Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2005

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*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #75 am: 10.08.2006, 16:41 Uhr »
Hallo Danilo,

vielen, vielen Dank für die Info  :!:

Da haben wir doch jetzt endlich Gewissheit. Stark vermutet, dass es nur Kolibris gewesen sein könnten, hatten wir ja schon, aber ganz sicher waren wir natürlich nicht.

LG

coodo
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*Palo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #76 am: 10.08.2006, 19:44 Uhr »
Übrigens kann man Kolibris in ganz Nord Amerika finden also Mexiko, USA und Kanada
Gruß

Palo

*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #77 am: 11.08.2006, 10:23 Uhr »
18. Tag   /   Montag, 06.06.2005



„Donnerndes Wasser“ – Wir kommen!
Zu hören ist noch nichts, aber es wird langsam belebter. Wir schlängeln uns auf der Regional Road  15 und 63 unserem Ziel entgegen.
So, jetzt noch mal rechts abgebogen – ja, was ist denn das??   :rotierend2:
Wir lesen nur noch: „Motel, Motel, Motel – Gentlemens – Club – Massage, Motel…“ usw usw. Schlimmer als auf der Reeperbahn, nur mit mehr Motels und Hotels dazwischen.   :never:
Das kann nur bedeuten, wir müssen fast da sein.
Zu hören ist aber immer noch nichts.   :wink:

Dann wird es richtig belebt. Auch der Verkehr nimmt merklich zu.
Meine Frau will wissen, ob ich denn auch weis, wo es lang geht. Hä??   :bang:
Eine Frage, wie sie nur von Frauen gestellt werden kann. War ich vielleicht schon mal hier?  :zuck:
Da muss man eben nach Gefühl und Sicht fahren.
Wie es mit dem Parken sein würde hatte ich mir allerdings auch schon überlegt. Was soll es. Es wird sich schon was finden.
Wenn man bereits mit dem Wohnmobil in Monaco war   :zuberge:   (hier hatte ich übrigens das erste Parkhaus nur für Wohnmobile gesehen   :shock:   ), dann würde man doch auch hier zurechtkommen.

Noch zweimal abgebogen und wir standen am Skylon-Tower.





Eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Im wahrsten Sinn des Wortes.
Und wie war das mit dem Parken? Wir haben hier zwei Plätze zur Auswahl. Der am Tower ist wohl zeitlich begrenzt (nicht so günstig) und der andere soll wohl für den ganzen Tag 5 CAN$ kosten. Ist ja auch nicht die Welt. Außerdem sitz noch keiner im Häuschen und die Schranken sind offen. Also, rein und parken. Freie Auswahl. So einfach ist das an einem Weltwunder.   :applaus:

Zu hören ist… - moment – doch, ein entferntes Rauschen.  
Das können wir jetzt doch nach dem Aussteigen hören. Aber zu sehen ist nichts.   :umherschau:   Nur der riesige Tower.
Mal sehen, was es kostet. Für zwei Erwachsene 23 CAN$ (= gut 15 EURO), da kann man wirklich nicht meckern.   :daumen:
Unser Fahrstuhl Nr. 3, besetzt nur mit 4 Personen, uns inclusiv, schießt hoch
und
V
V
V
V
V
dann
V
V
V
V
V
[/b]sieht man das.







Die Horseshoe Falls
und etwas seitwärts







Die America Falls.

Da haben wir unseren Überblick.   :rotierend2:

Zuerst ist man einfach nur still.  :verneig:

Der Körper führt einen verdeckten Kampf, Gänsehaut auf Grund der Aussicht gegen kühlen Wind (fast Sturm), denn die Aussichtsplattform ist nicht verglast, sondern nur mit Maschendraht eingezäunt.
Wir befinden uns hier auf einer Höhe von 236 Metern. Das „Lüftchen“ treibt einen schon die Tränen in die Augen, wobei man sich eingestehen muss, dass die auch da wären, wenn es völlig windstill wäre.
Die ersten fünf Minuten bewegen wir uns auf der Plattform wie im Traum.  :engel1:
Das Gehirn will es einfach nicht realisieren, dass dieser Anblick, den man ja im Film und Fernsehen schon sehr oft gesehen hat, jetzt Wirklichkeit ist.

Nach und nach umrunden wir die ganze Plattform, bekommen so einen Eindruck vom Ort „Niagara Falls“. Man könnte auch sagen, vom Wahnsinn, den die Menschen hier um dieses Naturschauspiel herum geschaffen haben.   :never:

Aber das ist jetzt absolut nachrangig.
Dieser einzigartige Anblick des Flusses und der Fälle wird von uns in allen Einzelheiten aufgesogen.
Bis wir der Meinung waren, jetzt ist wirklich auch das letzte Detail abgespeichert. Wie lange wir auf der Plattform waren, weis hinterher keiner von uns beiden mehr.
Als wir wieder unten ankamen hatten wir auf jeden Fall leicht weiche Knie. Nicht wegen der Höhe, die waren wir aus den Bergen ja gut gewohnt. Es waren wohl die Emotionen, die Adrenalin pur freigesetzt hatten.
Nun wollten wir alles aber mal richtig aus der Nähe sehen.

Keine 5 Minuten und wir waren auf der Straße am Wasser. Der Fluss selbst war natürlich viele Meter unter uns, wir befanden uns ja auf der Höhe der Abbruchkante.
Was uns sofort auffiel, war die absolute Sauberkeit. Und überhaupt kein Rummel. Ich hätte jetzt alle zwei Meter einen Eisstand, einen Coffee-Shop und einen Imbiss erwartet. Fehlanzeige – zum Glück.  :daumen:
Ich hätte zwar zur Feier des Tages gegen einen leckeren Kaffee nichts einzuwenden gehabt, aber so war es doch angenehmer.
Es wehte auch hier unten eine frische Brise. Je näher wir zu den Fällen kamen, umso mehr war sie mit ganz feinen Wassertröpfchen versetzt. Bei der aufkommenden Wärme war das sehr angenehm.

