XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen

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*Anti

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Hallo zusammen!

Wie der Titel sagt: Es geht um Canyons und Valleys. Aber es gab auch andere Tiefen. Soll heißen, dass die Reise ganz anders verlief als geplant.

Das erste Mal hatte ich irgendwie nicht so richtig den Schwung zum Schreiben. Das liegt sicher an dem nicht ganz gelungenen Urlaub. Aber keine Sorge, der Bericht ist komplett fertig, ihr müsst nicht befürchten irgendwo stehen gelassen zu werden.  :wink:

Möchte sich jemand diese Geschichte antun? Dann immer rein in die gute Stube!

Ach ja: Hier geht´s lang!

Viele Grüße,

Andrea

*Anti

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #1 am: 22.11.2013, 13:48 Uhr »
Soooo... Dann soll es mal los gehen. Aber zunächst will ich mal XL-Tours vorstellen. Das sind Heiko (38) und Andrea (43)


Wieso müssen die Leute, die keine Ahnung haben, trotzdem an den Einstellungen drehen???

und seit diesem Jahr auch Kai-Uwe (gibt sein Alter nicht preis).



Für uns ist es die 2. USA-Reise nach der Jungfernfahrt 2011, für Kai-Uwe vermutlich die erste.

Dann wollen wir mal los:


Mittwoch, 28. August 2013

Um 3 Uhr 30 klingelte der Wecker, also das ist ja wirklich ganz schön früh! Aber das hatte natürlich seinen Grund: Heute reisen wir endlich wieder in die USA!!!

Man glaubt es vielleicht nicht, aber irgendwie hat man doch noch nicht alles fertig zur Abreise. Da war also nicht nur Duschen etc. angesagt, sondern auch das Bett ordentlich zu machen, die Zeitschaltuhr zu programmieren, die Fütteranweisung für unseren Wellensittich Jimmy zu schreiben, die unendlich lang wurde. Dieses Mal war nämlich eine andere Nachbarin als sonst für ihn zuständig und wie ein Tierbesitzer so ist, wird alles mögliche für den Fall der Fälle notiert. Zum Beispiel, dass er nicht handzahm ist, aber gerne Trubel um sich hat (Radio einschalten!), dass eine Zeitschaltuhr installiert ist… Natürlich musste auch noch eine Kleinigkeit abgewaschen werden und zu guter letzt der Schlüssel unserer Nachbarin übergeben und das Auto gepackt werden.

Dann ging es aber um 5 Uhr 30 endlich los. Prompt meldete der Verkehrsfunk einen liegen gebliebenen LKW in der Abfahrt Lauenau. Hoffentlich gibt das jetzt nicht einen Stau auf der A2! Um es kurz zu machen: Wir kamen super durch – keine Störungen auf der Strecke. So erreichten wir nach gemütlicher Fahrt Hannover, kauften eine handvoll Brötchen und fielen bei Heikos Eltern zum Frühstück ein. Selbstverständlich waren die vorher informiert… ;)

Pünktlich um 8 Uhr 30 klingelte es und mein Vater stand vor der Tür. Er würde uns zum Flughafen bringen. Ich sah gleich, dass etwas nicht stimmte: Er hatte eine üble Erkältung! Trotzdem wolle er uns wie versprochen chauffieren. Das ist ja lieb! Da Heikos Eltern relativ flughafennah wohnen, wäre ein Taxi auch bezahlbar gewesen, aber so war das ja viel netter, zumal uns mein Vater so sein neues Auto vorführen konnte…

Um 9 Uhr waren wir dann am Flughafen, eine Viertelstunde später konnten wir unser Gepäck abgeben. Dann hieß es warten, dann Security Check, dann warten. Dann boarden und mit 15 Minuten Verspätung hoben wir um 11:30 Richtung London ab. Erwähnte ich schon, dass während des Wartens rund um uns herum nur Leute mit einer Erkältung waren? Überall schnaufte und hustete es…

