Yellowstone, Badlands und wilder Westen

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*NähkreisSteffi

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #15 am: 11.11.2013, 11:34 Uhr »
Hallo Paula,

diese Reise steht bei uns auch noch auf dem Programm, ich begleite euch sehr gerne.

Viele Grüße

Steffi

*Soulfinger

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #16 am: 11.11.2013, 12:14 Uhr »
Meine Erfahrungen mit dem Umsteigen in KEF sind dieselben. Ist wirklich "gemütlich" da. Vor allem hat man einen großen Vorteil: die Anschlussmaschine in die USA wartet auf alle (!) Zubringerflüge aus Europa.
"Ich trinke jeden Tag ein Glas Wein für meine Gesundheit. Den Rest der Flasche trinke ich, weil ich sehr gerne betrunken bin." Gerard Depardieu

*paula2

  • Paula
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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #17 am: 12.11.2013, 10:39 Uhr »
Hallo Leute,

schön dass so viele mit an Bord sind, dann kann es jetzt ja richtig losgehen:

2. Tag Freitag 30.8.13 Auf dem Weg zum Yellowstone: Schritt1 bis Cheyenne

Das Hotelbett war sehr bequem, trotzdem war ich um 1 Uhr nachts wach, das wäre 9 Uhr in Deutschland, der Jetlag läßt grüßen, mein Freund wurde auch wach. Nach einiger Zeit sind wir beide wieder eingeschlafen und der Wecker weckte um 6:30 Uhr. Mein Schädel brummte etwas aber ich war einigermaßen ausgeschlafen. Da beginnt das Abenteuer Amerika: willkommen im Land der Badezimmerarmaturenamateure. Das hatte ich ganz vergessen dass das immer anders funktioniert, nach einigem drehen, ziehen und hebeln an der Armatur kam schließlich heißes Wasser.

Das Hotelfrühstück war bescheiden: nur Plastikbesteck und Geschirr sogar die bei uns schon lange verschwundenen Styroporbecher, Waffeln, Bagels, diverse Süßteilchen und Weißbrot, Creamcheese und geschälte, kalte, hartgekochte Eier zum warm machen in der Mikrowelle. Dazu allerlei bunte Cerealien, Äpfel und Bananen. Mein Freund meinte: das Frühstück kann noch besser werden, er ißt nämlich morgens immer Wurst und Käse, nix süßes.

Der Shuttleservice zum Flughafen und der Shuttle zu Alamo kamen beide prompt. Es stand niemand vor uns in der Warteschlange und wir ließen uns diesmal keine Zusatzversicherung aufschwatzen, einen Midsize SUV haben wir gebucht. In der Choice Line standen nur 3 Autos!  2 Chevrolet und ein VW Tiguan mit Allradantrieb, der wurde umgehend gecheckt: Ersatzrad und Wagenheber waren vorhanden, am Tacho etwas über 30.000 Meilen, gute Reifen, den nehmen wir!  Josef war glücklich dass er nicht mit einem amerikanischen Wagen fahren muss, er hatte auf einen Koreaner oder Toyota gehofft, VW ist natürlich noch besser.
Wir haben wirklich Glück gehabt, eine Minute später kommt das amerikanische Paar, das auch im Shuttlebus saß und muss einen Chevi nehmen.
Das Navigon mit der Amerikakarte von 2010 wurde angestöpselt und dann ging es erst mal zum Walmart Supercenter für die Grundausstattung an Getränken (das wunderbare lila Gatrorade light und Starbucks Kaffee in Glasflaschen, lecker!    :pepsi:), Knabberzeug und Kühlbox. SIM Karten gab es leider nicht, ich hatte eigentlich überlegt eine amerikanische SIM Karte zu kaufen, naja so dringend ist das nicht, WLAN wird es ja wohl überall geben. 

Es war dann schon 11 Uhr, total warm und schwül, bestimmt 30 Grad und ich ließ Josef entscheiden: entweder fahren wir jetzt gleich nach Cheyenne und legen uns an den Hotelpool (wär schon was bei dem Wetter und nach Boulder kommen wir gegen Ende des Urlaubs vielleicht wieder zurück) oder wir fahren nach Boulder zum wandern. Mein Freund ist nicht der Typ der gern faul am Pool liegt (dass wir nicht mehr nach Colorado kommen würden hat er natürlich nicht geahnt), also auf zum  Royal Arch Trail. Leider haben wir vergessen im Supermarkt nach Strassenkarten zu schauen (dass ich besser wieder zurück gegangen wäre war mir da noch nicht bewußt), aber das Navi fand problemlos zum Chautauqua Park im Westen von Boulder. Der Park ist wohl sehr beliebt, wir bekamen kaum noch einen Parkplatz. Es gab Picknicktische und wir tranken erst mal einen kalten Kaffee im Schatten eines riesigen Baumes.

   

Ich dachte ja Chautauqua sei einfach ein Eigenname, das stimmt aber nicht, ein Schild gibt Auskunft:

„Chautauqua“ was that idea of communal summer learning and play that started in New York in 1876 and quickly swept across the nation to 10,000 communities. Along with the Chautauqua Movement came the popularity of useful leisure , including outdoor play. Most Americans believed that nature could uplift both the heart and the mind. And nowhere better than beneath the “Chautauqua Slab” of Boulder.

Ein Besucher dieser Outdoorvolkshochschule:

   
   unser erstes Wildlife in diesem Urlaub  :liebe:

Wo die Wanderwege beginnen gibt es sogar ein Rangerhäuschen

   

hier bekamen wir eine Wanderkarte und der einfachste Weg wurde aufgemalt und erklärt, ein super Service, das hatte ich überhaupt nicht erwartet. Gleich am Anfang sah man die berühmten Flatirons von Boulder

   

das Foto gibt die Farbe nicht richtig wieder, die waren richtig rot.

Der Weg war bestens beschildert, man konnte nix falsch machen.

   

   

Es war richtig heiß und das Sonnenspray lag noch irgendwo im Koffer, blauer Himmel und es ging gleich bergan. Der Weg führte bald durch Kiefernwald

   

manchmal war es auch felsig und man ging über Geröllhalden

   

und jetzt waren wir auch näher an den Flatirons Felsen, hier stimmt die Farbe am Foto

   

wir waren nicht alleine unterwegs, ein älteres Paar kam uns entgegen, sie waren am Arch und fanden ihn toll. Es geht allerdings vorher nochmal steil runter und dann das letzte Stück noch mal steil rauf bis zum Arch.
Sieht man hier am Weg, dass es wirklich steil war?

