Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005

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*Anette

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Reisebericht Florida vom 03.03.2005 bis 13.03.2005

Nach dem doch sehr "ruhigen" Urlaub in Alaska im vorigen Jahr, durfte es  dieses Jahr etwas "lauter" sein. Der Mittelpunkt unserer Reise war die Bike Week in Daytona, die zeitgleich zum Iditarod am ersten Wochenende im März beginnt und eine Woche dauert.

Donnerstag, 03.03.2005
Auf dem Hinflug sind wir von Frankfurt mit United nach Chicago geflogen
(den Satz habe ich mir aus meinem Las Vegas Reisebericht kopiert, jaja, das verletzt das Copyright..) Die Flugzeit war mit 8 Stunden und 35 Minuten sehr kurz. Und dabei wollten wir doch unseren Freiflug mal so richtig geniessen. United verlangte nun, wie viele andere Fluggesellschaften auch, 4 bzw. 5 Dollar für alkoholische Getränke. Im Dezember gab es sie noch kostenlos. Nach der Immigration hatten wir bis zum Weiterflug noch 3 Stunden Zeit. Wir sind ins Hilton Airport Hotel und haben es uns in der dortigen Sports Bar gemütlich gemacht. Bei einem Bier und doch sehr scharfen Chicken Wings ist die Zeit schnell vergangen.
Die Flugzeit von Chicago von Orlando betrug 2 Stunden 10 Minuten. Obwohl ich lange Zeit im Voraus diesen Freiflug gebucht habe, war die Strecke Frankfurt - Washington - Orlando ausgebucht. Deshalb diese "Hin- und Zurückroute" über Chicago. An allen Autovermietschaltern in Orlando am Flughafen war es leer, nur bei Alamo, wo auch wir hin mussten, standen sehr viele Leute an. Wir haben bestimmt 30 Minuten gewartet, bis wir an der Reihe waren. Wir haben eine Chevy Equinox Allrad genommen. Mal was ganz anderes, wie sonst der übliche Trail Blazer.
Gut gelaunt sind wir ins Quality Plaza am International Drive gefahren. Als
ich einchecken wollte, bemerkte die Dame an der Rezeption, dass wir mit
unserem Gutschein im falschen Hotel sind. Wir hatten im Quality Inn
International, auch am International Drive, reserviert. Bei soviel Quality
und soviel International kann man ja schon mal nach so langer Flugzeit durcheinander kommen. Im richtigen Hotel angekommen haben wir unser Zimmer bezogen und nach dem Auspacken haben wir es uns in der Topsy Turvey Lounge ein Glas Bass Bier gegönnt. Das Wetter war allerdings gar nicht Florida-mäßig. Es  regnete in Strömen bei starkem Wind und es war kalt (10°C).

*Anette

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #1 am: 10.05.2005, 17:49 Uhr »
Freitag, 04.03.2005
Zwischen den Frühstücksräumen im Quality Plaza und Inn besteht kaum ein Unterschied. Sowohl von der Einrichtung als auch bei der Büffetauswahl, merkt man nicht, in welchem Quality Hotel man sich aufhält. Die Regenwolken hatten sich verzogen und die Sonne strahlte.

Unser erstes Ziel heute war das Örtchen Celebration. Celebration ist ein kleines Städtchen mit ca. 2000 Einwohnern und wurde vom Disney Konzern gegründet. Das Städtchen wurde in 6 verschiedenen Baustilen errichtet, die perfekt nebeneinander harmonieren. Man kann zwischen Wohnungen, Häusern und Apartments wählen, die
z. B. im mediterranen, im klassischen oder auch im viktorianischen Stil erbaut wurden. Eine der vielen Vorschriften besagt, dass die Gardinen zur Straße hin weiß sein müssen. Celebration ist ein sauberes, sicheres und perfektes Örtchen. Es gibt eine Warteliste, um sich dort ein Haus/Apartment/Wohnung kaufen zu können. Im Ort gibt es einen künstlich angelegten See, am Ufer schließt sich ein großer Park an. Am Seeufer entlang stehen keine Holzbänke zum Ausruhen, das ist ja viel zu unbequem und für einen solchen Ort nicht schicklich, sondern wunderschöne Holzliegestühle. Im See gibt es wie fast überall in Florida, so auch in Celebration, Alligatoren und Schildkröten. Welche „Aufnahmekriterien“ die Tiere zu erfüllen haben, weiß ich leider nicht.
Das örtliche Kino erinnert eher an einen typischen amerikanischen Bau der 60er Jahre. Dabei ist zu bemerken, dass der Ort erst 1994 gegründet wurde. Nachdem uns das doch recht gut gefallen hat, die „Truman Show“ lässt grüßen, möchten wir bei unserem Urlaub im August im Norden Floridas auch Seaside besuchen.

