2 Wochen Chicago und Große Seen

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*mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #45 am: 02.07.2020, 19:59 Uhr »
Ich habe ja in der Vergangenheit schon viele negative Berichte über Detroit gelesen, deine Bilder sprechen aber eine ganz andere Sprache; so fürchterlich kann es ja dort nicht sein.
vom Stadtzentrum sind wir heute noch hell begeistert. Deshalb geht's gleich weiter:

10. Tag, Montag 30.09.2019: Detroit – Part 2: individuell

Nach der Erholungspause geht es auf eigene Faust weiter. Wir umrunden das verlassene United Artist Building, wo demnächst Apartments entstehen sollen. Einen Eingang in das daneben liegende Michigan Theater, das ein fantastisches Parkhaus enthalten soll, finden wir leider nicht. Statt dessen betrachten wir weitere abandoned buildings, gehen kurz in das Fillmore hinein und bewundern das Fox Theatre von außen.


Detroit, im Hintergrund neben anderen das Detroit Building mit den hohen Bögen


Detroit, The Fillmore im Palms Building – Lobby


Detroit, Fox Theatre


Detroit, Fox Theatre


Detroit, Farmer Street – Mural

Danach sind ein paar Shops dran. Die Schuhe, die Marianne in einem Magazin entdeckt hat, sind in dem beworbenen Laden in der passenden Größe nicht verfügbar. Außerdem kann man sie billiger bei uns im Internet bestellen (wobei sich auch da die Frage des richtigen Größe stellt). Dafür kaufen wir zwei lustige T-Shirts bei Moosejaw. Das und der aufkommende Sonnenbrand erfordert eine neuerliche Minipause im Hotel. Dann machen wir uns auf, mit der Q-Line bis zu deren Endstation zu fahren. Dabei handelt es sich um eine Straßenbahnlinie (die einzige in Detroit), die erst 2017 fertiggestellt wurde. Sie ist streckenweise oberleitungsfrei. An der Woodward Avenue, durch die wir fahren, gibt es viele für amerikanische Verhältnisse historische Gebäude in den unterschiedlichsten Architekturstilen.


Detroit, Q-Line


Detroit, 3709 Woodward Avenue


Detroit, The Whitney


Detroit, State University Press


Detroit, Main Public Library


Detroit, Beecher House

Dort gehen wir zunächst an dem auf der anderen Straßenseite liegenden Cadillac Place vorbei und besuchen das Fisher Building, ein gigantischer Palazzo Prozzo, den die Karosseriehersteller Fisher Brothers 1928 bauen ließen. In das zugehörige Fisher Theater kommen wir leider nicht rein, weil da renoviert wird. Dafür nehmen wir in der riesigen Lobby je einen guten Cappuccino und einen Keks zu uns, nachdem wir ja auf das Mittagessen verzichtet haben.

Leider zeigen beide Akkus der Kamera – die Fototasche mit Ersatzakku und -speicherkarte hat Marianne gestern aus ihrer Umhängetasche hervorgezaubert – ein "erschöpft" an, so daß die Kamera immer nur zu einzelnen Fotos animiert werden konnte.


Detroit, Fisher Building


Detroit, Fisher Building


Detroit, Fisher Building – Flur


Detroit, Fisher Building – Decke


Detroit, Fisher Building – Mosaik


Detroit, Fisher Building – Decke


Detroit, Fisher Building – Mosaik

Gegenüber schauen wir dann noch kurz in den Cadillac Place – ein Riesenkomplex aus vier miteinander verbundenen Riegeln, in dem 1923 bis 2001 die Hauptverwaltung von GM ihren Sitz hatte. Heute hat der Staat Michigan etliche Behörden untergebracht.


Detroit, Cadillac Place


Detroit, Cadillac Place – Flur

Wieder nehmen wir die Q-Line und bewundern auf der Fahrt die Gebäude auf der anderen Straßenseite, unter anderem das Detroit Institute of Art, das wegen seiner großen Murals eigentlich zum Pflichtprogramm in Detroit gehört. Leider ist es aber montags geschlossen. Wir bleiben sitzen bis zur Endstation Congress Street und gehen in einem Bogen zu Fuß zurück bis zum Hotel. Unterwegs kommen wir am Verwaltungsgebäude des Wayne County vorbei und an der Detroit Music Hall, an deren Südwand ein nagelneues Mural mit Stevie Wonder prangt. Im Hotel ist eine nochmalige Pause im Zimmer angesagt.


Detroit, Tierny Alumni House


Detroit, The Detroit Institute of Arts


Detroit, Wayne County Building


Detroit, Music Hall mit dem gerade erst fertiggestellten Stevie Wonder Mural

Dann geht es nur ein paar Meter bis zum nächsten Block gegenüber und heute kommen wir rein – ins Wright & Company. Der Eingang ist versteckt, die Portionen sind überschaubar, aber das Essen ist von hervorragender Qualität. Marianne ißt einen Avocado-Salat, ich ein Tuna Tartare – wobei wir jeweils dem anderen ein Stück abgeben. Auf nachdrückliche Bitte bekommen wir auch noch ein wenig Brot dazu – ebenfalls ausgezeichnet angeröstet. Dazu gibt es ein köstliches New England IPA: Fat Orange Cat – it's not yesterday anymore und danach eine Passion Fruit Tart.