Wir wollten zum Table Rock. Das ist das Haus, wo auch die Tour hinter die Fälle stattfindet.







Auf dem Weg trafen wir alle Völker dieser Erde. Viele Asiaten, Südamerikaner, orthodoxe Juden, einfach alle Schattierungen. Zum Glück waren nicht sehr viele Leute unterwegs. Für Niagara Falls wahrscheinlich ein besuchsarmer Tag.

Table Rock selbst, ein älteres Gebäude aus Sandstein, war auch sehr dezent gehalten. Keine riesigen Leuchtreklamen oder ähnliches. Erst wenn man direkt am Gebäude war, erkannte man die Restaurationen und Geschäfte innen. Wir sahen uns um, hatten uns aber gegen die Tour mit dem Fahrstuhl hinter die Fälle entschieden. In einem großen Laden für Kitsch und Andenken hatten wir die Leute gesehen, die von der Tour kamen. Nasse Haare und alle ein gelbes Plastikleibchen. Aber clever, die Tour praktisch in dem Geschäft enden zu lassen. So konnten sie den Kaufverlockungen kaum entgehen.

Wir wollten etwas anderes machen. Mit der „Maid of the Mist“ direkt in die Gischt der Horseshoe Falls.
Wir hatten die Boote mit ihren blauen Männchen (von den blauen Regenumhängen) bereist beobachtet.  Und natürlich fotografiert.







Zum Anleger mussten wir wieder zurück, am Skylon Tower vorbei Richtung Rainbow Bridge. Die Brücke, die das canadische mit dem amerikanischen Niagara Falls verbindet. Den Abstecher auf die amerikanische Seite hatten wir gestrichen, als wir gelesen hatten, dass man pro Person 6 US-Dollar zahlen sollte (canadische Dollar werden nicht akzeptiert.).   :dagegen:

Das saubere, gepflegte Bild setzte sich auf der Uferpromenade fort. Schicke alte Laternen mit Blumenkübeln daran, keine Buden oder fliegende Händler – alles sehr angenehm. Das hätten wir nicht gedacht.
Der Anleger zu den Booten war von der Straße fast nicht zu erkennen. Nur ein dezentes Schild und eine fast schon repräsentative Treppe.
Die Anlage selbst, war praktisch komplett in den Fels eingelassen. Wenn man sein Ticket hatte (auch den Preis für diese Weltsensation fanden wir sehr moderat   :clap:   ) wurde man mit einem Fahrstuhl auf ein tieferes Niveau gebracht und kam dann durch einen langen durch den Fels gehauenen Gang wieder ins Freie.

Die amerikanischen Fälle lagen jetzt fast genau gegenüber. Man hatte einen tollen Blick auf die andere Seite, vor allem, weil man jetzt alles aus einer anderen Perspektive (der Höhe des Flusses) sah.
Wir bekommen unsere blauen Plastikmäntelchen, sogar mit Kapuze, und versuchen alles andere (z.B. Fotoapparat) wasserdicht zu verstauen.
Es ist der blanke Wahnsinn.  :mrgreen:
Zuerst dicht ran an die amerikanischen Fälle, sozusagen als Vorgeschmack. Und dann, in den Hexenkessel der Horseshoe Falls. Man taucht völlig in die Gischt ein. Links, rechts, oben – alles nur weiß. Es ist nichts mehr zu sehen (warum fotografieren hier einige immer noch und warum funktionieren deren Digitalkameras auch noch in diesem Wassernebel?) und in dem Donnern des Wassers auch nichts mehr zu hören.
Ein einmaliges Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.   :respekt:

Die Plastikmäntelchen hatten uns gute Dienste erwiesen, aber etwas nass wird man schon. Kein Problem bei dem Wetter.
Auch hier endet die Tour in einem Andenken- und Kitsch-Laden. Wirklich alles sehr clever bedacht.
Das anschließende SB-Restaurant ist auch völlig in den Fels eingelassen, mit einem tollen Blick auf beide Fälle. Gerade richtig für eine kleine Pause. Und man hält es nicht für möglich, aber ausgerechnet hier essen wir den besten Burger der ganzen Reise.   :burger:

Niagara ist wohl immer für eine Überraschung gut.

Nach  dieser Stärkung wollen wir noch die „Vergnügungsmeile“ von Niagara erkunden. Es ist nicht weit und liegt sogar in Richtung unseres geparkten Wagens.
Las Vegas in Miniformat?? Oder zumindest so ähnlich!? (Wir waren noch nicht in Las Vegas)
Ein Restaurant, eine Bar und ein Spielpalast neben dem nächsten. Jeder greller, bunter, mit größerer Werbung als der Nachbar.
Diverse „Museen“. Die größten und schrecklichsten Verbrecher, die dicksten Schauspieler usw.   :platsch:
Von den Giftshops und Klamottenläden gar nicht zu sprechen. Jeder möchte uns in seinen Laden zerren.

Doch wir haben unsere eigene Vorstellung und unsern eigenen Kopf.
Wir gehen in einen „Spielpalast“ (nur Automaten- / Freizeitspiele, keine Gewinnspiele). Der Laden ist nicht nur riiiesig, sondern hier kann man Automaten sehen, die man aus Deutschland überhaupt nicht kennt. Wir entscheiden uns stilecht für Eishockey. Nach Anzeige des Automaten: USA gegen Canada. Ich bin Canada und verliere 2 : 3.  :grmpf:
Die Frau freut sich hämisch. Das Leben ist nicht fair!!   :never:

Aus der Entfernung sahen wir noch ein „German Restaurant“. Schön kitschig. Wir wollten es uns eigentlich noch näher ansehen, hatten dann aber einen falschen Weg eingeschlagen.
Inzwischen hatten wir einen ganz schön langen Weg in den Beinen. Ein Geldautomat und eine Drogerie musste auch noch gefunden werden. Mal sehen, wie wir den Wagen vom Parkplatz bekamen, bzw. was es kosten würde. Alles war unverändert und wir verließen den Parkplatz, wie wir gekommen waren. Sehr unkompliziert, sehr preiswert (umsonst)   :lachen35:   und somit sehr zu empfehlen.