Danach kehrten wir in die Wirklichkeit zurück und sind auf dem Weg nach Maitland in den Bass Pro Shop, Orlando. Dieser Laden ist im Gegensatz zu dem in Las Vegas etwas kleiner, die Auswahl an Outdoorartikeln wie immer überwältigend.

In Maitland haben wir das Audubun Birds of Prey Center besucht, ein kleines Reha Center. Bis zum heutigen Tag wurden im Jahr 2005 68 Vögel gesund gepflegt, im Jahr 2004 waren es insgesamt 268 und seit Bestehen des Centers 1979 wurden an die 600 Weißkopfseeadler aufgepäppelt. Viele wurden wieder zurück in die Freiheit entlassen, einige wenige sind im Reha Center geblieben. Wie üblich in solchen Centern, wurde natürlich ein Tier herumgetragen und den Leuten vorgestellt. Es handelte sich um eine Ohreneule. Erstaunlich war, die Eule hatte genau die gleiche Ohrenform wie wir, natürlich nur im Miniformat. Die Eule hatte nur ein Auge. Als sie ins Reha Center gebracht wurde, war nicht bekannt, dass die Eule falsch geprägt war. Sie wurde zu anderen Eulen gesetzt und im Nu war ein Kampf zugange, bei dem sie ein Auge verlor. Natürlich kann sie nie mehr zurück in die Freiheit.
Hier die genaue Bezeichnung und die Anfahrtsbeschreibung, falls jemand hinfahren möchte. Zeitdauer zum Besuch des Centers ca. 1 Stunde.
Audubon of Florida, National Center for Birds of Prey. 1101 Audubon Way in Maitland, geöffnet Di – So von 10 – 16 Uhr
Orlando, go north I 4 to Lee Road, turn right/east, and at the 1st light (Wymore Road) go left, then right/east at the next light (Kennedy Blvd). Continue 0.5 mit to East Ave, turn left and go to the stop sign at Audubon Way, turn left, center is on the right.

Nächster Stopp auf dem Weg nach Daytona war der Blue Springs State Park. Im Winter ist diese Quelle, deren Wasser immer 22°C hat, die Heimat von Manatees. Es stand zwar überall geschrieben, die beste Tageszeit um Manatees zu sehen, sei morgens, aber auch am Nachmittag waren sehr viele zu sehen. Teilweise konnte man vom Steg bis auf wenige Zentimeter an sie heran. Die Tiere ließen sich von den Besuchern überhaupt nicht stören. Wir sind noch den kleinen Boardwalk bis zum Ursprung der Quelle gewandert. Das Wasser war sehr klar und es gab jede Menge Fische. Besonders gut haben uns die Fische mit dem Namen Gar gefallen, ein gefleckter, schmaler Fisch mit langer „Schnauze“.
Auf einer Schautafel am Beginn eines Wanderweges konnten wir lesen, dass es in diesem Gebiet sehr viele Florida Schwarzbären gibt. Bis dahin wussten wir nicht, dass es in Florida überhaupt welche gibt. Gebiete, in denen sie in Florida auch noch häufig vorkommen, ist die Gegend um Ocala und im Big Cypress. Da es schon später Nachmittag war, konnten wir den Trail nicht mehr gehen. Leider haben wir während unseres Aufenthaltes in Florida keinen Bären gesehen.

Wenn wir schon keine Schwarzbären gesehen haben, so haben wir auf der Fahrt vom Blue Springs SP nach Daytona auf dem Grünstreifen neben der I 4 Armadillos gesehen. Und es waren nicht wenige, die hier nach Nahrung suchten.