Detroit, Wright & Company


Detroit, Wright & Company – Fat Orange Cat


Detroit, Wright & Company – Passion Fruit Tart

Bevor wir uns ins Hotel zurückbegeben, unternehmen wir noch eine Rundfahrt mit dem People Mover um die Stadt im Abendlicht zu genießen. Einen Token schluckt der Eingang ohne mich reinzulassen. Die 75 ct. sind allerdings zu verkraften. In der Bahn sind wir so ziemlich für uns alleine.


Detroit, Grand Circus Station – Skulptur "Catching up"


Detroit, Wayne County Building und Renaissance City Club


Detroit, Blick vom People Mover auf Windsor


Detroit, Baustelle der Cobo Arena

Im Hotel dann das übliche.

Gruß
mrh400

*partybombe

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #46 am: 03.07.2020, 11:22 Uhr »
Schöne Bilder einer schönen Stadt.

*U2LS

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #47 am: 03.07.2020, 19:36 Uhr »
Schöne Bilder einer schönen Stadt.

Sehe ich auch so  :clap:
Gruß
Lothar

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*mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #48 am: 03.07.2020, 19:37 Uhr »
11. Tag: Dienstag 01.10.2019: Detroit – Shipshewana

Ich schlafe nicht so toll, Marianne säuselt vor sich hin. Der Wecker kräht um 7:00, weil ich zu faul zum Abstellen war. Wir duseln noch bis gegen 7:30 vor uns hin, dann versuchen wir in die Gänge zu kommen. Nachdem die Koffer weitgehend gepackt sind, marschieren wir los, um eine Frühstücksquelle zu finden.

Draußen ist es nicht nur schön, sondern auch schon sehr warm. Wir gehen auf der Suche nach einem Frühstücksplatz zwar zunächst in dieselbe Richtung wie gestern, sind aber für Alternativen aufgeschlossen. Ein Schild "Pecora Nera – Black Sheep" weckt unsere Aufmerksamkeit und mit Hilfe eines Passanten nähern wir uns. Ein Blick durchs Fenster läßt allerdings keine besondere Auswahl erwarten.

Also dackeln wir weiter und kommen nach zwei Ecken zum Cannelle, das besonders feine Sachen in der Auslage erkennen läßt. Da leider draußen eine Baustelle mit dem Laubbläser gereinigt wird, verzichten wir auf einen Platz im Freien und gehen hinein. Die Auswahl an süßen Törtchen ist überwältigend. Dennoch entscheiden wir uns, nur ein Pflaumentörtchen zu nehmen – dünn geschnittene Scheiben zu einer dichten Blüte gerollt – und für ein Baguette-Sandwich mit Schinken und Gruyere. Dazu ein Cappuccino bzw. eine heiße Schokolade – phänomenal, wenn auch nicht ganz billig. Wir fragen uns immer wieder, woher so viele Leute in Detroit das Geld hernehmen, um in so vielen guten und nicht ganz billigen Lokalen essen zu gehen.


Detroit, Downtown Synagogue – Mural "Good Luck"


Detroit, Book Tower


Detroit, Book Tower – Karyatiden


Detroit, Kanaldeckel


Detroit, Cannelle – Auslage


Detroit, Cannelle – Pflaumentörtchen

Da wir noch zu Moosejaw wollen, der aber erst um 10:00 öffnet, gehen wir noch ein wenig herum. Zunächst schauen wir in die imposante Halle des Meridian Building, dann marschieren wir noch in die vielgepriesene Greektown. Dabei handelt es sich bei näherem Hinsehen gerade mal um einen Straßenzug mit ein paar auf griechisch getrimmten Restaurants und lauter Musik. Von außen ganz ansehnlich sind die St Marys Church und die gegenüber stehende zugehörige ehemalige katholische Schule, die heute zum Casinobereich gehört. Die Halle des Casinohotels daneben ist von erschütternder Scheußlichkeit.


Detroit, One Campus Martius


Detroit, One Campus Martius – Lobby


Detroit, Greektown – Monroe Street


Detroit, Greektown – Saint Marys


Detroit, Greektown – Mural in der Monroe Street


Detroit, Greektown – Monroe Street


Detroit, Campus Martius Fountain

Zurück in der Woodward Avenue gehen wir zum Moosejaw – wir werden auf Rütteln an der Tür 2 Minuten vor offizieller Öffnungszeit eingelassen und erwerben nochmals ein T-Shirt.

Im Hotel bestellen wir das Auto beim Valet und holen das Gepäck aus dem Zimmer. Als wir wieder unten sind, ist das Auto schon da.