   

Ich war irgendwie völlig fertig, zuhause machen mir solche Wege nichts aus, hier war es aber sehr schwül, immerhin sind Wolken aufgezogen, es war etwas schattiger geworden. Wir machten eine Pause und ich habe mir spaßeshalber den Puls gemessen: 160!  :shock:  kein Wunder dass mir leicht übel war, das ist definitiv zu viel. Josef meinte wir könnten auch umdrehen aber das kam nun gar nicht in Frage. Die ältere Engländerin eben hat es schließlich auch geschafft, da packte mich jetzt der Ehrgeiz. Wir sind jetzt aber langsamer weitergegangen.
Und dann trafen wir doch wirklich das Paar, das wir heute morgen im Alamo-Shuttlebus kennengelernt haben, manchmal ist die Welt wirklich klein. Sie waren schon auf dem Rückweg (haben aber auch keine längere Stunde im Walmart mit Shoppen verbracht) und wollten noch in den Rocky Mountain NP. Es waren auch viele junge Leute unterwegs, wahrscheinlich Studenten, Boulder ist ja Universtätstadt.

Nach dem steilen Abstieg der hier folgte:

   

sah man in der Ferne schon den Royal Arch und hatte ihn bald erreicht:

   

ich hatte ihn mir viel kleiner vorgestellt. Er war schwer zu fotografieren zum Größenvergleich zeige ich euch folgendes Bild obwohl es zu dunkel geraten ist

   

Es ist wirklich beeindruckend wenn man dort drunter steht und auf der anderen Seite hatte man einen tollen Blick auf Boulder:

   

   

An zwei Stellen ist der Arch gebrochen, wie lange er wohl noch steht?

   

Ich war jedenfalls sehr froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe! Auf dem Rückweg fing es zu tröpfeln an darum entschieden wir uns nicht die Runde mit dem längeren Rückweg zu gehen sondern gehen den gleichen Weg zurück, der Regen wurde aber nicht stärker. Es gab auch eine Schutzhütte, in der man auch grillen kann

   

Es war ein schöner Weg aber jetzt war ich echt froh, dass ich wieder unten war. Am Rand des Parks stehen etliche Häuser, als Wochenendhaus würde mir das auch gefallen:

   

   
    am Rückweg

Nun ging es weiter nach Cheyenne. Josef startete den Motor und prompt blinkt eine Warnanzeige "Service now", das kann doch jetzt echt nicht wahr sein, dass hat er doch heute Morgen nicht angezeigt. Wir hatten jetzt wirklich keine Lust nach Denver zurück zu fahren und den Wagen zu tauschen, wir ignorierten die Anzeige und machten uns auf den Weg nach Cheyenne. An der I-25 kurz nach der Grenze zu Wyoming hielten wir am 2012 neu gebauten Wyoming Welcome Center in der Hoffnung dort eine Strassenkarte zu bekommen. Leider gab es nur eine kostenlose sehr grobe Touristenkarte aber etliches an Infomaterial das wir auch noch einpackten. Es gab eine schöne Ausstellung mit einem Mammutskelett:

   
    In Wyoming gibt es 60 Ausgrabungstätten wo Mammuts gefunden wurden und natürlich Dinosaurier und sonstige ausgestorbene Tiere und Pflanzen

Auch die Geschichte der Siedler und der örtlichen Indianer ist ausgestellt mit Planwagen, Tipi, vielen Fotos, das ist wirklich interessant gemacht und lohnt den Stopp. Es liegt direkt an der Interstate an der Ausfahrt 4.

   

Kurz danach waren wir am Hotel dem Little America Cheyenne. Eine sehr schöne Anlage und ein schönes großes Zimmer für 109 $ plus Tax:

   

Das Zimmer hatte einen Balkon mit Blick auf den Innenhof mit Pool

   

   

Leider war der Lärm von der benachbarten Interstate so laut, dass wir keine Lust hatten uns auf den Balkon zu setzten. Witzigerweise war im Bad nicht nur die Kaffeemaschine (das hat man öfter gesehen) sondern auch der Kühlschrank und die Mikrowelle (Küche im Klo…) Bügelbrett und Eisen ist auch wieder vorhanden (nicht dass ich vorhätte sowas zu benutzen).

Josef hatte in Cheyenne das angeblich einzige koreanische Restaurant Wyomings im Internet gefunden, allerdings war es geschlossen und stand zum Verkauf. Es gab aber auch ein chinesisches Restaurant am anderen Ende der Stadt und so kamen wir noch zu einer Stadtrundfahrt, besichtigten wie typische amerikanische Touristen das Kapitol und die Kathedrale vom Auto aus.
Der Chinese hatte zum Glück geöffnet. Das Essen war wirklich gut die Portionen amerikanisch sprich riesig, mindestens doppelt soviel wie man beim Chinesen in Deutschland bekommt. Die Rechnung war dagegen deutlich geringer und wir schlugen 15 % Trinkgeld drauf. Das war wohl mehr als hier üblich ist, der Kellner (Besitzer?) freute sich riesig und holte seine einjährige Tochter damit sie uns zum Abschied winkt.

Kennt sich jemand mit den Gepflogenheiten beim Trinkgeld in den verschiedenen Gegenden aus? Wir hatten öfter den Eindruck, dass 15 % deutlich mehr ist als in Wyoming oder South Dakota erwartet wird. Manchmal konnten wir an Nachbartischen beobachten wieviel Trinkgeld gegeben wurde und das war eher so wie in Deutschland wo ein Betrag aufgerundet wird, also maximal 10 %. In Utah vor 3 Jahren wurde definitiv mehr erwartet. Da stand oft schon ein Trinkgeldvorschlag auf der Rechnung (und das waren dann eher 20 %), das gab es in diesem Urlaub überhaupt nicht.
Gegen 21 Uhr waren wir im Bett aber leider um 2 Uhr wieder wach, wir konnten beide nicht schlafen. Wir haben eine halbe Stunde gelesen, irgendwann sind wir wieder eingeschlafen.

*Gitania

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #18 am: 12.11.2013, 17:19 Uhr »
Hallo Paula,
will noch mit! :nixwieweg:
Schön, das du uns an deinen Erlebnissen teilhaben lässt. :hand: Unsere Tour ist ja auch schon wieder ein Jahr her und ich freue mich auf die Auffrischung der Erlebnisse.
Liebe Grüße
Gitania

*midnite-cowboy

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #19 am: 12.11.2013, 20:39 Uhr »

reite auch noch mit, die Gegend kennen wir und haben auch praktisch alles auch gesehen, die Route ist  unserer/unseren auch sehr ähnlich.

Wir finden den Denver Airport gut, ist schon fast unser "Haus-Flughafen" und waren auch im La Quinta; wart Ihr auch im Ruby Tuesday, das gerade gegenüber liegt??

cu

Mike

PS: ICH freue mich immer über Chevy & Co. und möchte keinen Koreaner etc in den USA fahren... :D   und bin im Land der Steaks, Ribs usw. noch nie asiatisch essen gegangen   :wink:  aber jeder nach seinem Geschmack , wir sind auch 4 "carnivoren" !
yee-haaa: I'm a certified cowboy now!!

No heaven can heaven be, if my horse isn't there to welcome me.

*paula2

  • Paula
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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #20 am: 13.11.2013, 08:55 Uhr »
@Gitania: schön dass du auch dabei bist!

@Mike: wenn du abends lieber Burger futterst: kein Problem. Mit dem Frühstück wirst du wahrscheinlich zufrieden sein, das war nämlich immer sehr deftig  :D

3. Tag Samstag 31.8.13 Auf dem Weg zum Yellowstone: Schritt 2 bis Green River

Um halb 7 rappelte der Wecker, im Little America Hotel funktionierte die Duscharmatur problemlos. Frühstück gab es im Haupthaus, auf dem Weg dahin begegneten uns ganze Hasenfamilien, die den gepflegten Rasen anknabberten, sehr putzig. Frühstück gab es vom Büffet, für mich Oatmeal, Rühreier, Kartoffeln, arme Ritter und Obst. Ich mußte mich ja stärken, soll nachher schließlich wieder wandern  ;) Es war aber nicht im Preis inbegriffen und kostete uns zusammen 27 $ (ganz schön heftig, teurer war das Frühstück nicht mal im Yellowstone).
Am Hotelgelände gab es eine Tankstelle und hier erhielten wir endlich einen Straßenatlas für Wyoming (Delorme Atlas & Gazetteer) und eine ganz brauchbare Karte von Nebraska (da werden wir nur einen Tag verbringen).
Nun ging es auf die I-80 West und dank der Brille, die ich mir im Walmart gekauft habe (war spottbillig und ich habe öfter Probleme wenn ich kleinstgedruckte Zutatenlisten o.ä. lesen will) konnte ich die hellblaue Beschriftung auf grünem Untergrund auch lesen. Was so eine Dioptrie ausmacht  :)

Unser erstes Ziel heute war die Vedauwoo Recreation Area südöstlich von Laramie. An der Ausfahrt 329 geht es in die Vedauwoo Road, am Eingang zur Recreation Area und Campground muss man 5 $ Tagesgebühr entrichten (in einem Briefumschlag in eine Box werfen), wie immer war die Beschilderung bestens und wir fuhren zum West Turtle Rock Trailhead.

   
    wir waren nicht die ersten, die andere Parkplatzseite war schon besetzt. Schaut doch schick aus unser Wagen :grins:

Die Gegend hier ist ein Paradies für Kletterer, es gibt aber auch einen einfachen Wanderweg um die Felsen drumherum, den Turtle Rock Trail, und den haben wir uns vorgenommen. Der Weg ist bestens ausgebaut, meist eben und geht erst durch ein Birkenwäldchen

   

und dann an den Felsformationen vorbei

   

es war wunderbares Wetter, sonnig und warm und endlich hatten wir die im Südwesten lieb gewonnene Begleitung:

   

ich hätte am liebsten ein paar davon mit nach Hause genommen, es hat sich aber keines fangen lassen

Der Weg machte uns richtig Spaß, ständig glaubte man Figuren und Gesichter zu erkennen, am besten fanden wir diesen Felsen hier:

     

erkennt ihr die Person?

   

Das ist der gute alte Adenauer, wir haben den deutschen Mount Rushmore gefunden :lolsign:

Wir waren hier nicht alleine, es sind uns schon einige Radfahrer entgegen gekommen. Eine Großfamilie mit Eltern, Kindern, Opa und Hund war auf dem Wanderweg unterwegs, ich bin ja gar nicht neugierig und fragte wo sie her sind. Sie sind aus Laramie und machen einen Sonntagsausflug, wo wir denn her wären? Oh Germany - amazing  :) und dass wir zum Yellowstone gehen finden sie awsome (finde ich auch) sie wünschten uns einen schönen Urlaub, sehr nett sind die Leute hier! Und das war jetzt schon der zweite Tag an dem uns Amerikaner beim wandern begegnen, das gab es im Südwesten vor 3 Jahren überhaupt nicht, da hat man ständig nur Deutsche und sonstige Europäer auf den Wanderwegen getroffen.

Noch ein paar Bilder von unterwegs

   
    da oben stehen 2 Kletterer

   
    viele Felsen waren so bunt gefärbt durch Flechten (oder Bakterien?)

der Weg war ja meistens flach wie hier, aber wenn es nur mal 5 Meter hoch ging war ich schon am Schnaufen.

   

Der Weg hat ziemlich genau 2 Stunden gedauert. Wir gingen noch ein kurzes Stück zum Box Canyon Trail (hier müßte man aber klettern) und machten eine Brotzeitpause

   

dort ist nun auch der Campingplatz, da standen jeden Menge Autos und Zelte, man merkte dass Labor Day Wochenende ist.

Nun ging der Weg die ganze Zeit über die I80, die Landschaft war hügelig, es wächst fast nur Sagebrush und spärlich etwas Gras, man sah Rinderherden, Windkraftanlagen, viele LKW waren unterwegs - so richtig Pampa.
In Rawlings machten wir Kaffeepause bei McD dann fuhren wir zu unserem Hotel Hampton Inn in Green River wo wir schon um viertel vor 4 ankamen. Ich hatte es wirklich geschafft die Fahrzeit von Navigon zu unterbieten und wenn das Teil nicht ständig "Achtung" rufen würde, wenn man 5 Meilen zu schnell fährt hätte ich auch noch früher ankommen können  :D

   

ein ganz normales Hotelzimmer (wobei uns der Klebezettel am Bett schon irritiert hat : "duvet covers and  sheets are clean for your arrival"  :kratzen:)
aber der Ausblick  :engel1: :smiledance:

   
    durch das Zimmerfenster fotografiert!

Dieser Anblick auf Tripadvisor war der Grund warum ich Green River als nächsten Übernachtungsort ausgesucht habe. Die Lage wird ja wohl nur vom View Hotel übertroffen. Nach einem schnellen Kaffee im Zimmer (Kaffeemaschine ist wieder vorhanden) machten wir uns auf den Weg und erklommen diese Felsen. Einen Weg gibt es nicht, aber an einer nicht so steilen Stelle etwas seitlich kann man gut hochlaufen.

   

ein Anblick genau nach meinem Geschmack!

   
    ganz schön riesig (die "Ameise" am Bild ist mein Freund)

von hier oben hatte man auch einen tollen Blick auf das Hotel und Green River:

   

was man von unten gar nicht gesehen hat: es geht hier noch ein gutes Stück weiter rauf, es wurde zwar stellenweise etwas rutschig und steil aber es ging.

   

hier oben standen mehr bizarre Felsen rum, dann waren wir am Plateau angekommen

   

   

hinter diesem Felsen ist eine Schlucht: der Wild Horse Canyon, man sah die scenic road, aber hier oben war es ja viel schöner. Man könnte jetzt meilenweit gehen, es gibt auch Fahrspuren, auch an den Hängen hat man ATV Spuren gesehen.

     

Hier soll es Wildpferde geben, gesehen haben wir leider keine (nur Pferdeäpfel)

Blick zurück

   

   

   

ist das nicht wirklich super hier? Wir waren absolut begeistert, das war noch viel besser als erwartet! Wieder zurück im Hotel setzte ich mich auf die Terasse, wo gerade ein kostenloser Snack serviert wurde. Josef ging erst mal duschen aber ich hatte Hunger:

   
    mein selbst gebastelter Burger

Getränke waren auch umsonst, da kann man ja mal was ausprobieren: ich nahm ein Root-Beer. Boa schmeckt das eklig :zunge: wie kann man sowas grauenhaftes trinken?

Ein paar Einheimische sprachen mich an ob ich weiß wie diese Felsen heißen? Ich erzählte ihnen dass wir aus Deutschland gerade erst angekommen sind, dass wir aber schon oben zu den Felsen raufgeklettert sind. Sie selber waren da oben noch nicht und fanden unsere sportliche Leistung awsome und amazing  :)) wußten dafür aber die Namen:

we proudly present "Teakettle" and "Sugar bowl"

     
     aus diesem Blickwinkel gut zu erkennen oder?

Jetzt war es aber Zeit für ein richtiges Abendessen und nach der Dusche ging es in den Ort. Auf der Suche nach dem Chinesischen Restaurant sind wir durch ein paar Strassen gelaufen:

     

die Strassen doppelt so breit wie bei uns, die Gärten teils eingezäunt und viele Häuser ziemlich baufällig

     

manche aber auch sehr gepflegt

     

Alteisen und Oldtimer:

   

   

Das Restaurant "Chinese Garden" lag ganz am Ortsende. Hier gab es neben asiatischem Essen auch die übliche einheimische Kost aus Burgern und Pommes. Das Lokal war gut besucht und es waren wohl alles Einheimische, die Leute kannten sich. Das fettarme asiatische Gemüse und Fischfilet, das ich bestellt habe schmeckte köstlich und sogar die Portionsgröße war normal wie beim Chinesen hierzulande.
Im Eck lief der Fernseher, einen Billardtisch neben der Bar gab es auch, das ist hier bestimmt der Ortstreff, richtig gemütlich. Wir waren wohl die einzigen Touristen. Auf dem Rückweg war es schon ziemlich dunkel, fast liefen uns zwei Rehe (Deer?) ins Auto und dann in einen Garten. Jetzt verstanden wir auch die Zäune um die Häuser, ich möchte meine Blumen auch nicht von Rehen vertilgt sehen.

Im Hotel ist Sonntags die Bar geschlossen, darum besorgten wir uns an der Tanke die auch als Liquor Store dient eine Flasche Rotwein. Spirituosen gab es in reichlicher Auswahl, bei Wein dagegen gab es genau eine Sorte Weißwein, Rosé und Rotwein. Da muss man wenigstens nicht lange überlegen welchen Rotwein man nehmen soll.

Mit dem Wein setzten wir uns auf die schöne Hotelterasse und genossen den lauen Abend. Ich hatte heute schon wieder das Sonenspray vergessen und bin auf dem Berg heute Nachmittag ziemlich rot geworden.

   

   

Es war ein herrlicher Tag, heute bin ich definitiv im Urlaub angekommen  :usa:


*Soulfinger

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #21 am: 13.11.2013, 09:04 Uhr »
(wobei uns der Klebezettel am Bett schon irritiert hat : "duvet covers and  sheets are clean for your arrival" 
ist der neue Hampton-Standard und absolute Klasse. Ich komme seit Jahren in die Hampton Inns, da die Häuser für mich die besten Motels überhaupt sind. Seit sie die neuen Überdecken eingeführt haben fühlt man sich da noch wohler. Vor allem gibts in den Hamptons richtige Decken. Wenn ich da an diese verranzten Überdecken und die dünnen Leintücker mit den ekligen Zudecken in anderen Häusern denke . . .
"Ich trinke jeden Tag ein Glas Wein für meine Gesundheit. Den Rest der Flasche trinke ich, weil ich sehr gerne betrunken bin." Gerard Depardieu

*paula2

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #22 am: 14.11.2013, 08:42 Uhr »
4. Tag Sonntag 1.9.13 Auf dem Weg zum Yellowstone: Schritt 3 bis Jackson

Heute Nacht bin ich um 4 Uhr aufgewacht und bin nicht mehr richtig eingeschlafen. Josef wird auch wach. Um viertel nach fünf geben wir auf und machen Licht an und ich gehe duschen.
Frühstück ist im Hampton Inn im Übernachtungspreis von 118,79 $ inbegriffen. Der Kaffee im Hotel ist gut (stark) und es gibt ein Omlett mit Käse gefüllt am Buffet, endlich mal was passendes für meinen Freund. Es gibt wieder Oatmeal, Bagels (etwas trocken weil Sonntag? aber genießbar), gekochte kalte Eier, Philadelphia, Marmelade, Bananen, Orangenssaft, Waffeln zum Selberbacken, für ein kostenloses Hotelfrühstück richtig gut, mit dem Hampton Inn waren wir rundum zufrieden.

Danach fahren wir zur Tanke um Eis für die Kühlbox zu kaufen und den Ölstand zu kontrollieren, das ist ja beim Service immer das wichtigste. Der Ölstand ist okay aber eine rosa Flüssigkeit ist unter dem Minimum. Scheiße was jetzt? Im Handbuch ist kein Bild vom Motorraum und wir rätseln was das sein kann. Laut Handbuch ist die Bremsflüssigkeit in einem transparenten Behälter, das könnte es sein oder? Das wäre natürlich fatal.  Für fehlende Bremsflüßigkeit gibt es laut Handbuch ein Warnzeichen im Display, da es nicht erscheint wird es wohl noch gehen. Und heute ist Sonntag da hat eh keine Werkstatt auf. So ein Mist. Hätten wir blos nicht die Haube aufgemacht  :(
Jetzt fahren wir erst mal weiter...
Zuerst geht es die I-80 ein Stück weiter, dann biegen wir nördlich auf den HW 30. Es ist absolut nix los, wir sind mutterseelenallein auf der Strasse. Wir sind hier mitten im Nichts. Josef ist von der weiten leeren Landschaft fasziniert, wir bleiben am Highway stehen (kommt eh kein anderes Auto) und machen ein Foto

   

Unser erstes Ziel heute ist das Fossil Butte National Monument kurz hinter Kemmerer

   

Hier gibt es eine kleine aber feine Austellung, die gezeigten Fossilien sind hauptsächlich Fische und Pflanzen. Wir sind die einzigen Besucher und der Ranger freut sich dass er uns etwas erzählen kann und rät uns außerdem den Nationalparksjahrespaß (80 $) hier zu kaufen. Das machen wir dann auch, dann geht es morgen im Teton NP schneller. Der Besuch hier kostet aber keinen Eintritt.

   

Die Gegend um das Visitorcenter ist hügelig, in diesen Hügeln wurden die Fossilien ausgegraben. Ein paar Wanderwege gibt es auch, das ist uns heute aber zu viel, wir haben noch einen längeren Weg vor uns. An der Terasse stehen etliche Schautafeln, das ist alles sehr schön gemacht hier. Ich pflücke ein paar Zweige Sagebrush, ich liebe diesen Geruch, sie werden im Auto in die Lüftungsschlizte gesteckt.

   

Es geht nun über HW 30 dann nördlich über den HW 89 an der Grenze zu Idaho entlang. Die Strassen sind überwiegend in gutem Zustand und wir sind weiterhin allein unterwegs. Ein paar Kühe, Pampa, das große Nichts. Es ist wirklich beeindruckend. So eine Leere gibt es in Deutschland einfach nicht. Ach und überall hängen so seltsame Schilder "buckle up for your family" meist mit einem Bild einer glücklichen Familie, was das wohl soll? Irgendwann folgt die Aufklärung: auf dem Schild steht nur noch "buckle up" und darunter eine Zeichnung eines Autofahres mit Gurt. Jetzt weiß ich auch was anschnallen auf amerikanisch heißt  :hand:

Unser nächstes Ziel ist Afton.

   

Der Ort ist einigermaßen trostlos, etliche Läden in der Haupstrasse stehen leer, von den wenigen existenten Lokalen hat nur eins geöffnet, hier trinken wir Kaffee und machen uns auf den Weg zur Attraktion des Ortes: der intermittend spring (einen Hinweis hierauf habe ich in einem Reiseführer entdeckt und dann im Internet danach gesucht, Infos findet ihr hier: http://www.starvalleywy.com/intermspg/index.htm)

Eine Schotterpiste, die halbwegs gut zu befahren ist wenn man die tiefen Schlaglöcher umkurvt, führt ein paar Kilometer zu einem Parkplatz, von dort geht man noch 10 Minuten zu Fuß und hat dann einen Gebirgsbach erreicht:

   

Die Quelle des Baches versiegt etwa alle 20 Minuten und fängt dann wieder zu fließen an. Wir suchen uns ein geeignetes Plätzchen und ich filme einen bestimmten Bachabschnitt. Das Wasser das hier stark sprudelnd floß als wir ankamen wird immer weniger. Zum Glück habe ich dann rechtzeitig nach oben geschaut als der Fluß fast versiegt war und habe den Moment als das Wasser im Schwall wieder zu fließen begann fotografiert:

   

ein paar Minuten später wieder in voller Stärke:

   

der Film ist nicht wirklich gut geworden, da hätte ich doch ein Stativ gebraucht, aber als Erinnerung für mich selber taugt er.

Hier die Tafel die versucht den Vorgang zu erklären:

   

angeblich gibt es dieses Phänomen weltweit nur 5 mal. Mit Yellowstone kann es bestimmt nicht konkurrieren, aber es lag ja praktisch auf dem Weg. Es war wieder schön warm und wir haben eine halbe Stunde gemütlich am Fluß verbracht, einen Apfel gegessen und die Natur genossen. Wieder waren etliche Amerikaner unterwegs aber keine Deutsche oder Europäer.

Weiter geht die Fahrt durch das Star Valley nach Alpine. Dieses Tal war auf den Wyoming-Webseiten über den grünen Klee gelobt worden,  es ist für mich eine herbe Enttäuschung: keine schöne Landschaft (einfach nur Hänge mit Nadelbäumen) und vereinzelte häßliche Gebäude, wer will hier Urlaub machen? Erst kurz vor Jackson am Snake River wid es etwas besser, der Fluß wird breiter (erinnert an die Isar), es sind viele Boote unterwegs.

In Jackson haben wir ein Zimmer im Hotel Quality Inn 49er reserviert. Mit 145,25 € das teuerste Hotel der Reise. Jackson ist an sich schon teuer, wenn man dann noch ein Hotel nahe der Innenstadt will ist nix billigeres zu finden. Im Nachhinen muss ich sagen dass das billige Anvil Motel von der Lage auch noch okay gewesen wäre, wir wollten auf jeden Fall zu Fuß vom Hotel in die Innenstadt und zum Essen gehen können.
Das Zimmer ist groß und schön eingerichtet, es hat zwei Türen: eine zum Flur und eine auf den Parpkplatz, man parkt vor dem Zimmer. In der Lobby gibt es rund um die Uhr kostenlosen Kaffee (das ist mir natürlich schon ein paar Dollar wert   :D )

   

   

Nach einem Kaffee bummeln wir durch die wirklich schöne Innenstadt von Jackson, alles ist sehr gepflegt, ich schaue in ein paar Läden auf der Suche nach Westernstiefeln aber die Preise hier sind mir zu hoch. Es bleibt bei einem leckeren Huckleberryeis (das sind wohl Heidelbeeren) was mit 4 $ auch nicht eben billig ist.

Ein paar Fotos:

   

   

   

in der Innenstadt ist viel los wie nicht anders zu erwarten am Labor Day Wochenende, mit Parkplätzen sieht es mau aus, gut dass wir hier nicht Auto fahren müssen. Am Ortsende finden wir ein japanisches Restaurant und reservieren einen Tisch für abends. Und einen Liquor Store gibt es auch. Die Auswahl an Weinen ist riesig, die Preise sind jedoch happrig, da reduziert sich die Auswahl schnell, aber für den Yellowstone will vorgesorgt sein: wir erwerben 5 Flaschen Rotwein (das wäre gar nicht nötig gewesen, im General Store im Yellowstone gab es günstigeren Rotwein als hier in Jackson, hinterher ist man halt immer schlauer  :( )

   

   

   

in die berühmte Cowboy Bar haben wir einen Blick reingeworfen, das hat uns gereicht. Extrem laut da drin.

     

das sieht nach einem Skihang aus im Hintergrund, man hat aber gar keine Lifte gesehen.

     
   
nach einer Ruhepause im Zimmer gehen wir zum Abendessen, der Japaner serviert ein vorzügliches Sashimi und Udon-Suppe, dazu ein sehr gutes Bier aus einer lokalen Brauerei und teuer war es auch nicht. Da haben wir jetzt richtig Glück gehabt. Josef genießt noch mal seinen rohen Fisch, in den nächsten Tagen wird es wohl hauptsächlich Steak und Burger geben (asiatisches Essen gab es im Yellowstone nicht, mit der Vermutung lag ich richtig).

Nach einem Glas Rotwein im Zimmer waren wir beide todmüde. Am Abend merkt man doch dass nachts noch Schlaf fehlt.

*Microbi

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #23 am: 14.11.2013, 10:20 Uhr »
Die Ecke kommt mir auch gerade recht!

Was hat es mit Eurer Vorliebe für chinesische/japanische Küche auf sich? Sonst sucht jeder nach Steak & Burger  :)

Rehe gibts in den USA nicht, nur Hirsche. White-tailed deer und wapiti (genannt "elk") sieht man am häufigsten.

Mic

*paula2

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #24 am: 14.11.2013, 10:49 Uhr »
Hallo Mic,

mein Freund ist Asienfan und ich esse auch sehr gern asiatisch. Wegen des Essens würden wir nicht in die USA fahren (es kommen aber noch viele Abendessen mit Steak  :D )

das Tier war dann wahrscheinlich ein deer, für ein elk waren die eigentlich zu klein (darum habe ich auf Reh getippt)

*paula2

  • Paula
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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #25 am: 15.11.2013, 08:47 Uhr »
5. Tag Montag 2.9.13 Labour Day und Ankunft im Yellowstone NP

Leider war ich nachts wieder wach und hatte Alpträume wegen des Autos. Heute standen wir etwas später auf und gingen erst mal ins Nachbarhaus frühstücken, es war kühl und bewölkt. Mir war etwas schlecht. Saft, Rührei, Brot mit Gravey mit Würstchen schmeckten nicht so toll, heute war ich froh um meine Haferflocken. Die Sache mit dem Wagen schlägt mir wohl auf den Magen. Wir beschlossen jetzt doch zu Alamo zu fahren, das ließ mir keine Ruhe. Auf Google Maps gab es zwei Alamo Stationen, eine am Flughafen Jackson und eine im Ort. Auf den Alamo Webseiten war aber nur eine Flughafenfiliale aufgeführt.
Beim Auschecken fragten wir nach, laut der Hotelangestellten gibt es Alamo nur am Flughafen. Da der in Richtung Teton NP liegt war es nur ein kleiner Umweg.

Wir gaben die Adresse ein und ließen uns vom Navi lotsen, es fuhr aber nicht zum Flughafen sondern in entgegengesetzter Richtung. Dann nach rechts und wir dachten das ist schon besser aber wenige Meter später verkündete das Navi "Sie haben Ihr Ziel erreicht"   :kratzen:  tatsächlich: neben dem Pony Motel hängt ein Alamo Schild! Wie gut dass wir nicht nach Gutdünken zum Flughafen gefahren sind! Am Flughafen gibt es nur einen Schalter, man wird mit dem Shuttlebus hierher gefahren! Diese Filiale schaute auch mehr wie eine Werkstatt aus nicht nur wie ein großer Parkplatz wie in Denver am Flughafen. Und jetzt regnete es zu allem Unglück in Strömen. Wir erklärten der Dame am Empfang unser Problem, zum Glück war ein Mechaniker vor Ort, der schaute sich den Wagen an, also Bremsflüssigkeit fehlt schon mal nicht, in diesem Behälter ist wahrscheinlich die Kühlflüssigkeit für die Klimaanlage (zuhause bei VW habe ich nachgefragt: es war die Kühlflüssigkeit für den Motor, doch nicht so unwichtig!). Und laut Computer hatte der Wagen auch nach 16.000 Meilen den ersten Service (im VW Serviceheft das im Handschuhfach lag war nix eingetragen) und alles sollte okay sein, wahrscheinlich wurde nur vergessen die Anzeige zu resetten. Naja wenn die Klimaanlage kaputt geht ist uns das erst mal egal, Hauptsache die wichtigen Teile funktionieren, einigermaßen beruhigt fuhren wir wieder.

Das Wetter spielte leider gar nicht mit, als wir den Teton NP erreichten regnet es immer noch. An einem Viewpoint hielten wir:

   
    wie Sie sehen sehen Sie nix :heulend:

am nächsten Viewpoint war die Sicht noch schlechter, wir fuhren dann bis zum Yellowstone ohne Halt weiter.

Als wir die Moose Falls erreichten hat es aufgehört zu regnen:

   

aber kaum saßen wir wieder im Auto fing es wieder zu regnen an. Als nächstes am Plan stand das West Thumb Basin. Aus Andreas Reisebericht wußte ich dass man hier gut aufpassen muss damit man den Abzweig nach rechts nicht verpaßt (danke Andrea! Ich hätte es sonst wohl auch zu spät gemerkt)

Nach dem Motto dass es kein schlechtes Wetter sondern nur unpassende Kleidung gibt ließen wir uns vom Regen nicht abschrecken und zogen die Regenklamotten über und stiefelten los

   

das Wetter war mir im Moment ganz egal, ich will jetzt endlich heiße Quellen sehen :D
eigentlich sah das ganz witzig aus mit den Regentropfen auf den Pools, auf den Fotos kommt das leider nicht rüber

     

     

     

     

Blöderweise brauchte meine Kamera gerade jetzt einen Batteriewechsel, bei dem Regen und unter dem Poncho ging das nicht. Josef hatte sich gar nicht getraut seine Kamera zu benutzen und nur noch ein paar Fotos mit dem Handy gemacht:

     

     

am schönsten fand ich die Pools am und im See

     

Trotz Regens fanden wir es klasse hier :rollen:  und mit den (nach den Erfahrungen von Sönke im Yellowstone neu angeschafften) Regenponchos blieben wir auch trocken. Die anderen Touris hatten maximal so Wegwerfregenjacken an die aussehen wie Mülltüten oder einen Schirm, andere trugen nur Sweatshirts aus denen sie tropften. Ja mit so schlechtem Wetter haben wir auch nicht gerechnet.

Es gab hier einen kleinen Andenkenladen, ein Rentner der als Volunteer jeden Sommer hier arbeitet (so möchte ich meinen Ruhestand auch gern verbringen!) verkaufte uns ein Bärenspray (46 $, ganz schön happig!) und riet uns am Old Faithful Visitor Center an einer Vorführung teilzunehmen damit wir es auch richtig zu benutzen lernen.
Da mußten wir jetzt eh hin, wir haben für 3 Nächte eine Cabin in der Old Faithful Lodge gebucht. Die Lodge war mit GPS Koordinaten gut zu finden, das Gelände am Old Faithful ist eher unübersichtlich, Strassennamen und Hausnummern wären praktisch gab es aber nicht. Unsere Cabin war schon frei. Das Zimmer war schon klein aber ganz gemütlich, jedenfalls wenn man die Heizung anmacht, wir packten erst mal aus

     

     

links neben das Bett paßte gerade so eben die Kühlbox und diente dort als zweites Nachtschränkchen. Rechts neben dem Bett war die Dusche mit WC. Wie ihr seht kochten wir erst mal Kaffee  :)

danach gingen wir ins Visitorcenter von unserer Hütte aus sind das 5 Minuten zu Fuß und ließen uns beraten. Der nächste Ausbruch des Old Faithful soll gegen 20 Minuten vor 4 statt finden und um 16 Uhr ein Wildlife-Talk mit einem Ranger inclusive Bärensprayvorführung. Bis dahin hatten wir noch gut einen halbe Stunde Zeit. Wir schauten uns das schöne Old Faithful Inn an und reservierten einen Tisch im Restaurant fürs Abendessen.

     

     

der mehrstöckige Bau ist wirklich komplett aus Holz, nur der Kamin in der Mitte ist gemauert. Hier hätte ich gern übernachtet aber die Zimmerpreise waren leider indiskutabel.

Pünktlich zum Ausbruch standen wir im stetigen Regen mit hunderten anderen Touris am Old Faithful. Schon beeindruckend, das zu sehen aber nach 3 Minuten wird es langweilig (ich habe einen verwackelten Film gedreht aber ihr wißt ja wie das aussieht). Die Pools am West Thumb Basin haben uns besser gefallen. Danach gings wieder ins Vistorcenter. Leider hatte der Ranger die Demospraydose vergessen, so dass es bei einer mündlichen Erläuterung blieb. Was er sonst über die Tiere sagte war aber sehr interessant:
wußtet ihr dass es 4600 Bisons im Park gibt? Dazu 30.000 Elks, je 600 Schwarz- und Grizzlybären aber nur 100 Elche? Außerdem gut 100 Wölfe, Kojoten (die Zahl habe ich vergessen) und Pronghorns. Man soll Bären ganz ruhig ansprechen wenn man ihnen zufällig begegnet (braver Bär, ja brav isser :shock: ), keinesfalls wegrennen. Wenn sich der Bär mehr als 10 Meter nähert soll man das Spray benutzen (aber nur wenn der Wind nicht auf einen selbst zuweht). Das Bärenspray ist ein extra scharfes Pfefferspray, für Menschen nicht geeignet (sprich: wenn man das selber ins Auge bekommt hat man kein Problem mit dem Bär mehr). Tja wir hofften auch daß es nicht zum Einsatz kommen muß. Laut Angabe des jungen Rangers gibt es pro Jahr etwa eine größere Bärenattacke, dieses Jahr mußte schon mal jemand das Spray einsetzen und der Bär hat sich wieder verzogen (die Statistik ist also auf unserer Seite).

Das war jetzt schon mal interessant, ich hatte mal gehört wie man sich gegenüber Pumas verhält, da ist es ganz anders: man soll sich groß machen laut schreien, halt irgendwie Eindruck schinden, der Katze das Gefühl vermitteln man sei stärker. Bei Bären wäre das genau die falsche Reaktion, die greifen dann sofort an. Bären gegenüber muss man möglichst harmlos wirken, quasi blond gucken   :blank:
Aber eigentlich soll man überraschende Begegnungen mit Bären vermeiden indem man Lärm macht. Bären sind Einzelgänger und suchen das Weite wenn sie merken dass sie nicht alleine in einem Gelände sind. Man soll in Gruppen wandern (wir sind zwei das ist leider noch keine Gruppe), Bärenglocken sollen helfen. Singen wäre auch einen gute Idee. Ich singe zwar gerne aber „Im Frühtau zu Berge“ in Endlosschleife, ne dann doch lieber eine Bärenglocke. Ein Getthoblaster wäre auch eine gute Idee.

Wesentlich häufiger sind aber Bison- und Elkattacken, der Ranger warnte uns eindringlich davor näher als 25 Meter an diese Tiere ranzugehen (von Bären soll man 100 Meter Abstand halten). Das wußte ich schon und habe mir diverse Youtube Videos angeschaut auf denen Menschen erst die Tiere verfolgen und dann dreht das Vieh den Spieß um...

Er erklärte auch noch wie man Schwarz- von Grizzlybären unterscheidet, die Zuhörer stellten viele Fragen, so dauerte das Ganze eine Dreiviertelstunde statt der geplanten 30  Minuten und als wir danach wieder nach draußen gingen (die Runde hatte wegen des Regens im Visitorcenter stattgefunden) hat es doch wirklich aufgehört zu regnen.
Hinter den Old Faithful gab es einen kleinen Rundweg: der Geyser Hill, den gingen wir jetzt.
Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll, wir waren einfach restlos begeistert, ein Pool ist schöner als der andere, es blubbert, spuckt, zischt, brodelt, röhrt, es dampft einem ins Gesicht... wenn man den Yellowstone nur von Bildern kennt kann man sich das nicht vorstellen! Trotzdem lasse ich jetzt mal die Bilder sprechen:

     

Depression Geyser, der Name paßt gar nicht finde ich (auch wenn das vielleicht Bodensenke und nicht Depression heißen soll)

     

     

die "Farbspuren" der auslaufenden Pols sind einfach irre toll

     

da hinten scheint gerade ein anderer Geysir auszubrechen

     
                    Heart Spring, der geht mir ans Herz  :liebe:

     
                    Beach Spring

am besten gefielen mir die blauen Pools und noch schöner sind sie wenn sie blubbern  :)

     

diese beiden Bilder sind vom Doublet Pool

     
                       
     
           
      dieser sprudelte so schön, leider habe ich vergessen den Namen zu fotografieren

     
             Sponge Geyser

     
                    Vault Geyser

     
                    Chinese Spring
von dem schönsten -dem Ear Spring- habe ich nur ein verwackeltes Foto, er ähnelte dem Chinese Spring nur die Form ist ovaler

     

Das Wetter war zum Schluß richtig schön geworden!  :sun:

Glücklich und mehr als zufrieden gingen wir in unsere Hütte zurück, als wir beim Old Faithful vorbei gingen brach er gerade noch mal aus und jetzt standen da nur noch eine Handvoll Touristen  :) so macht das viel mehr Spaß! Allerdings sah man vor lauter Dampf den Wasserstrahl fast nicht, vielleicht habe ich darum auch diesmal kein Foto gemacht? Ich weiß es nicht mehr.

Nach einer Dusche ging es zu Fuß ins Old Faithful Inn, das Essen dort war überraschenderweise gar nicht sehr teuer, die Karte hatte aber wenig Auswahl wir entschieden uns statt dessen für das Büffet, was 27 $ pro Nase kostete und wirklich erstklassig war: gekochtes Rindfleisch (zart, wirklich allererste Sahne!) mit Meerettischsoße oder Fischfilet, Pürre, mehrere Gemüse zur Auswahl, Suppe und Salatbuffet und ein wunderbarer Apfelkuchen zum Schluß, Kaffee war im Preis inbegriffen und Wasser als Getränk ist eh immer umsonst, also das hatte ich viel schlimmer erwartet. Und die Bude war voll. Ohne Reservierung hätten wir keinen Platz bekommen.
Auf dem Heimweg war es stockdunkel, Lampen? Fehlanzeige! Man sah den Weg kaum und ich fand meine Taschenlampe nicht (natürlich war sie in den Tiefen des Rucksacks verborgen) wir gingen statt über den Weg über die hellen Planken am Old Faithful vorbei und hofften dass kein Bär kommt :oops:
aber alle Bären schliefen schon  :grins:
im Häuschen angekommen köpften wir eine Flasche Wein und ich gratulierte mir zum xten Mal für die geniale Idee hierher in Urlaub zu fahren! Josef war auch schwer beeindruckt, so toll hatte er es sich nicht vorgestellt.

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #26 am: 15.11.2013, 08:58 Uhr »
Zur Info: ich hab für August 2014 das Old Faithful Inn gebucht. Wir bezahlen 170 Dollar plus Tax für die Nacht. Ist schon happig, aber wenn man schonmal da ist - ausserdem hab ich mit viel mehr gerechnet.
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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #27 am: 15.11.2013, 09:48 Uhr »
170 $ klingt wirklich bezahlbar. Ist das ein Zimmer mit Bad? Ich habe die Cabin schon 2012 gebucht und kann mich nicht mehr erinnern was die Zimmer im Inn gekostet haben, bilde mir aber ein dass es deutlich mehr war (außer die Zimmer mit Bad am Flur und das kommt für mich nicht in Frage). Die Cabin hat incl tax 130 $ gekostet.

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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #28 am: 15.11.2013, 09:56 Uhr »
Ja, das Zimmer ist inkl. Bad. Wie gesagt, hat mich auch überrascht, wie günstig das war. Bezahle jetzt für 3 Nächte inkl. Tax 590 Dollar - bezahlbar vor Ort, also voll stornierbar.
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Re: Yellowstone, Badlands und wilder Westen
« Antwort #29 am: 15.11.2013, 12:08 Uhr »
tja da hat sich wohl einiges geändert. Bei mir wurde der Betrag für die erste Nacht gleich vom Konto abgebucht. Vielleicht schlafe ich dann nächstes Mal auch im Inn. Derzeit ist aber noch kein nächstes Mal geplant, seufz...

 

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