Daytona war an diesem Nachmittag schon voller Motorräder. Die Main Street war über das Wochenende für Autos gesperrt. In die Nebenstraßen durfte man weder mit Motorrad noch Auto, die waren nur für die Anlieger freigegeben. Wir hatten das Super 8 direkt am Strand gebucht. Das war das schlechteste Super 8, in dem wir jemals gewohnt haben und auch das teuerste. Aber zu Bike Week-Zeiten gelten andere Gesetze bzw. Preise. Einziger Vorteil dieses Motels, man kann zu Fuß in die Main Street. Einen Parkplatz für eine Auto in Daytona während der Bike Week zu finden, ist fast unmöglich. Da hat man schon Probleme mit dem Motorrad, an ein Auto gar nicht zu denken. Wir hatten den ganzen Tag außer dem Frühstück nichts gegessen und hatten keine Lust, in ein Restaurant zu gehen. Also sind wir unverzüglich in die Main Street. Was dort los war, an Motorrädern, Menschen, Musik, kaum vorstellbar. Wir haben schon viele, überhaupt in USA, „abgedrehte“ Veranstaltungen erlebt, aber das setzte dem ganzen die Krone auf. Überall Live-Musik, die Saloons und Biergärten knallvoll, Motorräder in Massen, in Worten ist diese Atmosphäre nicht zu beschreiben. Wir holten uns an einem Stand etwas zum Essen, beschlossen nach 2 Bissen, dass das eigentlich ungenießbar ist. Naja, so ein Diättag hat auch was für sich. Dafür haben wir im Full Moon Saloon ein leckeres Bud getrunken und uns die Band angehört. Leider gab es an Bier nur die Auswahl zwischen Bud und Bud light. ....aber ist ja Bike Week..... und ein Bud gehört nunmal dazu.
Dass nachts während der Bike Week nicht mit Totenstille zu rechnen ist, war klar. Dass es allerdings so laut zuging, übertraf doch unsere Ruheerwartungen. Unser Zimmer lag im Untergeschoß des Hotels. Das Untergeschoß hatte den Nachteil, daß das Fenster des Zimmers auf gleicher Höhe mit dem Parkplatz des Ocean Deck Restaurants, nebem dem Super 8, befand. Am frühen Abend standen viele Motorräder auf dem Parkplatz, die standen auch noch um Mitternacht. Und wenn man eine HD startet, dann Motor anlassen, im Leerlauf Gas geben, Gas wegnehmen, Gas geben und das mind. 10 Minuten lang; mulipliziert mit der Anzahl der Motorräder... Einfach beschrieben, es war total ätzend. Selbst Watte im Ohr hat nicht geholfen. Es war ungefähr 3 Uhr bis es endlich Ruhe gab und wir einige Stündchen ohne Geknatter im Ohr schlafen konnten.

*Utah

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #2 am: 10.05.2005, 19:39 Uhr »
Hi Anette!

Als du angefangen hast über Celebration zu schreiben kam mir auch gleich die Truman Show in den Sinn.
Mal sehen wie es weiter geht, will weiter  :lesend:
Viele Grüße
Utah



Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.

*Easy Going

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #3 am: 10.05.2005, 20:37 Uhr »
Ah -  ein neuer Bericht - bin schon gespannt wo Ihr überall im einzelnen auf Euerem Trip wart.  :D
Gruß Easy


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*Anette

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #4 am: 11.05.2005, 16:08 Uhr »
Easy, es wird noch 2 Tage mit Bike Week weitergehen  :D

Samstag, 05.03.2005
Ausgeschlafen waren wir an diesem sonnigen Morgen überhaupt nicht. Nach dem gestrigen Diättag gestern fuhren wir zu Ihop und frühstückten ausgiebig. Erstaunlicherweise war das Restaurant um 9 Uhr schon sehr gut besucht. Das Publikum natürlich zu 100 % Biker und hier auf dem Parkplatz nur Stellplätze für Motorräder. Die Bike Week ist das weltgrößte Motorradtreffen, wobei nur ganz wenige deutsche und japanische Motorräder zu sehen waren. Dagegen ist das Treffen in Sturgis, South Dakota, ein reines HD Treffen. Das geht soweit, dass einmal am Tag ein japanisches Motorrad „gehängt“ wird.