Die Fahrt führ uns auf die Michigan Ave, die unter diesem Namen ewig lang die US 12 verkörpert. In Corktown drehen wir eine Schleife und stellen fest, daß diese Ecke trotz der starken Werbung für diesen Stadtteil in unseren Reiseführern keinen Aufenthalt oder Ausflug aus der Innenstadt wert gewesen wäre. Zwar sind die Bagley Street und die Vermont Street, durch die wir gefahren sind, ganz nette Wohnstraßen mit stetem Wechsel von gepflegten und morbiden Häusern (übrigens: viele in StreetView verlottert aussehende Häuser waren bei unserem Besuch frisch hergerichtet – die Region ist also auf dem Weg nach oben). Als Spaziergänger wäre man allerdings wohl eher unangenehm aufgefallen. Und die vielen Kneipen in der Michigan Avenue mögen zum Ausgehen attraktiv sein, bringen aber keine städtische Aufenthaltsqualität.


Detroit, Corktown – Michigan Avenue


Detroit, Corktown – Bagley Street


Detroit, Corktown – Bagley Street


Detroit, Corktown – Bagley Street

Im weiteren Verlauf sehen wir beim Vorbeifahren dann noch den in Verfall befindlichen alten Bahnhof Michigan Central Station (oder Michigan Central Depot), die Hauptverwaltung von Ford in Dearborn sowie einen riesigen ehemaligen Hotelkasten, der erst 1976 als Hyatt Regency eröffnet wurde und nach mehreren Namens- und Besitzerwechseln als Edward Hotel & Convention Center 2018 von den Behörden als für menschlichen Aufenthalt ungeeignet geschlossen wurde.


Detroit, Michigan Central Station


Detroit, Michigan Avenue – wie überall: einer arbeitet, drei schauen zu


Dearborn, Henry Ford II World Center


Dearborn, ehemaliges Edward Hotel & Convention Center

Die weitere Strecke zieht sich. Wir vermeiden die Interstate, um nicht nur über die Autobahn zu heizen. Viel Landschaft gibt es allerdings nicht zu sehen. Nur im Bereich der Irish Hills gibt es ein paar kleine Seen. Ein paar Örtchen liegen am Wegesrand. Mehrere Versuche, ein ansehnliches Eßlokal aufzufinden – unter anderem in Clinton – waren ohne Erfolg, so daß wir dann irgendwo in der Pampa neben einem Friedhof beim Moscow Trading Post unsere letzten Cracker mit Wasser hinunterspülen. Auffallend an diesem Friedhof (wie auch bei etlichen anderen zuvor entlang unserer Tour) sind die vielen US-Fähnchen an den Gräbern – quasi statt Blumen. Man stelle sich den Eindruck vor, wenn bei uns an jedem zweiten Grab eine kleine Deutschlandfahne wehen würde (ein Bayernfähnchen ginge ja noch).


an der Michigan Avenue vor Clinton


Farm vor Clinton


Clinton, Clinton Inn


Jonesville, Moscow Cemetery

Wir kommen allmählich in die Amish-Region, was sich nicht nur durch die archaischen Pferdekutschen auf den Straßen bemerkbar macht, sondern auch durch etliche Fahrradfahrer – auf Landstraßen in den USA ja ein ungewohnter Anblick. Kurz nach 15:00 treffen wir schließlich beim Blue Garden Inn in Shipshewana ein und beziehen unser Zimmer. Wir halten uns aber nicht lange auf, sondern fahren gleich weiter nach Goshen, wo es einen Farmers Market geben soll. Unterwegs machen wir uns den Mund wäßrig und schwärmen wir von erhofften Landjägern und Käse und Brot, das wir auf der Terrasse vor unserem Zimmer mit unseren letzten Bieren zu uns nehmen können.


Amish Kutsche bei Shipshewana


Farm bei Shipshewana


Amish Kutsche vor Shipshewana


Ob die Kutsche das Speed Limit erreicht?


Dreiradfahrer vor Shipshewana


Radlerin bei Shipshewana

Die Landschaft auf der Fahrt nach Goshen ist wie geschleckt, die Grashalme werden offenbar einzeln mit der Nagelschere auf Fasson gebracht. Immer wieder begegnen wir Kutschen der Amish. Irgendwie kommen wir da nicht ganz klar, inwieweit der Verzicht auf moderne Technik noch echte Überzeugung oder nur Folklore ist (vielleicht auch mit dem Ziel, die weiblichen Gemeindemitglieder durch ausreichend Hausarbeit kleinzuhalten). Denn auf dem Rückweg haben wir einmal eine junge Frau, einmal ein Mädchen von etwa 12 Jahren gesehen, die in typischen Amish-Kleidern und Kopfhauben mächtige Motorrasenmäher vor sich hergeschoben haben.

