

Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder mit mir dabei seid, wenn es heißt: "Alrighty, I´m coming back Texas!"

Insgesamt kennen Sally und ich uns nun schon etwa 4,5 Jahre und wir schreiben uns immer noch regelmäßig und schicken uns Pakete hin und her. Da im April mein letztes Studiensemester angebrochen war, in dem ich mir meine Zeit so ziemlich selbst einteilen konnte, beschloss ich diese Freiheit noch einmal zu nutzen bevor das harte Arbeitsleben beginnen würde. Mit Sally im April abgesprochen buchte ich die Tickets und im Juni sollte es dann schon für diesmal 3,5 Wochen - also eine Woche länger als das letzte Mal - nach Texas gehen. Die Vorfreude auf unser baldiges Wiedersehen war riesengroß und nun wusste ich ja auch, was mich ungefähr erwarten würde. Weshalb ich mir diesmal auch noch schnell ein Moskitonetz bestellte, dass mir während meiner Zeit auf Sallys Farm noch sehr zugute kommen sollte.  :lol:

20/21.06.2014: Auf, auf zu (un)bekannten Ufern!

Die Koffer waren schließlich mit reichlich Sommersachen und vielen Gastgeschenken bepackt und am 20.06, einem Freitag, ging es in erneuter Begleitung meiner lieben Freundin Anne auf zum Frankfurter Flughafen, wo wir die Nacht wieder im Hilton Garden Inn verbringen würden. Denn bei der Bahn weiß man ja nie und vor dem Flug ausgeschlafen zu sein schadet ja auch nicht. Die Bahn hatte dann auch 30 min Verspätung, aber uns sollte es nicht stören.
Ausgeruht konnte ich am nächsten Tag 10:30 einchecken und verabschiedete mich auch von Anne. Nun würde ich erst einmal wieder auf mich allein gestellt sein. Der Flug sollte eigentlich 12:30 gehen, wir saßen aber noch gut eine Stunde im Flugzeug rum, da ein Sitz in der Businessklasse repariert werden musste.  :umherschau:
Begeistert war ich allerdings von dem Inseat-Entertainment von US-Airways. Als ich das erste Mal 2012 in die Staaten flog, war das mit American Airlines und die hatten leider nicht so eine große Auswahl an Filmen, Musik und etc. Daher wusste ich gar nicht, was ich mir zuerst anschauen sollte. Das Essen war ganz gut.


Die Zeit ging dann auch so einigermaßen schnell vorbei, bis wir mit schließlich nur noch 20 minütiger Verspätung in Charlotte, NC landeten, wo mein Zwischenstopp war.



Als ich durch die Immigration durch war habe ich dann noch schnell den Stand des Deutschland vs. Ghana Spiels erfahren und trottete leicht enttäuscht zu meinem Gate. Der Flug nach San Antonio sollte eigentlich um 18:15 gehen, doch leider hatte sich einer der vorigen Gäste im Flugzeug übergeben, welches nun noch gereinigt werden musste. Schließlich sind wir dann eine Stunde später gestartet. Im Flugzeug war es eiskalt und ich kuschelte mich in meine dünne Sweatjacke. Ich hatte meinen Tiefpunkt erreicht und war ziemlich k.o. In San Antonio habe ich glaube die ruppigste Landung bisher erlebt. Es muss wohl ganz schön windig gewesen sein und mir kam es vor als sei das Flugzeug während des Aufsetzens leicht nach links gedriftet. Die Bremsung war auch unbequem stark und es kam mir so vor als würden gleich die Sitze aus ihren Verankerungen gerissen. Naja, immerhin war ich ENDLICH um 21:00 angekommen. Sally würde wohl schon eine Weile auf mich wegen der Verspätung gewartet haben. Schließlich konnte Sally und ich uns dann nach 2,5 Jahren wieder in die Arme schließen und wir verstanden uns auf Anhieb wieder genauso gut wie damals. Wir holten schnell mein Gepäck und verließen den Flughafen. Die 30°C und der leichte Abendwind hießen mich wieder in Texas willkommen. Nach anderthalb stündiger Fahrt passierten wir Fredericksburg, wo wir noch kurz bei H.E.B. etwas einkauften und fuhren schließlich weiter zu Sallys Farm in die Dunkelheit hinaus. Eine halbe Stunde später sah ich wieder das mir so vertraute Fachwerkhaus mit dem leicht vor sich hin quietschenden Windrad.