Nach dem Frühstück kaufte ich mir das offizielle Bike-Week Kopftuch und band es mir um. Nun war ich endlich „ordentlich“ und Bike Week-gerecht angezogen und wir konnten zum Ausstellungs- und Festgelände in der Beach Street aufbrechen. Auf der Beach Street war schon mächtig viel los. Das Ausstellungsgelände war gut besucht und auf der Straße fuhren schon viele ihre Runden. Main Street, über die Brücke, entlang der Beach Street Richtung Süden und über die nächste Brücke wieder zurück nach Daytona Beach. Und das unzählige Male. Von Stunde zu Stunde wurde es voller und gegen Mittag war es schon schwierig, mit dem Motorrad einen Parkplatz entlang der Straße zu finden. Wir schauten uns die verschiedensten Stände an, von S.I.C Choppers bis hin zu Arlen Ness war alles vorhanden. Ob es sich um Zubehör, Ersatzteile, Kleidung, Beleuchtung oder Maschinen drehte, es gab nichts, was es nicht gab. Customized Bikes ist in Daytona bzw. ganz USA natürlich ein riesengroßes Thema. Besonders originell fand ich eine Maschine, an der kein Seiten- bzw. Hauptständer angebracht war, sondern die mittels Hydraulik abgesenkt wurde und auf dem Rahmen stand. Ob das praktisch ist oder nicht, sei dahingestellt. Ein Aussteller aus Hockenheim hatte auch ein Ständchen dort.
Mich würde interessieren, wie viel Prozent des Umsatzes von HD „Merchandise“ ist. Von den Besuchern der Bike Week war kaum jemand zu sehen, der kein HD T-Shirt trug, von weiteren Kleidungsstücken und Schnickschnack ganz zu schweigen. Selbst für Hunde hat Harley ein Outfit, eine kleine Kappe und ein Mäntelchen. Das wurde von zwei Besucherhunden sogar getragen. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass die Vierbeiner die Kappe eher als störend empfanden.
Viele der Motorräder waren mit Totenköpfen verziert bzw. bemalt und es war zwischendurch erfrischend, mal eine Maschine in einem anderen Design zu sehen, z.B. Rosenmuster. Aber ob das zur Harley passt? Ich möchte keine Rosenranken auf meinem Motorrad haben....zurück zu den Totenköpfen......
Die größten Motorräder sind die berühmten Boss Hoss. Diese Teile haben einen Corvette Motor. Für das Cruisen auf den Interstates mag das ok sein, ich möchte eine dieser Maschinen gerne auf einer kurvigen Strecke hier zulande sehen.
Auf dem Festgelände war eine Motorrad Stunt Show. Die Show war super gut. Drei Männer fuhren mit ihren Maschinen in einem Steel Ball. Erstaunlich, welche Kunststücke die Stuntman auf einem solchen engen Raum zeigten.
Natürlich wie bei uns auf Festen, kommt auch auf der Bike-Week das Essen und Trinken nicht zu kurz, mit Live Musik, versteht sich von selbst.
Hat zwar nichts mit Motorrädern zu tun, aber nicht minder beeindruckend war ein Auto, welches ausgestellt wurde. Da blieben keine Fragen offen. Es war ein Ford F 350 Super Duty Tonka V8 Turbo Diesel, geworben wird dafür mit „meet the beast“.

Am Nachmittag sind wir zurück ins Super 8, nicht ohne uns zuvor bei 7/11 mit Donuts und Kaffee versorgt zu haben. Bevor wir uns ins abendliche Getümmel stürzten, mussten wir eine Ruhepause einlegen. Die Besucher des Oceans Decks waren wohl noch auf der Ausstellung, schliefen noch oder polierten ihre bikes, zumindest an diesem Nachmittag war es ruhig.

Noch ein paar Worte zum Super 8. Das Zimmer, in dem wir wohnten, war echt renovierungsbedürftig und jedes Motel 6 ist besser ausgestattet. Badewanne oder Duschwanne gab es keine, das Duschbecken war einfach gemauert. Die „Duschmauer“ war ungefähr 0.5 cm hoch, dafür hörte der Duschvorhang 80 cm über dem Boden auf. Bereits wenige Millisekunden nach Aufdrehen der Dusche stand das Bad total unter Wasser. Die Handtücher hatten immerhin die Dicke von, na sagen wir, 2 Blätter Papier, richtig schön flauschig und es gab genau 1 Handtuch pro Person. Gesaugt wurde der Teppichboden des Zimmers während unseres Aufenthaltes überhaupt nicht und die Müllbeseitung ließ zu wünschen übrig.