Aus unserer Picknickeuphorie wird nur teilweise etwas. Der Farmers Market in Goshen ist im Vergleich zu dem, was wir bisher gewohnt waren (z.B. in St. Jacobs bei Kitchener) eine riesige Enttäuschung. Einige wenige Stände in einem Gebäude, keine Wurstwaren, der Käse ist vorwiegend aus Europa (Holland, Dänemark, Frankreich, Italien usw.), die letzten krustigen Brötchen werden Marianne vor der Nase weggekauft. Dafür gibt es tolle kleine Tomaten. Mit einer internationalen Käseauswahl (Smoking Goat aus Spanien, St. Paulin aus Frankreich und Kuh- und Schafsfrischkäse mit Honig und Feigen aus NY), mäßiger Baguette und in einem nahen Bio-Supermarkt zugekaufter Salami fahren wir zurück, um dann doch unser Picknick bei knapp 30° C auf den Schaukelstühlen auf der Porch zu genießen und die Tagesabschlußarbeiten zu erledigen.


Goshen, Farmers Market


Goshen, Millrace Canal


Middlebury, Amishe mit Motormäher


Middlebury, Werbung für "Dutchman Essenhaus"


Shipshewana, Amish Kutsche


Shipshewana, Terrassenpicknick

190 mi
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mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #49 am: 04.07.2020, 10:06 Uhr »
Detroit gefällt mir auch wirklich ausgesprochen gut! Hätte ich nicht gedacht.
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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #50 am: 04.07.2020, 13:16 Uhr »
Irgendwie kommen wir da nicht ganz klar, inwieweit der Verzicht auf moderne Technik noch echte Überzeugung oder nur Folklore ist (vielleicht auch mit dem Ziel, die weiblichen Gemeindemitglieder durch ausreichend Hausarbeit kleinzuhalten). Denn auf dem Rückweg haben wir einmal eine junge Frau, einmal ein Mädchen von etwa 12 Jahren gesehen, die in typischen Amish-Kleidern und Kopfhauben mächtige Motorrasenmäher vor sich hergeschoben haben.

Nur mal so zum Nachdenken: könnten es nicht die moderneren Mennoniten gewesen sein, die diese Hightech Geräte benutzt haben? Die kleiden sich auch öfters ganz traditionell...
Gruß
Lothar

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*Jack Black

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #51 am: 04.07.2020, 15:45 Uhr »
Ich habe ja in der Vergangenheit schon viele negative Berichte über Detroit gelesen, deine Bilder sprechen aber eine ganz andere Sprache; so fürchterlich kann es ja dort nicht sein.

Ist ja auch nicht mehr, das wird doch schon seit mehreren Jahren berichtet, dass Detroit sich wieder erholt. Da findest Du ganz viele Berichte im Internet, wie die Bewohner zurückkehren und auch die Infrastruktur wieder aufgebaut wird. Der Tiefpunkt von vor 10 Jahren ist lange Vergangenheit. Sie sind zwar auch noch weit von den glorreichen Zeiten als Zentrum der Automobilbranche entfernt, aber das Stadtbild hat sich speziell nach 2013 wieder einigermaßen erholt, insbesondere wurden viele Bauruinen entfernt, andere Gebäude konnten als modische "Lofts" an solvente Käufer veräußert werden.

Google einfach mal ein wenig nach Detroit.

*U2LS

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #52 am: 04.07.2020, 16:14 Uhr »
dass Detroit sich wieder erholt. Der Tiefpunkt von vor 10 Jahren ist lange Vergangenheit. das Stadtbild hat sich speziell nach 2013 wieder einigermaßen erholt

...dann ist das ja gut.

Ich hatte irgendwie im Hinterkopf, dass die Stadt ziemlich heruntergekommen sein soll; wahrscheinlich habe ich Detroit deshalb bei meiner damaligen Tour auch ausgespart.
Wie alt meine Fundstellen im WWW allerdings waren, kann ich gar nicht mehr sagen.
Gruß
Lothar

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*mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #53 am: 04.07.2020, 17:44 Uhr »
dass Detroit sich wieder erholt. Der Tiefpunkt von vor 10 Jahren ist lange Vergangenheit. das Stadtbild hat sich speziell nach 2013 wieder einigermaßen erholt
...
Ich hatte irgendwie im Hinterkopf, dass die Stadt ziemlich heruntergekommen sein soll; wahrscheinlich habe ich Detroit deshalb bei meiner damaligen Tour auch ausgespart.

Also man muß schon einräumen, daß es in Detroit noch unendlich viele Brachflächen, lost places und abandoned buildings gibt. Ich erinnere an die Aufnahmen vom National Thatre - eine totale würde rundum reine "Wüste" zeigen -, von der Michigan Central Station oder vom Edward Convention Center. Es gibt auch eine ganze Reihe von angebotenen Stadtführungen mit Schwerpunkt Bauruinen, die auch in Ecken führen, wo man besser nicht alleine zu Fuß unterwegs ist, z.B. https://www.viator.com/tours/Detroit/Detroit-Urban-Exploration-and-Photography-Tour/d22934-9636P1 . Aber man spürt (möglicherweise "spürte" - ich weiß nicht, inwieweit Corona da wieder einen Swing nach unten herbeigeführt hat) allenthalben eine positive Aufbruchstimmung. Und vor allem hatten wir den Eindruck, daß der Wiederaufbau konzeptionell gut ausgerichtet ist.