Der Flug verlief durchaus angenehm, wir beide hatten Gangplätze. Heiko hatte auch für diesen Flug schon vorab für 24€ Sitzplätze reserviert und darauf spekuliert, dass der Platz neben ihm in der 3er Reihe frei bleiben würde. So war es dann auch. Ich selbst hatte ein sehr schlankes junges Paar neben mir, so dass auch ich sehr bequem saß. Supi!
Nach ein paar Ehrenrunden über Heathrow landeten wir um 12 Uhr Ortzeit in London. Nach ewigen Fußmärschen erreichten wir den Shuttlebus, der uns zu Terminal 5 bringen sollte. Der kam auch bald und nach einer etwa 10-minütigen Flughafenrundfahrt erreichten wir Terminal 5. Wir sind ja nun schon „Profis“, da zum 2. Mal hier und wir gingen zielstrebig durch die Security. Unser Gepäck war ja durchgecheckt und würde hoffentlich alleine den Weg nach Las Vegas finden.
Mensch, heute klappte ja alles wie am Schnürchen! Keine Hetzerei, wir waren auf alles beim Security Check vorbereitet (wir hatten keine Gürtel, keine Jacke, Schlappen an…). So kann es weiter gehen! Und wir hatten noch viel Zeit!

Also erst einmal etwas gesucht, wo wir was essen konnten, Aber uns sagte nichts so recht zu. Und dann ein Zufallstreffer: In einer Pharmacy gab es auch Sandwiches und Co. Und dann auch als „Menü“ mit einem Getränk und einem Snack (Chips, Joghurt,…). Für 7,58GBP wurden wir beide zusammen satt und hatten jeder noch ein Getränk dazu. Das war ja wohl ein Schnäppchen!

Und dann hieß es wieder warten. Unser Flug stand zwar schon auf der Tafel, aber nicht ab welchem Gate wir fliegen würden.. Also machten wir es uns in der Abflughalle gemütlich und nutzten das freie Internet.
Um 15 Uhr 30 konnten wir endlich zum Gate, nicht ohne natürlich wieder U-Bahn fahren zu müssen. Das kannten wir ja schon…


Hinten, am letzten Fenster saßen wir

Um 17 Uhr startete dann der Flieger in Richtung Las Vegas. Dieses Mal durfte ich am Fenster sitzen. Wir flogen über Schottland, über Island und irgendwann konnte ich auch kurzzeitig Grönland sehen, als die Wolkendecke mal kurz aufriss. Wie immer wurden wir essens- und getränketechnisch gut versorgt und alles war gut. Erst einmal. Nach etwas 5 Stunden fingen meine Beine massiv zu Schmerzen an. Aber leider hatten sich hinter und vor den Toiletten eine Gruppe Männer versammelt, die dort Party machten. Keine Chance, dort sich ein wenig die Beine zu vertreten. In den Gängen standen sie auch überall, so dass ein Rundgang auch nicht so ohne weiteres möglich gewesen wäre. Menno!

Um 19 Uhr 30 erreichten wir endlich Las Vegas. Ich war tierisch genervt, meine Beine taten soooo sehr weh und ich ließ sicher öfters mal meine Laune an Heiko aus, dem es ja auch nicht besser ging.

Mc Carren ist im Vergleich zu Heathrow sehr übersichtlich und wir gingen zur Immigration. Offensichtlich waren wir die einzige Maschine, die gerade gelandet war. Da wir aber ganz hinten im Flieger gesessen haben, kamen wir auch so ziemlich als letzte an der Schlange an. Aber es ging recht zügig voran und Heiko hatte sich schon „seinen“ Officer ausgesucht. An dessen Schlange stellten wir uns auch an. Eine freundliche(!) Mitarbeiterin wies uns aber eine andere, kürzere Schlange zu. Okay, dann dort. Nur ging es dort langsamer voran und ein paar Minuten später standen wir wieder in der Reihe zu „Heikos Officer“. Dann waren wir dran, ich ging als erstes vor. Wir sind ja nicht verheiratet. Das übliche Prozedere mit Fingerabdrücken, Iris-Scan und eine kurze Befragung, was ich denn in den USA will etc. Dann war ich durch und ging ein paar Meter weiter um auf Heiko zu warten. Da gleich die Frage, ob wir zusammen gehören und Heikos Befragung fiel gleich ganz aus… Der Immigration Officer schaute Heikos Passfoto an und verglich es skeptisch mit dem Original. Das Foto ist echt grausam, an einem Fotoautomaten beim Bürgerbüro gemacht. Und folgt man den Anweisungen der Maschine, kann dabei auch kein gutes Bild heraus kommen. Jedenfalls sagte Heiko zu dem Beamten: „Nice Picture, eh?“ woraufhin er und der Officer lachten. Der war echt super nett!