Zum Abendessen gingen wir ins Hilton. Das Hotel konnten wir zu Fuß erreichen und mussten nicht mit dem Auto fahren. Im Hilton hätten wir vielleicht einen Parkplatz bekommen, aber nie mehr wenn wir ins Super 8 zurück gekommen wären. Da wir nach dem Abendessen gleich weiter in die Main Street zogen, hatten wir uns zum Dinner nicht besonders schick angezogen. Wir überlegten schon, wo wir hingehen, wenn wir in unserem Outfit nicht ins Hilton Restaurant können. Es war kein Problem, selbst hier: „Bikers Welcome“. Das Restaurant im Hilton war eine Oase der Ruhe  :D .

Nach dem Abendessen gingen wir in die Main Street  Und was dort am Samstag abend los war, das haben wir überhaupt noch nie erlebt bzw. gesehen. Am Rande der Straße parkten Hunderte von Motorrädern, die Bürgersteige waren rappelvoll von Menschen und auf der Straße fuhren die Jungs und Mädels mit ihren Maschinen.
Die Luft war gesättigt mit Abgasen und Benzin. Und immer wieder: im Leerlauf Gas geben. Wir bummelten durch die Straße und fotografierten fleißig. Eine Bemalung und der Ständer eines Motorrades hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war ganz mit Bald Eagles bemalt und der Seitenständer war in Form eines Adlerfußes. Ziemlich cool. Wir besuchten 2 Saloons, den berühmten Boothill und den Full Moon Saloon. Im Boothill spielte Big Engine und im anderen Crash. Natürlich Rockmusik vom Feinsten. Wir sahen noch die Ankündigung, dass Molly Hatchet während der Bike Week spielt. Die hätten wir uns gerne angehört, das Konzert war erst am nächsten Wochenende und zu diesem Zeitpunkt weilten wir nicht mehr in Daytona.
Die Mädels, die sich tagsüber noch mit HD Leder BH und knappstem Höschen auf den Motorrädern einen Sonnenbrand holten, hatten zu dieser späten Stunde wegen der Kälte ein Jäckchen bzw. lange Hosen übergezogen.
Zurück im Hotel war das gleiche am Laufen bzw. Gas geben wie in der vorigen Nacht. Der Höhepunkt zu später Stunde waren einige burn outs  :twisted:

*Utah

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #5 am: 12.05.2005, 10:09 Uhr »
Zitat von: Anette

 Das geht soweit, dass einmal am Tag ein japanisches Motorrad „gehängt“ wird.


Sorry, bin kein Biker, aber da wird richtig ein japanisches Motorad aufgehängt ???

Zitat von: Anette

Die Mädels, die sich tagsüber noch mit HD Leder BH und knappstem Höschen auf den Motorrädern einen Sonnenbrand holten...


Hier würden Bilder sicher deinen Bericht etwas anschaulicher machen ... 8) :lol:
Viele Grüße
Utah



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*Easy Going

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #6 am: 12.05.2005, 11:10 Uhr »
@Utah
aber Vorsicht sonst kriegen wir wieder eine Serverlastspitze  :lol:
Gruß Easy


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*Anette

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #7 am: 12.05.2005, 19:53 Uhr »
Utah, das ist in Sturgis beim HD Treffen ein Gag. Eine japanische Zwiebacksäge wird an einem Baum hochgezogen, gehängt eben!! Bei der Bike Week in Daytona gibt es so was ähnliches, haben wir nicht gesehen. Da wird ein japanisches Motorrad, hier allerdings im Gegensatz zu Sturgis kein echtes sondern eins aus Pappe, angezündet.