Nur mal so zum Nachdenken: könnten es nicht die moderneren Mennoniten gewesen sein, die diese Hightech Geräte benutzt haben? Die kleiden sich auch öfters ganz traditionell...
Vermutlich war es so. Das hatten wir vor der jetzt kommenden Lehrstunde aber noch nicht auf dem Schirm.


12. Tag, Mittwoch 02.10.2019: Shipshewana – Chicago

Den Wecker um 8:00 warten wir wieder einmal nicht ab, trödeln aber zunächst vor uns hin. Draußen ist es bedeutend kühler und feucht (noch ohne Regen). Frühstück gibt es im Blue Gate Garden Inn, das innen leider nicht so ganz ansprechend ist. Dafür werden die Omelettes auf Anforderung nach Wunsch frisch gebraten und sind sehr gut; das seltsame Brot riecht auch nach dem Toasten furchtbar. Aber wir werden auch ohne das Brot gut gesättigt.

Beim Check out kaufen wir noch zwei Magneten. Dann geht es los zum Menno Hof, einem Amish/Mennoniten Museum zwei Blocks weiter. Der Besuch ist nur mit Führung möglich. Wir kommen mit zwei Amerikanerinnen gleich in die erste Tour.

In einer ersten Runde erklärt uns ein Führer zunächst ein paar wesentliche Elemente der Lebensweisen. Danach sind die Mennoniten liberaler, was den Umgang mit technischen Errungenschaften angeht – so erlauben einige Gemeinden das Autofahren (wenn die Fahrzeuge "dezent", d.h. meist schwarz sind). Bei den Amish entscheidet der jeweilige Bischof, was erlaubt ist. Dabei hat jede Gemeinde ihren eigenen Bischof – und in der Region gibt es 117 Gemeinden mit jeweils eigenen Bischöfen!

Die Bischöfe werden auf Vorschlag der Gemeindemitglieder zur Wahl gestellt oder auch ausgelost: auf einen Tisch werden so viele Bibeln gelegt, wie es Kandidaten gibt. In einer der Bibeln ist eine Art Ernennungsurkunde. Jeder Kandidat nimmt sich eine Bibel – der mit dem Zettel wird Bischof. Wer sein Bischofsamt aufgibt oder nicht annehmen will muß in der Regel die Gemeinde verlassen; meist konvertiert er zu den Mennoniten (Frauen spielen dabei natürlich keine Rolle).

Dann gibt es ein Filmchen zu den Religionen und ihren Grundlagen – was hängenbleibt: am wichtigsten sind Zäune, Grenzen, Zäune und nochmal Zäune, um die Gemeinde abzuschotten.

In zwei weiteren Räumen gibt es dann Vorführungen zur Entwicklung der christlichen Hauptrichtungen und zur Behandlung/Folterung von Abtrünnigen. Danach gehen wir nur noch schnell durch den Ausstellungsteil, zwei weitere Vorführungen sparen wir uns aus Zeitgründen. Der Shop hat ein paar ganz nette Sachen, ist aber eher überteuert.


Shipshewana, Springbrunnen am Mennohof


Shipshewana, Mennohof – Wohnzimmer

Wir wollen noch ein paar Eindrücke aus der Amish Region mitnehmen und fahren deshalb im Wechsel von Regen und Trockenheit noch nach Nappanee. Da ich auf gut Glück irgendeine Straße eingegeben habe, kurven wir durch die Pampa und kommen am Spielplatz einer Amish Schule vorbei, wo die Kinder aller Altersklassen im Freien miteinander spielen.


Farm am Plymouth - Goshen - Trail


Nappanee, Spielplatz


Nappanee, Spielplatz


Nappanee, Parkmöglichkeit am Spielplatz


Nappanee, Amishe Verkehrsmittel

Schließlich finden wir doch noch den Weg in die "Stadt" und parken an der zentralen Kreuzung. Direkt dort ist eine Kaffeerösterei mit Restaurant, wo wir einen Salat zu uns nehmen. Ganze Amish-Familien essen dort neben „normalen“ Leuten zu Mittag, viele Kinder, die Mädchen in Kleidern mit schönen Farben und alle mit Hauben auf dem Kopf.

Nach dem Essen gucken wir noch ein paar verfallende Häuser an und machen uns auf den Weg nach Chicago.


Nappanee, Vintage Haus


Nappanee, E Market Street


Nappanee, E Market Street


Nappanee, alte Werbetafel an der N Main Street

Die Fahrt verläuft erst ruhig; als wir auf die I 94 kommen, wird es zunehmend hektisch. Als wir uns der Stadt nähern, kommt die I 90 mit der I 94 zusammen und die Straße weitet sich auf 4 - 6 Spuren je Richtung. Bei einem Limit von 55 mph sind wir mit 60 - 65 eher ein Verkehrshindernis. Links und rechts werden wir von donnernden 18-Wheeler-Sattelschleppern mit minimalem Abstand überholt (immer noch besser als wenn sie mit weniger als 10 Metern Abstand hinter einem drängeln). Die Häuser der Stadt verstecken sich im Nebel.