Dann weiter zum Gepäckband. Ha! Da ist ja schon eine unserer Taschen! Heikos dieses Mal. Meine kam nicht. Und kam nicht. Es kam überhaupt nichts mehr, aber es standen noch ganz viele Leute dort! Ich war zwar schon fast am Zoll, da ich mich mit der ersten Tasche sofort an die lange Schlange angestellt hatte, aber ich machte kehrt, da meine Tasche nicht in Sicht war. Och nöööö! Aber es fehlten ja noch so viele Taschen, da stimmt wohl irgendwas hier am Flughafen nicht. Die Schlange am Zoll war nun komplett leer und etwa 40 Leute warteten noch auf ihr Gepäck. Die nette Frau von der Immigration rannte da auch rum und meinte, dass der Rest gleich kommen müsse. Eine weitere Mitarbeiterin versicherte uns, dass es gleich weiter ginge und dann kam auch noch mal eine Durchsage über Lautsprecher. Noch machte ich mir keine Sorgen um mein Gepäck, da ich ja nicht die einzige war. Aber ich hatte zugegebenermaßen schon Fantasien von einem riesigen Haufen verunglückter Koffer und Taschen, aus dem sich jeder seine Teile heraussuchen muss…

Dann ging es endlich weiter und auch mein Trolley war dabei. Also ab durch den Zoll und zum Shuttle zur Vermietstation. Da war die Schlage nicht mehr ganz so lang und bald rief Mitarbeiter Shane uns zu sich. Strahlend begrüßte er uns (er hatte denen vor uns gerade alles mögliche aufgeschwatzt) und fragte gleich, ob wir nicht ein Upgrade wollten (natürlich zu einem günstigen Preis). Nö. Echt nicht. Ein Navi? Nee, haben wir selbst. Roadside Plan? Auch nicht. Nein wirklich nicht! Aber wenn wir unsere Schlüssel verlieren? Nee, haben wir bisher auch noch nie… Dann gab er auf, machte den Vertrag fertig, wir unterschrieben und ab zum Parkdeck.

Da wurden wir gleich freundlich weiter geleitet und an der passenden Choiceline angekommen teilte uns die Mitarbeiterin mit, dass sie kein Auto in unserer Klasse da hätte. Auch nicht eine Klasse darüber. Ob wir denn bereit wären einen der drei Chevys da drüben zu nehmen, das würde uns nichts extra kosten. Wir sahen hinüber zu den 3 Traverse und stimmten sofort zu. Die 2 weißen ließen wir direkt rechts liegen und inspizierten den anthrazitfarbenen. Jau, den nehmen wir!!! Werkzeug ist auch da, Reifen sehen gut aus (sofern man das beurteilen kann, denn es war schon dunkel), also einsteigen und losfahren. Tank ist voll, der Meilenstand liegt gerade mal bei schlappen 6028mi. Cooooool!

Also los auf die Straßen des spätabendlichen Las Vegas, das Handy-Navi angeschmissen. Und wie gehabt: Es mag Las Vegas nicht… Aber irgendwann ging es, es hat nur Probleme bei dicht aneinander liegenden oder übereinander liegenden Straßen, so dass wir einmal einen Abzweig verpassten. So erreichten wir nach halbstündiger Fahrt um 22 Uhr das Valet Parking des Excalibur Hotels. Wir checkten ein, checkten das Zimmer (gut!) und machten uns wieder auf den Weg. Um 23 Uhr trafen wir bei In and Out Burgers ein, denn Heiko wollte dort unbedingt mal einen Burger essen. Für mich gab es wie immer Fries. Und Jalapenos! Die konnte man sich nehmen an den Tischen, wo man auch Ketchup und Co. bekam. Da habe ich direkt mal zugeschlagen, lecker!

