26.5.
Als ich aufwache ist es taghell, die Uhr zeigt aber kurz nach 5 Uhr. Kasachstan hat i2024 die Sommerzeit abgeschafft und gleichzeitig aus zwei Zeitzonen eine gemacht. Dadurch wird es zu dieser Jahreszeit im Osten des Landes extrem früh hell und relativ früh dunkel. Das Frühstück ist sehr gut, vor allem auch der Kaffee.
Ich wollte heute in die Alatau Berge, welche zum Tienschan Gebirge gehören und sich direkt hinter der Stadtgrenze erheben. Die Wolken hängen sehr tief und die Berge sind noch nicht zu sehen, mal abwarten ob es sich lohnt mit der Seilbahn auf 3000 m hochzufahren.
Bus Nr. 12 fährt aus der Stadt nach Medeo auf 1700 m Höhe und kostet 40 Cent. Dort ist auch der berühmte Eisschnellaufring wo ziwschen 1950 und den späten achziger Jahren über 100 Weltrekorde gelaufen wurden. Aktuell läuft die Renovierung und Ende 2027 soll die Bahn wieder eröffnet werden.
Almaty hatte sich für die Olympischen Winterspiele 2022 beworben, unterlag aber knapp gegen Peking. Man hat den Plan aber sicher noch nicht aufgegeben.


Hier beginnt auch die Seilbahn, die in drei Abschnitten bis auf ca. 3000 hochgeht. Das Wetter ist noch immer ziemlich bescheiden also wandere ich erstmal zur Medeo Staumauer welche etwas oberhalb zum Hochwasserschutz gebaut wurde. Von unten bis auf die Krone geht die sogenannte „Gesundheitstreppe“. Die knapp 1000 Stufen sind ein gutes Training und hoch muss ich auch dreimal verschnaufen. Auf dem Foto sieht man ungefähr ein Drittel von der Treppe.
Wieder zurück in Medeo ist das Wetter etwas besser und ich beschließe auf 3000 m hochzufahren, hoch und runter kosten knapp 15 EUR. Auf dem ersten und längsten Abschnitt sitze ich mit einer jungen Russin aus Kaliningrad in der Kabine, war ein sehr interessantes Gespräch. Auf dem letzten Abschnitt teile ich mir die Kabine mit einem Inder und seinem Sohn und zwei Kasachen, die die komplette Zeit alles in der Kabine und Außerhalb mit ihren Handys filmen. Der kleine sieht zum ersten Mal Schnee in seinem Leben.

Oben angekommen habe ich noch 2 Stunden bis die letzte Bahn ins Tal fährt. Eigentlich wollte ich eine größere Tour machen aber nun ist nur der knapp 3500 m hohe Shymbulak Peak realistisch. Das Wetter wird immer besser und am Autstieg treffe ich 3 Geschwister aus Taras. Einer der Brüder spricht gutes Englisch und freut sich es endlich wieder mal zu üben. Er ist angehender Priester und wir sind wir sind heute noch in Kontakt.



Runter geht es natürlich schneller außerdem fängt es noch an zu schneien.
Was vor allem in der Region Almaty auffällt sind die Massen an indischen Touristen. Es gibt auch einen einfachen Grund: Kasachstan eines der weinigen Länder ist wo Inder aktuell kein Visa benötigen und der Flug aus Delhi dauert nur ca. 3,5 Stunden und man ist in einer quasi europäischen Stadt. Wahrscheinlich ist es auch einfacher in die kasachischen Berge zu reisen als in den indischen Himalaya. Auf jeden Fall macht der Schneefall die Inder sehr glücklich.
Ich nehme eine der letzten Bahnen ins Tal, und sehe schon eine riesige Menschentraube an der Bushaltestelle. Offenbar fahren die Busse in die Stadt sehr unregelmäßig, irgendwann kommt dann doch einer und alle drängen sich hinein. Es ist wie in einer Sardinendose und es zwängen sich immer mehr Leute in den Bus. Eine attraktive Kasachin drängt sich so fest an mich, dass ich alle ihre Körperformen spüre.
Irgendwie gelingt es mir im Zentrum an irgendeiner Haltestelle auszusteigen.
Später gibt es noch ein sehr leckeres Steak im Merhaba Steak House in der Almaty Forum Mall.
Es war ein ziemlich anstrengender Tag, morgen geht aber gleich weiter. Ich habe eine Tagestour Richtung chinesische Grenze gebucht, in die Berge und zum Charyn Canyon.