I 90 vor Chicago


I 90 vor Chicago


Chicago im Nebel


Chicago, W Ohio Street

Als wir erst einmal von der Interstate herunten sind, finden wir den Weg zum Hotel Thompson schnell. Der Check in geht ruckzuck, das Gepäck wird gleich mitgebracht auf unser Zimmer im 20. Stock mit herrlicher Aussicht auf die Stadt – allerdings sind die Spitzen der Wolkenkratzer noch immer im Nebel.

Zur Hertz Station im Westin sind es nur wenige Blocks – dennoch verlaufen wir uns auf dem Rückweg konsequent gleich mehrfach, weil Marianne unbedingt in ein Gebäude rein will und nach dem Ausgang an einer anderen Seite die Orientierung weg ist. Im Hotel sortieren wir uns neu und ziehen uns der schlechteren Witterung angepaßt um (es ist kühl und regnet immer wieder).


Chicago, Thompson Hotel – Zimmer


Chicago, Thompsom Hotel – Blick vom Zimmer zum Lake Michigan

Auf der Suche nach einem guten Restaurant in der Nähe (wir haben auf unserem Irrweg etliche interessante Kneipen gesehen) gerate ich an das Cafe des Architectes (CDA) im Sofitel. Wir reservieren online und marschieren dort hin. Wir nehmen kleine Plates to share: Scallop Ceviche, Octopus, Asparagus Salad, Lamb Meat Balls – dazu ein IPA und eine große Pellegrino. Als Nachtisch gibt es für Marianne noch einen Strawberry-Rhubarb Crumble und für mich eine Almond Tarte.

Gut abgefüllt kehren wir ins Hotel zurück und arbeiten den Tag auf.

169 mi


Chicago, CDA – schon ziemlich zusammengefressene Tapas


Chicago, Thompson Hotel – Blick aus dem Zimmer auf das Waldorf Astoria Hotel


Gruß
mrh400

*partybombe

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #54 am: 04.07.2020, 18:57 Uhr »
Eure Hotels sind alle 👍

*mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #55 am: 06.07.2020, 11:27 Uhr »
Angesichts der Bilderfülle muß ich den heutigen Tag teilen. Wer nicht an Frank Lloyd Wright interessiert ist, kann den ersten Teil gerne überspringen.

13. Tag, Donnerstag 03.10.2019: Chicago – Part 1: Oak Park

Wir schlafen einigermaßen unruhig und sind lange vor dem Wecker um 07:30 wach. Dennoch warten wir ihn ab und stehen dann gemütlich auf. Draußen ist es zwar trüb und grau, aber die Wolken hängen nicht mehr gar so tief. Man kann immerhin den Lake Michigan vom Hotel aus sehen.


Chicago, Thompson Hotel – Blick zum Lake Michigan


Chicago, Thompson Hotel – Blick auf 900 North Michigan und One Magnificent Mile

Wir verzichten auf ein Frühstück und nehmen in der Lobby nur einen Tee bzw. Kaffee. Dann marschieren wir los zur unterirdischen Red Line und fahren bis zur Umsteigestation Lake, wo wir nach oben müssen, um in die als Hochbahn fahrende Green Line zu wechseln. Mit der Green Line fahren wir anschließend bis zur vorletzten Station Oak Park; unterwegs passieren wir etliche eher wüste Regionen, am Ziel finden wir aber eine sehr gehobene Wohngegend vor. Auf dem Weg zu unserem Ziel – dem Haus von Frank Lloyd Wright – kommen wir am ansehnlichen Geburtshaus von Hemingway vorbei.


Chicago, Thompson Hotel – Bar


Chicago, 4 East Elms Condos


Chicago, Blick aus der Green Line auf die Skyline


Chicago, N Oak Park Avenue – Hemingway's Birthplace

Wir müssen uns ranhalten, um pünktlich um 10:00 bei Frank Lloyd Wrights Home and Studio anzukommen, wo wir gleich an einer Führung mit insgesamt 6 Personen teilnehmen können. Der Führer erklärt uns ausführlich Leben und Wirken von Frank Lloyd Wright, der dieses Haus von seinem Vorschuß von 5.000 USD für seine 5-jährige Tätigkeit bei Adler & Sullivan gebaut hat. Trotz seines Exklusivvertrags bei Sullivan plante er "schwarz", nämlich auf eigene Rechnung, etliche Häuser für Klienten ("bootleg-houses" – ein Begriff aus der Prohibition), was zu einem Rausschmiß bei Adler und Sullivan führte.

Berühmt ist Wright für seine minimalistische Dekoration, für seine Einbauten, für seine gesamthafte Betrachtung seiner Objekte und nicht zuletzt für seine undichten Dächer. Deshalb bezeichnete der Führer ihn auch explizit als ausgezeichneten Designer, aber eher mäßigen Architekten. Auch hier finden sich etliche Glasdächer, die nicht dicht zu bekommen waren und mit "Überdächern" geschützt werden müssen.