Anschließend sollte es zu dem im Navi eingespeicherten Walmart gehen. Wieder mal versagte es, im Dunkeln fiel die Orientierung schwer. Letztlich fanden wir einen, aber ob es der war? Wie auch immer, wir kauften schnell ein paar Getränke und ab ging es zum Hotel. Um 1 Uhr waren wir auf dem Zimmer und total k.o. Kein Wunder, denn wir waren ja jetzt schon 30,5 Stunden auf den Beinen…


Blick aus dem Fenster

Unterkunft: Excalibur Hotel Las Vegas, $52.64 = 41,60€ inkl. Resortfee und TAX Gebucht hier: http://www.excalibur.com/

Gefahrene Meilen: 32

Fazit des Tages: USA sind einfach viel zu weit weg für meine armen Knochen, Vegas mag uns nicht und wir werden auch nicht warm mit Vegas, den Großeinkauf leider nicht geschafft (was wir fast befürchtet hatten).

Anekdote des Tages: Beim Valet Parking wurde Heikos Nachname auf den Abschnitt geschrieben. Natürlich haben wir ihn buchstabiert. Als wir das 2. Mal zum Valet kamen, war es derselbe Fahrer und er rief freudig: „Ah, Mister …!“ Heikos Nachnamen  buchstabierend…   :thumb:

*captsamson

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #2 am: 22.11.2013, 14:36 Uhr »
Glaub es oder nicht: Heute morgen hab ich einen Beitrag von Dir bei einer Routenanalyse gelesen und da kam mir spontan der Gedanken "Hey da fehlt doch noch ein Reisebericht" :-)

Freu mich dass es los geht und genug Plätze sind ja im Traverse auch :-)
2010 NY,NV,AZ,CA
2011 NY,WY,UT,AZ,NV
2011 NY,DC
2012 NV,AZ,CO,UT
2014 WY,MT,AB,BC,WA
2015 WA,OR,CA,NV

*snowtigger

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #3 am: 22.11.2013, 16:21 Uhr »
Jaaaaaaaaaaa!!! Endlich! Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.  :oops:
Ich verzieh mich katzentypisch hinten auf die "Hutablage" ... *freu*

Ich warte und freue mich seit deiner Rückkehr auf deinen Bericht, habe aber bei deinen Kommentaren hier zwischendurch schon gemerkt, dass es bei euch nicht so ganz rund gelaufen ist.
Hey, aber so ist das mit dem Reisen nun mal – und ich finde es wirklich super wichtig, dass man auch Tiefen beschreibt ... den schönsten Urlaub kann doch jeder haben ...  :wink:
September 2012: WoMo-USA-Ersttäter: Nicht ganz Der Ganze Westen vom 12.9. bis 3.10.2012
September 2014: Yellowstone & the Highlights of Utah
August 2015: SFO > LAX > LAS Honeymoon USA

*mannimanta

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #4 am: 22.11.2013, 16:49 Uhr »
Hau in die Tasten!
Isch fahr mit.... :winke:

*Gitania

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #5 am: 22.11.2013, 17:33 Uhr »
Bin dabei - wenigstens in Gedanken wieder in Vegas sein!! Juhu!!!
Dann lass uns mal an euren Höhen und Tiefen teilhaben :hand:
Liebe Grüße
Gitania

*Anti

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #6 am: 22.11.2013, 23:26 Uhr »
Hallo Ihr!

Prima, dass sich tatsächlich ein paar Mitreisende gefunden haben  :D :D :D Ich hoffe, ihr seid hart im Nehmen, denn dies wird keine typische Südwestrundfahrt, auch wenn es mal so geplant war.

Ich bin doch tatsächlich überrascht, dass einige sogar meinen Reisebericht schon vermisst haben  :oops: :oops: :oops: Deswegen geht es dann morgen Vormittag auch schon weiter  :D

Bis dahin viele liebe Grüße

Andrea

*tiswas01

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #7 am: 23.11.2013, 07:53 Uhr »
Hallo Ihr!

Ich bin doch tatsächlich überrascht ..............