Die Hunde kamen bellend heraus. Sie schienen mich dann aber doch wieder zu erkennen und hauten mich mit wedelndem Schwanz und begeistertem Kläffen fast um. Der älteste Hund Bobby, der bei meinem ersten Besuch schon krank war, konnte mich leider nicht mehr begrüßen. Ihn mussten sie vor 1,5 Jahren einschläfern lassen. Ottis, Sallys Mann, war schon am Schlafen, da er in der Nacht wieder raus musste um auf Arbeit in die Klinik zu fahren. In meinem Gästehäuschen richtete ich mich nur kurz ein, hing mein Moskitonetz über meinem historisch alten Eisenbettgestellt und versuchte einigermaßen zu schlafen.


 Ein Glück, dass ich die einzige Klimaanlage in meinem kleinen Reich besaß   :lol:
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*decowoman

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #1 am: 03.09.2014, 15:29 Uhr »
22.06.2014: Was man so alles an einem Tag erleben kann

Geschlafen hatte ich erstaunlich gut und mit 6.30 als Aufstehzeit kann ich mich nicht beklagen. Ich fühlte mich auch in den folgenden Tagen viel besser bezüglich des Jetlags, als das erste Mal. Ich hatte um genau zu sein eigentlich überhaupt keinen Jetlag. Ich konnte mich glücklicherweise ohne Schwierigkeiten gleich an die Uhrzeit und den Tagesablauf gewöhnen. Nachdem ich den Großteil meiner Sachen ausgepackt hatte, bin ich erst mal runter ins Haupthaus.


Dort habe ich zusammen mit Sally gefrühstückt, was bei uns aber immer sehr klein ausfällt. Wir sind mit Joghurt, ein bisschen Obst und Tee sehr zufrieden. Pflichtbewusst sendete ich noch schnell eine kurze E-Mail an meine Familie, damit auch alle wussten, dass ich gut angekommen war. Da heute Sonntag war hieß 9:30 nach Fredericksburg fahren und zur Kirche gehen. Seitdem ich das letzte Mal hier war ist Sally jedoch nun der orthodoxen Kirche beigetreten. Also begleitete ich sie, um mir so etwas auch einmal anzuschauen. Und ein kleiner Segen zu Beginn meiner Reise würde bestimmt auch nicht schaden, auch wenn ich in Sachen Religion nicht wirklich zu Hause bin. Bevor wir los konnten musste ich mich allerdings noch umziehen, denn zum orthodoxen Gottesdienst musste ich einen langen Rock anhaben. Der Gottesdienst fand nicht in einer Kirche statt sondern in einem kleinen Haus aus Stein statt.


Ein sehr kleiner Raum, der gerade einmal ca. 20 bis 30 Leute aufnehmen konnte. Als wir ankamen - ganz nach Sally immer ein bisschen zu spät - waren sie schon beim Singen bzw. dem Aufsagen ihrer Litaneien und es roch stark nach Weihrauch, was mich an Weihnachten erinnerte. Außer während des gesprochenen Parts stand man die ganze Zeit, ca. 1 h. Es war schon interessant, das alles einmal mitzuerleben, es sollte jedoch das einzige Mal sein, dass ich mit war. An den anderen Sonntagen waren wir entweder unterwegs oder ich bin mit Ottis in seine Kirche mitgegangen.

Nach dem Gottesdienst kauften wir am Straßenrand einige frische und dazu noch sehr leckere Pfirsiche, denn für die ist Fredericksburg und Umgebung wohl sehr bekannt. Von dem älteren Mann, der das Obst verkaufte, bekommt Sally schon seit Jahrzehnten ihre Pfirsiche her. Zum Mittagessen gingen wir ins „Le Milagro“ , dass es bei meinem letzten Besuch noch nicht gab. Es ist laut Sally Ottis Lieblingsrestaurant und ich konnte seinen Eindruck nur bestätigen. Wir saßen draußen neben einen hübschen kleinen Brunnen, geschützt vor der Sonne durch die großen Bäume und aßen Ruben Sandwichs. Ich liebe sie!!! Ein Dr. Pepper aus einem alt aussehenden Schraubglas durfte nach 2,5 Jahren Abstinenz natürlich auch nicht fehlen.