Wir fuhren den Niagara Parkway nach Norden.
Der war in unseren Unterlagen als „sehr schön“ beschrieben worden. Das war eher noch untertrieben!
Vorbei ging es an prächtigen Villen und durch viel Grün. Es erinnerte an eine englische Parklandschaft.
Sehr angenehm war auch, dass hier maximal 60 km/h erlaubt waren. Man konnte so ganz gemütlich bummeln ohne als Schleicher angesehen zu werden, denn man hielt sich ja an die Verkehrsregeln. Noch nie hatte ich einer Geschwindigkeitsbegrenzung – und auch noch so einer niedrigen – so positiv gegenübergestanden.
Den nächsten Halt machten wir am Spanish Aerocar. Das ist eine art offene Drahtseilbahn.





Sie überquert an einem gut 500 m langen Stahlseil die Schlucht des Niagara River. Das Besondere ist, dass genau an dieser Stelle die Strömung einen Kessel ausgehöhlt hat, in dem mächtige Strudel das Wasser in einen todbringenden Schlund zu saugen scheinen. Netter ausgedrückt: „Der Whirlpool“.
Nichts für schwache Nerven, aber wir sind fest entschlossen, diesen Nervenkitzel auch noch mitzumachen.  Geschlossen. Heute ist zu viel Wind.

Wir lassen uns weiter auf dem Parkway treiben.
Links von uns tauchen die ersten Weinfelder auf. Diesem Thema wollen wir uns erst morgen widmen.
Was wir eigentlich mit diesem angebrochenen Tag noch machen wollten, wussten wir gar nicht so richtig. Wir zogen durchaus auch in betracht umzukehren, um uns noch die Fälle bei Nacht mit der geilen Illumination anzusehen. Es waren ja jetzt alles keine großen Entfernungen.
Das Ortseingangsschild „Niagara-on-the-Lake“ tauchte auf.

Gibt es Liebe auf den ersten Blick? – Ja, sicher!  :liebe:

Aber kann man sich in einen Ort, in eine Stadt, auf den ersten Blick verlieben? Wirklich innerhalb der ersten Minuten?
Man kann!!!   :dance:
In Niagara-on-the-Lake haben wir es erlebt. Hier muss man einfach anhalten, was zum Glück auch kein Problem war.
Am Anfang der Hauptstraße wurde man gleich vom „Prince of Wales Hotel“ begrüßt.





Ein Gebäude, wie eine Filmkulisse. In dem Stil, nicht mehr ganz so groß und so prächtig setzte es sich im Ort fort. Alle sehr british. Und sehr reich! Sehr, sehr reich!!
In einer halben Stunde hatten wir hier im Ort die Modellpaletten der Luxuslimousinen aller führender europäischer(!) Hersteller gesehen. Einschließlich der Modelle, die in Europa gerade einige Wochen auf dem Markt waren.
Aber, diese vermögenden Einwohner bemerkte man nicht, man sah sie nicht. Wir jedenfalls nicht.
Das Städtchen war einfach nur gemütlich. Von der Hauptstraße wurde man magnetisch angezogen.






Ganz entspannt in der Abendsonne hinunterbummeln. Nach 300, 400 m die Seite wechseln und zurück. Geschäfte gucken. Wenn man Glück hatte, sah man sich am Schaufenster satt, wenn man Pech hatte ging man hinein. Oder umgekehrt.

Gleich bei J.W.NORTH in der 11. Queen Street konnten wir nicht widerstehen. Ich bin fasziniert. Armbanduhren mit einem Gehäuse aus Holz, zum Teil sogar mit einem hölzernen Gliederarmband. Und alle in einem super Design. (www.tensewatch.com – für Interessierte)
Genau das richtige Mitbringsel. So werde ich (fast) jeden Tag, wenn ich auf die Uhr sehe an Canada, an Niagara-on-the-Lake erinnert.  :dance:
Wenn nur das Aussuchen nicht so schwer wäre. Ich hätte fast alle mitnehmen können, habe mich dann aber doch für eine entschieden.

Wir wollen uns noch etwas für den nächsten Tag aufheben, was wir ansehen können. Das wir über Nacht hier bleiben ist schon keine Frage mehr.
Wir parken unser WoMo um. Ganz in der Nähe ist ein kleiner Park, mit schönem Parkplatz, Toilettenhäuschen und den unvermeidlichen Tisch-Bank-Kombinationen. Und natürlich, alles direkt am Wasser.
Einige Einheimische sitzen hier noch beim abendlichen Picknick.
Mit dem Stadtplan aus dem Laden können wir uns auch orientieren. Wir sitzen genau an der Mündung des Niagara River in den Ontarion See.






Rechts ist der Fluss und links der See.
Das Gebäude gegenüber ist das Fort Niagara, also bereits Staatsgebiet der USA.

Ein würdiger Platz um den Tag zu beschließen.



Fortsetzung folgt
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*Palo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #78 am: 11.08.2006, 13:15 Uhr »
Einfach tolle Photos !!!!  :applaus:  :applaus:  :applaus:
Gruß

Palo

*America_Crazy

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #79 am: 11.08.2006, 22:35 Uhr »
Zitat von: Coodo"
Das Ortseingangsschild „Niagara-on-the-Lake“ tauchte auf.

Gibt es Liebe auf den ersten Blick? – Ja, sicher!  