Hi

Auch ich bin jetzt etwas überrascht über Deine Aussage, dass dies erst Eure zweite USA Tour ist, da ich aufgrund Deiner knapp 5.000 Beiträge davon ausging, dass Du regelmäßig und häufig "drüben" bist.

Dein Bericht fängt aber schon mal sehr gut an und liest sich interessant.

Danke dafür.

tissi


*Edeltapir

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #9 am: 23.11.2013, 08:41 Uhr »
Ich bin auch recht gespannt. Die Route die ihr gewählt habt möchten wir so oder so ähnlich bei unserer nächsten Rundreise auch in Angriff nehmen.

*et

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #10 am: 23.11.2013, 09:04 Uhr »
Na wenn es bei uns schon so besch.... wetter hat, ist doch der suedwesten eine gute alternative, i fahr auch  mit. Glg toni


1983 - BC-MT-WA
1986 - PHX-SW-SFO
1988 - solo CAL/OR +SW
1989 - SW again
2000 - NYC
2004 - Xmas Florida
2007 - Family of Five goes west
2008 - NYC mit Familie
2011 - 4 Wo Western up & down
2014 - 3 Wo CO/UT/AZ around Rim to Rim

*Anti

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #11 am: 23.11.2013, 09:15 Uhr »
Ein Hallo an alle noch zugestiegenen! Es geht auch sofort weiter!



Donnerstag, 29. August 2013

Huch! Es ist ja schon 7 Uhr! Ich hatte ja eigentlich damit gerechnet, dass wir früher aufwachen würden. Allerdings hatte ich auch gedacht, dass wir früher schlafen würden. Nun ja, es ist wie es ist. Wir checkten um 8:15 aus und machten uns auf die Suche nah einem Walmart. Wieder einmal ließ uns das Handy Navi im Stich und ich lotste Heiko irgendwie durch das Autobahngewirr Richtung Süden. Irgendwann sahen wir auch einen Walmart, an dem wir Stopp machten. Unsere Einkaufsliste hatte ich schlauerweise vergessen auszudrucken und so kauften wir einfach so ein. Natürlich eine Kühlbox, Besteck, Teller und Schüsseln, kleine Handtücher, Trailmix, Müsliriegel, Chips, Käse, Veggie-Wurst, Salate... Und natürlich reichlich Getränke und Eis.

Da war es schon halb 11, als wir die Kühlbox mit den Lebensmitteln und Eis gefüllt hatten und alles restliche Zeug verstaut hatten. So richtig hatten wir noch keine Ordnung im Auto – dritte Sitzreihe umklappen oder nicht? Wohin mit dem ganzen Kleinkram? Brauchen wir noch eine weitere Box dafür? Lassen wir erst mal alles in Plastiktüten? Wow, das hat alles Zeit gebraucht. Eigentlich wollte ich schon längst auf dem Weg Richtung Kingman sein…

Aber da gab es ja vorher noch 2 Dinge zu erledigen: Frühstück im Mel´s Diner in Boulder City und ein Foto vom Hoover Dam Bypass hinunter machen.

Um halb 12 gab es dann kein Frühstück sondern ein Mittagessen im Mel´s Diner.



Nach dem Essen und der Bezahlung erzählte ich der Bedienung, dass wir vor 2 Jahren schon mal hier waren und dass ein Kumpel meines Bruders der Manager des Mel´s Diner in Hannover, Germany sei und zeigte das Bild, das mein Bruder von dem Diner gemacht hatte und Heiko ausgedruckt und mit einem Rahmen versehen hat. Sie rannte gleich los und holte den Manager und sie waren total begeistert von dem Bild und noch mehr, als sie erfuhren, dass sie das Bild behalten dürfen. Selbstverständlich durfte Heiko ein Bild von den beiden machen.



Dann ging es für uns weiter zum Hoover Damm. Irgendwie hatte ich die Strecke etwas anders in Erinnerung aber wir folgten brav den Schildern. Das war auch gut so und wir kamen zu dem gesuchten Parkplatz. Wir schnappten Kamera und Kai-Uwe und es ging los. Auf halben Weg meinte ich noch, dass wir ja vergessen hätten uns mit Sonnencreme einzureiben. Hoffentlich ging das gut!