Nach dem Essen machten wir uns auf in Richtung Osten, wo wir den „Pedernales Falls State Park“ besuchten. Es war relativ bewölkt, aber die Sonne sollte mit aller Kraft später noch heraus kommen. Gut, dass wir immer unsere Sonnencreme dabei hatten.
Der Pedernales Fluss fließt durch den ganzen Park, in dem man auch übernachten kann. Vom Parkplatz aus führten mehrere Steinstufen hinunter zum Fluss. Nach einigen Fotos zog ich dann meine extra mitgebrachten Schuhe fürs Wasser an und kletterte ein bisschen am und im Flussbett herum.


Das Wasser war angenehm und ganz weich auf der Haut. So ließen wir es uns nicht nehmen unsere Beine und Arme zur Abkühlung in den Fluss zu stecken.








Anschließend haben wir ein bisschen die Gegend am Ufer entlang erkundet und ich bin in kleinen Canyons, die durch die Ausspülungen des Wassers im Gestein entstanden sind, herum geklettert.


Es wurde aber irgendwann zu heiß in der prallen Sonne und außerdem hatten wir heute noch mehr vor. Also machten wir uns daran die Stufen wieder hochzusteigen. Am Parkplatz zogen wir uns für abends um, denn da wollten wir ein bisschen hübscher aussehen. Im Auto konnte man dann die Klimaanlage wieder richtig wertschätzen. Über ein paar Backroads gelangten wir zum Restaurant „The Oasis“ am Lake Travis, der eigentlich nur eine Anstauung des Colorado Rivers ist. Ich rate jedem, der in der Nähe von Austin ist, dort einmal hinzufahren. Vor allem abends. Der Blick von der Terrasse auf das Wasser beim Sonnenuntergang war atemberaubend schön und die Stimmung mit Salsa-Musik war wirklich toll.









Wir waren aber dort nicht alleine. Der Hauptgrund für unseren Besuch war der Geburtstag von Sallys Bekannten Pierce, der dort mit seiner ganzen Familie feierte und uns auch dazu eingeladen hatte. Außerdem spielte in der Band ein ehemaliger Student von ihm mit, den er nur selten zu sehen bekommt. Pierce und seine Frau Alethea, die zusammen mit Sally aufgewachsen ist, habe ich schon während meiner ersten Reise kennengelernt. Die hatten den tollen Pool mit der Rutsche durch den kleinen Wasserfall, der mir damals so gut gefallen hatte. Alle waren sehr lieb und unterhielten sich mit mir. Pierce Sohn James arbeitet für Apple als Weiterbilder für die Mitarbeiter, wenn neue Geräte oder Programme auf den Markt kommen. Wir haben uns wirklich gut unterhalten, da ich ja durch meinen Master in „Kinder- und Jugendmedien“ auch ein bisschen mit Medien zu tun habe. Es war ein toller Abend, mit super Musik, ein ausgelassenen Stimmung und immer wieder ging ich raus auf die riesige Terrasse und genoss den Blick über das Wasser. Um ca. halb elf machten wir uns wieder auf den Heimweg, der ca. 2,5 h dauerte. Ich war müde und geschafft von meinem ersten Tag, aber was es für ein erster Tag war! Unglaublich!
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*sil1969

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #2 am: 03.09.2014, 15:47 Uhr »
Ich glaube, an die Ruben-Sandwiches kann ich mich noch aus deinem 1. Bericht erinnern.  :wink:

Ich bin dabei!
LG Silvia

*NähkreisSteffi

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #3 am: 03.09.2014, 21:05 Uhr »
Hallo Ariane,

ich freue mich auf Deine Erlebnisse.

Viele Grüße

Steffi

*decowoman

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #4 am: 03.09.2014, 21:17 Uhr »
Ich freu mich die beiden Damen als erste Mitfahrer begrüßen zu dürfen :-)
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*Anti

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #5 am: 03.09.2014, 22:16 Uhr »
Ich kenne nicht nur deinen Texas-Bericht Nr. 1 sondern auch deinen Schottlandbericht. Einen weiteren Bericht darf ich also nicht verpassen!  :D

LG Andrea

*decowoman

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #6 am: 03.09.2014, 23:04 Uhr »
Super Andrea, dass du dann jetzt auch wieder mit dabei bist  :D :daumen:
Ich kann schon sagen, dass wieder einige schöne Sachen auf uns warten. Ich sage nur "Road Trip"  :lol:
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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #7 am: 04.09.2014, 14:23 Uhr »
23.06.2014: Sport frei!