Aber kann man sich in einen Ort, in eine Stadt, auf den ersten Blick verlieben? Wirklich innerhalb der ersten Minuten?
Man kann!!!  
In Niagara-on-the-Lake haben wir es erlebt. Hier muss man einfach anhalten, was zum Glück auch kein Problem war.
Am Anfang der Hauptstraße wurde man gleich vom „Prince of Wales Hotel“ begrüßt.


Schön das ihr es nach Niagara on the Lake geschafft habt. Wir waren Ende April bei den Niagara Falls und an diesem Sonntag war wirklich sehr viel Trubel, viel zu viel. So hatte ich die Falls noch nie erlebt. Einfach viel zu viele Menschen. Total überfüllt.
Jedenfalls wollten wir auch von den Falls nach Niagara on the Lake fahren, sind dort jedoch nie angekommen. Wir sind in die falsche Richtung gefahren und waren plötzlich wieder in Buaffolo. Das haben wir festgestellt, als wir plötzlich die Skyline aus der Ferne sehen können. Naja, dass war total schief gegangen.

Sehr schöne Bilder von den Niagara Fällen. Da werden Erinnerungen wach.

Grüße
America_Crazy



*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #80 am: 14.08.2006, 11:00 Uhr »
19. Tag   /   Dienstag, 07.06.2005



Kaum schlägt man die Augen auf, schon muss man in die strahlende Sonne blinzeln.   :sun:

Wir können uns nicht erinnern jemals in einem Urlaub so beständig schönes Wetter gehabt zu haben. Und jeden Morgen freuen wir uns darüber wie die Schneekönige.   :smiledance:

Wir waren nicht an dem kleinen Park stehen geblieben, das war nicht erwünscht, wie wir von einem Schild erfuhren.   :nono:
Nach kurzer Suche hatten wir den Parkplatz der öffentlichen Bücherei gefunden. Er lag am Ortsrand, war sehr ruhig und wir störten hier niemand.

Zum Frühstücken    :pancake:    fuhren wir an den Niagara Parkway, wo es diverse schöne Parkplätze gab.

Hier konnten wir den fitten Teil der Bevölkerung beobachten. Jogger sowieso, aber auch Fahrradfahrer.   :respekt:
Wer hätte das gedacht. Die wir bisher auf der Reise gesehen hatten, konnten wir an einer Hand abzählen.

Auf zum Fort George.
Das ist das Gegenstück zum Fort Niagara auf der US-Seite.
Es ist ausgewiesen als National Historic Park und konnte natürlich besichtigt werden.
Wir sind früh dran und daher sind noch kaum Menschen unterwegs. Problemlos gelangten wir trotz der frühen Stunde hinein.
Es kostete keinen Eintritt!!   :applaus:
In Hannover muss man inzwischen sogar für den Besuch der Herrenhäuser Gärten Einritt zahlen  und hier war es kostenlos.

Eine super restaurierte Anlage, absolut top gepflegt.
Von den Wällen konnte man zum Fort Niagara hinüber sehen.






Hier hatten sich also zwischen 1805 und 1815 die Engländer und Franzosen kräftig „beharkt“.   :kloppen:

Inzwischen hatte man sogar angefangen die Gebäude aufzuschließen. Dort gab es noch viele alte Ausrüstungsgegenstände und eine komplett alte Küche zu sehen.
Als wir die Anlage verließen tauchten die ersten Mitarbeiter auf. Alle in der Kleidung von damals.

Einige hundert Meter weiter hielten wir an der „Navy Hall“ Ein Parkplatz, auf dem nicht die Ablehnung der Wohnmobile durch Schilder kundgetan wurde.  :clap:
Das registrierte ich doch gleich erst mal im Gedächtnis.

Wir wollten zum Hafen und dort zum Ablegepunkt der „Whirpool Jet Boats“
Das sind Boote mit Wasserstrahlantrieb (wie die Jet Ski) statt der herkömmlichen Schraube. Nur entsprechend größer, so für ca. 25 Personen und mit der sagenhaften Leistung von 1500 PS.   :daumen:
Diese Boote fahren den Niagara River hinauf in die Stromschnellen und als Höhepunkt in die Wirbel und Strudel des Whirpool.
Doch zuerst mussten wir mal zum Hafen.

Und hier sah der Fluss überhaupt nicht wild aus.






Die Ruhe von Niagara-on-the-Lake fing uns wieder ein. Der ganze Ort dämmerte wie im Mittagsschlaf still vor sich hin.   :schlafen:

Die weniger ärmliche Bevölkerung hatte das Gebiet um den Hafen fest im Griff. Eine Villa prächtiger als die nächste. Neben der Station der Jet Boats wurde gerade ein kleiner Block mit Luxuswohnungen hochgezogen. Wir verzichteten darauf, uns nach den Preisen zu erkundigen.    :hand:

Wir hatten Glück, soeben kam eine dieser Kraftmaschinen von seinem Trip zurück.







Eine Gruppe Asiaten. Die Gesichter so gelb, wie die wasserfesten Jacken, die sie trugen.   :engel2:
Da war keine Fröhlichkeit in den Augen zu erkennen.

Das konnte uns nicht schrecken. Eher schon der Preis. 54 CAN$ sollte die Fahrt pro Nase kosten. Das war uns dann etwas zu happig   :dagegen:   (oder waren wir nur von den anderen Eintrittspreisen verwöhnt?)
Am nächsten Tag hatten wir die Entscheidung bereits bereut, doch da war es zu spät.   :zuck:

Wir kümmerten uns stattdessen um das flüssige Gold der Region – den Wein.
Nur wenige Kilometer den Niagara Parkway zurück Richtung Süden und schon kamen die Weinfelder in Sicht. Und die zugehörigen Weingüter.
Selbst ein Blinder konnte unschwer erkennen, dass der Weinanbau hier ein einträgliches Geschäft sein muss. Ein sehr einträgliches! Das musste man jedenfalls annehmen, wenn man die Weingüter und die zugehörigen Häuser sah.







„Vom Winde verweht“ lässt grüßen.
Das Weingut selbst, also die Produktionsstätte, war riesig und sehr gepflegt.
Im gut klimatisierten Verkaufsraum fielen uns etliche Fotos mit canadischen Sportlern auf. Alles Wintersportler, die Werbung für das Weingut machten.
Wir haben lieber einen kleinen Imbiss in einem schattigen Restaurantgarten im Ort vernascht. Und das wir dazu auch noch Cider bekamen, war natürlich genial.   :dance:

Das war’s.
Irgendwie machte sich ein Bruch bemerkbar. Wir fuhren zwar noch zum Kanal, der den Lake Erie mit dem Lake Ontario verband, doch die Luft war raus. Sind schon riesige Schiffe, die durch den Kanal fahren.
Uns war aber klar, dass die vorletzte Übernachtung in dem lieb gewonnenen Wohnmobil bevorstand.   :cry:

Wir fuhren noch einmal zu dem kleinen Park. Hier suchten wir uns die Bank mit dem schönsten Ausblick und sahen nur den Booten zu.
Die meisten kamen von ihren Tagestouren zurück. Sie fuhren ein Stück den Fluss hoch, um auf der US Seite in dem kleinen Hafen festzumachen.
Doch ab und an fuhr auch noch eins hinaus.






So wie dieses Prachtexemplar, das langsam in die aufkommende Dämmerung glitt.
Wo wollten die Glücklichen jetzt noch hin? Vielleicht noch nach Toronto zum Essen?
So lange dürfte es wohl nicht dauern, denn bei klarem Wetter konnte man von unserem Standort die Skyline sehen.
Jetzt war die Sonne untergegangen und der Horizont lag im leichten Dunst.







Dafür sahen wir unseren Skunk wieder,   :liar:   den wir schon am gestrigen Abend begrüßt hatten (aus der sicheren Entfernung). Ich fand es jedenfalls komisch, so ein Tier hier in dem kleinen Park, wo doch ringsum Häuser standen. Aber niedlich sah er (oder sie) schon aus – von weitem!

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von „unserem“ Park   :heulend:   und verlegten zum Parkplatz an der Navy Hall.
Das war dann doch gemütlicher als der Parkplatz der öffentlichen Bücherei.



Fortsetzung folgt
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*America_Crazy

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #81 am: 14.08.2006, 11:48 Uhr »
Hallo,

Tolle Bilder. Ich freue mich auf die letzten Tage im Wohnmobil.

Grüße
America_Crazy



*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #82 am: 15.08.2006, 10:13 Uhr »
20. Tag   /   Mittwoch, 08.06.2005



Wir hatten gut geschlafen. Der kleine Parkplatz war ideal, relativ zentral gelegen, aber trotzdem ruhig und wir störten niemand. Und mit wenigen Schritten war man am Niagara River.
Doch kaum hatten wir die Augen aufgeschlagen, kam der entscheidende Gedanke: „Schei…, alles fast vorbei.“   :flennen2:

Wir fuhren zum Frühstück noch mal zu den hübschen Parkplätzen am Parkway, drehten noch eine Abschiedsrunde durch den Ort und fanden den Highway (406) Richtung Toronto.

Die Straßen wurden breiter und der Verkehr dichter, aber wir würden ja wohl den Flughafen finden.
Wir hatten uns überlegt, unser Gepäck, bis auf einen Rucksack, in einem Schließfach oder der Gepäckaufbewahrung am Flughafen zu lassen. Dann würden wir den morgigen Tag noch gut für die Besichtigung Torontos nutzen können.

Jetzt benötigten wir nur noch ein schickes – und vor allem schattiges – Plätzchen zum Packen.   :kratzen:
In Hamilton kamen wir noch mal dicht ans Wasser und in Oakville bog ich auf gut Glück ab Richtung Ufer (Lake Ontario). Tatsächlich fanden wir einen kleinen, schattigen Parkplatz direkt am See.   :dance:
Das Packen der Reisetaschen erfüllte uns nicht gerade mit Freude.   :wut33:

Jetzt ging es direkt zum Flughafen.
Hätte ich vorher nach der Nummer gesehen, wären wir noch schneller am Terminal 3 gewesen.   :doh:
Doch wo sollte man mit unserem „Schiff“ hier parken. Kaum hielt ich mal kurz, wurde ich schon freundlich aber bestimmt zum Weiterfahren aufgefordert.   :nono:
Ins Parkhaus passte unser WoMo nicht. Schließlich klärte mich ein freundlicher Mitarbeiter auf: Den Schildern folgen zum Parkplatz für „Overhigh Vehicles“ und mit dem Shuttle zurück. Das ließ sich tatsächlich ganz leicht finden.

Schließfächer für Gepäck gab es offensichtlich keine.   :doh:
Immer wieder eine neue Überraschung.
Nachdem wir drei verschiedene Mitarbeiter nach einer Gepäckaufbewahrung gefragt hatten   :hilfe:   (jeder gab uns eine andere Auskunft) standen wir an einem Giftshop.   :kratz:
Das war also die Gepäckaufbewahrung des Weltflughafens Toronto.  :platsch:
Man lernt nie aus. Für gut 18,- CAN$ wurden unsere beiden Reisetaschen und der Rucksack in einem Nebenraum (hoffentlich) sicher verwahrt.

Das Shuttle brachte uns wieder zurück zu unserem WoMo auf dem Spezialparkplatz. Für 4,- CAN$ ein echtes Schnäppchen.
Das Thema „Gepäck“, das meiner Frau im Vorfeld einige Kopfschmerzen bereitet hatte, war damit gut gelöst.   :daumen:

Jetzt mussten wir nur noch den Highway 50 finden,   :help:   an dem unsere Vermietstation lag.