Die Strecke nach oben auf die Brücke haben sie nett angelegt, wobei Beton eigentlich nie hübsch ist. Aber man hat sich Mühe gegeben… Oben angekommen gingen wir ein ganzes Stück auf die Brücke und Heiko machte dort seine Fotos. Mir waren die ja relativ egal, da wir vor 2 Jahren schon „unten“ am Damm gewesen sind und für mich die Sache abgehakt war. Aber Heiko wollte so gerne noch einmal hierhin. Ich dachte allerdings auch noch ein wenig an meinen ursprünglichen Zeitplan und dass wir echt spät dran waren. Was soll´s es ist Urlaub.



Anschließend ging es weiter nach Süden – erst mal Richtung Kingman. Bei einem 2. Besuch sind einem ja viele Dinge total vertraut, über die man beim ersten Mal gestaunt hat. Zum Beispiel „Adopt A Highway“-Schilder, kaputte Reifen am Straßenrand, die großen Trucks, teilweise mit 2 Anhängern, die riesigen Werbetafeln an der Straße,… Irgendwie war das jetzt nicht mehr so aufregend, aber dafür sehr entspannt. Das gefiel mir eigentlich sehr gut. Deswegen verabschiedete ich mich auch gedanklich von meinem Zeitplan, denn heute würden wir nicht mehr viel vom Gran Canyon sehen. Störte mich nicht, denn – so leid es mir tut -  der Blick in tiefe Schluchten haut mich nicht um. Schön, beeindruckend, aber mehr eben nicht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es mir am South Rim anders ergehen würde als am North Rim.


Hier mussten wir aber doch mal halten



Also legten wir noch einen Zwischenstopp beim Walgreens in Kingman ein. Wir hatte nämlich Waschmittel und Hand Sanitizer vergessen zu kaufen. Eine freundliche Verkäuferin beriet uns wegen des Waschmittels, da das Tide, was wir ausgesucht hatten, wohl zu heftig für Handwäsche sei. Sie empfahl uns ein milderes. Klasse Service, Welcome in America!

Kurze Zeit später ging es dann auf die Route 66. Da sollte man einmal lang gefahren sein, wenn man im Westen der USA unterwegs ist, finde ich. In unserem Fall war es natürlich ein Umweg, der wieder Zeit kosten würde, aber das musste jetzt sein.

Besonders aufregend oder toll war die Strecke aber nicht. Sie war eben ganz nett, aber wir haben nicht einmal ein „66-Zeichen“ auf der Straße gesehen oder so. Einzig kultig war der Hackberry Store. Da legten wir einen ausgiebigen Stopp ein. Alte Autos standen herum, Dinge von Tankstellen und Werkstätten aus „der guten alten Zeit“ und jede Menge lustige und/oder alte Schilder. Hat Spaß gemacht, dort herum zu bummeln.









Dann wurde es immer dunkler. Wir fuhren weiter. Mensch, das sind ja Gewitterwolken! Wahnsinn! Und wie das da hinten blitzt! Über uns war es zunächst noch hell, aber in unserer Fahrtrichtung braute sich richtig was zusammen. Das war total spannend anzusehen. Mensch, wenn wir jetzt am Rim spazieren gegangen wären, was ja nach unserem Zeitplan so vorgesehen war, dann hätten wir bestimmt ordentlich was abbekommen!



Naja, aber eigentlich waren wir noch viel zu weit weg und vielleicht war es ja am Grand Canyon gar nicht so schlimm. Die Strecke zog sich nun aber auch ganz schön. In Seligman tankten wir das erste Mal und nach den schlechten Erfahrungen letztes Mal beim Tanken mit Kreditkarte, ging ich gleich hinein. Ich weiß nicht mehr wie es lief, auf jeden Fall tankte Heiko voll und wir bezahlten $49. Okay, das war dann ja mal ein Anhaltspunkt, wie viel wir bei halbvollem Tank zahlen mussten.

Wir kamen dem Grand Canyon nun langsam näher und die Städtchen wurden immer touristischer. Nee, das war nicht so unser Ding und wir waren froh, dass wir direkt am Rim eine Cabin haben würden. Auch wenn es da sicher nicht besser sein würde und sicher total überlaufen.