Heute ist der zweite Tag in Texas. Mit 7:45 hat sich auch meine Aufstehzeit deutlich nach hinten verschoben. Vor meiner Tür schwirren schon die Kolibris, die sich an den vier Zuckerwassen-Behältnern erfreuen.


Es regnet und die Lamas stehen ganz betrübt und tropfend unter einem kleinen Vordach ihres Stalls.


Überhaupt hat es laut Sally in den Wochen vor meiner Ankunft außergewöhnlich häufig geregnet, weshalb das ganze Grundstück auch von grünen saftigen Sträuchern, Gras und anderen Pflanzen nur so strotzte.






Nach dem Frühstück und ein bisschen Spielen mit den Hunden machen Sally und ich uns auf in die Stadt, um uns am dortigen Wellness Center mit Janet, ein Freundin von Sally, zu treffen. Sally trainiert nämlich für einen Halbmarathon und einen Mini-Triathlon. Da es bei ihr mit den Fahrradfahren nicht so super aussieht, wie sie selbst sagt, wollte sie im Center ein wenig mit Janets Anleitung trainieren.


Ich mache gleich mal ein bisschen mit, denn das leckere Essen der nächsten Wochen wird bestimmt auch nicht immer kalorienfreundlich sein. Nach dem Fahrradfahren gehen wir gleich noch ein paar Bahnen in der integrierten Schwimmhalle schwimmen. Hier werden wir auch noch öfter herkommen. Sally hat mich extra für die Monate Juni und Juli hier angemeldet, so, dass ich alles mit nutzen kann. Wirklich super lieb von ihr. Nach dem wir uns sportlich betätigt haben, darf ich entscheiden wo wir Mittag essen wollen und so wähle ich eines meiner Lieblingsrestaurants hier, das „Mamacitas“.


Gestärkt durch Tortillas, Guacamole und Bohnen fahren wir zu Janets Grundstück. Sie fragt, ob ich bei ihr mitfahren möchte, was ich dann auch tue, weil Sally noch kurz ein paar Sachen besorgen muss. Wir unterhalten uns wirklich gut und als wir an dem super tollen und rieisgen Grundstück von Janet und ihrem Mann ankommen, kann ich nur wieder ein bisschen neidisch werden. Auf einem großen Hügel zu dem eine Straße hochführt liegt das Haus, das von den beiden gerade rundum renoviert wird. Man hat eine super Aussicht.


Janet und ihr Mann geben mir eine Haustour. Überall sind Handwerker beschäftigt und bauen so tolle Sachen wie einen Whirlpool mit Blick über die gesamte Landschaft oder große Kamine ein.




Sally kommt dann auch an und zu dritt fahren wir mit dem militärisch anmutenden Golf Cart über das Gelände, auf dem es wunderschöne alte Bäume gibt.


Nach einer Weile müssen wir uns dann aber wieder aufmachen, da Sally noch ihren Freund Mr. Heinen im Krankenhaus besuchen möchte. Dieser ist schon 96 Jahre alt, liegt aber zurzeit im Krankenhaus. Auch seine Frau ist vor kurzem verstorben, deshalb möchte ihn Sally so oft es geht besuchen. Wie der Name mich schon vermuten lässt, hat er bis er in die Schule ging nur Deutsch gesprochen. Da er aber sehr, sehr schwerhörig ist, kann man sich kaum mit ihm unterhalten. Ich werde ihn aber an späterer Stelle noch selbst kennenlernen. Sally setzt mich an der Main Street in Fredericksburg ab und ich nutze die Zeit, um ein bisschen herumzuschlendern. Ich kaufe mir eine schöne goldene und türkise Armbanduhr für nur 30$ und bin seelig  :D 18:00 treffe ich mich mit Sally im Clearrivers´. Das Café habe ich in zu guter Erinnerung und bin jedes Mal wieder von der Atmosphäre dort fasziniert.