Wir werden zunächst im Haus herumgeführt, später dann auch noch im Außenbereich. Wir finden es hoch beeindruckend, wie Wright Gebäude und Einrichtung perfekt und harmonisch aufeinander abgestimmt hat. Gerade bei den kleineren Räumen wird deutlich, was man bei gekonntem Design daraus machen kann.


Frank Lloyd Wright Home and Studio


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Sitzecke


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Arbeitstisch


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Esszimmer


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Glasdecke


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Schlafzimmer


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Fresko im Schlafzimmer


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Bad


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Sewing Room


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Playroom


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Glasdecke


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Empfangsraum


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Gartenskulptur


Frank Lloyd Wright Home and Studio – Namenstafel

 
Frank Lloyd Wright Home and Studio – Portikus

Nach der Führung besichtigen wir bei inzwischen recht schönem Wetter noch einige seiner Häuser in der näheren Umgebung von außen. Dabei wird erkennbar, daß er im Stil einige Wandlungen durchlaufen hat. Leider sind manche Häuser wegen der dichten Vegetation schwer zu fotografieren, wenn man nicht in die Grundstücke eindringen will (deswegen werden Architekturfotos auch gerne im Winter gemacht – aber wir sind nun mal im Herbst da).

Auf dem Rückweg zur Bahnstation kommen wir noch an einem Postamt im Mussolini-Stil (nicht von Frank Lloyd Wright) vorbei und am Unity Temple von Frank Lloyd Wright. Den Eintritt sparen wir uns, wir schauen nur kurz von außen rein.


Chicago, Oak Park – Robert B. Parker House


Chicago, Oak Park – William H. Copeland House


Chicago, Oak Park – Heurtley House


Chicago, Oak Park – Nathan G. Moore House, das mehrfach umgestaltet wurde


Chicago, Oak Park – Laura Gale House


Chicago, Oak Park – Post Office


Chicago, Oak Park – Unity Temple

Schließlich fahren wir mit der Green Line zurück in die Stadt. Entlang der Bahnlinie sind in der W Lake Street einige Häuser mit total verrammelten Fenstern, aber noch teilweise offenen Geschäften im Erdgeschoß. Bei StreetView waren im März 2020 die Häuser mit Aufnahmedatum Juni 2019 noch „normal“. Wenn man auf die Gegenfahrbahn der Straße ging, hatte man bei StreetView das Aufnahmedatum Oktober 2019, aber offensichtlich etwas später – da sind auch die Geschäfte verrammelt. Aktuell sind bei StreetView durchgängig die Aufnahmen vom Oktober 2019 zu sehen, im 3D-Satellitenbild sind die Fenster noch alle unverkleidet.


Chicago, 5235 W Lake Street am 03.10.2019


Chicago, 5235 W Lake Street auf Streetview mit Datum Juni 2019


Chicago, 5235 W  Lake Street auf StreetView mit Datum Dezember 2019

Nach dem Aussteigen gehen wir in unsere "Stammkneipe" Cafe Toni und essen Crepes (diesmal wirklich mit Himbeeren und Zitrone) und Salade Nicoise.


Chicago, Toni Cafe – Crêpes
Gruß
mrh400

*Wanderlust2020

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #56 am: 07.07.2020, 13:21 Uhr »
Hey, danke für deine tollen Bilder!

Mein Mann und ich sind gerade auch an der Planung für eine Amerika-Reise. Über Chicago haben wir bis jetzt nicht viel von Bekannten gehört. Wie hast du es erlebt? Welche Sehenswürdigkeiten lohnen sich für einen Besuch? Gibt es Insider-Tipps betreffend Restaurants oder Bars/Clubs?

Welche Seen sind gut geeignet um eine entspannte Wanderung durchzuführen?

LG

*mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #57 am: 07.07.2020, 14:22 Uhr »
Mein Mann und ich sind gerade auch an der Planung für eine Amerika-Reise. Über Chicago haben wir bis jetzt nicht viel von Bekannten gehört. Wie hast du es erlebt? Welche Sehenswürdigkeiten lohnen sich für einen Besuch?
Einfach meinen Bericht lesen (22.09., 02.10. abends bis 05.10. [kommt noch]) :wink: :lol: . Welche Sehenswürdigkeiten sich lohnen, hängt stark von den individuellen Interessen ab. Für uns waren die Musts, an denen wir unser Programm orientiert hatten:
- Architectural Boat Tour (wegen Architekturinteresse allgemein)
- Oak Park (wegen Interesse an Frank Lloyd Wright speziell)
- Chicago 360 am Hancock Tower (Alternative wäre Skydeck im Willis Tower gewesen; den Ausschlag gab die fußläufige Entfernung zum Hotel)
- Chicago Art Institute
ansonsten immer wieder mit der Elevated ein Stück fahren und rumlaufen, rumlaufen, rumlaufen. Insgesamt hat uns die Stadt ungemein gut gefallen (und Detroit übrigens auch, wie dem Bericht zu entnehmen ist).