Dort in der Nähe wollten wir auf einem Campground zum letzten Mal übernachten.
Hätte ich vorher einen Blick auf unser Info-Blatt geworfen und nicht erst in Höhe der Vermietstation, dann hätte ich gesehen, dass wir zu dem CG kilometerweit zurück müssten.   :shit:   Mist.

Nicht ärgern, erst mal was essen.   :pancake:
Zum letzten Mal kämpften wir in einer Fast-Food-Kette gegen die riesigen Portionen.    :burger:
Einige Kilometer weiter Richtung Norden war noch ein CG eingezeichnet. Hoffentlich ist der näher dran. Na ja…
Die Luft war jetzt endgültig raus.   :ohjeee:

Nach einer erfrischenden Dusche   :dusche:   war noch sauber machen angesagt.

Vor dem Einschlafen stand nur noch eine Frage im Raum: Wird es morgen beim Abgeben alles glatt laufen, oder wird es Probleme geben.    :vertrag:



Fortsetzung folgt
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*America_Crazy

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #83 am: 15.08.2006, 20:11 Uhr »
Das Ende eines Urlaubes ist nie schön. Das kann ich sehr gut verstehen. Ich hoffe, dass dann alles voll funktioniert hat und ihr ohne Probleme ins Flugzeug gekommen seit. Es wird doch noch einen Abflug-Tagesreisebericht geben, oder?

Viele Grüße
America_Crazy



*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #84 am: 16.08.2006, 10:06 Uhr »
@America_Crazy
Natürlich gibt es noch einen Abflug-Tagesreisebericht, sogar verbunden mit einer, wenn auch kurzen, Besichtigung von Toronto.
Um das ohne (bzw. nur wenig) Gepäck machen zu können hatten wir ja den Aufwand am Flughafen am Vortag getrieben.




21. Tag   /   Donnerstag, 09.06.2005



Mit dem Aufwachen waren auch die Gedanken an die Rückgabe des Wohnmobils wieder da.   :heulend:
Hatten wir alles auch gründlich genug gesäubert? Warten die Füllstände exakt genug auf ein Drittel? (Nochmals konnte ich mich über diese blöde Regelung ärgern.)   :bang:
Egal jetzt.

Pünktlich zur Öffnung standen wir an der Station.
Die Rückgabe verlief ohne Probleme.
Die Füllung der Gasflasche wurde uns nur zum Teil erstattet, aber nur, weil man uns damals übers Ohr gehauen hatte.
Hielt sich aber in Grenzen und wurde von uns als „Lehrgeld“ abgebucht.   :zuck:

Meine Frau war ganz besonders erfreut, als die Mitarbeiterin, die die Abnahme machte, mit ihren Dreckschuhen ausgiebig durch das toll gewischte Wohnmobil latschte.   :teufel:
Und wir hatten uns Gedanken gemacht, ob auch alles gründlich genug gesäubert worden war.

Alles abgerechnet, alles klar.   :daumen:
Wir schnappten uns unseren Rucksack (momentan unser einziges Gepäckstück) und gingen zum Shuttle.  

Unser jamaikanischer Fahrer brachte uns gegen eine angemessene Gebühr zur nächsten günstig gelegenen U-Bahn-Station.   :dance:
Schnell hatten wir die richtige Bahn gefunden, die uns entspannt zum Hauptbahnhof brachte.
Weil der Rucksack doch recht schwer war, wollten wir ihn hier in ein Schließfach geben.
Musste es ja wohl an so einem Verkehrsknotenpunkt geben. – Von wegen!!   :nono:

Nachdem wir fünf verschiedene Leute mit unserer Frage genervt hatten     :hilfe:  erfuhren wir, dass es am regionalen Busbahnhof Schließfächer geben soll.   :bahnhof:

Der sollte auch nicht so sehr weit entfernt liegen.

Wir wollten jetzt endlich an die frische Luft und sahen als erstes einen Turm. Schon wieder.







Auf den ersten Blick war zu erkennen, dass er bedeutend höher war als der Tower in Niagara Falls.
Das „höchste freistehende Bauwerk der Welt, 553,33 Meter“ (nach Wikipedia) wird deshalb auch „Kanadas Weltwunder“ genannt.
Da mussten wir rauf, auch erst mal mit schwerem Rucksack.   :dafuer:

Wir buchten nur die untere Plattform (345 m), weil man uns von der oberen (100 m höher) abgeraten hatte. Zu dunstig und damit nichts richtig zu sehen.
Nach der kurzen aber rasanten Fahrt mit dem Aufzug wurde man mit einem traumhaften Rundblick belohnt.   :clap:

Mit unserem kleinen Fernglas konnte man in die Fenster der Wolkenkratzer sehen, was sich aber nicht besonders lohnte.  :wink:
Und auf die Dächer derselben, wo wir einige schöne Dachterrassen und sogar Pools entdeckten. Interessante Einblicke gab es aber trotzdem nicht.   :mrgreen:

Besonderer Gag auf dieser Plattform ist der Glasboden. Eine ca. 20 qm große Fläche, die aus 6,35 cm dicken Panzerglas bestehen soll, erlaubt es, praktisch über den 345 m tiefen Abgrund zu „schweben“.   :engel1:





Nichts für schwache Nerven.  :zuberge:   :zuberge:    :zuberge:

Obwohl wir beide durch unsere Erfahrung in den Bergen keine Probleme mit der Höhe hatten, war das hier was ganz anderes. Es kostete echt Überwindung    :kratz:    den Glasboden zu betreten.

Die Kinder hier sahen das viel unbefangener. Sie spielten und hopsten auf dem durchsichtigen Boden herum   :smiledance:   und legten sich sogar genüsslich hin.