Wir legten in Tusayan noch einen kurzen Stopp beim Burgerbrater ein, da Heiko großen Hunger hatte. Er bestellte eine Combo, von der ich die Fries bekam. Das sollte auch reichen. Als wir aus dem „Restaurant“ kamen, leuchtete der abendliche Himmel rot. Total interessant mit den dunklen Wolken dazwischen. Mist, den Sonnenuntergang am Rim hätte ich gerne gesehen. Und von hier aus gelang natürlich mangels Aussicht kein schönes Foto.



Bald kamen wir zum Eingang des Nationalparks. Kauften für $80 den Annual Pass, der uns den Eintritt in die verschiedenen Nationalparks erlauben würde. Es fuhr kaum noch jemand in den Park, aber alle kamen heraus. Es war jetzt fast dunkel. Wir mussten sehr auf Wildwechsel aufpassen, aber wir sahen nichts und es passierte auch nichts. Erstaunlicherweise funktionierte mein Navi hier im NP und führte uns auf scheinbar verworrenen und finsteren Wegen zur Bright Angel Lodge. Was war das dunkel hier! Die Lodge aber war beleuchtet und wir checkten ein. Die Frau am Desk gab uns einen Lageplan, wo unser Zimmer eingezeichnet wurde. Irgendwie im Nachbarhaus und da oder da könnten wir parken. Das mit dem Parken klappte schon mal. Aber da es so dunkel war, konnten wir kaum die Zimmernummern erkennen. Da schreckte plötzlich ein Reh mit ihrem Kitz auf und lief davon. Wahnsinn! Direkt vor der Haustür Rehe! Ich musste unweigerlich an das Visitor Center in Mammoth (Yellowstone) denken, wo die Tiere ja auch mitten im Trubel grasten.

Nun hatten wir also unser Zimmer gefunden, hatten aber Schwierigkeiten die Tür zu öffnen. Irgendwann gelang das aber und rumms! Ich stand noch in der Tür und direkt vor dem Bett. Alles dunkel, kein Lichtschalter. Das gibt´s doch nicht! Wieso gibt es hier kein Licht? Wir quälten uns mit unseren Taschen durch die Tür und suchten den Lichtschalter! Wir fanden ihn am anderen Ende des Zimmers an einer weiteren Tür. Wie logisch ist das denn?

Das Zimmer war sauber, muffelte aber ein wenig. Es hat keinen Fernseher und auch keine Klimaanlage, nur einen Ventilator, für den wir erst einmal eine Steckdose suchen mussten. Nebenan hörten wir Stimmen, das war ja ordentlich hellhörig hier!

Wir gingen noch mal zum Auto um weitere Sachen zu holen und da huschte eine ganze Waschbärenfamilie ins Gebüsch. Die ersten Waschbären, die ich sah! Heiko hatte ja 2011 schon mal einen auf dem Campingplatz gesehen, während ich auf der Toilette war. Dafür sah ich dieses Mal die komplette Familie, während Heiko zunächst nur einen sah.

Da es total finster war, gingen wir auch nicht mehr zum Rim. Wir wussten ja nicht einmal, wo wir da hin mussten. Auf jeden Fall war es unglaublich still hier. Und der Lärm aus dem vermeintlichen Nachbarzimmer stellte sich als Lärm vom Flur heraus, denn die 2. Tür war der eigentliche Eingang und wir sind über die Terassentür „eingestiegen“ Das fanden wir an diesem Abend noch heraus. Hätte uns die Tante am Desk ja mal genauer erklären können.


Unterkunft: Bright Angel Lodge, $98.46 = 77,24€ inkl. TAX Gebucht hier: http://www.grandcanyonlodges.com/

Gefahrene Meilen: 305

Fazit des Tages: Irgendwie bin ich total entspannt, mir ist fast alles egal, sogar mein mühevoll ausgearbeiteter Zeitplan. So haben wir es nicht geschafft, heute noch am Rim zu stehen geschweige denn die Hermits Rest Road entlang zu laufen. Nur eines fand ich doof: Den roten Himmel in Tusayan hätte ich lieber am Rim gesehen.