Anette

*Anette

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #8 am: 12.05.2005, 19:55 Uhr »
Sonntag, 06.03.2005
Da uns hier im Forum ein Besuch der Stadt St. Augustine sehr empfohlen wurde, sind wir an diesem Vormittag nach St. Augustine gefahren. Dieses ist die älteste permanent bewohnte Stadt der USA. Don Juan Ponce de Leon betrat als erster Europäer Florida. Ein Denkmal steht genau der Bridge of Lions gegenüber.
St. Augustine besitzt einen sehr schönen alten Stadtkern und vielen restaurierte Häusern, die teilweise noch aus der spanischen Kolonialzeit stammen. Geparkt haben wir am Visitor Center, wo wir uns auch eine Karte für das Bähnchen gekauft haben, welches durch die Altstadt fährt. Das ehemalige Hotel Ponce de Leon gehört nun zum Flagler College.
Da wir bisher noch nichts gefrühstückt hatten, legten wir einen Essenstopp im Casa Marion Hotel ein. Als nächsten Punkt hatten wir uns das Old St. Augustine Village Museum ausgesucht, ein aus neun Häusern bestehender Freilichtmuseumskomplex. Im Gegensatz zum Spanish Quarter handelt es hier um die Originalgebäude und nicht um Rekonstruktionen. Leider öffnete dieses Museum erst am Nachmittag. Wir haben uns noch das älteste Haus der USA in der St. Francis Straße angesehen und beim Bummel durch die Fußgängerzone sind wir an einem alten Schulhaus vorbeigekommen.
In der Nähe des Visitors Center ist das ehemalige Gefängnis von St. Augustine. Die Tour für dieses Museum war in unserer Bähnchenfahrt enthalten. Die Führung im Gefängnismuseum war super. Sie wurde von der Frau des Sheriffs, dem Vertrauensmann der Gefangenen und der Köchin des Gefängnisses durchgeführt. Alle waren natürlich entsprechend kostümiert und die Sprüche von den dreien waren klasse. Bemerkenswert: Von der Todeszelle aus konnte man direkt auf den Galgen schauen.
Wir sind am frühen Nachmittag wieder Richtung Daytona gefahren. Allerdings wie am Morgen nicht über den Highway 1, sondern über die A1A, eine Empfehlung von Heinz. Und es hat sich wirklich gelohnt, an der Küste entlang zu fahren.
Eine kleine Wanderung hatten wir heute noch im Plan. Ob sich der Bulow Woods Trail nun im Bulow Creek State Park oder an der Bulow Plantation Ruins State Historic Site befindet, weiß ich nicht. Wir haben am Ende der Plantation Road geparkt und sind ca. eine Stunde gewandert. Der Trail ist insgesamt 7 Meilen lang und uns war klar, dass wir das am Nachmittag nicht mehr schaffen. Der Weg führt durch einen Wald und nach ca. 45 Minuten raschelte es im Gebüsch und was entdeckten wir? Drei Armadillos beim Essen. Um Nahrung zu finden, schieben sie mit der Schnauze das Laub weg. War schon witzig, die lustigen Gesellen beim Essen zu beobachten. Sie ließen sich durch uns überhaupt nicht stören.
Auf dem Weg nach Daytona legten wir einen Stopp im legendären Iron Horse Saloon in Ormond Beach ein. Ist ein typischer Motorradtreff mit Bretterbuden, sehr rustikal. Hier war es am frühen Sonntagabend, wie nicht anders erwartet, brechend voll. Natürlich mit
Live Musik und Bud.
Es war schon dunkel, als wir wieder in Daytona ankamen. Besonders beeindruckend und gut aussehend, waren die Beleuchtung, die einige Biker an ihren Motorrädern hatten. Eine blaue Beleuchtung, die sich im Chrom spiegelt, sieht schon obercool aus. Kurz vor der Ankunft am Hotel dachte ich, ich sehe nicht recht, ist nun James Bond hier oder was ist los? Ich bildete mir ein, aus dem Auspuff eines Motorrades seien Flammen gekommen. Na ja, nach 3 Tagen Bike Week kann man schon mal solche Phänomene sehen. Aber halt, da war es schon wieder! Es wird Gas in den Auspuff eingespritzt, welches sich dann entzündet und die Flammen werden „ausgespritzt“. Der Flammenwerfer ist somit perfekt. Das müsste man mal hier in Deutschland praktizieren...............
Sehr oft haben wir auf der Ausstellung gesehen, dass Lachgas in den Brennraum eingespritzt wird. Dieses dient zur Leistungsteigerung.
Nach dem Abendessen, welches wir wieder im Hilton einnahmen, ging wir wieder in die Main Street. Am Sonntag Abend war aber wesentlich weniger los. Man konnte ganz bequem auf dem Bürgersteig laufen, die Saloons waren leerer als am Freitag und Samstag. Die Bands spielten nach wie vor klassische Rockmusik. Im Dirty Harrys war allerdings das Bud ausverkauft und wir mussten uns mit Bud light zufrieden geben. Zum Glück war das Getränk wenigstens eiskalt und somit einigermaßen genießbar.
Die Nacht war sehr ruhig und wir konnten ohne das typische Geknatter der Harleys und ohne den Lärm von burn outs schlummern.