Wieder auf Sallys Grundstück kommt 20:00 auch Ottis von der Arbeit nach Hause und wir begrüßen uns herzlich. Es ist, als wenn ich nie weg gewesen wäre. Zum Abendessen gibt es eines meiner Lieblingsessen hier, das Sally auch sehr gerne mag und deshalb auch oft zubereitet: Salat mit Thunfisch, Guacamole, verschiedenen Nüssen, Crackern und Pesto. Von mir aus könnte ich das jeden Abend essen.

Heute sind wir also eher in der Umgebung geblieben. Das Wetter war den ganzen Tag super, nur frühs etwas bewölkt. Am folgenden Tag sollte ich (leider) wieder Bekanntschaft mit Texas Tierwelt machen. Für die, die meinen Bericht von 2012 kennen: nein, es sind keine Mäuse!  :lol:

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*Anti

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #8 am: 04.09.2014, 22:10 Uhr »
Es ist wunderbar, wie selbstverständlich du dort auch von Sallys Freunden aufgenommen wirst. Das finde ich total schön!

*snowtigger

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #9 am: 05.09.2014, 09:47 Uhr »
Huhu. Ich lese schon die ganze Zeit mit und hab auch noch den ersten Bericht nachgelesen!
Vermutlich werde ich den Rest nachlesen müssen, weils für mich am Sonntag "rüber" geht, aber ich wollte nicht abhauen, ohne ein Kompliment da zu lassen:
Danke für die ganz persönlichen Eindrücke direkt aus dem texanischen Lama-Ranch-Leben. Weiter so!  :D
September 2012: WoMo-USA-Ersttäter: Nicht ganz Der Ganze Westen vom 12.9. bis 3.10.2012
September 2014: Yellowstone & the Highlights of Utah
August 2015: SFO > LAX > LAS Honeymoon USA

*decowoman

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #10 am: 05.09.2014, 11:10 Uhr »
Huhu. Ich lese schon die ganze Zeit mit und hab auch noch den ersten Bericht nachgelesen!
Vermutlich werde ich den Rest nachlesen müssen, weils für mich am Sonntag "rüber" geht, aber ich wollte nicht abhauen, ohne ein Kompliment da zu lassen:
Danke für die ganz persönlichen Eindrücke direkt aus dem texanischen Lama-Ranch-Leben. Weiter so!  :D

Hallo!

Freut mich, dass du auch dabei bist, auch wenn du es vlt erst später lesen kannst  :) Ich wünsche dir ganz viel Spaß drüben  :wink:
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*decowoman

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #11 am: 06.09.2014, 18:21 Uhr »
24.06.2014: Drei Mal Autsch!!!

Die Sonne scheint durch die niedlichen Holzfenster meines kleinen Häuschens, die Kolibris surren vor der Tür und als ich aus dem Fenster schaue laufen die Lamas vorbei und schauen mich ganz verdutzt an. Ach ja, so kann ein ruhiger Sommertag in Texas beginnen. Als ich zur Tür heraus komme sehe ich im kleinen Gemüsegarten, der sich gleich vor meiner Veranda befindet, einen ca. 16-jährigen Jungen arbeiten. Als ich zum Haus runter gehe sage ich kurz „Hallo“ und er antwortet schüchtern zurück. Sally erzählt mir, dass das Raul ist. Er ist Mexikaner und sein Vater arbeitete auch schon für Sally und Ottis als „Gärtner“. Da es ihm aber gesundheitlich nicht mehr möglich ist, hat sein Sohn dessen Platz eingenommen. Leider spricht er nur wenig Englisch. Sally möchte vormittags wieder Mr. Heinen im Krankenhaus besuchen und ich nutze die Zeit wieder und schaue mich weiter in den Fredericksburger Läden um. Meine Beute heute: eine Texas-Flagge, texanische Wildblumen Samen, ein T-Shirt, eine Mütze und andere Kleinigkeiten. Als mich Sally wieder einsammelt fahren wir in das, ca. eine dreiviertel Stunde entfernte Städtchen Blanco. Am Stadtrand besuchen wir das Grundstück von Sally´s Freundin, die ihr Gelände als Location für Feste wie z.B. Hochzeiten anbietet. Das Grundstück ist sehr groß und es gibt einen kleinen See an dessen Ufer ein kleines Podest mit Pavillon-Überdachung liegt.


Es ist alles wunderschön hergerichtet. In den Bäumen sind überall Lichterketten und Laternen verteilt und in einer großen Scheune kann auch drinnen gefeiert werden.