Anekdote des Tages: Dieses mal 2 Stück, betreffen aber dasselbe Thema

Bei unserem Großeinkauf im Walmart trennten sich zwischenzeitlich Heikos und meine Wege. Als ich Heiko in der Deli-Abteilung wieder traf, beschäftigte er gleich mehrere Angestellte. Er hatte vor 2 Jahren nämlich hier hart gekochte Eier gefunden. Im 6er Pack und bereits gepellt. Er fand sie nicht und fragte ganz ungeniert einen Mitarbeiter. Der aber meinte, er kenne sich hier nicht so aus und holte eine andere Verkäuferin. Die wusste nun auch nicht was Heiko meinte und weitere Mitarbeiter kamen hinzu und rätselten, was Heiko denn suchte.  Als ich dazu stieß, waren 3 Verkäufer mit ihm beschäftigt und Heiko fragte mich, ob das denn überhaupt im Walmart gewesen sei mit den Eiern. Ja, das war hier. Er hätte nach hard cooked eggs gefragt, aber die kennen das hier nicht. Klar, denn Heiko suchte nach hard boiled eggs! Sofort ging ein Raunen durch die Gruppe, eine Verkäuferin führte Heiko zu der Stelle, wo sie liegen sollten und es waren keine da. Sofort wurden welche geholt und Heiko bekam nicht nur die gewünschte Ware sondern war um eine Vokabel und zig Rezepte reicher. Schließlich hatten die Verkäuferinnen vorher alles mögliche über Eier erzählt, was aber alles nicht zu den gekochten Eiern führte…

Im Walgreens in Kingman sprachen wir eine Verkäuferin an, die gerade das Kühlregal bestückte, da wir einfach keinen Handsanitizer fanden. Freundlich führte sie uns hin und empfahl welchen. Wo wir sie nun gerade schon mal da hatten, fragten wir sie, ob es einen Safeway oder Walmart in der Nähe gäbe. Wir hatten nämlich überlegt, dass wir eine Box für den ganzen Kleinkram brauchten und auch noch einen alkoholischen Schlummertrunk. Sie erklärte uns den Weg. Dann suchten wir ein Waschmittel aus und da kam sie auf uns zu mit  einem kleinen Plan in etwa DIN A4 Größe an und zeichnete uns den Safeway ein. Das gibt es ja nicht! So viel Hilfe haben wir gar nicht erwartet! Wir kamen ins Gespräch, bei dem wir von unserer Rundreise erzählten und dabei erwähnten, dass wir ja auch mal waschen müssten und ob dies das richtige Waschmittel sei. Sie ging los und brachte ein anderes, was besser für Handwäsche sei, aber auch gut in der Maschine. Toll! Tja, und dann hat Walgreens auch noch einen Liquor Store, so dass wir dort auch noch “Stoff“ bekamen und dort den gesamten Einkauf bezahlen konnten. Ob wir denn einen Gutschein hätten, denn das Waschmittel würden wir dann zwei mal für den Preis von einem bekommen. Nein, wir sind Ausländer, wir haben keine Coupons. Ob wir denn 2 Flaschen bräuchten? Nein, eigentlich nicht. Der Kassierer hätte uns doch glatt einen Coupon zukommen lassen!

So nett sind die Amis!

*mannimanta

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  • USA Reisevirus - nicht heilbar....
Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #12 am: 23.11.2013, 13:03 Uhr »
Ich bin doch tatsächlich überrascht, dass einige sogar meinen Reisebericht schon vermisst haben  :oops: :oops: :oops: Deswegen geht es dann morgen Vormittag auch schon weiter  :D

Das müsstest du aber inzwischen wissen.
Regel No. 1 hier im Forum: Reisebericht? Nie fragen, machen!

 :winke:

*TGW712

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #13 am: 23.11.2013, 13:34 Uhr »
Bin dabei! Hoffe, das negative Erlebnis ist nicht zu arg - bisher klingt es ja alles gut!

*Mig

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Re: XL-Tours auf Talfahrt: Canyons, Valleys und andere Tiefen
« Antwort #14 am: 23.11.2013, 14:04 Uhr »
ich steige auch noch dazu  :lol: