Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta

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*mrh400

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Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« am: 06.07.2007, 21:58 Uhr »
Hallo,

wie angedroht kommt nun eine mehr oder weniger ausgebaute Wiederholung meines Live-Berichts aus dem Südosten mit ein paar (oder mehr) Bildern. Das Ganze wird zwar etwas dauern, weil ich die Bilder erst noch sortieren, verkleinern und hochladen muß, aber fangen wir halt mal an:


Atlanta - Washington DC - Atlanta

06.05.2007 - 28.05.2007


Prolog

Kaum daß wir nach den zwar schönen, aber z.T. doch etwas kühlen Tagen im September zwischen Denver und Yellowstone zurück sind, sehne ich mich nach Wärme und fange mal vorsorglich zu planen an, falls wir mal wieder in den sonnigen Südwesten fahren sollten. Irgendwann mächte ich gerne die Erfahrungen in einigen Ecken dort nochmals vertiefen und wieder einmal in der Blütezeit unterwegs sein. Beruflich ist prinzipiell der Mai vorgegeben. Eine Route von Las Vegas bis Denver wird ausgearbeitet, was mir mit Wüste und Gebirge im späten Frühjahr eigentlich ganz interessant vorkam. Die Flugverbindungen waren allerdings nur suboptimal zu kombinieren, das Auto hätte Einwegmiete gekostet - aber was soll‘s.

Im Forum wurde die Tour :arrow: vorgestellt und etwas zwiespältig beurteilt, was mich nicht unbedingt gestört hätte. Aber der Frühwinter war ziemlich trocken, so daß die erhoffte Blütezeit wahrscheinlich karg ausfallen würde. Zudem bin ich beim Stöbern auf die Südost-Routen gestoßen. Das weckte schon deswegen mein Interesse, weil ich als Schüler 1967 schon einmal in Atlanta war. 1979 war ich wieder ein paar Tage dort, aber auch das ist ja eine Weile her. Danach folgten noch einmal zwei Besuche für je eine Übernachtung, was aber nähere Erkundungen in der Gegend ausschloß. Marianne war ohnehin schnell für diese Gegend zu begeistern, weil mehr Städte zu erwarten waren. Also sitze ich das halbe Silvesterwochenende daran, :arrow: "Eastbound" etwas zu überarbeiten - um dann überrascht festzustellen, daß Doc mit vergleichbaren Planungen schon :arrow: im Forum präsent ist. Ich hänge mich dran und nach ein paar Kommentaren wird das zur Route der Wahl. Das nur wenig abgewandelte Ergebnis schaute so aus:


Karte erstellt mit DeLorme Street Atlas

Atlanta heißt primär natürlich Delta. Die ebenfalls denkbaren Lufthansa-Alternativen Washington oder Charlotte sind preislich (in Business) schlicht und einfach unerträglich teuer und mit Meilen hat man hier offensichtlich nicht den Hauch einer Chance. Alles, was nicht Direktflug aus Europa ist, meiden wir ohnehin (ganz schön verwöhnt...)

Also werden die Flüge bei Delta gebucht, bei Hertz ein SUV (wegen der Sitzposition und dem Kofferraum) mit Navi (wegen der Bequemlichkeit) reserviert und nach Quartieren gesucht. Da wir in den Städten nicht irgendwo am Highway sondern möglichst ziemlich mittendrin sein wollen, grase ich mittels Tripadvisor alle verfügbaren B&Bs ab und fange nach und nach zu buchen an. Auch die Zwischenstationen kommen allmählich alle bis auf die eine dran, wo wir wirklich nicht wissen, wie weit wir kommen werden. Wenn wir uns kurzfristig umorientieren sollten, sind die meisten Zwischenstationen problemlos stornierbar, und wenn wir die Route wie geplant durchziehen, haben wir nicht den Streß der Motelsuche.

An „Events“ werden Karten für das Washington Monument online gebucht und die Fähre von Ocracoke Island nach Cedar Island telefonisch (Peterzahlt sei‘s gedankt) fixiert.

Mitte April sehe ich dann, daß Hertz für normale SUVs inzwischen rund 200 EUR weniger verlangt (die damit billiger sind als kleine SUVs). Da ich ohnehin wegen meiner abhanden gekommenen Kreditkarte umeinandertelefonieren muß, rät mir die Dame an der Hotline von Hertz, alsbald zum neuen Tarif mir der neuen CC-Nummer zu reservieren. Sie werde die alte Buchung stornieren, so daß ich trotz Stornogebühr immer noch eine ganze Menge sparen kann.

Die Reiseausstattung war nicht mehr groß zu komplettieren, "nur" ein neues Kameragehäuse mußte her (EOS 400D), die Objektive waren ja schon da (das Tele wurde allerdings erst nach dem letzten USA-Urlaub geliefert).

Wegen einer Dienstreise mußten die Koffer schon am ersten Mai gepackt werden - da wir mit relativ geringen Anteilen kühlen Wetters rechneten und auch keine dicken Wanderschuhe mitnehmen wollten, paßte alles ganz entspannt in unsere Koffer hinein.
Gruß
mrh400

*Susan26

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #1 am: 06.07.2007, 22:05 Uhr »
Bin  natürlich mit von der Partie  8) - eine für mich vollkommen unbekannte Ecke!

Susan
happiness is only real when shared.

*Westernlady

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #2 am: 06.07.2007, 22:20 Uhr »
So, ich bin dabei  :D

Schade, dass Du nicht ab Stuttgart geflogen bist  :( - da hätten wir im gleichen Flieger gesessen  :wink:

*Fd-Olli

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #3 am: 06.07.2007, 22:27 Uhr »
An Board!
Bin schon auf Deine Eindrücke aus der Great Smokey Mountain Ecke gespannt... :)
Sieht generell nach einer sehr interessanten Tour aus!
Cheerz aus Fulda
Olli

*BettinaW

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #4 am: 06.07.2007, 22:30 Uhr »
Da bin ich auch dabei.  :D

So eine Tour möchte ich auch mal machen!!

Gruß
Bettina

*Ganimede

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #5 am: 06.07.2007, 22:56 Uhr »
Die Runde würden wir auch noch mal gerne machen, von DUS aus fliegt Delta ja auch direkt nach ATL  :wink:

Ich bin dabei  :D

*Katja

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #6 am: 06.07.2007, 23:08 Uhr »
Genau, das ist genau die Route, die ich auch schon mal grob geplant hatte! Bin mit Spannung dabei!
Katja
Viele Grüße
Katja

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*mrh400

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #7 am: 07.07.2007, 15:16 Uhr »
1. Tag Sonntag 06.05.2007

Um 05:30 weckert das Handy von Marianne, viel zu früh meinen wir. Ca. 10 Minuten später stehen wir auf. Draußen ist es bedeckt bei etwa 12° C. Gemütlich aber ohne zu zögern machen wir uns fertig. Bis wir und die Wohnung fertig sind, ist es dann doch nach 07:00, bis wir endlich im Auto sitzen.

Die Fahrt zum Flughafen ist unspektakulär, kaum Verkehr, trockene Fahrbahn und ruhige Fahrt bei meist 180 km/h - das geht ja so schnell nicht wieder. Am Flughafen, wo wir etwa 07:35 eintreffen, nehmen wir gleich das erste Parkhaus für Langzeit - P 5, Platz 3.1548 West. Offensichtlich hätten wir besser erst die nächste Einfahrt genommen, denn der Weg zum Modul B ist doch ziemlich weit; außerdem geht es zunächst über ziemlich staubige Baustellenbereiche.

Die Schlange bei Delta ist schon ziemlich lang, obwohl der Flug erst um 10:05 starten soll. Selbst bei Business sind wir nicht so ganz alleine. Schon bevor man zum eigentlichen Schalter vortreten kann, wird man inspiziert: Anhand einer Liste wird abgeglichen, ob man zu den registrierten Passagieren zählt und es folgen eingehende Befragungen, wieviel und von wem gepacktes Gepäck man aufgeben will, ob man den Paß dabei hat etc.

Am Schalter selbst das Ganze natürlich noch einmal. Unsere ausgefüllten APIS-Adreßformulare für den ersten Aufenthalt in den USA werden erfreut entgegengenommen. Wir erhalten Zutrittskarten zur Lounge und ziehen bald frohgemut weiter. Die Paßkontrolle ist schnell erledigt, der Sicherheitscheck dauert etwas länger: Kontrolle der Kamera und des Teles sowie nochmals einzelnes Durchlaufen der dicht gepackten Etuis mit Ladegeräten, Kabeln usw. Die Schuhe bleiben ungeprüft, auch Köperkontrolle wie vergangenes Jahr in Frankfurt gibt es nicht. Auf Nachfrage erfahre ich, daß es im T 1 in München auch für USA-Flüge nur eine Sicherheitskontrolle gibt und keine zweite wie z.B. in Frankfurt oder auch im T 2.

In der Lounge gibt es ziemlich kräftigen Cappuccino. Ich versuche, am Laptop die gestrigen Bilder zu retten, wo mir wieder einmal eine CF-Karte den Geist aufgegeben hatte (diese Karten von ExtremeMemory landen jetzt alle auf dem Müll!) - leider ein völlig vergebliches Unterfangen. Außerdem ein kurzer Blick ins Internet.

Pünktlich um 09:20 beginnt das Boarden. Der Platz in Business Elite ist unendlich groß. Das Kabinenpersonal bestätigt die bekannten Vorurteile über das fortgeschrittene Alter der Delta-Crews, was aber der Freundlichkeit keinen Abbruch tut - im Gegenteil, Katherine war mit ihren 55 - 60 eine der angenehmsten Purserinnen, die wir je hatten; sie absolvierte ihren Job einfach souverän und gelassen mit beständiger Freundlichkeit. Zum Abschluß hat sie in Atlanta vor dem Andocken noch jeden einzeln mit Handschlag verabschiedet.

Vor dem Start gibt es Champaign, wie es sich gehört - leider allerdings aus dem Plastikglas. Ziemlich pünktlich geht es los; die Flugzeit wird auf 9 h 40 min veranschlagt. Schon recht bald nach dem Abheben gibt es die ersten Getränke, einen guten trockenen Chardonnay aus Südtirol, den wir dann auch zum Essen beibehalten, mit einer ganzen Schüssel voller Nüssen. Das ebenfalls alsbald servierte Menu umfaßte einen Appetizer mit gegrillten Zucchini, Spargeln etc, einen ordentlichen Salat und ein ganz passables argentinisches Rinderfilet, das allerdings sehr well-done war. Zum Käse bzw. Obst konnte man einen guten Portwein bekommen. Auf den auch noch möglichen Eisbecher haben wir dankend verzichtet.

Das Wetter war über Deutschland weitgehend sehr schön mit guter Sicht. Über Holland wurden die Wolken allmählich dichter, so daß wir schon vor der Küste in einer milchigen Suppe flogen, die uns bis über weite Teile von England erhalten blieb. Erst über Schottland konnte man wieder etwas sehen; an der Küstenlinie und an den Inseln schien ziemlicher Seegang zu herrschen. Später gab es dann etliche Eisschollen oder -berge im Meer zu sehen.



Hebriden bei Schottland

Anschließend verdichtet sich die Wolkendecke wieder. Da wir aber ohnehin weit südlich von Island und Grönland vorbeifliegen, wäre sowieso nichts zu sehen gewesen. Dafür ist dann das Meer vor Neufundland um so eindrucksvoller wie anschließend auch das Festland selbst und die Ile d'Anticosti im St. Lorenz Strom. Auch später noch gibt es viele zugefrorene Seen.



Küste von Neufundland



Kanadische Landschaft mit zugefrorenem Fluß



"Landschaftsmalerei" in Kanada



Ile d'Anticosti


Im weiteren Verlauf geht es über Maine und am Mt. Washington vorbei. Wir bekommen noch einmal eine kleine Mahlzeit - wir nehmen Salat mit Huhn. In der Zwischenzeit fliegen wir an den Appalachen entlang mit Blick auf den Blue Ridge Parkway und bis nach Atlanta, wo wir nach einer zehnminütigen Ehrenrunde mit exakt um 14:00 Uhr landen (statt 14:25).



Blick auf eines unserer Ziele: Blue Ridge Parkway

Das nützt uns aber nicht viel, denn die Schlange an der Immigration ist schon ziemlich endlos, als wir hinten dran gestellt werden. Kurz darauf ist dieser Wartebereich "vollgelaufen" und die weiteren Passagiere werden über einen anderen Korridor zu den Schaltern auf der gegenüberliegenden Seite geführt, wo noch kaum Leute stehen, womit sie uns im Ergebnis locker überholen. Nach einem schwer überschaubaren System werden dann ganze Gruppen vor einzelne Schalter aufgereiht, wo wir an einen älteren gemütlich-gesellig-runden weißen Officer geraten, der mit jedem Ankömmling (also leider auch mit denen vor uns) ein längeres Schwätzchen einlegt. Er bewundert unsere Einreisestempel, vor allem den von vor fast auf den Tag genau zwei Jahren, debattiert unsere Reiseroute und gibt jede Menge Ratschläge für Sights in Atlanta.

Unsere Koffer kreisen daher ziemlich einsam auf dem Rondell, wo wir nochmals auf Bürokollegen stoßen, die wir kurz zuvor zufällig und völlig überrascht oben auf dem Gang angetroffen haben. Der Zöllner nimmt ziemlich desinteressiert unsere Zollerklärung und winkt uns durch. Anschließend werden die Ankömmlinge getrennt: nach links die bleibenden, nach rechts die Umsteiger. Auch die bleibenden müssen die Koffer nochmals auf ein Band aufgeben, wo sie zum Terminal transportiert werden. Die Mitarbeiter dort reißen einem fast die Koffer aus der Hand und sagen einem noch die Nummer des Bandes, wo sie im Terminal ankommen.

Wir müssen erneut durch einen Security-Check, der dem beim Einchecken gleicht. Mit großem Gepäck wäre man hier gar nicht durchgekommen. Danach fahren wir mit der vollautomatischen U-Bahn zum Hauptterminal. Dort gibt es wieder eine ganze Reihe von Gepäckbändern, die im Prinzip für jedermann - auch für Abholer und Passanten - völlig frei zugänglich sind; kein sehr beruhigender Zustand, zumal wir längere Zeit warten, ohne daß unsere Koffer in Sichtweite kämen. Wir haben sie daher schon fast aufgegeben. Ein Mitarbeiter erklärt mir aber auf Nachfrage, daß eine Wartezeit von 15 - 45 Minuten völlig normal sei, bis die Koffer von den Concourses hier ankommen - eine doch bemerkenswerte Spanne und insgesamt für mich eigentlich jenseits der Grenze der Zumutbarkeit, zumal man ja zweimal am Band herumlungern muß.

Das Gepäck kommt aber dann doch noch und um 15:37 haben wir dann bei Hertz unseren Vertrag abgeholt. Mit dem Shuttle geht es zur Mietwagenstation, wo wir wieder einmal einen Trailblazer mit Navi in Empfang nehmen - diesmal allerdings die Kurzfassung (die lange wird ja nicht mehr produziert) und in Leichenwagenfarbe - schwarz mit dunkel getönten Scheiben -, relativ guter Zustand gerade im Vergleich zu unserem letzten TB und 9478 Meilen auf dem Tacho.



Hier eine spätere Aufnahme unseres TB - es fehlen nur die Palmwedel an den Scheiben...

Über vielspurige Autobahnen fahren wir dem Navi folgend auf Atlanta zu. Die I 85/75 ist ganz schön dicht befahren, aber außer ein paar kurzen Staus bei Einfahrten geht es doch recht zügig in Richtung Atlanta mit schönem Blick auf das Capitol zu unserem B&B in Midtown. Als die Navi-Tante erzählt "you have arrived" dachte ich zunächst an einen Irrtum - da stand nämlich am Straßenrand ein Schild "for sale". Am Haus stand aber eindeutig :arrow: "Shellmont Inn", also waren wir wohl da.

Wir parken direkt um die Ecke und treffen auf der Porch auf Debbie, die Innkeeperin, die uns freundlich empfängt und das Zimmer im Obergeschoß sowie die unteren Gemeinschaftsräume zeigt. Es handelt sich um ein sehr hübsches spätviktorianisches Häuschen, das wohl noch weitgehend im Originalzustand ist und immerhin im National Register of Historic Places als :arrow: William P. Nicolson House verzeichnet ist. Die Wirtsleute hatten es 1982 von der Familie Nicolson übernommen.



Shellmont Inn




Nach kurzer Erholungspause wälzen wir im Salon dutzende von Menues der verschiedensten Restaurants und erkundigen uns bei der Innkeeperin nach Empfehlungen. Außerdem lassen wir uns Tips zu Sightseeingpunkten in Atlanta geben und sprechen über unsere weiteren Reisepläne. Dabei erfahren wir, daß seit etwa zwei Wochen Feuer im Bereich von Okefenokee wüten, so daß es jedenfalls jetzt nicht empfehlenswert ist, dort hinzufahren. Mit vielem hatten wir gerechnet, aber nicht damit - vor unseren Reisen in den Westen habe ich immer die wildfire-Nachrichten verfolgt, aber hier bin ich gar nicht auf die Idee gekommen. Jedenfalls werden wir jetzt ein Auge darauf werfen und kurzfristig entscheiden, ob und wie wir ausweichen - die Region liegt ja erst am Ende unserer Tour.

Schließlich marschieren wir zu Fuß durch hübsche Wohnstraßen zum Piedmont Park, einer Art Englischer Garten, wo wir ein bißchen spazierengehen und anschließend das :arrow: "Einsteins" in der Juniper Street aufsuchen. Ein netter junger Kerl mit Irokesenschnitt bedient uns an unserem Tisch im Freien. Es gibt Lime Chicken bzw. Halibutt in Grapefruitsauce, exzellentes Brot und zwei Sam Addams. Bemerkenswert gut ist das Brot (inklusive Schüttelbrot!).



Nachbarschaft des Shellmont Inn



Lake Clara Meer im Piedmont Park

Auf dem Heimweg schauen wir noch bei den für morgen in Frage kommenden Lokalen vorbei und setzen uns dann noch gemütlich auf die Porch.

12 mi.
Gruß
mrh400

*americanhero

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #8 am: 07.07.2007, 15:31 Uhr »
oh schön, eine Ecke, die mich uch brennend interessiert. Da bin ich doch mit dabei.  :)



Greetz,

Yvonne

*Katja

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #9 am: 07.07.2007, 15:38 Uhr »
Klasse, geht schon los! :D

Dass das Kabinenpersonal von Delta schon älter ist, stört mich nicht. Im Gegenteil finde ich es gut, wenn sie auch noch ältere Arbeitnehmer beschäftigen. Das ist ja leider keine Selbstverständlichkeit. Und eine Flugbegleiterin muss ja nicht zwangsweise jung und hübsch sein - damit die Männer was zu gucken haben, oder wieso? :wink:
Wie du schon sagst, was zählen sind doch Freundlichkeit und Professionalität.

Grüße
Katja
Viele Grüße
Katja

Katja's Travel Site

*Palo

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #10 am: 07.07.2007, 16:12 Uhr »
Auf diesen Reisebericht habe ich sehnend gewartet. Schön dass du ihn jetzt schreibst.

Bin natürlich dabei
Gruß

Palo

*mrh400

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #11 am: 08.07.2007, 14:23 Uhr »
Hallo,

@Katja: nicht daß ich hier falsch verstanden werde; ich habe das als gängiges Vorurteil wiedergegeben (selbst in diesem Forum in älteren Beiträgen zu finden), das ich selbst nicht teile. Zum einen finde ich das auch gut, daß die nicht jeden über 30 gleich rausschmeißen, zum anderen kommt es mir ausschließlich auf die Kompetenz und Souveränität an.

2. Tag Montag 07.05.2007

Die Nachtruhe war nicht so ganz perfekt. Irgendwas beim Essen hat mir den Magen offenbar ziemlich belastet (gegen Schluß der Reise gewinne ich den Eindruck, daß es jedesmal rumorte, wenn ich zum Essen von dem gechlorten Wasser getrunken hatte). Vor allem aber ist auf der Straße nicht gerade wenig Verkehr - wie wir am Abend erfahren nicht zuletzt die Folge von Ausweichverkehr wegen einer Baustelle in einer Parallelstraße. Schließlich habe ich beim Handy von Marianne die Zeit um eine Stunde zu früh eingestellt, so daß wir völlig verfrüht herumzukrusten anfangen und uns wundern, daß der für 7 Uhr angekündigte Kaffee im Vorraum noch nicht da ist....

Als Frühstück - von den beiden festen Zeiten hatten wir uns für die spätere, 8.30 Uhr, entschieden - gibt es ein Stückchen Melone mit Erdbeere und French Toast mit Apfel und Bacon zu einem ganz ordentlichen Kaffee. Dazu nehme ich Cranberry Juice, während Marianne vorsichtshalber bei Orangensaft bleibt. Unsere (einzigen) Mitgäste sind eine Frau aus North Carolina mit Tochter, die ein Visum für einen Sprachaufenthalt in Frankreich benötigt und dafür persönlich im Konsulat erscheinen muß, was bei hr etwas Zähneknirschen verursacht hat. Als wir schildern, welche Rahmenbedingungen für die Visa-Erteilung in den US-Konsulaten in Deutschland herrschen (vor allem, was man alles nicht mit hineinnehmen darf), scheinen sie etwas versöhnlicher zu werden.

Wir sprechen über Reisen und vieles mehr und erfahren dabei von dem Mädchen, daß es etliche schwarze Amerikaner gibt, die sich bewußt nicht African-Americans nennen lassen wollen, weil sie keinerlei Bezug zu Afrika in ihrer Person sehen - sondern dies eher als Abwertung empfinden. Sie sehen sich dezidiert als "Blacks". Außerdem erzählt sie, daß sie als Berufsziel "Farmer" hat, und zwar mit "sustainable" Betriebsform, ein offenbar zunehmend bedeutsam werdender Zweig.

Als wir aufbrechen, ist es noch ziemlich frisch trotz perfekter Sonne. Nach Abklärung mit der Innkeeperin, daß man um 10.00 an einer Führung teilnehmen kann, marschieren wir zunächst zum :arrow: Fox Theater. Dabei handelte es sich zunächst um einen Tempel der Shriner, einer freimaurerartigen Vereinigung. Erst später, nachdem den Shriners das Geld ausgegangen war, wurde es in eines der erfolgreichsten amerikanischen Kinos und Musicaltheater. In den 60ern verkam es zunehmend und wurde erst in der jüngeren Vergangenheit wieder restauriert. Innen gibt es einen großen Ballsaal bzw. Versammlungsraum mit pseudo-ägyptischen Motiven an Wand und Decke, einen kleineren Saal mit Glasoberlichtern und einer nachgebildeten Mihrab (Gebetsecke in einer Moschee) sowie den Theatersaal.



Fox Theater, Shriner-Symbol als Fußbodenmosaik



Fox Theater, Bühne im Ballsaal



Fox Theater, Skarabäus im Ballsaal

Im Zuscahuerraum gibt es nicht nur eine arabisch anmutende illusionistische Dekoration (Mauern, Türmchen, herabhängende Teppiche usw), sondern auch einen künstlichen Himmel, an dem Sterne blinken und über den Wolken ziehen - Las Vegas kann das auch nicht besser. Außerdem macht der Führer auf ein paar ganz hinten angebrachte Sitzreihen ohne "Sternenblick" aufmerksam. Die waren früher den schwarzen Besuchern vorbehalten und nur über eine separierte Treppe erreichbar. Alles in allen ein recht interessant gestaltetes Gebäude, durch das uns ein älterer Volunteer etwas zu langatmig führte (die Führung dauerte geschlagene 90 Minuten).



Fox Theater, Zuschauerraum

(In Richtung Bühne durfte man nicht fotografieren, weil das Bühnenbild für die laufende Aufführung unter Copyright steht)

Danach liefen wir ganz Downtown ab nach einer :arrow: Tour, die ich im Internet gefunden hatte. Zunächst kommen wir an vielen recht ansprechend gestalteten Wolkenkratzern von ca. 1900 - 1920 (u.a. Flatiron Buildíng, Candler-Building) sowie den Portman-Bauten aus den 60ern und 70ern (Hyatt Regency, Peachtree Center) vorbei.



Peachtree Center

Das Peachtree Center wird Kennern von San Francisco bekannt vorkommen. Das dortige Embarcadero Center wurde vom gleichen Architekten (Portman) unter Verwendung der gleichen Gestaltungselemente gebaut.



Alt und Neu: Winecoff Hotel (1913) und Westin Peachtree Plaza Hotel (1976)

Das Winecoff Hotel (vorne rechts) war Schauplatz des tragischsten Hotelbrandes der USA im Jahr 1946; nach vielen Besitzerwechseln und jahrzehntelangem Leerstand wird es jetzt Restauriert. Das Westin ist ebenfalls von Portman geplant (im Volksmund früher "Portmans erection... :oops: )



English-American (Flatiron) Building (1897)

Der Zugang zu Underground Atlanta ist durch Baustellen etwas umständlich. Vor dem Eingang machen wir eine Pause auf einer Bank vor einem breit angelegten Brunnen. Dort können wir beobachten, wie sich ein Mensch an einer der alten Fassaden abseilt - plötzlich werden es mehrere. Der Blick durchs Tele bringt die Erklärung: es handelt sich um Fensterputzer!



da sind doch welche?...



Fassadenkletterer als Fensterputzer

(Ich vermute, daß es sich um ein Gebäude der Georgia State University handelt, bin aber für etwaige Korrekturen dankbar.)

Underground Atlanta ist ganz nett, aber nicht wirklich überragend. Es gibt ein paar historische Ecken und ein paar Rekonstruktionen dieser früheren Stadtebene mit erläuternden Fotos. Außerdem sind ein paar alte Autos ausgestellt.



alter Truck in Underground Atlanta

Schließlich gehen wir noch zum Capitol und zur City Hall und über die frühere Coca-Cola-Fabrik, die inzwischen der Universität gehört, zurück ins Zentrum. Dort nehmen wir in einem Coffee Shop ein nicht allzu ausgiebiges Mittagessen zu uns (Schokoladekuchen mit Coke bzw. Eclairs mit Wasser).



Georgia State Capitol (1889)



Hurt Building (1913)

Zurück zum Shellmont Inn nehmen wir ein Taxi, dessen Fahrer uns vermutlich bescheißt. Die Uhr läuft nicht und die kurze Strecke kostet uns 10 USD. Dafür gibt es halt nur einen Buck als Tip.

Wir steigen dann gleich in unser Auto und fahren zunächst nach Norden in den Stadtteil Buckhead. Dafür müssen wir auf die I 75, wo der Verkehr auch zu ganz normaler Tageszeit ziemlich dicht und heftig ist. Rechtzeitige Spurwechsel vor den Ausfahrten sind nicht immer ganz einfach - und werden von manchen Verkehrsteilnehmern mit ziemlicher Brutalität betrieben. Die Adresse von meinen verstorbenen Bekannten, wo ich früher zu Besuch war, finden wir aber trotz mehrfachen Abfahrens der Peachtree Battle Ave. nicht. Ganz offensichtlich steht das Haus nicht mehr. Die Hausnummer existiert auch nicht mehr. Bei benachbarten Nummer stehen dafür relativ neue große Häuser. Jedenfalls ist es ganz eindrucksvoll, die Peachtree Battle Ave ein paarmal auf und ab zu fahren und die Villen zu beäugen. Dasselbe gilt für die W Convay Ave, wo andere Bekannte wohnten. Hier hat sich das Navi übrigens außerordentlich gut bewährt.



Häuschen in Buckhead

Anschließend fahren wir zurück in ein anderes Wohngebiete, wo das "Haus im Park" steht. Überall stehen die tollsten Häuser in wunderbar grünen Gärten.

Von dort fahren wir schließlich noch zur :arrow: Martin Luther King, Jr. NHS, wo wir erst im Visitor Center ein wenig Geschichte rekapitulieren. Das Museum ist recht eindrucksvoll und in noch erträglichem Maß multimedial gestaltet. Dann gehen wir zum Grabmal und in die Auburn Ave., wo nicht nur das Geburtshaus von Martin Luther King, Jr., sondern ein ganzer Straßenzug vom NPS verwaltet wird. 1987 waren die kleinen Häuser in der Auburn Ave. nach meiner Erinnerung noch bewohnt und vorsichtig ausgedrückt nicht gerade die beste Ecke. Heute sind sie offenbar zum Teil museal, zum Teil bewohnt und recht gut hergerichtet. Durch Zufall sehen wir, daß im Geburtshaus eine Führung stattfindet und schließen uns - mit Erlaubnis des Rangers - an. Ein durchaus gutbürgerliches und sehr geräumiges Haus mit vielen Zimmern und Klavier im "Salon", mit Sicherheit weit über dem Durchschnitt für die damalige schwarze Bevölkerung. Allerdings wohnten mehrere Generationen - das Haus gehörte seinen Großeltern - und oftmals auch noch Verwandte auf Besuch in dem Haus. Dennoch war es der Familie auf Dauer nicht mehr gut genug - sie verkaufte das Holzhaus, um in ein Brickstone House zu ziehen.



Martin Luther King jr. Memorial



Häuserzeile mit Geburtshaus von Martin Luther King jr. (drittes von links)

Nachdem wir die übrigen Häuser in der unmittelbaren Umgebung, die inzwischen weitgehend vom NPS verwaltet werden, besichtigt haben, wollen wir über die Peace Plaza zum Parkplatz zurückgehen. Da wir von einem etwas wirr daherredenden jungen Kerl angequatscht werden, legen wir ein paar Wendungen ein.

Nach einer kurzen Erholungspause im Shellmont Inn gehen wir zu Fuß in das zwei Blocks entfernte :arrow: Restaurant Mitra in der Juniper Street. Ich nehme ein Steak mit Spargel (na ja, drei Stangen angegrillt), Marianne einen Lachs mit Couscous und Spezialsauce. Dazu gibt es zunächst ein Bier, dann je ein Glas ordentlichen Wein (9 bzw. 10 USD das Glas; Wein empfanden wir durchgängig als sehr teuer) und für mich ein Pellegrino. Das Essen war sehr gut, kostete mit Tip aber immerhin auch 100 USD für ein eingängiges Menu. Im übrigen war auch das Brot wie schon gestern ausgezeichnet.

Danach plaudern wir noch etwas mit unseren Innkeepern. Sie wollen das Haus für etwa 1,5 Mio USD samt Inventar (ohne für 1,25 Mio) verkaufen und nochmals etwas neues anfangen. Mit 58 (er ist in meinem Alter) sei es ja wohl sinnvoll, noch einmal etwas neues zu wagen. Außerdem haben sie wohl die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für das Haus genutzt. Bei einem neuen Haus wäre das wieder möglich. Ob das Shellmont Inn danach noch fortbesteht und mit welcher Qualität, bleibt abzuwarten.

Schließlich gehen wir noch auf die hintere Porch für den Reisebericht.

39 mi.
Gruß
mrh400

*mrh400

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #12 am: 09.07.2007, 22:13 Uhr »
Hallo,

es kommt der

3. Tag Dienstag 08.05.2007 Atlanta - Helen

Nachdem wir wechselhaft gut geschlafen haben, packen wir gemütlich unsere Sachen zusammen und gehen um 08:30 zum Frühstück. Heute sind wir allein; es gibt in Sirup gebratene Birne und pochiertes Ei auf Toast. Wir plaudern noch ein wenig mit der Innkeeperin und machen uns dann auf den in einer Broschüre beschriebenen Fußweg zu den Midtown Houses (leider geht nur der erste Link und nicht die weiteren). Da gibt es sehr schöne Villen aus der Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. zu besichtigen, zu denen die Broschüre architekturhistorische Erläuterungen liefert. Was uns hier schon auffällt und über die ganzen Stadtbesichtigungen begleiten wird, ist die überaus große Zahl von Häusern, die zum Verkauf stehen. In manchen Regionen steht vor jedem dritten bis vierten Haus eine Verkaufstafel.


voll verschindelte Villa aus 1908 - 765 Myrtle Street


Northen House von 1897 - 766 Piedmont Ave.


Elliott Apartments von 1924 - 820 Piedmont Ave.

Anschließend fahren wir in Richtung zum :arrow: Atlanta History Center, wo es schöne alte Herrschaftshäuser zu besichtigen geben soll. Auf dem Weg fahren wir am Margret Mitchell Museum vorbei, ohne jedoch noch einen Halt einzulegen. Wir haben nicht den Eindruck, daß es viel mehr bieten kann als die Midtown Houses. Nachdem wir an dem für mich neuen Hochhausviertel von Buckhead vorbeigekommen sind, finden wir kurz vor dem History Center einen Supermarkt der Kette der Whole Food, die offenbar in ökologischen und organic Produkten macht - mit entsprechender Auswahl von Wasser aus Italien, Neuseeland oder den Fiji-Inseln mit den entsprechenden Preisen (und höchst ökologischem Transportaufwand...). Auch sehr schönes Obst gibt es, günstige Mangos und Bananen, horrend teure Äpfel und Beeren.

Beim History Center erfahren wir, daß wir nur mit einer Führung in die Häuser dürfen - und das für 15 USD + Tax pro Person, so daß wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit verzichten. Dafür fahren wir ein Stück die anliegende Straße (West Paces Ferry Rd) mit dem Governor Mansion, dem Cherokee Town & Country Club und anderen herrschaftlichen Villen hin und her und fahren dann Richtung Amicalola Falls. Die Autobahn ist sehr stark befahren und landschaftlich zunächst eher langweilig, was sich erst nach ca. 40 - 50 Meilen ändert. Da wird es allmählich etwas hügelig.

In Dawsonville gibt es das riesige :arrow: North Georgia Premium Outlet, wo wir einigermaßen diszipliniert eine gute Stunde drangeben und bei Banana Republic auch ein paar Kleinigkeiten kaufen - der große Renner an Schnäppchen ist es aber trotz des riesigen Angebots eher nicht.

Mit dem entsprechenden Zeitverzug kommen wir dann am :arrow: Amicalola State Park an und zahlen unsere 3 USD Eintritt. Als erstes legen wir nach 14:30 am Parkplatz für den unteren Outlook ein kleines Picknick ein. Dabei stellen wir fest, daß sich die Gurkenscheiben bei dem Salat aus Whole Food wohl aufgrund der Hitze (eine Kühlbox war dort nämlich nicht zu erhalten) in eine widerliche schleimige Masse verwandelt haben; der übrige Salat ist auch nicht so der Renner, so daß das meiste in den Müll wandert. Der Frischkäse mit Oliven und das Baguette waren dagegen einwandfrei. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich dann, daß der Salat das Verfallsdatum schon überschritten hatte - wenn auch nur um einen Tag (soviel zu ökologischen Nahrungsmitteln).


Amicalola Falls


Weg zum unteren Outlook

Anschließend gehen wir den Weg und 176 Treppenstufen zum unteren Outlook, durchaus beeindruckend. Danach fahren wir noch zum Top of the Falls, wo aber der Blick in die Landschaft mehr beeindruckt als der auf die Wasserfälle.


Top of the Falls

Auf der Weiterfahrt kommen wir nach Dahlonega, wo leider das Goldmuseum ebenso wie die Minen entweder schon geschlossen haben oder kurz davor sind. Der Stadtkern ist recht schön im historischen Zustand hergerichtet. Hier fand einer der ersten Goldrushes der USA statt. Das Blattgold auf der Kuppel des Capitols in Atlanta wurde hier gewonnen.


Hauptplatz von Dahlonega


Dahlonega Gold Museum (früheres County - Gericht)

Die Läden haben allerdings ein gar schreckliches Angebot. Dafür finden wir einen Supermarkt, wo wir eine Styroporbox, Softdrinks im Gebinde und Picknickzubehör (Pappteller, Küchenrolle etc) erhalten.

Von der Weiterfahrt nach Helen gibt es nichts besonderes zu berichten, hügelig und waldig. Das :arrow: Best Western liegt am Ortsende, so daß wir die lustigen deutsche Gemütlichkeit imitierenden Häuser des Ortes im Vorbeifahren bewundern können. Das Zimmer ist sehr groß, dafür ist das Bett völlig durchgelegen.

Die Lady an der Reception empfiehlt uns einen Grill etwas außerhalb, den wir nach kurzer Erholungspause ansteuern. Dort ( :arrow: Nacoochee Grill) lassen wir uns einen Tisch in der Porch geben, nachdem wir beim Hineingehen gesehen haben, daß dort ein älteres Paar sitzt und auf unsere fragenden Blicke erklärt, daß sie es so geordert haben. Es gibt zwar kein Bier (weil außerhalb des Ortes gelegen, haben die keine Lizenz), aber ordentlichen Wein und ordentliches Essen (Ente und Grouper = Barsch sowie zum Abschluß gemeinsam eine ausgezeichnete Creme Brulée).

Danach gibt es im Motel noch einiges von dem organic Obst (Mango + Beeren).

135 mi
Gruß
mrh400

*mrh400

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #13 am: 10.07.2007, 22:28 Uhr »
Hallo,

heute gibt es noch einen Tag, dann ist wegen Abendterminen zwei Tage Pause. Außerdem muß ich erst noch weitere Bilder vorbereiten und hochladen.

4. Tag Mittwoch 09.05.2007 Helen - Cherokee
Geschlafen haben wir einigermaßen ordentlich trotz der zunehmenden Erkältung von Marianne. Das Frühstück ist typisch amerikanisches Motel, also nichts besonderes.

Nach einem nicht allzu frühen Start fahren wir gemütlich durch Helen, wo wir eigentlich ein bißchen spazierengehen wollten. Da aber alle Parkplätze - obwohl zur Zeit völlig leer - Gebühr kosten, können wir uns dazu nicht aufraffen und gucken uns vom Auto aus noch etwas um.


Helen


Helen


"Hofbräuhaus"

Na ja, wer's mag - alsdann beginnen wir die heutige Wasserfall-Tour. Für Interessierte anbei zwei Wasserfallverzeichnisse, die uns als Grundlagen für die Auswahl dienten: :arrow: Georgia Waterfalls und :arrow: Waterfalls of Southwestern North Carolina. So fahren wir (nach einem kurzen Verfranser, wo uns aber eine Übersichtskarte an einem Parkplatz Klarheit verschafft) zum Trailhead der Raven Cliff Falls, der eigentlich noch für gestern vorgesehen war. Dort finden wir eine Wegbeschreibung, die auf 2,4 mi hinweist - also mindestens eine Stunde one-way. In unserer ausgedruckten Beschreibung (s.o.) stand nichts von der Wegstrecke. Da dort nur ein einziges anderes Auto steht, dafür aber auch ein offensichtlich neu hingestelltes Schild über Bärenaktivitäten, verzichten wir auf den Weg durch ziemlich dichten Wald. Auf Bärenbegegnungen in Einsamkeit können wir verzichten.

Also fahren wir zurück und zur Strecke zu den Anna Ruby Falls, die man durch den Unicoi State Park erreicht. Eine gute Viertelstunde gehen wir fast allein bis zu den sehr beeindruckenden Fällen - auf dem Rückweg kommt und keucht uns dafür eine ganze Gruppe entgegen. Am Wegesrand stehen wilde Magnolien und Rhododendren, die aber alle leider nicht blühen.


Weg zu den Anna Ruby Falls


Anna Ruby Falls

An der Straße durch den Unicoi State Park finden wir dafür sehr schöne blühende Sträucher, die wir aber nicht einsortieren können. Deshalb fahren wir noch der Wegweisung zum Visitor Center im Unicoi State Park nach, was sich als sehr langer Abstecher erweist, ohne daß wir in dem kleinen Trading Post dort einschlägige Literatur finden könnten. Inzwischen wissen wir, daß es sich bei den Sträuchern um Bergloorbeer (Laurel) handelt.


Laurel


Laurel-Blüten

Der Weiterweg führt uns zum Lake Burton, wo wir in der Ferne ebenfalls einen Wasserfall entdecken, der aber nicht direkt zugänglich ist sondern offenbar auf dem Gelände eines großen privaten Resorts liegt.


Lake Burton

In Clayton wird getankt. Von dort fahren wir nach Sky Valley, wo wir den Mud Creek Fall suchen. Hier versagt das Navi völlig. Auch die Beschreibung aus dem Internet führt mich zunächst in die Irre - "beim Gate zum Ort links halten". Wenn man hochfährt, geht es beim Gate eigentlich nur geradeaus oder nach rechts hindurch. Nach längerem Umherirren in der durchaus schönen Landschaft parke ich am Ende der Welt, packe das Notebook aus und werfe den Street Atlas an. Auch der hilft aber nicht wirklich weiter. Also fahren wir zurück und finden dann mehr zufällig und durch gut Glück doch noch hin - man muß, wenn man von unten kommt, nach rechts durch das Gate durch und dann nach links. Nach ca. 1 mi kommen wir dann zu einem hübschen nicht allzu großen Wasserfall, wo wir am Auto eine Picknickpause einlegen. Danach gehen wir noch ein Stück eines offensichtlich als Wanderweg gedachten Weges am Bach entlang (es waren immer wieder halbe Baumstammstücke als Bänke aufgestellt). Jenseits des Baches tauchen ziemlich große Villen auf. Ob in Gegenrichtung, also bachaufwärts noch weitere Kaskaden sind, haben wir nicht mehr erkundet. Da die Beschreibung von 100 ft Fallhöhe spricht, glaube ich aber eher nicht.


Mud Creek Falls

Auf der Weiterfahrt kommt vor Highlands ein Wegweiser zu den Glen Falls; die Strecke ist eine Meile sehr gute Schotterstrecke. Dort beginnt ein Trail, der nach ca. einer Viertelstunde zu der ersten Kaskade führt, die wirklich sehr schön ist mit marmoriertem Gestein unter dem Wasser. Den Weiterweg brechen wir ab, nachdem er ziemlich weit vom Wasser weg führt. Wie wir in den Beschreibungen später feststellten (wer liest sowas denn vorher genau?), hätte es insgesamt drei auf allerdings z.T. ziemlich steilen Wegen erreichbare Kaskaden gegeben. Aber irgendwie sind wir nicht so die rasenden Wasserfallsüchtigen.


Glen Falls, erste Kaskade


Glenn Falls, marmoriertes Gestein

Die Weiterfahrt führt über den Bridal Veil Fall, der so direkt am Straßenrand liegt, daß wir erst gar nicht glauben können, daß das alles ist. Früher ist die Straße offenbar darunter durchgegangen, bis ein Felssturz einen Teil verschüttet hat.


Bridal Veil Fall an der US 64

Kurz danach kommt der Parkplatz an den Dry Falls, die auf kurzem Weg zu erreichen sind. Der Name soll daher rühren, daß man trockenen Fußes unter den Fällen durchgehen kann. Der Weg unter die Fälle war allerdings zugesperrt. Jedenfalls kommt man hier so unmittelbar an die Fälle heran wie sonst selten.


Glen Falls

Die Weiterfahrt nach Cherokee verläuft weitgehend ereignislos; den Zugang zu den Cullasaja Falls verpassen wir offensichtlich, obwohl sie von der Straße aus zu sehen sein sollen; in Sylvan kaufen wir Erkältungsmedikamente und eine teure, aber stabile Kühlbox.

In Cherokee macht das :arrow: Hampton Inn einen guten Eindruck, der etwas nachläßt, als wir ein Zimmer unmittelbar neben der Eismaschine zugewiesen bekommen. Auf Nachfrage erhalten wir die Auskunft, daß alle anderen King-Size Zimmer vergeben seien und nach längerem Hin und Her erhalten wir ein Zimmer für Handicapped, das zwar nach hinten raus geht, dafür aber auch wirklich ruhig ist - und die Empfangstante erhält einen Tip. Später empfiehlt sie uns noch ein italienisches Lokal in Bryson mit dem schönen Namen :arrow: Pasqualino, wo es Trout bzw. Ribeye Steak je mit Pasta und ja nach einem Salat gibt. Auch Bier und Wein sind - anders als in der Cherokee Reservation erhältlich. Der Italiener - d.h. der Wirt - ist Spanier und für unseren Geschmack etwas zu aufdringlich, das Essen war ganz ordentlich.

170 mi
Gruß
mrh400

*Heiner

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Re: Südosten Mai 2007 Atlanta - Washington - Atlanta
« Antwort #14 am: 11.07.2007, 06:02 Uhr »
Hi!

Bin noch bei Euch mit eingestiegen.
Fantastische Bilder die Du gemacht hast.

Gruß Heiner


Wat mutt, dat mutt

 

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