Warum wir hier sind? Nun, Ottis hatte so viele getragene Cowboy-Stiefel zu Hause, dass Sally sie nun endlich los werden wollte und ihre Freundin freut sich über ein paar mehr Dekorationsgegenstände sehr. Also laden wir schnell die Stiefel ab, so können sie nochmal einen zweiten Zweck erfüllen. Lunch essen wir im Redbud Café, das am Hauptplatz der kleinen Stadt liegt. Besonders gefallen hat mir hier auch das Courthouse:

Erinnerte mich irgendwie an die Adams Family  :D


Es handelt sich hierbei anscheinend um ein älteres Gebäude. Innen sind an den Wänden große Blechtafeln zu sehen auf denen der Durchschnittsregen eines jeden Monats seit dem Jahr 1900 verzeichnet ist.


Wir bestellen uns leckere Salat, die auch für zwei Personen gereicht hätten.


Es scheint sich die ganze Stadt hier herum zu tummeln. Viele Leute unterhalten sich und gehen von Tisch zu Tisch. Auch Sally trifft einige Freunde und stellt uns gegenseitig vor. Zum Nachtisch teilen wir uns eine Kokos-Makkrone. Eine der besten, die ich je gegessen habe. Noch Stunden später schwärmen wir davon und sie war sogar glutenfrei! Auf dem Weg zurück in die Stadt halten wir noch bei einer Autowerkstatt. Dort ist das Auto von Sallys Tochter zur Reperatur. Denn einige Wochen bevor ich kam, gab es in Abilene, wo Anna wohnt, einen Sturm mit Hagelkörner so groß wie DVDs. Die Schäden an ihrem Auto sind beträchtlich. Und erst einen Monat zuvor hatte sie es aus gleichen Gründen reparieren lassen müssen  :(


Bevor wir wieder ganz nach Fredericksburg zurückfahren machen wir einen kurzen Stop in Luckenbach. Ich liebe diesen Ort einfach und Sally musste sowieso dorthin um neues Heu für die Lamas zu holen.




Ich schaue mich derweil ein bisschen um und höre sogar jemanden auf der Gitarre das bekannte „Luckenbach, TX“ Lied singen und es stellt sich heraus - er kommt aus Österreich  :D

Sally hat am späten Nachmittag noch einen Arzttermin. Ich gehe derweil (nein nicht shoppen) sondern schwimmen. Nach der Wärme am Tag tut so eine Erfrischung immer wieder gut. Ich ziehe also meine Bahnen. Danach treffen wir uns mit Ottis im Clearriver. Yay!!!


Dort essen wir Cookies und trinken Dr. Pepper. Besser könnte ein Tag nicht ausklingen. Wieder zu Hause gehe ich ein bisschen die Abendsonne genießen und laufe ein wenig am Creek entlang.



Dort sehe ich plötzlich eine kleine Schlange vom Ufer ins Wasser huschen. Meine erste tierische Begegnung, aber ich bin froh, dass sie draußen stattgefunden hat. Es ist doch noch ganz schön heiß in der Sonne und ich mache mich wieder rein in das wunderschöne, urige Fachwerkhaus. Sally bittet mich die leeren Kolibri-Zuckwasser-Halter (wie auch immer man das nennt) herunterzubringen, so, dass sie sie wieder auffüllen kann. Als ich mich auf meiner Veranda gerade nach ihnen ausstrecke höre ich ein verdächtiges Summen und merke plötzlich ein Stechen an meinem Ellenbogen.  :staunend2: :dagegen: :nono:
Das erschreckt mich so sehr, dass ich (schlauerweise) mit einem Arm um mich wedele und über die Steintreppen nach unten die Flucht ergreife.  :nixwieweg: Wie toll, dass ich Flip-Flops trage und mir dabei fast die Beine breche. Auf den Weg nach unten werde ich weiter von den lästigen Viechern verfolgt und werde noch zwei Mal in die Beine gestochen. Übrigens handelte es sich dabei um „Red Wasps“. Hier mal ein Bildchen von den Süßen:


Im Haus treffe ich als erstes Ottis - einen Unfall- und Herzchirurgen, genau das, was ich jetzt brauche  :wink: Ich erzähle ihm von meiner Begegnung und er gibt mir gleich Tabletten gegen eine eventuelle allergische Reaktion. Sally kommt nun auch dazu und ist offenbar begeistert von meiner Ruhe. Sie sagt, als sie das letzte Mal von einer roten Wespe gestochen wurde ist hier ganzer Arm tagelang angeschwollen. Meine Stiche werden zum Glück nur ca. 1 bis 2 cm groß, aber Jucken dafür auch noch tagelang danach. Jedenfalls scheine ich aber auf diese Tierchen nicht allergisch zu sein, gut zu wissen. Ottis schaut sich den Tatort nochmal an und entdeckt tatsächlich ein Nest unter dem Verandadach, welches dezent beseitigt wird. Schließlich muss ich da ja jeden Tag mehrmals vorbei. Trotzdem sind fast während meines ganzes Besuchs immer wieder Wespen um mein Häuschen versammelt, quartieren sich in den Vogelhäuschen direkt neben der Eingangstür ein oder schlüpfen durch Löcher ins Zimmer, so, dass ich auch manchmal in der Nacht aus meinem Moskitonetz hervorschlüpfe, eine Zeitung zusammenrolle und das tue was getan werden muss. Bin ich froh, dass es diese Viecher nicht bei uns gibt!

Nach dem Abendessen übergebe ich meine Gastgeschenke und alle freuen sich sehr.
Eine verwunderliche Nachricht gibt es an diesem Abend aber noch für Sally. Für ihren Halbmarathon sammelt sie Spendengelder, die einem Kinderkrankenhaus in der Nähe zu Gute kommen. Auf ihrem Spendenkonto hatte sie bisher 2500$ gesammelt durch Freunde und Bekannte worüber sie sehr glücklich war. Plötzlich hatte sie aber auf einmal 12 500$ auf dem Konto.  :verwirrt: Jemand hatte also 10 000$ gespendet! So ehrlich und unbedarft wie Sally nun ist, glaubt sie, dass es sich dabei jedoch um einen Irrtum handelt und versucht mithilfe einer Freundin, die sich mit den Finanzen beschäftigt, herauszufinden, was es mit dem Geld auf sich hat. Das Geheimnis wird sich in den nächsten Tagen und Wochen noch gelüftet werden, so viel darf verraten werden.

Mit einem juckenden Arm und Beinen und einem wachsamen Auge im Dunkeln, ob ich nicht wieder angegriffen werden schleiche ich zu meiner Tür und schlummere in den nächsten Tag hinein. Morgen geht es auf in Richtung, wo wir Sallys Sohn Ramey und seine Familie besuchen.
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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #12 am: 06.09.2014, 22:13 Uhr »
Oh, Stiche sind fies... Bei mir werden Mückenstiche schon 2€-Stück groß. Und letztes Jahr wurde ich in den USA auch von etwas gestochen, das aussah wie ein Käfer oder so. Ruckzuck war das so groß wie ein Bierdeckel  :shock: Aber nach ein paar Stunden war es so groß wie ein 10 Cent Stück und juckte "nur" noch eine Woche. Glück gehabt -  nichts weiter passiert!

Aber ich bin wirklich gespannt, was es denn mit dem edlen Spender auf sich hat. Tolle Sache, das Engagement von Sally!  :clap:

*MisterB

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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #13 am: 06.09.2014, 23:28 Uhr »
Janet und ihr Mann geben mir eine Haustour. Überall sind Handwerker beschäftigt und bauen so tolle Sachen wie einen Whirlpool mit Blick über die gesamte Landschaft oder große Kamine ein.



Hi.
Na die können ja noch bauen was sie wollen. Wirlpool und Co, ach geschenkt. Diese amtliche Grillstation allerdings, die müsste mal genauerer Begutachtung bedürfen :)

Gruß
Bernd
Meine kleine Reiseseite mit meinen Reiseberichten
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Re: You ain´t met my Texas yet - Texas Part II 20.06 - 15.07.2014
« Antwort #14 am: 07.09.2014, 08:47 Uhr »

Hi.
Na die können ja noch bauen was sie wollen. Wirlpool und Co, ach geschenkt. Diese amtliche Grillstation allerdings, die müsste mal genauerer Begutachtung bedürfen :)


Ja die war nicht schlecht  :lol: Sie haben uns auch zu einer Grillparty eingeladen, aber es hat sich dann zeitlich doch nicht mehr ergeben. Sehr schade eigentlich...
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