Nachdem wir wieder auf der Nullebene angekommen waren, wollten wir endlich unseren Rucksack loswerden und machten uns auf den Weg zu dem Busbahnhof.
Hier gab es tatsächlich Schließfächer, in denen wir unser letztes Gepäckstück einschließen konnten.   :applaus:

Von der Last befreit ging es auf einen Drink   :bier:    ins „Hard Rock Cafe“ (weil es gerade dort lag) und anschließend in die „Unterwelt“.
Vom „Eaton Centre“ hatten wir schon in unseren Reiseführern gelesen. Mit seinen über 200 Geschäften soll es eine kleine Stadt für sich im Untergrund sein. Von der Straße her ist kaum etwas zu sehen, weil der größte Teil unter der Erde liegt. So war es gar nicht leicht, einen Eingang zu finden.
Doch dann traute man seinen Augen nicht.   :socool:   Geschäfte, Läden, Boutiquen jeder Art und Größe. Dazwischen immer wieder gastronomische Angebote aus der ganzen Welt.
Wir ließen uns einfach treiben.
Nach ca. 10 Minuten hatten wir die Übersicht verloren, auf welcher Ebene wir uns befanden.
Waren wir noch auf -2 oder schon auf -3?






Es war einfach sehenswert. Da hatten die Reiseführer nicht übertrieben.   :daumen:

Als wir aus der klimatisierten Unterwelt wieder auftauchten, empfing uns die Hitze wie ein Keulenschlag.  
Wir holten unseren Rucksack aus dem Schließfach und machten uns auf den Weg zur Haltestelle des Busses, der uns zum Flughafen bringen sollte.
Zum Glück hatten wir uns vorher genau erkundigt, wo die Haltestelle lag. Am Seiteneingang eines Hotels versteckt   :verquer:    hatten wir sie eigentlich nicht vermutet und auch kaum gefunden.

Unser Airbus startete pünktlich und brachte uns durch die Nacht sicher nach Hamburg zurück.
Nach der Landung fanden wir uns im gleichen Schmuddelwetter wieder, wie beim Abflug.   :dagegen:

Gut, dass wir die letzten drei Wochen vom Sonnenschein verwöhnt worden waren.   :sun:

Das übliche Chaos schlug über uns zusammen     :pferd:   :bang:    :protest:      –  wir waren wieder in Deutschland.   :welcome:



Fortsetzung folgt
?
?

Richtig gelesen. Es folgt noch eine Zusammenfassung, in der ich wahrscheinlich gleich einige Fragen zu unserer nächsten geträumten / geplanten Tour (Kanada Westküste) einbauen werde.
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*die_franken

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #85 am: 16.08.2006, 10:22 Uhr »
Zitat von: coodo


Nicht ärgern, erst mal was essen.   :pancake:



der Spruch ist köstlich :shock:  8)  :lol: genau meine Rede :groove:  :applaus:  :daumen:

*America_Crazy

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #86 am: 16.08.2006, 11:45 Uhr »
Toller Bilder aus Toronto. Das Eaton Center ist schon beeindruckend, vor allem das große Geschäft von Sears. Ich kann mich auch noch genau an diesen Glasboden im CN Tower erinnern. Es hat auch mich Überwindung gekostet dort hinzustehen. Kinder dagegen, sind gesprungen, saßen und lagen auf dem Glasboden. Es war doch eine coole Erfahrung.

Grüße
America_Crazy



*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #87 am: 17.08.2006, 09:43 Uhr »
Zusammenfassung



Für mich war es die schönste Reise in meinem Leben!      :applaus:      :daumen:

Bei meiner Frau relativierte es sich dagegen schon. Zum einen war sie schon mal in USA gewesen und in Indien bzw. Nepal einen direkten Blick auf die Achttausender zu werfen, ist natürlich auch beeindruckend.

Urlaub ist sowieso absolut eine individuelle Geschmacksache.

Was dem einen gefällt, findet der andere „echt ätzend“.   :dafuer:  oder   :dagegen:

Deshalb braucht man auch gar nicht erst versuchen, andere Menschen diesbezüglich zu missionieren. Ich bin der Meinung, dass es auch nicht viel bringt, unterschiedliche Urlaubsformen zu diskutieren.
Wenn man seine Vorliebe(n) beschreibt und begründet, so halte ich persönlich das für völlig ausreichend.
Andere (z.B. Leser) können dann für sich entscheiden, ob diese Art Urlaub zu gestalten, auch für sie eine Möglichkeit wäre.

Für mich (inzwischen für uns) ist die Rundreise mit dem Wohnmobil ideal.   :rv:

So war es zumindest auf dieser Reise in Ontario, denn die speziellen örtlichen Gegebenheiten sind meines Erachtens äußerst wichtig.
Wenn wir schon mit dem WoMo unterwegs sind, dann wollen wir nicht jede Nacht zwingend an einen Campingplatz gebunden sein.
Es ist für uns Teil der erkauften Freiheit (Wohnmobile sind in der Regel teurer als PKW+ Hotel), spontan am Nachmittag oder Abend zu entscheiden, wo wir übernachten wollen.
Wenn das aber auf Grund besonderer Gegebenheiten nicht möglich sein sollte, so wäre das für uns ein Anlass darüber nachzudenken, ob die Reiseform „WoMo“ hier die richtige sei.

Einer der wichtigsten Umstände in diesem Zusammenhang ist meiner Ansicht nach das Gefühl der Sicherheit.   :dozent:
Für die vorstehend beschriebene Reise galt:

Wir haben uns während der gesamten Reise zu keiner Minute auch nur annähernd unsicher gefühlt.   :!:  :!:  :!:

Ob das z. B. auch in USA so gewesen wäre wissen wir nicht.   :zuck:  
Ich halte es zumindest für fraglich.
Angst und Unsicherheit sind nun mal rein subjektive Gefühle und haben somit nichts mit der tatsächlichen Situation vor Ort zu tun.