Das war unser Besuch in Daytona auf der Bike Week. Für uns war es ein absolutes Highlight, welches wir bestimmt nicht zum letzten Mal besucht haben.
Ursprünglich war geplant, dass wir uns zwei Motorräder mieten und natürlich mit dem Motorrad zur Bike Week fahren. Dieses Vorhaben wurde allerdings ganz schnell zu den Akten gelegt, als wir die Preise für die Anmietung von Motorrädern zu Zeiten der Bike Week erhielten. Eine Harley hätte für 3 Tage 1100 Dollar gekostet und das war es uns nun doch nicht wert.

Ab morgen geht es dann zur Kurzrundreise durch Florida.

*Heiner

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #9 am: 12.05.2005, 20:20 Uhr »
Hallo Anette!
Herzlichen Dank für den Bericht von St. Augustine. Die A1A haben wir auch im Programm.
Ich bin auf deinen weiteren Bericht schon sehr gespannt.
Gruß Heiner


Wat mutt, dat mutt

*Westernlady

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #10 am: 14.05.2005, 20:29 Uhr »
Anette, bin schon sehr, sehr gespannt auf Euren weiteren Reiseverlauf. Wahrscheinlich werde ich mir noch in den A.... beißen, weil ich nun bestimmt noch Infos finde, die ich noch hätte mit einbauen können.

Ich freue mich schon auf die nächste Etappe  :D

*Anette

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #11 am: 17.05.2005, 18:45 Uhr »
Die nächste Etappe:

Montag, 07.03.2005
Wie viele andere Bike Week-Besucher haben wir Daytona heute morgen verlassen. Die Fahrt ging zum Juniper Springs State Parks im Ocala National Forest. Gefrühstückt haben wir kurz vor der Abzweigung zum State Park in einem kleinen Restaurant, Natalie, oder so ähnlich, den genauen Namen habe ich mir nicht notiert. Das Western Omlett schmeckte jedenfalls super und der Orangensaft in Florida war der beste, den wir bisher getrunken haben.
In Juniper Springs angekommen sind wir sofort ins Rangerbüro und haben uns ein Kanu gemietet. Da Montag und nicht  Wochenende war und die Reservierung für ein Kanu ohnehin nur bis 10 Uhr bestehen bleibt, hatten wir keine vorgenommen, aber es waren noch genügend Kanus zum Ausleihen vorhanden. Wir wurden in der Rangerstation drauf aufmerksam gemacht, dass diese 11 km lange Kanustrecke kein Trip für Anfänger sei. Auch wurde ein Film mit den technischen Gegebenheiten und den Naturhighlights der Strecke gezeigt. Ich kann jedem, der diese Tour macht, diesen Film sehr empfehlen. Nachdem wir Kanu Nr. 8 mit einem Handkarren von der Aufbewahrungsstelle zum Fluss gefahren, konnte die Aktion „Wet´n Wild“ losgehen. Verabschiedet wurden wir von einem Waschbär, der sich das Geschehen unter dem Schutz des Parkschildes angesehen hat. Während des ersten Drittels der Fahrt war der Fluss zwar eng, zum Glück die Strömung nur sehr geringfügig und vor allen Dingen, was noch wichtiger war, es lagen keine umgefallenen Bäume in Kopfhöhe über dem Fluss. Dieses änderte sich jedoch bereits im mittleren Teil der Fahrt. Die Strömung nahm zu, wobei von einer starken Strömung zu sprechen sehr übertrieben ist. Und proportional zur verstärkten Strömung erhöhte sich die Anzahl der Bäume, die quer über dem Flussu lagen. Kopf einziehen war einige Male an der Tagesordnung. Aber nicht alle Bäume lagen so hoch über dem Wasser. Wir sind keine sehr erfahrenen Kanuisten und es kam, was kommen musste: wir kenterten. Damit hatten gar nicht gerechnet und natürlich waren Foto und Videokamera bei der Bootsfahrt dabei. Die technischen Geräte waren im Rucksack verstaut. Der Rucksack war zum Glück ziemlich leer und damit leicht, deshalb ging er nicht unter und Wolfgang hat ihn sofort ans Ufer geworfen. Wir standen bis zu den Knien im Schlamm, das Kanu war voll  Wasser und wir wären gerne wieder eingestiegen, um unsere Fahrt fortzusetzen. Zum Glück kamen zwei Kanus angepaddelt. Die Leute stiegen aus ihren Kanus aus und halfen uns, das Kanu zu entleeren. Und so ein Kanu kann ganz schön schwer sein...... Dann wurde mir geholfen, dass ich wieder ins Boot kam, unser Kanu von den beiden anderen eingeklemmt und Wolfgang konnte sich ins Boot ziehen. Rucksack wieder eingeladen und total verschlammt setzten wir unsere ganz persönliche Jungle Cruise fort.
Der letzte Teil der Fahrt verlief zum Glück ohne weitere nasse Zwischenfälle. Wenn auch die Strömung blieb, hörte das mit den querliegenden Bäumen bald auf. Dafür gab es jede Menge Sandbänke, auf denen wir uns ab und zu festgefahren hatten.
Insgesamt benötigten wir für die 11 km ohne größere Pause, von den 10 Min. Zeitverlust beim Kentern abgesehen, ca . vier Stunden. Es war eine tolle Fahrt, die Landschaft beeindruckend schön und an Tieren haben wir einen Alligator und jede Menge Schildkröten gesehen. Um halb fünf Uhr wurden wir mit dem Transferbus an der Aussteigestelle abgeholt und zurück zum State Park gefahren.
Wir haben dann frische Hosen aus dem Koffer gezurrt und uns umgezogen. Die Klamotten waren zwar inzwischen getrocknet, die Matsch- und Schlammkruste war in ihrer vollen Pracht noch vorhanden. Also alles in einen Müllsack gesteckt und ab damit in den Kofferraum. Abermals wurde wir bei dieser Aktion von einem Waschbären beobachtet. Nun war es aber Zeit, dass wir weiter fuhren.
Unser heutiges Übernachtungsziel war das Best Western in Crystal River. Ich hatte diesen Ort ausgesucht, weil überall Werbung damit gemacht wurde, dass man hier genauso wie in Homosassa Manatees sehen kann. Als wir ankamen war es ohnehin schon dunkel.
Waschmittel eingepackt und ab mit der Wäsche in die hoteleigene Wäscherei. Und wie sollte es anders sein, von den drei vorhandenen Waschmaschinen ging keine einzige. Mittlerweile war es kurz vor 21 Uhr, wir mussten uns schnellsten auf den Weg machen, um noch etwas zum Essen zu bekommen. Seit dem Frühstück haben wir nichts mehr zu uns genommen, außer jeder Menge Saft und Wasser.
Gegessen haben wir im örtlichen Seafood Restaurant Charlie´s. Wir waren die letzten Gäste, denn um 21 Uhr wurden die Türen verschlossen. Das ist für Florida-Verhältnisse sogar ziemlich spät. In Fort Myers wurde in dem Restaurant, welches wir besucht haben, die letzte Essensbestellung für diesen Abend um 19.30 aufgenommen. Um halb neun Uhr wurde geschlossen.
An diesem Abend sind wir frühzeitig und todmüde ins Bett gefallen.
Eine Anmerkung zum Auto unserem Chevy: Die Fernbedienung hatte Wolfgang in der Hosentasche stecken. Die Fernbedienung war mehrere Minuten beim Kentern voll im Wasser und man sehe und staune, trotz dieses ausgiebigen Bades funktionierte sie einwandfrei!!

