Mit der Harley durch Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah

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*blackpatrol

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Mit der Harley durch 4 Bundesstaaten!

24 März 1995: Nach kurzen Vorbereitungen flogen wir (Harry, ein Arbeitskollege) von Linz nach Frankfurt. Allerdings bereits mit einer Stunde Verspätung. Eine Warnung im Cockpit leuchtete auf. Laut Kapitän ist dies kein Problem, nur ein kleines Leck! in der Treibstoffzufuhr. Nach nur einer Stunde Aufenthalt in Frankfurt ging es bereits ab nach Los Angeles. Abflug 10 Uhr 30, Ankunft 13 Uhr, ca. 12 Stunden Flugzeit. Ungefähr 20 Grad!

Nach dem Auschecken haben wir uns sofort ein Taxi besorgt, das uns vom Flughafen ins Airporthotel bringt. Was wir nicht wussten, wir hätten ein Gratis Shuttle benutzen können.



Da wir erst am nächsten Tag unsere Harleys erhielten, mussten wir eine Nacht in diesem Airporthotel verbringen. Aber was tun, wenn einem der Jetleg quält? Wir Greenhorns besorgten uns einen kleinen Plan, und wollten zu Fuß vom Hotel nach Hollywood spazieren. Schwerer Fehler, nach 2 Stunden Fußmarsch stiegen wir in einen Bus ein. Wir waren die einzigen Weißen. Nach Hollywood schafften wir es auch mit dem Bus nicht, in Downtown Los Angeles war Endstation. Prächtige Wolkenkratzer, neben kleinen Latino-Vierteln.

Zurück ging es wieder mit dem selben Bus, obwohl wir keinen Schimmer hatten, ob wir jemals wieder zurückfinden würden. Aber es klappte. Um 23 Uhr Bettruhe, und um 4 Uhr früh weckte uns wieder der Jetleg…

1.Etappe: Um 8 Uhr holte uns ein Taxi, und es ging direkt zum Harleyverleih „Easyrider“ im Stadtteil Torrance. Der Betreiber dieses Verleihs war ein Bayer und seinen amerikanische Frau. Danach verstauten wir unseren gesamten Kofferinhalt in den Satteltaschen. Mit etwas Herzklopfen starteten wir die Geräte, eine „Fatboy“ und eine „Heritage Softail“, und ab ging es Richtung San Diego. Dort besuchten wir einen Freund von mir, er wohnt in einem Vorort namens Carlsbad. Treffpunkt, das Hotel Pisoup Anderson. Die Freude war groß, Wiedersehn nach über 20 Jahren. Jeff Bogards Frau Carry kochte extra für uns einen Schweinebraten…mit grünen Nudeln. Abends fuhren wir mit Jeff zu einer Autoausstellung nach San Diego, danach wollten wir noch auf eine Party, aber Harry und ich schliefen bereits im Auto ein.

Nächsten morgen lud uns Jeff noch auf eine amerikanisches Frühstück ein: Weißbrot, Kartoffelstücke, Ei, Kaffe und Orangensaft!



2 Etappe: Von Carlsbad nach Blythe, 445 Kilometer. Abfahrt 12 Uhr, Ankunft 21 Uhr. Schöne Landschaften begleiteten uns die ersten Kilometer, ähnlich dem Mühlviertel in Österreich. Der Highway 78 führte uns dann durch eine wüstenähnliche Landschaft, es hatte ca. 25 Grad. Auf einer Kreuzung stellten wir unsere Harleys ab um eine Herde (mindestens 5000) Rinder zu fotografieren. Danach sprang meine Harley nicht mehr an. Eine Polizeistreife bot uns Hilfe an, aber wir schafften es auch ohne. Anschieben hieß es.

Vorbei ging es am „Salton Lake“ und es dämmerte bereits, als wir durch den, ein wenig unheimlichen “Boxcanyon“ fuhren. Außerdem wurde es kalt, sehr kalt, und wir beschlossen, unsere Etappe abzukürzen, und in einem Best Western Motel in Blythe zu übernachten. Unser eigentliches Ziel „Flagstaff“ ging sich nicht aus.