Gibt es Insider-Tipps betreffend Restaurants oder Bars/Clubs?
Toni Cafe haben wir durch Zufall entdeckt und machten es zu unserer Tages-Stammkneipe - gute kleine Schlemmereien.  Den Rest haben wir über Reiseführer und Tripadvisor nach den Kriterien "gehoben" und "hotelnah" ausgesucht, also nichts geheimes.

Die Blues Kneipe Kingston Mines steht auch in jedem Reiseführer als authentisches und ältestes einschlägiges Lokal. Den Ausschlag gegenüber anderen (insbes. Blue Chicago) gaben der frühe Beginn (2. Abend nach dem Flug mit zu erwartendem Jetlag) und der Umstand, daß man etwas zum Essen bekommt.

Welche Seen sind gut geeignet um eine entspannte Wanderung durchzuführen?
Da kann ich wenig beitragen; unsere "Wanderungen" beschränkten sich auf bessere Spaziergänge. Es war bewußt als Urlaub ohne größere Wanderungen geplant.
Gruß
mrh400

*mrh400

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #58 am: 07.07.2020, 17:17 Uhr »
13. Tag, Donnerstag 03.10.2019: Chicago - Part 2: Hancock Tower und Downtown

Nach unserer Mittagspause bei Toni setzen wir unser Programm mit einer kurzen Fahrt der Red Line fort, um nach einem kurzen Fußweg den Hancock Tower zu erklimmen. Die Aussicht von  "360 Chicago" in der 94. Etage ist phantastisch. Wir suchen den Blick auf unser Hotel, werden aber nicht richtig fündig.


Chicago, 900 N Michigan


Chicago, Hancock Tower


Chicago, Hancock Tower – Blick nach Norden


Chicago, Hancock Tower – Blick auf W Elm und N State


Chicago, Hancock Tower – Blick nach Westen


Chicago, Hancock Tower – Blick nach Südwesten

Wieder unten laufen wir am nahe liegenden Water Tower Place vorbei erneut zur Red Line und fahren bis zur Jackson, wo die Station wechseln müssen. Wir blicken in der Wabash Ave auf den Trump Tower in der Ferne und steigen dort in die Orange Line für nur eine Station um – La Salle. Dort gehen wir zunächst am Stadtgefängnis und am Kluczynski Federal Building vorbei, unser Ziel ist aber The Rookery, dessen Foyer von Frank Lloyd Wright umgestaltet wurde. Besonders die Treppe ist bemerkenswert.


Chicago, Water Tower Place – Pumping Station


Chicago, Wabash Ave mit Trump Tower im Hintergrund


Chicago, Metropolitan Correction Center


Chicago, Kluczynski Federal Building


Chicago, Quincy Station


Chicago, The Rookery – Lobby


Chicago, The Rookery – Treppe

Damit haben wir unser Pflichtprogramm absolviert und hartschen auf Umwegen zurück bis zum Hotel. Unterwegs schauen wir noch hier und da hinein, z.B. ins Carbide and Carbon Building mit seiner messingglänzenden Eingangshalle. Im Hotel fallen wir schließlich total erschöpft auf die Betten. Per Internet reserviere ich in der Tavern gegenüber; dann wird der Tag nachvollzogen.


Chicago, 10 South LaSalle


Chicago, Board of Trade


Chicago, Wabash Ave mit Trump Tower


Chicago, Aon Center, Vista Tower und Blue Shield Tower


Chicago, Carbide and Carbon Building


Chicago, Carbide and Carbon Building – Aufzug


Chicago, Holzeulen an der S Michigan und E S Water


Chicago, Wrigley Building


Chicago River von der DuSable Bridge


Chicago, Blick über die DuSable Bridge nach Süden

Die Tavern at Rush scheint ein gehobenes Lokal zu sein. Mehrere Lamborghinis vor der Tür und etliche Hummergerichte sowie Austern auf der Karte sprechen dafür. Wir begnügen uns mit Whitefish mit Gemüsesalat – zwar nicht das Niveau von gestern, aber dennoch wirklich sehr gut.


Chicago, Tavern at Rush – Whitefish

Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel gehen wir über den E Bellevue Place und schauen ein wenig in die erleuchteten Wohnungen und gehen erneut zum Hancock Tower, wo wir zum Abschluß des Tages unsere Doppelkarte nutzen und nochmals zum 36 Chicago nach oben fahren, um das Lichtermeer der Stadt zu bewundern.


Chicago, Thompson Hotel – Blick zum Lake Michigan


Chicago, E Bellevue Place


Chicago, Hancock Tower – Navy Pier


Chicago, Hancock Tower – Blick nach Norden


Chicago, Hancock Tower – Blick nach Nordwesten


Chicago, Hancock Tower – Blick nach Süden
Gruß
mrh400

*partybombe

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Antw: 2 Wochen Chicago und Große Seen
« Antwort #59 am: 07.07.2020, 19:39 Uhr »
Ein interessanter Bericht mit feinen Bilder. Uns wäre der Urlaub zu stadtlastig, aber deshalb fahren wir ja auch mit dem RV in NP‘s insbesondere im SW.

 

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