*Filou

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #12 am: 17.05.2005, 21:25 Uhr »
Hallo Anette,

Wow, Alligatoren im Wasser und Ihr paddelt (und kentert) hindurch. Ganz schön mutig.  :respekt:

Danke für den schönen Reisebericht.

Liebe Grüße
Annette

*Utah

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #13 am: 17.05.2005, 21:29 Uhr »
Hallo Anette!

Hatte ihr nach dem kentern keine Angst wg. Krokodilen? Und eure Video/Fotoausrüstung blieb komplett heil ?
Viele Grüße
Utah



Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.

*Westernlady

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Re: Bike Week in Daytona und Florida Rundreise im März 2005
« Antwort #14 am: 17.05.2005, 21:34 Uhr »
Anette, ich schließe mich da Filou an: in viele Gewässer hätte ich nicht mal den Fuß reingestreckt, geschweige denn, dass ich gepaddelt wäre  :zuberge:
Ein Frühstück für die Moskitos zu sein war ja noch zu ertragen, aber eine eventuelle Mahlzeit für die Alligatoren  :flennen2:
Hattet Ihr keinen Bammel?

Das war ja wirklich ein unheimliches Glück für Euch, dass Eurer technischen Ausrüstung nix passiert ist  :D

Gibt´s in Hofheim dieses Jahr Fotos von Eurer Tour?

 

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