3 Etappe: Blythe – Ash Fork, 438 Kilometer. Abfahrt 11 Uhr, Ankunft 21 Uhr.

Um 6 Uhr früh weckte uns immer noch der Jetlag und natürlich auch ein knurrendes Geräusch im Magen. Frühstück, wie soll es anders sein, bei Mc Donalds. Zurück zum Motel, zahlen, und los….Los ging es nicht, meine Harley war tot. Keine Chance, auch nicht mit anschieben. Wir führten kurz ein Telefonat mit Easyrider, dann Werkzeug kaufen, und die Harley reparieren. Den Fehler hatten wir sofort gefunden, unter der Sitzbank war ein Massekabel vom Blinkerrelais abgegangen.

Wir fuhren wieder durch Wüstengebiet und danach entlang des Colorado Rivers nach „Havasu City“. Wir parkten neben einem 57er Chevi! Mittagessen in einem Burgerking.

Danach wieder entlang des Colorado Rivers über „Topack“ nach „Bullhead City“. Ein wunderschöner Raddampfer lag am kleinen Hafen. Dieser wurde zu einem Spielcasino umgebaut. Es ist bereits 18 Uhr, und natürlich, wie sollte es anders sein, verdammt kalt. Dann kam der Schock! Auffahrt auf den Freeway 40 Richtung Flagstaff, und es waren noch immer 224 Kilometer. Wir riskierten, und erhöhten unsere Geschwindigkeit auf 100 M/h. Wir befanden uns auf über 1500 Meter Höhe. 20 Kilometer vor Flagstaff gaben wir auf. Wir zitterten wie Espenlaub, außerdem war es nicht gerade ungefährlich auf dem Freeway. Schlechter Asphalt und Mördertrucks mit enormen Geschwindigkeiten überholten uns. Wir nächtigten im „Ash Fork Inn“, einem kleinen Motel. Ohne Essen gings ins Bett.



4.Etappe: Ash Fork-Grand Canyon Village, 289 Km. Abfahrt 11 Uhr, Ankunft 18 Uhr. Um 6 Uhr früh war Tagwache. Natürlich ohne Frühstück raus zu unseren Harleys, die Sitzbänke waren vereist. Meine Harley sprang sofort an, dafür streikte Harrys Gerät, kein Muckser, nur ein kurzes „Tac Tac“. Na dann Prost. Keine Chance das Motorrad anzuschieben, viel zu kalt. Nach über 2 Stunden Reparatur, noch immer kein Erfolg. Nach einer weiteren Stunde hatten wir den Fehler, wie gut dass wir einen Kabelbinder hatten.

Das Zündkabel hatte einen schlechten Kontakt, und leerte dadurch die Batterie.

Nach einer Stunde hatten wir „Flagstaff“ erreicht. Mittagessen in „Mulligans Sportpub“. Danach fuhren wir zu den „Red Rocks“ nach „Sedona“ und wieder retour. Uns passierte ein kleiner Parkschaden, Harry fuhr zu dicht an meine Harley…Blinkerhalterung gebrochen. Aber dafür gibt's ein Klebeband!




Zurück in Flagstaff überraschte uns ein Wintergewitter, Es blitzte und donnerte, und innerhalb einer halben Stunde hatten wir 15 cm Schnee, und minus 4 Grad Celsius. Wir warteten diese Gewitterfront ab, und fuhren weiter nach „Grand Canyon Village“!

Zitternd erreichten wir den kleinen Ort am Grand Canyon. Ein wenig was essen, dann noch in ein Imax Kino, wo wir uns die Geschichte des Grand Canyon anschauten. Es begann wieder zu schneien…Na dann Gute Nacht.

5 Etappe: Grand Canyon-Las Vegas, 646 Km. Abfahrt 8 Uhr, Ankunft 23 Uhr. Wir hatten Glück, der nächste Morgen brachte uns wolkenlosen Himmel und klares Wetter. Zwar eisig kalt, aber super Fernsicht. Was gibt es besseres am Grand Canyon? Nach dem Frühstück führen wir ca 3 Km zum Grand Canyon. Es verschlug uns die Sprache, es war gewaltig. Der Canyon spielte alle Farben, und wir fuhren insgesamt 8 Aussichtspunkte ab, und machten jedes mal Actionfotos. Man nannte uns: „Die crazy Guys“, weil wir einige kleine Klettertouren unternahmen, nur um zu tollen Fotos zu gelangen.



Nach 3 Stunden verließen wir den Grand Canyon Nationalpark. Endlich ging es bergab, es wurde wärmer und wärmer. Vorbei bei den Navajo Indianern mit ihrem „Chief Yellowhorse“, die ihre Waren am Straßenrand feilboten. In „Page“ fuhren wir über den Staudamm, der den Colorado River aufstaut, und den „Lake Powell“ bildet.

Eigentlich wollten wir an diesem Tag auch noch den „Bryce Canyon“ besichtigen, aber es war nur mehr der „Zion Nationalpark“ drinnen. Es wurde wieder kalt, es war bereits weit nach 19 Uhr, als wir auf den Freeway nach „Las Vegas“ auffuhren. Es ging weiter bergab, und es wurde jeden Km wärmer. Kurz vor Las Vegas eine kleine Kuppe auf der Autobahn, dann erstrahlte Las Vegas in seinem Lichterglanz. Um 23 Uhr checkten wir im „Downtown Motel“ ein. Danach ab in die Spielhallen, wo wir an einigen „Einarmigen Banditen“ unser Glück versuchten. Bettruhe 1 Uhr 30!

6 Etappe: Las Vegas- Lancaster, 518 Km, Abfahrt 8 Uhr, Ankunft 20 Uhr. Obwohl es uns verboten war, mit den Harleys durchs „Dead Valley“ zu fahren, machten wir es trotzdem. Vorbei ging es an den Salzseen, es hatte knapp 40 Grad plus. Wir erreichten den tiefsten Punkt: 86 Meter unter dem Meeresspiegel. In einer Oase erfrischten wir uns kurz, um gleich darauf wieder auf 1500 Meter zu frieren. Wir wollten an diesem Tag Los Angeles erreichen, aber wir schafften es nur bis Lancaster, 104 Km vor Los Angeles.

7 Etappe: Lancaster-Los Angeles, 104 Km, Abfahrt 07,30 Uhr, Ankunft 11 Uhr. Auf dem Freeway 14 gings nach LosAngeles, unsere kürzeste Etappe. Dafür kamen wir genau in die Rush Hour. Zuerst versuchten wir ohne Plan zum „Santa Monica“ Strand zu kommen, keine Chance! Angekommen am Santa Monica Sandstrand, tranken wir etwas und fotografierten dabei die schrägsten Typen. Vom Santa Monica Beach fuhren wir nach „Hollywood“, und zurück über den "Sunset Blvd“ ans Meer.

Am Abend kamen wir wieder in unser Airport Hotel, wo wir noch eine Nacht verbrachten. Am nächsten Tag mussten wir uns noch etwas zum anziehen kaufen, da unsere Ausrüstung für einen 11 Stunden Flug nicht mehr zulässig war. Ziemlich verdreckt und die Kleidung roch nach Benzin! Vom Harley Verleih fuhren wir direkt zum Flughafen. Mit einem Jumbo flogen wir zurück nach Frankfurt, und mit einer kleinen 2 Motorigen Propellermaschine weiter nach Linz. Ankunft in Linz am 2 April 1995 um 14 Uhr 30!

Es war ein echt cooler Abenteuer Urlaub!

*blackpatrol

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Re: Mit der Harley durch Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah
« Antwort #1 am: 30.04.2006, 09:17 Uhr »
Werde demnächst Fotos einscannen und auf meine HP stellen, damit ihr auch was sehen könnt!

P

*blackpatrol

  • Gast
Re: Mit der Harley durch Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah
« Antwort #2 am: 29.06.2006, 18:27 Uhr »
Endlich ein paar kleine fotos auf meiner HP

http://www.traum-reiseberichte.com/Reiseberichte/Reisebericht-Harley.htm

g
Peter

 

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