Wir haben die Einsamkeit gesucht und wir haben die Einsamkeit gefunden.


Zum Teil haben wir an Plätzen übernachten, wo weit und breit keine Menschenseele zu sehen war.  
Das haben wir so gewollt, aber ohne das Gefühl absoluter Sicherheit geht das nicht.
Das ist eben unsere ganz persönliche Vorstellung von einer solchen Reise. Sie ist immerhin aus der Idee entstanden, sich mit einem Wasserflugzeug an ein einsames Blockhaus am See bringen und nach drei Wochen wieder abholen zu lassen.

Der Verzicht auf eine komplette Routenplanung, der nur durch die Wahl des Wohnmobils möglich war, sollte ein weiterer wichtiger Teil unserer Freiheit sein.
Wenn wir nur „normal“ in Urlaub fahren, dann wissen wir auch nicht vorher, was wir am dritten oder am fünften Tag machen. Und wir wollen es auch gar nicht wissen. Es richtet sich nämlich nach Stimmung, Lust, Laune, Wetter und was weiß ich noch.
Und wenn wir in Südtirol 100 m unterhalb des Gipfels an einem malerischen Bach rasten und weil es so schön ist länger dort bleiben, dann verzichten wir eben auf das Gipfelkreuz.

Der einzige Fixpunkt bei dieser Reise in Kanada war für uns, am 09.06.2005 wieder das Wohnmobil abzugeben.
Und das fiel schon schwer genug.   :heulend:

Aber auch das ist nur unsere ganz persönliche Ansicht.

Neben der unglaublichen Natur und der nur erahnten Weite des Landes, war es die Herzlichkeit der Menschen,    :herz:   die uns am meisten beeindruckt hat.
Dabei spielte es keine Rolle, ob es die Kassiererin im Supermarkt oder die kanadischen Dauercamper waren. Ob es nur Floskel oder „ernst“ gemeint war. Die besondere Stimmung, die dadurch verbreitet wurde, war das Entscheidende.   :dance:

Wir fühlten uns: „Als Gast bei Freunden“, obwohl wir diesen Spruch damals noch nicht kannten.

Nach so einer Reise fragt man sich automatisch, was man hätte besser machen können  :?:  
Vor allem, wenn man plötzlich ein Forum findet, in dem man so viele Reisebeschreibungen und Planungen findet und liest.
Wir haben trotz intensiven Nachdenkens nichts gefunden.
In einigen Fällen haben wir zwar gesagt, dass man es hätte anders machen können, doch ob es dann besser geworden wäre, wäre doch sehr fraglich gewesen.

Eigentlich sollte die nächste Reise über den großen Teich nach West-Kanada gehen.
Doch in den letzten Tagen ist uns für 2007 eine Biker-Tour durch den Südwesten der USA angeboten worden.
Da bräuchten wir uns wenigstens nicht um eine Planung zu kümmern. Entweder wir nicken oder nicht. – Mal sehen.

Irgendwann wird aber auch für uns der Flieger in Vancouver landen – oder doch lieber in Calgary   :verwirrt:
Viele Informationen sind nicht in jedem Fall hilfreich.
Nach allem was ich bisher im Forum über West-Kanada gelesen habe, bin ich eigentlich eher verunsichert, ob wir so eine ähnliche Tour, wie wir hinter uns haben, auch dort machen können  :?:
Ist es wirklich nur eine Frage der Jahreszeit, um in den Parks nicht auf Menschenmassen zu stoßen?
Sollte man vielleicht Banff und Jasper meiden und lieber weniger bekannte Parks aufsuchen?   :zuck:
Und so weiter, und so weiter…

Da hilft es auch nichts, wenn man noch mehr liest.
Trotzdem würden wir uns natürlich über Anregungen aus dem Forum freuen.   :rotor:
Und wenn jemand ganz anderer Meinung ist, oder uns schreibt, dass er unsere Art Urlaub zu machen nicht verstehen kann, dann würden wir das auch aufmerksam lesen.   :roll:    Das gehört einfach dazu  :!:

Wir hoffen, dass der Bericht und die Bilder ein wenig Freude gemacht haben.



ENDE  

dieses Reiseberichtes
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*America_Crazy

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #88 am: 17.08.2006, 10:21 Uhr »
Hallo,

Vielen Dank für den super Reisebericht. Mir hat das Lesen von eurem Bericht zur Reise viel Spass bereitet. Ontario ist vielseitig, davon haben wir bei unserer eintätigen Durchfahrt von Toronto nach Windsor nicht so viel mitbekommen. Wir hatten uns viele Wasserfälle in der Hamilton Gegend angeschaut und haben dann meistens nur noch Flachland gesehen. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung. Dein Bericht zeigt, dass Ontario doch einiges zu bieten hat.

Ihr hattet sehr viel Glück mit dem Wetter, welches natürlich auch einem positiven Eindruck zu einem Urlaub zählt. Davon kann ich nur ein Lied singen.

Super Bericht wie schon geschrieben.  :applaus:  Ich freue mich schon auf den nächsten!  :wink:

Grüße
America_Crazy



*coodo

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Re: Canada / Ontario, 3 Wochen mit dem WoMow im Mai / Juni 2
« Antwort #89 am: 18.08.2006, 10:42 Uhr »
Hallo America_Crazy,

vielen Dank für die netten Worte. Es freut uns, dass dir der Bericht gefallen hat.

Zitat
Dein Bericht zeigt, dass Ontario doch einiges zu bieten hat.



Mit deiner Einschätzung hast du vollkommen recht, gerade für Einsteiger (wie wir ja auch waren) ist es ein schönes und lohnendes Ziel.

Wir freuen uns auch schon darauf den nächsten Reisebericht zu schreiben, weil davor erst mal eine neue Reise (natürlich über den großen Teich) steht.


Viele Grüße aus dem regnerischen Hannover

coodo
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